Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung yÄ. Hessische Abendzeitung
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Nummer 53 Einzelpreis: Wochentags tO Pfennig. Dienstag, 4. März 1930 Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 20. Jahrgang
Angriffe gegen Ministerpräfidenten Braun
öenatspräsident Srützner fagt Otto Braun das gleiche Schilksal wie Grzeslnsss voraus / Atempause in Berlin / Severing über die Reichsreform
Srützner wird amtlich vernommen
Eigener Drahlbertcht.
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Berlin, 4. März.
Die Montagausgabe des „Dortmunder General- Anzeigers" enthält eine Notiz über eine Unterredung seines Berliner Mitarbeiters mit Grützner. Danach soll Grützner in erregtem Tone erklärt haben, daß die von Berliner Blättern angezogene Unterredung Grützners mit dem Obervermaltungsgerich:spräst- denten Dr. Drews (siehe unten!) bereits vor einigen Tagen stattgcfundcn habe. Sie habe eine Handlungsweise des Ministerpräsidenten Dr. Braun zum Gegenstand gehabt, für die dieser wahrscheinlich das gleiche Schicksal erleiden werde wie der Innenminister Grzesinsli.
Wie der „Vorwärts" dazu mitteilt, wird Grützner wegen dieser Aeußerung amtlich vernommen werden.
Km Auftrage des Senatspräsidenten Grützner veröffentlicht Rech.sanwali Dr. Siegfried Eifen- staeüt eine Erklärung, in der es heißt: Senats- Präsident Grützner konnte als Beamter beim Ober- verwal.ungsgericht, das sich mit dem dienstlichen Verhalten von Kommunalbeamten dauernd zu befassen Hai. nicht darüber hmwegkommen das Mi- nffter Grzesinski in seinem amtlichen Leiben einen Lebenswandel führte, der nicht zu vereinbaren ist mit seiner Stellung als höchstem Kommunal- und VerfassunHsmtNistcr. Er hat zunächst im Januar sich an den Parieivörstand der SPD gewandt, dem es aber nicht gelang, irgendein« Aenve- runa herbeizuführen. Hierbei wurde Grützner ausdrücklich zugestanden, daß er in seinen weiteren Entschließungen nunmehr völlig freie Hand habe.
So kam es, daß er am 3. Februar den fraglichen Brief an Ministerpräsidenten Braun richtete. Daß der Präsident des Oberverwaltungsgerichtes Drews diesen Brief Grützner vorgehalten habe, fei nicht richtig. Richtig sei, daß der Chefpräsident sich lesig- lich des Auftrages des Ministerpräsidenten Braun dahingehend entledigte, daß der Ministerpräsident eine Beantwortung des Schreibens ablehnte.
Die Veröffentlichung des Anwaltes stellt schließlich die Bemerkung eines Blattes, Grützner sei in die Barmataffäre verwickelt gewesen, dahin richtig, daß bereits 1925 der damalige Oberpräsident von Sachsen, Hörsing, dem damaligen Regierungspräsidenten Grützner eröffnet habe, daß seine Beziehungen zu
Betriebe dürste die Zahl der Arbeitslosen die Millionengrenze erreicht haben.
Die Arbeitslosigkeit in kl SA.
j f Reue kommunistische Kundgebungen angekündigt.
' [ Washington, 4. März.
In der gestrigen Sitzung des Senats fielen bei Erörterung des amerikanischen Arbeitslosenproblems recht scharfe und unangenehme Worte für die Hoo- versche Verwaltung.
Senator de Lafolette erklärte unter anderem, daß die Meldungen über die kommunistischen Umtriebe und Kundgebungen der letzten Zeit nichts weiter als Versuche der Regierung seien, die Aufmerksamkeit von der Erwerbslosenfrage abzulenken.
j i * * *
1 i Die größte kommunistische Kundgebung gegen den Welt-Kapitalismus ist für nächsten Donnerstag in allen großen Städten der Welt von dem Führer der amerikanischen Kommunisten angekün- d i g t. Die Kommunisten Amerikas scheinen besondere Vorkehrungen für diesen Tag zu treffen. Die Polizei trifft Gegenmoßnahm-'n Die Bewachung der Munitions-Depots in Neuyork, Chikago und Boston ist verstärkt worden. Gestern wurden allein 100 Kisten Dynamit gestohlen.
