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Hessische Abendzeitung
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Rümmer 70
Montag, 24. März 1930
20. Jahrgang
Rheinland und Reichsehrenmal
Oie Regierungskoalitton vorläufig gereitet / Kassenwesen der Reichswehr wird umorganifiert / Frau Hanaus Flucht
Einheitsfront für Ehrenbreitstein
«• (C ige»t Draht meld uns.)
Der Marsch nach dem Meere
(Don uniserem Korrespondenten).
Koblenz, 24. März.
Wie die T. U. erfährt, ist die Frage der Errich; tung eines Neichsehrenmales weiter gefördert worden. Am Sonnabend hatte in Koblenz eine Besprechung rheinischer Behörden über die Möglichkeit, das Rheinland zu einer Einheitsfront für de« bestehenden Plan eines Reichsehrenmales zusammenzufassen, stattgefunden. An der Besprechung nahm auch Reichsjustizminister von Gusrard teil.
Die Besprechung hatte, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, das Ergebnis, datz vom Rheinland künftig die Festung Ehrenbreitstein als einziger Platz aller rheinischen Städte für das Reichsehrenmal empfohlen werden wird.
Die Rettung -er Koalition
Da« Ergebnis de» Mannheimer Parteitages.
th. Berlin, 24. März.
Der Mannheimer Parteitag der Deutschen Dolkspartei (Bericht stehe Seite 2!) hat keineswegs die von vielen Seiten erwartete Festlegung der volksparteilichen Reichstagsfraktion auf eine ksalitions- feindliche Politik und auf eine besondere starre Haltung in den zur Zeit zu behandelnden Steuerfragen Gebracht, . sondern er bot vielmehr der Reichs- agsfraktion vollkommen freie Hand gelassen und in bezug auf das Z u s a m m e n a r b e i - fe n mit den Sozialdemokra ten sogar sehr beachtliche Bekenntnisse im Sinne der Fortführung dieser Zusammenarbeit gebracht. Dem neuen Parteiführer Dr. Scholz ist es gelungen, die in reicher Zahl vorhandenen Streitfragen aus der aktuellen Tagespolitik beiseite zu schieben und statt dessen die Partei aus einige graste, wichtige Zukunstsziele hinzulenken. vor allem auf die Gründung einer neuen staatsbürgerlichen Partei der Mitt«, die Förderung der Probleme der Reichsreform und die stärkere Heranziehung der Jugend zur politischen Arbeit.
Im Reichstag wird man nun die Arbeit an derselben Stelle wieder aufzunehmen haben, wo man diese in der Mitte der bongen Woche mit Rücksicht auf den Mannheinter Parteitag unterbrochen hatte
Steuerausschuß, ijit Hauptausschuß und in den interfraktionellen Beratungen wird man jetzt mit großer Beschleunigung das Finanzprogramm zu erledigen baden. Tas Finanzprogramm ist inzwischen nock um einige Vorschläge erweitert, nämlich um die Beseitigung der Kapitalertrags- steuer. die Milderung der Kapitalverkehrssteuer und die Senkung der Gewerbesteuer. Tabei handelt cs sich allerdings noch um
Entwürfe, die vom Kabinett noch nicht endgültig verabschiedet sind. Man wird im Laufe dieser Woche Unter allen Umständen das Gesetz über den Notctat und einige der wichtigsten Steuersragen zu erledigen haben, und man ist sich bereits'darüber klar, daß für die Durchführung des Programms noch die ersten beiden Aprilwochen herangezogen werden. Man kann sehr wohl diese no.wendigen Gesetze etwas später beschließen und dann aufd en 1. April zurückdatieren. Das wird auch finanziell keine Schwierigkeiten machen, weil man über den befürchteten Ultu mo-März mit Hilfe von Anleihemitteln wahrscheinlich ohne Schwierigkeiten Hinwegkommen wird, uns weil die neuen Steuern auch dann per 1. April nutzbar gemacht werden können, wenn sie wenige Tage später mit rückwirkender Kraft beschlossen werden. Für die parlamen arische Behandlung dieses Problems kann man bei allen beteiligten Koalitions- Parteien . zu in mindesten den guten Willen für die Verständigung, und für die Mitarbeit an der Erledigung dieser Vorlagen voraussetzen.
