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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

MtiettmnaSwetfe: wSLentNch feifiSmel nachmMasS. 9!8onnement«pret«: für den Mona, SLV X bet freier Sa» ing^ ®H t«kene al8cb0?! LS / ®ur* die »oft monatlich 2LN X -usschlictzlich Zu» 2" Santn oon fiöherer I-wa ' be »ebi kein Ansvru» oaf Lieferung der Zeitung oder auf ^Eung de« BerugSvreiseS Verlag. SchnftleiMng ,und Druckerei: Sölnische Stratze 10. - Tclevbon: -ammelnummer 6800. Juristische Sorechsiunöe Itito Dienstag von d bis 7 Uhr Kölnische Stratze Nr. 10.

Hessische Abendzeitung

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Nummer 36

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Mittwoch, 12 Februar 1930

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

20. Zahrgau-

Keine Einigung in der Ll-Bootfrage

London ist über den Setlauf der zwNenkoilfrrenz enttäuscht / äm Hindenburgs StellnngsnahM zum Nonngplm / Sas neue Srotgese-

Begräbnis erster Klaffe

lEtgene 'Drahtmeldung.)

London, 12. Februar. Wendung der Unterseeboote nicht genau so handeln

des Doungplanes und der finanziellen Verhandlun­gen zwischen den Parteien Schwierigkeiten für die Koalition entstehen. In manchen Kreisen spricht man von einem Kurswechsel nach rechts und zwar von einem sogenannten Hugenberg-Kabinett unter der Führung des früheren Reichskanzler Dr Luther. Man wird aber abwarten müssen, ob diese Kombinationen und Gerüchte überhaupt eine sachliche Bewertung verdienen.

ser Modifikation die Benden der Parteien und der Gewerkschaften aus dem Wege zu räumen.

Die weitere Besprechung drehte sich um den F e h l» betrag von 154 Millionen Mark aus dem Jahre 1928, die nach dem Etatsgesetz noch m diesem Jahr abgedeckt werden müssen. Zu einer abschließenden Stellungnahme über diese Frage kam

Der Verlauf der gestrigen Bollfitzung der Flotten- konferenz hat keine Ueberrafchung gebracht. Da Frankreich und Japan an ihrem Standpunkt unbe­dingt festhalten, ist von der gegenwärtigen Konferenz eine Abschaffung der Untersee-Bootr wie sie von England und Amerika befürwortet wird, nicht zu erwarten.Es ist nur mit einem Kom­promiß in Gestalt eines Abkommens gegen einen unmenschlichen U-Bootkrieges" u. vielleicht mit einer gewissen Einschränkung der Zahl und der Größe der Unterseeboote zu rechnen.

Macdonald leitete die Beratung mit einem Bericht über den Stand der Konserenzverhandlun- Si ein, wobei er der Zuversicht Ausdruck gab, hin- tlich der bisher erörterten Fragen der Plenar­versammlung bald ein zufriedenstellendes Ergebnis der Ausschutzarbeiten vorlegen zu können. Es han­delt sich hierbei um die Themen der Pauschaltonnage der Kategorieneinteilung und des Tonnagetransfers

Zur Unterseebootsfrage ergriff für die englische Delegation der erste Seelord Alexander das Won. Er wies u. a. darauf hin, daß einige der aus der Konferenz vertretenen Mächte gegenüber dem Gedanken der völligen Abschaffung der U- Bootswaffe ein gewisses Widerstreben an den Tag felegi hätten. Der amerikanische Delegierte Stim- o n trat mit großem Nachdruck von neuem für die völlige Abschaffung der U-Bootswaffe ein.

Der japanische Delegierte Takarabe betonte, datz Japan mit feinest weitausgedehnten Küstenge- wäffem aus das Unterseeboot nicht verzichten könne, sei es doch insbesondere auch angesichts seiner Billigkeit und seiner d^ensioen Eigenschaften die ge­eignetste Verteidigungswaffe. Die unbefchränkte U- Bootskriegsführung in der Art, wie der Weltkrieg sie gesehen habe, wolle er damit nicht verteidigen.

