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Moldenhauer droht mit dem Rücktritt

Scharfe Auseinandersetzungen in der S.V.P. / Das gefährdete Zmanzlompromiß / Verbrecher im stanzösischen iieberschwemmungSgebiet

London, 7. März.

einemjener Schächeanfälle, an die Briand das fran­zösische Volk in der Vergangenheit leider gewöhnt

Die Besprechungen der beiderseitige» Unterhändler find so gnt rnie abge­schlossen. Die deutschen Unterhändler werden jetzt nach Berlin kommen, um den beteiligten Stellen über das jetzt vorliegende Gesamtergebnis Bericht zu er­statten. Das Reichskabineti wird dann zu dem Er­gebnis Stellung zn nehmen und zu entscheiden haben, ob der Vertrag unterzeichnet werden soll.

ließen. Bor allem erregt es unliebsames Aufsehen, daß die erhebliche Zahl von .300 Verletzten ju verzeichnen ist. Ja seitenlangen Schilderungen wird fcftgrftdU, daß der Zusammenstoß zwischen Po­lizei und Demonstranten oaS schlimmste gewesen ist, was man in dieser Beziehung seit vielen Jahren erlebt hat. Dabei findet da? Verhalten der Polizei oder besser ihrer linieren Organe in bei­den politischen Sagern scharfe Kritiker.

Die demokratischeWorld" wie das rechtsrepu­blikanisch eingestellle BlattHerold Tribunr" er­klären in ihrem Leitartikel, die Maßregeln der Po- lizelleirung seien wohl überlegt gewesen und durch­aus geeignet, jedes Blutvergießen zu verhindern, wenn nur die Mannschaften der Polizei bessere Disz-plin gezeigt hätten.Herald Tribüne" stellt fest, daß man Kriminalbeamte mit Jour­nalistenausweise ersehen hatte. Gerade diese Kriminalbeamten hätten fick, so erKürt das Vl«tt, wie Irrsinnige im Blutrausch" benommen.

Auch aus anderen Städten laufen jetzt Meldun­gen ein, die erkennen lassen, daß es ziemlich stürmisch hergegangen ist, so in Detroit, wo die Polizei mit Straßenbahnwagen und Omni- buffen rücksichtslos in die Menfchrnmaffen hineiuge- fahren sein soll. Die Verhaftungen belaufen sich auf über 30.

Aus Pittsburgh werden mehr als 25 Verletzte, aus Milwaukee 43 Verhaftungen gemeldet

DerMr Tag" in Amerika

Scharfe Kritik an der Polizei.

Reuyork, 7. Mürz.

Die Berichte und Kommentare der Morgenblätter zu den gestrigen Kommunistendemonstrationen zei­gen daß di, Vorgänge im einzelnen doch wesentlich stürmisch« waren, als dir ersten Berichte erkennen

Das deuifth-amerikanifche Schulden-Abkommen

Washington, 7. März.

Staatssekretär Mellon hat den Bericht des ame­rikanischen Präsidenten Hoover über das deutsch-ame­rikanische Schuldenabkommen dem Kongreß in Was- hingwn übermittelt und dabei erneut betont, daß die Vereinigten Staaten jede offizielle Beteili­gung an der B.J.Z. absrhnten. Er erklärte, daß Ame­rika seine Ansprüche gegen Deutschland habe feststellen lassen durch Körperschaften, die absichtlich unabhängig von der europäischen Revarationsmaschinerie gehalten seien und in denen Deutschland gleichberechtigt Sitz und Stimme hat. Die U. S. A. würden sich auch fer­nerhin an der Verteilung der von Deutschland zu zah­lenden Reparationen nicht beteiligen und würden keinerlei Garantien für die laufende Zahlung verlan­gen. Für Amerika sei die einzige Garantie, seine Schulden bezahlt.zu erhalten, der gute Wille Deutschlands, an dem nicht zu zweifeln sei. Die deut­schen Zahlungen an Amerika werden in einem länge­ren Zeitraum erledigt sein, als im Dawesplan vor­gesehen war.

