«ttte 1-1. Beilage.
Staffel« Äeeeffe flU*ef*tee
Freitag, 55. April INS
Llnsere Heimat
Schützt -ie heimische Natur...
Oie ganze Bevölkerung muß helfen!
Kirchhains Kreissparkaffe befchloffen
Stürmische Kreistagssiüunq. — Der Etat unü die neuen Steuern.
Die Tagesordnung hatte schon wochenlang den Kreis Kirchhain in Ausregung gebracht. Es handelte sich in erster Linie um die Gründung einer Kreissparkasse. In dem kleinen Kreise Kirchhain mit 23 000 Einwohnern, 33 Land- und 5 Stadtgemeinden sind 5 städtische Sparkassen, 1 Landesren- terei, 1 Bankgeschäft und 23 Darlehnskaflen vorhanden, die dem Kreditbedürfnis mehr als genug entsprechen. Trotzdem will Lan'orat Beaucamp ein Konkurrenzinstitut schaffen, wodurch die Bevölkerung von ihren alten, zum Teil über 70 Jahre bestehenden Kreditinstituten weggerissen werde. Die meisten Abgeordneten hatten schwerwiegende Bedenken gegen die neuen Verwaltungskosten, die Unrentabilität, die Baulasten infolge Erweiterung des Kreishauses usw. Dte Vertreter der Städte wiesen daraus hin, daß die städtischen Sparkassen das Kreditbedürfnis der städtischen und ländlichen Bevölkerung und auch des Kreises stets befriedigt hätten und die Einleger volles Vertrauen zu ihren mündelsiche- ren Sparkassen hätten. Bürgermeister Dr. Bicker- Neustadt begründete dies ausführlich. Die Abgeordneten verlangten geheime Abstimmung, was nach der Geschäftsordnung nicht möglich war. Die Freunde des Landrats versuchten die Oeffentlichkeik auszuschließen. was aber abgelehnt wurde. Nach stundenlanger Beratung sand die Abstimmung statt. 11 mit ja, 5 mit nein, 3 Enthaltungen. Mit einer schwachen Mehrheit kam der Beschluß zustande. Das Zentrum mit 7 Stimmen gab den Ausschlag.
Weiter wurde die versuchsweise Anstellung eines Wiesen bau meisters beschlossen, nachdem es hierbei zu scharfen Zusammenstößen zwischen den Abgeordneten und dem Landrat gekommen war und sÄbst die Vertreter der Landwirtschaft auf die Schwere der Zeit hingewiesen halten.
Bei der Beratung des Voranschlags pro 1930 wurden viele Anfragen vorgebracht, die eine Aenderung "des Etats bedingten. Schließlich wurde derselbe mit je 336 900 Mark festgesetzt. Beschlossen wurde dabei die Anschaffung einer Motorspritze für 5000 Mark. Zur Erhebung gelangen 55 Prozent Zuschläge zu den Real- und Gewerbesteuern, und 65 Prozent zu den Reichseinkommensteuern. Für Unterhaltung der Landwege sind 100 000 Mark, für Bezirkssteuern 61 300 Mark vorgesehen. Der Kreiszuschutz an Has Wohlfahrtsamt ist mit 56 900 Mark veranschlagt. Anschließend wurde der Etat des Kreiswohlfahrtsamtes auf je 170500 Mark festgesetzt
Das Heimat-Silben'preisrätsel
das in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht wurde, enthält eitlen sinnstörenden Druckfehler, den unsere Leser beim Raten zwar schnell finden werden, der aber richtig- gestellt ssi. Es muß bei Wort Nr. 20 nicht .Mit Vorliebe gezüchteter Pelz* sondern Pilz heißen.
Niedervellmar. Goldene Hochzeit. Weichensteller ck. D. Georg Stiebing und seine Gemahlin begingen bas Fest der Goldenen Hochzeit.
Großalmerode. 25 Jahre bei der Stadtverwaltung. Der Stadtkämmerer und Sparkassenrendant Franz Casselmann kann am heutigen Tage auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Stadtverwaltung zurückblicken. Herr Caffelmann ist am 25. April 1905 als Lehrling in die städtische Verwaltung eingetreten, wurde am 1. Oktober 1912 Stadtsekretär und bekleidet seit dem 1. Juki 1919 das Amt des StadWm- merers und -Sparkassenrendanten.
