Eette 8 — 1. Vellage.
Kasseler Renette Rachrichten
Montag, 18. Januar 1930
Seien Sie so llebenswmdig...
Ach bitte, sind Sie so liebenswürdig....
Bilder vom gestrigen Wohlfahrtsbriefmarkensonntag möchte ich diese Zeilen nennen. Nachträglich macht es dem Leser wenig Mühe, einen Briefmarkenverkäufer im Gedanken zu begleiten.
Unser Verein Hai 250 Markenhestchen und 2000 Karten zum Berkaus angewiesen bekommen, wir sind mit 50 Leutchen aus Jagd nach Säufern gegangen. Es ist halb zehn Uhr, die Glocken läuten, ich habe mich vor die Kirche gestellt, um die Kirchgänger in ihrer weichsten Gemüt-stimmung vorzüfinden. Ein alter, würdiger Herr kommt. Ich wanke noch, soll er mein erstes .Opfer" werden? Ich ziehe ehrfürw- ligst meinen Hut und sagte: .Guten Morgen, ach Sie werden entschuldigen, würden Sie vielleicht so liebenswürdig sein und mir Marken der deutschen Roi- hilse abkausen?" Markenheftchen kosten eine Mark fünfzig, dre Postkarten zwölf Pfennig!" .Jaa, was für einen Zweck erfüllen die Marken?" In fieberhafter Eile habe ich ihm alles klargelegt. »Ja. das ist schön —, aber jetzNvor der Ktrche..." Pause — .Können Sie einen fd schönen Sonntag verbringen mit dem Gedanken, ich habe der deutschen Nothilfe «icht mein Scherslein gespendet?" .Ja, — die Kirche fängt gleich an." Er will gehen. Ich gehe mit. .Der Herr Pfarrer wird es Jhncn bestimmt nicht übel nehmen, daß Sie zu spät kommen, wenn Sie ihm sagen, daß Sie für die deu.Me «othilfe gespendet haben." .Na ja. dann geben Sie mit mal eine Postkarte." .Recht schönen Dank!"
Er war zäh, aber ich habe doch gesiegt. Die ersten zwölf Pfennig klimpern eintönig in meiner Tasche. Das sind trübe Aussichten, wenn ich bei jeder Postkarte so viel zusammenreden soll, dann müßte ich erstens bis zwölf nackts arbeiten und zweitens wäre mir mein Wortvorrat ausgegangen und drittens wäre ich dann längst heiser. Aber zu solchen Kalkulationen habe ich keine Zeit, da kommt mir ein zweiter Herr entgegen. Tempo . . . Beifällige- Bruni- men: .Na, jeden se mir mal son« Garte." Wieder 12 Pfennig. Schönen Dank und einen recht frohen Sonntag wünsche ich ihnen gratis dazu. — Das ßina schnell, die Sachsen sind doch sonst nicht so. —
Ein Fräulein!...,,...Aber, Sie wollen mir doch keinen Korb geben?" — Zwölf Pfennig . . .
Man kann Studien machest. Raffe — Handsorm — Kleidung — alles jagt sich; denn man hat nicht viel Zeit. — Merkwürdig, ich sage „guten Morgen", meine ^Kunden" erwidern freundlichst, sobald ich aber von Wohlsahrtsbriesmarkcnverkauf und Nothilfe rede, sind sie kalt, abweisend. — Ein junges Paar kommt! „Guten Morgen! Sind Sie so liebenswüidia und kaufen Sie mir . .." .Ja, ja — ich habe mein Portemonnaie vergcffcn . . ., stößt er hervor. Ob das gerade ein Kompliment für seine Braut war, möchte ich bezweifeln. Wieder eine ältere Dame . . . Das Heftchen kostet eine Mark fünfzig . . . „Ja, ich habe nur zwanzig Pfennig für den Klingelbeutel mitge- nommen, sehen Sie." Sie zeigt mir ihre Geldbörse. „Na, kaufen Sie mir für 12 Pfennig eine Postkarte ab, dann bleiben Jbnen noch 8 ganze Pfennige für die Kirche, das genügt heute ausnahmsweise auch." „Schön, dann bitte eine Postkarte." „Entschuldigen Sie bitte, daß ich so ausdringlich war. Recht schönen Dank und einen recht vergnügten Snntag." „Danke, gleichfalls, guten Mrgen."
