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Kasseler Neueste Nachrichten

Nummer 65

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, 18. März 1930

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

20. Lahrgarr-

Sofia, 18. März.

Im Zusammenhänge mit den letzten mazedonischen Gewaltakten scheint sich eine bulgarische Ka­binettskrise vorzubereiten. Gegenwärtig be­raten der Ministerrat, der Zentralvorstand der Re­gierungspartei und der Auswärtige Ausschuß in lang-

fcit worden, sie wird aber nur nocb dem Gesicht s- pun.'i genossen werden ob die Erfüllung der rus­sischen Wünsche mit dem deutschen Eisenbahndienst vereinbar ist.

Das mazedonische Pulverfaß

Feuer aus einem Ilußdampser

50 Personen ums Leben gekommen.

Reuyork. 18. März.

Personen find bei dem Brand eines Flnßdampfers ut dem Hafen von Bogota in Ko­lumbien ums Leben gekommen. Die 34 Passagiere und 2p Mann der Besatzung wurden in der Nacht öpm Feuer überrascht, das mit rasender Geschwindig­keit um sich griff, sodaß niemand den Mammen ent­kommen konnte. Der Dampfer sank innerhntb kur­zer Zeit.

Immer langsam voran!

Stcuervorlageu erst am Mittwoch vor dem Reichstag.

n£Ltta9esitb DOn der Prefle heute im wesent- 'm1 3ur Äen"tn$s genommen, da ja der Inhalt sch°» °°r einigen Tagen in den Hauptstucken gemeldet worden ist.

Berlin, 18. März.

DirGermania" teilt mir, daß die Reichsregie rung wegen einer Rede des bayerischen Minister Präsidenten Tr. Held, die dieser am Sonnabend auf einer Bcrsammlung der Bayerischen Bolkspar- lei gehalten hat und in der er die Haltung der Reichsregierung zur Frage des Doungplans mit den schärfsten Ausdrücken kritisierte, den Reichskanz­ler beauftragt hat, in München um die Dringend notwendige Aufklärung" zu ersuchen.

Kasseler Abendzeitung

WonnementSvretS: für den Monat 2,30 Jl be, freier Sn.

'v»^r Geichabsstelle abgcboll g.lO X .Durch die Post monatlich 2.30 _M auStSlietzlich Zu- Rückz-älung des B,6eite6t [eiS Ansoruch auf Lieferung der Zeitung oder auf

Lammelnummer SchnMestAna und Druckerei: Kölnische Strotze 10. - Televbon:

t>bou. Juri Nische svrechituude leien Dienstag von b bis 7 Ubr Kölnische Straße Nr. 10.

Nach oiner Pressemeldung soll zwischen dcr Sowjet - Regierung und der Deutschen Reichsbahn ein Abkommen über Beurlaubung deut­scher Eisenbahnbeamter nach Rußland gctronen worden sein. Ein solches Abkommen ist, wie oas Nachrichtenbureau des Vdz erklärt, nicht getroffen worden. Es ist nur richtig, daß die Vertretung des russischen Volkskommissariats für Verkehrsweg t« Berlin die Reichsbahn gebeten hat, Zweier | a 0 - reue Beamte der Reichsbahn nach Rußland zu beurlauben, damit sie bei der Umstellung von fünf ruffischen Eiscnbahnwerkftätten mithelfen tonnen. Ferner ist gewünscht worden daß eine größere Zahl russischer Eisenbahnbediensteter Gelegenheit zu: Ausbildung in deutschen Eisenbahnwerkstätten er­halten.

Erne Entscheidung ist über diese Angcleaen- heit von der Deutschen Reichsbahn noch nicht getrop

wierigen Sitzungen die neue Lage, die zwischen Bul­garien und Südslawien sich entwickelt hat.