Witzenhausen. Bon einem schivereii Unfall wurde aus der Landstraße zwischen Freudental und Bisch- Ahausen ein Motorradfahrer betroffen. Er stürzte und brach einen Unterschenkel. Außerdem erlitt er «eheliche Verletzungen am Kops und an den Augen.
Bad Sooden Allendorf. Silberne Hochzeit feierten die Eheleute Ferdinand Schlemm und Frau.
Wolfhagen. Goldens Ehejubiläum begingen die Eheleute Heinrich Wilhelm H e r b o l d und Frau.
Eschwege. Verhängnisvoller Fehlschuß. An der Mauen Kuppe vergnügten sich mehrere junge Leute mit Scheibenschießen. Ein sehlgehender Schuß traf einen jungen Mann in das Gesäß und verletzte ihn so erheblich daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
Eschwege. Seltenes Jagdglück hakte ein hiesiger Einwohner. Er schoß im Schlierbach einen Auerhahn.
Treffurt. Großes Glück hatte ein hiesiger Fischereipächter beim Fischen in der Werra. Er fing einen Hecht, der das stattliche Gewicht von 25 Pfund aufwies.
Jesberg. Besitzwechsel. Das 300 Acker große Rittergut des Barons von und zu Löwenstein ging durch Kauf in den Besitz des Landwirts Kling elhöfer aus Großseelheim über.
Schlierbach. Und nun: Petri Heil! Die dem Forstfiskus gehörigen Fischereigewässer der Schwalm zwischen Dittershausen und Bischhausen wurden mejstbietend versteigetrt. Der obere Teil Dittershausen — Schlierbach wurde von Herrn R ö s s i g, Treysa, gepachtet. Den mittleren Teil Schlierbach erstand Dr. Scheuermann, Taunus rind den letzten Teil steigerte Dr. Zentner, Zimmersrode.
Falkenberg. Mehr Wasser. Dem Wassermangel in unserer Gemeinde wird jetzt entgegengesteuert. Durch Verhandlungen mit der Nachbargemeinde ist es gelungen das Ueberwasser in die hiesige Wasserleitung zu übernehmen.
Deckenbachi Hohes Alter. Der Kriegsinvalide von 1870-71 Georg Kornmann vollendet seinen 84. Geburtstag. 4 Kinder. 16 Enkel und 4 Urenkel brachten dem Jubilar ihre Glückwünsche dar. Auch der Reichspräsident sandte ein Glückwunschschreiben nebst Bild mit eigenhändiger Unterschrift.
Corbach. Lehrerwechsel. Vom 6. April ab ist der Schulamtsbewerber Erich Eichmann aus Frieda mit der bisher von Lehrer Stiehl verwalteten Lehrerstelle beauftragt worden.
Heringhausen. Goldene Hochzeit. Die Eheleute Christian Grebe und Elise, geb. Finis konnten ihr goldenes Hochzeitsjubiläum feiern.
Warburg. Ein finniger Volksbrauch ist durch das Wirken rühriger Heimatfreunde aus fünfundzwanzigjährigem Schlummer erwacht. TaS seit fast einem Menschenalter vergessene Osterfeuer 'flammte am Abend des Ostersonntags aus einer weithin sichtbaren Bergeshöhe vor der Stadt auf.
Lendorf (Kreis Homberg): Hohes Alter. Martha Becker beging am 23. April ihren siebzigsten Geburtstag.
Oberscheden, Kr. Münden. Alte Konfirmanden. Am ziveiten Osterseiertage fand die Feier der -sil- berncn" und --goldenen' Konfirmation statt für die
vor 25 und 50 Jahren Konfirmierten. Zum ersten Male war auch die Feier der -diamantenen" Konfirmation der jetzt im 74. Lebensjahre Stehenden damit verbunden. Von den 26 im Jahre 1870 Konfirmierten leben heute noch 10. Im ganzen hatten sich bei der kirchlichen Feier 30 Jubilar« wieder um den Altar versammelt, von denen aus Anlaß der Feier 11 in tue Heimat gekommen waren.
