Kasseler Neueste Nachrichten
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Nummer 20
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Freitag, 24. Januar 1930
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
20. Zahrganß
Oie Kassensorgen des Finanzministers
Zur Zeit zwar leine Schwierigkeiten, Ende Marz aber wieder ein Fehlbetrag von HO Millionen Mark / Koalitionsverhandlungen in Preußen
Gegensätze ans der Seekonferenz
Eigener Drahtbericht.
London, 24. Januar.
Die -Times" weist den französischen Stand» Punkt -Erst Sicherheit, dann vielleicht Uebernalimc Von Abrüstungsverpflichtungen" recht deutlich zurück. Ohne die Bedeutung der französisckjcn Wünsche ab» wägen zu wollen, sagt die „Times", liege die ff rage eines Mitielmeer» oder Atlantik-Paktes außerhalb des Aufgabenkreises der Konferenz, und die gegenwärtigen Sicherheitseinrichtungen, so unvollständig pe auch seien, wären besser als irgend etwas, was die Welt bisher gesehen habe.
Die -Times" folgert in einer der französischen These genau entgegengesetzten Richtung, daß die bereits bestehende Sicherheit eine weitere allgemeine Abrüstung erlaube, die wiederum die bestehende Sicherheit erhöhe.
Hinter verschlossenen Türen
Die erste Vollsitzung.
London, 24. Januar.
Die gestrige erste Vollsitzung der Seeabrüstungskonferenz war nur von kurzer Dauer und trug einen ausgesprochen formalen Charakter. Sie diente nach den offiziellen Mitteilungen dazu, die Konferenz zu Konstituieren. Die Sitzung war geheim.
Von den Erklärungen der fünf Delegationsführer geichnete sich diejenige des Staatssekretärs Stim- ff o n durch besondere Kürze aus. Stimson betonte, daß er die Flottenbedürfnisse Amerikas vorläufig Nicht bekannt geben möchte, fügte aber hinzu, daß der
Schlüssel für Amerikas maritime Bedürfnisse die Parität zwischen England und den Vereinigten
1 Staaten bilde.
Der französische Ministerpräsident, der als zweiter sprach, legte in einem längeren Exposee die durch drei Haupifkaotren: geographische Lage, militärische und wirtschaftliche Naturnotwendigkeiten, bedingten Flottenbedürfnisse Frankreichs dar. Frankreichs Besitzungen seien ebenso wie die Englands in der Welt sehr zerstreut. Da diese Besitzungen für Frankreich fast alle gleich lebenswichtig seien, müsse 1 die französische Flotte stark genug sein, um die
Schisfahrtslinien zu diesen Uebersee Besibnngen * wirksam zu schützen.
Eine erhöhte Sicherheit in der Welt würde aber durchaus geeignet sein, eine Reduzierung in dem Flottenbedürfnis Frankreichs herbeizuführen.
Macdonald beschränkte sich in seinen Erklärungen auf die Betonung der Notwendigkeit einer starken Flotte für die englische Nation. Wäre Eng
land der freie Zutritt zu allen Weltmeeren versperrt, so müßte es verhungern.
Die Flotte sei daher für England eine Angelegenheit von Leben und Tod.
Die Gewißheit aber, daß die Meere nicht blockiert würden, würde um so eher kür England eine weit- gehen>e Herabsetzung der Rüstungen zur See durchführbar machen
Italiens Flottenpolitik läuft nach den Ausführungen Gran dis auf eine Maximal-Reduzierung der Rüstungen zur See hinaus. Rüstungen und Sicherheit sind, wie Grandi ausführte, eng miteinander verbunden Dennoch kann Sicherheit nur relativ sein, weil absolute Sicherheit ein- Aufrüstung, nicht aber Abrüstung bedeuten würde. Auch für Italien bedeute der freie Zugang, zu ven Weltmeeren eine lebenswichtige Angelegenheit.
Der japanische Delegierte gab nochmals Japans Willen zur weitgehenden Abrüstung bekannt, soweit sich diese mit der Sicherheit Japans vereinbaren lasse.
