Einzelbild herunterladen
 

__________________ Mittwoch, 23. April fM

Fulda. Aufgegriffen. In hiesiger Stadt auf. gegriffen wurde der 16jähr. Arbeiter Helmut Edel- Häuser aus Gocha, der seit Anfang November 1929 vermißt wird. Er hat sich seit dieser Zeit vagahun- dlercnd und zeitweise Gelegenheitsarbeiten verrich-, .end im Lande herumgetricben ohne seinen Ange- hörigen irgend welche Siachricht zukommen zu lassen,

Eine Garde treuer Diener!

r Für eine 25jährige Dienstzeit wurde» bei beit Gutsbesitzer von Mansberg in Meinbrexen von der Landwirtfchaftslammer des Freistaates Braunschweig mit einem Diplom und einer bronzenen Medaille bezw. Brosche ausgezeichnet: Krastwagenführer Wil. Helm Henk, Gärtner Friedrich Pape und die Gar- tenarbeiterinnen Dorette Ebeling und Sophie Grebe. Diplom und silberne Medaille erhielten Fuitermeister Heinrich Klages für -tljährige und Arbeiter Karl Wehrhahn für 40jährige Tätigkeit bei von Mansberg-Meinbrexen. Bei demselben Dtenstherrn ist die Arbeiterin Auguste Ebeling 50 Jahre in Stellung. Sie wurde mit einem Diplom und einer goldenen Brosche ausgezeichnet.

Kreis Frankenberg wird nicht aufgelöst

Kreistag des Kreises Frankcnberg.

In der letzten Kreistagsitzung wurde beschlossen, die im Ortsveteiche Frankenbcrg b; le gehe Strecke des Landweges Frankenberg Oberholzhawsen vo» Station 0,0 bis 1,1 und 80 aus dem Laudwegever- band auszuscheiden und der Stadt Frankenberg für die Uebernahme dreser Wegestrccke eine einmalige Entschädigung zu gewähren. Darauf beschäftigte man sich mit mehreren Kraftpostlinien. Das Ge- sellschaf-skapttal, mir dem der Lrels an derHeffi- scheu Heimstätte- beteiligt ist, wurde vou 12000 aus 15000 Mark erhöht. Die Jahrctsrechnung wurde geprüft. D-e Kreiskomnmnulkaffe hat eine Ein­nahme von 1443 285,84 Mark und eine Ausgabe von 1436 061,94 Atott, mithin einen Bestand von 7 233,90 Mark. Die Kreisüembruchskasse hat eine Ueberzah- lung von 3992,15 Mark, die Kreisgüterkasse einen Bestand von 35 762,59 Mark, die Kretsspattaffs Frankenberg eine Einnahme von 3816 790,03 Mark und eine slusgabe von 3 787 044^3 Mark, mithin einen Bestand von 29 745.20 Mark. Die Kreisspar- kasse Gemünden a. d. Wohra Einnahme 1063 722,03 Mark und Ausgabe 1048865,54 Mark, mithin Be­stand von 14 856,49 Mark: Kreissparkaffe Vöhl Ein­nahme 466 753,17 Mark und Ausgabe 455867,01 Mark, mithin Bestand 4896.46 Maik. Die Voran- schläge wurden genehmigt und beschlossen, die Kreis st euer» tote in den Vorjahren in Form eines 80 proz trtigen Zuschlages zu den Einkommen- und Körperschaftsnberwcisungen und eines 80pro« zentigen Zuschlages zu der Gewerbe- und Grund- vermögensstiuer zu erheben Der Landrat wieS hin auf die intmei wieder auftauchenden Gerüchte von einer Auflösung des Kreises. Regle- lunaspräsident Dr. Friedensburg erwiderte, daß neuerdings keine Verhandlungen darüber ge­führt seien und in Zukunft Wohl keine Gefahr drohe. Etwas anderes sei es mit der Beseitigung der Enklaven. Er sprach sich scharf gegen di« Ab» treminng deS Böhler Bezirkes aus. Anderseits aber setze die Erhaltung des Kreises Frankenberg vor­aus, daß der Kreis sich den Anforderungen der neuen Zeit anzupaffen verstehe. Er ging zum Schlüsse ein auf die großen Probleme des Verkehrs und suchte tu der landschaftlichen Schönheit des Kreises einen Anknüpfungspunkt für dessen bessere Zukunft Leider schrecke aber der schlechte Zustand der Berkehrsstraßen den Fremdenverkehr noch ab. Die Aufwendung für Straßen würde sich zehnfach verzinsen.