Das Bedauern über dieses für England sehr unbefriedigende Ergebnis kommt in der Presse allgemein zum Ausdruck.Times" hofft, daß auf einer künftigen Konferenz der einzig wirksame Schritt möglich werde, der dieser kostspieligen und zum Mißbrauch herausfordernden Kriegsschiffwaffe gegenüber angebracht sei.Daily Chronicle" weist darauf, datz das Washingtoner U-Bootabkommen f von 1922 infolge der Haltung des französischen Par­laments niemals in Kraft getreten sei und fragt, welche Gewähr dafür bestehe, daß Frankreich bei der gestern vorgeschlagenen Aechtung barbarischer Ber-

wrrde.

Immer wieder die denlschen Kreuzer

Die französische Denkschrift.

Paris, 12. Februar.

Die Haltung der französischen Abordnung in Lon­don bei der Dienstags-Beratung über die Abschaffung der U-Boote findet in der große Pariser Presse ein einstimmiges Lob.

DasJournal" sagt, der allgemeine Eindruck sei der gewesen, daß diejenigen, die die Abschaffung der U-Boote verlangten, dies nur im Sinne einer Kund­gebung für die Oeffentlichkeit getan hätten. Die U- Bootfrage könne endgültig als begraben angesehen werden.

Perftnax gibt imEcho de Paris" einen ungefäh­ren Inhalt der französischen Denkschrift, die Tardieu dem englischen Ministerpräsidenten über­reichte. Darin soll Frankreich die Verpflichtung über­nommen haben, bis Ende 1936 724 000 Tonnen nicht zu überschreiten. Da die französische Flotte aber im Augenblick bereits 660 000 Tonnen beträgt, wird das Flottenbauprogramm wesentlich verlangsamt werden. Im Beginn wird Frankreich jährlich 40 000 Tonnen bauen, die sowohl als Ersatz für alte Schiffe, als auch für Neubauten zu gelten haben, denn so betont Pertinax man müsse auch daran denken, große Li- menschiife zu bauen, um im gegebenen Falle den deutschen Kreuzern (!!) gegenübertreten zu können.

Sie schnellste Lösung

Aber wird Borahs Vorschlag Beifall finden?

Neuyork, 12. Februar.

Gegen den von der amerikanischen Delegation auf der Londoner Seeabrüstungskonferenz gemachten Vor­schlag. daß Amerika vier seiner Schlachtschiffe gegen ein neues Schlachtschiff vom Typ desR o d n y" außer iTenst stellen möchte, ist vom Senator Borah. e...,^teoen Einspruch erhoben worden. Er erklärte, daß Amerika unter keinen Umständen daran denken könne, durch Neubauten von Schlachtschiffen die Pari­tät mit England zu erstreben. Zur Herstellung der Pa­rität zwischen Amerika und England in der Kategorie der Schlachtschiffe schlägt Senator Borah vor, datz England das SchlachtschiffRodny" versenken solle, womit die Frage schnellstens gelöst sein werde.

Es wurde ferner betont, daß Amerika an der Lon­doner Konferenz nicht dazu teilnehme, um die Auf­rüstung anzustreben, sondern um eine Herabsetzung der Rüstungen zur See herbeizuführen.

plalastermg her Lvrtms-Men?

Eigener Drahtbericht.

Berlin, 12. Februar.

In der gestrigen Reichsiagssttzung hat der na­tionalsozialistische Reichstagsabgeordnete Gras »eventlow den Antrag gestellt, die zweite Rede des Reichsaußenministers Dr. Curtius aus Reichs­kosten öffentlich anschlagcn zu lassen. (Siehe auch

Sette 2!)

In den Kreisen der Regierungsparteien wird laut *8. T." erwogen, diesem Antrag dadurch zu begeg- »en, datz der öffentliche Anschlag auf beide Mi» «isterreden ausgedehnt werden soll. Die Volks- parteiliche Reichstagsfrattion hat bisher chre Zu­stimmung hierzu noch nicht erteilt.

*

Berlin, 12. Februar. Zu der gestrigen Reichstags­rede des Reichsaußenminlsters Dr. Curtius über das Ergebnis vom Haag äußert sich nur ein Teil der Ber- uner Blätter. In der Hauptsache beschränken sich b;e Zeitungen auf die Wiedergabe eines Stimmungsbil­des von der Reichstagssitzung.

DieVossische Zeitung" sagt: Der Außen­minister wird zum Histor.ker, wenn er weit aus­holend eine geschichtliche Darstellung der Entstehung des doungplanes gibt. Der Mann, der jetzt in der parlamentarischen Endentscheidung die Regierungs­vorlage vertritt, ist n cht nur ein Verwalter des Stresemannschen Erbes, sondern auch ein Kämpfer für die Stresemannschen Ideen einer deutschen Außenpolitik, die er sich ganz zu eigen machte.

