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Nummer 305

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Montag, 30. Dezember 1929

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

iv Za rgang

Vor arbeitsreichen Tagen im Haag

Langwierige Verhandlungen? / Kritik am Leich-bankpräsidenlen / prima de Rivera kündet da- Ende der spanischen Diktatur au

Dreizehnoffene Fragen"

Von unserer Berliner Schristleitung.

Frankreich in Waffen

(Von unserem Korrespondenten)

Berlin, 30. Dezember.

Auf der Haager Konferenz ist noch eine ganze Reihe wichtiger Einzelfragen zu behandeln, die trotz der monatelangen Zusainmenarbcit der Kommissionen und trotz der diplomatischen Verhandlungen noch un- geklärt geblieben sind. Man hat eine Liste von nicht weniger als 13 noch offenen Punkten aufgestellt, unter denen vor allem die Liquidationsfrage und die Aus­stellung der deutschen Zertifikate aus den sonstigen Fragen hervorzuheben sind. Andere Fragen, wie z. B. die Organisation der Sachlieferungen, die Sicherstel­lung der Dawesanleihe usw. haben mehr technischen Charakter und sind von geringer politischer Wich­tigkeit.

In der Liquidationsfrage nimmt man an, daß sie unter Aufrechterhaltung des in den Pariser Sachverständigenverhandlungen aufgestellten Grund­satzes des Konten-Abschluffes zur Behandlung kom- men wird. Die Formulierung der Zertifikate ist von Bedeutung, weil sie einen Teil der Voraussetzun­gen für die Inkraftsetzung des Noungplanes und der Räumung des Rheinlandes bildet. Auch muß man Lei diesem Punkte mit einem französischen Vorstoß im Sinne einer weiteren Einschränkung der Revi- fionsMöglichkeiten des Uoungplanes rechnen. In der Sanktionsfrage wird man es als selbstverständlich ansprechen müffen, daß betr. des Youngplanes von irgendwelchen militärischen Maß­nahmen (Artikel 41931 des Versailler Vertrags' nicht die Rede sein kann.

Ob die Tage vom 3. bis 13. Januar ausreichen, um die Haager Besprechungen durchzuführen, ist frag­lich und wenn die Durchführung der Verhandlungen in dieser Zeit nicht gelingt, dann müssen Wie deut­schen Minister unter Umständen darauf verzichten, sich zur Tagung des Völkerbundsrates nach Genf zu be- geben, um zunächst die Haager Verhandlungen zu Ende führen zu können.

* * *

Paris, 30. Dezember. LautMatin" ist es nach den gestrigen Besprechungen zwischen Tardieu und Jafpar durchaus noch nicht sicher, daß die am 3. Ja­nuar beginnende zweite Haager Konferenz nur einen Formalitäten- und Unterschriftcnaustausch darstellen wird, wie man es bisher gehofft hatte, vielmehr er­warten die Unterhändler eine arbeitsreiche Diskussion.

Finanzrat Bocke dauernd unterrichtet sein, und er wird sich wahrscheinlich für alle Fragen, die die in­ternationale Reparationsbank betreffen, zur Ver­fügung halten, um dann evtl, doch noch nach dem Haag zu kommen. Man hält es jedoch an und für sich nicht für besonders wahrscheinlich, daß Dr. Schacht sich an den Verhandlungen Persönlich beteiligen wird.

Das Ergebnis über die Zusammensetzung der deutschen Delegation hat hier Bedauern und Uebrr- raschung hervorgerufen. Man hätte es lieber ge­sehen und hatte es auch mit Bestimmtheit erwartet, wenn der Reichsbankprästdent, der ja durch seine Tätigkeit bei den Sachverständigenverhandlungen in Paris einen großen Teil der Verantwortung für die Grundlagen der Verhandlungen trägt, sich nun auch im Haag betätigt hatte. Sein absolut star­res Festhalten an dem ablehnenden Standpunkte, den er am Sonnabend im Kabinett einnahm, hat dazu geführt, daß in der Oessentlichkeit eine gewisse Kritik an seinem Verhalten geübt wird, die sich bis­her noch nicht geltend gemacht hatte, solange der Kampf zwischen Dr. Schacht und Dr. Hilferding sich abspielte.