Zu dem Anträge betr. Uebernahme des Fortbildungsschulwesens auf den Kreis nahm Schulrat D Clößner das Wort. Es wurde beschlossen, 1 die voraelegte Kroissatzung für die Fortbildunos- und Berufsschulen des Kreises Fran­kenberg anzunebmen. 2. einen Schullteftrag von jährlich 4 Mark für den Fortbildungsschüler fsst- zuseyen und 3 die entstehenden Kosten, soweit st« durch Schulbeiträge und durch Staats-, Kreis- oder fonfttne Zuschüsse nickt gedeckt werden, im Woge der Mehrbelastung auf me von der Regelung betroffe­nen Gemeinden um,ulegen. Die Verteilung dieser Kosten erfolgt zur Hälfte nach der Zahl der die Sckule besuchenden Jugendlichen, wie sie am 1. Ja- nuar in den Schülerliften geführt sind und zur anderen Hälfte nach dem Verhältnis des Steuer­solls der Gemeinden. das der Krelsbesteuerung zu­grunde liegt. Zur Ausführung von Notstands- arboiten soll ein Darlehen von 80 000 Mark aus­genommen werden. Man w-ll bet bem Landes- Hauptmann vorstellig werden daß der Landweg vo« Hof Alteselh nach Löblbach erweitert werden soll, um vabei bie Erwerbslosen zu beschäftigen.

Rundfunk

19,05:

2324,00: Xatwmufif 6er »«welle Erik Bortöarb

Programm des Kasseler anb Frankfnrier Senbet«. i DonuerSta«, beit 24. Hurtt:

1240: Schallvlattenkonsert: Aus Operette» tw» Smwerich .«al man

13^913.45: Weckekonzert (Schallplatte«)

1515,50: Suttcnbftuttbe

16Kurhaus Bad Wiesbaöe«: Konzert des Stabtische» Kurorchesters

18,05: Zettsragen

1835:iStaöenten all« Sanier beim sozialen Hilfsdienst".

____ 2» ortrag

ÖÄ Svrachnnterriiht

19'j0: Uwe stunde Musik unb Gesa«« aus ler schönen Ausführende: Das Schweizer Sauger» nn n= «ni)- ^°i,IerS?ar. Sren-Bernhurbsgrütt«

20,0a: AuS dem Grvtze» Saal bes Saa^baueS Frankfurt «,.mlHH«^°^tumllches Somert Italienisch. Russisch« tlbenb Aussubrenbe: Das Rundfunk» Suwphoute-Orchester unter Leitung von Sans Ros» baub soltsi: Heinrich Schlusnus, Bariton bet Berliner Staatsov«

22,00: Zeitberichte ..Budgetdebatte tu Ungarn" Bcav, bettet vou Aetualis

22,40: Nachrichte«

Staffelet 9tenefte riefen

Mr 8 t Beklage.

In einem alten hessischen Koloniallande

Wie einstmals Hessen nach dem nördlichen Thüringen auswanderten Don Iluöolf Heynrmanrl

»Ist bas ein Winter? Zu was fitzen wir hier bloß «mf dem norddeutschen Olymp? Jetzt* glaube ich selbst, daß Hexe» bie Hand im Spiele haben!"

<Es war oben im Brockenhaus. Der lange Hes­selbarch, zwar kern Großer auf dem Gebiet des Win­tersports, aber das, was man in dieser Beziehung »Gut Freund"' nennen darf, trank das dritte Grogglaz leer und ließ dann den Fahrplan der Harzquerbahn -ringen.

Heurekaf

Ich sah ihn fragend an.

