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Freitag, 31. Januar 1930

Ken Sohn erschlagen

Alten-LotheS». Eine grofte Aufregung gab es in unferem Dorf. ZMHrend eines erregten Wortwechsels, der in Tätigkeit ausartett. ergriff bet Vater des Waldarbeiters Heinrich Schäfer ein schweres Bügel- eisen und schlug es m£t aller Wucht seinem Sohn auf den Kopf. Mit zertrümmerter Schädclbecke wurde Schäfer nach der Heimat ins Wildunger Krankenhaus gebracht.

Lamerden, Kr. Hofgeisma.r. 85 Jahre alt. Der frühere Eisenbahner Karl Stirban kann seinen 85. Geburtstag begehen. Herzliche» Glückwunsch.

Neustadt. Im Silberkranze. Maurer Karl Balzer und Ehefrau Hebamme Apollonia, geb. Dietz, feiern Silberhochzeit.

Sudeck. Befitzwechsel. Das Hauv und Kolonial- warenhandlung des Herrn Karl ®icäS£ hier ging in den Besitz des Kriegsinvaliden W. Arnold über.

Rhenegge. Im Silberkranze. Das Fest der Sil­berhochzeit feiern der Schuhmacher Karl Rauch und ärotzseelheim. Reichsbanuertagung. Im Saale von Gastwirt Gäbe tagte die Ortsgruppe des Reichsban­ners, wobei die Eauvorstandsmitglieder ErimP-Mar- burg und Mehler-Frankfurt über Zweck und Ziele vor Reichsbannergruppe sprachen. .

Halsdorf. Wanderkochschnle. Don der landwirt­schaftlichen Schule Kirchhain wurde hier eine Koch- schule eröffnet, an der 16 Schülerinnen teilnehmen.

Wohra. Eßt deutsches Obst. Hier wurde gutes Tafelobst verladen zum Preise von 5 Mark pro Zent­ner. In Marburg bezahlt man für amerikanische Aepfel pro Pfund 6570 Pfg.

Herrfeld. In der Arbeiter-Samariter-Kolaane wurde K. Abt zum ersten Vorsitzenden, G Ries zmn zweiten Vorsitzenden, H. Mhr »um Kassierer, I. Müller zum Unterkassierer, H. Clausius zum Schrrft- führer, PH. Schußler zum Zeugwart, V. horst,zum technischen Leiter und Niet und Winter zu Revisoren gewählt *

Hersfeld. Das neue Postamt. Der neue Zugang zu den SchalterrLumen ist bequemer geworden. In dem Borraum hat man die Postschließfächer so unter­gebracht, batz auch d-mn, wenn diese von den einzelnen Inhabern entleert werben, noch genügend Platz für den ungehinderten Verlieht bleibt. Weiter befinden sich hier eine neuzeitliche Fernsprechzelle und ein kleiner Schalter mit elektrischer Klingel zur Erledi- gung be anderer Anliegen wie Telegrammaufgabe nach Schuß der Dienstzeit. Der Hauptschalter- raum ist vom Vorraum durch eine am Tage geöff­nete eiserne Schiebetür getrennt, hinter der sich eine große Drehtür befindet. Rechts vom neuen Eingang befindet sich die gegenüber dem bisherigen Zustand ebenfalls bequemer gestaltete Packet-Annahme und gegenüber bieten sich in neuer F«rm die anderen Schalteranlagen dar. Zn dem geräumigen Borraum zu den Schaltern wird der alte (Eingang zugebaut und die gegenüberliegende Wand hergerichtet. Dann wer­den neue Schreibgelegenheiten und eine fitere leie« phonzelle hergerichtet werden. Wenn bfe Arbeiten auch noch nicht beendet sind, so ist doch bet Eindruck vorteilhaft. Wohltuend wirkt die fein abgestimmte Farbengebung, auch die Beleuchtung in den Abend­stunden. Hersfeld ist um einen modernen Bau reicher.

Rundfunk

Programm des Raffelet und Frankfurter Senders.

Sambias, den 1. ftebruat

11,151145: Schulfunk Französisch «Unterstufe)

12,45: Schallplattenkonzert: Enrico Caruso

13,45: Werbckonzert iL-challvlatteu)

1414,25; Stunde der Jugend _ .....

