Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer 31
Donnerstag, 6. Februar 1930
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
20. Lahrgau«
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
Am ersten Tage derpräfideittschast
(Eigene D-r a h t m e l d u n g.)
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General fiuhepo» doch ennordet?
Ser „Ausverkauf der KPD
Berlin, 6. Februar.
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übernehmen und ihm außerdem nach 2000 Mark bezahlen. Dieses Ansinnen ist von der Familie mit Entrüstung abgelehnt worden. Diese Mitteilung löste
Paris, 6. Februar. Die Sammer hat in einer Rachisitzung den Etat deS Luftfahrrministeriums verabschiedet. In der Debatte hatte Luftfahrtminister Laurent Eynac Gelegenheit, über die Subventionierung französtscher Luftfabrtgesellfchaften, besonders derjenigen, die die Verbindung nach Südamerika gewährleisten, Angaben zu machen. Benn Frankreich die Kredite herabsetzte, so würde es gezwungen sein, Lufwerkehrslinien zu opfern. Er könne auch lein«
der Bürgerschaft stürmische Entrüstung aus.
Tumulte bei einer Veerdigung
Rauscher berichtet in Berlin
Eigener Drahtbericht. MA
Serif«, 6. Februar.
Der deutsche Gesandte in Marsch«, Rauscher ist gestern i« Berlin eingetrofsen. Sein Berliner Aufenthalt dient, wie der „BSrsen-Conrier" mitteUt, den mit der Ratifizierung des deutsch-polnischen Liquid a t i o n sablomme« zusammenhängenden Verhandlungen, außerdem wird der Gesandte über de« gegenwärtigen Stand der Hand^lsvertragSver» Handlungen berichten.
Dix Warschauer Besprechungen werde» während Rauschers Abwesenheit fortgesetzt und zwar von den Fachreferenten der zuständige« deutschen Rcfforts.
haben -die Krankheit aus Rußland mitgeibracht. Die Krankheit ist nicht so gefährlich, daß sie unbedinzt ärztlich behandelt werden muß. Da die Flüchtlinge aber nach Uebersee weiter transportiert werden sollen und die Einwanderungsbehörden der Ziel- länder Trachomkrauke. nicht zulasten, besteht der Zwang, die erkrankten Flüchtlinge von ihrem Leiden zu befreien. Deshalb ist in Hammerstein von dem Berliner Universttätsprofessor Dr. Krückmann eine Augenklinik eingerichtet worde«, in der die Erkrankten von ihm und seinen Assistenten seit zwei Monaten behandelt werden. In 4V Fällen ist zu operativer Behandlung geschritten worden.
=Vrt wenigen Wochen werden alle von der Krankheit befreit sein und die Ausreise in ihre neue Heimat antreten können. Zu irgendwelchen Besorg-
Rach einer Meldung der Associated Preß aus Mexiko teilte der frühere Präsident Porte» Gil, der provisorisch die Leitung der Regierung übernahm, der Preffe mit, daß Frau Ortiz Rudio bereit» vor einigen Tagen einen anonymen Drohbrief erhielt, in dem e» hieß, ihr Gatte werde den Amtseid niemals leisten können. • *" .. " .■
Eil führt in einet offiziellen Erklärung über das Attentat aus, glücklicherweise seien die Schüsse, obwohl Kops-Streifschüsse, doch «icht gefährlich. Die Tat zeige erneut, daß ungesunde Elemente in Lande seien, die »or keinem Berbrechen zurückschreckten und die Ration ins Bewerben stürzen möchten.
Die Aerzte hoffen, daß der Präsident in einigen Wochen wieder hergestellt sein wird. Die Schußverletzung am Unterkiefer sei nicht als gefährlich auzu- sehen, obwohl ein Kuocheustück entfernt werden mutzte.
