Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Nr. 56

Zwau«igster Jahrgang

1. Beilage

Freitag, 7. März 1930

Äeues aus Kaffe!

Ein Pionier -er Kasseler Wirtschaft

Spediteur Seimich Wenzel t

Begründung der Waldorfschule (in ir noch in Essen, Berlin, Hamburg

In den Zahn-Zwisdienräumen

Wettervoraussage für Sonnabend den 8. März.

Vorerst start umwöltt und noch Neigung zu Schauern. später wieder Aufheiterung, Temperaturen ausgeglichener und tagsüber kühler.

sunden kaufmännischen Grund- , «njel mit seinem Bruder ein Lebenswerk, das bedeutenden Ruf und hohes An­sehen gewann. Heute beschäftigt die Firma ein

Hon, Möbeltransport, Speicheret und eine Biergroß­handlung. Waren damals auch die Boraussetzungen für eine Geschäftsgründung günstig, so gehörte doch dazu, eine zähe Tatkraft. Mit kühner Initiative, Schaffensdrang und gesunden kaufmännischen Grund­sätzen schuf Heinrich We "

Lärm um nichts

Derr o t e D o n n e r s t a g", von dem sich auch die Kasseler Kommunisten einiges versprachen, ist erwar­tungsgemäß ruhig verlaufen. Zwar hauen sich in den Nachmittagsstunden am Altmarkt und in der Markt­gasse mehrfach Gruppen von Demonstranten angefam- melt, die sich aber im allgemeinen durchaus ruhig ver­hielten. Mehrfach wurden die Ansammlungen tndes so stark, daß die Polizei zur Aufrechterhaltung des Verkehrs gezwungen war, Räumungen des Altmarkts und der Fischgasse vorzunehmen. Dabei kam cs dann zu kleineren Kundgebungen, die sich jedoch nicht wei­ter auswirken konnten. Das lebhafte Treiben dauerte bis in die späten Abendstunden. Die Polizei, die mit gröößerem Aufgebot eingesetzt worden und sich im übrigen mustergültig verhielt, nahm nur einige Zwangsgestellungen vor. Die Festgenommenen, die zum TeU den Anordnungen der Polizei keine Folge leisten wollten, wurden sämtlich nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen.

Rätselraten ums Oberpräsidium

Mit . er Uebernahme des preußischen Jnnenmini- steriums durch den früheren Oberpräsidenten von Magdeburg, Prof. Dr. Waentig, sollen nach einer Meldung aus Berlin in der Personalpolitik des In­nenministeriums Wandlungen eingetreten sein, die sich vorerst auf die Besetzung der drei vakanten Ober- prästdentenpos en in Kan» .? <- Ta

beziehen. Es heißt, daß von dem früheren Minister Grzennski ins Auge geratzte Kandidatur des sozial­demokratischen Abgeordneten Haas-Köln für das Kafleler Oberpräsidium in Staffel von dem neuen In­nenminister aufgegeben worden sein, so daß für die Neubesetzung in Kaflel wieder ein Demokrat in Frage kommen soll. Wie wir dazu mitteilen können, beruhen diese Mitteilungen indes nur auf Mut­maßungen. In Kassel ist über die Pläne des neuen Jnnenministres näheres nicht bekannt. Sicher ist aber, daß die hiesigen Sozialdemokraten nach wie vor ihren Anspruch auf den Posten des Kasseler Oberpräsidenten aufrechterhalten.