Sehr bemerkenswert ist, daß Außenminister Burow von Liaptschew ein energisches Vorgehen gegen die mazedonischen Kreise verlangt hat, und daß er diese Forderung noch dadurch unterstrich, daß er er­klärte, er werde mit den vier hinter ihm stehenden Fraktionen künftighin Liaptschew nicht mehr unter­stützen, wenn der Innenminister nicht gegen die Maze­donier vorgehe. Burow glaubt nämlich, durch diese mazedonischen Attentate werde seine Außenpolitik be­droht, deren letzter Erfolg die Erenzkonvention mit Südslawien war.

Am Montag mittag hatte der französische Ge­sandte eine Aussprache mit dem Außenminister Burow über die durch die mazedonischen Anschläge ge­planten Besprechungen zwischen Sofia und Belgrad. Der Gesandte fragte an, welche Maßnahmen die bul­garische Regierung zu ergreifen gedenke, um solche den Balkanfrieden störende Vorgänge zu unterbinden.

"Vorwärts" findet sich eine poli- b£s gestrigen Warschauer Dertrags- Der ,Vorwärts-' weist unter anderem fünf vT ba! bte Unterzeichnung das Ende des fast dauernden Wirtschaftskrieges zwischen ^utichland, und Polen bedeutet, und daß die Bei- 8. S dieses Wirtschaftskonfliktes jahrelang von hp? 3ntereffentengruppen diesseits und jen- saniert worden ist. Unbedingte Innhmb; tErtrages feien auf deutscher Seite die wi/d-7W^-^^chen Interessenten, so- auf hör Kohlenbergbau, während

S btLb?2*J$e" Seite vor allem die junge, künst- n d ^Ag?^uchtete polnische Fertigwaren- mit Än'einKllt L.^^ bCS

^®cnn auch der polnische Handelsvertrag wie jeder s°lne Schattenseiten hat, sik glaubt der

ZU ti^npn5 xbodL- ^"Urteil dahin zusammenfaffen ? 6 c t h xba® ^aser Nachteil gegenüber den e n t - iäilt hie hb Fortschritten nicht ins Gewicht erziel? wmde? b°5 Gnbe bes Wirtschaftskampfstandes |

Rußland braucht uns

Berlin, 18. März.

Dieser Notlage gegenüber ist zwar der Wille Aller »e?S-rbenI?enbi8 Abhilfe zu schaffen.' Aber die Betätigung dieses Willens findet ihre mprhm/Lt be£ 3U. ^rer Ueberwindung notwendigen bereits 1920 fehlten für die Finansie- Wnrf ^°^uungsbaus etwa 5-600 Millionen b i^0lt letzt steht es so gut wie fest daß im .1930 etwa eine Milliarde also ein Drittel ßtrhmHtefetl br,TZtb'ten Wohnungsbau benötigten .^7Ausfallen wird. Bei diesem Zustand ist ""Eurllch nicht die geringste Aussicht vorhanden, auch br?ch?p7kp?'m" zehntausend seit langen Jahren °b- he, mlnUnSen 3 ^setzen. Auch der lleber- ftpn ^nZ Wohnungen wird selbst in ihren schlimm- m n,d)t gesteuert werden können. All dieses x aIIem bie Familien und unter ihnen

besonders dreienlgen mit den meisten Kindern, in den kleinsten und schlechtesten Wohnungen.

litisch^er^LE menschlich, sozial, kulturell und Po nnfch der Inhalt dieser wenigen Zahlen für die i-a- mrlre und für den Staat? Er bedeutet: Versväwle E leschließung und Haushaltsgründung, Kinderlosia kett, körperliche und sittliche Ansteckungsgefahr er- U£°rbuno, oft auch Unsauberkeit, Streit m Ehezerrüttung, freudlose oder

fugend, überreizte Erwachsene ae Ttaatsbü?ge"r!"' Un3ufllbene- feindselige, verärgerte .Alles Jammern über Verwahrlosung der Iuaena oder über den angeblich sinkendenWillen zum Mw bc "t »nnlos, so lauge die große Masse der Bev tt' kerung nicht die Möglichkeit bat, die genüaendp

schleunige Ausschaltung der öffentlichen 1

b-'n Wohnungsbau ebenso unbesonnen' föVg nahmen, bie auch nur ben aerinaiien A* inländischen Kiwitalmarkt

den geringsten Ersatz auf dem hilänbttopn a6«.-"11,1 markt nachweisen zu können. wischen Kapital-

