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Seite 2 1 Beilage.

Kasseler Neueste Nachrichten

Donnerstag, 19. Dezember 1929

«ufere Heimat

20.00: Unterhaltungsmusik und Chöre

WEIHNACHTS - GESCHENKE

jnsaaiU

Staatliches Theater Kassel

wie das schon

Treffurt 47 Pferde, 1 Schweine, 532 Federvieh, 64

Bei der letzten Viehzählung wurden Esel, 201 Rinder, 12 Schafe, 588 Ziegen, 164 Kaninchen. 3100 Stück Bienenvölker gewählt.

Warnung vor falschen Sammlern!

Unter dem Namen der Inneren Mission wird wieder in unserer Stadt von Personen gesammelt, die dazu keinen Auftrag haben. Die Innere Mis­sion bittet, sich in jedem Falle, wo in ihrem Namen oder für ihre Zwecke gesammelt wird, den Ausweis zeigen zu lassen, bei das Zeichen der Inneren Mis­sion tm Stempel tragen mutz. Außer den ordnungs­mäßigen jährlichen Kollekten für den Evangel. Ver­ein für Innere Mission zu Kassel (Stadtverein) und für die Zwecke des Evangel. Kirchlichen Hflfs- vereins (Landesverein für Innere Mission in Hess.- Kaffelf werden zur Zeit die Gaden für die Winter­hilfe der Inneren Mission auf Anmeldnug abge. holt. Es findet kein Verkauf von Schriften oder ähnlichen Dingen für die Innere Mission statt. Bei Betrugsverdacht wird gebeten, sich unmitteldar mit der Geschäftsstelle der Inneren Mission, Humdoldt- straße 28% in Vrbindung zu setzen.

3m Dienste der Allgemeinheit

Was die Männervereine vom Roten Kreuz in Preußen leisteten.

Für «ersicherungspflichtige.

Wie uns vom Stadt. Nachrichtenamt mitgeteilt wird, beträgt der Ortslohn im Stadtbezirk Kassel vom 1. Januar 1930 für männliche Personen über 21 Jahre 5 RM. von 1621 Jahren 4 RM.. unter 16 Jahren 2,70 RM., für weibliche Personen über 21 Jahre 3,50 Reichsmark, von 1621 Jahren 3 RM., unter 16 Jahren 2,10 RM.

Donnerstag, 19. Dezember 1929

Niedervellmar. (Kommissionen). Der Bürger­verein Hai Mitarbeit in Kommissionen abgelehnt. Seine Vertreter waren nicht erschienen Die S P D. besitzt in jeder Kommission 2 und die bürger­liche Vereinigung einen Vertreter. Der Sportplatz sollte durch anliegende Grundstücke vergrößert wer­den. Den Besitzern war das 2- bis 3fache geboten worden. Doch noch keine Einigung Ein Antrag auf Beihilfe von 450 Mark an Erwerbslose wurde an genommen, ebenso der, die Benutzungsdaner von Elektromotoren bis 6 Uhr festzusetzen, um die Be­leuchtung gleichmäßig zu erhaben.

-kred<"m-llmnr siu einer W-ibnachtSfeier hatte her AtWUAi* nrtnhen Rkarre-

rungen für die Stadt grundsätzlich ausmschreiben. bei den Bauaufträgen geschieht.

Aus dem Rechenschaftsbericht des Preußischen Lan- desvereins vom Roten Kreuz und seiner Provinziai- vereine ist eine günstige Weiterentwicklung dieser gro- ßen Wohlfahrtsvereinigung ersichtlich. So ist die Zahl der Sanitätskolonnen, Pflegeverbände und Samari­tervereine mit 179 Neugründungen auf 1557 augewach- sen und umfaßt 53931 tätige und 50017 fördernde Mitglieder (11330 mehr als im Vorjahre!) Die Mit- gliederzahl der 311 Kreis- und Ortsvereine ist von rund 68000 auf 71000 gestiegen. An weiblichen Pfle- gekräfteu sind im Vereinsbereich in 18 Mutterhäusern 1497 Schwestern und 135 Hilfsschwestern vorhanden. In der ersten Hilfe sind an die Sanitätskolonnen an­gegliedert, 2040 (rund 500 mehr als i. V.) Helferinnen tätig. Die Gesamtzahl der Mitglieder des Landesver­eins beläuft sich auf 178 661.

