20. Zahrganß
Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig.
Freitag, 28. Februar 1930
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Nummer 50
Stuetaettmtfe: GeschiMS- nnb Semtlten-Sneetaeit 6te 30 mm • Zell« 11 Wntig. STehte knittert* «“« Saflel das Wort 7 attSmärtige Steine Anzeige» die 80 mm breite Zelle 11 4. hn ^Eklameteu die
7g mm breite Seile 45 4 Ollertaebübr 25 4 (bei Zustellung 85 4k — Sur das Erscheine» von aweteen m besllrmnten Ausgaben, an besondere» Plätze» und für telephonisch erteilte Austrage keine «ernähr. Sem. nünSbE»« innerhalb vom 5 Tage» zahlbar. Derichrsuand Saget. - PoKILeckkonw Srankkurt a. M. SS80.
Kasseler Abendzeitung
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Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Das Sekretariat
zur
Heun Stimmen reifen McDonald
iEigene Drahtmeldung.)
u - en
Wie bereits oben angedeutet wurde, beschloß das Zentrum in seiner heutigen Fraktionsfitzung, fich im Ausschuß bei der Abstimmung über die Young- gesetze einschließlich des Polenabkommens der Stimme zu enthalten. Zu der Abstimmung wird das Zentrum eine Erklärung abgeben, die zum Ausdruck bringt, daß die Stimmenthaltung keine Mißbilligung der Regierungspolitik bedeuten soll. Auch bei dem Antrag, das Polenabkommen von den Dounggesetzen zu trennen, wird fich das Zentrum per Stimme enthalten.
Frankreich gegen Den
AoliwaffenstillstauD
W. P. Vollversammlungen und Ratstagungen such die großen Galavorstellungen, die der Völkerbund ein paarmal im Jahre veranstaltet. Zu diesen Tagungen versammeln fich die großen Stars der internationalen Politik in Genf; s i e haben das Ohr der Welt, und ihren Deklamationen im Reformationssaale des Völ- kerbundhauses lauscht man überall mit Aufmerksamkeit, obgleich diese Reden nicht ganz selten nur von hohlem Pathos erfüllt sind. Viel geringere Beachtung dagegen finden die Verhandlungen der Genfer Sonderkonferenzen und der ständigen oder nichtständigen Ausschüsie des Genfer Bundes. Das mag manchmal wegen des sachlichen Wertes der Verhandlungen bedauerlich fein, aber es ist zu entschuldigen, denn Sachverständige und Spezialisten unter sich sprechen eine Sprache, die für den Laien oft nicht leicht verständlich ist. Fast ganz dem öffentlichen Interesse entrückt sind schließlich die ständigen Organe des Völkerbundes, das Sekretariat und die verschiedenen permanenten Ausschüsse. Der Name des Generalsekretärs wird zwar noch ab und an genannt, wenn Sir Eric Drummond irgendwo eine Visite macht, aber sonst wird von dem, was von diesen sechshundert Beamten, die in den verschiedenen Abteilungen des Sekretariates tätig sind, zu Nutz und Frommen des Völkerbundes gearbeitet wird, kaum einmal gesprochen. Auch das ist ein natürlicher Vorgang, denn in der Tat ist ein großer Teil der Aufgaben, die hier zu leisten sind, nur bureaukratischer Art. Wenn aber Sir Eric'Drummond einmal gesagt hat, daß die leitenden Beamten des Völkerbundsekretariats ein „in- t e r n a t i o n a l e s M i n i st e r i u m" bildeten, so weist diese Behauptung schon darauf hin. daß sich zumindest die leitenden Männer im Sekretariat nicht nur als Beamte, sondern auch als P o l i t i k e r fühlen.
