Einzelbild herunterladen
 

Nr. 38

Zwav-tgster Jahrgang

Kasseler Neueste Nachrichten - »s£»

aber

Bergung der im Weltkriege in der Adria versenkten Schiffe

Bux, Zirkusroman.

<ah i naetre

beraubt zu gecickt das Raubes in Zuchthaus Ehrenrechte

-

JA».«».!

Argentimen sowie die gcsamie werden Äxelsen auf die oben gerechnet. Die Verteidigung Reichsgericht ctnleflcn.

ene Nummer derNew Orleans Times" auch da­bei! Und er schrieb eine Karte nach Basel, daß man ihm die Kiste sofort nach Mailand schicken solle.

Haft in Deutschland genannte Strafe an­wird Revision beim

dem Transport entwichen uno

Razzien in Chicago

Chikago, 14. Februar.

Bei den Verbrecherrazzien in den letzten Tagen find ungefähr 3000 Personen verhaftet worden. Darunter wurden 45 mit Revolvern bewaffnete und 1200 andere verdächtige Personen einbehalten. Der Bürgerausschug zur Bekämpfung des Verbrechens" stellt mit Genugtuung fest, daß während der letzten 36 Stunden zum ersten Male seit langer Zeit kein Mordfall in Chikago gemeldet ist.

Deutschland geflücbtot wo am 16 Mai 1927 die Untersuchungshaft wegen dieser ihm zur Last geleg­ten Taten über ihn verhängt wurde. Tie Haft in

Oer Dorfbrand in Oefingen

Donaueschingen, 14. Februar.

Der Brand, im Pfarrdors Oefingen, der angelegt sein soll, kann als gelöscht gelten. Die Verluste an Inventar, Futter und Getreide sind schwer. Das Großvieh konnte so gut wie vollzählig geborgen wer­den. Dagegen sind Schweine, Ziegen und Federvieh in erheblichem Umfange verloren gegangen. Vom Brande betroffen wurden auch das GasthausZur Sonne" und zwei Bäckereien, die ebenso wie die meisten Anwesen im westlichen Teil des Dorfes

«n der Ostküfte Italiens werden gegenwärtig die Hebung und Bergung jener Schiffe ver^ wcht die durch deutsche und österreichische H-B°ote im Weltkrieg versenkt wurden. Im Bride. Ein'Taucher der in eigens hergestellter Skaphander-Rüstung bis rn Tresen von loO Metern gelangen kann.

Axelsen war bekanntlich seinerzeit in Ar.xntrnien verhaftet und nach einer Umersuchungshasi von einem Jahr fünf Monaten und 28 Tagen zu lebens­länglicher Freiheitsstrafe verurteilt worden; er war

Ifruschen

ginnen. 1 Originalglas Kruschen kostet Mark S. n Apotheken and Drogerien, sein Inhalt reicht für ändert Tage. Lehnen Sie Nachahmungen ab. .chten Sie auf den Namen ..Neo-Kmschen Sak" und die gelb-eebwarae Packung. Keuschen ist angenehm la --* da ahne jeden Beigeschmack. -------

Litt an chronischer Ver­sendern IchNeo-K ruschen-

rm ganzen 122 entwendete' Bibliotheksstückc auf, de­ren größere Zahl jedoch von geringem Wert ist.

Durch geschickte Fälschungen

in den Katalogen hat Dr. Urdich die Diebstähle zwei Jahre lang maskiert. Sie wurden im Vorjahre auz- gedeckt, als die Leipziger Firma für die Ungarische Chronik den Betrag von 6500 Mark an eine Spar­kasse in Graz für Dr Urdich iivcrwics, was die Sparkasse zu einer Anfrage an die Universitätsbi­bliothek veranlaßte Ter Angeklagte hatte zunächst nur den Diebstahl derChronica Hungariae" zime- geben Eine kostbares Exemplar von GoethesRö­mischen Karneval" mit 20 kolorierten Kupfcrsnch- -ascln, Erstausgabe Berlin 1789, will er verbrannt haben Dr. Urdich hm ferner im Namen der Uni­versitätsbibliothek an drei wiflenschaftliche Institute im Rom die schriftliche Bitte um kostenlose Ucber- lassung von wertvollen Werken gerichtet mit der Be-i gründung. daß chcr Bibliothek die Mittel fehlten, sie zu kaufen. Ein Institut entsprach der Bitte, das Pa­ket mit - den überiandien Bänden gelangte jedoch tn die Hände des Bibliotheksdirektors.

