Kasseler Neueste Nachrichten
I
20. Zahrganß
Mittwoch, 5. März 1930
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig
Kummer 54
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Stunden des Schreckens
(Eigene Drahtmeldung.)
alle Rechts«!emenie umfaßt", "und das
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abgesagt morden.
Auf dem Wege zur Einigung
Greueltaten -er GPU
Ein neuer Kompromißvorschlag Mol-enhauers
Trotz allem wird das Kabinett Tardieu, das ja . zweifelsohne
........ , Paris, 5. März.
Das Ministerium Tardieu tritt heute vor das Parlament. Man erwartet wieder eine leidenschaftliche Debatte in der Kammer; sie wird nur ausbleiben, wenn etwa die tragischen Ereignisse im Uober- schwemmungsgebiet der Opposition Veranlassung geben sollten, ihren Eifer zu dämpfen.
Das Kabinett Tardieu wird in seiner Programmerklärung zweifelsohne das Wirtschaftlich^fi- nanzielle Moment in den Vordergrund stellen, da es alle Veranlasiung hat, eine Diskussion über seine Zusammensetzung zu vermeiden, die immerhin gewisse Angriffspunkte gibt. Es ist doch kein Geheimnis, daß die Person des Ministerpräsidenten die Schaffung einer weitgehenden Konzentration verhindert hat. Eine Personenfrage hat also eine innerpolitische Entwicklung aufgehalten und damit logischerweise auch den Gang der parlamentarischen Geschäfte erschwert, wenn nicht gar verlangsamt.
Abwehrmaßnahmen in U. S. A.
Neuyork,5. März.
Frankreich wieder in die Lage kommen, anderen Ländern Geld zu leihen.
polillfthe Wochenend-Gespräche
-fach Erklärungen, die der, französische Botschaftssekretär Jttles Henry in Washington in Vertretung des Botschafters Claudel bei einem inter- nätionalen Essen abgab, würden die französischen Rüstungen wahrscheinlich vermindert werden, sobald die* Deutschen Anleihen in Frankreich apfnehmen würden.
Henry äußerte, daß ein Vergleich der gegenwärtigen Wirtschaftslage, Frankreichs mit dem Wohl-
DMalm-Geruchte in Spanien
Madrid, 5. März.
Der Ministerrat am Dienstag wurde erst gegen Mitternachr beendet, ohne daß die Minister irgend eine neue Erklärung abgegeben hätten. Berenguer teilte der Presse lediglich mit, daß völlige Ruhe im Lande herrsche und daß er hoffe, in ungefähr vier Wochen eine größere Propagandafreiheit, besonders für die monarchistisch gesinnten Bestrebungen, zulassen zu können. Außerdem erklärte der Ministerpräsident, er hoffe in nicht allzuserner Zeit trotz aller Schwierigkeiten zu den Wahlen schreiten zu können.
Die Lage ist weiterhin gespannt. Trotzdem aber ist eS möglich, daß auf Grund der neuen Wahlversuche des Ministerpräsidenten sich die aufgeregten Gemüter entspannen werden. Die Gerüchte um den General Martinez Anido und um eine zweite Diktatur wollen nicht verstummen Die Lösung der ganze Frage liegt nach wie vor in de» Händen des Königs.
Furchtbare Verwüstungen in Südfrankreich
Zahlreiche Todesopfer der ileberschwemmungskatastrophe / Kein Äoiopser, sondern geringe Seiiragserhößvng? - Wie die G.p.ss. arbeitet
a nicht eine einzige Stimme ___________
te, also über die Maringruppe hinaus, verlieren wird, eine Mehrheit erreichen. Man kann sie schon jetzt zlffernmmaßig bezeichnen. Gegen das Kabinett werden stimmen: 10 Kommunisten, 99 Sozialisten, 115
stände vor dem Kriege durchaus günstig aussalle.
„„ In den französischen FiuanzerhülMissen liege die für Donnerstag I größte Friedensgarantie für Mitteleuropa. Rich I der Lösung seiner eigenen Schwierigkeiten, werde
London, 5. März. Die Liberale Parlamentarisch« Partei hat gestern abend in einer Sitzung ein Vertrauensvotum für Lloyd George angenommen.