Auch in denjenigen Organen, die Dr. Schacht bis­her freundlich gegenüberstanden, machen sich jetzt ge­wisse Zweifel bemerkbar, ob diese zu weitgehende Ab­stinenz des Reichsbankpräfidenten in den Fragen der Haager Konferenz noch gerechtfertigt erscheinen kann. Selbstverständlich steigert sich die Zahl dieser scharfen Kritiken vor allem bei denixnigen Organen, die be­reits bitzher die PnUiiTMpöüqwchk« anzMke», So j. B. wird imB ö r w ä r i s" offen davon gesprochen, es sei kein Verlust, wenn die deutsche Delegation ohne Dr. Schacht nach dem Haag gehe. Die Formulierun­gen Dr Schachts auf der Sachverständigenkonferenz in Paris, die er mit beschlossen habe, seien die Grundlage für die Beschlüsse der ersten Haager Kon­ferenz gewesen, und angesichts dieser Formulierungen sei es für die deutschen Sachverständigen damals nicht möglich gewesen, im Haag bessere Ergebnisse heraus­zuholen. DerVorwärts" spricht davon, daß Dr. Schacht der Regierung den Kampf angesagt habe, und daß diesem Kampf durchgcfochten werden und endlich mit der Niederlage Dr. Schachts enden müsse.

Jedenfalls ist festzustellen, daß Schacht jetzt nicht mehr den Beifall findet, den er in seinem Kampfe gegen Dr. Hilferding gefunden hat. Man kann lediglich hoffen, daß er von Berlin aus eben­so wie ja auch der Reichskanzler in Berlin bleibt eine gewisse Rückendeckung für die deutsche Delegation bilden kann, und daß auf diese Weise doch noch eine gewisse Zusammenarbeit zwischen Dr. Schacht und der Reichsregierung bei den Haager Beratungen ermög­licht wird.

Der Chef des französischen Generalstabes Gene­ral Debeney, hat in einem Aufsatz, veröffentlicht in derRevue des deux mondes", die im November abgeschlossene große französische Heeresorganisation gegen mehrfache Kritiken verteidigt. Die Ausführun­gen haben d'e UeberschristVolksheer' oder B e- rufsheer" und verdienen gerade jetzt nach den Pariser Kammerdebatten auch in der deutschen Oef- fentlichkeit bekannt zu werden. Denn sie geben rin Bild von der wirklichen Macht Frank­reichs. Debeney betont, daß Frankreich über olles, worauf es in einem künftigen Kriege ankommt, in höchstem Maße verfügt. Die Darlegungen könnten abgesehen von Uebertreibungen betr. Deutschland, z. B., daß die über das ganze Land verstreute 140000 Mann Schutzpolizei am 1. Mobilmachungstage als festgegliederte Armee überraschend nach Frankreich einbrechen könnten ebensogut von einem englischen oder deutschen General abgefaßt sein. Eben durch diese Sachlichkeit stehen sie natürlich im Widerspruch zu dem, was die französische Regierung und Presse von der Ohnmacht und harmlosen Friedfertigkeit ihres Landes bisher behaupten und auch ;n Zukunft weiter behaupten werd««. Deshalb möge einiges an­geführt werden:

Ueber die

von Frankreich oft geleugnete Bedeutung seines un­geheuren Kriegsmaterials

schreibt Debeney:Selbstverständlich müssen die Truppen mit dem allerbesten Gerät ausgestattet sein. Wenn man heutigen Tages von Heeresstärken spricht darf man darunter überhaupt nichts anderes ver­stehen, als wirklich modern ausgestattete Armeen."

Die Reichswehr hat kein Flugzeug, keinen Tantz kein Flaggeschütz usw.; nichts von alledem also, was der französische Generalstabschef als ganz selbstver­ständliche Heeresausrüstung ansieht.

Da auch eine wohlvorbereitet industrielle Mo­bilmachung einer längeren Anlaufzeit bedarf, ist es unerläßlich, schon im Frieden Vorräte zu ha­ben. Diese Bestände betragen mindestens das dreifache gegenüber der Vorkriegszeit."

