Gerte > — 1. Beilage.________
®reibt Aber wie benimmt er sich hier? Für eine -er wohlmeinendsten Erzieherinnen ersann er sich »einerseits die Prügelstrafe, die sich nicht einmal wehten durfte. Nun hat er wieder Besserung gelobt. Gott tzeb's.
Es tut mir fast weh, als ich scheiden muß. Biel lieber würde ich mit im Ringelrethn springen. Fürsorgeerziehung? Erschütternd waren die Akten, die ich gelesen habe Phantasien aus dem Munde eines kleinen Mädchens, die zwei unbescholtene Lehrer ins Zuchthaus hätten bringen können Sicher nicht in diesem Kindergehirn gewachsen Aber laßt es nur eine Weile mit herumtollen, und die schwülen Bilder verblaffen und er gibt nur eine Schar fröhlicher Kinder, wie auch wir es einst waren.
Geisberg
35 Jähre steht Direktor H ü h n e in der ErziehunaS- drbeit. Manches hat sich geändert in dieser Zeit, aber nicht fein Verständnis für die Nöte der ihm ander- trauten Jugend.
Man bedenke, wie auSaekämmt die Jugend ist, die hier eine Heimat für längere Zeit finden soll 25 Prozent stehen unter ständiger Aufsicht der Krüp» PelarzteS. 80 Prozent sind schwach befähigte H i l f s s ch ü l e r und doch gelingt es immer wieder, lebenstüchtige Menschen auch aus diesen armen Kindern zu machen. Schwierigkeiten machen die Grenzfälle, die, großjährig geworden, ohne reif für eine Pflegeanstalt zu sein, doch mit dem Leben nicht fertig werden.
Einfach sind hier die Räume Aber auch hier der bleiche Geist, der mit allen Kräften helfen möchte.
Mnikaheim
Pfleglinge der gleichen Art wie die Steinmühle betreut das Monikaheim in Frankfurt. Di« Schwestern, die hier in unermüdlicher Arbeit stehen, verwalten zu gleicher Zeit neben der Fürsorgeanstalt ein.halboffenes Heim, in dem junge Mädchen, die in der Stadt ihren Arbeiten nachgehen, während des übrigen Teils des Tages Aufnahme finden, wenn sie aus gewisien Gründen nicht für sich allein zu stehen vermögen.
Auch eine Säuglingsstatton ist vorhanden Und hier können die jungen Mädchen unter liebevoller Aufsicht das ABC der Säuglingspflege lernen.
Mit bescheidenen Mitteln ist es gelungen, eine Reihe behaglicher Räume zu schaffen. Nach und nach wird man noch den Rest ausbauen. Auch hier emsige Arbeit besonders in der Flickstube und der großen Wäscherei, wo tüchtige Büglerinnen ausgebildet werden.
Natürlich muß hier mitten in der Stadt die Pforte geschlossen sein Ist es aber wirklich gut, daß scharfe Brtefzensur herrscht und die Anordnung, daß die Zöglinge nur einmal im Monat nach Hause schreiben dürfen? Andere Anstalten haben mit der Abschaffung dieser Maßregel kein« schlechten Erfahrungen gemacht. In den Vorschriften heißt es:
. . nur das Notwendige wird dabei gesprochen. Singen von Volksliedern wird gerne erlaubt.Mit- tagessen: bei besonderen Anläsien dürfen die Zöglinge plaudern." Bei dem guten Willen der Anstaltsleitung wird schließlich der rechte Weg doch gefunden werden. Einen Vorzug besitzen die konfessionellen Anstalten zweifellos: Arbeitsfreudige Erzieher, die keinerlei materielles Interesse mit ihrer Arbeit verbindet. Und die Arbeit an den Schwersterziehbaren ist fürwahr nicht verlockend.
Santotmerfmigen
Solange es Familien gibt, die nicht imstande sind, ihre Kinder selbst zu erziehen, wird sich die Oeffent- lichkeit ihrer annehmen müfsen. Unter anderem Namen wird es eine Fürsorgeerziehung leider immer geben, wenn auch ihre schönste Aufgabe es ist, sich selbst überflüsstg zu machen, indem sie die Kinder wieder lebenstüchtig werden läßt.