DasBerliner Tageblatt" erblickt in der Bemerkung des Ministers daß es den deutschen Sach­verständigen in Paris nicht gelungen ist, die Aus- rechterhaltung der deutschen Ansprüche aus früheren Vorgängen durchzusetzen, eine deutliche Zurückwei­sung t*r bekannten Behauptungen Schachts. Eine Sensation, die za auch niemand erwartete, hat, so bemerkt das Blatt, diese Rede, ein Muster nüchter» net Sachlichkeit, nicht gebracht.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" weist darauf hin, datz Dr. Curtius dem Polenvertrag einen bemerkenswert brstten Raum widmete und sieht einen Beweis darin, daß auch die Regierung die schwache, die verwundbare Stelle des ganzen Dertragswerkes erkannt hat.

3« »Deutschen Tageszeitung" beitzt er: Dr. Curtius unternimmt den nicht zu verantwor­tenden Versuch, den Youngplan vor den Ohren der

Welt an sich nach allen Richtungen zu verteidigen und als wesentlichen Gewinn hinzustellen. Datz da­mit alle späteren Revisionsversuche wesentlich er­schwert werden müssen, sollte sich eigentlich auch ein deutscher Außenminister sagen.

Hinheuburg und her Nouugplau

th. Berlin, 12. Februar.

In der gestrigen Reichstagssitzung hat, wie an anderer Stelle berichtet wird, der Zentrumsvertre­ter Dr. Brüning ausdrücklich erklärt, daß das Zentrum dem Polenabkommen nicht zustimmen könne, bevor nicht im Ausschuß eingehende Auskünfte erteilt werden. Auch, der Volksparteiler von Rhein­baben gibt zu, datz in seiner Frccktion starke Be­denken gegen das Polenabkommen bestehen. Be­kanntlich ist dies auch noch bei anderen Parteien der Fall, und es scheint, als ob die Mehrheit für das Polen-Abkommen noch keineswegs so sicher gestellt sei, wie die Mehrheit für den Noungplan Immer mehr aber setzt sich die Ueberzeugung durch, datz man von der einmal eingeschlaqenen Politik in der Polenfrage nicht mehr zurück könne, nach­dem die Deutschen in Polen sich ebenfalls für den Liquidationsvertrag erklärt haben.

Der Zentrumsführer hat ferner betont, daß das Zentrum dem Aoungplan in dritter Lesung nicht zustimmen könne, wenn nicht vorher volle Klarheit über die Finanzlage geschaffen fei. Damit ist der wiederholt erörterte Wunsch des Zentrums nach in­terfraktionellen Bindungen für das kommende Fi­nanzprogramm unterstrichen worden. Die nächsten politischen Arbeiten der kommenden Tage werden dem Versuche gelten, in dieser schwierigen Ange- legenheit Klarheit zu schaffen.

Ferner spricht man im Reichstag davon, daß von der Stellung des Reichspräsdenten von Hindenburg unter Umständen noch Schwierig­keiten in der Frage des doungplanes und des Polenabkommens zu erwarten seien. Man sagt, daß seit einiger Zeit von rechts her versucht werde, Ein- siutz in dieser Angelegenheit auf den Reichspräsi­denten zu gewinnen, insofern, daß er die neuen Re- Parationsverträge nicht unterzeichnen solle. Man halt es aber in den der Regierung nahestehenden Kreisen für vollkommen ausgeschlossen, daß solche Bemühungen Erfolg haben könnten.

Sitte andere Frage aber wird noch hier und da diskutiert, die Frage nämlich, wie der Reichspräsi­dent sich Verhalten würde, wenn nach der Annahme

Sie Sefahren-Semeinschast abgelehnt!

Berlin, 12. Februar.

Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer hatte am Dienstag die angekündigtc Aussprache mit den Etats- und Steuersachverständigen der Regierungs­parteien über den Etat für 1930. Nach Besprechung der allgemeinen Finanzprobleme wurde namentlich die Sanierung der Arbettslosenversicherung erörtert. Dabei wurde die sogenannte Gefahrengemein, schäft zwischen den verschiedenen Zweigen der So­zialversicherung von allen Seiten abgelehnt. Der Plan, die Angestellten- und Invalidenversicherung zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung heranzu­ziehen, ist jetzt dahin geändert worden, datz den bei­den Bersicherungsinstttute« im Besitz des Reiches be- findliche Vorzugsaktien der Reichsbahn verkauft wer- den sollen. Man hofft in Regierungskreisen mit die.

man jedoch noch nicht.

Mschbwt"

Berlin, 12. Februar.

Der Entwurf des Reichsernährnngsministe» Über das neue Brotgesetz ist nunmehr dem Reichs« rat zugegangen. Der Entwurf bestimmt, daß unter der BezeichnungRoggenbrot" nur Brot ver­kauft werden darf, das mindestens zu 95 v. H. au» Roggen her gestellt ist. Unter der Bezeichnung Weizenbrot" darf nur Brot verkauft werden, das mindestens zu 95 v. H. ans Weizen hergestellt ist. Brot, das aus einer Mischung hergestellt ist, darf nur unter der ausdrücklichen BezeichnungMischbrot" verkauft werden.

Die Reichsregierung wird ermächtigt, die Höchst­grenze der Zusätze zu ändern, falls es der SlusfaH der Ernte bei inländischem Roggen oder Weizen erfor­dert. Der Gesetzentwurf droht Geldstrafe bei Zuwider­handlungen an. Ist die Zuwiderhandlung fahrlässig begangen, so tritt Geldstrafe bis zu 150 RM. ein.

Das notoenhige Schiedsgericht vet

tn unserem Korrespondenten

Brüssel, im Februar.

Das Jahr 1930 wird das Jubiläumsfest des hundertjährigen Bestehens des Staa­tes Belgien sehen. Brüssels alte Leute erinnern sich noch der Feste desCinquantaire" im Jahre 1880, die sie als Zwanzigjährige erlebt haben und zu deren Andenken die großen etwas langweiligen Museums- Paläste und der sehr magere akademische Triumph­bogen errichtet worden sind. Aber wie entzückend war die Parade der Schulmädel vor Leopold I., die man noch heute in einem reizenden Bild im Brüsseler Museum bewundern kann!

In jenem Jahr war Belgien noch ein Land ohne Geschichte. Zehn Jahre vorher war der Krieg von 1870 an feine Grenzen gekommen, aber er hatte es nicht berührt. Dann verging mehr als ein Menschen­alter, und dann führte das Schicksal die Kriegswoge über das Land hin. Es hat heute keinen Sinn mehr, die Frage zu erörtern, ob es zwingende Umstände gewesen sind, die dazu führten, daß Belgien Kriegs­schauplatz geworden ist Deutschland hat getan und tut, was innerhalb der Grenzen seiner Leistungs­fähigkeit liegt, um die Belgien zugefügten Schäden zu reparieren. Die Belgier haben, was anerkannt wer­den muß, mit den Reparationsgeldern ausgezeichnet gewirtschaftet und haben rascher als Frankreich die verwüsteten Städte und Gefilde wieder hergestellt. Aber

während der Deutsche in Frankreich heute nichts mehr von irgend welchen feindlichen Gefühlen spürt, ist es in Belgien anders.

Die schweren ersten Kriegswochen sind heute noch nicht vergessen, in vielen Orten malten Denkmäler an die bösen Tage und in den Schulbüchern werden die Deutschen noch heute als Barbaren, als .Hunnen" geschildert. Fortwährend erscheinen Broschüren, die, angeblich auf Grund genauester Dokumentation, be­haupten, datz es in Belgien nie einen Franktireur, keinen für die deutfchen Truppen ge­fährlichen Volkskrieg und keinen Grund zum militärischen Einschreiten gegeben habe. Von deut» scher Seite ist der Vorschlag gemacht worden, die

Entscheidung dieser Frage einem neutralen Schieds­gericht zu unterbreiten.

Als Vandervelde Minister war, hat er diesen Vorschlag angenommen, ist aber dann umgefallen wahrscheinlich infolge von Drohungen feiner Kol­legen. Seitdem haben die Belgier erklärt, es fei jetzt zu spät für ein Schiedsgericht. Schade? Aber man kann natürlich die Belgier nicht zwingen, vor ein Schiedsgericht zu gehen.

sich in Deutschland freuen, den Belgiern zum hun­dertjährigen Bestand ihres Staatswesens aus vollem Herzen Glück wünschen zu können.

