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Hessische Abendzeitung

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20. Zahrgan,

Mittwoch, 23. April 1930

Nummer 94

Französische Herbstmanöver in Lothringen

Kommunifiev'Derhaftungen in Dessau und Leipzig / Der Schulgebet-Erlaß in Thüringen / Quesnay Generaldirektor der D.Z.Z.

Diegefährdete" französische Grenze

Eigene Drahtmeldung.)

Auftlärung der Leipziger Bluttaten?

Eigener Drahtbericht.

s Paris, 23. April.

' Der französische Generalstab hat fich zum Schau­platz der diesjährige» Herbstmanöver 5ie dem Feut= sehen Reich nächstgelegene Provinz Lothringen ge­wählt. Die Manöver, die Anfang September wäh­rend einer Zeitdauer von 8 bis zehn Tagen stattfin­de« sollen, werden sehr viel umfangreicher sein als hie in de« vergangenen Jahren.

Die Militärgouverneure von Straßburg und Metz haben das Oberkommando je einer starken Truppen- Formation übernommen, die durch schwere Artillerie, Fluggeschwader und Reservisten unterstützt, die Hebungen teils an der Saar, teils in der Um­gebung von Metz, abgehalte« werden. (Anschei- nenb wollen die französischen Militärs mit der Wahl des Manövergeländes dokumentieren, wie grob M>re Sorgen um Frankreichs Ostgrenzc sind!)

Kofferpacken in London

T Rach der Unterzeichnung des Flottenvertrages.

i London, 23. April.

Alle Delegierte« der Seeabrüstnngsbonserenz in London sind zur Zeit eifrig mit Kofferpacken be­schäftigt oder bereits abgereist. Tie französischen Hauptdelegierten: Außenminister Briaud, Marine- Minister Dumesnil und Kolonialminister Pietri ha­ben bereits gestern nachmittag London verlassen. Die amerAanischen Delegierten kehrten nach drei­monatigem Aufenthalt London gestern abend den Rücken. Sie verlassen heute England an Bold des Leviathan'. Die Japaner sind ebnsalls damit be­schäftigt, ihr Hauptguartier in London abzubrechen.

lieber die gestrige Schlußsitzung der Konferenz ist noch folgendes nachzutragen: Der Flottenvertrag, über dessen Inhalt unsere Leser im wesentlichen schon unterrichtet sind, wurde mittags 12,40 Uhr von den Delegierten unterzeichnet. Vor der Unterzeich­nung hatten, wie schon gestern in einemf Teil unserer Auflage berichtet wurde, zunächst Macdouald Wb Stimson das Wort evgnfsen.

B r i a n d betonte, die Konferenz bleibe offen Wb die diplomatischen Arbeiten würden fortgesetzt werden, um die italienisch-französische Kontroverse zu beseitigen. Admiral Sirianni brachte für die jincckienische Delegation Italiens Bereitwilligkeit zum Ausdruck, an der Beseitigung der französisch- italienischen Gegensätze aufrichtig mitzuarbeiten.

Paris ist geteilter Meinung

[ Paris, 23. April.

Die Urteile der Blätter über die gestern in London unterzeichneten Abkommen sind recht ge­teilt. Von einigen Blättern wird erilärt, daß der verhängnisvolle Rüstungswettlauf zum Stillstand ge­bracht worden und die Solidarität aller Völker und die Notwendigkeit einer gemeinsamen Bemühung um den Frieden stärker als bisher zum Ausdruck gekom­men sei. Die Haltung Amerikas wird als Annähe- rung an den Geist von Gens und Locarno aufgefaßt.

Man erwartet, daß London und Washington auf Rom dauernd einen Druck ausüben werden, damit bas gestern unterzeichnete Abkommen Gültigkeit be­halte. Di« Taktik der französischen Delegation wird als geschickt und erfolgreich bezeichnet.

Richt so zuversichtlich ist derAvenire'. Er hebt hervor, daß die gestrigen Erklärungen des italieni­schen Vertreters äußerst kühl gewesen seien und kei­neswegs eine besondere Abetckennnug von Briands entgegenkommenden Worten enthalten hätten.

Figaro" erklärt, die allgemeine Abrüstung be­ginne mit der Aufrüstung der wohlhabendsten und reichsten Nationen. Ganz unzufrieden mit dem Verlauf der Dinge sind das Blatt der Radika­len und das sozialistische Organ. Beide Blät­ter stellen die Enttäuschung der Völker fest,die erwar­tungsvoll nach London geblickt hatten.

Rüstungsbegrenzung, nicht Mstungsherabsehung"

Dailh Herald" zum Londoner Vertrag.

London, 23. April.