10,00: Tänze, Schelmenlieder und Schnurren AuSiüv- rende: Das Rundfunkorchester Leitung: Gustav Gütlich Heinz Esckwege (Lieder zur Laute),. Georg

, Ott «Rezitalion» Leitung: Georg Ott - 1717,45; Aus dem Pavillon Excelftor Stuttgart: Tanzt« 18,00: Briefkasten

18,10:Tie Bestimmungen der schUerselbstvertvaltuna an höheren Schulen in Breuhcn" Gespräch zwischen einem Lehrer und einem Schüler ,

18,85: Stunde der ArbeitWie steht der Proletarier zur modernen Kunst?', Bortrag

19,05: Spanischer Unterricht , . . ,

19,30: Vom Wurttembergnchen LandeStheater Stuttgart Der Barbier oou Seoilla Komische Over nach Beaumarchais v. C. Stcrbiiri Musik von Gloac. china Rosstni Personen: Gras Almaviva: Robert Butz: Figaro, Barbier: Willo Domgras-Fatzbaenber: Rostne, Bartolos Mündel: Irma Rosier: Marcel- line: Victoria Hoffmann-Brewer

22,00: Volkstümliche Vorträge für Zither und Gitarre

23,'15: Aus^Är^Stadthalle Smttgart: Uevertragung vom 25-Stunden-Rennen

23,450,30: Tanzmusik

Briefkasten

Alle an den Briefkasten gerichteten Anfragen werden nach bestem Wissen beantwortet, icdoch übernehmen wir im Einrelfall keine Gewähr für die Richiigkett der erteilten Auskünfte.

H. E. Kassel Die Vergütung als Hausverwalter fällt nicht unter Lohnforderung und ist daher vsändbar.

K. W. Kastel. Wenn Sie die Reparaturen an dem Motorrad bestellt haben, muffen Sie dieselben auch bezah­len. Eine andere Frage ist die, wie Sie sich mit dem Verkäufer des Rades betr. Rückgängigmachung^ des Ge­schäftes geeinigt haben. Wenn Sie allerdings Ihren Ver- pslichtungen nicht nachgekommen sind und der Verkäufer die ihm gesetzlich zusiehenden Siittel ergriffen bat, können Sie auch nach dieser Richtung bin nichts mehr unternehmen.

P. D. Wir raten Ihnen, sich mit einem hiesigen Patent­anwalt in Verbindung zu setzen, da die zur Anmeldung eines Patentes erforderlichen Tätigkeiten von Ihnen selbst kaum richtig vorgenommen werden können.

H. S. in Kastel Ein Bäckergehilse unter 20 Jahren er­hält außer freier Wohnung und Kost im Hause 23/0 Jt pro Woche, ein Gehilfe über 20 Jahre 28,50 Ji pro Woche. Denn ein Gehilfe unter 20 Jahren erst ein halbes Jahr ausgelernt hat, kann evtl., o. h. wenn er nicht sofort in die obengenannte Gruppe eintritt, freie Vereinbarung Über den Lohn stattfinden.

Was unsere Leser wünschen

Für die unter dieser R-brtk veröffentlichtenEingesandt»' übernimmt Me Schrfftleitun, keinerlei Verantwortung.

Liebe O. P. D.

Sehr zu wünschen wäre es, wenn das Postscheckamt Ffm. e» möglich machte, daß ledcm Posffcheckkunden der Konto­auszug in einemgeschlossene»' Briesumschlag über­sandt würde. Aus ein Nichtstniktwnteren der Zuklebmaichi- nen oder auf eine Massenabferttgting von 2030 000 Briefe täglich können doch die Kontoinhaber keine Rücklicht nehmen. S. R.

Seite 2 Beilage.

Kasseler Neueste Nachrktyken

Der Kamps um dieguie Stube"

Auch die Schaumeffe auf den Friedrichsplatz?

3n Kreisen der Geschäftswelt bebatttert man erneut i dte Frage einer Verlegung der Schaumeffe I auf den F r t e d r i ch S p l a v. Wir würdigen sehr wobl die mancherlei Bedenken, mochten uns leibst | auch vorerst, darauf beschränken, in folgenden Aus- ttitzrunge» eines Mitbürgers unsere Leser über das

- Für und Wider im Streit zu unterrichten.

