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Staffele» Neueste 9ta<ffrf<8fett

Heues aus Kaffel

Landfrauen unter sich

Kaffel, 1-2. Mol.

(Sn verdienter Kommunalbeamter

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Landesrat Hebel t

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Gewählt wurde ...

Der Ausschuß des Verbandes der Besonderen Ortskrankenkassen im Stadtkreis Kassel hat Freitag abend in einer Sitzung die Neubesetzung des Postens des hauptamtlichen Verwaltungsdirektors des Verbandes vorgenommen. Die große Mehrheit der Stimmen tierciutgte sich auf den Stadtverordne­ten Kaufmann Christian Wlttrock, der fern neues Amt in Kürze antreten wird.

Laßt Blumen sprechen

Ei» Aufruf zum Blumenschmuekwettbewerb.

Der Erfolg des Blumenschmuckwetlibewerbes hat den Ausschuß veranlaßt, die erforderlichen Vorverei- tungen wieder rechtzeitig zu treffen. Die ständige Zu­nahme in der Ausschmückung der Fenster, Ballons und Vorgärten ist vor allem aus die unablässige Werbung zurückzuführen, die mit Unterstützung der Tagespreffe in den letzten vier Fahren stattgesunden hat. Die altbekannten Flugblätter in Form der Zehn Gebote für Balkon- und Fensterschmuck- wer­den Interessenten in allen Blumengeschäften und Samenhandlungen wieder kostenlos ausgehändigt. Kein Blumen- und Gartenfreund versäume, sich diese Zehn Gebote- zu verschaffen.

Unsere Beobachtungen haben aber gelehrt, daß trotz aller Aufklärungen und Belehrungen in zahl­losen Fällen immer wieder die gleichen Fehler be­gangen werden. Die wohltuende Belebung des Stadtbildes wird stark herabgemindert, wenn bei der Auswahl der Blumen die Farbe des Hauses nicht be. rückfichtigt wird. So dürfen beispielsweise für eine Fassade aus Ziegelsteinen oder rotem Putz keine roten Geranien oder Petunien verwendet werden. Ebenso ist es falsch, für ein Haus mit weißem An­strich weiße Petunien zu wählen. Unbedingt zu be­achten ist auch, ob der Balkon oder die zu schmücken­den Fenster nach Süden, Nordwesten oder Nordosten gelegen find. Eine sonnenlose Nordseite mit sonnen­liebenden Pflanzen zu schmücken dürste Wohl keinem Blumenfreund in den Sinn kommen. Diese elemen­taren Grundsätze dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Zur Vermeidung derartiger Mißgriffe emp­fehlen Wir deshalb wieder, besonders allen Neulin­gen, einen Sachkundigen zu Rate zu ziehen. Alle Gärtnereien, die sich mit der Anzucht von Balkon­pflanzen befassen, sind in der Lage, dem Unerfahre­nen beratend zur Hand zu gehen. Auch alle Blumen­geschäftsinhaber sind gern bereit, derartige Fragen zu beantworten.

Ein schwieriges Problem scheint die Pflege und Ausschmückung der Vorgärten zu sein. Alljährlich ist vom Ausschuß, im Zusammenhang mit der Aus­schmückung der Ballone und Fenster auf die Not­wendigkeit hinaewiesen, den Vorgärten eine bessere Pflege angedeihen zu lassen. In Wort und Schrift ist alljährlich dargetan, daß die gepflegten Vorgärten eine Zierde der Straßen sind, die das Stadtbild wohltuend beleben. Im gleichen Maße aber beeein- trächiigen mangelhaft gepflegte, oder gar verwahr­loste Vorgärten das Straßenbild. Im Rahmen die­ses kurzen Hinweises näher auf die Behandlung die­ser Gärten einzugehen, ist nicht möglich. Auf einige schon früher gegebene Fingerzeige mag aber noch einmal kurz hingewiesen werden. Eine gepflegte Ra­senfläche, umsäumt von einer gut gehaltenen Hecke, oder unterbrochen von einigen schonen Sträuchern oder Stauden trägt weit eher zur Verbesserung des Straßenbildes bei, wie ein mit Steinen und vielen Blumenarten überladenener, aber mangelhaft ge­pflegter Garten. Ja, ein stärkerer Syringenbusch »der Goldregen kann in Verbindung mit kurz ge­schnittenem Rasen weit dekorativer sein, wie ein mit Unschönem Ballast überfüllter Garten. Die Mahnung zur Einfachheit ist ganz besonders hier am Platz.