Pariser Proteste gegen hie GP st.

Paris, 12. Februar.

DieLiberte" hatte für Dienstag abend eine große Protestkundgebung gegen das Vorgehen der G. P. Ü. in Frankreich organisiert. Als Redner waren u. a. gemeldet der rechtsstehende Abgeordnete Dumat, der in der Kammer bereits eine Interpellation über den Fall Kutiepow eingebracht hat, und ein ehemali­ger französischer Hauptmann, der 27 Monate in russi­schen Gefängnissen verbracht haben soll.

Im Anschluß an diese Kundgebung hat, wie ver­lautet, ein Trupp von Studenten versucht, von der Seine aus nach der Sowjetbotschaft vorzudringen. Die Straßen in der Umgebung der Botschaft waren im Hinblick auf mögliche Zwischenfälle von einem außer­ordentlich starken Polizeiaufgebot abgesperrt worden Zwölf Verhaftungen wurden vorgenommen.

Das graue Auto

Reue Zeugenaussage zum Fall Kutiepow.

Paris, 12. Februar.

In der Untersuchung des Falles Kutiepow, die durch französische Kriminalbeamtt durchgeführt wird, ist durch eine neue Zeugenaussage am Dienstag abend wiederum eine Wendung eingetreten. Der Bürgermeister einer großen Gemeinde in der Nor­mandie hat der Polizeibehörde mitgeteiU, daß er am 28. Januar, also am Tage der Verschleppung selbst nachmittags um 3,45 Uhr ein graues Auto auf dem Wege nach Trouville gesehen habe, in dem neben einem Polizeibeamten fln Uniform und zwei Män­nern ein dritter gesessen habe, der d-n Eindruck eines Verletzten machte. Das graue Auto sei um 16 Uhr 30 auf dem gleichen Wege in Richtung Patts zurückgc- kehtt, diesmal aber ohne Insassen.

Man häll die Aussage des Zeugen umsomehr für richtig, als man in einem schnellen Auto sehr wohl in 2% Stunden von Paris in die dottige Gegend ge­lungen kann.

Schweres Sauimglück

Es wäre, nachdem der Schiedsgerichtsgedanke ge­scheitert ist, korrekt gewesen, die Sache ruhen zu las­sen. Es sind Dinge, über die man sich nie einigen kann, wenn man nicht das Urteil eines Unparteiischen anrufen und vereinbarungsgemäß gelten lassen will Würden die Belgier schweigen, so würden die Deut­schen ihr inzwischen gesammeltes objektives Material schön geordnet den künftigen Historikern überlassen, die Polemik wurde einschlummern, es würde Gras über den Hügeln der Toten wachsen, wie gerade in Belgien schon so vieles gewachsen ist. Aber immer kommen von Belgien

Die Kellerdecke eingestürzt. Drei Tote.

Berlin, 12. Februar.

der Charlottenburger Straye in Weißen, er trug sich heute ein folgenschwe- s °U*nl0^ iu" Während der Frühstückspause, als sich die Arbeiter^auf einem Platz versammelt hatten, stürzte plötzlich d,e über chnen befindliche Decke ein und begrub alle Pettonen unter sich ^rei würben durch die Trümmer auf der Stelle getötet wahrend zwei schwer und ein Arbeiter leicht verletzt

neue Anklagen in Form von dicken Bänden, die von den belgischen Zeitungen besprochen werden und die die Aufregung im Lande immer von neuem schüren. Dem kann man immer nur das deutsche Ver­langen nach einem unparteiischen Schiedsgericht gegen- überstellen. Es wäre sehr beklagenswett, wenn eine Polemik, bei der ja kein Teil den anderen jemals überzeugen wird, noch fortgesetzt würde. Man würde

Die Feuerwehr war mtt entsprechendem Rettungs- gerät sofort zur Stelle und machte sich an die Ber- jung der Verunglückten. Die Ursache des Unglücks konnte noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich hauptsächlich um Rohrleger und Zimmerleute, die in den Kellerräumen des Neubaues beschäftigt waren, als plötzlich gegen 9 Uhr die Kellerdecke infolge Ueber- laftung mit gefüllten Zementsäcken in einer Ausdel - nung von etwa 16 Quadratmetern eiustürzte