Hessische Abendzeitung

78 nun breite Zeile 45 Ä Ofsertgebuhr 25 A (bei Zustellung 85 Jl. Für das Erscheinen von »^eiaen in bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für televbonisch erteilte Austräge keine" Gewäb? S<Re». nnngsberräge innerhalb ooe 5 Tagen zahlbar. Seriausttanb Sassel. Postscheckkonto Frankfurt a. M 'ßSSU.

Warschau, 18. März.

Gestern um % 7 llhr abends wurde in den Emp fangsräumcn des Ministerpräsidiums der d e u t s ck>- polursche Handelsvertrag von den bei- 0crsei-ige>t TelcgattonSsührern. dem polnischen Mi­nister Twardowski und dem deutschen Sesand- ,n Warschau, Rauscher - nach fünfjähriger -Serhandlungsdauer unterzeichnet. Rach ocr Uuterzcichnungszeremonie. die es gelangten 24 "kten zur Nnterschrift eine halbe Stunde dauerte imirhen Minister Twardowski und Gesandter Rau icher von Premierminister Bartel in längerer Au­dienz empfangen.

Außenminister Zaleski gab in einem Inter­view, das erKurier Polski" gewährte, seiner Freu­de darüber Ausdruck, daß die Unterzeichnung des den sch-polnischen Handelsvertrages noch vor der An­nahme der Demission der Regierung durch den -taatc Präsidenten erfolgt fei. Auf diese Weise habe er noch vor seinem Rücktritt an einer wichtigen Handlung teilnehmen können, die zur deutsch-pol­nischen Entspannung beitragen müßte.

Ter Minister stellte im weiteren Verlauf der Un­terredung fest, daß sich in dem vorliegenden Ber trage beide Staate,, gleichwertige Zugeständ­nisse gemacht hätten. Rur ein koscher Bertraa fei real her die Probe der Seil Milien könn'c etn Vertrag einen Partner allzusehr bevorzugte, so werde er von kurzer Lebensdauer sein, da ihn die benacheilrgte Seite bei nächster Gelegenheit auf- kündige.

Tas Reichskabinett

hat sich gestern ebenfalls mit den Agrarfragen beschäf­tigt, im wesentlichen aber seine Arbeiten dem Stande der gegenwärtigen Genfer Zollfriedens-Konfercn; gc- lvidmet.

aistee betont, daß man hier seiner Auffassung nach eine gerechte Lösung dieses verwickelten Problems gefunden habe. n

Reuyork, 18. März.

Zu Ehren des früheren amerikanischen Botschaf­ters in Berlin Dr. Jakob Gould Shurman fand gestern abend in der Carnegie-Hall unter dem Vor­sitz von Bernard Ridder eine von deutsch-ameri­kanischen Vereinen und sonstigen Körperschaften Reu- Yorks veranstaltete große Empfangsfeier mit musika­lischer Umrahmung statt.

Die Redner, unter ihnen <ls deutscher Festredner Professor Dr. Albert B. Faust von der Cornwall- Universität, feierten die Verdienste, die sich Dr. Shurman als Botschafter und Brückenbauer zwischen Deutschland und Amer:kchffve-tz«chbt.-u KV Sn jp-j. chen ihm den Dank der Deutsch-Amerikaner aus für die hervorragende Förderung des deutsch-amerika­nischen Freundschaftswerkes.