Das bedeutet natürlich nicht, daß nun jede Krisengefahr ausgeschaltet wäre, denn sobald man jetzt in den interfraktionellen Beratungen wieder an die konkreten Einzclfragen Herangehen wird (so z. B. die Arbeitslosenversicherung), kann es jeden Augenblick zu neuen Differenzen und Zusp tzun- gen komme n. Man glaubt aber doch int wesentlichen, daß bis Mitte April, dem Beg'nn der Oster- pause. auf eine unmittetvare Befahr oes Scheiterns der Koalition und der Negierung nicht mehr in alei- chem Maste wie noch vor wenigen Wochen gerechnet zu werden braucht.
Der Verwaltiptigsrat der Reichsbahn wird heute eine Sitzung abhalten, in welcher die Reichsregierung astsgefordert werden soll, schleunigst den seit längerer Zeit vorliegenden Antrag auf eine Tariferhöhung zu bewilligen. Man wird dabei die Mitteilung machen, datz im Monat Januar und im Monat Februar 28 Millionen Mark weniger Einnahmen zu verzeichnen waren als im Voranschlag vorgesehen waren. Auch der Monat März io:rb wahrscheinlich mit 28—30 Millionen Mark h'nter dem Vor anschlag znrückbleiben, und dieser Ausfall mutz nach Ansicht der Reichsbahn sofort durch Tariferhöhung wieder hercingcbracht werden.
♦ * *
Berlin, 24. März. Der Reichswehrminister beabsichtigt, wie die „Montagspost" erfährt, vom 1. April des Jahres an das Sassenwesender gesamten Reichswehr umzuorganisieren und es auf eine kaufmännische Basis einzustellen. Grund zu dieser Umorganisation gaben die umfangreichen Unterschlagungen bei der Reichswehr, die in den letzten Jahren den Betrag von y Millionen Ml, überschritten haben.
Frau Saum will weiter hungern
Eigener Drahtbericht.
Poris, 24. Marz.
Als gestern abend kurz vor DUtlernacht die Po lizeipräfektur an dos Krankenhaus telephonierte, in dem Frau Hanau liegt, um sich nach deren Befinden zu erkundigen, wurde geantwortet, daß Frau Hanau nicht mehr in ihrem Bett liegt, sondern verschwunden ist. Die Rachforschungen habe» zu der Feststellung geführt, datz Frau Hanau das Krankenhaus durch das Fenster ihres Zimmers verlassen hat. Frau Hanau hat das Krankenhaus nur verlassen. um sich selbst wieder im Frauengesäng- »i s vo» Paris zu melden.
* * *
Die näheren Umstände über das Entweichen von Frau Hanau aus dem Krankenhaus sind inzwischen Mannt geworden: Frau Hanau hatte während des Tages zw e t Tassen Kaffee zu sich genommen, mrscheincn'd um für ihre Flucht Kräfte zu sammeln. Auch ihr Dienstmädchen ist im Verlaufe des Nachmittags zweimal bei chr erschienen, man glaubt, daß diese Frau Hanau Kleider und einen Mantel milgedracht hat. Die beiden Polizeibeamten, die mit der Ueberwachung betraut waren, dursten sich nur b» Korridor aus halten und das Zimmer von Frau Hanau se'^st nicht betreten. Man glaubt, daß Frau Hanau durch eine Nebentür entkommen ist.
Aus einer Darstellung, die sie selbst ihrem Rechts beistanD gegeben hat, ist zu entnehmen, daß ne nach Verlassen des Krankerchauses ein nahegelegenes Kaf- sce auffuch e, von dort aus ihren Rechtebeistand an- jrief und ihm mitteilte, sie habe, um sich nicht mehl
zwangsernähren zu lassen, das Krankenhaus verlassen und wolle sich in das Geinägnis St. Lazare zurückbegeben. Don ist sie tatsächlich in einer Auto- droschke eingetrofsen.