Straßenbahnlinie 14. Schweren Herzens vernah­men die regelmäßigen Fahrgast« der unser aufblühen­des FasanenhofÄ8elände mit der Stadt verbinden­den Linie 14 den Wegfall des Sechsminuten-Ver- kehrs und begrüßten dann freudig die Beibehaltung desselben in den Hauptverkehrszeiten, resp. die Zu­sage von Stellutm von Ersatzwagen. Aber wie sieht es da aus? Ab Marställerplatz bis Eisenschmiede und umgekehrt fahren solche, aber nur alle 12 Minuten zusammen mit den fahrplanmäßigen Wagen. Stolz gondelt der Ersatzwagen voran zur Entlastung des Verkehrs. Könnte der Ersatzwagen nicht getrennt vom fahrplanmäßigen in der Zwischenzeit von 6 Minuten fahren. Man würde dann ab Eisenschmiede früh z. B. 7.35, 7.41, 7.47 und 7.53 fahren können und nicht wie jetzt 7.35, 7.47 und dann erst 7.59 Uhr. Ein jetzt versäumter alle 12 Minuten verkehrender Wagen bringt den Geschäftsleuten, Beamten und Angestellten Zeitverlust und dies ließe sich durch 6-Minuten-Ver- kehr sehr leicht vermeiden. Warum ist das Schild 14E durch ein einfaches E ersetzt? Dem Ortsfremden erschwert dies die Orientierung und warum fahren Wagen mit der stolzen Bezeichnung Eisenschmiede gar nicht bis zu diesem Endpunkt, sondern nur bis Lan- deskrankenhaus? Abhilfe tut dringend not! hl.

Langsinger. In einem Hause am Weinberg hatte ein« Frau Wäsche auf dem Trockenboden aufgehängt. Als sie früh morgens nach ihr sehen wollte, mußte sie die unangenehme Wahrnehmung machen, daß Spitz­buben den Trockenboden mit Nachschlüsseln geöffnet und fast die ganze Wäsche im Werte von mehreren hundert Mark gestohlen hatten. Nur wenige älter« Stücke hatten sie hängen gelassen. Von den Tälern fehll jede Spur.

Personal von über 100 Köpfen.

und besitzt annähernd 100 Möbelwagen mit einem umfangreichen Fuhrpark. Das Unternehmen kann jedem weltstädtischen seiner Art gleichgestellt werden; seine vortreffliche Organisation stempelt es zum Mu­sterbetrieb, weshalb seine Einrichtungen von vielen gleichartigen Firmen zum Vorbild genommen wur­de. Den Bedürfnissen einer aufstrebenden Großstadt Rechnung tragend, errichtete die Firma schon vor Fahren technftch vollkommene Möbelspeicher, die sich in den Jahren der Wohnungsnot vortrefflich be­währten.

Nach dem Tode des Posthalters Nebelthau erwarb die Firma Heinrich Wenzel die P o st h a l t e r e i, welche sie 23 Jahre bis zur Berkraftung inne hatte. Im Jahre 1912 wurde die Bahnspedition der Firma Peter Kürle angegliedert.

Die durch Auflösung der Posthalterei freigewor­denen Kräfte ermöglichten der Firma die Anschlie- ßung einer Kohlengroßhandlung;

die Ersteinrichtuna des Kastenlieferungs-Systems in Kaffes war eine soziale Tat

und von vielen Mitbürgern dankbar begrüßt.

Obwohl seine fünf Söhne und der Hauptteil des Personals am Kriege teilnahmen, vermochte Heinrich Wenzel den Betrieb mit seinen gesteigerten Anforde­rungen aufrechtzuerhalten; besondere Verdienste er­warb er sich um die flotte Abwicklung der Feldpost.

Heinrich Wenzel kannte nur Gipfelleistungen und Qualitätsarbeit. Seine einwandfreie Geschäftsfüh­rung brachten ihm manche Auszeichnungen und be­hördliche Anerkennungen ein.

Heinrich Wenzel war ein Mann der Tat, ein Self­mademan, ein gerader aufrechter Mensch, der neidlos dem von ihm gefetzten Ziele zustrebte und in feiner Art von manchem verkannt wurde. Er war ein Trä­ger des Organisationsgodankens, eine Führernatur, ein Bahnbrecher für sein Gewerbe und durch sein umfassendes Wissen in Fachkreisen sehr geschätzt. Er war Mitbegründer zahlreicher Berufsvereinigungen und stand bei diesen stets in vorderster Reihe. Sein scharfer Verstand ließ ihn mit Leichtigkeit schwierige Probleme überwinden. Er stellte an sich die größten Anforderungen und hatte darum auch Verständnis für den Wert der Arbeit seiner Mitarbeiter. Sein schlichtes Wesen ließ ihn nicht nach äußeren Ehren streben, sondern nur stilles Wirken bevorzugen. Mit feinem Empfinden linderte er unbemerkt manche Not.