Shurman antwortete auf die an ihn gerichte­ten Ansprachen in einer längeren Rede, in der er ausführte, Reichspräsident von Hindenburg habe auf die Annahme des Noungplanes durch Deutsch­land emen großen und heilsamen Einfluß ausgeübi Er habe sich damit von neuem als loyaler Unter­stützer der parlamentarischen Regierung und als stärkstes Bollwerk der Republik erwiesen.

Sein scharfes Urteil, sein furchtloser Mut, sein Patriotismus und die Liebe zu seinem Voll gäben Hindenburg auf der Grundlage seiner Deutschland geleisteten beispiellosen Dienste ein Ansehen und einen Einfluß, wie sie kein anderes Staatsober. Haupt in der Welt besitze. Trotzdem übe er feine

Das Ende des Zollkrieges

Zaleski über den deutsch-polnischen Handelsvertrag

Macht und feinen Einfluß immer nur zur Unter stützung der verfassungsmäßigen Regierung und zur Stärkung der Republik aus.

Shurmann fprach weiter die Erwartung aus, daß Deutschland wieder eine den größten Welt­mächten ebenbürtige Macht werden würde. Deutschland und Amerika hätten Politische Ideale, die sich zum großen Teil decken. Indem wir, so sagt Shurman die Friedensbande mit Deutschland befestigen, einigen wir alle friedliebenden Rationen in der Freundschaft mit uns und stärken die Grund­lagen des Friedens in der ganzen Welt.

^ischaMr "-is ^Ni-wi7, sv, bei der Feier durch Generalkonsul Schwarz v > reten war, hatte ein Begrüßungstelegramm gesandt.

vor Hindenburgs Ensscheidung

Der Reichspräsident vgn Hindenburg hot, ®»e gemeldet, gestern den Vortrag der Regierungs- Juristen über den deutsch-polnischen Liquidations- Vertrag entgegengenommcn. Er wird voraussichl. r« -aufe des heutigen Tages feine Entscheidung über die "Ecrzeichnungen dieses Vertrages fällen, und man halt es in Regierungskreisen nach wie vor für voll- ommen sicher, daß der Reichspräsident diesen Ver­trag heute unterschreiben wird.

Diese Ueberzeugung ist umso fester, als mit den» Otftngen Vortrag die Regierung unter anderem dar- ««f Hinweisen konnte, daß die Professoren Geheimrat A n s ch ü tz -Heidelberg und Dr. Schmitt- Berlin der Auffassung der Reichsregierung in ausführliche Gu-achlen beigetreten sind und daß sie ben anders­lautenden Gutachten des Professors Geheimrat T r i e- pelMerlin und des früheren ReichsaerichtsprSfiden

Dr. Simvus sich nicht augefchlosseu habe».

Gestern abend hat der Staatspräsident die vom MrmstcrPräsidenten Bariel im Namen des aanzen Ksbinetts -cherretchte Demission angenonrmen. Der Staatspräsident bat aleichzettiq den Minister­präsidenten Bartel und sämMche Minister des gegen- wärtrgen Kabinetts beaustraat, bis zur BiÄuna der neuen Regierung in ihren Aemtern zu bleiben

Das Urteil desVorwärts"

th. Berlin. 18. März.

Die gestern in Warschau vollzogene Unterzeich­nung des deutsch - polnischen Handels-

Dringend notwendige AvWrvng

Eigener Drahtbericht.

th. Berlin, 18. März.

Die Arbeiten des Reichstages nehmen zur Zeit wieder einen recht schleppenden Verlauf, und man erkennt deutlich die Tendenz, erst einmal den Volks parteilichen Parteitag in Mann­heim vorüberaeben zu lassen, ehe man zu entschei­denden Beschlüssen übergeht. Das Plenum des Reichstags kann heute noch nicht zur ersten Lesung ber Steuergesetze kommen, wie es ursprünglich be­absichtigt war, und zwar lediglick aus dem Grunde, weil es gestern nicht gelungen ist, die gedruckten Vorlagen dieser Steuergesetze zeitig genug im Reichstag verteilen zu lassen Die Kommunisten erhoben Einspruch gegen den Vorschlag des Reichstagspräsidenteil Lölie, welcher wünscht, daß man unter Verzicht auf die übliche Frist der Verteilung der Drucksachen, die erste Lesung scheu deute veginnen sollte. Nuuu^hr kann man erst am Mittwoch in die Beratung der Steuervorlagen eintreten, sooatz von einer Ausschutzberatung in dieser Woche kaum noch die Rede ist.