Hebet die Methoden läßt sich streiten. Wir in Hessen-Nassau dürfen zufrieden sein. Aber es ist nicht überall im Reich so. (Bayern!) Eine einheitliche Regelung tut dringend not. Wenn die gegenwärtige Debatte das VerantwortunaSbewußtsein fernstehender Kreise weckt, hat sie ihr Gutes. Verallgemeinerungen aber sind geeignet, den auf schwierigen Posten stehenden Erziehern jede Arbeitsfreude zu nehmen. Wo Reformen not tun, soll man offen darüber beraten, nachdem man sich gründlich orientiert hat. Nach Parteigesichtspunkten Jugenderziehung treiben zu wollen, heißt stch an Kinderseelen versündigen. Darum ist auch der Versuch der Großstädte ($. B. Frankfurts) nicht unbedenklich, die Fürforge- erziehung durch eigene Maßnahmen zu zerschlagen Es ist ein oft gefährliches Spiel, so lange mit der Fürsorgeerziehung zu warten, bis die Verwahr- lofung den höchsten Grad erreicht hat. Die Jugendämter sind mit Arbeit überlastet und müssen ihren speziellen Befähigungsnachweis erst erbringen. Anderersetts müssen die Aufsichtsbezirke so engmaschig sein, daß eine mehrfache Kontrolle im Jahre möglich ist. Di« bedenklichen Zustände in den früheren staatlichen Anstalten wären nicht möglich gewesen, wenn nicht nur »ährlich einmal eine wenn möglich noch angekündigte Revision durch einen eiligen Berliner Ministerialbeamren erfolgt wäre und wenn der preußische Staat nicht ehemalige Unteroffiziere für geeignete Erzieher gehalten hatte, deren Verdienst denn doch auf anderem Gebiet liegt.
Wenn es fein muß. habe man den Mut, das schöne Wort „Fürsorge" zu streichen. Letzten Endes sind es Erziehungsheim«, wie ander« Internate auch. Man suche sich aufzuklären, statt vor Schlagworten schlapp zu machen. Unglaublich töricht ist der Vorschlag des Berliner Tageblattes, den Kindern ein Beschwerderecht bei dem Landlaa zu geben. Man bilde Ausschüsse, deren ruhige Arbeit allerdings gewährleistet sein muß. Ein Anstaltsleiter, der nichts zu verbergen Hal, müßte doch gern mit ihnen zusammenarbeiten, um den Beunruhigungen, die heute den Bestand der unter so schweren Opfern geleisteten Arbeit bedroht, ein Ende zu machen. Lassen wir den politischen Kamps des Alltags, vereinen wir uns zu ruhiger Arbeit.
Es geht um Kinderseelen!
Zustiz-personalierr
. Ernannt: Gerichtsasiellor Dr. Frbr. von Eanwen- Sausen zum LmtsgeriLtsrat in Schwarzenfels, zu Justiz- büroaniüenten bie Justizanwtirier Jobs. Schäfer in Hers» seid, Gottschling in Fulda. Naumann bei der Staafign« waltschait b. Landgericht in Staffel, Justtzhilfswachtmeister Himmighofen zum Justizwachtmeister in Treysa. — Berte tz t: Zusttzinspektor Schlitt oon Salmünster nach ftulha. ÖuftiMben'efietär Dietz von Nentershausen nach Btschhan- fen. Justizsekretär Hartenhauer von versfelö nach Hell.» Lichtenau. — In den R u o e ff a n d versetzt: Amtsgerichts» rat Geisel in Stoffel. Juftizinsvektor Schmer in Gubens» berg, JuirizobersekretLr Liebehen, in Steinbach-Sallenbero. Obergerichtsvollzieher Gaudis in Langenselbold, Jnftiz- fekretar Schucklat in Marburg a. L.