Fünf Minuten", knurrte der hochgewachsene Blondling,brauchen mir von diesemExil" aus über das Hexenwaschbecken und den Dreck, der stck Schnee nennt, bis zur Bahn und dann ab zum soge­nannten Süden."

Urb dann . . .?

»Dann .machen" wir in Geschichte. Sie, der Sie ®on Kassel kommen, machen sicher einen Ausflug mit in ein . . . hessisches Kolonialland. Mein Name, das einzige dauernde Erbteil, das mir meine Bäter hin­terlassen. ist nicht die einzige Erinnerung an wander­freudige Hessen der Vorzeit."

3)te Hessen", warf ich ein,waren aber der ein­zige germanische Bolksstamm, der in der Völkerwan­derung seßhaft blieb. Daher die Erhaltung vom We­sen und Eigenart."

Er" machte sich fertig, ich tat das gleiche und durch den Nebel, der um den Brocken wallte, zogen wir derStation entgegen.

Patsch! Da hatte ich eine regelrechte Ohrfeige weg. Gleich drauf eine zweite. Wie von einem nassen Lap­pen gegeben.

. Ich machte den langen Skiläufer z. D. darauf auf­merksam.

Wohl bekomm's. Habe eben auch eine Ladung erhalten. Das stnd die Hexenhandtücher. Wirbel­wind im Nebel. Haben wir Glück, kommt auch noch da» Brockengespenst. Irgend ein herrenloser Wan­derer hebt sich riesengroß von der zur Filmleinwand werdenden Nebelmaffe ab".

Wir hatten kein Glück, aber den Zug erreichten wir noch ruckweise, von einem angezuckerten Harznest zum andern, am jetzt wirklich grauenElend" vorbei, fuhren wir gegen Nordhausen. Ausgerechnet am Süd­rand des Gebirges.

Die Stadt hat sich schön heravsgemacht. seit wir Re im Kriege militärisch besetzten. Damals lagen wir hott als kurhessisches Ersatzbataillon und probten »Korn" und Priem an derQuelle zwei Dinge, die im Soldatenleben eine gewichtig« Rolle spielten.

Und der uralte Roland vor dem Riesenhause blin­zelte mich an:Weiht Du noch, wie Ihr abends durchs Gehege bummeltet, diesen einzigartigen Stadt- park? Und andern Tages ging es singend durch die Sttahen:In Hessen liegt ein Städtchen . . .

Auf dem Bahnhof haben wir nach solchen Erin- eetnngen rasch einenNordhäuser gekippt. Oder waren es zwei?

8a Mutiger Stätte.

r Dort drüben reckt sich der Kyffhäuset empor und hinter ihm liegt Frankenhausen. Das alte Städtchen fitzt hoch oben auf einer Berglehne. Der Fels zerrissen. Hier, erzählte uns ein Eingeborener, wütete der Bauernkrieg unter Thomas Münzer.

Es war das entscheidende Schlachten Keine Schlackt zu nennen. EinFrankenhuser wies auf eine rin­nenartige Eesteinsfalte.Hierin floh das Blut zur Unstrut hinab und auch diese war ganz rot So be­richteten die Alten."

Und vor dem Rathaus zeigte man uns den Platz, wo nicht weniger als dreihundert Bauern die Köpfe abgeschlagen wurden.

An diesem Blutgericht aber war der späterbei Großmütige" genannte Philipp beteiligt, der hessische Landgraf.

Rach diesem Auszug aus der Chronik muhten wir Wittlich noch einen Nordhäuser genehmigen.

2» wausselbsche« Hassengau.

Franken und Hessen, das war nach der Völkerwan­derung und ihrer gewaltigen Umgruppierung im all­gemeinen Dollsbegriff eigentlich dasselbe und so ha­ben wir hier in Frankenhausen eigentlich den ersten Anklang eines Hessischen tut . . . Has seng au!

So heißt noch heute das Gebiet südlich vom Harz bis zur llnstrut und Saale, benachbart allerdings von Friesenfels und Schwabengau.