Der Abschluß des Vertrages der Londoner Flot­tenkonferenz wird von den englischen Morgenblättern mit Befriedigung ausgenommen.

Die Firnes' sagt, daß der Mißerfolg des Ver­suches zum Abschluß eines Fünfer-Mächtevertrages und die lange Verhandlungsdauer für den Augenblick die Größe der geleisteten Arbeiten etwas in den Hin­tergrund hätten treten lassen. Für bu lünftigen Ver­handlungen zwischen Frankreich und Italien lieht sie

Times" in den gestrigen Schlußerklärungen etn gün­stiges Vorzeichen.

ImDaily Telegraph' heißt es, nirgenbwo könne ernsthaft bezweifelt werden, daß der Londoner Vertrag einen bedeutsamen Fortschritt auf dem Ge­biete der Herabsetzung der Flottenrüstungen darstelle. Macdonald werde für die künftigen Besprechungen der europäischen Mächte umso besser geeignet sein, als er während der Konferenzverhandlungen eine scharfe Lek­tion erhalten habe, daß die britische Oeffentlichkeit von ihm völlige Unparteilichkeit bei den Verhandlun­gen und eine absolute Vermeid ung aller weiteren Verpflichtungen für Großbritannien als Garanten des Friedens verlange.

Die konservativeM o r n i n g post' meint, die Schwierigkeiten würden erst in Genf kommen, wenn alle Mächte mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, den Kampf erneut ausfechten würden.

Die einzige scharfe Kritik übt der sozialistische Daily Herald': Es sei Begrenzung, nicht Herabsetzung, so sagt das Blatt unv noch viel weniger stelle der Vertrag in irgendeinem Sinne eine Weltabrüstung dar. Die Befriedigung über einen be­grenzten Fortschritt müsse gedämpft werden durch die Erkenntnis, daß auch jetzt noch nicht die Lösung der Ausgaben begonnen habe, au, die ;ich die Großmächte vor elf Jahren verpflichteten. Sie Unzufriedenheit mit dem Ergebnis des Londoner Vertrages müsse zu gro­ßen Anstrengungen in der Zukunft anspornen.

Basel, 23. April.

wurde die

gewählt.

wurde Direktor Qi Berwaltungsrates gerufen,

Die Mitglieder der Bank für Internationale Zah­lungen hatten sich gestern in Basel dem Sitz der B 1 Z.. zusammengefunben. Deutschland ist vertreten durch den Reichsbankpräsidenten Tr. Luther, Dr. Karl Melchior und Geheimrat Dr. Bocke. Dw italienische Abordnung nimmt nur beobachtend an den Verhandlungen teil, da Italien de« Noungplau noch nicht ratisiziert hat.

Rach einer vorbereitenden Fühlungnahme der De- leaation trat der Verwaltungsrat der Bant kurz nach 11,30 Uhr zu einer ersten Sitzung ziisam meri. Der BizepräfidLNt des Organisationskomitees der englische Delegierte Sir Charles Addis, erstatt te den Bericht über die bis jetzt vollzogenen CrganL sationsarbeiten, die so weU gediehen find, daß die Bank nunmehr ihre Tätigkeit aufnehmen kann. Der Bericht wurde vom Verwaltungsrat einstimmig ge­nehmigt. Sodann wurde, tote vorgesehen, der Ameri­kaner Mac Garrah zum Prasidenten des BerwaltungSrates gewählt.

Der Berwaltungsrat trat dann in die Aussprache übet die Wahl des Generaldirektors des neuen In­stitutes ein, wobei Reichsbankpräsident ~t. 2uthe eine motivierte Erklärung abgab, in der die deutsche Delegation fich gegen die Wahl eines Franzosen zum Generaldirektor aussprach. . ,

Die Sitzung wurde dann nach kurzer Besprechung weiterer Organis-tionsfragen ochgebrochen Um 3 Uhr

' wieder eröffnet. Kurz vor 16 Uhr uesnaq ins Sitzungszimmer des Berwaltungsrates gerufen, wo ihm mitgeteM wurde daü er zum Generaldirektor ernannt fei. Die Wahl Quesnays zum Generaldirektor erfolgte mit allen aeaen die eine deutsche Stimme.

"um Vizepräsidenten des Berwaltungsrates tour- den der Engländer Addis und der Deutsche Melchior

Oer Grundsatz der Parität verletz«!

. Luthers Erklärung.

In der Erklärung, die Reichsbankpräfident Dr. Luther abaab, beißt es:

Wir würden cs begrüßen, wenn der General- birettor einstimmig gewählt werden könnte. Es handelt sieb inveflen für uns nm bie grundsätz­liche Frage des Charakters der Bank, womit die Stellung Deutschlands innerhalb der Bank unlöslich verbunden ist.

