Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Hummer 16
Montag, 20. Januar 1930
EtnzrlpretS: Wochentag» 10 Pfennig
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20. Zahrgans
Letzte Lleberrafchungen im Haag
Redaktionelle Schwierigkeiten im OfireparationskonM / 19 Tote bei Flugzeugunfällen in Amerika / Große kommunistische Aktionen?
SchluMmg nochmals vertagt!
Von unserer Berliner Schriftleitung.
' Haag, 20. Januar.
Der letzte Tag im Haag bringt nun doch noch eine Ueberraschung. Die für heute vormittag angesetzte Schlußsitzung der Konferenz wird aus nachmittags 5 Uhr vertagt. Der Grund liegt darin, daß es nicht gelungen ist, den Wortlaut der Vereinbarungen zwischen Oesterreich-Bulgarien und K gar« rechtzeitig sestzi«stellen, obwohl über die Ostreparationen Gläubiger und Schuldner von 11 Uhr abends bis 7 Uhr morgens durchtagten.
Man ist heule morgen 9 Uhr nochmals an die Re- dakitionsarbeit gegangen. Wie verlautet, scheine» für die materielle Grundlage dir Vereinbarungen die gleichen, doch gestaltet sich die redaktionelle Fassung recht schwierig. Man hofft, auf der gestern gefundenen Grundlage das Gesamtproftl'm der Ostrepma- tionen restlos lösen zu können, sodaß sämtliche Schuld- «erstaaten ihre sinanzielle Souveränität wieder erlangen.
Die Bollkommission für die Ost- reparation, in der die Abkommen sämtlicher 6c- teiligter Staaten vorgelegt werden, ist sür heute nachmittag 4 Uhr einberufen. Es ist jedoch möglich, daß dir Kommifsionssitzung sowohl als auch die Schlutz- sttzuug der Konferenz noch vorverlegt werden.
Einigung über die Ostreparaiivnen
Haag, 20. Januar.
In der Frage der Ostreparationen ist in der gestrigen Abendsitzung eine grundsätzliche Einigung erzielt worden. Die Einigung, di« nach den Erfahrungen der letzten Tage noch immer nicht als perfekt angesehen werden kann, würde sich aus folgender Linie vollziehen:
1. Ungarn zahlt vom Jahre 1943 ab bis 1966 jährlich 135 Millionen Goldkronen in den ersten „Pool", der für die Abdeckung der Ansprüche ungarischer Geschädigter aus den rumä- . nischcn und jugoslavischen Bodenreformgesetzen bestimmt ist.
* 2. In den zweiten Pool sollen die Grotz- \ ' Mächte einen Vorschuß von etwa 100 ' Millionen Goldkronen einzahlen, der für
die Abdeckung aller übrigen Forderungen, ins- besondere derjenigen der Kirche und der Erz- herzöge in Ungarn, ferner der Eisenbahnen, also insbesondere für die Forderungen an die Tschechoslowakei, bestimmt ist. Dieser Vorschuß soll nach dem Jahre 1966 von Ungarn durch Amortisation verzinst und getilgt werden; über die Modalitäten dieser Regelung wird jetzt mit den Großmächten zusammen beraten.
3. Für alle RcchtL-streitigkeiten aus dem Artikel 250 des Vertrages von Trianon bleiben weiter die Gemischten Schiedsgerichte zuständig; jedoch wird der Internationale Schiedsgerichtshof im Haag als Appel- lationsinstanz hinzugefügt, der über die Zuständigkeit der Gnnis hten Schiedsgerichte in allen noch umstrittenen Kompetenzfragen, über die übrigen Fälle der Sache noch in zweiter Instanz entscheiden soll.
Die übrigen Ost machte tragen zu dieser Regelung in der Form bei, daß sie auf ihre Forderungen an Ungarn verzichten.
Gelingt es, zu dieser Vereinbarung heute abend die Zustimmung aller Beteiligten zu erreichen, so wird das VertragLwerk vom Haag alle Unterschriften der Beteiligten für sämtliche hier zu erledigenden Fragen tragen.