Wie an dieser Stelle vor einigen Tagen zu lesen war, findet das große Mitteldeutsche Sängerbundes- fest in Kaffes auf dem Friebrichsplatz statt. Schon einige Male war die Kaffeler Verkaussmeffe zentral «nrf bem Friebrichsplatz vereinigt. Von interessierter Seite wirb sehr stark, auch eine Verlegung ber Stoffe, ler Schaumeffe von derLeister'schen Wiese' nach bem Friedrichsplatz propagiert. Dies wirb, da nun der Friedrichsplatz einmal für ähnliche Zwecke frei» gesehen worden ist, mit einer größeren Energie ge­schehen, und interessierte Optimisten sehen in der Verlegung der Worenmeffe ans den Friedrichsplatz, sowie vor allem in der Freigabe desselben für das Sängerbundesfest wichtiger Etappen für die endliche Msialtunq der Schaumeffen aus einem geeigneten Platz bem Friedrichsplatz.

Gan; von der Hand zu weisen sind derartige Be- strebungen sicher nicht, trotzdem den Vorteilen auch für die MgemeinHeit ohne Zweifel erheb­liche Nachteile gegenüber stehen.

Auch aus praktischen Erwägungen ist ein Nach­denken über diese Dinge jetzt angebracht. Das aus dem Friebrichsplatz stattfindende Sängerbundessest muß auf dem Friebrichsplatz die zur Durchführung erforderlichen Voraussetzungen schaffen. Zu diesen lB-»raussetzungen gehören, . elettrb'che Licht- und Kraftanlagen, Wasserleitung. sowie Schaffung bvgie- Mosch eintoanibtfreier Toilettenverhäktniffe. Sollte nun für die Stadtverwaltung dte Möglichkeit be­stehen, den Friedrichsplatz für die Zukunft als Mcßplatz in unserem erweiterten Sinne zu be= irntzen, so könnte man hier billig die Voraussetzung erwerben, bezto. auf Schaffung einer geschmackvollen und dauerhafte Voraussetzung hinwirken.

Befassen toir uns zunächst einmal mit den Nach­teilen. Zunächst die viel angeführte

Beeinträchtigung des Stadtbildes.

Hier entsteht zunächst die Frage, ob der Friedrichs- Platz an und für sich schön ist? Ohne Zweifel ist er in feiner jetzigen Form eine etwas eintönige weite Flache, die bei geeignetem Wetter leicht das Aus­sehen eines Schlammbades annimmt. Der Fremde vermißt zum mindesten gartenbauliche Anlagen. Einen besonders einladenden Anblick bietet der Friedrichsplatz in seiner fetzigen Form nicht gerade. Dazu kommt die bereits verlegte Verkaussmeffe auf bem Friedrichsplatz. Das neugeschaffene Bild toar natürlich abstoßend, nicht zuletzt auch die .neuartigen Verkaufsbuden' des Kasseler Meßlmmissariats. Mit diesen Verkaufseinrichtungen könnte selbst der heruntergekommenste Schausteller mit seiner Auf­machung konkurrieren. Doch abgesehen davon könnte man in der Zulassung der Schausteller wählerisch sein und eine bestimmte geschmackvolle später zu vereinheitlichende Ausmachung als Vor- anS'eßung der Zulassung vorschreiben.

Selbstverständlich ist mit einem Vergnügungs­park viel

Lärm

verbunden und Beunruhigung der Anwohner. Nach 10 Uhr abends kommt jedoch eine Störung nicht in Frage, da der Vergnügungspark um diese Zeit ge­schloffen zu werden Pflegt. Sodann wohnen am Friebrichsplatz nicht allzu viel Menschen, da die eine Seite saft völlig, unbewohnt ist: sich auf der anderen in der Hauptsache Geschäfte und Geschäftsräume be» finden, deren Inhaber bi« Störung unter Umständen -gern wegen des geschäftlichen Vorteiles in Kauf neh­men werden, woraus noch zurückzukommen ist. In diesem Punkt wurden also kaum unWerblickbare Hindernisse entstehen. Es ist in diesem Zusammen- hange nicht ohne weiteres klar, ob der Lärm in den Zufchauerraum des Dbeaters bringen würde, doch läßt sich hier durch geeignete Ausstellung der Schau- stellet-Un ernehmungcn, eine schädliche Wirkung sicher vermeiden.