Wieder
SeeabnistmigS-Verhandlmtgen!
i । London, 4. März.
Die Arbeiten der Konferenz werden heute mit einer Sitzung der Delegationsführer, an der in Vertretung des Chefs der französischen Abordnung der französische Botschafter teilnehmen wird offiziell wieder ausgenommen. Auf der heutigen Besprechung werden die Führer der einzelnen Delegationen den Bericht des Sachverständigenausschusses über die Ab- rüstungsmethoden entgegennehmen, ...
Varmat, die im übrigen gelöst find, durchaus korrekt waren.
Ausschreitungen beim Fasching
München. 4. Mär».
Am Montagabend kam es im Zentrum der Stadt zu wüsten Ausschreitungen halbwüchsiger
th. Berlin, 4. März.
Auf Grund des demokratischen Vermittlungsvorschlages, der gestern im Reichs- k a b i n e t 1 besprochen wurde, finden zur Zeit Besprechungen statt, um eine Einigung zwischen den Regierungsparteien über die Deckung des Defizits herbeizuführen. Die Schwierigkeiten sind zwar nach wie vor sehr groß, aber es scheint doch, als ob diese Vermittlungsaktion eine gewisse Hoffnung auf Verständigung hervorgerufen hat. Jedenfalls wird man für die nächsten Tage nicht mehr mit einem unmittelbaren Bruch des Kabinetts, sondern vielmehr mit den Bemü hungen um eine Einigung zu rechnen haben. Wenn auch diese Einigung wahrscheinlich nicht endgültig gelingen wird, so wird doch dabei
zunächst Zei» gewonnen, um den Noungplan zu verabschieden.
Allgemein ist man überzeugt, daß in der Kabinettsitzung, die heule nachmittag als Fortsetzung der gestrigen Vormittagssitzung statts.ndet, jedenfalls noch kein Beschluß gefaßt wird, sondern daß das Kabinett sich wieder auf morgen vertagt. Der Reichsfinanzminister hat inzwischen in seinem Ministerium den demokratischen Vermittlungsvorschlag nach seinen finanziellen Auswirkungen hin durchprüfen lassen, icdoch besteht noch wenig Wahrscheinlichkeit, daß d e Volkspartei auf den Boden des Vermittlungsvorschlages treten wird, denn einmal bringt er nach ihrer Ansicht noch verhältnismäßig wenig Abweichungen von dem sozialdemokratischen
Paris, 4. März. Der hiesige amerikanische Botschafter E d g e hat, nachdem er mit B r i a n d eine einstündige Unterredung über das Flottenproblem gehabt hat, abends Paris mit dem Ziele London verlassen. Laut Neuyorker „Herald", hat Briand dem Botschafter das franzöfische Flottenprogramm in feiner endgültigen Fassung vorgelegt, das Edge nunmehr dem amerikanischen Botschafter Stimson unterbreiten wird.
Saawerhanblungen werden fortgesetzt
Parts, 4. März.
Die Morgeupreffe berichtet, daß in dem morgigen Ministerrrat der Minister für öffentliche Arbeiten Pernot den Auftrag erhalten werde, die Saarverhandlungen mit der deutschen Delegation fortzu- setzem
Deutsch-österreichische
Zusammenarbeit
Die Strasrechtskonferenz wieder an der Arbeit.
Wien, 4. März.
Gestern vormittag trat im Parlament wieder die deutsch-österreichische Strafrechtskonferenz zusammen, an der Mitglieder des Strafrechtsausschusses des Deutschen Reichstages und des vom österreichischen Rationalrat zur Vorbereitung des Strafgesetzes eingesetzten Sonderausschusses teilnahmen.