Im Verlaufe des Abends erschien ihr Rechtsbeistand bei ihr, der namens seiner Klientin gegen die leitenden Aerzte des Krankenhauses Strafantrag wegen Nötigung zu stellen gedenkt. Frau Hanau dat in einem Schreiben an die Direktion des Krankenhauses selbst mitgeteilt, daß sie sich ins Gefängnis zurückbegsbc. um der Zwangsernährung zu entgehen.
Raubäberfall in einer Bank
Berlin, 24. März.
Heute vormittag gegen 9,15 Uhr wurde in der Filiale per Commerz- und Privatbank in der Müllerstraße 182 die Kassiererin Marie Biller- b e ck, Seestratze 68 wohnhaft, die ungefähr 12 000 Mark ans das Santo der Brotfabrik Mittler in der Maxstratze einzahlcn wollte, von mehreren Personen übersallen und 1200 Mark geraubt.
Der Vorfall spielte sich folgendermaßen ab: Vor dem Hause der Bank suhr ein Auto mit der Nummer IA 57127 vor, die, wie sich später berausstellte, gesälsch! war. In ihm saßen mehrere maskierte Personen. Einer der Männer betrat die Geschästsräume der Bank, gab einen Schrotschuß ab, durch den niemand verletzt wurde und entriß der Kassiererin der Brotfabrik, die gerade mit dem Auszäblen des Geldes beschäftigt war, die Geldtasche, die noch ungefähr 1290 Mark enthielt. Der Täter bestieg sofort das Auto, und dieses fuhr mit Hoher Geschwindigkeit nach dem Rord- hascn.
A. E. London, 2L März.
Von der Londoner Flottenkonferenq abgesehen, sind die Augen der Welt auf die Ereignisse in Indien gerichtet. Gandhi, der Vorkämpfer für die tn- düsche Unabhängigkeit, hat mit seinem ..Marsch nach dem Meere" die.Gehorsamsverweigerung gegen die indische Regierung cingeleitet. Sein Kampf gilt vor allem anderen dem Salzmonopol der Regierung, das er durch illegale Salzgewinnung am Golf von Canrboy boykottieren will. Ist mit Gandhis Marsch nun die vom All-Indischen Kongreß in Lahore beschlossene Gehorsamsverweigerung offiziell eröffnet worden? Steht Indien damit am Vorabend einer allgemeinen Bewegung gegen die englische Herrschaft?
Diese und ähnliche Fragen kann man c*ü dann beantworteit, wenn man rückschauend die Ereignisse im politischen Leben Indiens während der letzten Monate betrachtet, wenn man weiter das Verhältnis Gandhis zum All-Indischen Kongreß rnb zur Kongreßpartei kennt. Gandhi hatte sich zur Zeit der non-co-operation Bewegung eine führende Stellung im politischen Indien errungen, die ihm lange Zeit hindurch niemand streitig machte. In den letzten Jabr-M hat sich aber da? Bild t^T* "er schaden. Gandhi, inzwischen älter geworden, sah seinen Einfluß und seine politische Macht in letzter Zeit mehr und mehr schwinden. Mit einer Anz chl gleichalter indischer Politiker wurde er langsam in den Hintergrund gedrängt, um der indischen Jugend Platz auf der politischen Bühne zu machen. Diese Jugend verachtet fast völlig die Lehren und Ziele der älteren indischen Politrker hat sich sowohl an nationalistischen, wie sozialistisch. kommunistischen Ideen genährt. Den besten Beweis für die Machtverschiebung innerhalb der Kongreß- Partei ftellte der All Jndische Kongreß :.n Lahore dar. Ter Präsident des Kongresses war kein Gandhi kein Vertreter der älteren Parteimitglieder, sondern der energische und zielbewußie junge Rehrn. Die vom Kongreß gefaßten Beschlüsse sind nicht die der besonneneren und gemäßigten Politiker, sondern die der radikaleren indischen Jugend: Ablehnung der englischen Einladung zur Teilnahme an einer i-ounb table-Äonferenz; nicht mehr Dominionstatus, sondern völlige Unabhängigkeit von England wurde auf das Banner der Kongreß-Partei geschrieben. Hier auf dem Kongreß mußte Gandhi eine der schwersten Niederlagen seiner politischen Laufbahn hin nehmen. Gandhi forderte mit allem Nachdruck, daß ihm die unumschränkte Führung der vom Kongreß boschlrsseacn Gehorsamsverweigerung übertragen werden sollte. Er konnte sich aber gegen den ans Vertretern der indischen Jugend bestehenden, mächtigen Kongreßausschuß nicht durchsetzen. Tie Leitung der Bewegung einer allgemeinen Gehorsamsverweigerung blieb dem Kongreß Vorbehalten, und Gandhi wie jeder andere ihm unterstellt.
