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Bette 1 1. Betrage.

«allerer Bteaefle vrachrtchtei,

Dienstag, 8. April 1936

Zehn Jahre Iugendherbergsarbeit in Seffen'Dal-eck

Man läuft immer Gefahr, bei der geschichtsmäßigen Erfassung eines Wertes die Persönlichkeiten zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Es ist nun einmal beim Herbergswerk so, daß seine Gründer eins waren in der Person und Sache. Wenn wir nun hier Personen nennen, die mit Begeisterung, Tatkraft uno Beharrlichkeit ihr mühevolles Werk begannen, so kom­men die Namen Bertelmann, Wenning, Bobritz Dip­pel und Buchenau zuerst in den Sinn. Nur e'tei von ihnen ist heule noch dabei: unser lieber Turnral Buchenau, der über die Gründungszeti einmal be­richtete:

.Elend und Not waren Pate an der Wiege der deutschen und auch unserer hessischen Zugendherber­gen. Die beiden ersten hessischen Jugendherbergen, rm Jahre 1920 in Spangenberg und Raumburg er­richtet, sind aus Sammelgeldern für im Kriege in Kassel ausgenommene schlesische Jungmannen ausge- staktet. An den Neubau einer Jugendherberge war nicht zu denken. Wir waren froh, daß wir in gemie­teten Räumen, oft kümmerlichen Räumen, hölzerne Behelfsbetten, verbogene und verrostete Militarbei- ten, zersplitterte Spinde, Schemel mit oft nur zwei oder einem Bein, Strohsäcke aus Papier und wollene Pferdedecken als ersten Hausrat unterbringen konnten --Ja, der hessische Gebirgsverein har mit Bruch

und Armut das Herbergswerk angefangen, gegen Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit immer wie­der angekämpft.

Schon 1921 können wir einenAusschuß für Ju­gendherbergen im Hessischen Gebirgsverein" feftstel- len. Wir sahen in ihm auch die anderen tatkräftigen Mitschaffer: Wenning. Bobritz und Lahmeyer. Es kam Leben in die Sache. Allerorten wurden Her­bergen gegründet. Auf Auslese sah man kaum. Nun wurde auch bald der Hauptausschuß für Deutsche Ju­gendherbergen aus Niederhessen aufmerksam und ver­folgte auch hier seine Einheitsbestrebungen. Erst am 10- März 1922 konnte sich ein .Zweigausschuß Niederhessen-Waldeck" bilden, der sich mit Reaierungsrat Lahmeyer an per Spitze eifrige Mit­helfer suchte. Als erster Kassenwart trat das heutige Vorstandsmitglied Ernst in Tätigkeit, während Stu­dienrat Dippel den zweiten Vorsitz übernahm. Bald wuchs das Werk und mit ihm feine Arbeits­aufgabe so, daß man einen Geschäftsführer anstellen mußte. Am 1. Juli 1922 übernahm Waisenhausin­spektor Weil die Geschäftsführung, um sie nach fünfjährigem Wirken aus Altersrücksichten abzugeben.

Mittlerweile regten sich auch Freunde im weiten Heffenland. In dem klein-n Nentershausen im Ri­chelsdorfer Gebirge wurde unter Leitung von Lehrer Schulz die erste Ortsgruppe gebildet, die den Namen der inzwischen zur Herberge eingerichteten Burg Tannenberg trug. Es folgte sodann Eschweye während Hann. Münden, das vorerst noch zum Bezirt Oberweser zählte, nur zwei unmittelbar beim Hauptausschuß fett 1920 geführte Mitglieder Fuhr­