Rach Begrüßungsansprachen des Obmannes des österreichischen Sonderausschusses Dr. Waber und des österreichischen Iustizministers Dr. Slama übernahm der Führer der deutschen Delegation, Geheimrat Dr. Kahl, mit einigen Dankesworten den Vorsitz, worauf die Konferenz in die sachlichen Beratungen einirat,
Burscht n beim Fasch-.ngstreiben. Ein Auto Wurde »gehalten und b.-schävigt Straßenpassanten wurden ebenfalls angehalten unv belästigt. Bei einem Zusammenstoß mit den rada »lustigen Burschen mußte das polizeiliche Ueberfallkommando eingreifen und von den Gummiknüppeln Gebrauch machen. Den Schutzleuten wurden die Helme vom Kops geschlagen und em Schutzmann wurde sogar zu Boden geworfen. Nachdem mehrere Verhaftungen vorgenommen worden waren, kam es zu einer Kundgebung oer radaulustigen Butschen vor der Polizeistation in der Löwengrube auf dem Ma- rienvlatz, wr am Abend zeitweise ein lebensgesähr- lches Gedränge herrschte Ein Auto wurde um- geworfen Den: Ueberfallkommando gelang es erst gegen Mitternacht, die Ruhe wiederherzustellen
Vorschläge eines Notopfers und zum anderen werden gegen seine technische Durchführbarkeit Bedenken vorgebracht. Vor allem aber wird darauf hingewiesen, daß dieser Plan ja nur einen der zahlreichen Besprechungspunkte in dem Rahmen des gesamten Finanzprogramms bildet. .
Immerhin, so kann man stimmungsgemätz feftftel- len, wird, wenn es möglich sein sollte, über den Gesamtkomplex dieser Me.nungsverschiedenheiten hinweg zu kommen, dann auch der Widerstand der Volkspartei gegen das sogenannte Notopscr wahrscheinlich nicht lange ausrecht erhalten werden. Die Aussichten auf Erfüllung dieser Voraussetzung sind aber außerordentlich gering.
Die Schwierigkeiten beschränken sich übrigens durchaus richt nur auf die finanzielle Seite der jetzigen Verhandlungen, sondern sind ebensosehr auf der politischen vorhanden, soweit die Ratifizierung des Poungplanes in Frage kommt. Deshalb stellt der „Vorwärts" heute fest, daß das
Kabinett noch vor doppelten Schwierigkeiten steht: Einmal weil die Deuffche Vollspartei sich weigert, in der Frage ber .Steuerpolitik mit Sozialdemokraten und Zentrum auf eine gemeinsame Plattform zu treten und zum anderen, weil das Zentrum darauf besteht, eine Verabschiedung der Hounagesetze nicht zuzulassen, solange die Steuersra- aen nicht bereinigt sind. Das Blatt glaubt dagegen sagen zu können, daß in diesem Augenblick die Spannung zwischen Zentrum und Volkspartei mindestens ebenso stark ist, wie die Spannung zwischen Volkspartei und Sozialdemokratie. An dieser Feststellung Tft zweifellos richtig, daß auch
zwischen den bürgerlichen Parteien der Koalition starke Gegensätze
bestehen. Daraus ziehen die Sozialdemokraten ihrerseits den Schluß, daß sich für sie wahrscheinlich die Möglichkeit ergeben werde, die ihnen zukommende Führerrolle stärker noch als bisher zu betonen. Ein Hinweis darauf, in welcher Richtung diese Führung nun gehen soll, fehlt jedoch.
Das Zentrum wiederum stellt sich gegenüber ber Aufforderung der Sozialdemokraten, aus den Vorbehalt der völligen finanziellen Verstün digung vor der Ratisizieruig des Uoungplanes zu verzichten, vollkommen taub. Aber, während das Zentrum gestern noch die Schale seines Zornes restlos über die Deuffche Volkspartei ausschüttete, beschränkt fid) die Zentrumspresse heute auf ruhige und sachliche Notierungen, so daß man im allgemeinen den Eindruck gewinnt, daß
auf allen Seiten Im Augenblick eine gewisse Beruhigung
herrscht, von der leider fraglich ist, ob ste die morgige, voraussichtlich entscheidende Mittwochssitzung des Kabinetts überdauern wird.
* * *
Polizei-Beamte und Aotovser
Eine Rede Severings.
Berlin, 4. März.