Tas war nett. Ich rede einen Hern an. Er geht weiter, aber ich lasse nicht locker. Ich rede und rede — „Wenn Sie mich noch länger belästigen, passiert Ihnen was." fährt er mich an. „Entschuldigen Sie, guten Morgen," war meine Antwort. Ich gehe zurück zu meiner Kirche. — Eine ältere Dame bedauerte sehr, daß sie kein Geld mit habe und geht in die Kirche. — Ich war erst davon überzeugt, daß das nur eine Ausrede war. — Rach einer Weile aber kommt sic wieder. „Fch habe mir Geld geborgt, würden Sie mir fochL Postkarten geben." „O^
Sechs Stück aus einen Streich. — Ein Hei7'L .-rf besten Alter kommt. Als er die Marken und Karten in meiner Hand sieht, sängt er schon an: „Ach, Sie baden die Rothilsemarken zu verkaufen, na da geben Sie mir mal f ein Heftchen." — Das war ein guter „Kunde." DaS ging wie auf der Post, ich hätte nur sagen müssen: „an diesem" Schalter werden nut Marken in kleinen Mengen verkauft."— So gebt eS eintönig weiter. — „Korb" — „Korb" — „Korb" — eine Postkarte — „Korb" .. . Ich bin meine „Ratten" und Marken los. Ja, ja: leicht war es nicht, aber es galt ja den Kameraden . . . Frt. Ta.
Gefaßt. Bon der Kriminalpolizei wurde ein jun- 6er Bursche feftgenommen, der im Verdacht stand, eine Reihe von Paletotviebstähle auSgeführt zu haben. Der junge Mann, der in der Regel um Unterstützung vorsprach und dabei die Gelegenheit benutzte, die im Flur an den GarversbefiSnvern hängenden Mäntel mitzunehmen, tourbe überführt. In einem Falle hat er außerdem aus einer Haus- jcppe einen Betrag von 100 NM entwendet.
Achtung Jnvalidenrentenempfänqer! Die Auszahlung der UnterstÜtzunqeu für Januar 1930 findet unter Vorlage der gelben AusweiSkatte in den Büroränmcn der städtische« Rentnersutsorge, Holländische Straße 19, Erdgeschoß, 9 bi« 1230 Uhr. statt: am 15 Januar Rr. 1 bi« 850, am 16. Januar Rr. 851 bi« 1700, am 17 Januar Nr. 1701 bt« 2650 am 18 Januar Nr. L»-5'. bi» 3550. am 20. Januar Nr 3551 bt« Ende, am 21. Jamrar Witwen und Waisen Nr. 1 bi« 450. am 22. Januar Witwen und Waisen Rr. 451 bi« Ende.
Denkmalsschutz. In der Glaubigerversammlung der Finna Gebt. Ztchn ist die Nachricht verbreitet worden daß für das Hau» deS Bildhauer« I. A. Nahl <Od Königstr. 41) ein Denkmalsschutz nicht bestehe. Es wird im Gegenteil vom Konservator auf di« unberührte Erhaltung de» Baudenkmals der aller größte Wert gelegt. Ueber die hohe künstlerische Qualität, die das Gebäude auszuweisen hat, und die Bedcuimg. bi ihm im Rahmn der deutschen Kunst zukommt, können Zweifel nicht bestehen.
Film der Unfälle
Am Altmarkt stürzte auf dem glatten Ctrt-ßen- pflaster ein löjährlaer Klempnerlehrling, wobei ,hm der schwer beladene Handwagen über die Hand fuhr. Die Sanitätswache Fuldabrücke brachte den Verletzten zum Arzt. — Dasselbe geschah mit einem älteren Fahrburschen, der von seinem Pferd «n die Hand geschnappt wurde.