Haag, 20. Januar. Die Räumungsver- einbarungen, wie sie während der ersten Haager Konferenz im August getroffen worden sind, bleiben durch den Ausgang btt zweiten Haager Konserenz vollständig unberührt mb in vollem Umfange in Kraft. '
Die Saarfrage zu deren Regelung inzwischen die Verhandlungen in Paris wieder begonnen haben, ist hier zunächst nur bei der ersten Besprechung Dr. Curtius-Briand erörtet worden.
Tardieu in London
London, 20. Januar.
Der französische Ministerpräsident Tardieu ist gestern vormittag zur Teilnahme an der Flottenkonferenz hier eingetroffen. Er hatte gestern abend eine Unterredung mit Premierminister Macdonald.
WenpMche Hochspannung
Eigener Drahtbericht.
Berlin, 20. Januar.
Der Abschnitt der Haager Konferenz, der in der Anhenpolitik für einige Zeit Ruhe eintreten läßt, eröffnet gleii^eitig eine Periode innerpolitischer Hochspannung.
In erster Linie wird nun der Kampf der Parteien nm die
neue Reparationsregelung
beginnen. Wie heftig diese Auseinandersetzungen sein werden, ergibt sich schon jetzt aus der überaus verschiedenen Beurteilung der Haager Ergebnisie in der Oeffentlichkeit. Während auf der Rechten von einer schmachvollen Bilanz gesprochen wird, die sich im Haag ergeben habe, heißt es auf der Linken, die deutsche Regierung sei mit großen Erfolgen aus dem Haag zurückgekommen. Diese Meinungsverschiedenheiten werden nun im Reichstag ausgetragen werden. Aber es ist schon jetzt vollkommen sicher, daß die Poung- gesetze ratifiziert werden, denn die Mehrheit dafür steht vollkommen fest, und auch der neuerdings einsetzende Sturm aus den ,Reichspräsidenten von Hindenburg, er möge seine Unterschrift zu diesem Gesetz verweigern, wird vergeblich sein.
Im Anschluß an die Ratifizierung des Poung- gesetzes wird der Reichstag sich dann mit dem
Haushaltsplan und der Finanzreform
zu beschäftigen haben. Dieses Problem ist sehr schwierig, und dabei muß die Koalition ihreFeuer- probe bestehen.
Falls es dabei zu einer Koalitionskrise kommen sollte, so wird diese unter besonders schwierigen Umständen verlaufen, denn seit längerer Zeit haben sich — und das ist der dritte und schwerste Eefahrenpunkt der innerpolitischen Entwicklung — teils durch die katastrophal gestiegene Arbeitslosigkeit, teils durch die Agitation der Kommunisten — Anzeichen dafür bemerkbar gemacht, daß wir uns immer stärker dem Tag einer mit Sprengstoff geladenen Atmosphäre nähern.
Seit einiger Zeit ist wiederholt von Maßnahmen der Staatsregierung gegen die Kommunisten berichtet worden, sei es in Gestalt von Verboten von Umzügen, sei es in der Form der Beschlagnahme von Zeitungen. Immer wieder ist es zu Zusammenstößen und Schießereien (siehe auch Seite 2!) gekommen, so daß man sich gegenwärtig zu den schwersten Befürchtungen veranlaßt
sieht. Die „Welt am Montag" weiß heute zu berichten. daß
von kommunistischer Seite eine Aktion unmittelbar bevorsteht.
Die verantwortlichen Staatsstellen seien durchaus davon unterrichtet, so daß sie in der Lage wären, diesen Absichten entsprechend zu begegnen. Die kommunistisch« Aktion stehe unter der Führung von Heinz Reumann, der ein Beauftragter der Moskauer Komintern und nun unumschränkter Herrscher in der deutschen Partei geworden sei. Unter seiner Führung solle die kommunistisch« Partei in den kommenden Wochen eine revolutionäre Erhebung versuchen; die Borbereitungen dafür seien bereits im Gange. So sei die Partei z. B. bemüht, ihre immobilen Vermögenswerte möglichst schnell zu veräußern, damit dies« im Augenblick einer eventuellen Auflösung der Partei nicht beschlagnahmt werden könnten.