3« der Hamburger Bürgerschaft erklärte laut vorwärts" bei der Aussprache über den mißglückten Austtandsversuch der KPD. der sozialdemokratische Redner, Senator Ehrenteit, daß der Großvater des durch eine Kugel tödlich verletzten Lehrlings, der als Unbeteiligter in die ersten Zusammenstöße hineingeraten war, mitgeteilt hat. bei ihm seien Vertreter der KPD gewesen und hätten ihm die Unterschreibung eines Reverses angetragen. die Leiche seines Enkels der KPD. zur Beerdigung auszulief er n. Die KPD. werde die Beerdigungskosten
Durch die Presse sind gestern abermals Meldungen gegangen, die von .'einer neuen Epidemie im Lager Hammerstein wissen wollen, in dem bekanntlich 30C0 deutsch-russische Flüchtlinge untergebrachl siird. Nach jenen Meldungen sollen 900 Personen w Trachom erkrankt sein, einer i« Rußland sehr häufig austretenden Augenkrankheitz die bei einem Teil.der Flüchtlinge die Gefahr der Erblindung im Gefolge haben soll.
Der ReichSkommiffar für die Deutschruffenhilfe Stückle» teilt dazu u. a. mit: Im Lager Hammerstein sind etwa 300 Personen trachomkrank. Diese sind jedcch nicht erst im Lager erkrankt, sondern sie
th. Berlin, 6. Februar.
. - DiL Arbeitet, der gesetzgebenden Körperschaften an der Ratifizierung des Houngplanes und an der Aufstellung pes neuen. Etats sowie der dazu gehörenden Steuergesetze sind in vollem Gange. Der Re-chsrat hat gestern in öffentlicher Abstimmung den Aoung- plan und alle dazu gehörenden Entwürfe angenom- men. (Näheres siehe Seite 2!) Außerdem hat das R e ich s k a b r n e t t .eine, erste grundsätzliche Besprechung über die Leitgedanken der Etat- a ufst eil u n g u n d S test e r g e se tz g e b u n g ab- gehalten und am morgigen Freitag sollen nunmehr die Framonsführer der Regierungsparteien über die Grundzuge der Frnanzgesetzgebung unterrichtet werden.
Die Bespr. hung des ReichskabinettS über den Etat und die neuen Steiierpläne haben nicht viel Neues gebracht. Alle die Einzelprojekte, um die es -uh dabei handelt, sind in der Oeffentlichkeit schon
Kasseler Abendzeitung
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Das Kabinett hat gestern noch davon abgesehen, Beschlüsse über Einzelposttionen zu fassen. So ist insbesondere noch kein Beschluß darüber herbeigeführt worden, ob eine erste Rate für den Bau des Panzerkreuzers B in den Etat eingestellt werden soll. Man hält es für möglich, daß der bereits bekannte Ausweg der Einstellung einer Borberei- tungssumme von 100000 Mark gewählt wird, aber auch dieser Weg würde wahrscheinlich zu politischen Schwierigkeiten innerhalb der Koalition führen.
Berlin, 6. Februar.
Bei der Ueberführung der Leiche des kommunistischen preußischen Landtagsabgeordneten Dr. Meier kam es in den Nachmittagsstunden vor dem Karl Lieb- knecht-Haus am Dülowplatz zu Tumulten, beretroegen die Polizei einschreiten mußte.
Als der Leichenzug sich nach dem Krematorium in Bewegung setzte, wo der Tote verbrannt werde» soll, versuchten große Menschenmengen, sich dem Trauerzuge anzuschließen. Der wiederholte» Aufforderung der Polizei, sich auszulösen, leisteten die Demonstranten keine Folge, sodaß die Beamten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch machten und die Widerspenstigen mit Gewalt zerstreuten.
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Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung, da cs in weniget. Wochen der zwestc 5all; :J?, oas, hier - n Dtahlhelmmitalied nachts von Kommunisten überfallen und tödlich verletzt worden ist.
Zalsche Gerüchte um Sammerfiem
Berlin, 6. Februar.
Hessische Abendzeitung
SumMen-Anze,g«n üi-30 mm-Zeile.« Pfennig, »leine Anzeige« en» Kastel das Wort 7 Auswärtige Kleine Anzeigen die 30 mm Breite Zeile 11 A. Anzeigen im Neklameteil die Osfertgebühr 25 A «bei Zustellung 85 A). — Für das Ettcheineü von Snzeigeu in bestimmten Ausgaben, an besonderen Platzen und für telephonisch erteilte Auftrage feine ©ernähr Reck- nungsbetrage innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kassel. — Postscheckkonw üranksurt a. M. 638(1.
wiederholt erörtert worden. I» erster Linie Saxßdt es sich um die
Deckung des Defizits von rund 700 Millionen Mark.