Nach den zwischen Deutschland und den U. S. A. direkt getroffenen Vereinbarungen werden in den er sten 37 Jahren je 66,1 Millionen Reichsmark und für die weiteren 15 Jahre je 40,8 Millionen Reichsmark gezahlt werden. Mellon schlägt dem Kongreß im Ein­vernehmen mit Hoover vor, daß während der ganzen 52 Jahre alljährlich 40,8 Millionen Reichsmark auf das Konto der privaten Schadensersatzleistungen und 25,3 Millionen Reichsmark auf das Konto der Be- fatzungskosten verrechnet werden fallen. Diefer Vor- fchlag wird wahrfcheinlich vom Kongreß einstimmig angenommen werden, womit nunmehr die Repara­tionsverpflichtungen Deutschlands Amerika gegenüber abschließend geregelt fein dürften.

Die deutsch-polnischen

Verhandlunaen

Besprechungen der Unterhändler nahezu. beendet.

Berlin, 7. März

Die Meldung, daß der deutsch-polnische Handels­vertrag am Donnerstag in Warschau bereits unter­zeichnet worden sei, eilt den Tatsachen voraus.

Wndereien im Anwettergebiet

Eigener Draht bericht.

Beamten in der Politik ange- !.cAe_n J?eJben' kem Pflichterfüllung und Tüchtigkeit fber aber außerhalb seines begrenz­ten Wirkungskreises vollständig blind ist.

6 to 8" l°6t über Tirpitz: Die einzige Fta.n. tbni erweisen kann, wenn man & ,etIV Weltanschauung verabscheut,

karerNgner^war^ to'lU^ furcht­

est. Berlin, 7 März.

Auf Grund des Kabinettsbeschlusses über das Finanz- und Steuerprogramm haben nunmehr die Verhandlungen der Fraktionen eingesetzt, die mehrer- Tage in Anspruch nehmen werden, die aber schon jetzt ein sehr unerfreuliches Bild in Aussicht stellen Es war zwar vorauszusehvn, daß die Par­teien sich nicht ohne weiteres auf den Boden eines Kompromisses stellen würden, aber es hat doch über­rascht, mit welcher Schärfe die Gegensätze zwischen den Koabitionsparteien in diesen Fragen sofort hervorgetreten sind.

Insbesondere in der Fraktion der Deutschen Bolkspartei ist es gestern sehr lebhaft zugegangen. Der Widerstand gegen das Kompromiß ist bei der Mehrheit der Fraktion so stark, daß Finanzmßnister Dr. Molden- hauer gestern mit seinem sofortigen R ii ck- tritt drohte, und erst daraufhin hat die Frak­tion dann einen Beschluß veröffentlicht, der eine etwas milbere Stellungnahme erkennen ließ.

Die Fraktion hat nnnmehr erklärt, sie werde tn den weiteren Verhandlungen auf Abänderung des Programms im Sinne der voltsparteilichen For­derungen dringen Zum mindesten ist damit dir Drücke für weitere Verhandlungen noch nicht abge-

Heu aber die Stimmung der Mehrzahl der volksparteilichen Abgeordneten ist außerordentlich scharf gegen ras Kompromiß eingestellt, und da auch der Fraktionsslihrcr dieses Kompromiß ablelMt, so ift vorläufig noch nicht zu erkennen wie die Volks- parte- mit den anderen Parteien zu einer Einigung gebracht werden fall.

Die Sozialdemokraten haben bisher eine vorsichtige Zurückhaltung geübt und haben noch keinen Fraktionsbeschluß veröffentlicht. Dafür ergreift heute der finanzpolitische Vertrauensmann der Partei, der Abgeordnete Hertz, in einem Artikel des Sozial­demokratischen Pressedienstes" das Wort und kritisiert die einzelnen Steuervorschläge zum Teil sehr scharf. Vor allem aber wendet er sich gegen den Vor­schlag, daß für das Jahr 1931 schon jetzt gesetz­liche Verpflichtungen im Sinne einer Steuersenkung übernommen werden sollen. Er erklärt, daß die Sozialdemokraten in keinem Falle derartige Besprechungen mitmachen könnten, und daß sie keine gesetzlichen Verpflichtungen für eine Steuer­senkung übernehmen dürften, so lange die Mittel für diese Steuersenkungen nicht zur Verfügung stehen, so­lange die finanzielle Gesundung nicht erreicht, und solange die sozialen Ausgaben noch nicht gesichert seien. Wenn man berücksichtigt, daß gerade in diesem Punkte die Deutsche Volkspartei in umgekehrtem Sinne unzufrieden ist, nämlich weil ihr die Bindungen für eine Steuersenkung im nächsten Jahre nicht ausrei- cheiw sicher erscheinen, so kann man ohne weiteres er­messen, wie schwer es fein wird, die Schwierigkeiten in dieser Frage zu überwinden.