Heinrich Wenzel verkörperte in sich vorzügliche Ei­genschaften: Offenen Sinn, Selbstlosigkeft, Pflicht­treue, Zuverlässigkeit und absolute Rechtlichkeit; er konnte sich der uneingeschränkten Achtung seiner Mit­arbeiter, Freunde und Kollegen erfreuen. Seine Lei- ttungen bestätigen -*.<t Erfahrungssatz, daß auf die Dauer nur dem Tüchtigen das Glück zur Seite steht.

Oberschlesien tätig fein. Der wirtschaftliche Träger der Schule ist der durch zahlreiche Vorträge in der Oeffentlichkeit bekannte Verein Freie Schule Kassel, e. V. Mit der Begründung der Waldorfschule (in Preußen find nur noch in Essen, Berlin, Hamburg und Hannover derartige SSchulen) wird die Provin­zialhauptstadt, in deren Mauern bekanntlich auch zu Ostern die Pädagogische Akademie ihre Pforten öff­net, um einen kulturellen Faktor bereichert, und auf pädagogischem Gebiet der Ausgangspunkt befruchten­der Anregungen gegeben.

Kaflel, 7. Mürz.

Präsident Dr. Schröder lojährig

Der Präsident der Landesversicherungsanstalt Dr. jur. und med. Johann Georg Theodor Schröder ist geboren am 8. März 1860 in Kassel als Sohn des Kaufmanns Schröder am Druselplatz (jetzt Firma Ruch). Er besuchte das Frrcdrichsgvmnasium m Kas­sel. Nach praki.scher Tätigkeit im juristischen Dienst bestand er Januar 1887 die große juristische Staats­prüfung.

Schon zu Ende der 1880er Jahre trat er in den praktischen Verwaltungsdienst der Deutschen Sozia- len-Verstcherungen em. Zunächst war er beim Ausbau der landwirtschaftftchen Unfallversicherung für Hessen- Nassau tätig und als im Januar 1891 die Jnvaliden- und Altersversicherung in Kraft trat, übernahm er die Dezernatsgeschäfte dieser Anstalt für Hessen- Naffau, die damals chr Verwaltungsgebäude noch in der Kölnischen Straße Nr. 31 hatte. Sehr wirksam betätigte er sich beim Ausbau der Invaliden- und Altersversicherung in unserer Provinz, sodaß sich die Landesversicherungsanstalt Hepen-Naffau sich eines guten Namens noch heute bei allen Landesversiche­rungsanstalten in Deutschla-d erfreut.

Im August 1891 bestand er bei der jujristischen Fakultät der Un.versität Göttingen die Doktor-Prü- suug mit Auszeichnung. In den Jahren 190313 war er auch Mltglied des Abgeordneten­hauses und wegen seiner großen Verdienste um den Aufbau der Sozialversicherung und seiner erfolg­reichen Tätigkeit bei gemeinnützigen Unternehmun­gen wurde ihm im November 1910 durch Kgl. Patent der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen.

Viele Anerkemtungen sind ihm zu teil geworden für fein vorbildliches, zielbewußtes und aufopferndes Wirken während des Kruges, namentlich auch für feine Betätigung in der Kriegsbeschädigten- Fürsorge. 1919 wählte der neugegründete Reichs­verband der Deutschen Landesversichermig ihn ein­stimmig zum Vorsitzenden des ständigen Ausschuffes und zugleich zum Vorsitzenden dieses Verbandes selbst. Im Jahre 1925 beschloß der Provinzialaus­schutz für Hessen-Nassau, ihn in Würdigung seiner Persönlichkeit und drgoßen Verdienste, die er sich um die Landesverstchernngsanstalt Heffen-Naflau erwor­ben hatte, mit der Amtsbezeichnung als Präsi­dent zu ernennen. Im Juli 1927 ernannte ihn die medizinische Fakultäi der Universität Marburg zum Ehrendoktor.

