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Kasseler Tlevesse Tkachrlchken

Montag, 12. Mai 1930 / 1. Beilage

pädagogische Akademie und Geistesleben

Wir all« find heute gegen Programme mit ihren SSer^eifpnti^en etwas mißtrauisch geworden, und die Zeit der einfachen Formeln scheint uns endgültig vor­über zu fron. Und doch sei es gewagt, den Gedanken, Plänen u,nd Hoffnungen Ausdruck zu verleihen, die den Lehrkörper der Akademie bewegen, soweit sie auf eine Kulturwirkung über die Grenzen oer eigentlichen Akademiearbeit hinauszielen. Wir find nicht so ver- mesien, etwa an die Gründung der Berliner llniver- firät im Jahre 1810 zu denken und die gleiche er­hebende und befreiende Wirkung, wie fie damals von dieser Neuschöpftmg ausging, von der Errichtung der

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Prof. KoseHeck, Direktor der Akademie

Kasseler Akademie zu erhoffen, aber immerhin mutz auch uns das Gefühl der Verantwortlichkeit durchdrin­gen. dchtz ^Bildung verpflichtet", über den verhiiltnis- mätzrg eng gezogenen Kreis des Akademielebens hin­aus in die Breite zu wirken. Wie wir uns eine der­artige Wirkung auf Kassel und seinen geistigen Bezirk deuten, sei kurz an einigen Möglichkeiten umrissen.

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Die Pädagogische.Akademie ist eine Berufshoch- fchnle itaö hat als solche schon aus Etaatsnotwendig- teiten heraus die ganz bestimmte und begrenzte Auf­gabe, Mckünftige Bolksschullehrer zu bilden. Hierin ist ohne Weiteres ein Unterschied gegenüber dem viel uni­versaleren Aufgabenkreis der llnioersität begründet, aber Mnz ähnlich liegen die Dinge ja auch bei den Techn-Hchen und Forstlichen Hochschulen, sowie bei den M^nzinifchen Fakultäten, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Pädagogische Akademie soll also Volks- bildn« erziehen, Lehrer des Volkes, die heute eine viel größere und reichere Aufgabe zu erfüllen haben, als nur das Analphabetentum zu bekämpfen. So mutz die Pädagogische Akademie schon aus inneren Grün­den. dieses Ziel ihrer Arbeit nicht starr als einen fertigen Zustand, zu dem man den künftigen Lehrer Herrichten müfie, auffassen, sondern dynamisch. Sie Will Jugend- und Bolkserzieher in den Lehrerberuf chinausschicken, die nicht fix und fertiggebildet" sind, sondern die ewig in Bildung sind, geistig freie Men­schen, die gelernt haben, Probleme da zu sehen, wo der Bildungsphilister fie nicht steht, und die vor allem den nie erlöschenden Drang in sich spuren, kraft ihres Stu­diums sich an der Lösung dieser Probleme zu ver­suchen.

Wie die Akademie diese Aufgabe, die ihr durch die Zeit gestellt ist, im einzelnen lösen will, das zu unter­suchen, wurde den Rahmen dieses Aufsatzes weit über­schreiten, nut eins sei hier betont. Bei solcher Er­ziehungsarbeit am künftigen Volkserzieher wird neben dem eigentlichen Studium das Gemeinschaftsleben der Studenten eine bedeutsame Rolle spielen, es wird seine besondere kulturelle Rote tragen müsien, wenn es schöpferisch in die Zukunft wirken soll. Musik, Kunst und Literatur, Kultur- und Sozialpolitik, gelegentlich auch die Fachwisienschaften in ihren allgemein bilden­den Bezirken werden die Hauptpfeiler dieses Gemein- sthastslebens sein müssen. Dabei wird es sich ganz von selbst ergeben, datz Fäden zwischen den neuen Ver­anstaltungen der Akademie und den in Kassel schon in reichem Matze vorhandenen Bildungseinrichtungen gesponnen werden. Man darf Hessen, datz eine voll öusgebaute Akademie mit ihrem Lehrkörper von 24 hauptamtlichen Dozenten und ihren 300 Studenten nicht ohne Einfluß auf Theater, Kunstakademie, Kunst­ausstellungen, Bibliotheken. Volkshochschule und Ver­einsleben, soweit es sich Aufgaben kultursördernder Art gestellt hat, sein wird.