Gestern hat Dr Urdich außer der Entwendung Der Ungarischen Chronik auch

den Diebstahl von 117 Bänden der Universitäts­bibliothek cingestanden.

Er will die Tat aus Not begangen haben. Zu den wertvplsep gestohlenen Werken gehört auch ein Erst­druck von Aesovs Fabeln, den Urdich zusammen mit Goethes Römischem Karneval verbrannt zu haben behauptet.

haben fällte das Lüneburger Schwur- Urterl. Arelsen wurde wegen schweren Tateinheit mit Tötung zu 15 Jahren und Aberkennung der biirgerlichen auf zehn Jahre verurteilt.

Begnadigt!

Xie Frau des russischen Kriegsgefangenen Ro- maschka aus Hohenböddenstedt im Kreise Solzwedel, die auf Grund mangelhafter Indizien wegen Brand­stiftung zu -1%- Jahren Zuchthaus verurteilt worden war und zu Unrecht beschuldigt ururde, die Kinder entkührt". zu haben, wurde vom preußischen Staats- ministevium setzt zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährungsfrist begnadigt. Hoffentlich wird auch das Urteil des Landgerichts Stcnoal einer Revision unterzogen.......;

König und Bootsmann

Der Pormann des Borkumer Motor-Rettungs­boots »Hindenburg" hat vom Kenig bon_ Schweden eine goldene Uhr mit Inschrift erhalten für Rettung der Besatzung eines gestrandeten schwedischen Dampfers. Die Bootsmannschaft erhielt einen grö­ßeren Geldbetrag

Urteil im Lüneburger Moröprozeß

15 Lahre Zuchthaus für ein in Südamerika begangenes Verbrechen

Jack Benson reichte weder ein gerichtliche Klage gegen Bur ein, noch forderte er irgendeine Entschul­digung von ihm. Aber er kramte stundenlang in sei­nen Habseligkeiten herum, um die Nummer der ..New Orleans Times" wicdcrzusinden, in der er den Bericht von jenem Mordprozeß gelesen hatte. Doch er konnte das Blatt nicht finden, obwohl er genau wußte, daß er es aufgehoben hatte.

Da fiel ihm etwas ein: Er hatte vor einigen Wochen in Basel, um sein Reisegepäck zu erleichtern, eine ganze Anzahl entbehrlicher Kleider und andere Sachen in eine Kiste gepackt und diese einem Spedi­teur zur Aufbewahrung übergeben. Vielleicht war

Der diebische SMwihelar

Die Grazer Inkunabel-Diebstähle vor Gericht.

Graz, 14. Februar.

Wegen der umfangreichen Inkunabel-Diebstähle an der Grazer Universitätsbibliothek, stand der -» Jahre alte provisorisch an der Universitatsvtbltothek angestellte Bibliothekar Dr. Joses Urdich vor dem Schöffengericht. Er hat u..a. aus den Bestanden der Grazer Universitätsbibliothek fünf überaus seltene und wertvolle Inkunabeln, darunter dieChronica Hungariae regum Brunae" von Johannes de Thu- wc, aus dem Jahre 1488 tm Werte von 12000 Schilling gestohlen und an eine Leipziger Antigua-

Sven Hedin,

der große Asienforscher, begeht am 19. Februar seine« 65. Geburtstag. In mehr als 30jähriger entbehrungs- voller und mühseliger Expeditionstätigkeit gelang es ihm, die tibetanische. Hochebene, insbesondere das Quellgebiet des Indus und das Transhimmaya- Gebirge zu erforschen,. Im Weltkrieg erwies er sich als ein treuer Freund Deutschlands und schrieb da malS mehrere Bücher über seine Erlebnisse an den deutschen Fronten. "

lesen:

Ich bestrafe wegen des unerhörten Auf­trittes am gestrigen Abend im Aufsttzraum .. .. -My Bux uttd Jack Benson mit

Bremen gegen Europa

Neuer. Hamps ums Blaue Band

Der Kampf um dasBlaue Band des Ozeans", der zur Zeit .ruht, hg .hie Welt-Handelsflotte bet Bremen" kein gleichwertiges Schiff entgegenzustellen hat, wird in absehbarer Zeit mit größter Heftigkeit entbrennen. Der Wettstreit wird allerdings nur ein Wettstreit zwischen zwei Brüdern sein, denn das nächste, der 'Bremen ' gleichwertige Schiff ist die Europa" des Norddeutschen Lloyd, die tm Bau der Bremen" völlig gleicht. Sie wird im März die erste Fahrt antreten und derBremen" möglicherweise das 33Iaue Band" entreißen, da man die bei derBre­men" gemachten Erfahrungen beim Bau derEuropa" bereits angewandt hat.

DasBlaue Band" wird sich dann noch einige Zett lang sicher in deutschen Händen befinden. Der nächste Konkurrent, der dann austritt, ist England. Nachdem der Versuch, dieBremen" mit der umgebauten Mauretania" zu schlagen, ziemlich kläglich mißlungen ist, ging man in London sosort daran, zwei neue Schnelldampfer in Auftrag zu geben. Sie sollen etwas kleiner sein als dieBremen", dafür aber gleich starke Maschinen erhalten. Die Durchschnitts­geschwindigkeit wird mit 28 Knoten angegeben, was ungefähr der Schnelligkeit derBremen" entspricht. Der Kampf wird also, wenn die Engländer fertig find, ziemlich heftig sein.

Nunmehr erscheinen auch die Amerikaner auf dem Plan.

Der Ruhm, das schnellste Schiff zu besitzen, ist mno Prestige-Angelegenheit geworden und das retchstc Land der Welt beansprucht diesen Ruhm für sich. Es ist bezeichnend für diese Politik, daß es, gerade die staatlich kontrollierte Schiffahrtsgesellschaft, die Uni­ted States Line ist, die den Kampf ausnehmen wird. Sie hat, wie soeben gemeldet wird, zwei Dampfer in Auftrag gegeben, die mit 50 000 Tonnen etwas klei­ner als dieBremen" sind, aber mit einer Reise­geschwindigkeit von 28.5 Knoten laufen sollen. Sie übertreffen die Geschwindigkeit derBremen" al|o um einen halben Knoten, was unter Umständen aus­schlaggebend sein kann.

Die Unterschiede sind aber, wie man sieht, nicht sehr erheblich, und das wird den Kamps zwischen gleichstarken Gegnern zu einer Serie sensationeller Wettkämpfe gestalten. Es haben sich noch niemals meijr als zwei Schiffe um dasBlaue Bond" be­worben. Diesmal aber werden es gleich sechs jein: zwei deutsche, zwei englische und zwei amerikanische. I Die geringen Unterschiede in den errechneten Geschwin­digkeiten beweisen, daß es der modernen Technik I kaum noch möglich ist, wirtschaftliche Dampfer zu I bauen, ,bte über 28.5 Knoten hinauskommen.

Früher chronische Verstopfung, lurch Kruschen regelmäßige Verdauung!

Herr E. 8. in Berlin-Dahlem. Liebensteiner Straße 8/10, schreibt wörtlich wie folgt:

Nehme Neo-Kreschen-Sal* seit ca.

Pünktlich um vier Uhr fuhren der Major und seine Tochter an Hauptportai des Zirkus Kreno vor Bux stand hinter dem Holzzaun und beobachtete ihre Ankunft: denn die Besucher schon außerhalb des Zir- kusbereiches am Wagenschlag zu begrüßen, schien ihm ein Zuviel an Beflissenheit und Ehrung. Weshalb sollte er ihnen, die ihm Dank schuldeten, auch noch hofieren?