Der Provinziallandtag beschlotz, ihn auch über sein 65. Lebensjahr hinaus trit Amte zu halten und ver­längerte die Amtsdauer bis zum 68. Lebensjahre. Am 20. April 1828 schlug aber für den damals 68jährigen doch die Stunde, wo er nach dem Gesetz feinen Ab­schied nehmen mutzte, obwohl er sich damals und auch heute noch völliger körperlicher und geistiger Rüstig­keit erserut.

Der Reichsverband der Deutschen Landesversiche- rungsanstalt sowohl, wie auch der Revisionsverband der Baugenossenschaften konnten ihn, da sie nicht un­ter gesetzlichen toang stehen im Amte halten. So ist also der gesetzliche Ruhestand für den Präsidenten Schröder doch kein tatsächlicher Ruhestand geworden. Er arbeitet auch heute noch, wenn auch in eingeeng­tem Matze, noch segensreich mit an der Erfüllung der großen Aufgaben der deutschen Sozial-Verflche- rungen und dient somit auch noch weiter unserem Deutschen Volke, insbesondere der Heimatprovinz.

Wiederum hat der unerbittliche Tod eine über Kas­sel und die hessische Grenze hinaus bekannte Persön­lichkeit, einen Sohn unserer Stadt, aus einem ar­beitsreichen Leben hinweggerafft.

Fern der geliebten hessischen Heimat, im Herzen der Tiroler Berge, wo er gern Erholung suchend weilte, und wo er auch jetzt wieder zur Heilung eines Leidens sich aufhielt, ist er im 73. Jahre entschlafen, betrauert von allen, die ihm nahestanden. Mit Hein­rich Wenzel ist ein Mann dahingegangen, dessen Wir­ken und Bedeutung für das Kasseler Wirtschaftsleben selbst vielen Einheimischen nicht bekannt gewesen ist.

Nach seiner kaufmännischen Ausbildung drängte es ihn, der schon früh auf sich selbst gestellt war, hin­aus in die Welt, um fremde Arbeitsweisen kennen zu lernen. Durch langjährigen Aufenthalt in den Ver­einigten Staaten und Bereisung von England, Frank­reich und Italien gewann er den Weitblick und die Großzügigkeit, die seine späteren Unternehmungen auszeichneten.

Bald nach seiner Rückkehr, Ende der 80er Jahre, in einer Periode, in der ein frischer Zug die deutsche Wirtschaft belebte, gründet« Heinrich Wenzel mit sei­nem Bruder Conrad die Firma Heinrich Wenzel und betrieb auf dem Grundstück Wolfsschlucht 25 Spedi-

Besserung anstatt Vergeltung

Die Preußische Verordnung über den Strafvollzug.

rgr. Das Problem geht jeden an, denn je mehr die Kriminalität steigt, desto größer ist die Wahrschein­

lichkeit, daß er auch einmal darunter zu leiden hat. Deshalb hatte auch Staatsanwaltschaftsrat Dr. Stei­ner für seinen Vortrag interessierte Hörer, nicht nur au.s den Rechen des veranstaltenden Vereins, des G. D. 91.

1926 hatten wir nach Dr. Steiners Ausführungen 48 Millionen Strafmündige, davon waren 23 Mil­lionen Frauen. Die Kriminalität hatte 1926 zu ge­nommen, war aber 1927 gesunken. Von 600 000 Ur­teilen im Jahre 1926 lauteten 100 000 auf Freispre­chung. Von den 600 000 Verurteilten waren 500 000 Männer. 1929 ftieeg die Zahl der schweren Verbre­chen in Preußen um 19 Prozent gegen 1928, von 2584 aus 3080, ohne die Morde.

der Strafvollzug wird durch Verordnungen die Länder geregelt, aber es ist jetzt ein Reicksstraf- vollzusgesetz in Arbeit. Die preußische Verordnung über den Strafvollzug vom 7. Juni 1929 bedeutet eine Absage an den Grundsatz der Vergeltung und ist be­herrscht von dem Erzrehungsgedanken.

Erziehung des Gefangenen zu gesetzmätzigem und «eorbnetem Leben auch über den Tag der Entlassung inaus ist das Ziel.