Inzwischen gehen die interfraktionellen Verhandlungen auf allen Gebieten weiter. Bei ben Finanzberatungen handelt es sich nach wie vor «m die Sanierung der Arbeitslofenversiche- X u n g. Man hat gestern aus Grund eines

neuen vollsparteilichen Vermittlungsvorschlages zur Arbeitslosenversicherungsfrage

Aerhandelt, um den die Volkspartei von den anderen Koalitionsparteien gebeten worden war. Dieser Vor­schlag enchält im wesentlichen die bekannten Punkte des Moldenhauerschen Programms, aber daneben auch eine Neuerung. Diese besteht darin, daß die j Reichsversicherungsanstalt in Fällen einer un­vorhergesehenen konjunkturellen Ar­beitslosigkeit mit dem Anträge auf weitere Unterstützung an das Reich herantreten fall. Damit toürbe bie Aenderung eintreten, daß der Reichstag nicht mehr wie bisher unter allen Um­ständen zu einer Zuschußleistung verpflichtet ist, son- bern daß für Zeiten einer stabil bleibenden Arbeits­losigkeit das Reich keine weiteren Zuschüsse zu lei­sten hat, und daß in jedem Ausnahmefalle, in wel- ' ehern die Hilfeleistung des Reiches ohnehin zu einer ! Selbstverständlichkeit wird, dem Reichstag die Mög­lichkeit der Slachprüfung bleibt, lieber diesen volls­parteilichen Vorschlag werden nun zunächst die Frak- ! ticnen beraten, ehe man eine interfraktionelle Eini­gung darüber anstreben wird.

Die Berbaildlungen über die Agrarfrage, die ° gestern abend fortgefühet werben sollten, haben H unter einem eigenartigen Mißgeschick zu leiden.

11 Die Vertreter ber So;talbemokralen siutz nämlich I gut diesen für abends 8 Uhr anberaumten Verhand- I Itmoen überhaupt nicht erschienen, was man Auf ein Mißversiändnis zurncksührt. Man! i glaubt aber diese Verhandlungen heute fortsühren I sgu können. In einigen Punkten tMaiseinsubr. I Weizenzoll und Malzzoss> bürste man aber unter I

; keinen Umständen zu einer Einigung gelangen kön- l*ten, während bei den zahlreichen anderen Punkten I des Programms des Enrährungsministers Aussicht auf Verständiauna bestehl. I

In den offen bleibenden Streitpunkten zoll erst mit I ben Vertretern der Grünen Front verhandelt I werden, damit man das gesamte Programm im I Reichstag evtl, mit wechselnden Mchrheiteu, also auch mit Hilfe der ®cutfd)nationalen durchsetzen kann. |

Die deutsche Familie in Gefahr

Von Dr. Marie Elisabeth Lüders, M. d. R.

Wir letzen heute die Artikelreibc, In der wir süü- icnde PersönIlAkciten aus den verschiedenen Partei- iiu Worte kommen lasten, mit einem Aussatz demokratischen Abgeordneten fort. Die ?.sEllunanahme der Redaktion wird durch diese 95er» vtsentlichungen natürlich in keiner Weise feftgelcgt.

