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Wseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Hummer 1
20. Lahrgan«
Donnerstag/ 2. Januar 1930
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Schiedsgericht statt Sanktionen
Sie Frage der Sanktionen aus -er Haager Konferenz / Französischer preffesei-zug gegen Srusschlan-
Hindenburg mahnt zm Einigkeit
enn Seutschland nicht zahlen kann
Eigener Drahtbericht.)
Sie preffetrommel wir- gerührt
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L,1Ui handelt, die Mo bll ist er un gs re n der deutschen Schuld zu prüfen. '
Ohne das dankenswerte Einarecken des Rrichs- bankpräfidenten Schicht tröten di» bent'diei Fwaazen auf der Haager Sckcutzt'"'te,rnz in «ir-r to trüven und hoffnungslosen Dreknlkung, daß die Gefahr eines neuerlichen Eingriffs von außen in innerdeutsche Verhältnisse riesengroh war. Ich habe er. schon vor M"-
hättcn, ein Ende zu macken und zwischen den V kein das Vertrauen und die goganscitige Achtln: wiederherzustellsn^hne die man vergeblich an br. Organisation Les Friedens arbeiten würde.
Hier ist Silvesterabend ein Attentats)' t aus * italienische Delegation für die bevorftehndet Völ
Nach Pariser Meldungen sieht sich die Sachlage freilich noch ein wenig anders an. Wir verzeichnen folgendes: Die Besprechungen zwischen Frankreich, England und Italien sollen übrigens nach dem „Mann" "bereits zu einer vollständigen Einigung in allen Punkten geführt haben. Dagegen erwartet man von den Deutschen gleich in den crveil.KonsnO^rtagen ,
Antifaschistische Attentatspläne»
Senator Borah, der um seine Ansicht zum französischen Vorschlag befragt wurde, erklärte, es bestehe keine Möglichkeit, eine gemeinsame Aktion der Völker gegen einen Angreifer in den Pakt aufzunehmen. Auch andere Senatoren haben sich gegen jede Aendcrung des Kelloggpaktes ausgesprochen.
ick Drei uauenftche Antifaschisten,'' de« ehemaligen Abgeordneten und Chefredakteur des „Corriere della Sera" T a r ch i a n i, Len Direktor de/ >#«• Paris erscheinenden Blattes „Becco Giakn"--^ a > e a, sowie den ehemaligen sozialistischen .iZeovdmten Sar- delli.
sogar die beiden wichtigsten Ministerien übertragen, das Außenministerium und das Finanzministerium. Hiermit ist nichts mehr und nichts weniger plastisch und drastisch zum Ausdruck gebracht, als daß die Annahme des Poungplanes bedeutet, daß diejenigen Parteien und Kräfte, die ihn als unter den augenblicklichen Umständen bestmöglichste Lösung befürworten, sich dazu verpflichten, seine Durchführung in v - • 'ärgerlicher und
Gestaltung der für Deutschland Lurch Len verlorenen Krieg zn tragenden Lasten. In Liesen Erörterungen ist die Räumung der zweiten Zone des besetzten Gebietes vor dem vertragsmäßig festgesetzten Termin erreicht tooitoc«. Die dritte Zone soll spätestens am 30. Ium 1930 Von den Besatzungstruppen geräumt, damit soll Deutschland wieder frei werden! IMZusammenHang mit der vorgesehenenErleichterung unserer Lasten hat die Reichsregierung eine Reichs- sinanzreform in Augriss genommen und Lazu die Grundzüge eines umfassenden Programms vorgelegt. Die Erledigung dieser Aufgaben wird nach Abschluß der Haager Verhandlungen die vordrrug- lichste Sorge der Reichsregierung sei«.
Der Reichspräsident dankte dem Reichskanzler für die Glückwünsche und erwiderte sie mit den besten Wünschen für den Erfolg der Arbeit.
Wenn alle die schweren Fragen so gelöst werdet»
Zu einer c r n st en Spaltung kam es unmittelbar nach Schluß des Allindischen Kongresses. Es traten nämlich 30 Mitglieder aus dem Kongreßausschutz aus, wegen des Vorschlages Gandhis, datz dem Kon- gretz „Kabinett" nur solche Männer angehören sollten, die mit dem Kongretzprogramm voll und ganz einverstanden seien. Die Gruppe der 30 Ausgetretenen beschloß, eine demokratische Partei innerhalb des Kongresses zu bilden.
llmbil-mg-erAanking-Aegierung?