Angesichts des Mitteldeutschen Sängerfestes hat die Bürgerschaft allen Grund, es nicht bei einigen Flaggen bewenden zu lassen, sondern die Fenster und Balkons reicher denn bisher mit Blumen zu zchmuk- ken. Ganz besonders zu wünschen wäre, daß die Be­wohner des Zentrums hinter denen der Altstadt und der Außenbezirke nicht zurückbleiben. Guter Ge­schmack und liebevolle Pflege haben in den Voriah- ren wahre Musterbeispiele m der Ausschmückung ge­zeitigt. Unsere anhaltenden Wirtschaftsnote dürfen nicht dazu führen, daß auch die Liebe zur Blume und Pflanze noch erstickt wird.

Wir richten deshalb wiederum an alle Blumen- und Gartenfreunde die Bitte: Helft unsere Stadt zu schmücken zur Freude der Einwohnerschaft zur Be­grüßung der nach tausenden zählender auswärtigen Gäste und zur Werbung für den Fremdenverkehr überhaupt! Die gleiche Brite, richten totr an die Be­zirksverein, Hausfrauenvereine und alle Freunde dieser Bestrebungen.

Wenn uns die Behörden wegen Mangel an Geld­mitteln ihre Mitwirkung versagen müssen, vertrauen wir umso stärker auf die Hilfe der Bürgerschaft, denn hie Selbsthilfe war und tst noch immer die beste.

Bitte an die Stadtfrauen, nur deutsche

Der Landfrauentag am Sonntag vereinte »och einmal die Veranstalter der Ausstellung .Neuzeit und Haushalt- mit unzähligen ländlichen Gästen in der Stadthallr. Der Vormittag brachte eine Ver- ammlmrg der Vertreterinnen der Waldecker Haus rauenvereme, in der

der lange angestrebte Anschluß der Waldecker Vereine an den Verband Ländlicher Haus­frauen-Vereine für Kurhesse» e. B.

vollzogen wurde.

Im fast bis zu den Grenzen deS Erträglichen überfüllten blauen Sockle der Stadthalle fand dann am Nachmittag ein gesellig. Beisammensein statt. An langen Tafeln, in Ortsgruppen eingeteilt, saßen die LaiÄfrauen Gutsbesitzerinnen mit schlichten Bau­ernfrauen fröhlich bei Kaffee und Kuchen beisam men und genossen den Ersteren ebenso andächtig wie pi« vielen, wirklich ausgezeichneten Vorführungen, die ihnen zu Ehren veranstaltet waren.

Ein interessanter Vortrag über

die Seele der Textil-Jndustrie, den Machs

machte den Anfang, dem ein Filin folgte, der in gu ten, klaren Bildern den Werdegang des Flach? cs vom Samenkorn bis zum fertig gesponnenen Faden zeigt«.

In einem gut durchdachten, schlichten und ein leuchtenden Vorträge sprach Frau v. d. Malsburg

über: Haushalt und Neuzeit auf dem Lande.

Sie zeichnete ein lebenswahres Bild des Landbe­wohners, der sich in die neue Zeit nur schwer hm- einfinden Wune, nicht weil er rückständig sei. sondern weil er in den von seinen Vorvätern übernommenen Bräuchen tief wurzele. Der Kern des Landlebens sei der Haushalt, das Familienleben, in das die Errungenschaften der Neuzeit nur langsam Eingang finden können, da einmal die Struktur des länd­lichen Haushalts die Umstellung schwieriger gestalte wie im städtischen Haushalt und zweitens das not­wendige Geld fehle.

Darum fei es erforderlich die Landwirtschaft dadurch zu stützen, daß man nur deutsche länd­liche Erzeugnisse kauf«.