Alsfeld als Fremdenstadt
Aus dem Geschäftsbericht des Alsfelder BerkehrS- oercinz geht hervor, datz der Verein über 280 Mitglieder verfügt und verschieden« Banke«, Vereine als Mitglieder hat. Erreicht wurde die Krastpost- verbindung nach Lingelbach, der Bau des neuen Postgebäudes in Alsfeld mit den modernsten Einrichtungen auf dem Gebiete des Telegraphen- und Fernsprechwesens. Gegen die Aufteilung des Kreises Alsfeld hat der Verein erneut seine Stimme erhoben Der Blumenschmuck in der Stadt hat sehr zugenommen und zur Belebung des Stad-ttbildes deigetrazen. Die Plätze der Stadt sollen ebenfalls mit Blumen geziert werden. Zur Hebung des Fremdenverkehrs wurden 2200 Prospekte ausge- aeton. In 150 Werbebüros liegen die Werbeheft- cben auf 500 wirkungsvolle Reklameblätter wurden hergestellt, auch in den Zügen sollen Panorama- Blälier vom Marktplatz Aufnahme finden.
Die Zahl der Uebernachtungen in den Gasthäusern hat ständig zugenommen. Vom 1. April 1927 bis 30. September 1927 ---- 1718; vorn 1. April 1928 bis 30 September 1928 — 2379, und vom 1. April 1929 bis 30. September 1929 = 2564. Zum Vorsitzenden wurde Fabrikant Lücking, zum Stellvertreter Regterungsiat Strack gewühlt. Der Verein hat eine Keine Ausstellung aller Werbemittel veran- stältet, die viel fleißige Arbeit ihres Urhebers Ludwig zeigt.
Der Tod unferm Auio
In Stadtlengsfeld versuchte ein acht Jahre alter Junge trotz Warnungssignale mit zwei anderen Lpielgenoflen noch vor dem Auto die Straße zu überqueren. Dieses mißlang aber. Trotzdem der Chauffeur seinen Wagen bremste, wurde das Kind erfaßt und überfahren. Es trug schwere innere und äußere Verletzungen davon und wurde in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus gebracht, wo es bald starb.
Aus der Justizverwaltung
Es wurden versetzt: die AGRätt Dr. Senk tn 8«ö« alt LGRat und AGRat nach Marburg a. d. Lahn. Dr. Bohnen in Fulda als AGRat und LGRat nach Kastel. Ernannt: Dr. Frohwein »um AGRat «nd LGRat in Kastel.
Wenn jetzt im Frühjahr die Natur zu neuem Leben erwacht, die Vögel singen und die Bäume blühen, zieht alt und jung wieder hinaus ins Freie. So sehr auch diese Freude an der Natur zu begrüßen ist, muß doch andererseits immer wieder auf die Schädigungen der Pflanzen- und Kleintierwelt gerade durch Ausflügler hingewiesen werden.
Unser Hessenland ist noch verhältnismäßig reich an solchen »Naturdenkmälern"! So finden wir noch in fast allen Wäldern die Salweide, deren gelb- blühende Kätzchen die erste Frühjahrsnahrung der Bienen liefern. Aus diesem Grunde steht die Salweide unter strengstem Schutz, aber das ändert leider nichts daran, daß sie jedes Jahr in Massen gepflückt und verkauft wird.
Aehnlich geht es der dottergelben, geschützten Trollblume, die an einigen Stellen des Stau» fnngerwaldes noch in größerer Menge vorkommt. Jeder Zug, der abends frohe Wanderscharen zurückbringt, bringt auch Massen der Trollblume mit, und eines Tages wird sie vielleicht ebenso selten sein wie Bärlapp und Schlangenmoos, deren Ahnen in der Steinkohlenzeit riesige Wälder bildeten!
Zu den eigenartigsten und schönsten Pflanzen der ganzen Erde gehören die Orchideen! Auch in unserem Vaterlande ist diese Pflanzengattung durch einige Arten vertreten, die uns einen schwachen Abglanz von der Farbenpracht ihrer tropischen Schwestern vermitteln. Wo Kalkberge sind, und daran ist ja unser Hessenland reich, finden sie sich noch ziemlich häufig. So blüht im Ahn ata le der zierliche Frauenschuh, und am Dörnberg entfaltet die F l i e- genorchis ihre eigenartigen, einer Fliege tauschend ähnelnden Blüten.