Peking, 2. Januar.
Nach einer Meldung der „Nordchina Daily Mail" sind zwischen Marschall Feng und Jensischan Verhandlungen über die Umbildung der chinesischen Na- tionalregicrung eingeleitet worden. Rach dem Blatte soll Tschiangkaischek die Leitung der Innen- und Außenpolitik übernehmen, während General Jenfi- schan den Oberbefehl über die chinesischen Streitkräfte erhält und auch zum Präsidenten der chinesischen Republik ausgerufen werden soll. Die Verhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.
Moskau, 2. Januar. Nack einer Meldung des sowjetrussischen Konsulats in Lharbin sind sämtliche von den chinesischen Behörden während des Konfliktes wegen der Ostchinabahn verhafteten Sowjetbürger gestern freigelassen worden.
Gemäß dem Chabarowsker Protokoll haben die SowietbehörLen die Weisung erteilt, alle verhafteten chinesischen Bürger sowie die internierten chinesischen Soldaten und Offiziere sofort auf freien Fuß zu setzen.
Saffet das Wort 7 4, Auswärtige Sinnt gnaetgen die 30 mm breite Seite 11 4, Anreisen tut Reklmneteil dir 78 mm breite Aelle 45 4. Ostertgebäbr 25 4 (bei 3a6tCttne 85 — FSr das Erscheinen von Ameisen tu
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Sie indische ZreiheiisbeweMg
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Gerüchte aus Madrid
Rücktritt der Regierung?
Paris, 2. Januar.
Um 1 Uhr brachte das Reichs tag s vr äs i- dium dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des Reichstages dar. Anschließend erschien eine Abordnung' des Reichsrates, die die Glückwünsche des Reichsrates aussprach.
Die Glückwünsche der Wehrmacht überbrachte Reichswehrminister Dr. h. c. Groener. Generaldirektor Dr. b. c. D o r p m ü l l e r überbrachte die Glückwünsche der deutschen Reichsbahn. Anschließend erschien ReichsbankPräsibenNDr. Schacht, um dem Reichsprästdenten die Glückwünsche des Reichsbankdirektoriums auszusprechen.
Präsident Doumergue empfing gestern Vas diplomatische Korps zu dem üblichen Neujahrsbesuch. Umgeben von den Mitgliedern der Regierung und den Präsidenten beider Kammern nahm Doumeraue die von dem Doyen des diplomatischen Korps, dem päpstlichen Nuntius Msgr. M a g l i o n e überbrachten Glückwünsche entgegen. . , ™. ... .
Präsident Toumergue betonte in seiner En: kapitalistischer Wirtschaft zu vollziehen! gegnnng den Friedenswillen Frankreichs Tie fron zMcke' Regierung sei bemüht, Len Streitigkeit,?!
und dem Groll, die sich aus dem Kriege ergeb:
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ten durchzuführen, erwachsen seien. V,L
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sollen, so führte der Reichspräsident aus, wie es das Wohl unseres Vaterlandes und die Verantwortung für dessen Zukunft fordern, dann muffen Parteigeist und Jnteressenpolitik hinter die gro- tzen vaterländischen Gesichtspunkte zurückgeftellt werden. Ich spreche daher in dieser Stunde erneut die Mahnung ans. daß hoch über den Parteien das Vaterland stehen muß! Wer entschlossen Hand mit anlegt und mitarbeitet an den Aufgaben der Gegenwart, und am Aufbau der Zukunft, der handelt wahrhaft national. Daß das neue Jahr solche Erkenntnis festigen möge, ist heute mein treuer Wunsch!
Der Text Über die Sanktionen wird, wie hier verlautet, von den Juristen fertHgestellt werden. Man glaubt, datz der Schiedsspruch des Haager Gerichtshofes und der im Aoungvlan vorgesehene Ausschuß sowohl von den Gläubigern als auch von den Schuldnern angenommen werden könne, um festzustellen, ob eine absichtlich herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit vorliegt, und ob entsprechend dem Wortlaut des Versailler Vertrages Sanktionen ergriffen werden könnten. Mau werde versuchen, die O st r e p a r a t i o n e n, deren Regelung für die Unterzeichnung des Abkommens nicht unbedingt notwendig fei, auf gütlichem Wege durch ein Kompromiß zu liquidieren.
London, 2. Januar.