In den Abrüstungsberatungen hat Frankreich stets die hier von Debeney unterstrichene Bedeutung des Reservematerials bestritten.

Zur reinen Verteidigung der Landes­grenze von 350 Kilometer gegen Italien und 500

Dezemberstürme über dem Kanal

(Eigener Drahtbericht.)

und seinem Knecht von einem stürzenden Baume erschlagen.

Auch aus Belgien werden große Unwetterschäden gemeldet. Ueberall wurden Dächer abgedcckt, Schorn­steine entführt, Bäume entwurzelt, Telegrafenmaste und Zäune umgeriffen und Fensterscheiben zertrüm­mert. Zahlreiche Personen wurden verletzt.

Die Reise des Gouverneurs der Bank von Frank­reich Moreau nach London hat den Zweck, noch einige schwebende Fragen vor jber Eröffnung der Konferenz zu regeln. Die Besprechungen bezogen sich unter an­derem auf die Organisation der internationalen Bank, auf den Sih der Bank, auf die Ost-Reparatio­nen, auf die amerikanische Beteiligung, auf die An- £ gliederung des deutsch-polnischen Liquidations-Ab- , t kommens nsw.

Schacht ohne Beifall

Berlin, 30. Dezember.

Durch den von uns im größten Teil unserer Auf­lage -bereits am Sonnabend mitgeteilten Beschluß, den ^as Reichskab-.nett über die Zusammensetzung der deutschen Delegation (der Delegation gehören, wie wiederholt sei, an: Dr. Curtius, Dr Wirth Dr Moldenhauer und R. Schmidt als Delegierte, sowie Dr. Melchior und Dr. Bocke als Sachvechändige) ge- faßt hat, ist endgültig festgestellt, daß Reichsbaukprä- sident schacht dieser Delegation nicht angehö­ren wird, trotzdem man sich auch darum bemüht hat. eine Mitwirkung des Reichsbankpräsidenten zu erreichen. Es muß festgestellt werden, daß

das Reichskabinett in den zweitägigen Beratun­gen, die diesem Beschlüsse vorangingen, den Reichsbankpräsidenten wiederholt ausdrücklich da­rum gebeten hat, die Funktion eines Hauptdele­gierten auf der Haager Konferenz zu überneh­men, aber Dr. Schacht hat diese Bitte endgültig abgelehnt. Er hat sich darauf berufen, daß zwi­schen seinem bekannten Memorandum und den Beschlüssen der ersten Haager Konferenz allzu große sachliche Unterschiede bestünden und er hat ferner erklärt, datz die Reichsregiernng anstreben müsse, auf der zweiten Haager Konferenz alle Beschlüsse der ersten Konferenz zu revidieren, oder wenn dies nicht möglich sei. Kompensa­tionsforderungen zu stellen.

Die Reichsregierung kann aber die Beschlüsse der «rsten Haager Konferenz nicht ignorieren und hält es für erforderlich, die zweiie Haager Konferenz an Gern Punkte zu beginnen, wo die erste aufgehört hat. Dies ist schon um des allgemeinen internationalen Brauches willen erforderlich. Infolgedessen konnte »wischen dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und der Reichsregierung eine Verständigung Über die tätigteh auf der zweiten Haager Konferenz leider nicht zustandekommen, und die deutsche Delegation mutz daher auf die Mitwirkung Dr. Schachts verzich­ten. Allerdings wird Dr. Schacht durch den Geh.

London, 30. Dezember.

Ein schwerer Sturm wütete gestern wieder im Kanal und übe» dem ganzen englischen Jnselreich. In zahlrichen Städten und Ortschaften wurden Dä­cher abgedeckt, Bäume umgerissen und sonstige schwere Beschädigungen angerichtet.

In Manchester brachte der Sturm ein Haus zum Einsturz, wobei zwei Personen getötet wurden. Der Sturm, bet auf den Scilly-Jnseln eine Geschwindigkeit von ungefährt 125 Stundenkilome­tern erreichte, war zum Teil von schweren Regenfäl­len begleitet, wodurch sich die in den letzten Tagen bereits gebesserte Lage in dem Ueberschwemmnngs- gebiet wiederum verschlechterte.