Fee sprang leichtfüßig aus dem Wagen, und der Mazor folgte etwas schwerfällig.

sgortsetznnL f»lgtj.

Lüneburg, 14. Februar.

In dem Prozeß gegen den Seemann Peter Axel- fen, der anggNagi ist, Anfang November 1922 tn Buenos Aires an ocr Ermordung zweier argentini­scher Händler beteiligt gewestu zu fein und beide

ihm die Peitsche aus der Hand und hieb damit au, ihn los, wo er gerade hintraf: ins Gesicht, aus Arme, Hände, Beine. Die gedrängt stehenden Pscrde wurden scheu, fliegen, schlugen aus. Ein allgemeiner Tumult entstand. Aber niemand traute sich an den rasenden Cloton heran, dessen grotesk geschminktes Gesicht sich vor Wut zu einer -grauenhaften Maske verzerrt hatte.

Bur' Bux! Bux!" hörte man die begeisterte Menge brüllen, die nicht ahnte, daß ihr Liebling, der Meister des Scherzes, in demselben Augenblick so blutigen Ernst trieb,. ,

Die Schläge hagelten weiter. Benson fluchtete zwischen den scheuen Pferden hindurch in einen Win­kel des Aufsitzraumes. Bux folgte ihm. Ter Ame­rikaner rief das Gesicht mit den Händen schützend, um Hilsc, flehte um Schonung.- Der Clown schlug

Da raffte sich Benson endlich auf und stürzte sich auf seinen Peiniger. Der Clown warf die Peitsche weg und stieß ihm die Faust mit furchWarerWucht S das Kinn. Der Amerikaner fiel ohnmächtig der

: nach tn den Sand, ohne noch einen Ton von sich zu geben. Bux wendete ihm den Rucken, brach sich zwischen den drängenden Menschen und siierden Bohn und eilte in die Arena, wo die Menge noch immer nach ihm rief Der Applaus ,chwoll von neuem an. Bur knickste, warf komische Kußhände und verließ endlich mit einer ganzen «ene von Salto- mortales, Rädern, Flicflacs und Twists die Arena. Tann eilte er, ohne sich noch um Bcnjon zu kümmern, in fein Stallzelt zu Ali und untersuchte die mißhan­delten Beine des Storches.

Tom! Bring Wasser und Leinwand!' rief er bann mit heiserer Stimme.

Schnell war das Verlangte zur Hand. Bur goß eine wetße Flüsflgkett. die er einem Med'.zmschrank- chen entnahm, in das Wasser und begann dann, dem Tier dte vrennrnden Striemen zu kühlen.

Dars ich Ali die Umschläge machen, so lange eie sich"abschmtirren, Herr Bux?"

Der Clown blickte auf Cilly stand neben ihm.

"Ich glaube nicht, Kind, daß sich Ali von dir an- sass'en laßt Wer versuch' es mal!"

' Der Storch wandte den Kopf nach Lilly, als |te ihm einen neuen Umschlag auflegte. Er schien sich erst nicht ganz schlüssig zu sein, wie er sich dieser Fremden gegenüber verhalten sollte, aber bann lies er sich doch Cillvs Behandlung ruhig gefallen. Bux nickte ihr zu und verließ das Zell, ohne noch etwas zu sagen

Man könnte meinen, er batte geweint", dachte Lilly bei sich Sie batte bemerkt, daß sich zwei feuchte Furchen von den Augen zu den Mundwinkeln durch die dicke weiße Schminke zogen.

©ine halbe Stunde später wurde Bux zum Direk­tor gerufen. . .... ... , , ,

Sie Haven sich unerhört aufgesuhrt!" sagte Direk­tor Kreno ruhig, aber streng. -

lagen. Oefingen hat 900 Einwohner und liegt hart an der badisch-württembergischen Grenze, nordöstlich von Donaueschingen in der sogenannten Baar.'