Zu der bevorstehenden Eröffnung der zweiten Haager Konferenz teilt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" w-t, daß die Frage von „Sanktionen" für den Fall der Zahlungsunfähigkeit oder Zohlungsverweigerr-ng Deutschland als Sicherheit für die Durchführung des Aoungplanes auf der Konferenz voraussichtlich nicht aufgerollt wird.
Nach den Informationen des Korrespondenten feien die auf der Konferenz vertretenen Mächte zu einem Abkommen darüber gelangt, was bei der Zahlungsunfähigkeit Deutschlands geschehen soll. Die Frage der Sanktionen ist nach Mitteilung des Korrespondenten dadurch umgangen worden, daß die Differenzen, die sich zwischen Deutschlano ad einer Gläubigermacht infolge einer Zahlungsunfähigkeit Deutschlands einstellen könnten, der schiedsrichterlichen Entscheidung eines unparteiischen internationalen Gerichtshofes untetroorfe- werden sollen. Die Zusammensetzung und die Befugnisse eines solchen Gerichthofes seien in den Verhandlungen zwischen den Regierungen der Gläubigermächte und denen Deutschlands bereits in ihren Grundzügen untriff en worden.
Der neue Meilenstein
Von Staatssekretär z. D. Freiherr von Rheinhaben (M. d. R.).
Lahore, 2. hi tarnt ar.
Der Allindische Kongreß nahm gestern^ine Entschließung an, die die Ablehnung aller Q^ien durch die fremde Verwaltung aufgebürdeten nanziellen Lasten fordert, soweit, sie nicht durch cir )e unabhän- fifoO« FeststrllunaL.uch ck'-ß ane-ckonnt-mso'-''^ . ..
„ mente, die für untere deutsche Zukunft Leben und ’ *roitflung in sich träger, so wahrheitsgetreu.^
Ibern, daß aus der geistigen Verarbeitung fct 25 q^mlberung selbst heraus die für die Fortsetzung oo Paris, 2. Januar. P^en Wiederaufbaus notwendigen Energien i 53 .äufig erwachsen. 25
Eine Ergänzung des Kellogg-Paktes wird einer »üfsehenerregenden Washingtoner Meldung des Nen- »orker „Herold" zufolge der französische Ministerpräfl- ient Tarvieu gelegentlich seiner Londoner Zusammenkunft mit dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s 0 n Vorschlägen. Der Zweck dieser Verhand- lungen fei, im Falle einer Kriegsgefahr gemeinsame Aktionen der Sigm-tarmächte oder Sanktionen gegen den Angreifer auszulöseu.
Bekanntlich haben sich die Vereinigten Staaten bisher. stets, gegen derartige Sanktionen ausgesprochen.
sl i <f)Vc t traut,u/ des Mosireffes m N, r u erklärte
"hier'z^ 'bie Ablehnung beziehe sich aur^'tf solche Verpflichtungen, die aus dem Bestreben T'|o-'ands, Indien zu unterjochen, und seine imperial!-Mchen Absich-
Reujahrsempsang bei Soumergue
Paris, 2. Januar.
Havas berichtet aus Hendaye, daß nach Gerüchten, die aus Madrid stammen, im Lause des vorgestern abgehaltenen Ministerrates General Pr i m 0 de Rivera dem König den Gesamtrücktritt der Regierung überreicht habe. Der König habe sich Vorbehalten, in drei Tagen eine endgültige Antwort zu geben.
Andererseits soll der Finanzminister Primo de Rivera im Laufe des Kabinettsrates seine Demission überreicht haben; diese sei angenommen "dtorden.
SmdenbWgS Aeuichrswmsch
(Eigene Drahtmeldung.)