Es ist jedoch sehr bemerkenswert, daß derVor­wärts" heute neben diesem Artikel des Abgeordne­ten Hertz gleichzeitig einen offenbar von parteipolbi­scher Seite beeinflußten Bericht bringt, in welchem gesagt wird, daß diese Stuervorlage zwar nicht

-/Die Zeit arbeitet für Frankreich"

Französische Stimmen zur Fkotteukonferenz.

_ n . _ Paris, 7. März.

D«r Londoner Berichterstatter desEcho de Paris" tritt anläßlich des bevorstehenden Liedererscheinens ^"'ranioii,chen^elegatlon auf der Seemächtekon- lerenz mit besonderem Nachdruck dafür ein hnfc Frankreich an den von feinen Vertretern bisher ver- sochtenen Forderungen nicht das geringste nachläßt. Er charakterisiert die Lage als besonders günstig da Maedonalv vor dem Kampf um das engflsche Bud­get. der am 13. April beginne, und unter Umständen folgenreich sein könne, noch Zett haben wolle um stck etwas auszuruhen. Maedonald wünsche alko dich auf der Seemächtekonferenz in drei Wochen alles zu Ende und unterzeichnet sei. Er könne aber nur bann hoffen, zum Ziele $u gelangen, wenn es chm gelinge, sich mit Frankreich zu verständigen.

Die Zeit arbeite also für Frankreich. Maedonald stehe zur Zeit noch unter dem entscheidenden Eindruck daß Frankreich entschlossen auf seinen Forderungen beharre; wenn die französische Delegation festbleibe dann müsse das französische Programm sich auch durchsetze«. Schließlich warnt der Korrespondem vor

Ein furchtbarer Gegner"

Eigener Drahtbericht.

Alugzeugunfall bei der Msarhk-parade

Prag, 7. März.

Die gestrige Militärparade der Prager Garnison die anläßlich des 80. Geburtstages des Präsidenten Masaryk stattsand. endete mit einem schrecklichen Flugzeugunglück. Gegen 4 Uhr nachmittags stieg vom Prager Flugplatz eine Stafette von 40 Militärflug zeugen auf, die sich über der Irrenanstalt zu entfal­ten begann. Bei diesem Manöver stießen in einer Höhe von 40 Meter zwei Apparate mit einer ungeheuren Detonation zusammen und stürzten zur Erde.

Einem der Piloten gelang es noch, mit dem Fall- Wm abzuspringen, doch öffnete sich zum Schrecken der taufenden von Zuschauern der Schirm nicht so­daß der abspringende Pilot zur Erde stürzte und'zer. iii.me.iert tot liegen blieb. Wenige Sekunden danach stürzten auch die beiden Apparate zur Erde und be­gruben die drei übrigen Piloten, die nur als schreck­lich verstümmelte Leichen geborgen werden konnten.

Einigungs-Versuche des Kanzlers

Don unserer Berliner Schriftleitnng.

die ungeteilte Zustimmung der Sozialdemokraten finden könnte, daß sie aber leider aus dem Zwange der Verhältnisse hervorge- gangen sei. Man möge über diese Vorlage im ein­zelnen urteilen wie man wolle, die Sozialdemokraten könnten sich jedenfalls der Verpflichtung nicht ent­ziehen, den öffentlichen Haushalt in Ordnung zu brin­gen und damtt die Grundlagen für ein normales Funktionieren der sozialen Institute und der grsam- ten Wirtschaft wieder herzustellen.

Das Bemerkenswerte dieses ^vorwärts"-Ar­tikels ist, daß daraus, bei aller Kritik der Finanz­vorlage, der entscheidende Wille der Sozialdemo­kratie hervorgeht, innerhalb der Koalition an der Durchführung des Finanzprogramms mitzuarbei­ten, während man bei der Dentfchen Bolkspartei den überwiegenden Willen seststellen mutz, jetzt aus Anlaß der Differenzen über das Finanzpro- gramm aus der Koalition auszuscheiden.