Einer der schönsten Pilze, die im Herbst den Wald schmücken, ist der Fliegenpilz! Weithin leuchtet fein scharlachroter, weißgetüpfelter Hut. Aber seine Schönheit ist fast immer fein Tod; er ist giftig und deshalb muß er sterben!
Die Furcht vor Gift und Schlangen hat überhaupt fchon manchen zum Frevler an der Natur gemacht! Oft findet man erfchlagene Blindschlei- chen, Eidechfen und Ringelnattern am Wege. Sie alle starben, weil sie einer Schlange ähnlich sehen, die allerdings mit Recht gehaßt und gefürchtet wird: die K r e u j o 11 e r!
Aber diefe Furcht ist kaum berechtigt, denn diefe Giftschlange ist in unserer engeren Heimat sehr selten. So laste man lieber alles Knech- getier leben, denn die meisten in Uebereilung getöteten »Kreuzottern" entpuppen sich bei näherer Untersuchung als obenerwähnte, ha r m l o s e Kriechtiere. Ein solches Tier aber zu töten, weil es etwa häßlich erscheint, ist eine Sunde wider die Natur. Jedes Lebewesen, und fei es auch noch fo »häßlich", ist da- feinSberechtigt und etfüttt feinen Platz in der Schöpfung ebenso wie wir.
In manchem wenig bewandertem Walde wächst noch die E i b e, auS deren Holz unfere Ahnen Pfeile schnitten, wachsen Mistel und Stechpalme, roter Fingerhut und seltene Farne. Da fliegt auch noch der
Harfe (Strafen für Brandstifter
Der Brand in der Haselmühle bei Hubenrode
Kassel, 24. April.
In der Hasslmühle bei Hubenrode im Streife Witzenhaufen war über Winter die Rot eingekehrt. Aus der Landwirtschaft konnte die Familie Löwe, die noch ihren Schwiegersohn Start Heldtmann zu sich genommen hatte, nur das Lebensnotwendigste heraushotlen, die umgebaute Mühle erwies sich als ein Fehlschlag, der Sohn Jakob Löwe hatte beim Viehhandel schlimme Einbußen erlitten und auch Heldtmann war im Sommer beim Obsthandel der Leidtragende gewesen. Ueberafl hatte die Familie kleine Schulden, es liefen Wechsel, bereit Einlösung ungewiß erschien; außerdem war der Gerichtsvollzieher ein häufiger Gast in der Haselmühle geworden. Kurzum: man befand sich in jener Notlage, di« auf dem Lande nicht mehr selten ist und von der man sich aus der Entfernung kein richtiges Bild machen kann . >.
Am 18. März hatten der Sohn Jakob Löwe und sein Schwager Heldtmann wieder einmal akute Sorgen. Heldtmann brauchte für seinen Handel dringend Geld, außerdem hatte er das Bedürfnis, wenigstens den drückenden Teil seiner Schulden abzustoßeii. Auch Jakob Löwe befand sich in der gleichen Lage und da war es nicht schweu daß sich Beide darauf einigten die Haselmühle in Brand zu stecken, um sich mit einem Teil der in Aussicht stehenden Versicherungssumme zu sanieren. Jakob Löwe hatte zwar noch Bedenken, daß der Schaden doch größer sein könnte als die zu erwartend« Versicherungssumme. Heldtmann beschwichtigte ihn, man brauche ja später die Mühle nicht wieder so groß auszubauen, fo daß UÜberschüsse blechen, mit denen man auch ihm, Heldtmann, helfen könnte. Das Ergebnis dieser Erwägungen war, daß Beide gemeinsam in der Nacht des 18. März m der Scheune der Haselmühle einen Brand anlegten, dergestalt, daß sie mittels einer Kerze einen sogenannten -Zeitzünder" konstruierten.
Die Scheune gin dann auch in Flammen aus, aber auch «er Stall, so daß vier wertvolle Kühe und zwei nicht minder wertvolle Pferde das Opfer der Brandstiftung wuvden. Ehe aber das Anwesen ganz modergebrannt war, hatte die Feuerwehr das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Der entstandene Schaden
Wurde damals aus rund 20000 Mark beziffert.