Durch eine Indiskretion des kommunistisrhen Abgeordnete« Remmele sei kürzlich beka««t geworden, daß sich über der Zentrale der K. P D. «och ein Direktorium aus Thälmann, Remmel«, Münzberg und HeinzReumann gebildet habe. Die eigentlich« Führung habe aber Reumann, der genau «ach dem Diktat von Moskau handele. I« der kommunistischen Partei herrsch« selbst Mißstimmung gegen Reumann, »eil man ihn des Doppelspieles bezichtigt habe. Man habe aber keine Möglichkeit, ihn aus seiner jetzigen Stellung zu entfernen.
Das Arbeitsprogramm in Berlin
wird sich in den nächsten Tagen folgendermaßen ent- wickeln: Für Dienstag früh erwartet man die Rückkehr der deutschen Delegation. Am Dienstag und Mittwoch wird zunächst dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler und Kabinett Bericht erstattet werden, dann folgen die weiteren Beratungen im Rahmen des Kabinetts, während am Donnerstag die Reichstagsberatungen mit der Beratung des Zündholzgesetzes wieder ausgenommen werden. Innerhalb der Regierung wird dann die Ausarbeitung der einzelnen Gesetzentwürfe erfolgen, die in ihrer Gesamtheit den Haager Beschlüssen entsprechen.
Wenn dieses umfangreiche Material zusammengestellt ist und wenn das Reichskabinett darüber abschließend beschlossen hat, dann wird alles in der
ersten Hälfte des Februar zur Vorlage an den Reichstag reif sein.
Gerüchte um Marburg
Kultusminister und Philippsuniverfität.
Die .Leipziger Neueste Nachrichten" meldeten in ihrer Sonntagsausgabe: Der preußisch« Kultusminister verfügte, daß die »or 400 Jahren gegründete Universität Marburg, die den Namen ihres Schöpfers Philipp trägt, fortan nur Marburger Universität heiße« soll. Diese Anord- imng hat in allen Kreisen der Stadt und weithin tn Kurhessen Bestürzung hervorgerufen, weil der Name „Philippsuuiversität" mit der heimatlichen Geschichte aus das allerengste verbunden, und weil vor allem auch nicht der geringste Grund vorhanden ist für eine Aenderung dieses Namens. Man will sich diesen Eingriff in besondere eigene Rechte nicht gefallen lassen und dagegen Einspruch erheben. .
Auf Grund von Erkundigungen im Kultusministerium teilt uns unsere Berliner Schriftlei
tung dazu mit, daß die Verfügung betreffend bte Weglassung des Namens Philipps-Universität in Marburg nichts zu tun hat mit etwaigen Vorkommnissen an dieser Universität, sondern, daß es sich vielmehr um folgendes dabei handelt:
Der Kultusminister erklärte, daß schon seit etwa 10 Jahren im Verkehr zwischen Kultus- Ministerium und Universitäten die Eigennamen nicht mehr Verwendung finden, sondern es heißt immer nur, die Universität in Kiel, in Marburg usw. Nur im internen Verkehr können die Universitäten die Eigennamen nach wie vor Wei- :er gebrauchen. _
Es handelt sich dabei nicht um eine neue Verfügung, sondern um neue Satzungen, die alle Universitäten nach und nach erhalten werden Auch in Marburg hat der Kultusminister diese neuen Satzungen schon bei seinem letzten Besuche der Universität überreicht. Im amtlichen Verkehr zwischen Universitäten und Kultusminister ist bereits seit 1918 der alte Name in Wegfall gekommen.
Man kann also auch voraussetzen, daß die Um- verfität Marburg ihren alten Namen tm internen Gebrauch weiter verwenden kann, wenn sie will.
Mienkonserenz ohne Denischland
Eigener D
Paris, 20. Januar.
Wie her „Exeelsior" an» London meldet, findet der Borschlag eines englisch«» Blattes, Deutschland zu den Londoner Flottenverhandlnnge« «inzuladen, um einen völlige» Erfolg der Flottenabrüstungspoli- tik zu sicher», bei de« fünf Abordnungen keine Zu- stimmullS.