v Fast gleichzeitig mit dem Iabrcshe.s^.^s beftn- x>
Regierungen die endgültige über die unsitlhme des Aoungplanes getroffer ( Ich will schon ost Gesagtes nicht wiederholen, votzn heute nur das eine unterstreichen: Der bei npach größte Teil unserer auswärtigen Kriegsen .du gungsverpflichtung bleibt nach wie vor eine ~ von Staat zu Staat, und da sie uns durch polittfche Uebermacht und die augenblickliche Weltkonstellation aufgedrängt wird, unterliegt sie selbstverständlich den Wandlungen jeder neuen außenpolitischen Konstellation. Sie ist also nicht unabänderlich, bedeutet keine Versklavung auf zwei Generationen, und es wird und muß die Aufgabe deutscher Zukunftspolitik sein, zu gegebenem Zeitpunkte eine erneute Aenderung dieses Teils der Auswirkung der deutschen Niederlage im Weltkriege zu Deutschlands Gunsten herbeizuführen. Anders steht es mit jenem Teil künftiger deutscher Tributleistungen, die man finanztechnisch „ungeschützte" Zahlungen genannt hat. Sie betragen im ersten Jahre 700 Millionen und gehen all, mählich auf 612 Millionen herunter. Ihre Durchschnittsleistung ist 664 Millionen. Auf diese deutschen in jedem Falle zu leistenden, d. h. nicht an Moratoriums- und Revisionsmöglichkeiten geknüpften Zahlungen wird sich in kürzester Frist ein international- finanzielles System aufbauen, das durch Anleihen auf dem Kapitalmarkt der Welt sowohl prozentmäßig festgesetzte Barleistungen an die Gläubigerländer aus dem Erlös dieser Anleihen gewährleistet, als im besonderen Frankreich die Chance eröffnen wird, seine eigene innere Staatsschuld in deutsche Bonds umzutauschen. Diese deutsche Schuldverpflichtung wird also auch im günstigsten Falle später nicht wieder zu beseitigen sein und wird den Kernbetrag jener wirklich endgültigen Ablösung der Kriegsschulden bilden, auf die hin wir unsere künftige Außenpolitik ab 1930 abzustellen haben werden. Das ganze hiermit neu aufzurichtende Gebilde internationaler gegenseitiger Schuldverflechtungen ist zweifellos ein solches, das nur unter den Fittichen des Hochkapitalismus ersonnen werden konnte und unter ihm zur Durchführung gelangen kann. Es ist deshalb kein Zufall, sondern ein wegweisendes Symbol, daß der deutsche Unterhändler in Paris kein anderer als der typische Repräsentant deutscher „kapitalistischer" Betätigung, nämlich der Reichsbankpräsident, gewesen ist, daß auch unter einem sozialistischen Reichskanzler nicht Sozialdemokraten, sondern hundertprozentige „bürgerliche" Politiker die Hauptlast der Verhandlungen trugen und daß die Sozialdemokraten sich noch in den letzten Tagen geweigert haben, als Nachfolger des gestürzten Hilfer- ding einen der Ihren in Vorschlag zu bringen. Zuletzt hat eine zahlenmäßig überwiegend von der Sozialdemokratie beeinflußte Reichsregierung der Deutschen Volkspartei, als der grundsätzlichsten Vertretung privatwirtschaftlicher und bürgerlicher Auffassungen,
Wieder, wie an der Jahreswende des Ruhrjahres 1923/24, handelt es sich 1929/30 nicht um den normalen Ablauf eines schweren Nachkriegsjahres und den Beginn eines neuen, sondern um die Ueberroin« düng mannigfacher Sonderprobleme, die diesmal in einer tiefgefühlten inneren Krise in Staat, Parlament und Wirtschaft sichtbar aufgeworfen worden find. Mannigfach sind die Heilmittel, die zur Ueberroinbung dieser dreifachen Krise feilgeboten werden, und wunderbar genug ist das Aussehen und die Qualität mancher Doktoren, die sich zu ihrer Anwendung uns vorstellen. Wie schaffen wir „strebend uns bemühenden" Politiker es, daß in der Unrast und Unzufriedenheit unserer Zeitepoche unser Volk in genügend breiter Schicht uns nach so vielen Enttäuschungen und Schicksalsschlägen noch Glauben und Vertrauen schenkt, und wie allein kann ein deutscher Staatsmann von heute noch hoffen, hinter sich und sein Tun eine ihm Verständnis entgegenbringende große Gefolgschaft zu bringen? Ich für meine Person finde inmitten allen parteipolitischen Kampfes und täglich umgeben von berufsständischen materiellen Forderungen aller möglichen Art immer wieder und letzten Endes nur das eine Mittel, an die vaterländische Sachlich« feit und Einsicht meiner Hörer und Leser zu appellieren und den Versuch zu machen, diejenigen
Paris, 2. Januar.
Die franzöfifche Delegation für die Haager Konferenz wird nach einem lebten heute früh stattfindenden Ministerrat um 11 Uhr vormittags mit Souderzug von Paris abreifen und gegen 6 Uhr nachmittags im Haag eintreffen. In Brüssel wird der bel- gifche Premierminiestr I a s p a r mit den Mitgliedren der belgischen Delegation im gleichen Zuge Platz nehmen. Ter englische Schatzkanzler S n 0 w d e n hat dem Ministerpräsidenten Tarvieu mitteilen lassen, datz er am Freitag 3 Uhr früh im Haag ankommcn und von 10,30 Uhr ab zu Bcfprechungen zur Verfügung stehen werde.