Am Wert demolierte ein Schlosser, der sich betrunken hatte, in einem Anfall von Tobsucht den elterlichen Haushalt und bedrohte feine Familienangehörigen. Die Samariterwacke Holzmarkt hatte große wcahe, den Unzurechnungsfähigen in das Karlshofpital zu bringen.
In einer Bürgerschule in der Wörthstraße rutsihte. auf dem Flur eine 44jährige Lehrerin aus und brach das Fußgelenk. Eie wurde durch das Krankenauto der Feuerwehr nach ihrer Wohnung befördert.
-Die Sanitätswache Nebelthaustrage transportierte einen 20jährigen Volontär aus der Hohenzollern- straße, der bei einem Handballspiel auf den Waldauer Wiesen einen Bruch des Nasenbeines und eine schwere Eesichtsverletzung erlitten hatte, in das Rote Kreuzkrankenhaus.
Ecke Kaiser-Friedrichstraße und BaunSberq-Straße stieß ein Motorradfahrer mit einem Auto zusammen. Der Motorradfahrer zog sich eine Fleischwunde am Unterschenkel zu, die seine Ueberführung in das Rote Kreuz notwendig machte. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt. Die Schuld soll den Motorradsah- rer treffen, weil er infolge der hohen Geschwindigkeit die Gewalt über sein Rad verloren hat.
Vortröge und Veranstaltungen
Der Männerchor „Kasseler Ouartettvereinigunn 1919" veranstaltet am Mittwoch, 20 Uhr, im Evangelischen vereinshause unter Leitung seines Chormeisters W Köhler ein Konzert, in dem neben einigen Wiener Komponisten vorwiegend Kasseler Komponisten gesungen werden. Die Kasseler sollen durch die Darbietung ihrer Werke geehrt werden. Vor allem gilt das dem Senior unserer Heimatmänner- chorkornponisten Lew alt er, von welchem drei Volksliederbearbeitungen aus den „Kaiserlicher- büchern" zu Gehör kommen.
■ Der Männerchor und da« Orchester de« Relchsbun, deS der Zivildienftberechtigten veranstalten Mitwoch, den 15. Januar, tm großen Festsaale der Stadthalle
gemeinsam ein Doppelkonzert unter Mitwkkung des Herrn Georg Rothlauf und der Sopranistin Amanda Bolz.
Die beimalirtttee CberMleRer hielten ihre Jabre»ba«pt- eeriammtuna ab. Mit besonderer Freude wurde fefteeitett, daß sich abgewandte L-mdSleute erneut wieder einsind«. Den Kassenbericht deS 1. Schatzmeisters Sauer nahm man mit Freuden zur Kenntnis. Bei der Vorstandswabl würde Jobs. Piechotta Vorsitzender. Sauer 1. und Hartmann 2. Schatzmeister. Jurisch wurde als 1. und Schroder als 2. Schriftführer gewählt. Beisitzer wurden Stegmanu und Äflnffenerüfer Woitonek und StöapB. Der Letztere auch Sanderwan. Den wegen «rbettsüberbausung ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Stentel und Sobetzko wurde der verdiente Denk gezollt. Maskenball am L Mär, in den Burgersäleu.
...Die Landwirtschaftriammer Kassel veranstaltet vom 27. bis 29. Januar 1939 auf der Srotzgeflügelsenu Hecker», bausen einen dreitägigen Geilügeckehrgang für Fortgeschrittene und Anfänger iwabttcheinlich Menschen, nicht H ü b n e r). Reben Soezialvorrrägen finden Demonstra- ttonen und praktisch« Hebungen statt, »umeldungen bi» 22. Januar bei der Landwirtschaft»kämm«.
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richten.
tief, war.
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Di' GertnereeHilsenvrLfuus der LandwirtschesiSkemmer kEr Gartner au! nicht anerkannten Tirtuereien sttrdet ve- reits letzt im Frühiabr lSsa statt, Anmeldungen «nd soll- testens bis zum IS. Kechruar 1980 der Landwirtschaft»^«. merin K ürfej. Weistenburastraste 12. 2. ein,»reichen.