Geschloffene Formationen oder einzelne Mitglieder des Landesvereins traten in Tätigkeit bei 123 Ueber- schwemmungeu, Sturmfluten und Wolkenbrüchen, 240 Gasvergiftungen, 1797 Feuersbrünsten, 154 Eisenbahn­unfällen, 138 846 Fabrik-. Grubenunsällen, 592 Seuchen und Epidemien, 109 701 Einzelunfällen (Straße, Ver­kehr), 9 Unruhen größeren Umfangs. Weiter ist aus der praktischen Arbeit des Landesvereins die Unter­stützung der behördlichen Seuchenbekämpfung durch Ueberlaffung von 82 transportablen Krankenbaracken zu erwähnen. Für den Nachwuchs der tätigen Ver­einsmitglieder ist das ständige Anwachsen der Sani- tätskolonnen-Jugendgruppen von besonderer Be­deutung.

Fuldaer StMparlament

Das neue Fuldaer Stadtparlament trat Donners­tag erstmalig zusammen. Da von dem Spitzenkandi­daten der Christlich-sozialen Reichspartei, Mihm, ein Dringlichkeitsantrag auf Gewährung einer Weih­nachtsbeihilfe an die Erwerbslosen eingereicht war und man Störungen vermeiden wollte, wurde nur eine geringe Anzahl Einlaßkarten verausgabt. Da man ferner mit Austritten der Erwerbslosen rechnete, hatte man Polizei herangezogen, die mit Unterstüt­zung der Landjägerei und hiesigen städtischen Polizei für Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung um das Stadtschloß sorgen mußten. Kurz nach vier Uhr zogen etwa 200 Arbeitslose vom Arbeitsnachweis nach dem Domplatz, wo Ansprachen von Kommunisten ge­halten wurden. Kurz nach fünf Uhr begann die Sit­zung.

Stadtverordnetenvorsteher wurde der seitherige Vorsteher Rechtsanwalt Schultheiß, Stellvertreter Kaufmann Schmitt, Schriftführer Justizinspektor Vogt,Stellvertreter Lehrer Taupel. Beigeordnete wur­den Schriftleiter Dr Kramer u. Metzgermeister San­kel. Als Stadträte wurden gewählt: 5 Zentrum, 1 Hess. Arbeitsgemeinsch., u. 1 von der christl.-sozialen Reichspartei. Ein Dringlichkeitsantrag des Stadw Mihm sah vor, den Hilfsbedürftigen der Stadt eine einmalige Beihilfe von 30 Mk sowie für jedes ver­sorgungsberechtigte Familienmitglied einen Betrag von 5 Mark zur Beschaffung notwendiger Kleidungs­stücke zu gewähren. Die Auszahlung soll möglichst noch vor dem 20. Dezember erfolgen Ferner sollen statt wie bisher Mei Zentner Brikett deren 4 Zent­ner monatlich und außerdem alle 2 Monate ein Zent­ner Holz geliefert werden. Herr Mihm begründete biefen Antrag eingehend und schlug als Deckungs­möglichkeiten vor, einen wesentlichen Teil durch Um­lage zu erheben und den ausgeschriebenen Oberbür­germeisterposten vorläufig nicht zu besetzen und den hierfür in Ansatz gebrachten Gehalt für obige Unter­stützungen zu verwenden. Die von den Charitasver- bänben eingeleiteten Sammlungen freiwilliger Spen­den seien durchaus unzureichend. Gegen diesen An­trag äußerten sich mehrere Stadwerordnete und ein Magistratsrat. Diese Redner waren der Ansicht, daß eine Erhöhung etwa der Gebühren für Gas und Wasser oder der Realsteuern für obigen Zweck nicht angängig und eine sonstige Deckungsmöglichkeit nicht vorhanden ist. Nach mehrstündiger Aussprache,