Aus dem kirchlichen Leden
In der Evangelischen Landeskirche sind zurzeit fünf Pfarrstellen zur amtlichen AuSschretbung gefom» men, in Dudenrode im Kirchenkreis Witzenhausen, Trendelburg im Kirchenkreis HofgeiSmar, Obernburg im Kirchenkreis Frankenberg und
Raffele» Neueste Nachrichte«
Donnerstag, 6. Februar 193fr
Elbe und Steinau im Kirchenkreis Schlüchtern. Für bie beiden erstgenannten Psarrstellen haben die Kirchenvorstände das Wahlrecht. Für alle fünf Pfarrstellen sind die Bewerbungen auf dem Dienstwege bis zum 1 März d. I. beim Landeskirchenamt ein- zureichen — In den Ruhestand versetzt wurde Pfarrer Habicht in Hattenhausen zum 1. Mai d. I., Pfarrer Heldmann in Obernburg zum 1. Juni d. I. — Gestorben sind Pfarrer Eberhardt in Raboldshausen am 3 Januar, Pfarrer und Super- tntenbent i. R. von Obstfelder in Schmalkalden am 12. Januar und Pfarrer Sötte in Wanfried am 21. Januar d. I.
Konzert und Theater im Reichsbund Deutscher Technik. Zum Stiftungsfest der Kasseler Ortsgruppe wurde ein hochwertiges künstlerisches Programm geboten. Für Konzert und Gesang waren u. a. die Pianistin und Sängerin Frau Knöbber-Luck und Herr Rudolf Buchner, Baß-Bariton vom Kasseler Rundfunk, verpflichtet worden- Herr Buchner, der wieder glänzend in Form war, brachte im ernsten Programmteil Partien aus Lortzing- und Wagneropern und später heitere Rhein
lieder und das beliebte Lied vom Sonnyboy. Frau Knöbber-Luck begleitete mit geübter Hand und bot im heiteren Programm Lieder oon Ralph Benatzky. Mittelpunkt des Festes war die Uraufführung eines Lustspiels aus dem Reich der Technik „Die weibliche Technik". gespielt von Mitgliedern der Ortsgruppe, Das von gesundem Humor und Bühnentricks sprühende Werk wurde mit Beifall ausgenommen.
Reichskur,schrisi. Der Reichskurzschristverein „Gabels- berger* feierte am Sonnabend, de» 1. Februar den Geburtstag GabelSberserS, «es Erfinders der deutschen Rede- zeichenkunft. In seiner Bearübungsanforacke würdigte der Vorsitzende des Vereins die groben Verdienste GabelS- beraers um die deutsche Kurzschrift. Er betonte u. dab GabelSberger da» Fundament der deutschen Kurzschrift gelegt habe, indem er anstelle der geometrischen die dem deutschen Geiste viel mehr entsprechende kurllve ZeichenauS- wahl letzte. Leider habe der unerbittliche Tod den Altmeister GabelSberger zu früh aus feinet Lebensbahn gerissen, sonst batte er selbst die Bege gezeigt, die iu einer deutschen EmbeitSkurzfchnst führten. GabelSberger lebe daher in der deutschen Geschichte der deutschen ReichSkun- schrift fort, und feier Stenograph mülle mit Ehrfurcht dieses grobe» deutschen Meister« gedenken. Nach der Ansprache wurden die Fefteilnehmer noch durch nette Vor- trüge und sonstige Dartbietungen einiger Mitglieder erfreut, die recht großen Beifall auetaffen.
Llnsere Heimat
Goldene Ehejubiläen
Wellerode. Dachdecker Heinrich Werner und Frau Flechtdorf! Christian Bergmann v»d Frau. Stolz- hanscn. Landwirt u. Jagdaufseher Sippel u. Frau.
In Dörnhagen feiern füöente Hochzeit Feder- fchmied K. Grebe und Frau, tn Gudensberg das Ehepaar Priegmaim.
Donnerstag, 6. Februar.
BollmarShause». Leichtsinniger Schütze. Auf einem hiesigen Grundstück wurde ein junger Mann durch einen Schuß aus einer Schrotflinte angeschossen und nicht unerheblich verletzt, sodaß er auf ärztliche Anordnung mit dem Krankenwagen der Kasseler Feuerwehr nach dem dortigen Landeskrankenhaus überführt werden mutzte.
Waldau. Täglich der erste Maikäfer. Gestern fand aus Waldau der junge Paul S. aus Waldau einen AlaWfer am Baum, er war natürlich darüber bixberifreut. .
Hess^Lichtenau. Hoch lebe der Gesang. Der Männeraesangverein .Liedertafel" feierte am Sonntag im Hotel „Grüner Baum" 86. Stiftungsfest. Nachmittags fand ein Konzert statt.