Darum gilt es, den Gefangenen selbst für die Arbeit zu gewinnen, die der Strafvollzug an ihm leisten will.

dein seinen Willen in der Richtung sozialen Verhal­tens lenken. Das soll durch den

Strafvollzug in Stufen erreicht werden. Voraus geht in der Aufnahmeabtei­lung wissenschaftliche Untersuchung das Charakters und eine Erforschung des Vorlebens, um festzustellen, ob der Gefangene überhaupt e r z i e h bn a r ist. Ge­wohnheitsverbrecher, Ueberzeugungsverbrecher etwa werden vom Strafvollzug in Stufen ausgeschlossen.

In großen Zügen fei nun der Verlauf des Voll­zugs dargestellt. In der ersten Stufe können schon vom ersten Tage an Vergünstigungen gewährt wer­den, Hafterleichterung tritt erst später em. Die Ver­setzung in die zweite Stufe erfolgt nach einer be­stimmten Mindestfrist, wenn erwiesen ist, daß der Ge­fangene das Gesellschaftswidrige seiner Straftat «in- gesehen hat und gewillt ist, nach dieser Einsicht zu leben. In Stufe 2 hat der Gefangene größere Be­wegungsfreiheit. Es wird ihm das Gefühl des Ueberwachtseins genommen, er kann in Gemein­schaftsräumen seine Zeit verbringen. Bedenklich aller­dings ist di« Gewährung eines einwöchigen Fami­lienurlaubs.

Nach Stufe 3 gelangt der Gefangene, wenn er im­stande ist, seinen Willen im Sinne sozialer Einord­nung zu beherrschen. Er darf Besuch empfangen, und feine Korrespondenz wird nicht kontrolliert. Er hat eigene Kleidung und

wohnt in unverMossenen Räumen ohne Gitter.

Nun stehen ihm zwei Wochen Famalienurlaub zu. Der Gefängnisgefangene darf bei einem Meister au­ßerhalb der Anstalt arbeiten, das ist das einzige Plus, das er gegenüber dem Zuchthausgefangenen hat. Sogar Spaziergänge mit Beamten ohne Uni­form sind gestattet.

Dr. Steiner äußerte Bedenken gegen diese Rege­lung, indem sie keine Freiheitsentziehung mehr darstelle. Man solle lieber beding: entlassm.

Nach Entlassung erhält der Gefangene Kleid rng, Zehrgeld und freie Fahrt. Fürsorgevereine, welche die Oeffentlichkeit mehr unterstützen dürste, nehmen sich seiner an. In der Anstalt hatte er Gelegenheit zur Ausbildung und Weiterbildung in einem Be­rus, der ihm den Lebmensunterhalt sichern »ann

Wohin sehen «ir sm Sonnabend?

Staatstbeater:Die Sache, die sich Liebe nennt', 20 Uhr. *

Kleines Theater:Ratz oder trocken', 20 Uhr.

Kaffee Polter: Das grotze Programm, 21 Uhr.

Stadtvark: Reichszcntrale für Heimatdienst, Professor Dr. E. Jäckb-Berlin überAmerika und rott'. 20 Uhr.

Ufa-Theater: Ton-FilmDer unsterbliche Lnmv.

Palast-Theater: Erna Offenen aus der Bühne, im HilmteilDer Kriminalkavalier'. ,

Capitol-Theater: Tonfilm mit Richard TauberIch glaub nie mehr an eine Frau'.

CSafsalla-Theater: Tina GrallaFräulein Laus- undUm Recht und Freiheit der Prärie'.

Obeon-Lichtsviel_L:Unter Gauklern und Bellten undUm Recht und Freiheit der Krärie'.

Gaftftätte Gilbebaus: Gröhes VolksmaSkenfeft, 18 Uhr 60.

Gaft ftätte Bürgersäle: Grober Tanzabend, 20 Uhr. Stadtvark (großer Saals: Maskenball der Tnvensängcr, 20 Uhr 8.

Heut« Freitag:

Gaftftätte Gildehaus: Oesientlicher BortragDie Wunderkuren mit Hochfrequenz' von W. E. Bollaft, med. Drg.

Richard Tauber im Capitol

Ich glaube nie mehr an eine Frau".