während wiederholt heftiges Gegröhl der demon­strierenden Erwerbslofen von der Straße her ertönte, wunde der Antrag Mihm abgelehnt mit 23 Stimmen eine Entschließung angenommen, wonach die in den Charitasverbänden eingehenden Beträge durch bas Wohlfahrtsamt an bie besonders hilfsbedürftigen Fa­milien jur Verteilung gelangen sollen.

Für den Kretsansschuß sind gewählt: Oberamt- mann Feger-Elfershausen. Architekt Fenner-Spangen­berg, Bürgermeister Besse-Hilgershausen, Bürgermei­ster Frankfurch-Altmorschen, Gastwirt Ellenberger- Melsungen und Lagerhalter Peter-Körle. Kroisdepu- tierte wurden Iustizoberinspektor Käse-Melsungen und Landwirt u. Weber Bockemühl-Lanbefeld. Ju- genbamikollegium: Amtsvormund Wille-Melsungen, Konrekwr Stein-Melsungen, Lehrer Dörrbecker-Lan- befelb und Lagerhalter List-Spangenberg. Wahlaus- schuß des Kreis-Reformrealgvmnasiums: Bürgermstr.

Brehm sprach über den Sinn des Weihnachtssestes Schullinder trugen Gedichte vor. Vom Verein wurde Pfarrer Brehm ein Geldbetrag überreicht, über den er zu wohltätigen Zwecken oerfügen narf.

Heiligenrode. Schöffen wurden Georg Döring, Heinrich Knipp uno Ldiiyelm Müller, Beigeordne.e. wurde Heinrich Thormann.

Rieste Schulabend. Im Kesten'schen Saale fand ein Unterhaltungsabend der Schule unter Lei­tung der Lehrer Remmüller und. Ellenberger statt Große Heiterkeit eregie das Spiel vom Dchlaraffen- land und recht gut wirkten die leider noch wenig be­kannten Schattenbilder.

Großenritte Beim Fußballspiel kamen der 41jährige Maurer Karl Weber und der 42jährige Zimmermann Johannes Stiebig so unglücklich zu "all. daß beide einen Bruch des Fußgelenkes er­litten.

Guxhagen. (Bürgermeister- und Schöffenwahl.) Am Dienstag einigte man sich. Es erhielten:Bür­gerliche Interessengemeinschaft" den Bürgermeister (Justus Döring), Beigeordneten S. P. D. (Georg Brandenstein), L und 3. Schöffen $gL Interessen­gemeinschaft (Konrad Günther und Dr. Sinning), 2. Schöffen S. P. D. (Adam Bätzing). Ein Antrag auf Weihnachtsbeihilfe wurde dem Eemeinderat über­wiesen.

Dörnberg. Der Bezirkskonfum Wolshngen, der in Dörnberg, Zierenberg, Volkmarsen, Weimar und Fürstenwald Ausgabestellen unterhält, hatte im Geschäftsjahr 1928-29 einen Gesamtumsatz von rund 200 000 Mark. Die Spareinlagen erhöhten sich um 8600 Mark auf 18388.14 Mark. Der Verein er­warb eigene Geschäftshäuser in Volkmarsen. Zie­renberg und Dörnberg. An Rückvergütung an die Mitglieder zahlt der Verein in diesen Tagen 3000 Mark (3 Prozent) aus.

Laudenbach, Kr. Witzenhausen Ihre Kräfte überschätzte eine 27jährige Ehefrau, als sie einen Kessel mit nasser Wäsche auf den Serd hob. Sie er­litt dadurch schwerste innere Verletzungen.

Eschwege 4000 Mark Weihnachtsbeihilfe. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte 4000 Mark für die Gewährung von Weihnachtsbeihilfen an Einwohner. Ferner wurde beschlossen, die Liefe-

Die Glocken Men!