, Eine tspivhanie-Feierstnnde erlebte bfe sich au» Sonntag vormittag in der Alten lutherischen Kirche am Graben vereinigte über tausend Glieder »ddleude Gemeinde Schon
Staatliches Theater.
. Freitag. 17. Januar (20 Ubr) findet da» dritte Reiben- Unzeit in der EtadthaSe statt. ES gelangen Werke von Bruckner, Reger und Wedler zur Aufführung. Leitung: Tr. Robert Laug», Gast: Ludwig Kaiser.
Kleines Theater Kassel.
Das Äriminalftütf .Der He ter" von Edgar Wallaoe, wird in den Spielplan aufgenommen und am Sonnabend, den 18. Januar, unter der Regte Ernst Wendts zum ersten Mal mit eignen Ensemble gegeben.
Wohin geben wir e« Dienstags
Tbc-ter : „Scribba- Snove« stnd die de- . IlCn , mV iipz,
Capttoi-Ltcht spiele: „Die Nacht gehört nn«*, „ . _ ^Eioroaramm und Wochenschau.
Kino d e s W e st e n s : „Revolte tm ErstebungShau»". m.. Efei-roar-M« und Wochenschau. '
e 10 f * Ebe ater : ./Die Nacht ohne Hoffnung" « ,, und ..Das Girl von der Revue.
Apollo-Theater: „Ein besserer Herr", Beiprogramm und Wochenichau.
Heute Montag:
Stadtpar k iarotzer Saali: Oratorienveretn: Philhar- „ „ „ monischer Chor, 1. Konzert, 20 Ubr.
® ”• 8 ere « nshaus: Liederabend Ria Sinker, 20 upt/
b 114)1.
sämtliche Schulkinder besitzen Sparbücher. Bis Ende 1929 wurden rund 5000 RM. eingezahlt, die der Kreis- spatkaffe überwiesen wurden.
Hgrsteste. Das letzte Geleit. Die Beerdigung des s» jach aus dem Leben gerissenen Sohnes der Gast- wtriMvitwe Graeber von hier gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung für die ganze Gemeinde. — Bei der Obduktion ist das Brustbein herausgcitommcn iporden, durch welches der tödliche Stich elf Zentimeter tief geführt war. Dir Anklage gegen den Täte? wird wahrscheinlich auf Mord lauten
Neukirchen Bon der Jugendherberge. Es ist qekm«en die Jugendherberge am Knüll mit Tele- vhonaufchluß und Wasserleitung zu versehen Dei KnüllgelhirgÄterein plant noch die Anlage einer elektrischen gWkitunp
Dorndorf «, >. W. Bern Starkstrom getötet. Der MotoremoLrchrr Sinn wollte aus dem Fabrikbahnhos an einem Leikrmgrmast eine elektrische Lampe auswechseln. Ihm wurde gesagt, der Strom sei ausge schaltet. Als 6trMt auf dem Mast die Drähte berührt«, wurde er tWB Strom gettoff en und fiel aus sechs Meter Höhe oov« Mast. (Er wurde in bas Krankenhaus Salzungen verbracht, wo er alsbald ver-
Hrrsfeld. Seine (EyfX'tmk. I« einem Teil der deutschen Presse wird gemafbet, daß in HerSseld eine Diphcherie-Eptdemi« ausgeb.-ochen untz eine größere Anzahl Tot>e»fäll« vorgekommen fei. Diese Meldutic entspricht nicht den Tatsache«. E» liegen woh einige K«mkheittzfälle vor, Wie e» in anderen Job ren auch schon der Fall war, aber von einer EPid «ne tonn man nicht reden.
Segen die Srandstistungkseuche.
(Ein Dezernat für Brandermittlung gegründet.