M« Sie sehen, sagte bet Lange beim Abendschop­pen im lürrnerelchen Merseburg, sind wir mit­ten in unserem Wandergebiet, das oben auf dem Brocken fest gelegt wurde. Kommt Ihnen der Stadt­name nicht heimisch vor? Maresburg, die feste Sladt, die der Hunnenkatastrophe unter Heinrich dem Ersten dem Vogelsteller, ihre Ortsbestimmung gab, ist nichts anderes als Ihr Marburg oder, wollen wir noch weiter ziehen, das füdwcstfälische, eigentlich nieder­sächsische Marsberg, die Stätte der Eresburg. Das lagt genug.

Im Merseburger Schloß gibt es genug der Se­henswürdigkeiten. Allein über den grogen Kolkraben, der in einem Käfig gehalten wird, ließen sich präch­tige Geschichten schreiben. Wir aberschanzen im Archiv und vor uns entsteht eine untergegangene Welt . . .

Da war einmal ein machtvolles Reich der Do- ringer, der heutigen Thüringer. Kein Epos verklart den Untergang. Nur das wissen wir, daß Amal­berga Dietrich von Berns schöne Richte, des letzten Thüringerkönigs Hermanfried Gemahl ge­wesen. In mörderischen Kämpfen gegen Franken und Sachsen, Kämpfe, die das 5. Jahrhundert erfüllten, sank das schon gedrittelte Reich dahin, seine Bewoh­ner, die nach ausgegrabenen Schätzen von kunstge­werblichem Wert reich gewesen waren, fielen unter dem Schwerte und der Rest schloß sich dem allgemei­nen Völkerwandern an.

So folgten auch die Sachsen, die sich im -tördlich- sten Teil Thüringens, im Gebiet zwischen Eisleben und Sangerhausen einerseits und Querfu« anderer­seits niedergelassen hatten, den eroberungsfreudigen Langobarden nach Italien, aber... der sonnige Süden mag das Heimweh nicht übergoldet haben, denn schon nach 15 Jahren kehrten mehr als 20 000 Mann wieder heim und fanden . . . eingewanderte Hessen vor.

Fünfzehn Kilometer eiiva von Halle, nahe Schaf­städt. liegt eine einförmige Hochebene. Man heißt sie iwch jetzt auf allen KartenDas Schlachtfeld" Dort soll oder kann es gewesen sein, wo die Heimkehrer, d'i enttäuschten, von den neuen Herren der verlasse­nen Heimat eine vermchtende Niederlage erfuhren. Wieder war ein Volk zugrunde gegangen!

Die Hessen aber saßen fest. Sie müssen auch enge Beziehungen zur alten. Heimat unterhalten haben, denn als im 8. Jahrhundert der Bonifaziusjünger Wigbert von Hersfeld aus in den fernen Hessengau kam, stellte er fest, daß dort bereits das Christentum seit einem Jahrhundert heimisch geworden war.

Ein Hersselder Lehensverzeichnis ans dieser Zett, das gegen 1830 in Kassel ausgefunden wurde, nennt zudem alle bedeutsamen Siedlungen im Hassengau, besonders die klösterlichen, als ihm zu eigen.

Auch hier Könik Jmmerlustik.

Der lange Heflelbarth hatte nicht zu viel ver­sprochen. Er führte in ein wahrhaft hessisches Kolo- nialland, das die Wien auch landschaftlich in mehr als einer Beziehung an die grüne Heimat erinnerte. Mahnen nicht Naumburg, das Hafleltal und Haffeu- hausen an das Urland? Freyburg und Obdaufeu aber waren noch im späten Mittelalter ihre Thing- stätten.

Läßt schon die Verbreitung des Christentums auf ausgesprochene Kuliurarbett der hessischenWande­rer" schließen, so tuns noch mehr die schon zu rbrer Zett in der Eisleber Gegend und im heutigen Mansfelder Seekreis begonnenen Schürfungen auf die mannigfaltigsten Bodenschätze, von denen wieder Kupfer obenan steht.