Also hört man ihn wirklich, den betriebsamsten Tenor Europas, der in Opern, Operetten, Konzerten und auf Schallplatten zu hören war und nun zum ersten Mal auch im Tonfilm auftritt. Man bat na­türlich, da der Erfolg durch den Namen gesichert ist, um die Schlager, die Tauber zu fingen hat, einen Film herumgemacht, in dem Tauber denguten Karl" spielt, der, da er selbst feine Erfahrungen mit Frauen gemacht hat (,^Jch glaube nie mehr an eine Frau"), feinen Freund vor Enttäuschungen zu bewah­ren sucht. Der Freund ist Matrose, der sich in ein Straßenmädchen verliebt, ohne ihrenBeruf" zu ahnen. Es stellt sich o süße Dreigroschenromantlkk heraus, daß das Mädchen seine eigene Schwester ist. Folgt mißglückter Selbstmordversuch und eine Art Versöhnung, die durch eine sentimentale Schlutz- arie bekräftigt wird.

Tonlich ist manches sehr interessant: Singende Ma­trosen an Bord, Solo eines Fremden, der sich als Tauber entpuppt. Strahlend steht die groß« Stimme im Raum. Vorzug gerade der virtuosen Tauber- Stimme, daß der Ton ohne sichtbare Anstrengung dem Mund entströmt. Man hört das sentimentalste Pianissimo ebenso deutlich, wie die bekannten Fal- sett-Matzcken. Nur die Lieder selbst hätten bester sein müssen. Der brave Fütterer und der komische Hör­biger versöhnen in etwa mit dem billigen Milieu des Films. Maria Solveigs Stimme ist zwar klar aber zu dünn und hell.

Im Beiprogramm läuft ein köstliches Blondy-Lust- spiel, ein Fiftn aus der Altmark und di« Wochen­schau, in dem sich das deutsche Meistertanzpaar Je- null-HePprich auf einem Berliner Hochhausdach pro­duziert nach kitschig-amerikanischem Muster. v.

Ihren 70. Geburtstag feiert Frau Maria Als­feld, Kaflel, Wolfhagerstraße 21, am 8. März im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder.

Gründung einer Freien Waldorsschnle in Kassel. Dom Kultusministerium ist die Genehmigung zur Be­gründung einer Waldorfschule in Kassel auf der päda­gogischen und sozialen Grundlage der Freien Wal- dorfschnle in Stuttgart erteilt worden. Zu Ostern werden die drei unteren Klassen dieser Schule, die als Einheitsschule vom schulpflichtigen Alter bis zur Hoch­schulreife führen wird, eingerichtet. Es ist in Aus­sicht genommen, dem vorhandenen Bedürfnis nach Einrichtung der fünften Klasse (Sexta) zu entsprechen, wenn eine entsprechende Initiative von feiten der Elternschaft ergriffen wird. Das Lehrerkollegium für die einzurichtenden Klassen ist bereits berufen, in ihm wird neben anderen hervorragenden pädagogischen Lehrkräften die Rektorin einer großen Mittelschule in

Darum wird ihm in steigendem Matze Verantwor­tung übertragen, indem man ihn an der Gestaltung seines Geschickes teilnehmen läßt. Damit ist keine Lockerung und Verweichlichung des Strafvollzugs gegeben. Haupterziehungsmittel ist das Vertrauen zum Erzieher. Man verfolgt den Gedanken, im Ge­fangenen den Willen anzurmen, sich in eine Gemein­schaft einzuordnen. Man schafft darum Situationen, in denen er sich selbst erzieht. Früher konnte der Gefangene sich durch Wohlverhalten Vergünsti­gungen verdienen. Aber heule will man den Gefan­genen nicht kleine Vorteile sich erheucheln lassen, fon-

Mm her Unfälle

In einer Wirtshausschlägerei am Graben erhielt ein am Streit unbeteiligter 64jähr. Invalide aus dem Stadtteil Rotheitditmold einen tiefen Messerstich in den Kopf, so daß die Sanitätswache Fuldabrücke nach erster Hilfe für den Heimtransport des Bewußt­losen sorgen mußte.