In der Verhandlung vor dem Schöffengericht, vor dem sich Karl H e ld t m a n n und Jakob Löwe jetzt zu verantworten hatten, stellte sich nach und nach heraus, daß der Schwager Heldtmann ohne Zweifel die treibende Kraft bei der Brandlegung gewesen sein mutz, denn mit Recht nannte Jakob Lowes Verteidiger diesen einen „Düffel", der sehr leicht zu beeinflussen war.
Schließlich kam aber noch hinzu, datz die Lage des Vaters Löwe, des Besitzers der Haselmühle, gar nicht fo verzweifelt war, daß als einziger Ausweg nur die Brandstiftung übrig blieb. Der Wert des Anwesens war mit 56 000 Mark angegeben, der des Mobiliars mit rund 50000 Mark, d. h. fo hoch waren die Vermögenswerte versichert. Die Schulden beliefen sich auf 10—15 000 Mark, fo daß Vater Löwe immer noch durch die Aufnahme von Hypotheken einen Ausweg hätte finden können.
(Es war ober bezeichnend, daß bet Staatsanwalt nicht ganz unrichtig trotz dieser Lage einen Notstand glaubte feststellen zu sollen: „Dem Landwirt pumpt heute aber kein Mensch einen Pfennig, er bekommt einfach keine Hypotheken!"
Das Gericht hörte noch zwei Leumundszeuge« di« den geständigen Angeflagteu em durchaus günstiges Zeugnis ausstellten.
Dee Strafantrag des Staatsanwalts
verlangte für Karl Heldtmann zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust und für Jakob Löwe ein Jahr neun Monate Gefängnis und zwei Iahte Ehrverlust.
Das Urteil
gestand beiden Angeklagten mildernde Umstände zu und lautete gegen Heldtmannauf ein Iaht sechs Monate und gegen L ö w e auf ein Iaht drei Monate Gefängnis. In der Begründung wurde gesagt, daß Heldtmann zwar der geistige Later der Brandstiftung gewesen ist, datz es ober bei Löwe doch keiner besonderen Ueberrebung bedurfte, um ihn zur Mittäterschaft zu verleiten. Die Höhe bet Strafe erkläre sich daraus, datz sie abschreckend wirken muffe denn die Brandstiftungen hätten ht letzter Zeit so zugenommen, datz harte Strafen verhängt werben müßten.
Schillerfalter und der fettene ©egelföltet und andere geschützte Kleinodien der Natur. Aber wie lange noch? Zwar stehen die meisten von ihnen unter Naturschutz, aber das ist mehr Formsache. Wahrer Naturschutz ist nur unter Mithilfe der gesamten Bevölkerung möglich. Deshalb schützt auf Wanderungen in Feld und Wald die heimafliche Natur .. J
Aus der Landwirischaftsverwalfung
Versetzt wurden: R. ttttb BR. Baetjer »om Ballerbanamt 1 in Kassel an die Wasserstraheudirektion in Hannover, die RBauräte Gustav Schmidt vom Pregelbauamt in In« fterbnrs nach Kassel als Vorstand des Wasserbauamts 1. Sudel vom Wasserbauamt 1 in Kassel nach Genthin als Vorstand des Wafferbauamts, Gramberg 2 vom Wasserbau« amt 2 in Kassel nach Insterburg zur Verwaltung des Pre- gelbauamts. Thiele vom Wasserbauamt in Tilsit au daS Wasserbauamt 1 tu Kassel, Erich Müller vom Kanalbanamt in Merseburg an das Wasserbauamt 2 in Kassel. Zum Oberreg, und Forstrat wurde ernannt Reg.-Rat von Sachs in Kassel. Zu Reg.- u. Forsträteu die ObettSrfter Meißner- Böckenförde in Hilders (Reg.-Bez. Kassels unter Uebertra- gung der tyorftinfo. Kassel-Rotenburg zum 1. 6. Dr. Bungert in Wiesbaden unter Uebertragung der Forstiusv. Sas- fel-Reintzardswald zum 1. 10. Zu Oberförstern wurden ernannt: die Forstassessoren von Ilten in Merseburg unter Verlerbuna der Oberförfterstelle Affoldern zum 1. 10.. Münze! in Stade unter Verletbung der Oberförfterstelle Steinau 'Reg. Bez. Kassel! zum 1. 10. Schroeder in Svanaenberg Weg. Bez. Kasseli unter Berleibung der Obettürüerstelle Lock (9108. Bez. Allen stein) zum 1. 10.