Bet Gandhi gab es nun zwei MöZschreiten: Entweder freüwilltg mit dem ersorderLchen Eklat von de: politischen Bühne .abzutreten, oder ein vom Kongretz mehr oder weniger unabhängige Bewegung einzuleiten. Gandhi hat den letzteren Weg gewählt; cs ist für ihn noch nickst Zeit, jüngeren und neuen Kräften Platz zu machen. Neben dem einen Ziele der Erhaltung seines politischen Eiw- ilusses mag ihm noch das andere für ebenso wichtige Ziel vor Augen geschwebt haben, nämlich die Bewegung der Gehorsamsverweigerung von vorn- hcrem in gemäßigte Bahnen zu lenken. Falls der Kongreß die allgemeine Gehorsamsverweigerung einleiten sollte, so besteht die große Gefahr, daß die Bewegung in kurzer Zett einen revolutionären Charakter annehmen werde. Gute solche Entwicklung mußte aber Gandhi, der Gewaltmethoden und offenen Widerstand tote kein anderer haßt, äußerst unerwünscht sein. Aus diesen beiden bargelegten Erwägungen heraus hat sich Gandhi sozusagen zur Anleitung der Gehorsamsverweigerung auf eigene Kappe entschlossen Tie offizielle Ermächtigung hierzu Keß er sich von dem Arbeitsausschuß des Kongresses, dem KongrkH-Ausschuß keineswegs zu vergleichenden Körperschaft, erteilen. Mit den ihm il'ecTtragenen „diktatorischen" Rechten inszeniert« Gandhi dann in offensichtlicher Udberftüriung und kchne genügende Vorbereitung die Geharsamsvor- weigerung, die mit seinem Marsche von Ahmcb- abab nach dem Golf von Canibay eröffnet wurde.
Wenn man Gandhis ganze Aktion von dem Gesichtspunkt seines Machtkampfs mit dem Kongreß betrachtet so kann man sich kaum des Eindrucks «rwe, jm, daß Gandhi ein gewagtes und vielleicht gefährliches Spiel treibt. Es haudeLt sich um kein:
Massenbewegung; nicht einmal alle Anhänger der» Kongreßpartei stchcn hinter Gandhis Wtton Derr fid) der Gandhischcn Bewegung anzuschlicßen oder Mitgliedern ocr Kongreßpartei stcht es völlig frei, sich von ihr fernzuhalien.