Enttäuschung in Paris
Paris, 24. Januar.
Die französischen Blätter bringen in ihren Berichten aus London ihre große Enttäuschung über den bisherigen Verlauf der Flottenkonserenz deutlich zum Ausdruck. Der „Petit Parisien" schreibt, es sei noch nicht zu erkennen, wie man angesichts der
einander direkt entgegenlaufenden Interesse«
die Aussprache beginnen wolle, ohne daß dabei Zusammenstöße erfolgten und die ganze Konferenz gefährdet werde. Nachdem die Allgemeinheiten besprochen seien, stehe man ernstlicheren Schwierigkeiten gegenüber, als die Urheber dieser internationalen Konferenz vorausgeseheu hätten.
Im Journal'' zollt Saint Brice dem französischen Ministerpräsidenten seine Hochachtung, den er als die beherrschende Persönlichkeit der gestrigen Verhandlungen bezeichnet. Im übrigen erklärt aber auch Brice, daß das Ergebnis des gestrigen Sitzungstages sehr enttäuscht habe.
Im „Echo de Paris" kommt Pertinax auf die französisch-italienischen Gegensätze
zu sprechen. Unter Anspielung auf die italienischen Forderungen schreibt Pertinax weiter, daß eine Abrüstungskonserenz nichts mit Mächten zu tun haben sollte, die aus einer gewaltsamen Aenderung bestehen wollten. _____
Moldenhauer macht Bilanz Große Koalition in Preußen?
Eigener Drahtbericht. Von unserer Berliner Schriftleitung.
i Berlin, 24. Januar.
, Im Haushaltsausschuß des Reichstages Begann heute die Beratung des kündbaren Monopolgesetzes.
Reichsfinanzminifter Dr. Moldenbauer ve. gründete den Gesetzentwurf und gab dabei eine allgemeine Uebersicht über die Kaffenlage des Reiches.
Er führte aus: ,
Mit Hilfe des Ende Dezember von den Banken begebenen Ueberbrückungskredits in Höhe von 350 Millionen Reichsmark ist es gelungen, den Ultimo Dezember ohne weitere Schwierigkeiten zu überwinden. Der Betriebskredit der Reichsbank konnte am 31. Dezember 1929, wie es im Bankgesetz vorgeschrieben ist, restlos abgedeckt werden. Inzwischen ist durch die im Januar fälligen Sieuereinzah- lungen eine Verbesserung der Kassenlag'e in dem Maße eingetreten, daß im Augenblick Schwierigkeiten nicht bestehen. Am 31. Januar wäre ein Bankenkredit in Höhe von 200 Millionen Mark zur Rückzahlung fällig; inzwischen ist aber dieser Kredit auf etwa sechs bis neun Monate verlängert worden. «Somit ist für die Monate Januar bis März mit folgenden Ueberschüffen oder Fehlbeträgen zu rechnen.
Für Januar: Ueberschuß rund 117 Millionen Mark, für Februar: Fehlbetrag von 117 Millionen Mark, für März Fehlbetrag von 140 Millionen Mk. Die Monate Januar und Februar werden sich also uuge,ahr au»gleit»-en; Ende Marz wird ein Fehlbetrag von etwa 140 bis 150 Millionen vorhanden fein. Zur Deckcung dieses Fehlbetrages werden rd. 55 bis 60 Millionen Mark aus der Abrechnung mit dem Generalagenten bezw. mit der Reichsbahn nach Inkrafttreten des doungplanes verfügbar werden, die jetzt infolge der nachträglichen Zahlung des Reichsbahnanteiles an der Dawesannuität vom Generalagenten noch zurückbehalten werden. 20 Millionen werden aus dem Verkauf von Effekten flüssig gemacht werden können, lieber die Deckung des dann noch verbleibenden Fehlbetrages sind Verhandlungen |
eingeleitet worden, von denen ich hoffe, daß sie zu dem gewünschten Erfolge führe» werden.
Die Reichsbanksrage
Berlin, 24. Januar.