London, 20. Januar. Heute vormittag findet in Downingstreet eine Sitzung aller Delegierten zur Flottenkonferenz statt, um das vorläufige Programm für die erste Plenarsitzung zu erörtern. Der König trifft heute mittag aus SandringhaM in London ein. Um 3,30 Uhr empfängt er im Ducking- hampalast die Mitglieder der fünf Delegationen. Danach hält er er einen Kronrat ab. Morgen eröffnet der König im Oberhaus die Flottenkonferenz und kehrt danach sofort nach Sandringham zurück.
Widerstrebende Kräfte
Die Stellung der Mächte auf der Londoner Konferenz
Di« bevorstehende Seekonferenz wird in den beteiligten Ländern als das w i ch t i g st e Ereignis seit den Friedensverhandlungen angesehen. Nicht nur in den Preflestimmen zeigt sich dies, sondern es ist auch int Ausmaß der Eröffnungssitzung, in der Größe der Abordnungen und der voraussichtlichen Dauer erkennbar. Bei der Eröffnung werden nicht weniger als elf Ansprachen gehalten werden. Zuerst spricht der englische König, zum erstenmal seit seiner langen Krankheit, nach ihm Macdonald, Stim- son, Tardieu, Grandi, Wakatsuki usw. In London erwartet man, daß jede Abordnung aus ungefähr 50 Mitgliedern ausschließlich der Hilskräfte bestehen wird. Hoover hat eine Dauer von drei bis vier Monaten als kurz bezeichnet, von Stimson ist in der Nähe Londons eine Billa gemietet, wo die amerikanischen Vertreter mit ihren Familien Wochenende verbringen wollen.
Wie delikat die Fragen sind, zeigt schon allein das Verhältnis zwischen England und Amerika. Während gleich nach dem Besuch Macdonalds die Presse beider Länder großen Optimismus über die erreichte Einigung widerspiegelte, hat diese Stimmung schon längst einem gewissen Pessimismus Platz gemacht; über die Schärfe der Presse-Polemik wären die deutschen Leser manchmal mehr als erstaunt gewesen. Ob sich der angelsächsische Block, der noch besteht, auch auf der Konferenz als so fest zusammen geschweißt erweisen wird, wie es nach der Amerikareise schien, ist eines von den vielen Rätseln. Es handelt sich Zwischen diesen beiden Mächten nicht nur um das Verhältnis der gegenseitigen Kreuzer-Tonnage, sondern um die von Amerika erneut aufgeworfene Frage der „Freiheit der Meere", d. h. um eine völlige Neugestaltung des Seekriegsrechtes, der England bisher aufs äußerste widerstrebte. Hinsichtlich der Abschaffung der U-Boote, einer englischen Forderung, die Amerika und neuerdings auch Italien unterstützen, ist mit äußerstem Widerstand Frankreichs, das hierin Japan zur Hilfe haben wird, zu rechnen.
Jede der Mächte hat ihre besonderen Interessen:
ahtbericht.
getroffen, sondern daß diese der Abrüstungskonferenz in Genf Vorbehalten werden; denn dort im Vollerbund verschwindet es unter seinen zahlreichen Freunden und Trabanten, die mit ihm gegen jede Abrüstung stimmen, während cs in London tfouert ist und seine wahre Natur als Abrüstungsfeind sich schwer verbergen lassen wird. Demgemäß ist das ganze französische Memorandum abgestimmt: in London nur Vorbesprechungen, die Hauptsache in Gens. Von der im Washmgton- Ablommen festgesetzten Gleichstellung an Tonnag: mit Italien will es nichts wissen, es muffe noch Kräfte gegen die deutsche Flotte, die in dem Panzerschiff A nach Herriots Ansicht, den Schrecken auer Kriegsmarinen baut, haben. Daß diese Kräfte bei einem Krieg mit Italien sofort im Mittelmeer auf- tauchen, wird natürlich verschwiegen.