Wie schwer das Leben der Landfrau heuzutage sei. an deren Kräfte dadurch, daß sie sich nicht ge-

ländliche Erzeugnisse zu kaufen

nügenb Hilfe leisten kann Übergroße Ansprüche ge­stellt wird, beweise die Tatsache, daß die Mädchen sich ft rauben in den Bauernstand zu heiraten. Eines aber helfe der Landfrau, ihr nicht leichtes Leben zu trogen, das fe* ihre Verbundenheit mit Gott, des­sen Schutz der Landnlann auch Saat und Ernte an- defehle. Er wird Helsen, alle Note mit Weiß und Ausdauer zu überwinden, um endlich lieber Deutschland zu dem treten, glücklichen Lande zu machen, das cs vor dem Kriege gewesen sei.

Nach dem Vortrage gab es dann unendlich viel Abwechslungsreiches. Ein Film unseres .Kamera- bummlers" E Sck'ulz-Kesfel führte aus dmt Um­wege über das .Märchenland" in ein Frauen-Pora- dies nämlch in ein Kasseler Kaufhaus, in dem man in Steffen und Seide schwelgen konnte. Und daß sie gar einem regulären .spanischen Stier« lamp'- beiwohnen könnten, hätten sich die Haus­frauen mich nicht träumen lassen. Hildsgart Dun­kels Tanzschülerinnen aber verhalfen ihnen nicht nur zu diesem Genuß sie ließen sie sogar eine außerordentlich witzig« Zirkusvorstellung erleben, in denen Elefant und Giraffe. Seiltänzerinnen und Athlet chre Künste zeigten und in dem ein Apfel- schimnul zur lebhaften Fremde aller Anwesenden eßbare Aepfsl" von sich aal'. Der Tanzschule Dun­kel ward uneingeschrünftes Lob für die ganz vetzen- den Tänze gezollt.

Der Verband für deutsche Frauenkultur, dcr sich, tote seine Vorsitzende, Fran Hertha Wöll, ausführte, neben der Pflege richtiger Ernährung und Erzie­hung, auch

die Propagierung geschmackvoller, schlichter Eigenklridnng

angelegen sein läßt, zeigte eine wirklich sehenswerte Modeschau. Die außerordentlich geschmackvollen Kleider, aus meist handgew.-bten, bemalten ober bebrudten Stoffen, zu denen hübsche passende Hüte getragen wurden, fanden allgemeinen Beifall.

Mit Dankesworten für alle Mitwirkenden, in her Hauptsache aber für die Kasseler Hausfrauen und >hre Helfer schloß Frau v. d. Maisburg die Tagung, die den nicht gerade durch Abwechsluttg verwöhnte» öaitdfraucn gewiß in angenehmer Er­innerung bleiben wird. -ck.

Oie Ereignisse eines Wochenendes

Ein Gärtner aus Wildlingen erlitt in der Wortb- Öe einen schweren Krämpseanfall und kam dabei so ücklich zu Fall, daß er sich einen schweren Becken­bruch zuzog. Man trug den Verunglückten vom Platz und der Krankenwagen der Feuerwehr überführte ihn in das Landeskrankenhaus.

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Auf dem Heimweg von seiner Arbeitsstätte stürzte ein Arbeiter aus Vollmarshausen mit seinem Fahr­rad so unglücklich, daß er neben einer erheblichen Kopfverletzung noch eine Gehirnerschütterung davon» trug. Die Arbeitersamariter nahmen sich des Verun­glückten an und brachten ihn in das Landeskranken» haus.

Auch die kleinste Wunde beachten k Sonntag abend meldete sich auf der Wache Fuldabrücke ein junger Mann, der über starke Schmerzen am linken Unter­schenkel klagte. Die Untersuchung ergab, daß der junge Mann einer kleinen SBunbe fahrlässigerweise nicht die notwendige Beachtung geschenkt hatte, so daß er nun eine gefährliche Blutvergiftung hatte, wegen der er sofort in das Landeskrankenhaus überführt werden mußte.