Es ergeben sich vielleicht Schwierigkeiten in 6er* kehrsiechnischer Hinsicht, bereit Beurteilung uns sehr schwer fällt; doch ist der Platz hinreichend groß, auch von breiten Straßen umsäumt. Im einzelnen wirb das Sängerbundesfest, bei dem ja bedeutend größere Menschenmassen als zu einer evtl. Schaumesse zu er­warten sind, über diesen Punkt die,notwendige Auf­

klärung bringen. Zu beachten tst, daß auch eine Entlastung der Brüber- und Leipzigerstratze burch Verlegung bes Vergnügungspaolcs aus den Fried- richsplatz siat.sinbei.

Zu beachten ist jerner, daß eine Verlegung der Schaume,)« aus dem Friebrichsplatz entweber wieder eine teilweise Belegung der Verkaussmeffe, oder eine zeitliche Verlegung ber Verkaussmeffe nötig machen wird, da ber Friebrichsp.atz für beide Messen zur gleichen Zeit kaum ausie.chen würbe. Dabei ist ein zeitliches Auseinanberhalten durchaus möglich; doch auch bei gleichzeitiger Veranstaltung ein M>- brängen der Vertoufsstänbe in die Karlsstraße und Karlsplatz.

Welche Zumutung jene Nachteile haben, wird AMassungssache fein.

Mit einer Verlegung der Schaumesse auf dem Friedrichsplatz würbe sich andererseits ihr Niveau heben lassen, dahier aus verbesserten Verbiensttnög- lichkeiten sicher eine Besserung bes Aussehens ber einzelnen Unternehmungen zu erhoffen ist und auch bataus hingewirkt werden tonn. Man darf den Stand des Schaustellers nicht von vornherein unter­schätzen. So erinnere ich an Riesenunternehmungen wie Hugo Has« u. a., die ein Millionen!apital in­vestiert haben, bisher aber für Staffel kaum in Erscheinung traten, da die leidige Platzfrage diese Unternehmen im Großen und Ganzen von hier fenchielt. In diesem Rahmen kann aus bas Gewerbe im besonderen nicht eingegangen werben, doch ist Wohl zu behaupten, daß der Durchschnitts- schaustellor (Starusscllbesitzer) und dies trifft auch für die Raffelet Vertreter zu ein Kapital von mindesten Mk. 10006 in der Welt herumführt. Wie gesagt könnte man durch Schaffung eines geeig­neten Platzes immerhin hier erzieherisch und existenz­erhaltend auf ein nicht unbedeutendes Gewerbe ein­wirken.

Bedeutend wäre der günstige Einfluß auf die Geschäftswelt ber Innenstadt. Die Besucher ber Messen werden nach dem Mittelpunkt ber Stadt ge­lenkt. Ich erinnere an denZisset".Herkulesbeleuch­tung" itfto., die ohne Zweifel viel Fremd« aus der näheren Umgebung nach Kassel brachten. Gerade bas Hineinzichen der umliegenden Landbevölkerung in die Stadt ist besonders vorteilhaft. Aber hier ist das geeignete Mittel, gerade das Volksfest der zentral gelegene großstädtische Vergnügungspark. Ich verweise hier aus derartige Bestrebungen in vielen anderen Städten, wie Frankfurt, Hannover, Mainz, Hamburg u. a.

Abgesehen davon, entstehen natürlich finanzielle Vorteile für die Stadt selbst. Die Besucherzahlen der Schaumessen auf derLeisterschen Wiese' weiden wohl für die 8 Tag« «ne Zahl von 100000 erreichen DiÄe ließen sich bei einer Verlegung auf den Frie­drich splatz, was dos Heran;ichen erstklassiger Unter­nehmungen zur Folge hätte, sicher

auf das Doppelte steigern.

Daß macht bei 2 jährlichen 8 tägigen Veranstaltungen bei einem Eintrittsgeld von nur 10 Pfg. Rm. 40600 Hierzu kommen die Platzgelder, die für jede Messe' auf mindestens Rm.30 600 zu veranschlagen sind, sodaß sich immerhin jährlich Rm. 100000 für die Stadt ans einem Vergnügungspark aus bem Friedrichsplatz herausholen ließen. Die Verwendung dieser Summen zu Wohlsahrtszwecken Weih- nachtNbciWfen würbe vielleicht auch die Wider­stände der Einwohnerschaft beseitigen.