Aus dem Streife Schmalkalden
Schmalkalden. Abbau der Elisabethschule. Dw Regierung in Staffel hat nunmehr den Beschluß der städtifchen Körperschaften auf Abbau der Elifabeth- fchule bestätigt. Die Schule hat für die unterste Klaffe bereits keine Schülerinnen mehr ausgenommen. — Dem Geflügelzüchter Arno Werner wurde die Staatspreismünze für Leistungen in der Geflügelzucht verliehen. — Der Geflügelzuchtverband veranstaltete in einer Reihe von Dörfern eine Eiersamm- lung für das hiesige Landeskrankenhaus. Die Sammlung erbrachte 1500 Eier, die der Anstalt für ihre In- fäffen zum Fest übergeben wurden.
Steinbach-Hallenberg. Ein langet Prozeß fand diefer Tage vor dem Kammergericht feinen Abschluß. Der hiesige prakt. Arzt Dr. Kastner war wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 350 Rm. Geldstrafe verurteilt. Er war gegen Polizeibeamte, welche die zwangsweise Reparatur eines beschädigten und somit feuergefährlichen Schornsteins in seinem Hanfe mit Hilfe einiger Handwerker zur Durchführung bringen sollten, tätlich vorgegangen. Gegen frühere Verurteilungen legte Dr. K. Berufung vezw. Revision ein, wurde aber jedesmal und so auch jetzt in der Höchstinstanz zurückgewiesen, sodaß es bei bet erwähnten Geldstrafe bleibt
Oie neue Straße an der Wartburg
Ein schöner Parkplatz mit telephonischem Abruf voll der Burg. — Ei« neues Rasthaus.
Die Kraftfahrer haben es jetzt bequem an der Wartburg. Dicht unterhalb der Burg ist «ine groß« Straßenschleife mit Parkplatz angelegt worden. Man windet sich also von der Stadt die Straße am Berg hinauf, löst am Eingang der Schleift feine Panplatzkavte, die einschließlich Versicherung eine Reichsmark kostet, und fahrt dann etwa 150 Meter weft-r, wo sie in Reih und Glied stehen: die Opels, WL Hesse, die Hanomägger und was es sonst noch an jenen reizenden Instrumenten gibt, die das Leben beschleunigen und mit angenehmem Benzindust durchsetzen. Sie stehen hier unter forgfältiger Bewachung, und wer die Burg, die nur ein paar Schritte höher liegt, besichtigt hat, kann durch telofo- mschen, lautsprecherverstärkten Anruf von oben seinen Wagen heransordetn. Gleich bei dem Parkplatz hat sich ein hübsches Restaurant auf getan, in dem man sich wohlfeil erholen kann.
Es ist also vorbildlich für die Fremden gesorgt, aber die Arbeit war ungeheuer. Die Straße mußte in den Felsen gesprengt werden, und die Koste» betrugen ungefähr eine halbe Million
Wichtig
für ReichsentschädigungS-erechtigte
Rach Auflösung des ReichSentfchädignngsamte» iss ia den »reifen der Entschädiguugsberechtigten Unruhe bervor- aerufen worden, weil nimt allgemein bekannt ist. datz mit der Auflüsuna dieser Behörde »war woül deren Name und Grötzenumfang. nicht aber aiub ihr Wirken verschwindet. Es iss felbssverftäudlich, datz sowohl die bisher noch nicht erledigten, als auch die neu hinzukommenden SchadenfSlle weiter bearbeitet und erledigt werden, und zwar an derselben Stelle wie bisher. Der Unterschied liest nur darin, datz die Entschädigungsbebörde von jetzt an feine felbstän» dl«e mehr, sondern dem Finanzministerium angegliedert iss. . Die Geschädigten wenden sich also mit ihren Anträgen jetzt an „die Reftverwattung für Äeichsaufgaben, Abtla. Abwickelung des Reichsentschädisungsautts in Berlin-Friedenau. Rheinstrahe 45". Dabei tft es notwendig, datz Scha- denersabaniräge. die auf Grund des Polenabkommens gestellt werden, als solche zu bezeichnen ssud. Vorläufig aber erübrigt es fich, solche Anträge überhaupt einzureichen, da das Polenabkommen von Polen noch gaylicht ratifiziert iss.