Wer am Sonntagmorgen droben im Tannenwald am Herkules herumstreift, der erlebt einen unvergeß­lichen Gesang! Noch wird die Stille nicht von Men­schentritten unterbrochen. Goldenes Licht leuchtet über dem Herkules unb gibt ihm den Glanz des Le­bens. Drunten schläft Kassel mit den langen Straßen, die wie Pfeile zum Herzen der Stadt führen. Am Berghang recken sich die alten Tannen, ihr Atem über­schüttet uns wie ein stärkendes Brausebad! Leise be­ginnt ein Vogel den Rundgesang, dem von Amsel und Fink Antwort klingt. Der Specht klopft am Buchen­stamm an:Ich bitte um mein Frühstück!" und man­ches halberstarrte Käferlein verfällt dem Hungrigen. Klar weht bie Lust unb kühl, so ein echter Sonntag- morgen zwischen Herbst und Winterfrieden. Und bann beginnen Kassels Glocken ihren Morgengesang, der melodisch heraufklingt.Sie Welt ist so schön! Die Welt ist so schön!" jubelt eine zarte Elocken- stimme, die ehernen Glocken der Martinskirche singen: Danket dem Herrn! Danket dem Herrn! Drüben aus einem Dörflein antwortet eine schwache Elocken- stimme:Sonntag ist heut! Sonntag ist heut!" Nun ruft eine dunkle unbekannte Glockenstimme allen klei­neren Schwestern zu:Betet mit mit! Betet mit mit!"

Die alten Tannen stehen feierlich als lauschten sie dem Lied der Glocken. Die Vögel selbst vergessen ihre Melodien und sitzen schweigsam, mit den runden schwarzen Aeuglein, auf etwas Schönes, Wunder­sames wartend! Es ist wohl die Zeit, wo der liebe Gott durch den Wald geht, wo er hier ein zerbroche­nes Tännlein aufrichtet und dort einem kranken Vög­lein mit heilender Hand übet das matte Flügelchen

streicht! Feierstunde des Waldes ist es, die von des Lebens göttlichem Odem erfüllt ist! Klarer wird der Schein des Himmels, als sprengten die Elockenstimmen die Tore da droben.

Der Herkules steht trotzig inmitten der Sympho­nien des Lebens, die Verkörperung des schaffenden Geistes, die Bejahung des Willens:Ich war, ich bin, ich werde sein!" verkündet die Etzfigur der kleinen Häuserstadt drunten im Tal, die wie Spielwetk an- mutet. Und doch hat Menschengeist und Menschen- traft das gigantische Werk droben erschaffen!

Run ist die Sonne vollends durchgebrochen und hat im Westen hinter dem Hohen Gras goldene Wol- fenburgen aufgebaut. Im Blau zieht ein Habicht stille Kreise. Die ganze Himmelsweite gehört ihm, wie kann er glücklich sein! Und immer noch singen im Tal die Glocken: Die Welt ist so schön! Die Welt ist so schön!

Ein Eichelhäher fitzt auf einem Zweig. Er beschaut sich erstaunt den Baum und dann die Luft, als wäre es ihm rätselhaft, woher dieser Klang käme! lieber« Haupt welch ein inniges Leben enthüllt uns die Natur an diesem Sonntagmorgen! Ein Reh äst ruhig am Waldsaum, als wäre es im Schutz des Waldes gebor­gen, als gälte das Wort Gottes auch hier: Das Land, das Du betrittst, ist heiliges Land! Und gewiß ist es heiliges Land hier oben, das die Elockenstimmen von der Welt abschließen, und wenn die Sonne nun ihre goldenen Kringel über den Waldboden ausschüttet, tommt eine innige Ruhe über das Menschenherz, das in Sorge und Alltagsnot verbraucht ward; das Christ­fest ruft uns mit starker froher Stimme mit dem Lied der Glocken und wir wollen dem Lichterfest auf der goldenen Straße entgegengehen! Clara Steckhan.