mann und Jahn aufwies. Beide unternahmen Juni 1920 eine Wanderung ins Sauerland, um hiersol­che Jugendherbergen aufznspüren*. Die Ausbeute dieser- Fahrt war eine Jugendherberge, die nach fünfjähriger Entwicklungsperiode ihr heutiges Ant­litz dem Wesertale zuwendet: die Mündener Fuhrmann-Jugendherberge. Hier bewies eine Ortsgruppe ihre Leistungsfähigkeit und hier wutde dem späteren Gau seine Richtung vorgezeich- net. Karl Fuhrmann aber schuf unter Mitwir­kung des SBerratalvereins noch die Herbergen Tannenberg und Glashütte. Er ruhte nicht eher, be­vor auch der südlichste Zipfel der Provinz Hannover beim ZweiganSschuß Riederhessen-Waldeck war. Unterdessen aber setzten die Hessen in .blindem" Eifer Stein aus Stein. Die Auslese wurde besser. Man kam in die Burgenperiode: Ludwigstetn, Tannenberg- Hessenstein. Zu Fuß und zu Rad wer denkt do an moderne Verkehrsmittel? wurde an Sonn» u. Ferientagen die Ueberwachung ausgeübt. Man war fast Wandervogel und weniger .UeberwachungSbeam« ter*. Ein klein wenig von diesem Geist sollte man in unsere »verwaltung-mäßige und formularreiche* Zeit btneinnebmen, manchmal würde man freudigere Ge­sichter sehen, als wenn, einem Blibstrahl aus heite­rem Himmel gleich, eine hohe Besichtigung-»kommts- sion* vorfährt. Im Anfang des HerbergSwerkes war das Wandern und so natürlich einfach dos ist, sollte auch das Herbergkwerk zweckhaft fein.

Zeigte das Reichsherbergsverzeichnis 1922 noch die drei Arbeitsgebiete der Gebirgsvereine (Hessischer Gebirgsverein, Werratalverein, Knüll-Gebirgsverein) so war 1926 der völlige Zusammenschluß gelungen Bis auf die von einer Genossenschaft, an der der Gau allerdings erheblich beteiligt war, erbaute Knüll­herberge und Jugendburq Ludwigstetn stehen sämt­liche anderen Jugendherbergen mCer der Träger­schaft des Gaues. Allenthalben entstanden grö­ßere Plänel Die Bearbeitung dieser war nebenamt­lich nicht mehr zu leisten. Da beries der Gau am 1. Oktober 1926 den Herbergsleiter Jahn-Münden zum Herberqswart und übertrug ihm nach Weil's Abgang am 1. Januar 1927 die Geschäftsführung.

Zufällig ' mit' dem -großen- Wandertrieb der Jugend

setzte bei uns 1927 und 1928 der Aufschwung ein.

Aus 21 Jugendherbergen mit 15 000 Uebernach- tungen im Jahre 1922 sind 31 Herbergen mit fast 85 000 Uebernachiungen im Jahre 1929 geworden. Aus 3 Ortsgruppen mit kaum 100 Mitgliedern wur­den 20 mit fast 1500 Mitgliedern. Und wer einmal in den Gebirgsboten per letzten. Jahrgänge blättert, steht die prächtigen Herbergen an seinem Auge vor- übergleiten, die wir schufen. (Aus dem Hessischen Ge­birgsboten.)......

Llnfere Heimat

Erhaltung

-er Weidelsburg und der Sababurg

Auf Einladung des Regierungspräsidenten wur­den in der vorigen Woche einige der im Eigentum des Staates stehenden Burgruinen im Bezirk durch den Konservator der Kunstdenkmäler, Ministerialrat Dr. Siede, besichtigt. Schon in diesem Jahre sollen die Arbeiten zur Sicherung des Bestandes der Wei- delsburg im Kreise Wolshagen in Angriff genommen werden. Auch wird das Gelände innerhalb der Burg unter Schonung der vorhandenen Begrünung und Bäume so reguliert werden, daß klare räumliche Ein- drücke entstehen- Eine gründliche Instandsetzung der Sababurg im Reinhardswald ist für das nächste Jahr in Aussicht genommen. Hier kann der Bestand der prächtigen Burgruine nur durch Aufbringung eines neuen Daches erhalten werden, das zugleich den not­wendigen Zusammenhang der jetzt auseinanderklaf­fenden beiden Ecktürme Herstellen wird.

GiedlungS Pläne

in Niedervellmar.

I« vorigen Jahr hat die Gemeindeverwaltung einige Grundstücke an der Triststraße erworben, um Siedlungsgelände zu schaffen. Es soll jetzt mit der Austeilung begonnen werden. Es sind 28 Bauplätze zu verteilen. In diesem Siedlungsgelände wird eine neue Straße mit Bürgersteigen angelegt werden, so daß ein ganz neues Wohnviertel entsteht. Man hofft durch diese Siedlung die Wohnungsnot mildern zu können.