Sur die Geschädigten dürfte es empfchleuswett lein, sich einer Organisation der Arbeitsgemeinschaft der Geschädigtenverbände anzufchliehen, die dte Beratung ihrer Mitglieder übernommen haben. Es sind dies folgende Bereinigungen. die auch in Kassel Ortsgruvpen auf werten: „Bund der Ausländsdeutschen", „Deutscher Oftbund", „Freie Jn- teresseuvertretung der im Ausland geschädigten Inlands- deutschen". „Hilfsbnnd für die Elsaß-Lothringer tot Reich". „Reicheoerband der Kolonialdeutschen und Kolonialinter- essenten". „Verein Wiederaufbau im Ausland" und „Ver- .-iniate Verbände heimattrener Oberschlefier".
Diese Bereinigungen haben sich noch letzchln aus einem Kongress in Berlin am 9. März nachdrücklich für die Rechte der Geschädigten Ausländsdeutschen eingesetzt und werden es auch weiterhin tun. In Bedarfsfällen wende mau ßch also an die genannten Organisationen.
Rundfunk
Programm brs Kasseler and Frankfurter Stubers.
Oie Verkehrsfatle am „Perlenhof"
Oie Fahrer solle« um die Ecke sehe«
Endlich soll etwas zur Beseitigung derGe-k ahrenquell« in Niederzwehren am Eng- >aß der Franckfurterstraße, an der Kniekurv« am „Perlenhof" getan werden. Es foll dort ein etwa zwei Quadratmeter großer (2 Meter langer, 1 Meter hoher) „Verkehrs-Spiegel" Aufstellung finden, der es den Fahrzeugflihrern in der Richtung nach Süden ermöglicht, di« Frankfurterstraße vis zur Kreuzung der Frankfurter-, Grimm- und Corbacher- traße und in der entgegengesetzten Richtung (Fahrt nach Staffel) bis zum Freudensteinschen Grundstück zu überblicken. So begrüßenswert hie Anbrin-
gttng eines solchen Verkehrsstüegels auch Ist, so be- deutet sie doch nur einen Notbehelf. Ein« Beseitigung der Gefahrenquelle kann nur die Verbreiterung der Frankfurterstraße an diefer Stell« durch den Abbruch des „Perlenhofes' bringen und dieser Abbruch muß mit der Zeit kommen. Auch eine Verbreiterung auf der anderen Straßenseite dürfte nur als eine vorübergehende Besserung der augenblicklich bestehenden Verkehrsverhältnisse, aber nicht als eine Beseitigung der Gefahrenquelle an dieser Kurve zu werten jein.
Son trabend, den 26. Avril:
11,16—1146: Schulfunk: Gegen wartSssunde — versucht Deutschland, ssch selbst m ernähren?" Vortrag von Oberichulrat Baer
11.40: Serbetnnaert (Schallvlattens
13,00: Schallplattenkonzert: Aus der Wunsch-Mappe
14—14,50: Jugendstunde
15—17,00: Nachmittagskvruert be6 Rundfunkorchesters
17—17,45: Born Pavillon Ercelssor, Stuttgart: Tauzree
18,05: „Streiszüge durch die Gefilde unserer kosmische» tetotaf, Vortrag
tunbe der Arbeit — „Arbeit und Ernährung", Vortrag
19.06: Spanischer Sprachunterricht
19,90: Der schwarz Schatten von Neunork (Die Negerssadt Haarlem) — Eine Hörfolge von Alice Fliegel — Ausfuhrende: Alice Flieget (Rezitation), Margarete Wetter (Sopran) — Am Flügel: Artur Haagcn
20,30: ©unter Abend — Leitung: Earl Struve — Mittvir- fende: Claire Feldern (Parodien am Flügel). Käte Manu (Sopran), Josef Plaut (heitere Borträgei, Walter Simlinger (Wiener Lieder« — Rundfunkorchester (Leitung: Gustav Görlich)
22,15: Nachrichten
22,40-0,30: Son Baden-Baden: Tanzmusik der Alexandev- Hanh