Auf dem Wege, der zur Entstehung der Bank ge­rührt hat, ist der Grundsatz der Parität Mtischea Deutschland als dem einzigen Schuldner land und Frankreich als dem hauptsächlichen Glänbigerland deutlich zmn Ausdruck gekommen. Beiden Ländern weüsen der Honngplan und die Statuten der Bank eine bevorzugte, aber gleichberechtigte Stellung in >er Bank zu Gerade auch aus diesem Grundsatz der Parität hat das deutsche Volk in seiner dem Young- plan zustimmenden Mehrheit die Erwartung ge­gründet, daß die neue Bank ein nutzbringendes struutzut nicht nur der Weltwirtschaft un allgemeine^

Berlin, 23. April.

Auf Beranlaffnng bet Leipziger Polizei ist laut Vorwärts" in Dessau der Jungkommunist Gerhard Weis z n e r verhaftet worden, weil er in dringendem Verdacht steht, an den Leipziger Bluttaten beteiligt gewesen zu sein.

Dem gleichen Blatt zufolge wurden die Dresdener Teilnehmer an der kommunistischen Jugenddemonstra­tion in Leipzig bei ihrer Rückkunft nach Dresden po­lizeilich durchsucht. Ein Teil der Kommunisten hatte Dolche bei sich, die ihnen abgenommen wurden. Vier­zehn Personen wurden seftgenommen.

Interpellationen im Landtag

Leipzig, 23. April.

Auf Grund des Artikels 123 Absatz 2 der Reichs­verfassung sind von Dienstag an bis auf weiteres alle Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel für das Stadtgebiet verboten.

Im Befinden des an schweren Rückgraiverletzungen im Krankenhaus darniederliegeuden Polizeiober­wachtmeisters Kolbe ist eine Aenderung nicht singe* traten Die Personalien des am Sonntag erschossenen Demonstranten konnten immer noch nicht festgestellt werden. Er hat einen Brustschutz erhalten, der den sofortigen Tod herbeiführte. Man nimmt an, daß es

sondern namentlich auch der Zusammenarbeit zwi­schen Frankreich und Deutschland sein wurde.

Wir drei deutschen Mitglieder des Verwaltungs­rates geben unter keinen Umständen unsere Be­mühungen aus, die neue Bank in dem soeben ge­nannten Sinne zu entwickeln. Im Einklang mit ber Anschauung des deutschen Volkes müssen wir jedoch unsere Auffassung ausfprechen dahin, daß die Wahl des Herrn Pierre Quesnay zum Generaldirektor dem vorerwähnten Grund­satz der Parität nicht entsprechen würde. Mr sehen uns daher zu unserem Bedauern ans ernsten und grundsätzlichen Erwägungen gezwungen, gegen die Wahl des Herrn Pierre QneSnaY zum Generaldirektor zu stimmen.

Verstimmung in Berlin

f ' ch. Berlin, 23. April.

Die Wahl der Franzosen Quesnay znm General­direktor der Bank für internationale Zahlungen hat in Berliner politischen Kreisen einige Verstimmung ausgelöst. Mau hatte ja in Deutschland damit rech­nen müssen, daß sich gegen die deutsche Auffassung eine Mehrheit für den Direktor der Bank von Frank­reich finden würde, aber unverkennbar können durch diese Wahl sowohl politisch wie bankmäßig ungünstige Wirkungen entstehen. Auch ist durch diese Wahl, die den höchsten Posten der inter­nationalen Zahlungsbank mit dem Vertreter eines Hauptgläubigerlandes besetzt, leicht eine BenaHtetlt- gung der Schuldner möglich. Die Aufgabe ber Inter­nationalen Bank, die ja nicht nur lediglich ein finan­zielles Institut zur Entgegennahme und Verteilung von Reparationszahlungen fein soll, sondern die darüber hinaus auch die Weltwirtschaft belebend be­einflussen soll, könnte insoweit gefährdet erscheinen, wenn nicht die weltwirtschaftliche Bedeutung, sondern die reparationspolitische Aufgabe betont wird. Aus allen diesen Erwägungen heraus hätte Deutschland es gern gesehen, wenn ein Neutraler als General­direktor bet Bank gewählt worden wäre. Auch in der Berliner Presse werden daher starke Bedenken gegen die gestern in Basel erfolgte Wahl ausge- ft> rochen.

Bankett zu Ehren -er BZZ.-Leute

Basel, 23. April.