Hofgeismar. Di« freiwilligen Feuerwehren hielten ihr diesjähriges Wintervergnügen im Festsaal zur Traube. Di« Wehren waren in Uniform mit ihren Frauen erschienen. Di« Damen mutzten die Wahrnehmung machen, wi« ein Feuerwehrmann versteht, den ausgebrochenen Brand auf feinen Herd zu beschränken.
Efchwege. Sie Arbeiten am neuen Sportplatz auf dem Werdchen find vor einigen Tagen in Angriff genommen worden. Neben Planierungsarbeiten werden Ausschachtungsarbeiten für die Laufbahn vorgenommen. Wenn kein Frost mehr eintritt und kein Hoch- Wasser stört, hofft man, die Arbeiten schon im Mai zu beenden, so daß das große Turnfest des 13. Kreises des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, für das Efchwege in Ausficht genommen worden ist, auf dem neuen Sportplatz abgehalten werden kann.
Jesberg. Freiwillige Feuerwehr. Im Gasthaus Otto waren sämtliche Mitglieder der Pflichtseuerwehr versammelt. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, wieder — wie vor dem Kriege — eine freiwillige Wehr zu gründen. Bürgermeister Mahtt machte auf das Vorbild anderer Gemeinden im Kreise in gleicher Größe aufmerksam, denen Jesberg keinesfalls nachstehen dürfe. Es wurde nun eine 38 Mann starke freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Vor kurzem wurde auch eine freiwillige Sanitätskolonne gegründet.
Züschen. Ei« schöner Abend. Am Sonntag bot der Ehristl. Drein junger Männer der Gemeinde ein ge- mütliches Beisammensein. Unter Leitung des Vorstandes Joh. Degenhardt sührten Oie jungen Männer unter Mitwirkung einiger Mädchen aus dem Jungmädchenverein gut eingeübte Stücke vor. Unter anderen das schöne Stück „Der Kampf um die Heimat- scholle". Der Posaunenchor desselben Vereins füllte die Pausen durch schöne Lieder aus.
Fritzlar, Die Bereinigung Landwirtschaft, Handel und Gewerbe e. 8. zu Fritzlar hielt eine Gene- rawersammlunq ab. DoiüvekDesitzer Busch Wies auf st« Verluste Mn. die Ve Ve-einic-,'"-, trnrch d e Amtmiederlegung des 1. und den Wegzug des 2. Vorsitzenden nach Amerika erlitten habe. Um die Vereinigung nicht ganz rhne Führung zu lassen, habe man in ft«- letzten Herrn Steg
ner zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der Vortragende erwähnte wettet, daß die Vereinigung größere Er- ickmtterungrn durchlebt habe durch Abbröckelung einzelner Beruisgruppen vor und Während der Wahlen itrtS den»ock mit einem ffrfola bei den Riwnw’ia!« wählen hervorgetreten sei, den man von außenstehen
Eisenbahn-Mentale
Witzenhausen. Durch einen Dummenjungenstreich hätte leicht auf der G e l st e r b a h n ein schwerer Unfall herbeigeführt werden können In den letzten Rächten sind zweimal fchwere Feldstein« im Gewicht bis zu einem halben Z«ntner auf di« Gleise gelegt worden. Beide mal schob die Lokomotive die Steine zur Seite, ohne daß sie entgleiste. Allerdings wurde sie beschädigt, indem mehrer Ventil« abgerissen wurden. Die Bahnpolizei hat gemeinsam mit der hiesigen Polizei die Nachforschungen nach den Tätern ausgenommen. Man neigt zu der Ansicht, daß junge Leute im Uebermut die Steine aus die Gleise gelegt haben. Es wäre zu wünschen, daß es den polizeilichen Nachforschungen gelänge, die Täter festzustellen, um sie ihrer wohlverdienten Strafe Mzufiihren.
Straße»raub
Dransfeld. Der Rentenempfänger Henkel aus Knutbühren wurde am Hellen Tage auf der Straße von Offenfeld nach Knutbühren von zwei verkleideten Wegelagerern überfallen, mit einem Schlags zu Boden geworfen und einer Rente für zwei Personen tn Höhe von rund 60 Matt, bie « vorn Postamt Dransfeld abgehoben hatte, beraubt. Wer die Täter gewesen sind, könnt« bisher nicht festgestellt werden.