Kreistag Mfeld

.. 3n der geheimen Wahl zum Kreisausschuß ent­fielen auf die Liste Lohmer 14 und auf die Liste Burk­hardt sechs Stimmen. Von der Liste Lohmer wurden en den Kreisausschuß gewählt: Kaufmann Jos. Loh- mer-Hunfeld. Maurermeister Röhr-Großentaft, Land- und Gastwirt Helferich Gruben A. B. und Bürger­meister Heß-Rimmels. Der Stimmenzahl entsprechend, sielen auf die Liste Burkhardt zwe, Kreisausschußfitze. Da auf dieser Liste aber nur ein Kandidat benannt war, fällt für diese Wahlperiode die 6. Kreisaus- Wt&fHiung fort. Gewählt ist Land- und Gastwirt Hch. Burkhardt in Schlotzau. Nachdem die Stellver­treter der Liste Lohmer gewählt waren, wurden Ka­tasterobersekretär Nüsen-Mackenzell und Bürgermeister Altstadt-Burghaun zu Kreisdeputierten ernannt. Der Satzungsänderung des Jugendamtes wurde zuge­stimmt und der seitherige Ausschuß auch fernerhin im Amte belassen. Für Ende Januar 1930 ist die zweite Sitzung in Aussicht genommen. Kt.

Homberg (Bez. Kassel). Stadtverordneten-Bor- steher wurde Breue, Beigeordneter die früheren Ma­gistratsmitglieder Adolf Bode (auch seither 1. Beige­ordneter) und Schuler, und weiter Mitglieder des Magistrats Schreinermeister Wilh. Körbe, Kaufmann Lipphardt von der Rechten und Rentmeister Dorsch und Oberfinanzinspektor Müller von der Linken.

Bebra. (Eemeindevertreterfitzuug.) Bei der Wahl wurden durch 2058 gültige Stimmen 18 Eemeindever- treter gewählt. Davon entfielen auf S. P. D. 53, Be­amte unb Beamtenanwärter 206, Bürgerliche Ver­einigung 861, Handwerkerliste 265, Heimatinteressen 345 und Mieterschutz 328. Beigeordneter wurde Schrei­nerobermeister K. Phieier, Schöffen wurden: Reichs­bahnoberzugführer Iohs. Vrall, Konrektor Hch. Stieg­litz, Mühlenbesitzer Dietr. Rehwald, Reichsbahnober­lokomotivführer Hch. Rehs und Kaufmann Georg Becker.

Beverungen Der Heimat- und Berkehrsverein hielt seine ordentliche VerkchrsversamMung ab. Zu dem Verkehrsverba nd Weserberglland, dem Ver- kchrsverband Hessen (Kassel), dem Weserbergkmd und der Interessengemeinschaft der Städte sollen die guten Beziehungen auch fernerhin gepflogen wer­den.

Dransfeld Ein Milchviehkontrollverein wurde gegründet, der sich auf Dransfeld und 12 um­liegende Ortschaften erstreckt. Es soll hierdurch er­reicht werden, di«, Milcherträge, aus Z^dopPelte Höhe zu bringe« LWb durch verbesserte Fütterung inrtb Pflege uEtzSrch Aufzucht der von leistungs­fähigen Tieren stammenden Kälber die Rentabili­tät der Rind Viehzucht wieder herznstellen. Dem Vere-in traten 70 Landwirte bei. Vorsitzender wurde Gutsbesitzer Hanenschilld-Darmissen, Stellvertreter Hofbesitzer Grefi-ng^Imbsstn, während Geschäfts-- führung und Ueberwachung des Mflchkontrolleurs von der Landwirtschaftsschule Göttingen übernom­men wurde.