Berschiedene Schiffe gerieten in englischen Ge wässern in Seenot, darunter auch das deutsche Mo­torschiffTermin e, dessen Besahung von einem englischen Rettungsboot in Sicherheit gebracht wer­den konnte. Die Kanalschiffahrt mußte teilweise, der Luftdienst zwilchen dem Festlande un'b England voll­ständig eingestellt werden.

Schwere Schäden in Rordfrankreich

Paris, 30. Dezember.

Das französische Küstengebiet wird zur Zeit von schweren Stürmen heimgesucht, die namentlich in Rordfrankreich große Verwüstungen anrichten. Die Küstenstationen melden zahlreiche Schiffe in Seenot.

So ist bei Lorient ein großer englischer Seg­ler mit 12 Mann Besatzung auf einen Felsen geworfen worden. Ueber das Schicksal der Be­satzung ist noch nichts bekannt geworden. In St. Ra zare sank ein mit drei Kranen ausgerüstetetes Spe­zi a l s ch i s f der Hafenverwaltung, das einen Wert von vier Millionen Franken besaß. Auf der Höhe von Tunis ist der belgische DampferMare" in Seenot geraten und hat Hilfe angefordert.

Im St. Omar warf der Sturm einen 22 Meter hohen Kirchturm um. In der Nähe von Boulog- ne wurde eine Lokalbahn vom Sturm erfaßt. Ein Personenwagen wurde umgeworfen, wobei vier Rei­sende verletzt wurden. Ter Packwagen des Zuges wurde vierzig Meter weit fortgeriffen. Bei Haze- bronck wurde ein Landwirt mit feinet Frau

Auch Westdeutschland meldet Sturm

Düsseldorf, 30. Dezember.

Ein gestern mittag über Düsseldorf hereinbrechen­des und bis zum Abend anhaltendes Sturmweiter verursachte an verschiedenen Stellen der Stadt grö­ßere Schäden. Zahlreiche Hausdächer wurden durch den Sturm stark beschädigt, und in zwei Fällen mußte die Feuerwehr abgedeckte Häuser mit einem Notdach versehen.

Beim Warenhaus Tietz stürzte eines der dort an­gebrachten Transparente zu Boden und verletzte einen Ingenieur so erheblich, daß er ins Kranken­haus gebracht werden mußte. Verschiedentlich durchschlug herabstürzendes Mauerwerk niedriger gelegene Tücher und Mansardendecken. Im Stadt­teil Benrath mußte von der Feuerwehr eine Hoch­spannungsleitung, die beim Reitzen auf Fernsprech- drähte gefallen war, wieder in Ordnung gebracht werden.

Anschlag auf ein

französische- Pulvermagazin

Paris, 30. Dezember.

Am Sonnabend nachmittag wurden auf den Wach posten eines Pulverschuppens bei Toul Revolver- schüffe abgegeben. Ten beiden Angreifern, die über die Umfassungsmauern qeklettett waren, gelang es, zu entkommen.

Dieser Zwischenfall scheint auch auf die Ursache der 2 in Toul vor nicht langer Zeit in verschiedenen Pulverschuppen erfolgten Explosionen, die unaufge­klärt geblieben waren, hinzuweifen. Eine Untersu­chung ist eingelsitet worden. Die Wachtposten sind seit dem Borsall am Sonnabend verstärkt worden,

Kilometer gegen Deutschland hält der Generalstabs­chef 300 000 Mann für nötig. Deutschland würde demgemäß zum Schutz seiner 3800 Kilometer langen Grenze gegen Frankreich, Belgien, Polen und Tsche­choslowakei etwa 1% Millionen Mann mit einer der französischen Armee gleichen Ausrüstung und Be­waffnung brauchen!!