Oes Kindes Engel
Lauenförde (Oberwefet). Da» etwa 2jähng- Töchterchen der Familie Säbedot kletterte in einem unbewachten Augenblick in das Feinster des Wohn* zimmers eines hiesigen Beamtmhauses, verlor das Gleichgewicht und siel aus dem dritten Stock herunter auf die Erde. Wie durch ein Wunder ist das Kind unverletzt geblieben, denn ein sofort herbeigerufener Arzt stellt« fest, das es außer einer Haut- abWürfimg weiter keine Verletzungen davon- zettagen hat.
der Seit« nicht erwattet habe. Anschließend erfolgte die Wahl des Vorstandes. Rach einer kurzen Vorbesprechung wurden gewählt zum 1. Vorsitzenden: TonwettSbesitzer Busch, zum 1. Schriftführer: Geschäftsführer PingSmami, »um 1. Kassierer: Bierverleger W. Faupel. Bäckermeister Hahn, Schmiede, meister Burchart und Mehlhändler Ernst wurden zu Beisitzern ernannt Kaufmann L. Stegner wurde 2- Vorsitzender. Bei der hieraus folgenden Besprechung der Stadtverordnetertwahl, gegen welche von einigen Mitgliedern der S. P. D.-Liste Einspruch eingelegt, vom BezittKauKschniß als einfpruchsbe- rechtigt zurückgegeben und inzwischen angeblich zurückgezogen worden ist. entwickelte sich eine sehr erregte Debatte. Die neue Bestimmung der Svar- kassensatzung, nach ivelcher dem Vorsitzenden Wiür- germeister) die Bestimmung der beiden aus dem Magistrat für den Sparkaffenvorstand in Frage kommenden Mitglieder übertragen wird, erscheint der Versamnckunq als eine ausgesprochene totrt- schaff tsfeittdliche Maßnahme, die zu tbttämpsen tst und bie außerdem der geltenden MagistratSsatzuruz widerspricht. Unter Punkt Verschiedenes wurde eine An-eguna des ^lorsiftmiden tv*8 W"tt »Landwirtschaft" aus der Benennung der Vereinigung zu -'reichen .gegeben und damit begründet, daß die Firrnierung unnöttg lang und Wort Landwirtschaft deshalb nicht an die erste Stelle gehör«, weil die Landwirtscbast nicht nur die kleinste Mitgliederzahl darstell«, sondern auch auffallend gering tit den Versammlungen vertreten sei. Die BesMußsassun? hierüber wurde vottäi'ffg »uttickoeftellt
Rotenburg. Was wird au8 der Mittelschule? Das Bestehen der höheren Bürgettchul« ist nunmehr in Frage gestellt. Man hatte die Schule im Vorjahre in ein« Mittelschule umgewandelt und hoffte, ihr dadurch mehr Schüler zu bringen. Der Fall ist leider nicht eingetreten. In Rotenburg möchte man die Mittelschule gern behalten, andererseits kann sich die Stadt bie hohen Ausgaben nicht leisten. Man verweist auf bie Staatliche Aufbauschule, die bie Mittelschule überflüssig machen soll, vettennt aber dabei, daß Aufbauschule und Mittelschule zwei verschiedene Schultypen sind- Möglich wäre, die Schulkosten aus den Kreis Rotenburg zu übertragen. Der Kreis wäre sicher nicht abgeneigt, einen Teil bcr Kosten zu übernehmen. Oder er wird der Stadt Rotenburg ihren Kostenanteil zur Aufbauschule abnehmen, sodaß sie dadurch Mittel zur Mittelschule frei bekommt. Jedenfalls sollte man alle Mittel zur Erhaltung der schule versuchen.
Rotenburg a. F. Die alte Landvogtei bleibt er- halten. Die histottsch wertvolle alte Landvogtei wurde von Malerme.ster Moritz, einem Liebhaber alter historischer Bauten, käuflich erworben. Durch den Kauf bleibt dieses wertvolle Kleinod dem Stadtbilde erhalten.