Ziegenhain. Die Jugendaruppe des Vaterländi­schen Frauenvereins trat erstmalig mit einer weih­nachtlichen Veranstaltung imRosengarten" an die Öffentlichkeit. Ein Krippenspiel mit Bildern, Kaffee­tafel und Verlosung schufen einen frohen Abend, der leider durch ein trauriges Ereignis ein frühes Ende finden mutzte. Der Geschäftsführer der Ortsgruppe Ziegenhain wurde im Saale von einem Unwohlsein befallen das ein Verbringen in seine Wohnung not­wendig machte. Dort erlag der allseits geschätzte Mitbürger nach wenigen Minuten einem Herzschlage

Kirchhain. Stadtverordnetenoorsteher wurde Spar­kassenrendant Franz Lanz, welcher seit neun Jahren das Amt verwaltet. Stellvertreter wurde Bäcker­meister Wolf, Stellvertreter des Schriftführers Satt­lermeister Neebe. da Sparkassenkontrolleur Hans We­ber das Amt laut Geschäftsordnung versteht.

Kirchhain. (Som Kreislehreroerein.) Im Hotel Mosebach fanden stch die Mitglieder des Kreislehrer­vereins zusammen, um dem Vortrag des Schulrats Vith aus Wetzlar über Zeichen- und Werkunterricht zu lauschen. Es wurde bekannt, daß der Universttäts- bund Marburg hier eine Kreisgruppe errichten und jährlich durch seine Dozenten Vorträge hallen lassen will.

Schweinsberg. Die hier bestehende Landjägerei- station soll in bas Rachbardorf Niederklein verlegt werden.

Allendors. Der seitherige Bürgermeister Martin, welcher seit sechs Jahren das Amt bekleidet, wurde wiedergewählt.

Riederwald. Bürgermeister wurde Landwirt Jo­hannes Pitz IV, Schöffen Landwirt Heinrich Stein­haus III und Wagenwärter Joh. Trier.

Lösingfeld. (Brandstiftung) Im Stallgebäude des Landwirts Heinrich Reineke in Schönhagen brach Feuer aus, durch das das Gebäude völlig einge­äschert wurde. Sehr schwierig gestaltete stch die Ber­gung des Viehes. Zwei Pferde konnten erst gerettet werden, nachdem man eine Stallwand eingeschlagen hatte. Als Brandstifter wurde der jugendliche Knecht ermittelt. Er gestand nach längerem Leugnen, daß er das Gebäude in Brand gesteckt habe, weil er vor einigen Tagen von seinem Arbeitgeber geschlagen worden sei. , , . ,

Minden Gute Diphiherte-Eptdernte ist hter ausgebrochen. Eine große Anzahl Schulkinder ist hier erkrankt und mußte zum Teil ins Krankenhaus gebracht werden. .

Minden Der Leichenfund bei Uchte aufgeklart Bei der schrecklich zugerichteten Leiche handelt es sich um die Lehrerwitwe Emma Friesling, die sich m geistiger Umnachtung von dem Rachtzug überfahren ließ._______

SeuMands neueste verwertbare Faserpflanze

Vuerazeenkulluren in Hann. Münden.