Und sie haben ein Recht dazu, denn neben den vielen bureaukratischen Arbeiten hat das Sekretariat doch auch nicht unwichtige politische Funktionen zu erfüllen. Es hat die Kontinuität dec politischen Arbeiten des Völkerbundes sicherzustellen, es hat, einen Teil der Vorbereitungen für diese Arbeiten zu leisten, und es' hat schließlich auch kleinere pöl'itische Entscheidungen zu fällen. Wer zudem weiß, daß bei dem Wechselspiel von Bureaukratie und Politik das Träg-, heitsgesetz wirkt, wird die Tätigkeit, dieses ständigen Völkerbundorganes auch von diesen Gesichtspunkten her beurteilen. Kurzum — es ist hin und wieder doch wohl unvermeidlich und notwendig, auch das Völkerbundsekretariat in. die öffentliche Diskussion hineinzuziehen. Bei dieser Betrachtung kann es sich nicht darum handeln, im einzelnen zu prüfen, welches Arbeitspensum in.den verschiedenen Abteilungen erledigt wird; was zu prüfen ist, ist lediglich die WU- lensrichtung, die diese Arbeit im allgemeinen bestimmt. Während der letzten Wochen hat sich die deutsche Presie mehrfach mit diesen Dingen beschäftigen müssen; den Anlaß dazu gab der Rücktritt des deutschen Vertreters in der Informationsabteilung, Dr. Bee r. Aber auch die in den letzten Tagen veröffentlichte Meldung, daß fich der Leiter der Abrüstungsabteilung, der Norweger Colban, von seinem Posten zurückzuziehen gedenke,.sollte, zur Fortführung und Vertiefung der, Debatte anregen, zumal in Genf selbst Erörterungen über Reformen in der Personalpolitik im Gange find, oder in Kürze doch wieder ausgenommen werden.
Die Tendenzen, die bei der Gründung des Völkerbundes bestimmend waren, find in der Genfer Personalpolitik deutlich wiederzuerkennen. Auch heute noch, bald vier Jahre nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund! Ein wenig grob, aber doch nicht ganz unzutreffend, hat man früher einmal die Genfer Organisation als eine Versicherungsanstalt der Siegerstaaten bezeichnet. Zweifellos führt die Entwicklung den Völkerbund von dem Versailler Vertrag, in besten Bestimmungen seine Satzung leider eingebettet worden war, fort, und sie m u ß ihn immer noch mehr von diesem Versailler Geist befreien, wenn der Bund seine Lebensberechtigung für die Zukunft beweisen will. Aber noch steht diese Entwicklung im Anfang, und auch die Personalpolitik trägt heute noch keineswegs dem Grundsätze der Gleichberechtigung Rechnung. England und Frankreich, die beiden Haupt- „Siegerstaaten", trugen einst bei der Verteilung der Beamtenposten den größten Teil der Beute davon; sie wachen auch heute noch argwöhnisch über ihren Besitz, und gerade die Hartnäckigkeit, mit der beide Staaten ihre Position in der Personalpolitik behaupten, ist der beste Beweis für die politische Bedeutung, die diesen Fragen zukommt. Ein Engländer, der schon genannte Sir Eric Drummond, hat den Posten des Generalsekretärs inne. Den weitaus wichtigsten Posten also, den es in der Genfer Beamtenschaft gibt. Denn mit Recht ist gesagt worden, daß der Generalsekretär in dem „Internationalen Ministerium", das die leitenden Beamten des Völkerbundsekretariats nach der Ansicht des Engländers bilden, die Rölle eines Premierministers nach englischem Muster — eine absolut führende Rolle also — spiele. Als stellvertretender Generalsekretär wirkt, den Grundsätzen der Männer von Versailles entsprechend ein Franzose, und erst unter den Untergeneralsekretären findet sich neben einem Italiener und einem Japaner ein deutscher Name. Wie wenig Rechnung dem Gedanken der Gleichberechtigung in der Genfer Personalpolitik getragen wird, geht aber auch aus der Tatsache hervor, daß von sämtlichen leitenden politischen Posten — dazu find neben dem Generalsekretär, seinem Stellvertreter und den Untergeneralsekretären noch die Direktoren und Abteilungsleiter zu rechnen
Demonstrationen in Madrid
Eigener Drahtbericht.
T ar dien das Abenteuer versuchen wolle, werde er den Links-Block gegen sich finden.