Jtälien
mit seiner lang ausgedehnten Küste ist gegen die U- Boote und verteidigt die ihm in Washington zugestandene Parität mit Frankreich. Sein Vorschlag, hierin nachzugeben gegen Verständigung in Tunis, ist von Frankreich schroff abgelehnt.
Japan
liegt viel an einer großen Zahl von U-Booten, um seine Küsten zu schützen und an einer genügend starken Kreuzer-Flotte, um seinen lebenswichtigen Seeverkehr auch in Kriegszeilen zu sichern. Amerika und auch England sind gegen eine große japanische Kreu- zerslotte, weil sie für ihren umfangreichen und wertvollen Handel in Ostasien fürchten.
Der Schwierigkeiten in London sind genug. D>e zwei einander widerstrebenden Kräfte sind auf der einen Seite Frankreich, auf der anderen Seite Amerika und England, die zu einer endgültigen Regelung der Seemachtverhältnisse gelangen wollen. Hoovers Kundgebung bei der Abreise der amerikanischen Delegation, worin er das amerikanische Volk auffordert, sich geschloffen hinter diese zu stellen und sie nicht zu kritisieren, beweist, welchen Wert er auf das Gelingen legt.
Vom Ausgang der Konferenz wird viel abhangen: ob die Welt in eine friedlichere Ordnung gebracht werden kann oder ob die alten Rivalitäten, die Instinkte des Kampfes und der Herrschaft sich als unbesiegbar erweisen. Ist dies der Fall, dann ist auch die Freiheit der Meere, die Deutschland stark interessiert, da sie eine nochmalige Hungerblockade unmöglich machen soll, begraben.
Schwere WgzkugnnMe
in Amerika
Reuyork, 20. Januar.
Wie aus Los Angeles gemeldet wird, stürzte über der Strand-Promenade von San Diego ein drei- motoriges Großflugzeug mit 16 Insassen ab und ging in Flammen aus. Die an Bord befindlichen 14 Fluggäste und 2 Führer konnten nur, als völlig verkohlte Leichen geborgen werden.
Bei dem abgestürzien Flugzeug handelt es sich um eine Madux-Maschine, die mit Wochenendausflüglern besetzt war. Unter den Toten befinden sich 8 Frauen.
Amerika
will eine der englischen gleich starke Flotte. ES braucht zur Verbindung mit seinen am jenseitigen Gestade des Pacific gelegene» Stützpunkten auf den Philippinen 10 000 to-Kreuzer mit großem Aktionsradius; die Entfernung dorthin ist rund nochmal so weit wie von Hamburg nach Reuvork Da es im Kriegsfälle freien Handel mit jeder Ration treiben will, ist es für die Freiheit der Meere und gegen die U-Boote.
England
hat eingesehen, daß es di« seit drei Jahrhunderten bestehende Vorherrschaft zur See gegen das reiche Amerika nicht aufrecht erhalten kann und sich mit Parität begnügen muß, andernfalls Amerika es sogar jederzeit überflügeln kann. England ist schroff gegen die U-Boote;" denn eS ist auf Zufuhr von Üebersee angewiesen.
Frankreichs Hauptinteresse
geht dahin, daß aus der Londoner Konferenz keine endgültigen und allgemein bindenden Abmachungen
* * *
Zu dem schweren Flugzeugunglück bei San Tiego ist ergänzend zu melden, daß es nunmehr gelungen ist, die 16 Todesopfer aus den Trümmern zu bergen. Die Leichen sind fast alle bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Aufprall des Flug- zeuges auf den Bode» war so heftig, daß der bereits in hellen Flammen stehende Rumpf vollständig auseinandergerissen wurde. Mehrere Todesopfer wurden weit fortgeschleudert.
Mißglückter Landung-Versuch
Drei Tote.
London, 20. Januar.
Rach einer Meldung aus Palm Beach (Florida) stürzte dort ein Passagierflugzeug bei einem Lan- dungsversuch ab. Der Führer und zwei Insassen wurden getötet, zwei Passagiere schwer verletzt. Das Flugzeug kam von.den Bahama-Jnseln.