Bei einer großen Kundgebung anläßlich des fünfjährigen Jubiläums der Vereinigung für Poli- zeiwissenschafffiche Fortbildung, die gestern abend unter Anwesenbeil von zahlreichen hohen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden in den Kamrner- fälen stattfand, hielt Reichsinnenminister Seite» ring eine Rede, in der er u. a. auch auf die Finanzfragen einging. Severing sprach sich energisch für eine einmalige Heranziehung der großen Vermögen aus. Der Vorsitzende der Preußischen Polizeibeamtenvereinigung habe ihm ebenso wie eine Anzahl von anderen Beamtenführern erklärt, daß ein Rotopser, auch wenn es die Polizei- bemntenschast treffen würde, bei der Polizei populär fei 'Starker Beifcll.) Der Minister dankte den Be- amtenführern und den Beamten für ihre Stellungnahme, die umso notwendiger sei, als sonst unter Umständen die ungeheure Gefahr einer Einbehaltung von Gehaltsteilen der Beamten am Monatsende entstehen würde.
Zur Reichsreform erklärte der Minister, wenn Wir die Reichsreforni übeffturzt durchführen wollten, so würdt das Resultat sein, daß die Parlamente unserem Vorgehen die Ratifizierung versagen würden, wodurch wir weiter zurückgeworsen würden, als wir bisher schon sind Wir haben kein Interesse an einem Einheitsstaat, der so schwach ist, daß er von einem Retchsbankprasidenten in Schach gehalten werden kann Aber die Reichsreform ist unbedingt notwendig nutz wir werden mit aller Energie an ihrer Verwirklichung Arbeiten. _
3n der Schwebe
Bon unserer Berliner Schristkeitung.
Außerhalb des saschingsfrohen Rheinlandes wird man im Deutschen Reiche zur Zeit wahrscheinlich wenig Verständnis dafür haben, daß der Reichstag trytz der überaus schwierigen und verantwortungsvollen Aufgaben, die jetzt dringend der Erledigung harre», eine Fastnachtspause von immerhin vier Tagen in sein Arbeitsprogramm eingeschaltet hat. Man erhebt mit Recht den Vorwurf, daß in einer so kritischen Zeit die traditionellen Rücksichten auf Rosenmontag und Fastnacht beiseite gelassen werden mußten, aber die Rheinländer aller Parteien waren dafür vollkommen unzugänglich. Es war für sie schon schlimm genug, daß die ursprünglich geplante Pause um drei Tage gekürzt wurde. Die Sache hat jedoch ihre guten und ihre schlechten Seiten. Gewiß ist es schwer verständlich, daß das Parlament in dieser politischen Krisenzeit feiert, andererseits wird durch die Pause ein wenig Zeit gewonnen, und vor allem ist dadurch die Gefahr etwas eingeschränkt, daß die Parteien sich allzu rasch auseinanderreden. Wenn man am Donnerstag die Plenarsitzungen wieder aufnimmt, muß man unverzüglich an die' zweite Lesung des, Poung- planes Herangehen, und es bleibt kein Raum mehr, für langwierige finanzielle Auseinandersetzungen. Der Poungplan wird dann zweifellos binnen wenigen Tagen in einem Zuge in zweiter und dritter Lesung ratifiziert, und die Gefahr, daß die endgültige Verabschiedung der Haager Gesetze durch die finanziellen Meinungsverschiedenheiten beeinträchtigt werden könnte, verringert sich mit jedem Tage an welchem man die Entscheidung über die Finanzfragen wieder einmal auf morgen und übermorgen verschiebt. Das ist zwar fein besonders imposantes Bild, aber es ist im Augenblick das kleinere vonzwei liebeln.