Hessische Abendzeitung
«roetgennretfe: ©eWäftJ. and SumtNen-Anzetgen Vie 30 mm • Stile N Pfennig. Kleine Anzeigen
Saget daS Wort 7 A. Auswärtige Kleine Anzeigen Sie SO mm breite Stile 11 A. Anzeigen im iReHameteil «te 78 mm breite Zeile 45 4 Oiiertgebübr 25 A ibei Zustellung 85 II. - ftür das Erscheinen von Anzeigen in bestimmten Ausgabe», an besonderen Plätzen und für televbonikch erteilte Buttrige keine Gewabr. Rem» nungSb^räge mnerbalb ooi 5 Tagen zahlbar. Gerichisnand Kassel. — Postscheckkonto Krankiurt a. M. 6380.
neue Schreckensnachrichten kommen aus den Ueber- schwemmungsgebietsn. In R e y n i e s
stürzte ein Haus zusammen, in dem sich drei Personen befanden,
von denen man nichts mehr gesehen hat. Sie sind wahrscheinlich umgekommen. — In St. A n t o n i n sind zwei junge Burschen im Straßengraben ertrun- en. In Samer sinv von einer Siedlung.
von hundert alten Häusern nur einige fümmerlidfe Reste übrig geblieben.
In Cast res ist ein Rettungsboot mit drei Personen gesunken. Alle drei ertranken mitten auf der Straße, die zu einem rasenden Fluß geworden ist. In diesem Städtchen sind 200 Personen obdachlos.
Auch Bordeaux wird neuerdings vom Hochwasser bedroht. Die Garonne steigt um 25 Zentimeter in der Stunde- Ein Teil der Hafenanlagen wird in kürzester Zeit überschwemmt sein. Alle Flüsse führen außer Haushaltungsgegenständen der verschiedensten Art tote Tiere in großer Anzahl mit sich.
Sehr schwer dürste die Stabt St. Sulpice mitgenommen fein, in der nicht weniger als 21 Häuser eingestürzt sind. Die Eisenbahnstrecken Albi—Toulouse und Albi— Castres sind unterbrochen. Der Canal du Midi ist über seine User getreten. Zwischen Narbonne und Carcassonne liegt jeder Verkehr still.
Staatliche Hilfsaktion
Ministerpräsident Tardieu erklärte dem Senator Sarraut und dem Abgeordneten Leon Blum, die bei ihm wegen der Ueberschwemmungsschäden in ihren Wahlkreisen vorstellig geworden find, daß, er heute der Kammer einen Gesitzentwurf «zur schleunigen Bewilligung von 300 Millionen für die Geschädigten »erlegen werde
Ser Internationale Arbeitslosentag
infolge eines Dammbruches. Wie eine ungeheure meterhohe Flut sind die Wasser des geborstenenDam- mes über Teile der Stadt hereingebrochen. Ein Wanderzirkus hatte gerade feine Vorstellung beendet, und viele Einwohner befanden sich aus den Straßen, als Plötzlich ein Getöse einfetzte, dem unmittelbar daraus eine meterhohe Flutwelle folgte. Die Lichter erloschen sofort, sodaß die entsetzte« Bewohner in der Dunkelheit nicht wußten, wohin sich wenden. Das Rauschen des Wassers wurde übertönt durch das «rachen zusammen stürzender Häuser uub verzweifelte Hilferufe Ertrinkender. Da alle Verbindungen mit den Städten unterbrochen sind und die Ausräumungsarbeiten nur langsam vor- wärt schreiten, konnte die Meldung von hundert Todesopsern zunächst noch nicht nachgeprüft werden.
Flugzeuge $ur Aufklärung anzesorderl!
Kasseler Abendzeitung.
Erscheinungsweise: wöchenM» fe68ma! »aSmittagS. AbonnementSoretS: Hhr de» Monat 2,30 Jt bet tretet 8n- teHune ins Haus, t» der (SetoäftSftene abgebott 2,10 Jt Durch die Poft monatlich 2.30 Jt ausschließlich Zu- tellungsgebübr. Zn -tällen von höherer Gewalt besteh! kein Ansvruch auf Lieferung der Zeitung oder am Rückzahlung des Bezugsvreiietz. Verlag Sckriltleitung und Druckerei: Kölnische Straße 10. — Telephon: Sammelnummer 6800 Jnriftilche Sprechstunde leben Dienstag von 6 bis 7 Uhr Kölnische Straße Nr 10.
Lord Beaverbrooks Blatt „Daily Expreß" bezeichnet den gestrigen Tag ass denkwürdig für die kommenden Generationen und sagt begeistert: „. gro6ej, neuer Tag ist angebrochen für die Bewohner unserer Inseln und für die Länder jenseits der Meere, wo unsere Stammesgenoflen wohnen!"