ImGoldenen Stern" zu Querfurt zeigte man uns noch das Zimmer 2, in dem auchHessen" ge­waltet hatten aber was für welche! Es war der in Kastel residierende König Jerome von Westfalen. In diesem Zimmer soll er 1809 in Milch und Rotwein gebadet haben. Auch! Dieselbe Mär. die von Kassel erzählt wird. Hier we.st angeblich für diesen Zweck eine alte Stadtrechnung 700 Taler auf. Es wird wohl für ein feudales Gelage gewesen sein. Jerome stand damals, als er gegen Oesterreuh und Sachsen geschickt wurde, demschwarzen Herzog von Braunschweig" gegenüber. Dieser wich ihm aber aus und ging nach England.

Auch mein alter Hestelbarth wich hier ans. Ihn zog s zum Schlachtfeld von Roßbach und mich tiefer hinein ins Thüringische. Man sagte nämlich, haß dort besserer Ämter sei!

die Kapitel. Die allgemeine Verwaltung erfordere einen Zuschuß von 42 945,84 Mk die Polizeiverwal­tung einen solchen von 9600,80 Mk., die Bauverwal­tung einen solchen von 24 046 Mk., die Volksbildung (Schulwesen) einen Zuschuß von 35 970,80 Mk., die Wohlfahrtspflege 8770 Mk. Demgegenüber werfen die städtischen Werke und der Stadtwald einen reinen Ueverschuß in Höhe von 62 727 Mk. ab. Bei der Polizeiverwaltung sei zu bemerken, daß durch den nunmehr gesetzlich feftgeleoten Polizeilastenausgleich die Stadt im Rechnungsjahr 1930 für jeden Polizei­beamten 1000 Mk. im Rechnungsjahr 1931 für jeden Beamten 2000 Mk. und vom Rechnungsjahre 1932 an für jeden Polizeibeamten vom Staate 3000 Mk. er­halte. Der durch direkte Steuern zu deckende Fehl­betrag belaufe sich auf 34 485,50 Mk., der nach dem Vorschläge des Magistrats wie folgt aufgebracht wer­den solle: 100 Prozent Zuschlag zur Eewerbe- kapitalfteuer, nach dem Grundbettage von 2480 Mark, 100 Prozent Zuschlag zur Eewerbekapitalsteuer nach dem Erundbetrage von 480 Mk. und 150 Prozent Zuschlag zur staatlich veranlagte« Erundvermögens- steuer nach dem Erundbetrage von 21017 Mk. Die Abstimmung ergab Annahme der Vorlage. Der Plan wurde auf 489 848,24 Mk. festgestellt.

Hiernach gab es einen Zwischenfall. Stadtv. Er­wisch bat namens der Handwerkerfraktion, die Mit­glieder der Eemeindesteuerkommisfion

vou bet Schweigepflicht über bk Sitzung »em 10. März 1930 zu entbinden, da er in bet Oefseut- lichkeit bas Verhalten eines Mitgliedes bet Kom­mission zn geißeln habe.

Die Sitzung wurde darauf um kurze Zeit unterbrochen, währenddessen eine dringende Sitzung der Eemeinde- steuerkommission einberufen wurde die beschloß, die Geheimhaltung bet Mitglieder über bie fragliche Sitzung aufzuheben. In der wiedereröffneten Stadt­verordnetensitzung brachte dann Stadtv. Exmisch vor, daß ein Mitglied der Kommission zu verschiedenen Kunden eines der Kommission angehörenden Magi­stratsmitgliedes gegangen sein und gesagt haben solle, daß das betreffende Magiftratsinitglied in der frag­lichen Sitzung sich für eine Steuererhöhung eingesetzt habe. Die Folge davon sei gewesen, daß diese Lent« bem Magiftratsmttglied kein«

Sauarbeiten gegeben hätten

und zwar aus dem vorstehend angeführten Grunde. Das beschuldigte Mitglied der Kommission verteidigte sich und bestritt die ihm zur Last gelegten Aeußerun- gen. Der Bürgermeister bedauerte den Vorfall, wenn er sich in bei voigetiagenen Weise abgespielt hätte und wies im übrigen darauf hin, daß die Mitglieder der Verwaltungslommissionen als öffentliche Beamte gelten und als solche ohne weiteres zur Amtsverschwiegenheit verpflichtet seien. Er schlug vor, die Untersuchung des Vorfalles der Kom­mission zu Wertragen, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte.