Bei der Erörterung über die Verwendung eines Heinen Berufsheeres,

gemeint ist das deutsche zu einem überraschen­den Vorstoß zu Kriegsbeginn nach Frankreich hinein der, nebenbei bemerkt, für uns infolge der entmili­tarisierten 50 Kilometer-Zone östlich des Rheins gar nicht möglich ist, heißt es bei Debeney:

Vergessen wir nicht, daß die Unternehmungen von einem Berufsheer durchgeführt werden. Ein Berufsheer ist wohl durch Freiwillige und die wenigen Reservisten, die eine lange Dienstzeit liefert, verstärkt, aber die Mehrzahl der Mann­schaften und alle Führer sind Berufssoldaten Wie nun, wenn das Unternehmen scheitert oder nur um den Preis empfindlichster Verluste zum Teil gelingt? ES bedeutet dieS nicht nur einen bösen Anfang, sondern es hat auch die schwersten Folgen. Woher die nötigen Stämme nehmen, um auS der nächsten Welle eine wirkliche An­griffsgruppe zu machen? Es ist immer gefähr­lich, alle Eier in einen Korb zu legen. Die zwei­te wird nur mittelmäßig sein, oder ge braucht Zeit und diese Zeit Tvmmt besonders dem Gegner zu gut."

Die Ausführung zeigt, daß Frankreich mit seinem Volksheer von Deutschland mit seinem Berufsheer nichts zu fürchten hat. Sie beweist ferner, daß die französischen Regierungskreise sich der großen lieber» legenheit über Deutschland bewußt sind, aber trotz­dem ihr Land als dauernd gefährdet hinstellen. Und um dieses Beweises willen verdient der Artikel des französischen Generalstabschefes besondere Beachtung

GrenzbefestigungS-Kre-tte bewilligt!

P a r i s, 30. Dezember.

Die Kredit« für die Grenzbefestigungen wurden in der Kammer am Sonnabend, ohne daß der Kriegs« Minister die Vertrauensfrage stellte, gegen die Stim­men der Sozialisten und Kommunisten mit großer Mehrheit angenommen.

Der Senat hat bann gleichfalls mit 274 gegen 26 Stimmen die von der Kammer verabschiedeten Kredite für die Grenzbefestigungen angenommen.

Vor dem Ende der spanischen Sittatnr

Madrid, 30. Dezember.

Ein von Primo dr Rivera in der Madri­der Zeitung B. C." erscheinender «ttikel hat in spanischen politischen Kreisen großes Aufsehen er­regt, da bartn das Ende der Diktatur in Spanien ziemlich unverhülll angekünbtg» wirb.

Primo be Rivera erklärt, batz die Diktatur in Spanien zeitlich abgelaufen sei, und daß es infolgedessen notwendig fein werde, die gegenwärtige Regierung bei Abschaffung der Dikta­tur zu unterstützen. Sobald der König feine Zu­stimmung gegeben habe, werde er die notwendigen Maßnahmen treffen, um das Land wieder normalen Verhältnissen entgegen zu führen.

lüden im Kelloggpakt

London, 30 Dezember.

Der Washingtoner Korrespondent derTimes' meldet über die Aufnahme, die die französische Denkschrift für die Flottenkonferenz im Staatsde­partement gefunden hat:

Man isi hier überzeuat, daß die FriedenSver- träge von Versailles, St Germain und Trianon, und von bet Völkerbundssatzung lediglich der Artikel 16 das Hauptbollwerk der französischen Stellung bil­det. Hochgestellte Persönlichteilen in Washington find der Meinung, daß Artikel 16 nickt eine Stärke, sondern ein: bedenkliche Schwäche der Völkerbunds­satzung bildet, und daß der Versuch, seine Bestim­mungen in die Praxis umznsetzen, den Völkerbund zugrunde richte« konnte. Zweifellos würde er den Völkerbund zerstören, wenn die darin enthaltenen Möglichkeiten dazu benntzt würden, irgend welche Bestimmungen der Friedensverträge von 1919 zu schützen.

Gleichzeitig geben diese Persönlichkeiten privatim zu, daß der Kelloggpakt eine Lücke aufwerst, indem er keine gemeinschaftliche Beratung in Zei­ten der Gefahr vorsieht. Vielleicht ist man der Mei­nung, daß nrcht Washington, sondern London der geeignete Platz wär?, offen darüber zu reden.