Dazu soll, tote bereits gemeldet wurde, eine Er- hohung der Umsatzsteuer um % Prozent und die Erhöhung der Biersteuer dienen. Die Umsatzsteuer würde, wenn man sie von SA Prozent auf 1 Prozent erhöht, im Jahre rund 300 Millionen mehr einbringen, aber für das kommende Etatsiahr könnte man nur mit dem Auflommen aus drei Quartalen rechnen, da die Umsatzsteuer nachträglich erhoben wird. Bei der Biersteuer ist zunächst eine Steigerung um 180 Millionen Mark geplant, möglicherweise aber wird man auf eine Steigermrg um den doppelten Betrag herauskommen müssen, wenn sich anderwei- tigs Slbwieriaketten bet der > ergebet
sollten. Das Rest-Defizit soll durch Streichungen im Etat und anderweitige Ersparnisse ausgeglichen werden. Ein besonderes Kapitel bildet die
Entlastung bet Reichskasft
von den immer noch wachsenden Zuschüssen an die Arbeltslosen-Berstcherung. Hier ist im Kabinett der ja bereits bekannte Plan besprochen worden,' eine gegenseitige Garantieleistung der verschiedenen Versicherungsanstalten (Invaliden- Versicherung, Angestelltenversicherung usw.) einzusüh- ren, damit die verschiedenen Sozialversicherungen sich einander gegenseitig stützen können, ohne die Hilfe der Reichskaffe in Anspruch zu nehmen.
Abstriche im Etat sind vor allen bei den Kapiteln der Marine, der Luftfahrt und des Arbeits- Ministeriums geplant.
Im einzelnen ist noch zu erwähnen, daß das oben erwähnte Defizit von 700 Millionen sich in erster Linie aus reichlich 100 Millionen Fehlbetrag deS Rachtragetats vom Jahre 1929, ferner aus 400 Millionen Mark Kredite für die Sozialversicherungen und aus 130 Millionen Steuerausfällen, wegen zu hohen Ansatzes und zu geringer Aufkommen, zusammen- setzen. Hinzu kommt noch ein« Anzahl anderer Defi- zitposten.
Selbstverständlich wird es
in der morgige« Parteiführerbefprechung zu starke» Meinungsverschiedenheiten über die Mittel und Weg« zur Beseitigung des Defizits kommen.
Attentat auf den mexikanischen Präsidenten
Präsident Audio verletzt / Ser Mer verhaftet / MerpolilWe Konflikte in Pari- / Soimgplangrsetze vom «eichsrat angenommen
Wie die „Daily News" hört, werden zwischen drei der fünf Abordnungen der Flottenkonferenz gegenwärtig Pläne erörtert, deren Durchführung die (Ein* fchrottung von insgesamt 17 großen Kampfschiffen mit sich bringen würde, und zwar acht für England, sechs für Amerika und drei für ^apan. Vorläufig handelt es sich aber um private Verhandlungen unter den drei Mächtevertretern.
Die Kosten der kürzlich betonntgegebenen Beschränkung des britischen Flottenbauprogramms werden nun amtlich mit 6,5 Millionen Pfund Sterling angegeben.
mssen besteht also nicht der geringste Anlaß. W» Presse sei vor den Falschmeldungen gewarnt.
3n Manien gärt es!
Athen, 6. Februar. '
Einem hiesigen royalistischen Blatte wird au« Tirana gemeldet, daß das Land am Vorabend bedeutender Ereignisse steht. Die nordalbanischen «lamme von El Bassan bis Skutari bereite« danach eine» Aufstand vor.
In Tirana seien die Truppen verstärkt ward«» und die Stadt gleich« einem Heerlager. Zahlreiche ausländische Offiziere feie« dort angekommen. Der König befinde sich f« seinem Schloß, das et nicht mehr verlasse.