Ebenfalls tut die Gemeinde sehr viel für den Ausbau und die Verbesserung der Straßen. Die ganze Kasseler Straße soll jetzt chaussiert, mit Bür­gersteigen versehen und kanalisiert werden. Erwerbs­lose aus der Gemeinde werden dabei Beschäftigung finden. Augenblicklich wird die Obervellmarsche Straße neu chaussiert. Der Sportplatz an der Pfingst­weide wurde fertiggestellt.

Do« einer Kurbel geschlagen

In der Ditzelschen Sandgrube bei Riederkaufun- grn wurde der Arbeiter Carl Strube, der erst wiener feit einigen Wochen in der Sandgrube be- feböftigt nm, beim Seildrahtspannen von der zu- rücksckilagendcn Kurbel der dazu gebrauchten Winde so heftig in drn Rücken geschlagen, daß das Rück­grat schwer beschäorgt wurde. Er wurde durch die Santtätswache in- Krankenhaus gebracht.

Dienstag, 8. April.

Landkreis Kassel. Die Beratungsstelle für Krüppel befindet sich jetzt im Erdgeschoß des Hauses Gteß- bergstraße 5 in Kassel. Sie sühn.die Bezeichnung »Orthopädische Beratungsstelle*. Die Sprechstunden finden an jedem DienS ag vormittag 10 Uhr statt.

Harleshausen. Filmabend. Der Gesangverein Freiheit* zeigte Sonntag abend den Film des ersten Arbeitersängerbundesfestes von Hannover im Jahre 1928. Unter Leitung des Chorleiters Streiber wurde gesungen. Der Gauvorsttzende Büch mann sprach von dem Hannoverschen Sängerfeste

Harleshausen. Verbrannte Würste.Einem Metzger fielen beim Räuchern feiner Flitschwaren mehrere Stücke in die Räucherglut, fingen Feuer Nnv wurden dadurch die gesamten Räucherwaren verbrannt.. Der Schaden, der sich auf ungefähr 800 Mark belauft, ist durch Versicherung gedeckt.

Obervellmar. Ter Konsum- und Sparverein Kas­sel hat für feine hiesigen Mitglieder eine neue Wa­

renabgabestelle im Hause der Gastwirtschaft Lind er­öffnet. Wenn das zur Zeit im Bau begriffene Haus des Konsumvereins fertiggestellt ist, wird diese Wa­renabgabestelle in diesen Neubau verlegt.

Niedervellmar. Silberhochzeit. Den Eheleuten Schlossermeister Wilhelm Heubach ist es vergönnt, am 8. April in voller Frische das Fest der silbernen Hochzeit zu feiern.

Riederkaufungen. Die Niederkaufimger Papier­fabrik hat ihren Betrieb nun vollständig stügeletzt. Der Fabrikbesitzer sollte einen Ndschlutzgraben bis zur Fulda für die Abwässer der Fabrik bauen. Dies ist -hm aber aus finanziellen Gründen nicht mög­lich In der Fabrik waren mehrere hundert Ar­beiter beschäftigt wovon der größte Teil zur Zeit der Renovierung der Fabrik enüassen wurde und der Rest jetzt.

Eschenftruth. Eine neue Glocke. Für die tm Kriege geopferte dritte Glocke kann nun durch eine hochherzige Stiftung Ersatz geschaffen werden.

Ehlen. Motorradunfall. Zwischen hier und Oels- hansen stürzte ein Kasseler Motorradfahrer und erlitt so schwere Verletzungen, daß er besinnungslos auf der Landstraße liegen blieb. Von einem später an der Unfallstelle vorbeikommenden Fuhrmann erhielt der Verunglückte erste Hilfe. Reben inneren Verletzungen hat der Verunglüctte einen Oberschenkelbruch davon­getragen.