Krüppel durch fremde Schuld. Unsere Leser er­innern sich noch an eine schon vor einigen Monaten stattgefundene Schlägerei in einer Wirtschaft am Zeughausplatz, wobei ein Dreher aus der Obersten Gasse einen solchen Stich in den Kopf erhielt, daß die Klinge abbrach und im Schädel stecken blieb. Der Täter war inzwischen zu 1 Jahr Gefängnis verur­teilt, während der Gestochene erst vor zwei Wochen als Krüppel aus dem Krankenhaus entlassen wurde. In­zwischen hatte sich sein Befinden so stark verschlim­mert, daß er gestern dur chdie Sanitätshauptwache in hoffnungslosem Zustand wieder zum Landeskranken­haus geschasst werden mußte.

In der Königftrabe ftietz ein Strahenbabnroagen mit einem Auto zusammen. Der Vorderteil des Autos wurde völlig zusammengedrückt. Der Fahrer verlebte sich durch die Zersplitterung der «chuvichklbe im Gesicht und an den Sünden. Das Auw muhte abgeschleppt werden. Di« Schuldlragc ist noch nicht geklart.

Phot. Langhammer

; Dich ist et noch Präsident und Vorsitzender vom Ver- ! bände der deutschen landwirtschastlichen Berussge-

Uoffenschaft.

Obstbauverein für den Regierungsbezirk Kassel. Am Mittwoch, den 12. März nachmittags 2 Uhr fin­det im Restaurant Stadt Stockholm Kassel Mittel- aafle die Jahreshauptversammlung des Obstbau- verein« für den Regierungsbezirk Kassel statt, wo ein Film »Der Obstbau im Altenlande" vorgeführt ^Die Chöre der Mechodistengemeinde veranstalten am Sonntag abend 20 Uhr einen Gesangsgottesdienst, bei dem das Oratorium von RückerDas verlorene Paradies" zum Vortrag gelangt Der Eintritt beträgt 50 Pfq. Im Anschluß an diese Veranstaltung hält nächste Woche Superintendent Meyer aus Bremen jeden Abend um 20 Uhr Vorträge über Zeitthemen. Zu diesen Vorträgen ist der Eintritt sret. . Näheres tft zu ersehen im Anzeigenteil dieses Blattes am Montag.

post-personalien

«a-fefcf- T*r QbertelearaVbemnivewr Reis von jy crni&r ben R U y e jt a nd getreten:

Ohervoftschanner Döriug in Kauer

i sind die Herde aller Fäulniserreger. Man hat durdi mikroskopischen Befund festgestellt, daß mehr als 10 verschiedene Bazillen, Kokken, Spirochäten, Schimmel- und I Hefepilze in dem Belag der Zahn - Zwischenräume enthalten sind, wenn die Zahnpflege vernachlässigt wird oder unvollkommen ist Als Folgen sind zu erwähnen: 1 übler Mundgeruch, häßlicher Zahnbelag und Zahnkrankheiten, insbesondere Zahnfäule (Karies) und Paradentose. Eine glatte Borstenfläche der Zahnbürste dringt

erklärlicherweise schwer in die Tiefe der Zahn-Zwischenräume ein. Aus dieser Erwägung heraus ist die Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt konstruiert. In Verbindung mit der berühmten Chlorodont-Zahnpaste ist eine gründliche Reinigung auch in den Zahn - Zwischenräumen möglich und der Efiek: ist schon äußerlich bemerkbar: Eltenbeinartiger Glanz auch an den Seitenflächen und angenehmer erfrischender Atem. Kaufen Sie bei Bedarf nur eine Chlorodont - Qualitäts-Zahnbürste, sie befindet sich in geschlossener hygienischer Verpackung, ist also von Menschenhand-noch nicht befühlt, wie dies beim Kauf leider oft geschieht, und kostet nicht .mehr als eine andere gute Zahnbürste. Einheitspreis l Mark, in zwei Härtegraden. Kinderzahnbürste 60 PL Verlangen Sie nur echt Chlorodont in blau-grün-weißer Originalpackung und weisen Sie jeden Ersatz dafür zurück. .- - ---------- ---------------

i -Ja

öffahrentrerde der Zahnfau'e