Zn Ehren des Verwaltungsrates der BIZ. gaben die Vertreter des Kantons Basel am Dienstag abend ein Bankett. Anwesend waren sämtliche Delegations­mitglieder u die ausländischen Generalkonsuln sowie Bundesrat Motta, Professor Dr. Bachmann, der Generaldirektor der Schwei^riscken Nationalbank und der Präsident des Berwaltungsrates der Natto- nalbank, Schweizer Parlamentarier und Pressevertre­ter. Im Namen der Schweizer Regierung begrüßte Regierungspräsident Dr. Brenner die Gäste, ins­besondere den Präsidenten des Verwaltungsrates der BIZ Mac Garrah und die Vizepräsidenten Addis und Melchior, sowie den Generaldirektor Quesnay.

sich um einen auswärtigen Teilnehmer am kommn* nistischen Jugendtag handelt.

Nach dem Sektionsbefund haben Polizeihauptmann Galle und Polizeioberwachtmeister Karte neben schweren Kopfverletzungen auch durch ein Dolchmesser Stiche in den Rücken erhalten, die den Tod herbei­führten.

Gestern wurden hier mehrere Personen festgenom- men. Gegen sieben Kommunisten ist Haftbefehl er­lassen.

Bei einem ber Verhafteten wurde ber Säbel des getöteten Polizeihauptmanns gefunden.

Für die Ermittlung der Täter, die die beiden Po­lizeibeamten getötet haben, haben die Staatsanwalt­schaft und das Polizeipräsidium von Leipzig die Be­lohnungen von je 500 RM., zusammen also 1000 RM. unter Ausschluß des Rechtsweges ausgesetzt.

Inzwischen hat General a. D. Kallen, der deutschnationale Landtagsabgeordnete für Leipzig, im Sächsischen Landtag wegen der Vorfälle am Oster­sonntag interpelliert und in einer kleinen Anfrage.

bie Abberufung des sozialdemokratischen Leipziger Polizeipräsidenten Fleißner gefordert.

Die Anordnungen Fleitzners seien vollkommen un­zulänglich uni> der Schuutz für die Einwohnerschaft wie auch die Sicherheit der Polizeibeamten im Stra­ßendienst nicht genügend gewährleistet gewesen.

' Auch der volksparteiliche Abgeordnete Winkl er» Leipzig hat eine Anfrage im Sächsischen Landtag an die Regierung gerichtet, in der die Regierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse, durch die die Sicherheit unv das Leben der Einwohnerschaft, vor allem aber auch der diensttuenden Polizeibeamten, in Geschr komme, unter allen Umständen zu unterbinden.

Im Leipziger Stadtverordnetenkollegium hat fer­ner der Deutschnationale Börner die Entfernung Fleitzners gefordert. ,

Anschlag

auf einen württembergischen Ministe

Stuttgart, 23. April.

Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der würt. tembergische Zustizminister Dr. B e y e r l e wurde gestern nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr in seinem Ar­beitszimmer von dem 45 Jahr« alten verheiratete« Händler Karl Stängler aus Stuttgart, den er wegen eines Gnadengesuches für die in der Straf­anstalt befindliche Frau Stängler empfangen hatte, mit einem Stilettmesfer angefallen und bei der Abwehr an der linken Hand verletzt.

Die Verletzung ist glücklicherweise nicht gefährlich. Der Minister wird fich aber vorausfichttich einige Zeit Schonung anferlegeu müssen. Auch der zu Hilfe eilende Ministerialhausinspettor H ä g e l e wurde an der Hand leicht verletzt. Der Täter konnte entkommen. Die Polizei hat sofort die notwendigen Schritte zur Ergreifung des Täters eingeleitet.

Das Schulgebei in Thüringen

th. Berlin, 23. April. 1

Das thüringische Ministerium für Volksbildung veröffentlicht heute einen Erlaß über die neuen thü­ringischen Schnlgebete. In der Begründung wird ge­sagt, es widerspreche dem Geiste der demokratischen Verfassung, daß eine Mehrheit von Schülern und Schülerinnen wegen ihrer Schulpflicht auf ihr religiö­ses Denken und Empfinden verzichten solle, nur weil eine Klaflenminderheit sich vom Christentum abge­wendet habe. Rach dem chüringischen Entwurf sollen die Kinder täglich beten:

Vater im Himmel. Ich glaube an Deine all mächtige Hand, ich glaube an Volkstum und Vater­land, ich glaube an der Ahnen Kraft und Wchr. Ich glaube, Du bist uns Waffe und Wchr, ich glau­be, Du strafst unseres Lanves Verrat und segnest der Heimat befreiende Tat. Deutschland erwache zur Freiheit.' <

Von den Schulräten wird eine Berichterstattung über etwa «intretende Schwierigkeiten bei der Ein­führung dieses Schulgebetes verlangt.