Hier liegt die eine Brücke zwischen dem Geistesleben Kassels und dem der Akademie, die zweite wird von der Pädagogik als der zentralen Wissenschaft der Aka­demie zu schlagen sein. In erster Linie wird von fei­ten der Akademie die Kasseler Lehrerschaft zur tätigen Mitarbeit aufgerufen. Ein Teil der Vorlesungen und Hebungen wird auch für Gasthörer zugänglich fein ja, man kann sich denken, datz ähnlich wie an anderen Aka­demien gewisie Vorlesungen und Hebungen nur für ©äffe abgehalten werden. Selbstverständlich wird die Akademie Anregungen und Wunsche, die in dieser Richtung an sie ergehen werden, gerne und dankbar berücksichtigen. soweit es in ihren Kräften steht. Auch die pädagogisch interesfierte Elternschaft wird bei ge= wissen Veranstaltungen, wie besonderen Vortrags­reihen oder Einzelvorträgen, bei Ausspracheabenden und dergleichen willkommen sein. Der Möglichkeiten bieten sich ja so viele: Die moderne Reformmethodik wird Anlatz zu eigentlicher Berufsfortbildungsarbeit geben, in seltenen Fällen wird sich diese gemeinsame Arbeit bis zur Höhe der Forschungsarbeit erheben können, die moderne Psychologie wird mit einem oder dem anderen ihrer Systeme auch über die Lehrerschaft hinaus weitere Kreise anziehen können.

Selbstverständlich denkt die Pädagogische Akademie bei aller Achtung vor der fymftematifchen Theorie nicht daran, eine rein formale Pädagogik in die Luft zu bauen, sondern fie wird immer wieder diese theoretische Arbeit an der pädagogischen Wirklichkeit nachprüfen. Das Wesen der wissenschaftlichen Geisteshaltung liegt Mit darin begründet, datz fie mit sachlicher UnLWM,

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genommenheit auf die Tatsachen des pädagogischen Le­bens sieht, datz sie immer wieder ihre Schlußfolgerun­gen und Forderungen daraufhin überprüft, ob fie auch den Bedürfnissen und Nöten der Jugend und des ganzen Volkes gerecht werden. Diesen realen Bodeis müssen die Hebungsschule, die pädagogischen Hilfs- wiffenschaften und die Fachwissenschaften, soweit fie «im Bildungsgut der Volksschule gehören, schaffen. Es wird sich dabei um ein gegenseitiges Rehmen und Geben handeln müssen. Einen wesentlichen Anteil an dieser Arbeit werden die Fachseminare der Akademie zu leisten haben. Man sollte meinen, datz auch hierbei in vielen Fällen ein Zusammenarbeiten mit den Ver­einen und Arbeitsgemeinschaften, die sich in Kassel die Aufgabe vertiefender Facharbeit gestellt haben, in ganz natürlicher Weise sich ergeben müsse. Auf alle Fälle würde es die Akademie aufs lebhafteste begrüßen, wenn sich ein solches gemeinsames Streben und Arbei­ten entwickeln würde.

Das eigentliche Studium im strengen Sinne des Wortes gilt auf der Pädagogischen Akademie der Pädagogik und der pädagogischen Menschenkunde, aber darüber hinaus müssen auch Einrichtungen ge­schaffen werden, die einmal gereiften fachlichen For­derungen vielfältig gegliederter Schulsysteme gerecht werden und weiter die verschieden gestalteten Eeistes- bedürfnisse der geistig doch auch differenzierten Stu­dentenschaft in fachlicher Hinsicht befriedigen. Hierzu dient die Einrichtung des sogenanntenWahlfachs". Jeder Student mutz sich bei Beginn seines Studiums ein solches Wahlfach wählen und sich zur zweijährigen Arbeit in ihm verpflichten. Ein Wechsel ist nur im Laufe des ersten Semesters möglich. Es liegt in der Natur der Sache, datz die Arbeit in diesen Wahlfächern in irgendeinem Zusammenhang mit der späteren allerdings recht weit gefaßten Ausgabe des Dolks- schullehrers stehen mutz. Die allgemein-pädagogischen oder die didaktisch-methodischen Gesichtspunkte werden also auch hier überwiegen müssen, und zwar immer vorn Standpunkte der Volksschularbeit aus gesehen, aber immerhin wird das Wahlfach auch einigen Bei­spielen, die am besten in Hebungen behandelt werden, zeigen müssen, wie das betreffende Fach als Wissen­schaft arbeitet. So können gelegentlich auch die rein stofflichen und wissenschaftlichen Fragen stärker betont werden. Fachbüchereien und Sammlungen werden diesen Zwecken zu dienen haben, wenn die Beschäfti­gung mit dem Wahlfach nicht zur rein formalen Didak­tik oder zum Spiel mit leeren Begriffen ausarten soll.