Wenn man Gandhis Feldzug vom rein wirb- sch östlichen Standpunkt aus betrachtet, so liegt ein Vergleich mit dem Kampf gegen Windmühlen sehr nahe. Tas Salzmonopol der Regierung, d. h. die Salzstcuer, begegnet schon seit langem keinem nennenswerten Widerstand mehr in der Bevölkerung, da dies- Steuer seit ihrer Einführung fchon ver- fdnebene Male herabgesetzt wurde und jetzt verhältnismäßig niedrig ist. Der Steuvcaussall bei einer wirklich durchgeführten Boykott-Bewegung würde für die Regierung kaum ins Gewicht fallen. Die Wahl bes Salzmonopols zum Ziele des Kampfes gegen bte Regierung ist bezeichnend bafür, wie sehr Gandhi Fanatiker und wie wenig er Realpolitiker ift Seine ganze Station muß und kann nur damit enoen, daß er felbst und feine Begleiter und möglichen Nachahmer dm Weg ins Gefängnis nehmen
Aktion -LoRkKnkichtt- toär.- W* Boden für die Gehörfamsverwcigerung besser evr- berettet, so wäre Gandhis Marsch wahrscheinlich das Zeichen zu einer Massenbewegung gewesen, die der indischen Regierung hätte gefährlich werden können. Unter dm gegenwärtigen Umständen aber kann Gandhis ganzer mit großer Reklame ange- tünbigter Feldzug unb bet seiner Gefährten ein wenig würdiges Ende nehmen. Ob die Verhaftung Gandhis, wie er selbst zu erwarten scheint, die Ge- horsamsverwetgernng populär machen und ihr cr.ne.-t starken Impuls geben wird, erscheint fraglich, Füc feine eigene Perfönlichkett dürfte seine Verhaftung neue Volkstümlichleit und vielleicht sogar ritte Art „Märtyrertum" etnbmngen; wieweit Grndhi aber der vom Kongreß geplanten allgemeinen Gehorsamsverweigerung den Loden vorbereitet hat, muß abgewartet werden.
Auch Frau Gandhi!
Bombay, 24. März. '
Wie aus dem Orte Bvva berichtet wird, soll die Frau Gandhi» mit 37 Begleiterinnen einen ähnlichen Marsch wie Gandhi planen. Fran Gandhi will mit ihren Begleiterinnen den erste» Teil ihrer Reise bi» Bulsar mit der Eisenbahn zurücklegen und von dort »ach de« Orte Xitel marschieren, am hier eben« soll» die ungesetzliche Salzgewinnung ans« znnehmen.
Gandhi selbst setzte sich gestern in einer Rede in dem Dorfe Amod fit eine Beteiligung der indischen Franca an de« Feldzug der Gehotsantsverweigerang ein nnd erttärte, daß alle Inderinnen, die die Pflege ihrer Kinder andetweftig fichctstellen könnte», sich aktiv an der allgemeinen Gehorsamsverweigerung beteiligen müßten.
Stalins Rückzug
Kommunistischer Uebersall auf ein Erziehungsheim.
Berlin, 21. März.
Kurz nach der Schwenkung in der Außenpoliti! der Sowjets hat, wie der „Montag" aus Moskau meldet, der Z e n t r a l v o l l z u g s a u s s ch u ß einen neuen Erlaß herausgegeben, der den scharsm Klassenkampf gegen Angehörige des sogenannten früheren Voltes, d. h. die ntchtproletarifchen Volksschichten, wenigstens teilweise auf gibt. Rach dem Erlaß dürfen die Angehörigen des früheren Volkes nicht mehr aus ihren Wohnungen vertrieben, auch nicht mehr aus den Städten verbannt werden. Sie erhalten, wie das Proletariat von jetzt an ebenfalls Brot- und Lebcnsmittelkarten, ärztliche Behandlung und die Erlaubnis, ihre Kinder in bte öffentlichen Schulen zu schicken.
Berlin, 24. März. In der Nacht zum Lonning hatten, wie die „Montagspost" meldet, Berliner Kommunisten einen Nebers al l auf daö Landeserziehungsheim Struveshof zur „Befreiung der Zöglinge" geplant. Etwa 120 Kommu- nisten gingen mit Schlagringen und Messern gegen die Landjäger vor, bte sich gezwungen sahen, zum Gummiknüppel zu greifen. Rach kurzem Widerstand wurden die Demonstranten überwältigt und mit drei Lastautos nach Potsdam gebracht, wo sic in polizeilichen Gewahrsam genommen wurden.