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ein grausiger Fund. Beim Düngen feines Ackers machte ein Landwirt in Niederzwehren die Entdeckung, daß der Ausfluß seines Jauchewagens verstopft war und zwar von der Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Untersuchung, die eingeleitet worden ist, bemüht sich festzustellen, ob es sich um eine Frühgeburt han­delt, oder ob das kleine Wesen getötet worden ist. Ein näheres Ergebnis ist bis jetzt noch nicht bekannt.

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Di« Feuerwehr meldet . .. Wegen eines Schorn­steinbrandes mutzte der Rettungstrupp der Wache Mauerstratze Sonnabend in der Großen Rosenstrage tätig werden. Die Gefahr war schnell beseitigt. Sonntag vormittag wurde der Rettungstrupp der Hauptwache zu einer gleichen Arbeit nach der Dörn- bergftraße gerufen, wo auch die Gefahr schnell gebannt werden konnte. Der entstandene Schaden ist tn bei­den Fällen geringfügig. *

Die gefährlichen Primeln. In große Aufregung wurde etne Familie in der Merkelstrahe versetzt, weil eine junge Frau plötzlich von einem schnell über

den gangen Körper austretenden bösen Ausschlag be­fallen wurde. Man ließ die Unglückliche von der Sanitätshauptwache in das Landeskrankenhaus brin­gen, wo sich berausstellte, daß die Fran beim Binden eines Primelstraußes eine Infektion davongetragen hatte.

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Wer einmal stiehlt... In einem Warenhaus in der Oberen Königstraße wurde Sonnabend nachmittag ein Mann tn mittleren Jabren dabei abgesagt, wie er sich mehrere auf den Tischen ausliegende Sachen »»eignete. Eine Durchsuchung ergab, daß der Lang­finger bereits zwei Tabakspfeifen und verschiedene Rasierklingen hatte verschwinden lassen. Die Fest­stellung der Personalien brachte eine kleine Ueber- raschung. denn es handelt sich bei dem Festgenom­menen, der der Polizei zugejührt wurde, um einen Kanzleiangestellten, der cs wirklich nicht nötig hat, auf Warenhausspitzbübereien auszugehen.

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Sie wollen gut schmieren ... Eine unangenehme Ueberraschung machte Montag stüh ein Kaufmann in der YsenburKratze, als er feststellen mußte, daß uner- betene Gäste in der vergangenen Nacht seinen Keller aufgebrochen und aus den vorhandenen Beständen einen runden Zentner Margarine entwendet haben. Die unbekannten Spitzbuben, die mit der Oertlichkeit vertraut gewesen sein müssen, find vom Hausflur aus m den Keller eingedrungen und haben dort mit der Tur kurzen Prozeg gemacht Einigermaßen rätselhaft lit es jeM), wie die Eindringlinge ihre Beute fort- geschastt haben.

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Mefferstechende Vandalen. Ein wenig ermutigen­des Erlebnis hatte Sonnabend abend ein jüngerer Mann in der Karlsaue. Unweit des Orangerie­schlößchens bemerkte er mehrere junge Burschen, die fich mit der Zerstörung eines Blumenbeetes ver­gnügten. Der empörte Zuschauer stellte die Burschen zur Rede jedoch nur mit dem Erfolg, daß er selbst beschimpft und schließlich auch noch tätlich angegriffen wurde. Dabei zog einer der Burschen, ein Sechzehn­jähriger, ein Mefser und versetzte dem Angegriffe­nen einen tiefen Stich in die rechte Hand. Rach An­legung eines Notverbandes auf der Wache Fulda- brücke mußte der Mißhandelte in das Landeskranken-, haus gebracht werden.