Hann. Münden. Mit der Verwaltung einer Schul­stelle beauftragt worben sind die Schulamtsbewerber Spangenberg in Wiershausen nach Güntersen, Kreis Uslar, Ellermeier in Benterode nach Peine und Stein­born in Güntersen, Kreis Uslar, nach Portenhagen, Kreis Einbeck. Dem Schulamtsbewerber Schaper ist die alleinige Lehrerstelle in Laubach und dem Lehrer Schneider in Varlosen "die 1. Lehrerstelle in Scheller- ten, Kreis Marienburg (Hann.), übertragen worden. Erledigt ist die eoang. Schulstelle in Varlosen. Der Kirchendienst ist abgetrennt und kann in freiem Ver­trage übernommen werden.

Romrod. Erlebnisse im Ausland. Die Miffions- lehrerin Fräulein Hofeit, welche 8 Jahre in der Mif- ston in China tätig war, erzählte in einer Verfamm- lang vom Leben und Treiben des 400 Millionen Vol­kes des großen Chinareiches.

Guxhagen. Soll und Haben. Der Voranschlag für das lausende Rechnungsjahr 1930 wurde von der Etatskommisfion geprüft und wird der Gemeindever­tretung vorgelegt werden. Die Gesamtsumme » von 104 000 Mark verteilt sich auf folgende Posten: Allgemeine Verwaltung 445 (365) Mk., Polizeiver­waltung 200 (200) Mk., Schulwesen 9778 (9078) Mk., Landwirtschaft, Handel, Verkehr. Gewerbe 1500 (1300) Mark, Wohlfahrts- und Gesundheitspflege 1770 (6950) Mark, diese niedrige Summe ergibt sich durch die staatlichen Zuschüsse, die jetzt vom Kreis aus erledigt werden. Gemeinnützige Anstalten 450 (450) Mark, Finanz- und Steuerverwaltung 32195 (32 438) Mark, Grundstücksverwaltung, Unternehmungen und Betriebe 27 250 (27 240) Mk., durchlaufende Poften 29 730 (29 850) Mk., außerordentliche Einnahmen 682 Mark. Die eingeklammerten Ziffern find di« de» Voran­schlags von 1929.

Melsungen. Bertreterversammlung des Konsum- Vereins. Der Umsatz der G. E. G. hat eine gute Fortentwickelung genommen. Während einige Filialen einen guten Fortschritt zu verzeichrrn haben, stagnierten einzelne, doch ist ein Gesamt- mehrumsah im ersten Halbjahr von 20000 Mark erzielt worden. Auch haben die Spareinlagen eine weitere Steigerung erfahren. Ein Ueberblick im ersten Vierteljahr des zweiten Halbjahres zeigt einen weiteren guten Fortschritt. Eure lebhafte Diskussion, die dem Vorwärtsstrebe» der Genossenschaft biente, schloß sich cm. Vorstandsmitglied Schmidt- Mel-

Rundfunk

durch Sabci-Speztat- Shai

für blonde» und dunkle» Ha*

Briefkasten

OTe an 6en Briefkasten gerichteten Anfragen werten na» Settern Wissen beamworret. i cd och übernehmen nur im Liuzelfall keine Gewahr für bte Richtigkeit der erteilten Auskünfte.

Die Empfehlung von einzelnen Firmen nsw. an dieser Stelle müssen wir ablebnen. da Sie diese am besten durch den wirksamen Anzeigenteil der ..St. N. N. erfahren.

SB. Es empfiehlt sich zur Vertilgung von SckM^? an Stachelbeersträuchern: 1. Volldüngung mit Kalk. «alt. Phosphorsänre und Stickstoff: 2. Richtiges Ausschneiden der Sträucher: 3. Ankalken, damit die langen idiiÜIaufe sich nicht unmittelbar an den Stamm fettbalten kormen. sondern sich auf die Kalksckicht festhetten mnffen. was ihnen wenig zusagt. Die chemischen Mittel wirken nur so lange, wie sie nicht vom Regen abgespült werten.