Die Berwaltnnaen zahlreicher Großstädte Amerikas haben im Hinblick Auf die geplante Kundgebung am Donnerstag, dem sogenannten „Internationalen Ar- beitslosentag", die amerikanische« Kommunisten davon in Kenntnis gesetzt, daß sie keine Ausnutzung der Ar- beitslosensrage für Straßenkundgebungen zulassen würden. Angesichts dieses Verbotes find 3 2 A r • beitslosenkundgebnngen T* “
Die liberale „Daily News" spricht von dem Ableben der Vereinigten Reichspartei und äußert: „Der erste organisierte Versuch, England vermittels einer Zeitunasdiktatur lenken zu wollen, hat gestern in einem lächerlichen Abgesanä fein Ende gefunden. Lord Rothermere und Lord Beaverbrook werdest, -durch Erfahrung gewitzigt, wieder unter den alten Regenschirm zurückkehren, dessen Griff fest in der Hand Baldwins ruht."
Macdonalds Einladung an Tardieu.
London, 5. März.
Macdonald hat an Tardieu eine Einladung gerichtet, das Wochenende mit ihm in Chequers zu ver, bringen. Tardieu wird am Sonnabend spät abends in London erwartet. Montag dürfte er wieder nach Paris zurückkehren. Die Verhandlungen zwischen den beiden Staatsmännern werden privat sein, da Tardieu der französischen Abordnung, die Ende der Woche wieder in London erwartet wird, nicht angehört.
Die gestrige Sitzung der Hauptvertreter hat ohne nennenswerte Verhandlungen wieder abgebrochen werden müssen, da sich im Eegensatz zu anderen Erwartungen herausstellte, daß der französische Botschafter über keinerlei Anweisungen aus Paris verfügte.
sinter dem alten Regenschirm
Wiedervereinigung der englischen Konservativen.
London, 5. März.
Zwischen den Konservativen und der neuen Vereinigten Reichspartei ist es zu einer Wiederversöhnung gekommen, die in zwei Kundgebungen Baldwins und Lord Beaverbrooks zum Ausdruck kam. Diese Wisderversöhnung wird von den konservative« Blattern mit Genugtuung, von den linksstrh.-ndeu / mit Ironie ausgenommen.
Eine Bauernfamilie berichtet.
Warschau, 5. März.
Wie die hiesige Presse meldet, berichtet eine fleben- köpsige Familie, die nach abenteuerlicher Fahrt und unter furchtbaren Strapazen aus Rußland über die Kreuze nach Polen flüchtete, von neuen furchtbaren Greueltaten der G. P. U.
Aus dem Bericht geht unter anderem hervor, daß die Sowjetfunktionäre die Kirche in dem Heimatorte des Flüchtlings verwüsteten und den Geistlichen bei streng st er Kälte nackt an einen Baum aufgehängt hatten. Den Eemeindemitgliedern fei unter Todesandrohung verboten worden, den unter furchtbaren Qualen erfrierenden Geistlichen zu retten. Die Männer der E. P. U. hätten sich über den Sterbenden lustig gemacht und ihn unter V e r - spottung der Leidensgeschichte Christi aufgefordert, sich doch von seinem allmächtigen Gott wärmen und vom Strang Befreien zu lassen. Er selbst — der Flüchtling — habe die Leiche des Priesters in der Nacht abgeschnitten und im Schnee verscharrt.
Aus Furcht hätte er mit seiner Familie das Dorf noch in der gleichen Nacht verlassen und sich zu Fuß zur polnischen Grenze durchgeschlagen. Als sie dort vollkommen erschöpft eintrafen, brach die Bäuerin unter der Last ihrer zwei jüngsten Kinder fast zusammen, während der Bauer seine 80sährige Mutter, auf einem Fell ausgestreckt, hinter sich Herzog.
Paris, 5. März.
3« de« fünf Departements i« Süden Frankreichs, die in den letzten Tagen von einer wahren Sintflut heimgefucht worden sind, scheint jetzt die Sonne wieder. Langsam weichen die Wasser und lasse« ei« gräßliches Bild der Verwüstung zurück. Mau köuute glauben, die Gegend sei der Schauplatz eines schweren Kampfes gewesen. Fast kein Haus ist unbe- fchädigt gebliebe«. Zahlreich find die Ruinen, die jetzt aus deu zuriickgehenden Fluten herauszuragen begin- aen. Die Weinberge stehen zerstört da. Untcr' igt Tier- ieiche« werden von den Fluten angeichw:
Die Zahl der Todesopfr noch ui » -^ernd genau festgestellt worden.