Beim Zentrum sind wiederum ganz andere Mo­tive in der Stellungnahme zum Finanzprogramm maßgebend. Zu einer fachlichen Kritik ist es beim Zentrum bisher überhaupt noch n cht gekommen, sondern diese Partei bewegt sich immer noch im Kreise um ihre Forderung, eine finanzpolitische Bin­dung der Parteien vor der Ratifizierung des Aoung- planes zu erre chen. Allgemein ist man bei den Par­teien der Ansicht, daß das Zentrum nur nach partei- technischen Gesichtspunkten die Notwendigkeit dieser Ratifizierung des Poungplanes ausnützen will, um damit einen Druck im Sinne der Annahme des Fi­nanzprogramms auszuüben, weil man später dieses Finonzvrooramnl nicht mehr so leicht durchführen konnie.

Vorläufig ift die Stimmung im Plenum ange­sichts dieser saueren Widersprüche innerhalb der Parteien recht pessimistisch, aber man weist darauf hin, daß ja noch mehrere Tage bis zur endgültigen Entscheidung zur Verfügung stehen. Der Reichs­kanzler wird im Laufe des morgigen Sonn­abends die Parteiführer empfangen, um sich von ihnen über die Stellungnahme der Fraktionen zum Beschluß des Kabinetts berichten zu lassen.

Ob bis dahin bereits eine Einigung erzielt ist, muß Sark bezweifelt werden, aber man will im Parlament och nicht daran glauben, daß nach dem Einigungs­beschluß des Kabinetts nun doch noch der völlige Aus- einanderfall der Koalition kommen wird. Insbeson­dere appelliert man an den Führerwillen der Reichs­regierung, der es schließlich gelingen müßte, die Differenzen zwischen den Regierungsparteien zu über­winden.

Schchel gegen die Siersteuer

Berlin, 7. März.

Wie die Reichstagskorrespondenz der Bayerischen Bolkspartei metbet, wurde die Vorlage über die Bier­steuererhöhung in der Reichskabineltssttzung unter dem schärfsten Protest des Reichspostministers Dr. Schätzei angenommen.

Paris, 7. Marz.

Bei den höher gelegenen Ortschaften in Südsrank reich beginnen die Wasser langsam abzuftietzcu, so daß allmählich mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden kann. Da einzelne Dörfer ganz, andere zu Dreiviertelu oder zur Hälfte zerstört worden find, wird es noch Tage und Wochen dauern bis die Trüm­mer soweit aufgeräumt find, daß man eine genaue Bilanz der Todesopfer ziehen kann.

Häßliche Begleiterscheinungen treten auch schon auf. In Montauban wurden

einige Individuen verhaftet, die die halb zerstör­ten Häuser, die natürlich für jedermann offen- stehen, ausplündern.

Das Gericht machte kurzen Prozeß mit diesen Unmen­schen und »«urteilte sie zu mehreren Jahren Gefäng­nis. Die Unterwelt von Toulouse und besonders von Marseille scheint die Gelegenheit benutzen zu wol­len, um aus dem Elend und Unglück Tausender von Menschen Nutzen zu ziehen.

Eins der schönsten Schloss« der Gegend, das dem Grafen von Reymes gehört, wurde von Ver­brechern aus Toulouse, die im Kraftwagen ange fahren kamen, ausgeplündert

und zahlreiche Waffen wurden gestohlen. Die großen Paris« Zeitungen haben ihre Sonderberichterstatt« in das Ueberschwemmungsgebiet entsandt, die teil- weife in Flugzeugen photographische Aufnahmen machen. Auf vielen der Bilder «scheint das, was früher ein blühendes Land war, wie

ein einziges weites Meer, aus dem hier und da die Dächer von Häusern, Kirch­türme usw. herausragen. Die G a r o n n e, deren Bett bei «gen ungefähr 200 Met« breit ist, hat jetzt eine Breite von etwa fünfzehn Kilometern. Zahl­reiche Beileidskundgebungen aus der ganzen Welt find bei dem Präfldenten der Republik eingelaufen u. a. von den Königen von England, Belgien und Spanien.