Frankreich für Aenderung des Kelloggpaktes
Paris, 2. Januar.
Paris, 2. Januar.
Die französische Delegation für die Haager Konferenz scheint vor ihrer Abreise noch schnell die Pressetrommel, mit der sie bekanntlich meisterhaft umzu- Öen versteh:, in kräftige Bewegung versetzt zu ba-
:, denn mehrere Blätter bringen heute über die bevorstehenden Arbeiten Artikel, die dunkle und nicht verständliche Drohungen gegen Deutsch- -land aussprechen.
W Die ganzen Verhandlungen im Haag, so schreibt
B der „E x e e l s i 0 r“, ließen sich in dem wichst- gen Punkte zusammenfassen: Die tatsächliche und endgültige Kommerzialisierung der deutsch en Schul d. Diese Kommerzialisierung sei die einzige Existenzberechtigung und Rechtfertigung des Aoungplanes, der, falls er loyal durchgeführt werde, Deutschland die Befreiung des Rheines und eine beträchtliche Erleichterung seiner Budgetlasten bringe. Falls jedoch die deutsche Delegation versuchen sollte, auf die eine oder andere Art die Mobilisierung des ungeschützten Teiles der deutschen Annuitäten zu verhindern. zu verzögern oder ungewiß zu gestalten, werde die französische Regierung "die dadurch gegen« fiandslos gewordenen Verhandlungen sicherlich nicht ortsetzen.
Aufmarsch -er Delegationen
Berlin, 2. Januar.
Aus Anlaß des Neujahrstages fanden auch in diesem Jahre beim Reichspräsidenten die üblichen Empfänge statt. Um 12 llhr mittags empfing der Reichspräsident die Chefs der fremden diplomatischen Vertretungen, denen eine im Ehrenhof des Reichsprä- fidentenhauses aufgestellte Abteilung Reichswehr militärische Ehrenbezeugungen erwies. Der französische Botschafter de Margerie brachte als rangältester Botschafter dem Reichspräsidenten die
Glückwünsche des diplomatischen Korps
zum Ausdruck:
Als Zeugen des geradezu heroischen Eifers, mit welchem Dr. S t r e s e m a n n, der hervorragende Vertreter Deutschlands im Rate der Völker, sich trotz drückender Krankheit so lebhaft dauerndem Suchen nach friedlichen Vereinbarungen und Lösungen gewidmet habe, wünsche das diplomatische Korps die Gefühle der Trauer heute erneut zum Ausdruck zu bringen. Heute, wo an der Schwelle des neuen Jahres die Lösung so vieler Fragen gesucht werde, die für den Wiederaufbau der Welt und ihre glückliche Weiterentwicklung auf den Bahnen der Eintracht, Gerechtigkeit und allgemeinen Wohlfahrt von hoher Bedeutung seien vereinige das diplomatische Korps sich vor der ehrwürdigen Person des Reichspräsidenten in berechtigten, durch keine Schwierigkeiten zu erschütternden Hoffnungen.
Der Reichspräsident dankte dem Botschafter für die Glückwünsche und für das Gedenken an Stresemann und führte bann u. a. aus:
Das deutsche Volk hege die Zuverficht, daß die Arbeit des letzten Jahres mit Erfolg im neuen fortgesetzt werden werde. Deutschland könne seine Aufgaben im Kreise der Nationen nur dann erfüllen, wenn es politische Freiheit und wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit hat. Die Ruhe und Sicherheit der Welt, die wir alle wünschen, haben politische Gleichberechtigung und wirtschaftliche Gesundheit aller Staaten zur Voraussetzung. In der Hoffnung, datz dieses Ziel erreicht wird, spreche ich Ihnen, im Namen des Deutschen Reiches und im eigenen Namen meine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus.
Oer Empfang der ^eichsregierung
Im Anschluß barmt empfing der Reicktsvraftocnt den Reichskanzler, die Reichsminister und die Staatssekretäre der Reicksregierung.
Ter Reichskanzler entbot dem Reichsprazt- benten tue Gückwünfche der Reichsrsgierung. Mit dem deutschen Volke, so führte er aus, hofft die Reichsregierung, daß auch im neuen Jahr Ihnen Gesundheit und Wohlergehen betzMeden sein mögen. Im Mittelpunli unserer politischKArbert st and im vergangenen Jahre das Ringen um die endgültige