Borken. Besttzwrchsel. Kaufmann M. Katz in Neuenhain hat das in der Bahnhofstraße gelegene Iiosenbusch'sche Grundstück in Größe von 1400 Quadratmeter erworben, um ein Geschäftshaus zu errichten.
Jühnde, Kreis Münden. Tödlicher Unfall im Steinüruch. Im Bajaltbruch auf dem „Hohen Hagen" ereignete sich ein schwerer UngWckssall. Der Arbeiter August Rinke aus Jühnde wurde von einem Steinschlag, der sich imfotge Tauwetters von der Böschung gelöst hatte, zu Boden geworfen, wo er mit einer klaffenden Kopfwunde liegen blieb. Ter Unglückliche starb aus dem Transporte zum Krankenhaus. Er hinterläßt «ine Frau und zwei klein« Kinder. Innerhalb eines Jahres ist die- der zweite Unglücksfall mit tödlichem Ausgange, der sich auf dem Steinbruche im -Hohen Hagen" ereignet 'bat. Im Herbst 1929 verunglückte aus die gleiche Meffe der 9M>clttr Au-uft Albrecht, der sogar vier unversorgte Kinder hinterlieh.
Bebra. Stillegung der Güterumladehalle Bebra. Di« vor fünf Jahren erbaute große Mterumladehalle der Reichsbahngesellschaft ist mit dem 1. Februar stillgelegt worden. Den Arbeitern wurde bis aus ein- zelne, die in andere DirektionSbezitte versetzt wurden, gekündigt. Von bet Kündigung sind auch schon lange Jahre im Dienste der Reichsbahn tätig« Arbeiter betroffen worden. Die Stillegung wird damit begründet, daß sich ihr Betrieb infolge der ungünstigen Lage des Einlaufsbahnhofs nicht rentiert habe. Diese Maßnahme der Reichsbahn wird hier in Bebra und der Umgegend sehr bedauert, da dadurch sich die Zif- si- - - ’fn'en (•*” *•
Bebra. Aus der Gemiindeoertrete tfiqung. Der 8e*,„..ö«ru..y iHi .„.v. V..
Wurde zugestimmt, sie beträgt 2 Reichsmatt pro Hektoliter. Da die bisherige Badeanstalt ungünstig liegt,, wurde eine Kommission gewählt, di« einen geeigneteren Platz an der Fulda suchen soll, damit noch in diesem Jahre mit den Vorarbeiten begonnen wer- den kann, um den in Aussicht gestellten Zuschuß von ber Regierung in Höhe von 800 Matt zu erhalten. Vorgeschlagen wurde ein Platz an der Fulda an der Breitenbacher Brücke, der sich für Erwachsene und für Kinder vorzüglich eignet.
Herbettshausen. Wahlen. Hier wurde an Stell« des erkrankten und freiwillig ausgeschiedenen Gemeindevorstehers Stellmacher A. Weber gewählt. Die Gemetndevertret er wurden bis «ans W- Schmidt ebenfalls durch neue Herren ersetzt.
Rotzdorf. Darlehiiskasienverein. In der letzten Generalversammlung überreichte Pfarrer Schaub dem Lehrer Ochs für zehnjährige treue Dienstzeit als Vereinsrechner ein Ehrendiplom. Dir Bilanz wies einen Reingewinn von 662 Mark auf. Die Rücklagen deS Reservefonds betragen 2500 Mark. Direktor Storm-Kassel mahnte zur Spattätigkeit, denn das Geld des Dorfes gehöre dem Dors«. Rach der Erledigung der Tagesordnung wurde zur Feier übergegangen, wobei der Gesangverein mehrere Lieder vortrug. MS neuer Rechner wurde Joses Kraus ge« wählt. <■
Banfe. WiedergewShll wurde Gemeindevorsteher Dörr. — Ein Jmlerverein wurde unter Vorsitz des Forstmeisters Berthold ins Leben gerufen. Zum Vorsitzenden wählte man einstimmig Lehrer P ez vom benachbarten Herdertshausen.
Sine Hundertjährige
Frau Kersting, die älteste ehemalige KurheM«.