Am nächsten Montag findet, wie das „Berliner Tageblatt" mitttilt, eine Besprechung der Fraktionsführer her Regierungsparteien statt, die in erster Linie der Reichsbanksrage gilt
Es ist anzunehmen, daß vorher von keiner Seite Entscheidungen getroffen werden, oder eine Festlegung erfolgt. Aus der anderen Seite rechnet man in den Kreisen der Regierungsparteien darauf, daß bis dahin volle Klarheit über die Absichten und Ziele des Kabinetts in der Reichsbankfrage gefchas. fen wird.
*
Basel, 24. Janrtar. Im Großen Rat drS Kan- wns Basel-Stadt erstattete Regierungsrat Micscher, der als Delegierter des schweizerischen Bundesrats an den Haager Verhandlungen über die Nieder - lassung der BIZ in Basel teilgenommen hatte, Bericht über seine Verhandlungen, woraus der Große Rat mit 96 gegen 24 Stimmen die Maßnahmen der Regierung trotz der Gewährung der Steuerfreiheit billigte und die Regierung ermächtigte, die notwendige Vorsorge für die Unterbringung der Bank zu treffen.
Ostmark-Vertreter bei Hindenburg
Berlin, 24. Januar.
Der Reichspräsident empfing gestern zur Ueberreichung einer gemeinsamen Denkschrift über die Not der preußischen Ostprovinzen und zu näheren Darlegungen über den Inhalt dieser Denkschrift den Landeshauptmann der Provinz Grenzmark Posen— Westpreußen, Dr. Caspar i, den Landesdirektor der Provinz Brandenburg von Winterfeld-Menkin und den Landeshauptmann der Provinz Niederschlesien Dr. von Thaer.
Berlin, 24. Januar.
Wahrend man sich im Reiche mit der Frage beschäftigt, ob die Große Koalition ans den Schwierigkeiten herauskommen wird, in die sie durch die bevorstehenden Finanzdebatten geraten wird, find jetzt in Preußen plötzlich neue Bestrebungen in Gang gekommen, die Große Koalition dort nach vorübergehenden Hemmungen endlich einmal herzustellen.
Bekanntlich haben im vorigen Sommer langwierige Verhandlungen über diese Frage stattgefunden, die aber damals ergebnislos blieben, weil man der Volkspartei ein sie nicht befriedigendes Angebot gemacht hatte. Jetzt haben die preußischen Koalitions- parteien die Initiative erneut ergriffen, und es haben
interne Besprechungen
über ein neues Angebot stattgefunden, auf Grund dessen die Volkspartei in die Regierung eintreten soll. Die preußische Regierung ist an diesen Verhandlungen nicht direkt beteiligt, wird aber laufend informiert, und es scheint, als ob man von den Koalitionsparteien ein Angebot auf folgender Basis abgeben wird:
Die Bolkspartei soll das Handel s- miuisterium sowie einen Minister ohne Portefeuille bekommen, der zugleich dem Reichskabinett augehören und somit als Ber- biudungsmanu zwischen dem Reich u n d P r e u ß e n fungieren soll. Der gleiche Plan ist bereite im Sommer von der Bolkspartei abgelehnt worden und deshalb wird allgemein erwartet, die Bolkspartei werde auch einen Staatssekretär bekommen, der an Stelle des Ministers ohne Portefeuille, welcher durch feine Tätigkeit im Reiche häufig an der Teilnahme an preußischen Sitzungen verhindert fein würde, an allen preußischen Kabinettfitzungen mit Sitz und Stimme teil« nehmen soll, so daß die Bolkspartei immer mit zwei Personen in den preußischen Kabinettsberatungen vertreten sein würde. Außerdem kommt zur Ergänzung der alten Vorschläge wieder in Betracht, daß die Bolkspartei bei der Besetzung einiger Oberpräsidentenposten in Preußen berückfichtigt werden soll.