Auch von diesen Wahlfächern aus können bei gutem Willen beiderseits zahlreiche Verbindungen zwischen Akademie auf der einen und Lehrerschaft, wissenschaft­lichen und Vildungsvereinen, sowie den zahlreichen Arbeitsgemeinschaften auf 'der anderen Seite geknüpft werden. Man denke nur an Wahlfächer wie Reli­gionswissenschaft, Deutsch (Volkskunde), Geschichte (Heimatgeschichte), Erdkunde-(Heimatkunde), aber auch an Mathematik und Naturwissenschaften, die alle ihre Pflege an der Akademie finden sollen. Nicht zu ver­gessen die Musik, die ja eine ganz besondere Stellung in der Akademiearbeit einnehmen wird, und das Zeichnen. Wie die Arbeit in solchen Wahlfächern für einen ganzen Heimatbezirk fruchtbar gemacht werden kann, möge das Beispiel der Pädagogischen Akademie zeigen. Dort sind besondere Institute für Volks- und Heimatkunde und ein weiteres für die Psychologie des Landkindes eingerichtet worden. Ja, dieses volks­kundliche Institut ist schon in der Lage gewesen, aus seinem Archiv ein erstes Heft: Die ost- und westpreutzi- schen Märchen und Typen, geordnet von Prof. Dr. Plenzat, zu veröffentlichen. Die Unterlagen sind in gemeinsamem Studium der heimatlichen Volkskunde Exkursionen spielen hier eine wichtige Rolle ge- sammeft worden. Man sieht, hier eröffnen sich auch für Kassel und Niederheften mit ihrem reichen Volks­tum, mit ihrer bedeutenden Geschichte und ihrer viel­fach gegliederten Landschaft die schönsten Aussichten.

Das Gebäude der Pädagogisdien Akademie

aus dem Grunde, weil es heute der Geist nicht leicht hat. Seine Stellung wird von allen Seiten bestürmt, eine wohl begreifliche Reaktionserscheinung, wenn man bedenkt, datz der Geist Jahrzehnte lang allzu absolut geherrscht hat. Aber die Gefahr, datz der Geist die Kräfte der Seele und des Blutes vergewaltigen konnte, erscheint heute gebannt. Und die Pädagogische Akademie darf in dieser Zeit einer dumpf garenden Kulturkrise umso eher zum gemeinsamen Ringen um Geistesklarheit und objektive Weltbetrachtung auf­rufen, da sie wohl weiß, datz gerade in ihrer Arbeit die Kräfte der Seele und des Leibes nicht zu kurz kommen sollen.

Und so kehren mir zum Schluß noch einmal zum Wesen der Bildnerhochschule, wie Spränget die Päda­gogische Hochschule nennt, zurück. Gewisse Zeiten der Pädagogik haben im Lehrer in erster Linie den päda­gogischen Techniker gesehen Pädagogik war dasselbe wie Unterrichtslehre, andere haben ihn als reinen Künstler empfunden und jede Technik aufs schärfste bekämpft, da das Schaffen des Künstlers sich jeder Technisierung durch die Handwerksregeln der Methodik entziehe. Eine dritte Richtung hat im Lehrer vor allem den Wissenschaftler erblickt und ganz folgerichtig für ihn eine rein wissenschaftliche Fachausbildung ver- Igr gt Alle drei Strömungen werden dem eigentlichen Wesen des Lehrers nicht gerecht, denn dieser gehört weder dem rein technischen, noch dem rein ästhetischen, noch dem rein gelehrten Typus an, et ist ein Typus für sich mit eigenen Gesetzen seelischer Struktur. Er

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muß sozialer Mensch fein, oder er ist kein rechter Lehrer.