Im evangelischen Psarrhaiffe zu Langenselbold lLandkreis Hanau) lebt bei dem Schwieger- sohne ihrer Tochter, dem evangelischen Pfarrer Bill, die Försterswitwe Minna K e r st i n g, die am 9. Februar 1830 in Hünfeld (Regierungsbezirk Kassel) als jüngste Tochter des damaligen Landesbaukommissars Claus geboren worden ist und somit in wenigen Tagen ihr 100- Lebensjahr erreicht haben wia. Leider ist sie jetzt bettlägerig denn sie hat am 23. No- vember o. I. durch einen Sturz einen Unfall erlitten, an dessen Folgen sie heute noch leidet. Hierdurch wird es auch unmöglich sein, den 100. Geburtstag entsprechend feiern zu können. Einer kinderreichen Familie entstammend, die jüngste von neun Geschwistern, hat sie im Alter von 25 Jahren in Schlüchtern einen Förster geheiratet, der nach einem schweren Unfall fünf Jahre krank lag bis ihn der Tod erlöste. Ihr Schwiegervater war Fmanzrat beim letzten Kurfürsten von Hessen m Kassel. Von ihren drei Kindern leben noch «in 7 4 Jahre alter Sohn, der in Amerika eine Eristenz gefunden hat, und eine 65 Jahre alte Tochter bei deren Schwiegersohn sie ihren Lebensabend zubrmgt. Bis kurz vor dem im Herbst vorigen Jahres erlittenen Unfall war es ihr noch möglich, ohne Brille die Zeitung zu lesen und tägliche Spaziergänge zu unternehmen. Mit 94 Jahren hat sie noch von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Sie ist mit ihren 100 Jahren die älteste Einwohnerin der Provinz Hessen-Raffan und die älteste noch lebende ehemalige Kurhesfin.
Obrttuhl. Immer noch nicht bestätigt. Da dar Einspruchsverfahren gegen die Wahl der Gemeindevorstandsmitglieder von der Auffrchtsbehord« Rotenburg immer noch nicht abgeschlossen ist, konnte die Bestätigung des Bürgermeisters, des BeigeorbtKten unb der Schöffen noch nicht vollzogen wenden. Es dürft« auch noch einige Zeit darüber hinausgehen, da über die Gülttgkeit der Beigeordneten- und schoffenwayl Zweifel bestehen. .
Sielen. In Hofgeismar gerieten zwei rugendliche Burschen in Wortwechsel Im Lause des Streites zog einer der beiden ein Messer und brachte dem andern erhebliche Verletzungen in Schulter und Rücken bett Der Messerheld wurde in Gewahrsam gebracht.
Sielen Vom Stahlhelm. Dienstag zeigte Oberleutnant Buch aus Kassel einen Film im Saale des Gastwirts O. Pies hier von der Stahlhelmiagung in Hamburg. Der Redner Köhler sprach über Zweck und Ziele des Stahlhelmbundes.
Marburg. Auslösung Des Fortbildungsoereias. Die umfangreiche Bibliothek des Vereins soll an bie Stadt abgetreten werden als Grundstock für ein« Volksbibliothek. , , .... Ä
Hersfeld. Von der Wippershainer Sich«. Ein Teil der schönen Birken- und Eschenallee ist abge» schlagen worden. Wie man sagt, haben die Saume den telephonischen und elekttischen Leitungen, die zu den dort stehenden Häusern gelegt werden, im Wege gestanden; es sollen auch . wieder neue Bäume gepflanzt werden. Ob man nicht mit der Beseitigung einiger Aeste dem Uebelftand genau so gut hätte ad- helfen können? , . „
Hersfeld. Zehn Jahre Zentralverband der «gestellten. Die Ortsgruppe im Zentralverband der Angestellten beging die Feier ihres zehnjährigen Be- stehens. Rach einem Musikvortrag hielt der erste Vorsitzende Sauer die Begrüßungsansprache. Seinen Ausführungen folgte ein von Fräulein Flora sauer vorgetragener Prolog. Der folgende Lichtbildervortrag über „Zweck und Ziele des ZdA." führte den An- wesenden die Bedeutung des Zusammenschlusses der Angestelltenschaft vor Angen.
Molzbach, Kreis Hünfeld. Landwirt Franz Hoh- mann und Gattin Karolina, geb. Trabert, begingen goldene Hochzeit.