Eime Frage von weittragender Bedeutung nicht nur für die Stadt Münden, sondern für bie deutsche Wirtschaft überhaupt nannte Bürgernreister Dr Haarmann den von der Stadt aufgegrifsenen Plan, auf Mumdener Gelände (der Ballertasche, vem ein­zigen Exerzierplatz, tm Hühnerfeld und den Stein- bergtoiefen) Huceazeenkulluren am zulegen. Wir ent­nehmen im Anschluß am unsere Mitteilungen diesen Ausführungen in der Mündener Presse folgende Einzelheiten: Es handelt sich um eine vom Guts­besitzer Berz m Oberstedten bei Bad Homburg ge­züchtete und unserem Klima angepaßte, dort und in Darmstadt jahrelang teobartete JJntccaart, eine Faserpflanze, die nach maßgeblichem Urteil Zukunft hat. Sie stammt aus Amerika (die alle 25 Jahre nur einmal blühende Mccapalme, die häufig in Kübeln und Parks gehalten wird, ist eine Ver­wandte). Ihre ausgezeichnete Faser soll Hanf, Flachs, Slsalfaser ersetzen. Nach einem Vortrag des Züchters vor hiesigen Forsihochschulprosessoren «nd einer Besichtigung der Plantagen ist der Plan gereift. Geplant wird ein Gemischtbetrieb, an dem der Züchter beteiligt ist. Vorerst ist ein Risiko von 60 000 Mark seitens der Stadtverwaltung einzm gehen, um die Anlagen zu finanzieren. Darnach wird, wenn die Rentabilität erwiesen ist, seitens der Kommune mit 150 000 Mark eine G. m. b. H M begründen fein. Man sieht in dem Plane eine Möglichkeit der Erschließung neuer Arbeitsgebiete, nicht ein bloßes Wirtschaftsexperiment, und die Linke sprach durch den Worthalter aus, daß es ge­radezu Pflicht der Stadt sei, anstelle eingehender Betriebe neue ArbeitsmSglichkeiten zu schaffen, ebnfo wie andere Städte große JndustriegelänDe unter Opfern zur Verfügung stellen Auch die bür­gerlichen Senatoren nahmen sich des Planes an.

9er neue Mssmiger Kreistag

Warnung vor einem Schwindler

In der Naumburger und Wolfhager Gegend ist ein raffinierter Zechpreller in Wirtschaften eingekehrt und hat sich das Vertrauen der Wirte dadurch erschlichen, daß er vorgab, er sei beauftragt, für eine bekannte Kasseler Nährmittelfabrik Hafer zu taufen; der Hafer werde durch einen Inspektor per Auw abgeholt, man solle einstweilen Mittagessen für vier Mann richten. Als das Auto nicht kam, ließ sich der Mann einstwei­len ein Mittagessen geben und verschwand dann ohne Bezahlung, um nie wiederzukehren. In einet Wirt­schaft hat er auch noch übernachtet und den Wirt um das Abendessen und das Logis geprellt. Die Fabrik hat uns mitgeteilt, daß sie niemandem Auftrag zum Hafereinkauf gegeben habe, sie beziehe Hafer nicht direkt von Landwirten, sondern nur von Genossen­schaften und vom Großhandel. Der Mann soll etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß fein, einen dunklen Hut mit Feder tragen und etwa 28 Jahre alt fein.

Vorsicht mit Weihnachtsdüumen!

Die Weihnachtszeit rückt heran. Die Hessische Brandverstcherungsanstall empfiehlt, bei der Auf­stellung von Weihnachisbäumen Vorsicht walten zu lassen, da sonst leicht Brände entstehen können und gibt für die Behandlung der Weihnachtsbäume einige wichtige Richtlinien:

Der Weihnachtsbaum soll einen schweren, festen Fuß haben, in dem der Stamm des Baumes ord- nungsgemaß und sicher befestigt sein muß, damit ein Umfallen verhütet wird

Man vermeide Unterlagen aus Teppichen. Tü­chern und Papier.

Man stelle den Weihnachtsbaum frei im Zimmer auf, von Gardinen und Türvorhängen so weit ent* tann^ ben Kerzen nicht nahebringen

Die Kerzen müssen haltbar befestigt sein

,M°n vermeide möglichst jeden Papier- und Zelluloidschmuck. Auf keinen Fall darf solcher schmuck- in der Nähe einer Kerze ober gar darüber angebracht werden.

Auf die Verwendung der sogenannten Wunder­kerzen, die durchaus nicht so ungefährlich sind, wie gezagt wird, verzichte man lieber ganz

Die Kerzen des Baumes zünde man in der Reihenfolge von oben nach unten an, da man umge- bnngtf£tne und sich selbst in Feuersgefahr

Die Kerzen eines trockenen und daher besonders feuergefährlichen Tannenbaumes zünde man nicht mehr an.

Ein Abonnement

als Weihnachtsgeschenk verschafft dem Empfänger bis zum nächsten Herbst 32 schone Theaterabende.