Oer Königin Lm'febund tagi

-Erziehung zum bewußten Dienst am Vaterland"

Der Bmrd hat kein kleines Programm: Erziehung des weiblichen Geschlechts zum bewußten Dienst am Batottand im ©elfte der Zeit von 1813, Verbreitung des nationalen Gedankens unter Ausschaltung jedwe­der Partefpokitik, Ueberbrückung der Klassenunter­schiede sowie der Gegensätze von Rang und Stand auf der Grundlage gegenseitiger Achtung und unter entschiedener Betonung des christlichen und deutschen Gedankens aeiftige und körperliche Ertüchtigung zu Natioualibowußtsein, zu Achtung und Ehrfurcht, zu Verautwortlichkeitsgefühl und selbstlose Hilssbereit- schaft. Und wenn sich der Bund am Sonnabend und Sonntag in Kassel traf, so geschah das nicht nur um sich wieder einmal wiederzusehen, sondern im Vor­dergrund stand die Arbeit für Deutschland.

Das Wissen um die Not des Vaterlandes hat Me Frauen und Mädchen aus Hanau, Frankfurt, Darm- städt, Wetzlar, Offenbach, Iugend-heiin-Seehcim an der Bergstraße, Homberg, Hofgeismar und viele an­dere nach Kassel getrieben. Der Wille zum Suchen eines Weges um deutscher Not steuern zu können, ge- tteu dem großen Vorbild der Königin Lurse. Deutschlands Rot im Osten- hatte man diesmal als Leitgedanke über die ganze Tagung gestellt und alle Darbietungen auf dielen Gedanken eingestellt. Rach der Begrüßung der KamevckMnnen am Bahnhof und nach dem gemeinsamen Mittagsmahl begann die offi­zielle Tagung mit der Zusammenkunft der Vertrete­rinnen in den Gssellfchaftsrämnen des Stadtparks. Ortsgruppensuhrerinnen, Preffowart«, Kassenwarte und JugettMeiterinnen hatten sich zur Arbeit zu- sammengesetzt und unter Leitung der Landesver- bandsfüchrerin Frau von Mrich besprach man die Ge­biete der Wohlfahrtspflege, Hilf« für die Kinderrei­chen und eine OMrls« des hessischen Landesverbandes

rief man als Ergebnis der Zusammenkunft ins Le­ben. Neben finanzieller Hilfe will man

Töchter ostpreußischer Familien aufnehmen

und sie zurückschicken mit dem Bewußtsein: Die im Reich haben uns nicht vergessen.

Zum Schluß dieser Tagung gab die weißhaarige Bundesführcrin Frau Marie Retz, Halle, zur Begrü­ßung der Genugtuung Ausdruck, daß es in Hessen mit dem Bund so tüchtig vorangegangen sei. An­schließend wurde die Verpflichtung neuer Mitglieder vorgenommen, die das Gelübde: ,Zch dien- ableg­ten. Dem gemeinsamen Abendbrot schloß sich abends

bk große öffentliche Versammlung

an. Der Stadtpark war überfüllt. Die mustkalisch« Ginleimng»durch die Stahlhelmkapclle leitete über zu Begrüßung durch Frau v. Ulrich.

Die Bundesführerin sprach in zugendlichem Feuer vonDeutscher Not im Osten- und umriß Aufgaben und Ziele bei Bundes. Deutsche bewußte Mütter und Frauen müßte Deutschland haben, um wieder auf­bauen zu können. Darum der Appell an alle deutsche Frauen: Eßt deutsches Obst und deutsches Gemüse! Gebt den Kind em oschreußrsches Roggenbrot, um die Absatzstockung zu beheben, die Ostpreußen hoffen auf und! So rief es die Rednerin in den Saal und er­schütternde Einzelheiten belegten am besten die Größe der Not und die stillen Heldentaten, Me dort oben tägkch getan werden.

Tief war die Ergriffenheit der Anwesenden durch die packenden Worte der greifen Sprecherin, die wie ein« Seherin zur deutsch«! Eirrigung rief. Herzlich

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faßten sich alle zum großen Kreis und fangen das Bundeslied stehend.

Den zweiten Höhepunkt des Abends bildete eine Aufführung:Freud und Leid in Deutschlands Osten" mit Dichtung, die von der SMuspieleiin Auguste Scholz vorzüglich gesprochen wurde. Die Bil­der hatte Herr Innghenn gestellt und brachien Episo­den aus der ostpreußischen Geschichte. Nach einem Schlußwort von Frau v. ,'Collas und dem Abend- segenchorgesang der Fugendgruppen schloß der so er­hebend verlaufene Abend.