Nachdem erst am 16. Dezember 1929 vor dem Schwurgericht in Kassel in zwei Brandstiftungs- fachen verhandelt worden ist, wobei der Landwirt Figge aus Ippinghausen, Kreis Wolfhagen, wegen vollendeter vorsätzlicher Brandstiftung zu 1 Jrhr 4 Monaten Zuchthaus und der Kaufmann u. Landwirt Scheer aus Ransbach. Kreis Hersfeld, wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung in Tateinheit mit versuchtem Versicherungsbetrug zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt wurden, gelangte am 6. Januar 1930 vor dem Schöffengericht in Kassel schon Wieder eine vorsätzliche Brandstiftung zur Aburteilung. E« hatte sich der Gespannführer Engler aus Roekensnß, Kreis Rotenburg a. F„ ju verantworten, der, um sich wegen seiner Entlassung an seinem Dienstherr« zu rächen, auf der Domäne Cornberg zwei Scheunen in Brand gesteckt hatte, Engler wurde zu zwei Iah ren Gefängnis und 2 Jahren Perlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Innerhalb Weniger Monate wurden damit hn Regierungsbezirk Kassel wegen vorsätzlicher Brandstistung
««fere Heimat
„dmchtjgier Jerkehrswunsch"
r ^tCIt S^IeI ^reibl uni: Die zu meinem Ginge sandt „Berechtigter Verkehrswunsch" erschienenen „Erläuterungen" au» Dittershausen können darum nicht unwidersprochen bleiben, weil sie von der Wahrheit abweichen.
- Wenn der Verfasser tiefer „Erläuterungen" behauptet, daß durch den Dittershäuser Brückenbau die Dennhäuser Einwohner den Anschluß an das Kasseler Verkehrsnetz erreicht hätten, so ist das unverantwortlich gegenüber den Interessen eines schwer um seine Existenz ringenden Bevölkerungsteiles. Ter Weg über die DitterShäuser Brücke, der jeden Passanten zehn Reichspfennig kostet und jeden Inhaber einer Wochenkarte achtzig Retchspfennige, führt dann zu einem ca. 60 Meter steilen Abhang hinauf, der im Winter bei EiS und Schnee abtoärt» größtenteils auf dem bewußten Hinterteil zurückgelegt wird, bei Glatteis überhaupt nicht passierbar und für alte, kranke, schwächliche und invalide Personen nur unter den größten Anstrengungen gangbar ist. Ein wirklich schöner Anschluß an das Kasseler Verkehrsnetz.
. Die Dittershäuser Brücke steht nun schon Jahr und Tag, und der Bau derselben hat unserer kleinen Schwestergemeinde gewiß eine schwere Last aufge- bürdet «nd «» gibt wohl auch leinen Dennhäuser Bewohner, der nicht aufrichtige Freude mitempfun- den hätte, als wir kurz vor Weihnachten in allen Tageszeitungen lesen konnten, wie durch die Einnahmen au» dem Brückengeld Zinsen und Amortisation de» Baukapitals bestritten werden können und Ueberschüsse v. mehreren 1000 Rm. erzielt wurden. Es ist angesichts dieser Umstande» wirkltch ein bißchen zu viel, von den Dennhäuser Arbeitern anzuneh- men oder zu verlangen, daß sie unter Verzicht auf Teilnahme der modernen Errungenschaften de» Verkehr» und de» Kulturfortfchritte», weiterhin den vorher beschriebenen beschwerlichen Umweg über Dittershausen mache». Wenn der Herr Verfasser behauptet, die Arbeiter, die die Eingabe um Weiterführung der Omnibuslinie von Neue Mühle nach
Dennhausen unterzeichnet haben — und da« sind sie alle mit einer einzigen Ausnahme gewesen — hätten keineswegs dokumentieren wollen, daß sie nach Durchführung der Linie, diese auch benutzen wollen, so wäre eS, um ihn von der Unrichtigkeit seiner Behauptungen zu überzeugen, zu empfehlen, diese Behauptung mal vor den Dennhäuser Arbeitern mündlich zu wiederholen.
Weilar behauptet der Verfasse.- !>'<« Ret.lablliiät der gewünschten Omnibuslinie sei ausgeschlossen Im Gegenteil,
die Linie Würbe einer ber rentabelsten fast deS gesamten Bezirks, denn e« sind nicht allein die Dennhäuser Arbeiter, die sie ständig benutzen wurden, sondem such ein gryßer Teil der Döril- hager Arbeiter und derjenigen von Wollrobe und ebenfalls bekunden auch die Bergshäuser arbeitet, soweit sie in Niederzwehren arbeiten, ein leb- Haftes Interesse für Einrichtung einer Haltestelle am Waldhaus bei Freienhagen. Und weiter gibt e» außer der Arbeiterschaft »och einen anderen Teil der Bevölkerung, die die Weiterführung der Omnibu»- linie begrüßen Würde.