Das ganze Angebot ist der Volkspartei noch nicht öffentlich übermittelt worden, sondern es haben bisher lediglich unverbindliche Sondierungen in dieser Frage stattgefunden. Auch stnd die Meldungen, die einige Berliner Abendblätter gestern brachten, vollkommen unzutreffend, wonach bereits eine Verhandlung zwischen dem preußischen Ministerpräsidenten Braun und dem Vertreter der Volkspartei stattgefunden habe. Bis jetzt sind die Dinge noch nicht soweit gediehen. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei wird sich erst heute mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Wahrscheinlich werden dabei
in der volksparteilichen Landtagsfraktion starke Meinungsverschiedenheiten auftreten, besonders da bekannt geworden ist, daß die S o z i a l d e m o- kraten bei derartigen Umgruppierungen der Regierung ihrerseits das Kultusministerium mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten König besetzen möchten, eine Lösung, die von der Volkspartei auf das schärfste bekämpft wird. Am meisten würden bei einer solchen Umgruppierung die D e- mokratenzu opfern haben, die das Handels» Ministerium an die Volkspartei und das Kultusministerium an die Sozialdemokraten abzugeben hätten, und die bann nur noch den Finanzminifter behalten würden.
Es ist charakteristisch, daß man gestern nach nit- tag in der demokratischen Presse in Berlin plötzlich mit Meldungen über obige Vorgänge hervortritt, nachdem in unterrichteten Kreisen seit mehreren Tagen bekannt war, daß diese Besprechungen streng vertraulich behandelt werden sollen. Obwohl man diesen Vorstoß der demokratischen Presse als ein Störungsmanöver ansieht, ist man in den Kreisen
der preußischen Koalitionsparteien optimistisch in der Beurteilung der weiteren Entwicklung der Koäli- tionsfragen, und man erwartet, daß wahrscheinlich noch im Saufe des heutigen Tages Klarheit darüber geschaffen wird, ob aus der erwähnten Basis eine Erweiterung der preußischen Regie- runa möglich ist.
Die politische Bedeutung dieses neuen Unternehmens ist darin zu erblicken, daß man durch die Bildung der gffoljen Koalition in Preußen eine Stütze für die ins Wanken geratene große Koalition im Reiche zu schassen wünscht. Das wird auch von den jetzigen preußischen Koalitionsparteien offen zu- gegeden. Man glaubt, wie ;. B. die „Germorta" heute bestätigt, in maßgebenden politischen Kreisen zur
Stabilisierung der Regierungsverhältniffe im Reich
wesentlich beitragen zu können, wenn die alten preußischen Koalitionspläne möglichst bald verwirklicht wurden.
In Preußen erscheint außerdem die große Koalition deshalb erwünscht, weil mit Hilfe einer solchen die Pläne zur Verwaltungsreform leichter dmrchg/eführt werden könnten. Schüe/ich sptÄlen dabei Erwägungen eine Rolle, die sich an das Urteil des Staatsgerichtshofes im württembergischen Falle anschließen, denn wenn man dieses Urteil ans Preußen praktisch anwendet, so wurde es den Reu-Einzug von 17 Abgeordnete» der Splitterparteien in den Landtag zur Folge haben Dabei würde natürlich die jetzige KvulcUvn in Gefahr geraten, und deshalb sucht man diese Koalition schnell noch zu erweitern
Es ist besonders charakteristisch, daß gerade das Zentrum jetzt die Bildung der Großen Koalition befürwortet, wahrend 'n den früheren Sta-, dien' dieser Verhandlungen und noch im letzten Sommer gerade beim Zentrum der stärkste Wider-' stand gegen die Einbeziehung.Der Deutschen Volks- Partei in die preußisch- Regierung herrschte. Heute redet das Zentrum dm Demokraten gut zu, daß diese sich doch nicht den Erwägungen verschließen solltcn, die für die Erweiterung der Koalition sprechen.