Der Anblick des Friedrichsvlatzes isi nun schon einmal durch die Veickaufsmesseverschandel:'. Die Anwohner um dieLeistersche Wiese" werden genau so durch den Lärm gestört, wie diejenigen, sicher nicht zahlreichen, des Friodrichsplatzes. Oualftative Un­terschiede der Anwohner der beiden Plätze werden mit entgeaengeh alten werden.

In unserer wirtschaftlich so schwierigen Zeit mutz manche Familie ihr« gute Stube vermieten, um Einahme daraus zu erzielen, sie ausräumen urtb darin Familienfeste feiern. Betrachtet man den Friebrichsplatz als diegute Stube' Kassels ber Vergleich hinkte etwas, da die Bedeutung des Frie- dricbsplayes in dieser Hinsicht als sehr umstritten gilt so können Wirtschafliche Erwägungen der Geschäfts­welt und auch der Stadt ausschlaggebend dafür fein, auch den Friedrichsplatz für derartig« Veranstal Wimen eben aus finanziellen Interessen, bedinzt durch wirtschaftliche Notlage zur Verfügung zu stellen, bezw. auf eine Zuverftigungstellung bei der Regierung hinzuwirken. Ayo.

bildung der höheren Mädchenschule in ein Lyzeum verhandelt werden solle. Genehmigt wurde die Jahresrechnung des Hospitals, die bei einer BUanz- ilinme von RM 29 214,42 RM. 1037,73 Kassenbe- land ausweitt. Einem Vorschlag des Gemeinbevor- laudes gemäß wurde beschlossen, Neubauten, die nach 1925 fertiggestellt sind, für das laufende Rechnungs­jahr vom Gemeindesteuerzuschlag für Grundvermö- genssteuer sreizustellen. Die Verhandlungen mit der Oberpostdirektion Kassel führten zu dem Ergeb­nis. das auf einem städtischen Grunsftück in ber Wiesensiratze ein Beamtenhaus errichtet werden soll. Die Fmanz.erunq ist derart günstig, datz sich eine Miete von nur RM. 34,50 pro Wohnung und Monat ergibt.

Freitag, 31. Januar.

Weimar bei Kassel. Elektrisches Licht für die Kirche. Die Gemeindevertretung befaßt« sich mit der elektri­schen Beleuchtung der Kirche. Ein Antrag, eine öf- fenelicke Sammlung zu veranstalten, sand keine Ge­genliebe Es soll mit dem Kirchenvorstand verhan­delt werden Ein Antrag aus Ausbau einer Straße wurde abgelehnt. Die Gemeinde wird einen Be­bauungsplan aufstellen, um zu verhüten, daß weiter« Wohnhausbauien in der Feldmark erstellt werden. Die Gemeinde ist nicht in der Lage, zu solchen Ein- zel-Siodlungen Straßen anzulegen.

Wellerode Der Dachdecker Heinrich Werner feierte am Freitag in Rüstigkeit goldene Hochzeit. Wir grawlieren nachträglich herzlichst.

Guxhagen. Gemeindevertrelersitzung. Gemcknde- oertrciet Echröttcr wurde Cchrif.füürer. In den Schulvorstand wurden gewählt: Giesler, Kruhin (S. P. D.), Günther, Köbberling (J.-G.) Kramm (Deam- tenliste). Für die Berufsschule- Brandenstein (S. P. D.), Umbach und Wolfram (J.-G). In die Wege-, Bau- und Lichtkommiffion wurden Manns, Krieger IS. P D.), Kraft, Brvstmeycr (J.-G.) und Schrottet (B.-L.) entjanbi Wohlfahrrskommiffion: Krieger (S. P. D.j, Wolfram (J.-G.), Kramm (B.-L.), Etatskom- mission: Dittmar (S. P. D), Kraft (J.-G.), Schröt­ter (B.-L.).

Felsberg. Der Bürgerverein hielt Jahresversamm­lung. Di« Finanzlage ist aut. Der Gesamtvorstanb wurde wiedergewählr. Rechnungsrat Günther wurde für den durch Tod ausgeschiedenen San.-Rat Dr. Mainz in den erweiterten Vorstand gewählt. Einen Vortrag:Der hessische Wandv rverkehr und seine Auswirkungen auf Felsberg' hielt Herr Ide an Hand von Lichtbildern.

Stolzenbach. Diebstahl. Einem Landwirt wurde ein« Kassette mit rund 100 Mark Bargeld gestohlen. Außerdem ließ der Dieb, der durch ein Fenster in das Haus eindrang, mehrere Wertgegenstände mit sich gehen.