Dann führt der Verfasser in feinen „Erläuterungen" Weiter aus, von den vereinnahmten 9000 Rm. Brückengeld Würde bet größere Teil von den Denn- häufet Arbeitern aufgebracht. Dem ist gegenüber zu halten, daß durchgängig die Dittershäuser Brücke von nur ca. dreißig Arbeitern begangen Wird. Dreißig mal 80 Pfg. sind in der Woche 24 Rm„ im Monat 96 Rm., im Iahte ca. 1152 Rm. also noch recht vom größeren Teil bet 9000 ReichSm. entfernt. Madie Fahrpreise und Pünktlichkeit ber »Äog4 anbelangt so ist das eine Angelegenheit, die der Betfasset mit der Gesellschaft auSzumachen hat. Der Omnibus kommt trotz alledem nach hier und zWat in absehbarer Zett, die Vorarbeiten sind bereit« int Gange.
Montag, 13. Januar.
Wanfried. Sparsame Kinder. In ber Gemeinde Kirchgandern ist mit bet Ende 1928 dort eingerichteten Schulsparkasse ein guter Erfolg erzielt worden. Fast
10 Personen zu insgesamt 3 Jahren 8 Monaten Zuchthaus. 15 Iahten 9 Monaten 3 Wochen Gefängnis.
und 20 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrech:e verurteilt. Um die Organisation der Brandstiftung^ bekämpsung Weiterhin wirksam zu gestalten und gleichzeitig zu Vereinsachen, wird, wie wir hören, bei der Slaatsanw-allschafi in Kassel ein besonderes Dezernat für Brandermittelungsarbeiten und ©traf- versalgung von Brandstiftung eingerichtet weiden ?luch beabsichtigt dem Vernehmen nach die Landes- krrmiinalpolizeistelle Frankfurt a. M. wieder, ähnlich hn« im Vorjahr, ein fliegendes Brandermittlunzs kommando in Fulda zu stationieren, dessen Ausgabe die Klärung von Brandurfachen und Verfolgung von Brandstiftungen im Bereich der Staatsanwaltschaft Hanau sein wird.
-i-üHtiitliÄ» tragen diese Vr-f.^rftm 5c**n**- sungsmaßnahmen der Strasversolgungrk»tz°evc!'. oa- zu bei die in letzter Zeit wieder auslebende Brand- stiftungsfeuche fühlbar einzudämmol und damii Werte zu erhalten, deren Vernichtung von der Allgemeinheit getragen werden muß, die Volksgut »na Volksvermögen darstelleit.
Rundfunk
Prograt«« des Kasseler u«d Ftauksnttet Gender».
D i e n 31 a a, den 14. Januar.
6.30: Wetterbericht und Zeitangabe
13,15: Wcrbekonzert (Schallplatte»)
13,30: SchallvlanenkonMtt: Enrico Caruso
14—14.25: «Ott St. Moritz (uach Stuttgart. JHIn und aut die Schrvesier Sender): Erstes «tlometer-Lanc«. Rennen für Sklläufer — Sprecher: Dr. Paul Laven
15,15-15,45: Stunde der Jugend , ,
16—17,45: Nach Stuttgart: Romeit de» Nundlunforcheller» 18,05: Wo nn» ber Schuh drückt: Ärtikteu - Frager: Hugo
SRamm
1&85: Bon Stuttgart: „Aus dem Lebe» ber Deutsche» in Sowjetruhland", Vortrag _ , _____
18,05: Sott SMttg-rt: „Pfarrer vlumhardt-voll", Vortrag von M. d. R. Seil •
1930: Vom hessische» LandeLthcaier Darmstadt: Othello — Over in vier Akten von Arrigo Bott» — Mußt von Giuseppe Verdi — Othello: Hao» Srabl; «assio, Hauotmattn: Otto Stadelmeier: Jago, Fähnrich: Hand Komregg: DeSdemona. Oibcllo» Gemahlin: Annv von Stoich: Emllta. Jago» Gattin: Suna Jacob» — Erste Paus«: 20,07—20X7 Ubn »weite Paus«: 21,10-21,35 Uhr: dritte »auf«: 22,08-22,20 Uhr — Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Dr. Satt Böhm — Spielleitung: GcueraliMenbaut 6 ad Ebert — Chöre: Emil Saselitz
22.VI; Nachrichten
28,10—23,40: Nach Stuttgart: Schachst und«
Das fabelhafte Doppel Programm!