Au die dreißig Leichen wurden bereits geborgen; ebensoviel Menschen ober noch mehr werden noch vermißt. Die meisten Dörfer sind ohne Licht. Die Besorgung mit Lebensrnitteln konnte glücklicherweise aufrecht erhalten werden. Man kann stch ein Bild von d-r Größe der Katastrophe machen, wenn man erfährt, daß in Lavour z. B die Wasser zehn Meter hoch standen.
Die Häuser ragten nur noch mit den Dachwitzen aus den Fluten heraus.
Die Telefon-, Telegrafen- und Eifenbahnverbiudungen i« dieser Gegend sind unterbrochen. Zwischen Toulouse und Bordeaux kann kein Zug verkehren.
Ueber B s z i e r s brach die Flut mit einer derartige« Schnelligkeit herein, daß zahlreiche Einwohner nicht mehr aus den Häusern konnten. Der Wasserstau» «reichte teilweise eine Höhe von zehn Metern. Dte Bewohner konnten sich auf die Dächer flüchten, von wo sie dann von ihre« Retter« in Booten in Sicherheit gebracht wurden. Das Äriegsminifterium veröffentlicht eine Mete, wonach ein Offizier, zwei Unteroffiziere und vier Soldate« bei dem Ret- tungswerk ums Leben gekommen siiü>.
Die Blatt« sprechen von hundert Todesopfer
। ' in Moissac
Radikalisten und etwa 60 Abgeordnete, die sich aus den kleinen 'Gruppen zusammensetzen. Die Opposition wird also etwa 285 Stämmen auf sich vereinigen, vielleicht auch nur soviel, wie sie am letzten Dienstag erzielte, also 277 und dem Kabinett wird dadurch eine Mehrheit von 15 — 30 Stimmen zufallen.
Frankreich geht es gut!
Paris, 5. Mürz.
den 70 Millionen au fg.e bracht, sodaß nur noch 30 Millionen zu decken sind. Dieser Betrag könnte tote gesägt, zu Lasten der Jndustrieobligationen gehen.
D« Fraktionsführer der Deutschen B ölkSpartei hat sich mit diesem Plane bereUs beschäftigt und wird, obwohl « eine Belastung der Jndustrieobligationen selbstverständlich nicht gerne steht, dieses Opfer in Kauf nehmen, da feine Hauptforderung auf Verzicht nach einer Erhöhung der Einkommensteuer und nach V«zicht auf das Notopf« erfüllt wird. Außerdem nimmt man an, daß auch eine Steuerfenkung für daS nächste Jahr zustandekommen wird.
Man mutz natürlich diese hier skizzierte Einigungslinie im Augenblick noch mit Vorsicht betrachten, da für den heutigen Tag immer noch mit der Möglichkeit von Gegenvorschlägen der Linken gerechnet werden mutz, da zwar die Kompro- mißlinie vorgezeichnet ist, da aber bisher weder die Zustimmung des Kabinetts noch die der Parteien vorliegt.
Man glaubt jedoch, daß das K a b i« e i t sich heute au fbiefer Safig einigen wird und wenn dies der Fall ist, dann werden auch die Regierungsparteien nicht mehr lang mit ihrer Zustimmung zöger«. We«« sich diese Voraussetzung erfüllt, dann würde man sogar den Wünschen des Zentrums nachkommen können und die vorherige Bindung der Regierungsparteien auf das Finanzpro- gtamm erreichen, ehe dir dritte Lesung des Noung- planes vorgenommeu wird.
Auf jeden Fall ist man sich aber (immer noch mit Ausnahme des Zentrums) darüb« einig, die zweite Lesung des AonugPlanes unter allen Umständen morgen im Reichstag beginne« zu lassen, damit die Ratifizierung, die für Sonnabend od« Montag zu erwarten ist, keinen Aufschub «leidet, selbst wenn die Einigungsbestrebungeu über die Finanzfragen noch einmal an irgendwelchen neuen Klippen scheitern sollten. Damit ist jedoch wahrscheinlich nicht
Tardieus Mehrheit
' Eigener Drahtbericht
th. Berlin, 5. März.
Die Beratungen des Reichskabinetts über die Deckung des Defizits und über die Steuern stehen jetzt vor dem Abschluß. Ueber die gestrige Ka- binettsttzung ist eine ganz kurze amtliche Mitteilung ausgegeben worden, in der lediglich angekundigt wurde, daß die Verhandlungen im Kabinett heute beendet werden sollen. Sie' Bestimmtheit, mit her die Abschlußberatungen in dieser amtlichen Meldung für heute in Aussicht gestellt werden, läßt erkennen, daß man in der gestrigen Sitzung erhebliche Fortfchritte gemacht hat. .