Die Führer der Parteien im Parlament und in der Regierung kommen allerdings nicht zum sorglosen Genuß der Fastnachtspause. Im Gegenteil, auf ihnen ruht im Augenblick die alleinige Verantwortung für die Vorbereitung der politischen Entscheidungen. Sie haben allerdings angesichts der parlamentarischen Feiertage auch Zeit und Muße, sich die'Möglichkeiten und die Tragweite ihrer Entscheidung gründlich zu überlegen. Es handelt sich ja nicht nur um die finait- zielle Einzelfrage, wie man die fehlenden 100 Millionen für die Arbeitslosenversicherung ausbringt, denn 100 Millionen machen noch nicht einmal ein Prozent des G es am letal s aus. Man spricht im Parlament davon, daß es eigentlich grotesk wäre, wenn ein Mann, der im Monat 1000 Mk. zu bekommen hat, wegen eines Zehnmarkscheins seine Existenz aufs Spiel fetzen wollte. Bei einem 11 Mil- liarden-Etat sind 100 Millionen tatsächlich nichts anderes als ein solcher Zehnmarkschein. Darüber müßte man also eigentlich zu einer Verständigung kommen können.
Es geht aber in Wirklichkeit viel stärker um bie grundsätzliche, als um die zahlenmäßige Seite der Sache. Me Entscheidung über diese 100 Millionen wird von den Sozialdemokraten einerseits und von der Deutschen Volkspartei andererseits als eine Festlegung aus den Kurs der gesamten Finanzpolitik im einen oder im anderen Sinne angesprochen. Die Sozialdemokraten wollen die Beitrags- leistungen des Reiches sür die Sozialversicherung aufrechterhalten und wollen eine Erhöhung der direkte« Steuern teils zu diesem Zwecke, teils wegen eines Ausgleiches gegenüber der vorgeschlagenen Erhöhung einiger indirekter Steuern. Die Volkspartei wüyfcht in allen Punkten das genaue Gegenteil. Das Zentrum kompliziert die Situation durch feine Forderung, den Youngplan erst nach erfolgter Verständigung über die Finanzsragen zu verabschieden, und die Demokraten bemühen sich, was dankbar anerkannt werden muß, um eine Vermittlung. In der taktischen Behandlung dieser schwierigen Dinge aber ist man, toenn auch gänzlich stillschweigend, offenbar darin übereingekommen daß man das Flnanzpro- blent am allerbesten solangealsirgendmög- lich in der Schwebe läßt, um erst das außenpolitische Pensum zu erledigen.
Mit dem Streite um das sogenannte Notopfer ist nun aber die Koalitionsfrage auf das engste verbunden. Der Grundgedanke diefes Rotöpfers wird ja auch in volksparterlichen Kreisen keineswegs rundweg abgelehnt. Man erkennt an, daß der Gedanke einer Hilfeleistung der in gesicherter Position befindlichen Erwerbstätigen für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Schichten einen gesunden Kern hat, aber man befürchtet, daß dieser Gedanke tn der jetzt vorgeschlagenen Form uns einer wirklichen Reform und Sanierung der Arbeitslosenversicherung nicht näher bringt, sondern geradezu von ihr entfernt. Die Volks- Partei hat sich alfo nochmals mit größtem Nachdruck gegen das Notopfer ausgesprochen. Was soll nun* werden, wenn ein Mittelweg nicht mehr gefunden wird, und wenn die Volksparteiler im Kabinett und im Reuhstag in diefer Frage überstimmt werden? Das Notopfer kann von einer in die Opposition übergeire- tenen Volkspartei natürlich noch weniger ve hindert werden, als von einer noch tn der Regierung tätigen und ihren Einfluß ausübenden Gruppe. Die Volks-
Eine Million Arbeitslose in Man
Eigener Drahtbericht.
y Tokio, 4. März.
• Das Arbeitslosenproblem, das den Regierungen bet großen Industrieländer im Westen in wachsendem Maße zu schassen macht, nimmt auch in dem große» Jnduftrielande des Ostens Japan immer grö Heren Umfang an. Als Folge ber allgemein wirtschaftlichen Notlage und ber Schließung zahlreicher
Wie es heißt, soll es bem Sachverständigen-Aus- schuß in den meisten Punkten gelungen sein zu einem Einverständnis zu kommen. Die einzige Schwierigkeit soll noch die Definition ber Flugzeugmutterschiffe bilden, da nach Ansicht einiger Sachverständigen alle Handelsschiffe mit Leichtigkeit zu Flugzeug-Mutterschiffen umgebaut werden können.
Beruhigungs-Versuche
(Eigene Drahtmelbung.)