Tardieu selbst macht lein Hehl daraus, daH sich die Kabinettsbildung noch emsige Zett hin- züchen kann. Den Pressevertretern, die chn am Don- nersiog abend fragten, ob das Kabinett am Frettag abend gebildet fern wurde, antwortete er: .W r haben es nicht so eilig, nächsten Dienstag ch Fastnacht, und Sie mochten doch nicht, daß t« ggerade an diesem Tage mein Kabinett der Kammer borfteöe*.
geltend. Von manchen Seiten wird befürchtet, daß die Erzeuger einen höheren Zuschlag nehmen könnten, als er sich bei der Bierstcuererhöhung rechtfertigen läßt. Daher ist neben dem Plan eines Bier- Handels-Monopols auch der Gedanke einer
Inzwischen wird man versuchen, die außenpolitischen Probleme zu bereinigen, aber auch hier zeigen fich neue Schwierigkeiten. Das Zentrum wünscht jetzt, daß die für heute vormittag anbe- rautnte Abstimmung in den Vereinigten Ausschüssen des Reichstages ausgesetzt wird, unt zuvor finanzpolitische Verhandlungen zu führen. Wenn dieser Vorschlag des Zentrums abgelehnt wird, so wäre mit der Möglichkeit zu rechnen, daß das Zentrum fich bei der Abstimmung über den Pounqplan und den Polenvertrag fich der Stimme enthält. Da die Bayern das gleiche tun werden, so ist die Gefahr vorhanden, daß eine knappe fallsmehrheit für oder gegen Poungplan im Ausschuß entscheiden kann.
Snsipamung in Paris?
Die Radikal- Sozialisten geben den Ausschlag.
Paris, 28. Februar.
Die Mehrzahl der großen europäischen Fnforma- äonsülätter ist bemüht, in der innenpolitischen Lage eine gewisse Entspannung festzustellen, die besonders bei den Radikal-Sozialisten eingezogen fein soll. Man hofft, das die Radttalsozialisten sich nach der ersten Erregung, die nach dem Sturz des Kabinetts Ehautemps durchaus verständlich gewesen sei, beruhigt Hütten. Die Radikalsozialisten scheinen aber zum großen Teil anderer Meinung zu sein. In der .Republique". dem Blatte Daladiers heißt es unter anderem: Die Offensive Tardieus gegen die Linksparteien nehme ihren Fortgang. Wenn
behördlichen Festsetzung der Bierpreise erörtert worden, ohne daß selbstverständlich irgendetwas Abschließendes über diese Diskussionen gesagt werden kann. Gegen die Mineralwasiersteuer bestehen auch gewifle Bedenken und man spricht in diesem Zusammenhang wieder von einer allgeme r= nenGetränkesteuer, die auch Wein und <sett heranziehen würde. Ebenso ist der Vorschlag des Benz inzolleS umstritten. Alle diese Fragen spielen aber *?««<■ Hauptrolle, und man würde wahrscheinlich zu einer Einigung darüber gelangen, wenn nicht bei der D e d u n g deSDefiz11s der Arbeitslosenversicherung mit den groy- ten Schwierigkeiten zu rechnen wäre. Hier sind bekanntlich 250 Millionen aufzubringen, von denen 150 durch Verkauf von Reichsbahnvorzugsaktien -gedeckt werden'sollen. Was soll aber mit dem dann noch verbleibenden Defizit von 100 Millionen geschehen?
ch. Berlin, 28. Februar.
Wie immer in kritischen Situationen hat man im Reichskabinett auch gestern wieder den Ausweg einer Vertagung gewählt. Trotz der am Vormittag und Nachmittag fortgesetzten Beratungen ift es nicht ge langen, zu einer Einigung zu gelangen, aber man hat es ebenso vermieden, durch Abstimmung und Meh^ heitsbeschlutz die vorhandenen Gegensätze öffentlich zu dokumentieren. Man hat vielmehr vorgezogen, die weitere Beratung auf heute nachmittag anzuberaumen, besonders, da am Bormtttag der Reichsfinanz- minifter eine Besprechung mit den Finnnz- Ministern einiger Länder über die Abfindung alter Eisenbahnforderungen zu führen hat.
Troydem ist bekannt geword n. daß sich in der gestrigen Kabinettssitzung sehr scharf^ Gegensätze entwickelt haben und daß in keiner Werse eine Ernl- gungslinie zu erkennen ist. lieber die allgemeinen Finanzfragen und die vom Finanzminister vorgeschlagene Decküna läßt sich wahrscheinlich eine Der- ständiguig herbeisühren, aber ■
der kritische Punkt bleibt nach wie vor die Beseitigung des bei der Arbeitslosenverficherun« vorhandenen Defizits.