Die Morgenblätter würdigen das Andenken des Großadmirals von Ttrpitz in ausführlichen bw- graphifchen Aufsätzen und größtenteils auch m Leit­artikeln. Der organisatorischen Fähigkeit und der Arbeitskraft des Schöpfers der deutschen Flotte wird uneingeschränkte Anerkennung gezollt, sein Po­litisches Wirken dagegen wird, wie zu erwarten war sehr abfällig beurteilt.

So tagtTimes": Er ist bis zu seinem Ende.ein unbelehrbarer Anhänger der Auffassung gewesen, daß Macht vor Recht geht. 'Moralische Verblendung verzerrte fein Urteil derartig, daß er niemals ein» sah, welch großen Anteil feine meisterhafte Befür­wortung diefer bösartigen Theorie an dem Zusam­menbruch seines Landes hatte.

Daily Telegraph" spricht von un­heimlichen diplomatischen Geschicklich­keit des Verstorbenen und äußert: Er teareine Verkörperung des preußischen Geistes, ruckiichlslosen nationalen Ehrgeizes, aber er verkörperte in uch noch diel mehr, was ihm einen größeren Anspruch daraus gibt, in der Erinnerung fortzuleben.

Daily Expreß" meint: Es gibt wenig Män­ner in der Geschichte, die von ihrem Patriotischen Eifer derart in die Irre geführt worden sind.

Daily Mail" huldigt der eisernen Willens­kraft und der fchöpferischen Geschicklichkeit des Ver­storbenen, fagt aber: Er war, ohne es zn wollen, Deutschlands schlimmster Feind.

Die liberale Presse äußert sich dutchaus feind­selig.Daily Chronicle" «klart: Großad­miral von Tirpitz bildet mit dem Fürsten Bulow und dem vormaligen Kaifer die Gruppe von deut­schen, die am meisten getan hat. den Zündstoff anzu­häufen, der den Wellbrand oerMaM^ Er lew als

Die Grundlage der Vereinbarungen ist bekannt­lich gegenfettige Zubilligung des Meistbegünstigung s- rechts, die sich auf Warenverkehr/ zollpolitische Be­handlung, Niederlassungsrecht, Schiffahrt, erstreckt. Man hat es dessenungeachtet im Ganzen trotz der Bezeichnungkleiner Handelsvertrag" mit einem vielseitigen, den mannigfachen wirtschaftlichen 'In­teressen beider Staaten Rechnung tragenden Ver­tragswerk zu tun, das somit eine Mittelstufe zwi­schen einemkleinen" Meistbegünstigungsvernage und dem in früheren Stadien angestrebtengroßen", auch Konventionalzölle in sich schließenden Vertrage darstellt. -

Die für die Betätigung deutscher Gewerbetrei­benden in Polen wichtigen Rechtsfragen. Probleme des Personalstatuts und des Gesellschaftsrechts, die technischen Voraussetzungen für die Arbeit der drei in Polen zu konzessionierenden deutschen Schift­fahrtsgesellschaften werden durch den Vertrag ge­regelt. . ' ' . ' -' / ,

In der schwierigen Schweinefrage konnte die Einigung bereits vor einigen Tagen erzielt werden, als die Polen aus ihre frühere Forderung Verzicht« hatten, das Schweinekontingent in Deutsch­land aus dem freien Markt absetze» zu dürfen, deut- scherfeits aber zugleich kein Zweifel darüber gelas­sen worden war, daß die restlose Abnahme.des Kon­tingents durch organisatorische Maßnahmen gewähr­leist« sei.

In der Kohlen frage trist eineSaldierung" (periodische Erhöhung zum Ausgleich der deutschen Kohlenlieferungen nach Polen) des den Polen zuge­standenen Kontingents ein, dessen Tonnenzahl dafür eine entsprechende Verringerung aus 320.000 . Ton­nen erfahren hat. Einen schwierigen Punkt der Schlußverhandlungen haben, die Deutschland zyzu- biBigen u. Einfuhrkontingente für die in Polen auch den anderen Vertragsstaaten gegenüber einfuhrver­botenen Waren und die Vergünstigungszölle für die in Polen nicht hergestellten Maschinen und Appa­rate gebildet. -

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Nummer 56

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Freitag/ 7. März 1930

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