Eine, tie de» SÄlaf «m 10 Uhr dringend notig 6nt Eine Verordnung, wonach sämtliche Hausbewohner sich um 10 Uhr abends zu Bett legen müssen, beliebt nicht. Zu ruhestörenbem Lärm kann man die von Ihnen vorgetra­genen Totlachen nicht rechnen, zumal Str selbst fugen, fiat? das Zuschlägen von Türe« nicht in Frage tarne Da ®te nach Ihren Ausführungen nach 10 Uhr abends dringend der Ruhe bedürsen, so wird es das zweckmäßigste fern, eine« Wohnungstausch vorzunehmen und bet der Wahl der neue« Wohnung recht,vorsichtig ,u sein. ...

SB. in Frankeuberg. DenZsiestbetrag von 50 Rm. müssen Sie dem Arzt noch zahlen, potent der betr. Arzt fahrlässig gehandelt haben sollte und Ihrer Tochter Nachteile ans der Operation erwachsen, steht Ihnen etn «chadenserfatzan- f»rmb ju.. 3gentt Sie j)Cn Schuldschein nicht mehr ht Händen haben, so ist der Anspruch als gewöhnliche Forde- ntng verjährt. 5000 Rm. waren Ende Dezember 1920 n< A ftl...

T. G. Wenn nichts anderes vereinbart ist,, so betrögt die Kündigungsfrist 6 Wochen und ist nur wtrksam aut Seit Schluß eines Kalenderorerteliahres. Die Ihne» inten gewordene Kündigung ist also zu spat erfolgt

«. V. in Neukirchen. Wenden Sie sich zwecks näherer Auskunft au das Proviuztalfchulkollegtum tu Kassel.,

Programm des Kasseler und Frankfurter Seuders.

Mittwoch, de« ft. Avril:

12,30: Schallplattenkonzert: Liebe«, und TodeSf««« in Richard Wagners Overn und Musikdramen

13.3018,45: Werbekonzert tSchallplatteu)

1515.50: Stunde der Jugend , .

1617,45: Ans dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert oet ' Kurhauskapelle Burkart

18,05:Ausgaben nnd Praxis des Naturschutzes

18,35: ..Geschichte utii Bedeutung der Frankfurter Früh» jahrsmeffe von 13301930"

19,05:Cecil Rhodes und Jos. Chamberlain , Vortrag vo» Dr. Rudolf Craemer, Heidelberg

19,30: Saarland I ..In einem Bergwerk. Mkikrovhon- Reportage von Wolfgang Weyrauch und Dr. Paul Vuvcit

20,00: Stunde für Laienmusizieren Russührende: A!i« Brandt-Rau (Sopran), Mitglieder des Rnndkunk- orchefters. Mitglieder eines Tingkreties unter Lei­tung von Adolf Wilke. Walter Cafvar (Bwltne). Reinhold Merten (Orgel). Hans RoSüaud (Klaotcd

20,45: Dichtungen von Walter Bauer

21,30: Klavierkonzert in c-moll von Mozart Aussüb- rende- Ernst Toch, Berlin: baS Phtlharmontsche Or­chester S'u'-aart. Dirigent: Emil Kahn

21,55: Zeitgenössische Musik 1. Suite für Orchester, Lee Kanssmann; 2. Fünf Stücke tür Kammerorchester, Crntt Toch: 3. Hettere Ouvertüre für Radio (Urauf­führung), Nikolai Lovatnikoss Aussührende: Tas Philharmonische Orchester Stuttgart: Dirigent: Emil Kahn

22,30: Nachrichtendienst

fungen wurde als Kassierer wicdergewählt Die aus- scheidenden Aufstchtsratsmilgl eder Menge!, Detst und Faßhold walten ebenfalls ihres Amtes weiter. Die Statutenänderung wurde angenommen.

Melsungen. Instandsetzung der Nürnberger Land­straße. Da jetzt die Vergebung der Anfuhr des Stein- materialS für die Instandsetzung der Nürnberger Landstraße vom Gute Schwarzenbach bis nach Mel­sungen ausgeschrieben wird, ist >n Kürze mit dem Be­ginn der Arbeiten zu rechnen

Reumorfchen. Sperrung. Di« Fuldabrücke im Zuge des Landwegs Neumorschen-AItmorschen wird aus sicherheitspolizeil'chen Gründen bis zur In­standsetzung für den Verkehr mit Lasten von mehr als 50 Zentnern polizeilich gesperrt. Umleitung geschieht über die Fuldabrücke bei Binsförth.