Madrid, 28. Februar, f Der neue Ministerpräsident Sanchez Guerra hat gestern die seit langem erwartete polttische Rede im Zarzuela-Theater gehalten. Die Ausführungen Guerras haben eine starke Enttäuschung hin- terlaffcn, da man damit gerechnet hatte, daß er eine Abrechnung mit der Monarchie vornehmen werde. Statt deffen wiedcrhotte der Ministerpräsident lediglich, was er schon während der Diktatur von Paris gus veröffentlicht hatte.
Der Redner erklärte darin, daß er stets « u h ä n. ger der Monarchie, der Konstituante und des parlamentarischen Regimes gewesen sei und bedauert, daß nach seiner Ansicht die Berfaffung verfälscht wor- den sei.
Nach Schluß der Bersauimlung kam es zu lev- haften Zwischenfällen. Etwa 3000 Personen, meist Studenten und Arbetter, veranstalteten eine Demonstrationen, bei der rote Fahne rnttgeführt und Hochrufe auf die Republik ausgebracht wurden Bor dem Schloß eines Aristokraten kam es zu einem Handgemenge zwischen Demonstranten und jungen Aristokraten. Die Polizei griff ein und beschlagnahmte die roten Fahnen.
Als berittene Polizei auf der Bildfläche erschien, hielten die Demonstranten etwa 12 Autobusse an und durchfuhren dann die Stadt unter dem Ruf „Es lebe die Republik, nieder mit dem Köni g." Die Polizei hatte alle Mühe, die Manifestanten vom kaiserlichen Palast abzuhalten. Die Menge zertrümmerte durch Steintoärfe die e n r eines in der Nähe gelegenen Palais, das den Nomen der Königin Mutter Marie Christine führt. Erst em späten Abend würde die Ruhe wieder hergestcllt. Der Verwaiiungsrat btr 8.3.3.
Mac Garrah Vorsitzender.
. - Rom, 28. Februar.
Die Gouverneure der Notenbanken von Belgien. Deutschland, England, Frankreich, Italien und Jazmn haben gestern nachmittag ihre Beratungen zur Ernennung des Verwaltungsrates der B. I. Z. abge- ^Die in den Verwallungsrat gewählten Amerikaner haben ihre Ernennung angenommen, ebenso hat der
Präsident der Bundesreservebank Mac Garrah die Uebemahme des Vorsitzes zugesagt. R-ichsbank- präsidem Dr. Schacht hat sich für Deutschland das Recht vorbehatten, die Deutschland zustehenden zwei VerwaltungsratsmUglieder spätestens drei Tage nach der Ratifizierung des AoungplaneS zu bezeichtten.
Der Grüudungsakt wurde unter dem Vorbehalt der Ratifizierung des Youngplanes unterzeichnet.
Die zahlreichen Vorschläge des Finanzministers zur Aufbringung der notwendigen Deckungen sind alle durchgesprochen worden und finden zum Teil den Beifall der Mehrheit im Kabinett. So z. B. der Vorschlag, aus einer Verkürzung der Stundungs- sristen bei der Zucker- und Tabaksteuer 30 Millionen Mark herauszuschlagen, ebenso^der Vorschlag, 50 Millionen aus der Reserve der Bank für Industrie- Obligationen zu entnehmen. Dagegen machen sich schon bei der Biersteuer starke Bedenken
London, 28. Februar.
Dix Regierung Macdonald ist gestern mit einer Mehrheit von nur neun Stimmen vor einer Niederlage bewahrt worden. Die Abstimmung Mer den liberalen Zusatzontrag der Regierung, der die Klausel über das Förderungs- Quoten- System in 6er Bergbauvorlage ablehni, ist mit 280 gegen 271 Stimmen verworfen worden.
In der der Abstimmung vorausgehenden De- hatte begründete Lloyd George in einer längeren Erklärung die Haltung der Liberalen zu dieser Klausel Tie Liberalen seien durchaus geneigt jeden Vorschlag anzunehmen, durch den die Löhne der Bergarbeiter erhöht wurden Wenn aber ein solcher Vorschlag rote es in dem Gesetzentwurf der Fall sei, den Preis für die Kohle verteure und dadurch Millionen von Verbrauchern zum Nachteil gereich?» würde, so müßten die Liberalen gegen das Gesetz ftimmen.
Handelsminister Graham kündigte an, daß bei Annahme des Znsatzantrags der Liberalen die Kohlenbill in ihrer Gesamtheit zurückgezogen werden würde.