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nacht om Mono
mit RiShaM BaMDÖlHaS in der Hauptrolle
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Im Sadittokal am Broadvay t Der Knall eines Saiuifes, 10 geht der Sensations • Schlager mit hpannuus vom ersten bis «um neunten Akt Das M von' der Revue Ein tollei Spiel In unstahnler Schönheit in 7 Akten.
Hauptrolle, Werne Fütteret / Max Hansen Albert Faulig / Dina GraUa
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Gtaatlidjeslbentei
Montag, 13. Januar C. 15.
Zum letzten Male:
Kabale und Liebe.
Sin dürgerl. trauer-
Ipiei von Friedrich von Schiller.
8. 1
194 dl» nach 2214 Uhr
Dienktag. 14. Jan
B. 15. Zum letzten
Male: „Ter wlldfchüti" Komische Oper von Lvrtzing. o. U. 19;a dir 2214 Uhr
Kleines Idealer.
Montag. 13. Januar, 20 Ubr:
»SlÄWSWkf floO öle teilen“
Dienstag, den 14. Ja-
nuat, 20 Uhr: „Send-
10’8 Suppe» sind bk defieu-___________
Zurückgcfetzt«
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Kölnische Str. Rr. 9,
10 % wir 1444/4
Soczetfan. • • JCrUtatt
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Ruhr-Eiformbnketts Ruhr-Nußkohlen heizkräftig, sparsam billig im Verbrauch
Gerling, Martinsphtz 2 gegenüber d.Denkmal
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NihiMniihlB iS Siah beims am Donnerstag, 16. Januar 1930, abends 8.15 Uhr
< tm kleinen Stadtparksaal, Eingang Wilhelmstraie ►
: Redner: Magsabgeordneter Keller, Röllsbausen :
* Vorführung des Films, ►
3 DerSfablbelmLIlidieD. lOJeidi^ignisoldaieaüi l
< Eintritt Mark 1.— und Mark 030 ►
i?yvv?vy?VTTvvTtTT?TTTTTvnnn?ny?T?nF
Der
Stahlhelm
WittüDlate SönfMifilaoz- Rota
sofort Ueferbar KSuIgsi,:. -IC, I.
Fernruf 4538
För Sclb,tabholer Lager am Söhrebahnhof In Bettenhausen.
Auf die am 1. Februar 1930 fälligen 14. Zinsschcine unserer 5% slohlcnwcrtanleide wer- den wir nach Abführung der. 10 % Rapitai- ertragsfieucr an 6a$ Finanzamt zur Auszahlung bringen
für ItoscDelne eines !-Ti-StOclies KM. f.ß
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Zahlstellen laut Anlclhcbedlngungcn.
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Leitung: Dr Walter Pauli
Leitung: Karl Hallwachs
Heute 20 Uhr, Stadtpark (großer Saal)
Oraiorien-Verein—Pöil&arni. Chor
I. Konzert
Liest: XIILPsalm, de Haan : Lied vom Werden »nd Vergeh
Tlnel Sannenaan«- — Arien M a I a ■ Sollst: Laerenx «I Q ■ ™ ■
Orchester: Verstärkter Instratnenial-Verein,
Uitooj: K. Hall wuchs
Karten Mk. 3.30, 2.20, 1.10 im Mnslkhans Simon. Sfändeplatt