Hofgeismar. 75 000 Mark für das Kindersolbad Karlshafen. Die letzte Kreistagssitzung be­faßte sich in der Hauptsache mit dem Kreishaushalts- plan für das Jahr 1930. Der Voranschlag für 1930 schließt in Ausgabe und Einnahme mit 1140 500 Reichsmark ab und ist gegenüber dem Dorjahre um 300 000 RM. gesenkt worben. Eine Erhöhung der Kreissteuern wird nicht vorgenommen. Der Etat mürbe ohne Aenderungen angenommen. Der Auf­nahme einer Anleihe von 75000 RM. für das, Kindersolbad in Karlshafen bet der Reichsver­sicherungsanstalt für Angestellte in Berlin wurde zu- gestimmt. Dr. v. Bündel vom lleberlandwerk Eder­talsperre hielt nach der Erledigung der Tagesordnung einen Vortrag über die llmorganisation des Zweckver­bandes lleberlandwerk Edertalsperre in den Elektro­zweckverband Mitteldeutschland.

Obervvrschütz. DaS goldene Ehejubiläum begingen die Eheleute Ludwig Steppe und Frau Martha, geb. Itter.

Karlshafen. Die Stadtverordneten stimmten der Neufassung der Hundesteuerordnung zu, ebenso dem Verkaufe eines Bauplatzes in der Gartenstadt. Zum Nachfolger des in den Ruhestatld tretenden Spar« kassendirektors Faillard wählte die Versammlung den bisherigen Sparkassenasflstenten August Walter zum Sparkassenrendanten.

Eschwege. Maifestspiele des Vereins zur Pflege der Kunst und des Volksbildungsvereins. In diesem Jahre wird der Kunstverein Wagners Bühnenweihc- spielParsisal* am 18. Mai aussühren. Für die Aus­führung ist das Erfurter Stadttheater unter Leitung des Generalmusikdirektors Jung gewonnen worden. Ferner wirken mit: Gotthelf Pistor (der Bahreuther Parsisal), Margarete Bäumer .(Kundry) und Ernst Osterkamp-Leipzig (Gurnemanz). Ferner bringt der Kunstverein das Lustspiel (X P Z*) von Klabund. Für den Polksbildungsverein sindJudith" von Hebbel, undDer Vogelhändler*, Operette von Zeller, vorgesehen.

Eschwege. Bestätigungen. Die Wahl des Büroan­gestellten Knaufs zum Bürgermeister der Gemeinde Niederdünzebach ist nunmehr bestätigt worden, nach­dem der Landrat seinerzeit zweimal die Bestätigung versagt hatte und Knaufs.sich beschwerdeführend an den Regierungspräsidenten gewandt hatte. Ferner ist die.Wahl des Schreiners Alwin Hohbach in Rechte­bach zum Bürgermeister der dortigen Gemeinde be­stätigt worden,

Eschwege. Von den Schulen. Für den Konrektor Mangold, ist Lehrer Mauer aus Ellmannshaufon an die Bürger-Mädchenschule ernannt worden. Diplom- handelslebrer Gerlach übernimmt die Lehrerstelle in Eltmannshausen.

Bad Sooden-Mendorf. Einen langgehegten Wunsch der Kurverwaltung will jetzt die Reichsbahndirektwn Kassel erfüllen. Sie bat sich bereit erklärt, die Pendel» zöge 1798 und 1799 zwischen Eichenberg und Bad Sooden-Allendors im Sommer tägl'ch verkehren zu lassen. Die Züge fahren ab Eichenberg 20 20. an Bad Sooden-Mlendorf 20,42, ab Bad Sooden-Allendorf 21.19 und an Eichenberg 21.42 Uhr. Durch diese Ein­richtung wird eine gute Abendverbindung von und nach Kassel und von Rbeinland-W?stfalen über Kassel mit E 69, ab Kassel 19.17 Uhr, geschaffen.