Nickt weniger als vier verschiedene Vorschläge
sind gestern im Kabinett darüber erörtert worden:
L bet Vorschlag des Finanzministers, die Ber- sicherungsanstalt selbständig zu machen und ihr aufzuerlegeu, daß sie dieses Defizit durch Re- formmaßnahmen wieder einspart,
S. der Vorschlag der Sozialdemokraten, ein Not- o p f e r von den Festbefoldete» und Beamten zu verlangen,
g. der neuerlich aufgetauchte Vorschlag des Zentrums, eine neue Anleihe zur Deckung dieses Defiztts auszuschreiben nnb schließlich
4. ein demokratischer Vermittlungsoorschlag, diese 100 Millionen durch eine erhöhte Belastung bet Einkommen nnb Vermögen zu gewinnen, Hefe Belastung im nächsten Jahre aber nicht nur wegfallen zu lasten, sondern sie sogar znrückzu- zahlen. Man hat beispielsweise davon gebrochen, dieses Jahr zehn Prozent Zuschlag zur Einkommen- fteuer zu nehmen und im nächsten Jahre die Einkommensteuer nm 15 Prozent zu senken.
Keiner dieser vier Vorschläge ist vorn Kabinett gestern gebilligt worden. Eine Mehrheit würde sich wahrscheinlich nur aus Sozialdemokraten und Zentrum für den ursprünglichen Plan eines Notopfers finden. Aber bann müßte man den Finanzminister glatt überstimmen, der sich energisch gegen diesen Plan gewendet hat. Das ist nicht angängig und infolge- desten ist man zu dem Ausweg einer Vertagung geschritten.
Man glaubt, daß das Kabinett auch heute nicht zu einem enbaültigen Beschlüße gelangen kann, unb baß wahrscheinlich bet Finanzminister beauftragt werben wird, über die noch strittigen Punkte im Plenum zu verhandeln.
Stimmenthaltung des Zentrums
„Nieder mit der spanischen Monarchie!"
Zwischenfälle nach einer Me Des spanischen MinisterpräsiDenirn / Das Reichskabinett in Den Finanzfragen uneinig! / Macdonalds Pyrrhussieg
Gens, 28. Februar.
In einem Unterausschuß zur Beratung eines Zoll- wafscnftillstandsabkommens wurde gestern nachmittag die seit Beginn der Konferenz erwartete Erklärung der französischen Regierung abgegeben. Sie ist, soweit sie den Abschluß eines Zollwafienstillstandes betrifft, vollständig negativ ausgefalle».
Serruys, der frühere Leiter der Handelsvertrags - abteilung des Quai d'Orsay erklärte, Frankreich könne dem Zollwaffenstillstand nicht zustimmen. Es gäbe nach seiner Auffassung aber mehrere andere Mittel, um praktische Ergebniffe zu erzielen. So könne die Konferenz vor allem ihr Jnteresie auf die konsolidierten Zölle konzentrieren.
Die französische Erklärung hat einen außergewöhnlich starken Eindruck hervorgerufen. Gestern abend fand eine Zusammenkunft des Präfidialbüros der Konferenz statt. Mau kam überein, den Unterausschuß, in dem die französische Erklärung heute abgegeben worden ist, Freitag nachmittag zu einer kurzen Sitzung einzuberufen. Sie soll nur die rein formelle Zustimmung des «usschuffes zu einem An trag des Vorsitzenden Colijn bringen, die Arbeiten dieses Ausschusses für einige Tage zu unterbrechen. Inzwischen soll in Privatbe- sprechungen nach einem Ausweg aus der Sackgasse gesucht werden, , M ~ y ws
Der übliche Ausweg: Vertagung
Don unserer Berliner Schriftleitung.
Der Berwaltungsrat der B. I. Z. wird sofort nach der Ratifizierung telegraphisch zur ersten Plenar- fitznng nach Basel einberufen werden.
polen fabriziert Giftgase
Warschau, 28. Februar.
Iw Polen wurde eine chemische Fabrik im Orte Moscice bei Tarnow in Betrieb genommen. Die chemischen Werke sind auf Veranlassung der polnischen Regierung ausdrücklich für die Herstellung von Stoffen für den Gistgaskampf eingerichtet. An der Eröffnng der Werke nahmen zahlreiche Vertreter der Militärbehörden teil. Die Eröffnung war mit einer militärischen Parade verbunden.