Untere fceimat

Oer Fluch des Motors

Im Esck-veger Kreise ereigneten sich mehrere Berkehrsuufälle. I» Heldra, stürzte ein Motorrad­fahrer, dessen Maschine ins Schleudern geraten war. Der Verunglückte trug einem Kniescheiben­bruch davon. Zwischen Röhrda und Datterooe nahm der Führer eines Lastautos zwei Wander­burschen mit Bei Hoheneiche stürzte einer der Wan- berburschen vom Auw und erlitt einen Beinbruch In Datterode wollte ein Motorradfahrer ein Per­sonenauto überholen. In bemfeSben Augenblick mußte aber das Auto abstoppcn, va ein Kind beim Spielen die Straße kurz vor vorn Auto über­queren wollie. Der Motorradfahrer konnte seine Maschine nicht mehr zum Halten bringen und fuhr auf das Auto auf. Durch den Anprall wurde seine Mitfahrerin vom Soziussitz geschleudert unb trug kitte Beinverletzung davon.

Durch die Decke gebrochen

r beim Aufstellen eines Motors.

Ein Unfall, der schwere Folgen hätte häben kön­nen. betraf den Landwirt I. in Bründersen. Be:m Ansstellen eines Motors auf dem Boden brach Plötz­lich die Decke durch und der Vater nebst Sohn stürzten mit dem Motor in die Tiefe. Dem Vater

wurden zwei Rippen gequetscht und ein Arm mehr­mals gebrochen, der Sohn dagegen kam mit bem Schrecken davon.

Kommunalpolitik in Wolfhagen

Es bleibt bei den alten Stenersätzea. Um bie Geheimhaltung bet Kommissionsbeschlüsse.

Bürgermeister Kilian erstattet« Bericht Wer ben Stand der Verwaltung. Die Bautätigkeit ist im vergangenen Jahre lebhaft gewesen, (sine Anzahl erwerbsloser Bauarbeiter konnte sogar tm Spätherbst und den Dinier hiWurch beschäftigt werben. Das Äoppenberggelänbe ist weiter erschlossen wor­den, yir Zeit ist man damit beschäftigt, eine groß« Straße von der Friedrichstraße zum Koppenberge hin durchzWrechen. Für die Unterhaltung bei Feld­wege und Oitsfttaßen stnd insgesamt 9000 Mk. auf­gewandt woiden, die Echützebergerstraße ist vom Mölleiichschen Hause bis zur Großen Teichstraße und die Querstraße von der Fleischhanerstraße bis zur Maufiusstraße neu gepflastert worden. Trotzdem für die Deckung der Kosten der Pflasterung im außer­ordentlichen Haushaltsplan die Aufnahme einer An­leihe vorgesehen war, wurden dieselben aus laufenden Mitteln herausgewirtschaftet, um eine Verschuldung zu vermeiden. Auf der Herberge wurden im ver­gangenen Jahre 1180 mittellose Wanderer unten gebracht.

Alsdann trat man in bie Beratung bes Haus­haltsplanes ein. Der Bürgermeister erläuterte

Rieberzwehren. Di« Generalversammlung bet Ent- und Bewässerungsgenoffenschaft, in der der Ee- samtvorstand neugewählt werben soll, findet am 25. April statt.

Hess. 8Wenau. Zur letzten Ruhe. Ein statt­licher Leichenzug bewegte sich am 1. Osteifeiertag durch bie Stobt. Küfermeister Georg Wittich, bei gerade au seinem 82. Geburtstag he im gerufen wurde trug man zur letzten Ruhe. Ihm, dem letzten Ve- teram von 1870-71 galten der dumpfe Trommel­wirbel, der Trauermarsch deS Pofauuenchores und die Fahnen des Kriegervereins. Auch die alte Fahne, die der Verstorbene mehr als 25 Jahre dem Verein in Freud und Leid voraugelragen hatte, entfaltete sich uech einmal, ihrem laugjähr. Hüter ein letztes Lebewohl zurufend. Der letzte Gruß cker Kameraden fand in einem dreifachen Saldi seinen Ausdruck. Auch die Kameraden des Krieaerverems Fürstenhagen hatten sich $um letzten Geleit einge­funden.