Das Schicksal des Prof. Drexel

Frankfurt e. SL, 14. Februar.

Der seit Sonnabend vermißte Archäologe Prof. Dr. Drexel ist, wie die polizeilichen Ermittelungen erge­ben haben, noch am Leben und irrt in der Umgebung von Frankfurt umher. In verschiedenen kleineren Ortschaften wurde er von einer Anzahl Personen ein­wandfrei erkannt. Wo er übernachtet und wie er sich ernährt, ist vorläufig ein Rätsel.

Die post der^München^ gerettet

Berlin, 14. Februar.

Bei dem Brandunglück, das den DampferMün­chen" betraf, ist, wie wir aus Kreisen der Postver­waltung erfahren, keine Post verloren gegangen. So­wohl die Pakete wie die Eeldbriefe und Sendungen aller Art sind gerettet.

«hu Kruschen nicht mehr sein ..."

Her* Dr. med. A- B. In Hemau (Oberpfais), prakt 'X1 and Geburtshelfer, urteilt wie folgt:

Bel chronischer Obstipation (Hart, eibifkelt, Verstopfung) hat sich Neo- <rusehen-8als gut bewährt . .

Beide Originalschreiben kennen eingesehen werden.)

Wenn also Facharzt und Laie zu der Erkenntnis langt sind, daß Kruschen für regelmäßige Ver­lang sorgt, daß es die Tätigkeit der Därme regn- und für die Herausbeförderung der auf- --peteherten Massen im Darmkanal sorgt, so sollten ich Sie sofort mit

die Artisten--- _ .

einer Kürzung um je drei Tagesgagen.

Mailand, den 4. April 1924.

ft. Kreno.

Ich finde, daß ich sehr milde mit ihm verfahren bin, Herr Direktor. Totgeschlagen gehört so ein Lump! Ein Tier, das seine Arbeit so brav verrichtet, ohne jeden Grund, aus purer Roheit zu schlagen! Die Folgen sind gar nicht wieder gutzumachen, denn ein Tier . . ."

Ich glaube, Bux, Sie brauchen mich als alten Menageriemann nicht darüber zu belehren, was vn- gerechtc Schläge bei einem Tier sür Schaden anrich­ten. Ich spreche auch gar nicht von der Tracht Prügel an sich, sondern ich finde es nur unverant­wortlich, daß Sie sich so aussühren, während der ganze Aufsitzraum voll von Menschen und Pferden st. Sie hätten das größte Unheil anrichten können"

Dafür bitte ich um Entschuldigung, Herr Direktor."

Ich werde Sie in Strafe nehmen müssen.

Bux machte eine zustimmende Verbeugung.

Benson natürlich auch", fügte Direktor Kreno hinzu;obwohl er behauptet, er habe den Storch nur zur Eile antreiben wollen, damit er nicht von einem Pferd getreten würde."

Eine Seele von Mensch!" meinte Bux spöttisch.

Und versprechen Sie mir, daß Sie sich künftig bemeistern?"

Wenn einer meine Tiere mißhandelt?

Auch dann dürfen Sie die Selbstbeherrschung nicht so verlieren."

Das kann ich nicht versprechen, Herr Direktor."

Nun, dann werden Sie die Folgen zu tragen haben." .. .

Bux machte abermals rate zustimmende Ver­beugung.

Sie werden auch eine Anklage von Benson bei Gericht zu gewärtigen haben."

Das wird mich sehr kalt lassen."

Es ist gut, Bux." Dam« war der Clown ent­lassen.

Am andern Tage stand am schwarzen Brett zu

Tom, daß mir heute nachmittag im Stallzelt und im Wohnwagen tadellose Ordnung herrscht!" mahnte Bux, als er einige Tage später von einem Ausgang in die Stadt zurückkehrte.Wir bekommen heute Be­such von Privatleuten, die uns Zirkusmenschen wahrscheinlich für eine Art Zigeuner halten. Da muß alles nur so blitzen, damit die sich mal wundern sollen."