Aus dem Kreise Schmalkalden
Brotterode. Da außerordentlich viele private Baugelände-Anforderungen vorliegen, beschließt die Vertretung die Aufteilung deS früher für den Bau einer Turnhalle und Jugendherberge vorgesehenen Geländes mit neun bürgerlichen und sechs kommunistischen Stimmen gegen die drei der SPD. Zur Ergänzung der Verkehrsverwaltung sollen in den Vorstand ,e em Bettreter des Thüringerwald-, Wintersport- und WirtevereinS mit den ans der Gemeindevertretung gewählten Mitgliedern A. Storch, Georg Otto und O. Schmidt unter dem Vorsitz des Bürgermeisters zu- fammenarbeiten. Das endlich vorliegende Gutachten Über den Bau der Südstraße durch den Gemeinde- bausachverständigen Schnitzer stellt Verstöße gegen bie Tiesbautechnik fest, für di« aber Schn, als Hochbau- techniker nicht verantwortlich gemacht werden tonn. Schn, hat sich überdies bereit erklärt, den der Gemeinde entstandenen Schaden zu ersetzen und gleichzeitig seine Pensionierung beantragt; sie wird mit den Stimmen der KPD., SPD. und der deS Vorsitzenden genehmigt. Als No! standsarbeiten sollen i« diesem Jahre Proiekte in Höhe von 30 000 Rm. auS« geführt werden und zwar in der Hauptsache der Kur- veuauSbau der Jnselbergstraße.
Andrang znm Siirgermeisteramt
56 Kandidaten wollen Oberbürgermeister ooa Fulda werden.
Um den zum 1. April d. I. neu zn besetzenden Posten des Oberbürgermeisters haben stch gemeldet: 1 Oberbürgermeister, 22 Bürgermeister, 1 Amtsgerichtsrat, 8 Beigeordnete, 3 Regierungsräte, 1 Bauunternehmer, 2 Rechtsanwälte, 4 Syndici, 1 Magistratsrat, 1 Referent, 3 Stadtbauräte, 5 Stadträte und 1 Reaierungsbaumeifter. 30 der 56 Kandidaten find im Besitze des Dr.-Titels.
Rundfunk
Programm de» Kasseler »ad Frankfurter Sender». 1 Freitag, de» 7. Februar
12,30: Schallplattenkonzert: Sinso»iekon»ert (Wunschkonzert) 13.80—18.45: Werbekonzert (Schallplatte»)
15,15—15,45: Stunde ber Jugend
18—1745; Nur dem Kurhaus Bad Homburg: Kontert der Kurhauskavelle
18.05: Buch und Film _ ___
18,80: Aerztevortrag: „Die Medizin ber Naturvölker"
19,05: volkswirtschaftliche Reihe - „Wirtschaftliches So* 19,30: litte n^unT VielerÖ— Mitwirkende: Suffa «teiken. Mannheim (Sopran) — Am Flügel: Hedwig Stier» le, Mannheim _ _
20,00; AuS dem Feffsaal der Liederballe Stuttgart: Neu« Konwositionen für Arbeiter — I. Kurze Einleitung: „Gedanke und Sitte* von Josef Sehnetfter — II. Divertimento für einen Sprecher, Klavier und Kam» merorcheffer, Werk 3, H. Pillnev. 1. Toccata: Lied der Arbeit (Karl Stöger). 2. Fughetta; Sonntag (Bruno Schönlanki, 3. Baffti oftinato: Biene Klaffe (Ludwig Seffent 4. Scherzo: Sojjei (Georg Büchner), 5. Groteske: (Strawinsky-Halten), Fabrik: (Gerrft Engelke) — Svrecher: Ernst Stockt»«» — Klavier und Einstudierung: Sitte Hab» — Sem» merorcheffer des Philh Orchesters DtuugaN —- III. Einleitende Worte „Sinn »nd W»k* von Josef Leimeister — IV. Hammerwerk, «rbeiterfinfente für «roher Orcheffer. Wett 81. H. Wunsch
21,45: Berheißung — Ein Scndesviel von Ernst Stockt«» ger nach der politischen Novelle von Bruno Frank
28,00: Nachrichten
23.20: Tanzmusik
RuhrJlußkohlen,,ÄKr"
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