Ten Sonntag vormittag, den man dem Kirchgang Vorbehalten hatte, sand die ev. Mitglieder zur

Weihefeier

unter Mitwirkung der Sängerin Frau v. Hessart und Pfarrer ZerMer, Der in seiner zündenden Art so recht die Herzen zu wecken mutzte. Der Landcsvevbands- tag brachte interne Angelegenheiten. Auch hier bil­det« eine Ansprache der Bundesführerin an die jun­gen Mädchen den Höhepunkt der Veranstaltung. An- ichtietzend überreichte bk Bundesführerin der Kaffe- ler Jugendgruppe einen Wimpel zum besonderen An­sporn irnfj Gedenken. Em Besuch von Wilhelms- Höhe brachte den osfigiellen Schlutz der Tagung. ->i-

Opfer am Muttertag

Man schreibt uns:

Am Sonntag wurde von der Frauenhilfe ein« Straßcusammlung veranstaltet zum Besten der erho­lungsbedürftigen Mütter. Wie viele Frauen tragen geduldig jahrelang die schwere, aufopfernde Arbeit der Mutter! Keine Erholung, kaum hier und da ein Ruhestündcheu gönnt sich die Nimmermüde. Wenn der Mann arbeitslos ist. hilft die Frau mitverbir- nen. Kommt sie dann abends müde und abgespannt nach Hause, dann sitzt sie noch bis spät in die Nacht, stopft und flickt. Um nun diesen wirklich erholunos- bedürftigen Frauen einmal eine kurze Zeit der Aus- spannuna zu ermöglichen, sammelt« am Sonntag Die Frauenhilfe.

Da ich noch keine 18 Jahre alt war, konnte ich nur als Hilfe mit einer Gemeindeschwester aehen. Es hat uns viel Freude gemacht, als unsere Büchse immer schwerer wurde. Auf unsere freundliche Bnre zückte manch einer das Portemonnaie und ließ fein Geld­stück in die Dose fallen. Manche aber waren recht un­freundlich. Sagte dock einmal eine Dame:Kür den Muttertag, so eine alberne Neuheit, interessiere ich mich nicht.- Ein Herr sagt« lachend:Na. beim näch­sten V a t e r t a a will ich aber auch etwas haben!- Manchem aber gab der Mutertag Anlaß zu einer reicheren Spende. Als wir eine Bause machten, und ich abgelöst wurde, war unsere Büchse & voll. Hof­fentlich ist recht viel eingenommen, daß, wenn vielleicht auch nur wenige Frauen, doch einige fortkönnen, um den Lasten des Alltags einmal enthoben zu fein.

Hochzett im Gefängnis...

... und dann noch ein Fahr Trennung.

wp. Göttingen, 1L Mai.

Sonnabend vormittag fand hier int Gefängnis am Waageplatz eine Hochzeitsfeier statt. Die­ses sehr ungewöhnliche Ereignis, das bisher noch nid^t vorgekommen ist, ist darauf zurückzufiihren, daß ein vor einiger Zeit zu einer längeren Freiheitsstrafe ver­urteilter Gefangener beantragte, Hochzeit mit feiner Auserwählten feiern zu dürfen, da er nicht walten wolle, bis feine Strafe verbüßt sei. Dem Antrag wurde stattgegeben, und so fand gestern vormittag unter Begleitung von Eefängnisbeamten die Zivil- trnuung vor dem Standesamts statt. Hierauf wurde in der kleinen Kapelle des Gefängnisses die kirchliche Trauung vollzogen. Allerdings werden die Jnngver- mählten noch ein Jahr lang getrennt leben müssen, da so lange die Strafe noch andauert.