Dr. Buchsbaum hatte täglich seine Patientin be­sucht. Heute, am sechsten Tage nach dem Unfall, war Fee soweit hergestellt, daß sie wieder ausaehen durfte. Sie hatte Bux gebeten, diesen ersten Ausgang zu einer" Besichtigung der Zirkusstadt benutzen zu dür­fen. Vor allem wollte sie seinen Wohnwagen besubti- gen, seinen Zigeunerwagen, wie sie sich ausdrückte: und da batte der Clown nicht umhin gekonnt, Vater und Tochter für diesen Nachmittag einzuladen.

Feodora war überglücklich, denn nun mutzte sich doch mal wieder Gelegenheit zu einem längeren Zu- fammenfetn ergeben, das Bux bei seinen weiteren Besuchen stets zu vermeiden gewußt. Immer batte er angeblich etwas Dringliches vor, so daß sich feine Besuche nicht mehr über die Zeit einer normalen ärztlichen Visite ausgedehnt hatten. Er hatte wohl gemerkt, daß Feodora von Prastelny bereits rettungs­los in ihn verliebt war. Auch sie gefiel ihm von Tag zu Tag besser, feit sie ihre Versuche, ihm durch Bil­dung und mondänes Wesen zu imponieren, endgül- ttg emgestellt hatte und sich völlig natürlich gab. Aber gerade deshalb hielt sich Willibald Buchsbaum zurück. Er hatte gar keine Lust, sich in eine junge Dame zu verlieben, die ihrem Herkommen und ihrer Gedankenwelt nach nicht in seine Sphäre gehörte, sich in Beziehungen einzulässen. die ihm letzten Endes nur Qualen und Enttäuschungen bringen konnten. Glücklicherweise würde der Zirkus ja in einer Woche Mailand verlassen, vielleicht würden die Prastelnys noch früher ihre Weiterreise antreten. Und damit

Schnap-brrnnnei explodiert

30 Schulkinder in benachbarter Schule verletzt.

Newyork, 14. Februar.

Eine sehr schwere Explosion ereignete sich in einer verbotenen Schnapsbrennerei. 30 Schulkinder in der benachbarten Schule erlitten Verletzungen, 13 Kinder mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Die Ga­rage wurde fast vollkommen zerstört. Die Erschüt­terung war so groß, daß sämtliche Fenster des Schul­gebäudes zertrümmert wurden. Die Explosion zer­störte auch ein angrenzendes einstöckiges Wohnhaus. Aus den Trümmern dieses Hauses wurden zwei schwerverletzte Sieger geborgen. Von den in Sicher­heit gebrachten Schulkindern sind zwei lebensgefähr­lich verletzt. Die Polizei führt die Explosion auf eine Entzündung von Gas zurück, das sich im Erdgeschoß des unbewohnten Gebäudes angcfammelt habe. Sie hat in den Trümmern einen Destillierapparat sowie einen schadhaften Gummischlauch, der diesen Appa­rat mit der Gasleitung verband, gefunden. Die bei­den verletzten Neger wurden als angebliche Besitzer des Apparates verhaftet.

In der Schule befanden sich zur kritischen Zeit etwa 2000 Kinder. Der Schulleiter eilte nach der Explosion durch alle Klassen und ließ die Schüler antreten. Sie verließen das Gebäude in voller Ord­nung. Einige durch Glassplitter Verletzte müßten von "Mitschülern und Lehrern hinausgetragen werden Bei der Rettung der Kinder spielten sich aufre­gende Szenen ab. Die weithin vernehmbare Explo­sion hatte Anlaß zu dem Gerücht gegeben, daß in der Schule selbst eine Bombe explodiert sei, was zur Folge hatte, daß etwa 5000 Eltern nach der Schule eilten. Einige aufgeregte Mütter durchbrachen die Absperrungskette der Polizei und liefen nach ihren Kindern rufend, in das Schulgebäude hinein, ob­gleich bereits alle Kinder auf die Straße hinausge- leitet worden waren.

i** 41

V