Was an einer Technischen Hochschule, an einer Kunstakademie oder an einet Hnioerjität Selbstzweck ist, wird hier Mittel zum Zweck. Das pädagogische Studium wird als» in seiner Methode wissenschaftlich sein, es wird aber auch die Elemente des Künstleri­schen und des Technischen berücksichtigen müssen, wenn oer künftige Volkserzieher seiner hohen Ausgabe ge­recht werden soll. Die Kräfte, die von der Akademie in Zukunft ausstrahlen können, brauchen also nicht einseitiger Natur zu sein.

Nun haben wir doch Töne einer Zukunftsmusik er­klingen lassen. Sollen die Skeptiker recht behalte», die behaupten, Kassel sei kein besonders fruchtbarer Bo­den für neue geistige und künstlerische Schöpfungen. Wir wollend nicht glauben. Der Kasseler ist als Niedethefte gewiß ein wenig spröde und gelegentlich auch etwas trocken und nüchtern, aber im entscheiden­den Zeitpunkt ist auch er begeisterungsfähig und ideal gestimmt. Nut mutz die richtige Saite in ihm ange­schlagen werden, wenn er aus seinem geruhigen An­dante herausgerissen werden soll. Hmso zuverlässiger und stetiger ist bann auch seine Treue und Liebe zu den Werten, die er in seinen Bezirk cufgettonanett hat Datz die Pädagogische Akademie den rechten Zu­gang zur Kastelet Eeistesprooin.z finden möchte, ist rht sehnlichster Wunsch. Dann wird hoffentlich das Eoethewort recht behalten:Alles Lebendige bildet eine Atmosphäre um sich her." Pros. Eatz.

Das Heim der Akademie

Oie Verwandlung des Verwaltungsgebäudes der Deutschen Werke

Das sind nut einige bescheidene Beispiele, wie wir uns die kulturelle Wirkung der Akademiearbeit für Kassel und seinen Lebenstaum denken. Viele andere werden hoffentlich im Laufe der Jahre noch in Erschei­nung treten. Auf keinen Fall darf die Akademie, so sehr mir ruhige und sachliche Arbeit schätzen, ein ver­träumtes Dornröschendasein im fernen Bettenhausen führen, deshalb müssen mir alle von vornherein be­strebt sein, die neue Bildnerhochschule zu einer geisti­gen Kraftquelle für Kassel zu erheben. Wir von der Akademie wollen nicht abseits stehen, sondern an allen Fragen, die dds geistige Kassel hewegen, teilnehmen, sei es anfeuernd, beratend ober mahnend. Als Glieder einet, Hochschule wollen wir dabei stets dessen einge­denk sein, daß Wissenschaft nicht ohne geistige Freiheit, die nicht mit geistiger Zügellosigkeit oder schwächlichem Allesverstehen" identisch zu sein braucht, bestehen kann. Gewiße Bindungen, die sich aus dem Zweck und der besonderen Organisation der Pädagogischen Aka­demien ergeben könnten, dürfen also bei entscheidenden Stellungnahmen nicht allzu eng gefaßt werden. Auch wollen wir nicht vergessen, daß der Lehret demsozia­len Typ" angehören sollte. Nur so kann die Akademie ein Stückpädagogisches Gewissen" für Kastel werden.