Aus drr Christlichen Jugendbewegung

Unter reger Beteiligung der E. C.-ler feierte« die 8a«- dedkirchliche tSemeirifchaft und der Jusendbirnd für entfchie» dcnes Christentum (Kleine Rosenstrahe 4) ihr ZS. Jah­re s f e ft. Der schön verlaufene Festtag wurde mit einer Morgenandacht eingeleitet. Stunden voller Innigkeit bot die am Nachmittag im groben Saal des Hospizes ..Frie» denshof" gehaltene Festfeier, die eine« starken Besuch z« verzeichnen hatte. Die Feftansvrache von Pfarrer Fuchs- l o ch c r, dem Vorsteher des Hessische« DiakonisienbanseS, die ein Aufruf zur entschiedene« Hsnaabe an Christus mar, wurde von weihevollen Darbietungen des von Eisenbabn- insvektor Weber geleiteten Gemischten Chores und deS Posaunenchores umrahmt. Auherdem hielten noch die bei­den Führer, LandeSinspektor Kaiser und Prediger Lau­ri tz e n, Ansprachen.

Der vom evangelische« Mäuuer- «nd IL»g. lingsvereinKassel-Altftadt" im grob«r Saal des Volks- und JugendheimsFinkenherd" veranstaltete stark besuchie Festabend nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Nach der vom Orchester derBoWbühnenspiele Kassel 1957" unter Leitung von Hans Hold vorgetvagene« Ouvertüre zur OverDer Kalif von Bagdad" von Boilbien bildete den Höhepunkt die Aufführung des Dramas von Max HalbeDer Strom". Selma Grob bat als Re­nale, die junge Gattin, eine Spitzenleistung. Mit viel Hin­gabe spielten Fritz Straube, Wilhelm Klotz und Paul Pohl di« drei Brüder, während Minna Reitz die Witwe des Gutsbesitzers, Willi Müller den Diener Reinhold Ulrichs und Elisabeth Degenhardt das Dienstmädchen vrachtvoll verkörperten. Ein Orchestersviel «ab in> rge- rückkrr Stunde den Ausklang.

Merlei vom Tage

Die Psingstferien. Im Regierungsbezirk Kassel sind für alle höheren, mittleren unb Volksschulen die Psingstferien wie folgt festgesetzt warben: Schluß des Unterrichts Freitag, 6. Juni, Wiederbeginn des Unterrichts Dienstag, 17. Juni (Dauer 10 läge). An ben israelitischen Volksschulen beginnen die Wochen» fest-Ferien Sonnabend, 7. Juni, und endigen Sonn­abend, 14. Juni (Dauer acht Tage).

Die Anwälte haben sich, wie aus dem Inseratenteil hervorgeht, veranlaßt gesehen, eine Erhöhung ihrer Gebühren vorzunehmen.

Treues VereiuSmitglieb. Anläßlich seiner 25jähri- gcn Mitgliedschaft zum kath. Männerverein Wetzl! Heiden wurde dem Mitglied Emil Pfeffer, Schön- felderstraßc 4 wohnhaft, eine Ehrennadel nebst Schreiben vorn Vorstand des Vereins scierlichst überreicht.

Dee Deutsche 6ee«8«reht sKlottenveretni veranstaltet am 29. Mai zu Bremen feilte Hauptversammlung. Reich­haltig ist das Programm der dreilagigen Veranstaltung. Auskunft Ortsgruppe Kastel, Kaiserstrahe 53, II.

Wobiu geben wir am Dienstag?

Staatstheater: OverOberst Ehabert", 19,30 Uhr.

Palast-Theater: Bendiner Revue, im Filmtet!Es war-. Metrovol-Tbeater:Die schönste Frau von Paris" und Weib am Kreuz".

Heute Montag:

Stadtpark: Statt letzten MaleKomödianten", 20,15 U5t, Laudesmuieum. Rudolf Schneider deutet Charakter und Schicksal, 20 Uhr.

Leiftersche Wiese: Zirkus Barum, 15 und 20 Uhr.

Wettervoraussage bis Dienstag abend:

Zunächst etwas regnerisch, bann zeitweilig sogar aufheiternd, bei südwestlichen Winden geringe Er­wärmung, späterhin bei neuerdings einsehcndem Barometerfall wieder Trübung und erneute Nieder- 1 schlagsneigung.