Schicksal und Zukunft der deutschen Familie sind unlöslich verbunden mit dem Schicksal und der Zu­kunft des deutschen Volkes überhaupt; sie bedingen einander in den wechselseitigen Ursachen und Wirkun­gen politischer, sozialer und kultureller Gegebenheiten und Möglichkeiten. Deshalb sollte keine Entscheidung auf welchem Gebiet es auch immer sei: Steuer- | Zoll-, Wohnungs-, Verkehrs-,. Versicherungs-, Für­sorge-, Schulfragen ohne Beachtung der für die ge­sunde und gedeihliche Entwicklung der Familie noi-

I wendigen Voraussetzungen gefällt werden.

Kein Gebiet ist hierfür beweiskräftiger als das i W o h n u n g s w e f e n und die Arbeitslosigkeit. Auf dem ersteren hat uns der völlige Mangel an Ver­ständnis für die vielfältigen Zusammenhänge zwi­schen Siedlung, Wohnung und Familie aus der Zeit m>r dem Kriege mit einem in seinen Auswirkungen für die Existenzbedingungen der Familie und da- mtt des Volkes überhaupt verhängnisvollen Erbe belastet, das durch die Kriegs- und Nachkriegsfolgen geradezu lebensbedrohend für die Zukunft der Fa­milie geworden ist. In der Arbeitsloflgkeit aller Lander wirkt sich das Unheil der Kapital- und Sach- wertvernichtung im Kriege und die ihm folgenden unbesonnenen Wirtschafts- und handelspolitischen Kampfe zwischen den Nationen mit all ihren ent'etz- lichen Folgen aus. '

Fast erschreckend klaren Aufschluß über den familien- femdlichen Zustand des Wohnungswesens geben die teigebmiie der Reichswohnungszähluna. Man bc- hpnrfiS<J» wenige Zahlen- 1 Million WpnfApn ^when das sind gegen 4 Millionen Menschen sind, weil ohne eigene Wohnung, als Un­termieter ,n einem anderen Haushalt untergebracht!

»faeinheii mit mehr als 5000 Einwohnern Bewobner? n» ^"ungen mit 3JZ Millionen Bewohnern überfüllt. Von dieser lleberfüllung ent­fallen neun Zehntel auf die »Kleinwohnungen in denen mehr als die Hälfte der Lberfüllten Woh'nun- b e ZmT.,?tet 2 »3?äume,t bestehen, bei denen die Kammer und sogar die Küche alsWohnraum"

* -«*** - m«.

nahmen nicht außer Acht w* Iaffcn,°«;9»^ gends so deutlich, wie b->i her Seträrfch.®1 nits beitslosigkeit und zwar insb?onT ^^

bang mit dem Baumarkt, auf dem di> Sufammen- en, nach beiden Rtchtttnqen wißend » !aJö tro^= steigende Arbeitslosigkeit und aloi^^ folgen Wohnungsnot durch Spcrrnn^h*9 vergrößerte nnd Marktes klar zutage tritt Baukapitals

beitsmarkt und Gesamten ^r-

rer Wirtschaft finb nXt 2 unfe" ju trennen. Arbeiten bod) attein'nb"r be und in der Bauindustrie etwa dreim-matt6el,er' ausschließlich kräftigster Männer b Biillionen fast Familien Kaufkraft ist Don ihtcr

deutung für zahllose andere Veru^ u^bender zweige. Allem im Winter W7 , « r b ^werbe- gewcrbc und in der Baustoffindnstrt- ^,mb !m Bau lionen Arbeitsstunden X*» ftÄß

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Shurman feiert Hindenburg

(Eigene Drahtmeldung.)

Ein Schritt der Reichsregierung in München

Die anstößige siede Held« / Zaleski hält den Handelsvertrag für einegerechte Lösung" / Deutsch-amerikanischer Sank an Shuman

Die rn Bbertoinbrnbe" -rbmicriafeifp** feinenn geneaer gewesen. Man hätte die Interessen der In­dustrie und der Landmirschn'- ,-t beid-n ^ü-'ern mttein,andern Einkl-ua r-r