Wenn wir zunächst einmal bewußt die rein geisti­gen Kräfte, die von der Akademie ausftrahlen können, tn den Vorderarund gestellt haben, so geschah dies schon j

schk. Das provisorische Heim der Pädagogischen Akademie, die am heutigen Montag feierlich eröffnet wird, ist das ehemalige Perwaltungsgebäude der Deutschen Werke, bas bisher leer stand. Der große repräsentable Bau, der in bet Kriegszeit zusammen mit derMunitionsstadt" aus dem Boden gestampft wurde, scheint rein äußerlich für diesen neuen Zweck recht gut geeignet, wenn man von feiner etwas un­günstigen Lage absteht. Und auch bei dem erforder­lichen Umbau der Jnnentäume, der sich allerdings aus finanziellen Gründen auf das Notwendigste beschran ken mußte, gelang es, ein Haus zu schaffen, das den augenblicklichen Anforderungen recht gut gewachsen ist. Was ihm fehlt, sind die großen Räume: eine Aula, ein Turnhalle und ein Hörsaal. Bis zur geplanten Erstellung des neuen Akademiegebäudes im Westen der Stadt dürfte aber das Provisorium, das durch­aus den Charakter des Vollkommenen trägt, ge­nügen.

Ein Rundgang durch das umgestaltete HauS, zu dem Akademiedirektor Professor Dr. Koselleck die Vertreter der Presse eingeladen hatte, bestätigte dies.

Man bat verstanden, unter möglichster Beschränkung der Mittel (es wurde nut cm Viertel der sonst für solche Provisorien verwendeten Gelder gebraucht) und unter Ausnutzung der gegebenen Möglichkeiten, ein Haus zu schaffen, tn dem sich Dozenten und Stu­denten wohl fiihlen »verbeti. Die Uebungejimmer, Tagesräume und Mnsikzellcn atmen bei aller Ein­fachheit doch Behaglichkeit, eine zweckmäßige Anord­nung der kleinen Hörfäle und Lorbereitungszimmcr für Geographie, Physik und Chemie nutete die Le e- gut aus. Dozentenzimmer, Konferenzzimmer, Lese­zimmer, Rabelarbeitsräume und schließlich ein noch neuesten Gesichtspunkten eingerichteter Ze.cheujaal runden das Bild wirkungsvoll ab.

Während alle anderen Siäume noch das unvoll­ständige Gesicht des Werdens trugen, zeigte sich bas Reich ber Dozentin für Bildende Kunst, Edeline Roth, als kleine Kunstausstellung, die nicht nur bet eigenschöpferischen Tätigkeit seiner Leiterin, sondern auch in den ausgestellten Tchülerarbeiten aus ihrem früheren Wirkungskreis in Berlin den Früchten ihrer Lehrarbett ein glänzendes Zeugnis ausstellie.

Im Dachgeschoß des Hanfes ist neben verschiede­nen Musikzellen auch die Mensa untergebracht, im Rahmen des Ganzen von nicht zu unterschätzender Bedeutung Soll durch die Zusammenarbeit von In­nerer Mission, Lehrer- und Stuoeutenschast und Kas­seler Frauenverbanden doch hier dem Studenten die Möglichkeit einer guten und billigen Ernährung ge­geben werden. Frau Lotte Seel, deren gediegenes Wissen auf dem Gebiete neuzeitlicher Ernährung be­kannt tft, lichtste ehrenamtlich die Küche etn, die dann in die Hände von Fräulein Jeschke übergehen wird. Maßgebend war das Beftreben, in erster Linie den infolge der allgemeinen Lage wirtschaftlich schwachen Studierenden in gesundheitlichem Interesse eine vollwertige Kost zu bieten und gerade in den Kreisen ber künftigen Erzieher des Volkes das Ver­ständnis für das so unendlich wichtige Ernährungs­problem zu wecken. Die Räume der Mensa find, wenn auch zunächst nicht allzugroß, umso gemütlicher einge­richtet. Der Speisesaal atmet Behaglichkeit und Rübe und auch in der Küche dürfte man sich, wenn das Durcheinander des Werdens erst überwunden ist, wohl fühlen. Die Verpflegungspreife werben sich hier etwa auf 60 Pfg. für das Mittag- und 40 Psg. für das Abendessen stellen.

Alles in allem macht dar Provisorium, dessen In­neneinrichtung, soweit sie neu ist, übrigens ausschließ­lich von Kasseler Handwerkern geschaffen wurde, einen überaus günstigen Eindruck, dem auch die oben schon erwähnte räumliche Beschränkung fei­nen Abbruch tun kann.

hin Blick la den Lehrsaal fßr Ehxstk und Chemie