Im Zusammenhang mit der evt'. Regierungsumbildung, würden in personeller Hinsieyt selbstverständlich ebenfalls einige Aenderungen ein» treten. Die Sozialdemokraten wollen wie gefügt, mit ihrem Abgeordneten König die Stelle des demokratischen Ministers Becker im Kultusministerium besetzen und an vie Stelle des demokratischen Handelsmimsters Schreiber im Knltusministe lich der volksparteiliche Abgeordirete Dr. Leidig treten.
Wer wird Oberpräsident in Kassel?
Weiterhin entsteht ein Streit um verschiedene Oberpräsidentenposten. so z. B. in Stettin, 7 r allem aber auch in Kassel Für Stettin wird jetzt der volksparteiliche Abgeordnete von Eynern genannt, während der Posten in Kassel noch stark umstritten ist.
Einerseits kandidiert dafür der eveml. aus seinem Amt ausschkideude demokratifche Handelsminister Schreiber, andererseits würde auch die Volk s- Partei für diesen Posten Interesse haben. Schließlich aber weiß man, daß die Sozialdemokraten und insbesondere der Innenminister Grzefinfli Wert darauf legen, daß dieser Posten in sozialdemokratische Hände kommt. Man holt es jedoch ntcht fit r wahrscheinlich, daß der sozialdemokratische Oberpräsident von Breslau Lüde mann nach Kassel kommen wird, sondern man spricht von einem anderen Sozialdemokraten aus der Regte- rungskarriere, der ftir Kassel präsentiert werden würde, so daß im Augenblick gerade über die ildeu- besetzung des Kasseler Oberprästdiums noch keinerlei Klarheit besteht.
Jedenfalls ist auch diese Entscheiouna wie man geht, stark von der Entwicklung der Koalitionsfrage in Preußen abhängig.
Sesorgniffe um Vyrd
Network, 24. Januar.
Die Nachrichten übet die Lage Byrds im Südpolareis geben zu ernsten Besorgnissen Anlaß, besonders fein an die amerikanische Regierung gesandter Funkspruch, mit dem et um Hilfe innerhalb dreißig Tagen ansfordert, falls eine Rückkehr ans den Eiswüften überhaupt noch möglich fein sollte.
Ans diesen Hilferuf hat die amerikanifche Regierung an die norwegische Regierung die Aufforderung gerichtet, norwegische Walfischdampfer in die antark- tifchen Gewässer zu beordern.
Admiral Byrd hat in einem Funkspruch weiter angegeben, daß feine Lebensmittelvorräte nahezu auf gebraucht feien, und daß mehrere Mitglieder der Expeditwn einen zweiten Winter in der Antarktis nicht überstehen würden.
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Admirat Byrd hat einen neuen Flug ausgeführt, um die Ausdehnung der Felsen über der Eisbarriere der Diseovery-Bucht näher zu erforschen und nach dem viele Meilen südlich des Randes der großSn
Eisbarriere vermuteten Neuland Umschau zu halten.
Infolge der Blockierung der „City os Neuyork* mußte der Forscher dann aber für dieses Jahr auf «ben Plan verzichten, das Land hinter der Dlscoverh- Bucht zu entdecken.
Mago in Nnanznvien
Verschuldung von 300 Millionen Dollar.
Chicago, 24. Januar.
Die Finanzlage der Stadt Chicago, die schon ost zu großen Besorgnissen infolge technischer Schwierigkeiten bei der Steuererhebung Anlaß gab, hat sich neuerdings sehr ernst gestaltet. Es scheint, daß die Finanzgebahrung der Stadtverwaltung, die zu einer Verschuldung von 300 Millionen Dol- lars geführ' hat, in manchen Punkten etwas zu großzügig gewesen ist.
Die städischen Kaffen verfügen über keinerlei nett« nenswerte Geldmittel mehr, was in beit städtischen Betrieben zu ganz unmöglichen Zuständen geführt hat und die Weiterführung mancher Einrichtungen direkt in Frage stellt. Größere Geldmittel fehlen auch zur Aufreckuerhatrung der Krankenhäuser, und man 6c« fürchtet, daß zahlreiche Personen aus die Sdtraße gesetzt wewen müssen, wenn dieser Zustand anbauert.