Bad Sooden-Mendorf. Die Stadtverordneten stimmten in ihrer letzten Sitzung dem Magistrats« heschlusse zu, das Schulgeld für die Berufsschule auf 60 Pfennig für den Schüler und Monat festzu­setzen. Die schulpflichtigen Kinder der Gemeinde Ahrenberg werden der hiesigen Schule gastweise zuge­wiesen. Das Schulgeld wurde auf 40 Mark für das Kind festgesetzt. Da der städtische Haushaltsplan für 1930 nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte, wurde beschlossen, die Zahlungen vorläufig nach dem letztjährigen Haushaltspläne zu leisten. Die Ver­sammlung stimmte dem Verkaufe und Tausche von Siedelungsgelände für sechs Kleinwohnhäuser zu. Im Rathause soll für das Bauamt ein Zimmer herge­richtet werben. Die Verbreiterung des Bürgersteiges am Bahnübergang, der Einbau von Entwäsierungs- schächten und die Instandsetzung der Rasenstraße in Bad Soeben wurde beschlossen. Der Abschluß der städtischen Rechnung für 1928 in Einnahme mit 575 009,71 RM. und in Ausgabe mit 572 550,83 RM. wurde genehmigt. Es blieb somit ein Ueberschutz von 2458,88 RM.

Homberg. Bürgermeister von Remsfeld ist der Landwirt Hahn.

Kirchhain. Jahreshauptverfammlung des Vater- ländischen Frauenvereins uom Raten Kreuz. Aus dem Geschäftsberichte ist zu entnehmen, daß dem Ver­ein 200 Mitglieder angehören. Sehr viel Gutes ist ge­stiftet worden für Kranke, Elende und Arme.

Neustadt. Hohes Alter. Witwe Wilhelmine Ho­hes feiert ihren 83. Geburtstag.

Rauschenberg. Sie Bahnhofswirtschaft wurde von Georg Gonther-Kirchhain übernommen, wahrend der seitherige Inhaber Gustav Elende die Bahnhofswirt­schaft in Carlshafen übernommen hat.

Kirtorf- Versammlung der Bienenzüchter. Der Vorsitzende Bernhard aus Heimertshausen gedachte des ältesten Mitgliedes, Bürgermelster Schneider Fischbach, welcher sein 50jährigeS Dienstjubiläum feierte; ihm wurden Glückwünsche übersandt, Förster Simon, welcher 30 Jahre Vereinsrechner war, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. 5 neue Mitglieder wur­den ausgenommen. Lehrer Schaaf hielt einen beloh­nenden Vortrag über: »Bienenhonig, sein Wert und seine Verwendung.* Die nächste Tagung findet am 18. Mai in Ruhlkirchen statt.

Leusel. Abschied der Lehrerin. 43 Jahre hatte unsere Handarbeitslehrerin Fräulein Ka harina Krä­mer den Unterricht an der Schule erteilt und tritt jetzt in den Ruhestand. Dekan Dr. Unverzagt wür­digte die Verdienste der Scheidenden in ehrenden Worten. Bürgermeister Fink Überreichte einen Ses­sel namens der Gemeinde. Schüler und Schülerinnen trugen Gedichte und Lieder vor.

Lrankenhagen. Brand. Montag morgen gegen 3 Uhr brach auf dem Anwesen des Landwirts Böger Rr 6, Feuer aus. Ein großes Stallgebäude fiel dem Brande zum Opfer, das Wohnhaus konnte ereilten werden.

Philippsthal a. d. W. Pfarrer Heßler -ft. Rach längerem schweren Leiden ist im Alter von 64 Jahren der Pfarrer an der hiesigen Schlosskirche, Heßler, ge» starben. 33 Jahre hat der Geistliche in unserer Ge­meinde im Arni gestanden.

Neukirchen. Boa der Jungbaueraschast. Arn 6. April fand eine Frübjahrstagung der Jungdauernfchaft des Kreises Ziegenhain fbatt.

Neukirchen. Nach 45jähriger Lehrertätlgkett trat Hauptlehrer Rosensrock in den Ruhestand. Schulrat Dowie-Zieaenhain überreichte ein Anerkennungs­schreiben her Regierung zu Kassel. Bürgermeister Weber-Neukirchen ein Ehreudiplom. Von Landrat v. Steinrück-Ziegenhain ging ein ehrendes Schreiben ein, ebenso vom Vorsitzenden des Hessischen Volksschul- lehrervereins.