Hann.-Münben. 50 Arbeitsjahre. Maurer Hein­rich Senger konnte sein fünfzigjähriges Arbeits­jubiläum bei der hiesigen Firma W. Kraft,. Maurer­meister, begehen.

Wetterobe. Die Semeindevertretuag nahm ben Haushaltsvoranschlag in Höhe von 135 793 Mark an unb stimmten bei Erweiterung der Wasserleitung nach dem Eichbach zu.

Eschwege. Der Kreisausschuß hat gemäß der Ver­ordnung über die Erhebung von Vorausleistungen für die Wegeunterhaltung im Kreis Eschwege einen Ein­heitssatz van 4 Pfg. für den B^uttotonnenkilometer auch für das Rechnungsjahr 1930 festgesetzt.

Warburg. Der neue Landrat. Sanbrat Dr. Schoen- kaes ist mit Wirkung vom 1. April 1930 an bie Re­gierung Kassel, Abteilung Landwirtschaft, Domänen unb Forsten versetzt. Mit bei kommissarischen Ver­waltung bes Lanoratsamtes ist bei Regierungsrat Dr. Boeckenhoff von bei Regierung Ainsbeig beauflagt Dr. Boeckenhoff ist bei der Neubesetzung bet Landratsstelle vom Kreistag in Vorschlag gebrach« und wird seine Bestätigung durch das Elaatsministe- rium in aller Kürze erfolgen.

Warburg. Einsprüche gegen Eemeinbewahlen. Ge­gen bie Gemeindewahl vom 17. 11. 1929 in ben Ge­meinden Rösebeck und Willebadessen hatten Ge- meindeeingeseffene Einspruch eingelegt und nach des­sen Zurückweisung Klage erhoben. Der Kreisausschuß Warburg hat in seiner Eigenschaft als Derwaltungs- gericht die Einsprüche zu Recht anerkannt. Es mutz also bei dem augenblicklichen Stande des Verfahrens eine Neuwahl in ben genanten Gemeinden vorgenom- men werden.

Abelburg. Die älteste Einwohnerin. Witwe Bock^ra Kellner feiert ihren 87. Gebvrtstaa.

Treysa. Im goldenen Kranze. Das Ehepaar B Löber in Haodenberg feierte goldene Hochzeit.

Neustadt. Ausbau der Mittelschule. Den Be­mühungen Bürgermeister Dr. Bickers ist es gelungen, daß bie städtische Mittelschule weiter ausgebaut wird und bie Berechtigung zur Erteilung des Zeugnisses für die mittiete Reife erteilen kann. Das Schulgeld beträgt 12,50 Mk. monatlich. 1 .

Kirchhain. Beginn bet Berufsschule. Der Schul­leiter Lehrer Schoppe macht bekannt, baß bet Beginn der gewerblichen Berufsschule am 24. April erfolgt. Schulpflichtig stW alle in der Stabt gewerblich be­schäftigten Jugendlichen unter 18 Jahren. Betufs- cder Arbeitslosigkeit hebt die Schulpflicht nicht auf. Auch wahrend der probeweisen Beschäftigung sind die Lehrlinge schulpflichtig.

Zella. Messerstecherei. Auf unserem Schwalm­dorfe nähmen die Ostevfeiertoge einen blutigen Ver­lauf. Bei einer Schlägerei verletzte ein 19 Jahre alter Messerheld drei junge Leute, indem er blind­lings auf sie einstach. EinSchwerverletzter wmrde dem Krankenhaus Hephata Werwiesen. Ter Messerheld wurde noch in der Nacht verhaftet, ttttb dem Amts­gericht in Ziegenhain zugeführt.

Maare nicht färben!*Zu haben

<[*«**" d* bewährte bMo. e Apotheken

-ägXKÄÄ KS?

^be. «atesAto*». Kopfechuppe. wehwinden Drogerie

AQwendf.nf unfazh. Geren«jert <Ain c,/ -