Tatsächlich lag bei den gestrigen Beratungen em neuer Vorschlag des Reichsfinanzmt - ni st e r s Dr. M o l d e n h a u e r vor, auf Grund des- fen man wahrscheinlich zu einer Einigung kommen wird. Tas wesentliche Moment dieses Vorschlages ist darin zu erblicken, daß
der Gedanke eines Rotopfers ober ein« Erhöhung brr Einkommensteuer vollkommen a u s g e f ch öltet ist, und daß man jetzt das Defizit der Arbeitslofenversicherung auf dem Wege einer geringfügige« Beitragserhöhung um VA Prozent und durch eine ebenfalls geringfügige Heranziehung des Fonds der Jndustrieobligationen zu decken versucht.
Der Reichsfinanzminister hat »von Anfang an den Standpunkt vertreten, daß neue Steuererhebungen für die Deckung der bei der Arbeitslosenversicherung offen gebliebenen 100 Millionen nicht in Frage kommen. Vielmehr hat er ursprü-glich vorgefchlagen. daß man die Arbeitslosenverncherungsanstalt selbständig machen und ihr die Möglichkeit geben soll durch Sparmaßnahmen und evtl, auch durch einen Beschluß auf Beitragserhöhung ihr eigenes Defizit auszualeichen. Man kommt nun zu einer Kombination dieser Vorschläge mit einer Ergänzung durch de« Reservefonds der Jndust-ie-Obliaattonen.
Man wird nämlich wahrscheinlich nicht die von bet Linken gewünschte Beitragserhöhung in der Arbeitslosenversicherung um 54 Prozent vornehmen, sondern wie gesagt wahrscheinlich nur um V«. Prozent erhöben." Eine Erhöhung um % Prozent würde 140 Millionen einbrinqen. also wesentlich mehr als überhaupt gebraucht wird, würde aber eine ziemlich erhebliche Belastung der Wirtschaft bedeuten. Erhöht man aber nur um VA Prozent, so verringert sich die Belastung der Wirtschaft bementsprechend, und es wer-
Paris, 5. März.
Während die Nachrichten aus dem Ueberschwem- muugsgebiet einen leichten Rückgang des Wayer- staudcs oes Tarn angeben, steigt die Garonne poch weiter.
Rach einer HavaSmeldung aus Toulouse gelang »S gestern, über die Lage in Sillemur Näheres L" erfahren. Die erst vor drei Jahren gebaute 100 Meter breite Brücke ist durch die Trümmer der beiden oberhalb dieser Stelle gelegenen und vom Hochwasser weagespütten Brücken zerstört worden. Tas Elektrizitätswerk ist vollkommen überschwemmt. Der dort angerlchleie Schaden wird aus 4 Millionen Francs geschätzt. Etwa 35 Häuser find eingestürzt. Tie Behörden haben Flugzeuge angefordcri die das UeberschwemmungSgebict zur Auftlärung für die Rettungsarl-eit überslicgen sollen.
I« der Ortschaft Raynes bei BiAcmur sollen 100 Häuser eingestürzt sein. Man hat be- Dbmfrttt, wie die Bewohner auf die Dächer und ‘Räume kletterten und zum Tett in den steigenden Fluten versanken ehe nmtt ihnen Hilfe bringen tonnte. Die Rcttungsarbeiien werden fehr er schwort, da nicht genügend Boote zur Verfügung pehea.
Ter Tor« ist den neuesten Meldungen nach etwa einen Meter zuruckgeqangen. In Montauban befinde« sich 60 Personen seit dreißig Sttmdcn auf den Dächern und warten auf Rettung. Aber die Strömung -st fo stark, daß man ihnen -»ch n.chi Hilfe bringen konnte. Die Nadt felbst ist immer noch von jedem Verkehr abgcichnttten. ^Ter Strom geht nur fehr langsam zuruck. Nach einer Havas melduny aus Bordeaux steig» 5ie lich. und die Straßen von C«>ns und Cadillac and überschwemmt. Rach einer Havasmeldung aus Age>. ist auch diese Stadt infolge des «teigcns bet Ga- tonne ifoliert. „ , ..
An weiteren Einzelheiten über das Ueberfchwem- mungs-Ungliick fei noch folgendes verzeichnet; Immer