Kabinett Tardieu in Gefahr
(Eigene Lrahtmeldung.)
Halle, 6. Februar.
Auf dem Heimweg von Ammendorf bei Halle war in der Nacht zu Sonntag der 25jährige Walter Graefe aus Besse», Mitglied des Stahlhelms, von Kommunisten überfallen und schwor mißhandelt worden. Graefe ist seinen Verletzungen erlegen.
Paris, 6. Februar.
Ei« Zwischenfall, der sich am Dienstag zwischen Tardieu und dem Vorsitzenden der radikalen Linken Danielou in den Wandelgängen der Kammer ab- spielle, hat bereits die erste Folge gezettigt. Der Standpunkt Dauielous, der fich weigerte, an einer von Tardieu angesagten Führerbesprechung teil- zunehmen, ist von der Mehrheft seiner Fraktion ge- billigt worden. Das ist eine kaum verhüllt« Absage an den Ministerpräsidenten.
Auf der anderen Sette hat Tardieu auch mit der Rechten Zerwürfnisse gehabt. Berschie- bctie Abgeordnete der Rechten erklärten, gegen das Kabinett stimmen zu muffen, wenn die von dem Kabinett zugesagte Erhöhung der Kriegstellnehmerrente, die Tardieu jetzt aus finanziellen Gründen ablehnt, nicht dnrchgeführt wird.
Die Lage ist ernst, da Tardieu im Falle eines Ab. wanderns der radikalen Linken ja nur noch Stimmengleichheit in der Kammer besitzen könnte. Die Lage toirfc aber kritisch, wenn auch Mitglieder der Rechten ihre Stimmen dem Kabinett vorenthalten.
Tardieu, der fich «riebet nach London begeben hat, wird nach Beendigung der Londoner Konferenz entscheidende Schritte unternehmen müssen, um fich die Mehrheit zu ficher«, oder sein Kabinett wird znm Rücktritt gezwungen.
Ein Sparantrag in Sachsen
BeamtengehAter sollen gekürzt werden.
Dresden, 6. Februar.
Die Fraktion des Sächsischen Landvolkes hat im Landtag folgenden Antrag eingebracht: Der Landtag wolle beschließen, die Regierung in Anbetracht der mißlichen Lage der Staats- und Gemeindebilanzen zu ersuchen, dem Landtage unverzüglich eine Vorlage zuzuleiten, durch die die Gehälter der Staatsbeamten um fünf v. H. gesenkt werden, und entsprechend auf die Gemeinden em- zuwirken.
Vor Ernennung
der Sverpräfidenten
Ein Bolksparieiler wird Oberprästdent in Pommern.
Berlin, 6. Februar.
Dem Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher SettmtyVerleger wird die Nachricht bestätigt, daß der preußische Innenminister Grzesinski beabsichtige, das bisher »on_ den Demokraten verwaltete Pommersch« Lberpräsidium 5cm jetzigen vokksparteilichen Regierungspräsidenten in Stettin, von Halfern attjubicten. An die Stelle Halferns dürfte ein Sozialdemokrat treten. In volksparteilichen parlamcn- arischen Kreisen hatte man angenommen, daß der Landtagsabg. v. Eynern Pommerns neuer Leiter würde.
Die Ernennung v. Halferns und die des Abg. Haas (Toz.) zum Lberpräsidenten vo» Hess-«-
Nassau soll unmittelbar bevorsteht».
Mexiko, 6. Februar.
Die gestrige Auttsübergabe durch den Ueber- -augspräfideute« Portes EU an seinen ordnungsmäßig gewähllen Nachfolger Pasquale Ortiz Rubio vollzog fich angesichts einer unübersehbaren Menschenmenge tat Stadion der Hauptstadt BiexUo. Etwa 50 000 Personen, darunter das gesamte diplomatische Korps, wohnten dem seierlichen Akt bei. Der scheidende und neue Prästdcnt hielten Reden, die von der Menge Mimisch bejubelt wurden.