Frankeuberg. Da, gibt teure Martimwögel In unserer Gegend kosten die jungen Gänschen 2 Mark. Gewöhnlich wirb die Brutgans von den Käufern zur Aufzucht ihrer GLsselkinder geborgt bis zum Sommer, dann kommt sie zurück und beginnt im Frühjahr ihr Geschäft von neuem.

Hergesdorf. Fischzucht. In dem neu angelegten Fischteich ist ein großes CXuanrnnt junger Karpfen und Schleie aus der Fischzuchtanstalt Boizenburg a. Elbe ausgesetzt worden.

Frankenberg. Sein LSjiihriges Dienftjubilällm feierte Lehrer Glätzner unter allerlei Ehrungen. Der Lehrerverein überreichte ein prächtiges Geschenk unb vrranstalrete eine Feier zu seinen Ehren im Vereins- lokal.

Frankenberg. Der alte Postmeister. Postmeister a. D Fuhrbans konnte vergangenen Freitag feinen 86 Geburtstag feiern. Er ist ein alter Kurheffe, urrb wenn er mit feinem schwarzen Pelerinenman­tel und dem schwarzen, breitlrämpigen Hute vor einem vergeht,, so glaubt man iswwillkürlich, den Altreichskanzler Bismarck vor sich wandeln zu sehen.

Marburg. Professor Dr. E. Stengel 85 Jahre alt. Am Sonnabend konnte Geheimrat Prof. Dr. E. Stengel feinen 85. Geburtstag feiern.

Marburg. Von der Marburger Universität. Der außerordentliche Professor an der hiesigen Universi­tät Oberstudienrat Dr. Wilhelm Enßlin wurde zum ordentlichen Professor der Geschichte des Altertums an der Universität Graz ernannt.

Aus dem Kreise Schmalkalden

Schmalkalden. Ein Kampf um die Gas- nutz Wafferpreife hat sich hier entsponnen. Der Verwal­tungsausschutz bei Städtischen Werke hat die erwähn­ten "Preise erhöht, insbesondere den Wasserpreis von 21 Pfg. auf 40 Pfg., da bas Wasserwerk mit einer grossen Unterbilanz arbeitete. Andererseits bedarf bte Stadt eines Zuschusses aus den Wer­ken, um ihren Etat ins Gleichgewicht zu bringen. Die Sozialdemokraten laufen nun gegen die Preiser­höhungen Sturm. Sie fordern, daß statt dessen die Realsteuern erhöht werden, was aber für die hiesige Wirtschaft angesichts der jetzt schon ausser­ordentlichen Höhe dieser Steuern untragbar ist.- Die Dolmargeineinde hielt im Charlottenhaus auf dem Dolmar ihre erste Bergsitzung ab. Im M ttel- punkt der Verhandlungen stand die Frage eines Um­baus des Dolmarhauses, worüber aber ein endgül­tiger Beschluss noch nicht gefaßt werden konnte. Bank, direktor Müller-Meiningen, Architekt Böttner-Schmal- kalben unb Schriftsteller v. Schütz-Schleusingen erhiel­ten die Urkunde als Ehrenmitglieder der Gememde. Die städtische Sparkasse berichtet im Monat Mär; über einen Zugang von Spargeldern in Höhe von nur 10 000 Rm. Mehrere Schadenfeuer sind hier in letztet Zeit zu verzeichnen Im Laden der Firma Adler am Altmarkt brach ein Feuer aus infolge Ueberheizung eines Ofens, in dessen Nähe sich etn Regal befand und sich bei der Hitze entzündete. Das Feuer konnte gelöscht werden, ehe nennenswerter Schaden entstand. Ebenso wurde ein Brand im Stadtgeschäst der Städtischen Werke in der Dteingasse infolge großer Rauchentwicklung bemerkt, der nachts auf eine bisher noch nicht geklärte Ursache entstand. Bei der städtischen Polizei wurde der Polizeioberwachtmeister Schultz aus Frankfurt probe«! weise angestellt.