Dieses sicher willkommene Geschenk können Sie schon für den Gesamtpreis von 29 Reichsmark erwerben.

Wir erteilen bereitwilligst auch durch Fernsprecher 223 und 319weitere Auskunft.

Kranz-Gensungen, Regierungsrat Kühn-Melsungen, Bürgermeister Schier-Spangenberg, Gastwirt Ellen- berger-Melsungen und Weber Bockemühl-Landefeld. Kreisfortbildungsschulausschutz: Schuhmachermeister Salzmann - Spangenberg, Brunnenbauer Umbach- Wolfershausen. Beisitzer des Kreissparkassenvorstan- des: Rechtsanwalt Stolte, Fa>brikant Dr. Brann, Gastwirt Ellenberger-Melsungen, Bürgermeister Rau­schenberg-Günsterode. Kreisrechnunasprüfungskom- mission: Käse-Melsungen, Rüdiger-Melsungen, Faß- bender-Pfieffe. Landwegeetatskommiffion: Bürger­meister Rauschenberg-Günsterode, Bürgermeister Frankfurch-Altmorschen, Abg. Appell-Spangenberg, Bürgermeister Döring-Guxhagen. Zwei Kommissio­nen für bie Jungviehweiden wurden gebildet, eine für Mittelhof und eine für Elbersdorf. Kommission für Flurschäden: Gutsbesitzer Roever-Niedermöllrich, Kranz-Gensungen, Brüne-Melsungen, Feger-Elfers- hausen und Watzums-Bischofferode. Für das Wasser- schauamt wurden zwei Kommissionen gebildet (Fül- da- und Eddergobiet). Auch gab hier wieder der schlechte Zustand der Nürnberger Straße Anlaß zu be- rechttgter Kritik.

Arolsen unb Mngeringhausen

wollen Städte werden.

In Arolsen genehm-gte der Kreistag einstimmig die Anträge der Städte Arofien unb M "ir-r'no- hansen auf Verleihung der Stadtlechte. Regiernngs- präsident Dr Friedensburg erkann.e die rvir.|<iM.= liche und kulturelle Bedeutung des Twister Steifes an .mb versprach Förderung Preußen würbe der Verleihung ber Smdtrechte nichts in den Weg legen. Allerdings habe gegebenenfalls Mengering­haufen dabei Nachteile in Kauf zu nehmen. Für Ünicrt'altiBg der Landwege wurden 40 000 Alark berei gestellt. Mitglied Sckmaar des Kreisvorstanbes und Kreislagsmitglteb Kramer sollen zusammen die RreiS* 'nnnunalkassenrehniing prüfen

Rundfunk

Programm des Kasseler und Frankfurter Senders

Freitag, 20. Dezember:

1112,00: Schallvlattcnkonzeri

12,15: Alte Weihnachtsmuük (SSallvlattenkomert) 18,1518,30: Werbekonzert

15,1515.45: Stunde der Jugend: Führung ins Berufs­leben: ..Tas Lehrmädchen im Verkauf". Vortrag von Berufsberaterin Steinhäuser, Arbeitsamt Frankfurt a. M.

1617,45: Nach Stuttgart: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert Felix Mendelssohn: Hochzeitsmarsch aus Ein Sommernächtstraum" Richard Wagner: Vorsviel zur OverLobengrtn" A. Järneselt: Korsholm", sinfonische Dichtung R. Bolkmann: Serenade in D-Moll C. Goldmark: Im Früh­ling. Ouvertüre Richard Wagner: Einleitung zum 8. AktTanz der Lehrbuben und Aufzug der Mei­stersinger-' aus .Die Meistersinger von Nürnberg" P. Tschaikoirsko: Italienisches Cavriccio Lei­tung: Musikdirektor Hermann Inner. Mitwirkung: Kammermusiker M. Schildbach iCello)

18.00: Brieskasten

18,1018.30: Bo uns der Schuh drückt:Sensale' Sprecher: Hngo Ramm

18,3521,30: Programm von Stuttgart

Deutsche Welle:

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