Als Präsident Rubio später nach der Einführung in sein Amt den Rationalpalaft verließ, feuerte ein junger Mann sechs Schüsse auf den Prä- Menten ab. Rubio wurde am Kiefer und an der Schuller verletzt. Auch seine Gemahlin wurde »et- wundet.
Der Täter wurde festgenommen und im Rationalpalast einem Verhör unterzogen. Er erklärt« bei seinem Verhör, er heiße Daniel Flores und sei 22 Jahrx alt. Er fei ein Anhänger von Jose Bas- conrellos, des Kandidaten der Partei gegen die Wiederwahl eines Präsidenten, der tat Wahlkampf von Rubio geschlagen wurde. Bei dem Täter wurde außer einigen religiösen Abzeichen ein 50-Peso- GoldMck gesunden.
Politft kolonialer Expansion betreiben, wenn man von ihm eine Herabsetzung der Ausgaben verlange.
Sin glattes Geschäft
Was Frankreich der V«l»Spl-« einbringt.
Paris, 6. Februar.
Finanzminister Cheron gab vor der Fmanz- kommission der Kammer eine ausführliche Darstellung der gegenwärtigen Finanzlage Frankreichs. Dabei teilte er auch mit. daß der Youngplan Frankreich nicht nur die automatische Deckung seiner Schulden an Großbritannien und die Bereinigten Staaten sichere, sondern noch einen jährlichen lleberschuß von 420 Millionen Reichsmark, d. h. mehr als 2S Milliarden Franken auf einen Zeitraum von 37 Jahren läßt.
Tempo!
London, 6. Februar.
Die Delegierten der Flottenab- rüftungskonferenz haben in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, das Tempo in den Verhandlungen r» beschleunigen und an die eigentlichen Arbeiten der Abrüstung heranzugehen. Während die Ausarbeitung eines Abkommens über die Global- oder Kategorienabrüstung dem ersten Ausschuß überlassen werden soll, werden die Delegationen in einer für den 11. Februar angesetzten Vollsitzung mit der Diskussion über die Unterseebootsrage beginnen.
Der Sozialdemokratische Pressedienst teilt mit: Es steht fest, daß feit der zweiten Hälfte des Oktober die maßgebende kommunistische Instanz bemüht ist, die Druckereien und Gebäude der KPD. möglichst schnell zu veräußern und daß als letzter Termin dieser Veräußerung der L Februar in Aussicht genommen war.
Es wurden zu diesem Zweck u. a. nicht nur mit dem Hugenberg-Konzern, sondern zugleich auch mit dem Elbmühl-Konzern in Wien Verhandlungen geführt, in deren Berlaus eingehende Besichtigungen der kommunistischen Druckereibetriebe und Kontrollen sta.tfanden, die insbesondere einen genauen Ueberblick über die Verschuldung der KPD gestatten“.
Pari-, 6. Februar.
Die Nachforschungen nach dem Verbleib des russischen Emigranten-Generals K u t i e p o w schienen um keinen Schritt vorwärts gekommen z» sein, als plötzlich gegen Mitternacht bekannt wurde, daß die Polizei im Laufe des gestrigen Tages einen anonymen Brief erhalten habe, demzufolge der russische Gene- ral im Walde von Meudon vor den Toren von Paris bereits begraben liege. Die Stelle, an der der ermordete General liege, sei mit einem Kreuze bezeichnet:
Der mit der Untersuchung beauftragte Polizeikommissar begab sich fofort in den Wald. Die Grabungen blieben jedoch ergebnislos und mußten nach Eintritt der Dunkelheit eingestellt werden. Sie werden heute fortgesetzt.
Ein neuer Zeuge hat sich andererseits bei der Polizei gemeldet, der das graue Auto, in dem die Entführung des Generals bewerkstelligt wurde, an einem der Ausgangspunkte von Paris gefehen haben will. Die Untersuchung muß ergeben, inwieweit diese An- gaben und diejenigen aus dem anonymen Brief stimmen.
Die Nachricht hat in hiesigen weißrussischen Kreisen die größte Bestürzung yervoraeruseu. da man bisher bestimmt annahm, daß der General znm mindesten «och lebe.