Melsungen. Zehn JahreHeimatscholleu'. Zehn Jahre erscheint jetzt die beliebte Zeitschrift. Sie wollteeinen Damm aufrichten gegen eine Gesinnung, die sich im Materialismus verlor". Sie hat darin er­reicht, was heute darin zu erreichen ist. Sie pflegt liebevoll hessische Art, Geschichte und Heimatkunst in Wort und Bild und zählt einen graften Kreis von Freunden, der sich sicher noch weiter ausbehnen wirb. Dazu vermag auch die hübsche Iubiläumsnummer bei­zutragen, bie Beiträge von Ploch, Ruppel, Scheller, Schwalm, Lewaller unb vielen anberen Bekannten enthält.

Bad Wildungen. Wasserftreit. Der Bürgerverein tagte. Es wurde über Ablösung der auf den Häu­sern der Altstadt ruhenden Bauholzberechtigung de­battiert. Schließlich wurde ein sechsgliedriger Aus­schuß gewählt, der mit der Stadtverwaltung in dies- bezügl.che Verhandlungen treten soll. Die Versamm- lung sprach sich fast einmütig gegen den Plan der Stadtverwaltung aus, das Trinkwaffer dem Eder- grundwasser zu entnehmen. Gs soll der Fassung neuer Quellen im Gebirge der Vorzug gegeben werben.

Untere Heimat

Wer dem SiS hervorgeholt

Der dreijährige Sohn eines Angestellten auf bem Gut Eichenberg beschäftigte sich an dem Raub bes zugefrorenen Hofteiches urtb rutschte an einer« oftenen Stelle unter bie ziemlich dicke Eisdecke. Fräulein Flamme, bie zufällig vom Hause aus bie Bewe­gungen des Kindes bemerkte, stürzte sich sofort in ben tiefen Teich, um bas Kind zu retten. Mit den Fäu­sten mutzte die Eisdecke zerschlagen werden, während der Junge seine Bewegungen fortsetzte unb immer weiter unter bie Eisbecke geriet Mit Hilfe des hin- zueikenden Gutspächters Flamme war es möglich, das Kind zu retten.

Hessische Fleckviehzuchl

Unter dem Vorsitz von Landwirt Metzler fand in der Landwirtschaftsschule eine Versammlung des Fleckviehzuchtvereins statt, in welcher über bie Ein­führung ber Milchkomrolle verhanbelt würbe. Die Mehrheit lehnte biesen Antrag ab, ba bie einseitige Begünstigung ber Milchleistung beim Fleckvieh nicht erwünscht sei, ba Frühreife uno Mastsähigkeit sowie bie Arbeitsleistung berücksichtigt werben müsse. Diese Frage soll in Hersselb am 31. Januar nochmals be- raten werden. Aus bem Geschäftsbericht ist zu ent­nehmen, batz eine große Zahl Zuchtbullen verkauft worben ist, 58 Abstammungsnachweise wurden aus­gestellt und 18 Bullen angekört. Dem zum Bürger­meister gewühlten Vorsitzenden Metzler wurde der

allseitige Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen, auch Landwirtschaftsrat Winter widmete bem Schei- benben Wort» ber Anerkennung.

Diebstähle en gws

Zwischen Melsungen und Kassel.

Melsungen, 31. Januar.

In dem ehemaligen Wollschuppen der Tuchfabrik von Steinbach in Melsungen wurden seit mehreren Monaten planmäßig Diebstähle ausgeführt, ohne batz bie Täter ermittelt werden konnten. Der Schuppen dient zurzeit zur Aufbewahrung der aus der Fabrik abmontterten Maschinen. Durch das Entwenden von Maschinenteilen wurden die betreffenden Maschinen vollständig wertlos. Jetzt ist es der Polizei gelun­gen, die Diebesbande zu ermitteln. Die Täter gingen bei den Diebstählen raffiniert vor. Sie stahlen meh­rere zenwerschwere Teile und schiefsten sie an die Fulda. Am anderen Tage wurden die Eisenteile einem hiesigen Händler, der mit Pferd und Wagen an her betreffenden Stelle erschien, übergeben. Dem Besitzer ist dadurch ein schwerer Schaden zugefügt worden. Hütte bie Polizei jetzt nicht zugegriffen unb die Diebesbanbe bem Gericht vorgeführt. wäre ber Besitzer noch mehr geschädigt worben. Mehrere Ei- fenteife, darunter eine Transmission, wurden aus ber Fulda herausgeholt.

Korbacher Semewderal

In der letzten Gemeinderatssttzung kündigte der Bürgermeister den Besuch e.niger Mitglieder des Provinzialfchulkollegiums an, mit denen wegen Um«

Treysa. Stadtoerordneteusttzun«. Für einen Kubikmeter Wasser sollen 30 Pfennig erhoben wer­den, jedoch feil die endgültige Festsetzung «oft vorgs- nommen werden, nachdem Wassermesser eingebaut sind. Die Pflasterung bet Bahnhofstraße erfordert nach dem Projekt des Landesbauamtes etwa 30 000 Mark. Es wurde beschlossen, das Projekt auszuführen, wenn hier­durch keine Erhöhung der Realsteuevn vorgenommen zu werden braucht unb keine Anleihen aufzunehmen finb. Das Fr em benfchu Igelb für die Stadt­schule wird ab 1. April von 00 auf 75 Mark erhöht. Die Unfallversicherung der Schulkinder, welche sich bisher nur auf ben Turnunterricht erstreckte, wurde auf bie übrigen Stunden und ben Schulweg durch Er­gänzung der Versicherung erweitert. Die Eingabe der evangel.-ref. Kirchengemeinde auf Bewilligung eines verbilligten Darlehns zur Deckung ber Instand)etzungs- Mten ber Stadtkirche wurde wegen {tarier Inan­spruchnahme der Stadt abgelehnt. Kram- und Sieb« Märkte: 26. Februar, 19. März, 14. Mai, 16. Juni, 23. Juli, 3. September, 22. Oktober und 26. November. Krammarkt dcherzmarkt): 29. Dezember.

Eschwege. Die Kraftpoft Efchwege-Wanfried wird jum 1. Februar vom hiesigen Postamt übernommen. Die Kraftpost fährt in jeder Richtung werktäglich dreimal, Sonntags zweimal. Die Absahrtzeiten ht Eschwege sind auf 7.05, 13.30 unb 16.45 Uhr, in Wan­fried auf 7.40, 14.20 unb 17.15 Uhr festgesetzt. Sonn­tags fallen bie Fahrten um 13.80 Uhr ab Eschwege unb 14.20 Uhr ab Wanfried aus.

Sielen. Der Kriegerverein feierte bie 53. Wieder­kehr feiner Stiftung. Im traulichen Äamerabentreis wurde manche schöne Erinnerung aus der Solbaten» zett wachgerufen. Worte des Dankes richtete Herr Schade, ber Vorfitzenbe bes Vereins, an die Mitglieder für Treue, die sie in schwerer Zeit bem Verein be­wahrt haben. Auch wies er auf bie vornehmste Auf­gabe ber Kriegervereine hin, die Gegensätze im Volke zu überbrücken.

Wolfhagen. Verpachtungen. Der Magistrat hat die Verpachtung des Ratskellers und der Schüt­ze n h a u s w i r t s ch a f t auf der Liemeke vorgenom­men. Ten Zuschlag erhielten für ben Ratskeller Witwe Klapp zum Jahrespachtpreije von 1600 ML, für die Liemekemvirtfchaft Drechsler Rupp zum Jahrespachtzin» von 490 Mk.

Hümme. Der Eisenbahnerverein wählte zum 1. Vorsitzenden Stationsvorsteher Dietz, Stellvertreter wurde Kart Rapp, Schriftführer H. Sötte, Kassierer Friedrich.

Niederasphe. Münzenftind. Arbeiter fanden bei Erdarbeiten ein irdenes Gesäß mit einer großen An­zahl älterer Silber münzen. Diese stnd von oerjchie- dener Größe und ttagen dte Jahreszahlen von 1500 bis 1790.

Liebenau. Sportliche Kameradschaft! In der Ge- neralversammlulm des Sportvereins wurde beschlos­sen, bem FußballklubBiitania', Eichenzell, für bi« Hinxrblicvenen ber bei dem Autounglück Betroffe­nen RM. 10. zu überweisen.

Hachborn. Die Wiederwahl Bürgermeister Damms erfolgt einstimmig. Beigeordneter wurde Hrch. Hommann. Gemeindeschöfsen Georg Schneider I. Breifftadt unb H. Fischer.

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