Kasseler Neueste Nachrichten
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Furchtbares Grubenunglück in Amerika
61 Bergleute in Mac Mister (Oklahoma) löblich »erunglütff / Zusammenstöße zwischen Polizei und Erwerbslosen in Frankfurt a. Jt
Schlagende Wetter
(Eigener Drahtbericht.)
Reuyork, 18. Dezember
Eine der größten Grubenkatastrophen in der Ge schichte der Bereinigten Staaten ereignete sich in der Old Town-Kohlengrube von Mac Allister im Staate Oklahoma. Infolge mehrerer Schlagwetter-Explosto- nen wurde ein ganzer Schacht, in dem flch mehrere hundert Arbeiter befanden, zerstört. Bei der Kata strophe wurden 61 Bergarbeiter getötet. Die Toten sind sämtlich den giftigen Gasen, die sich entwickelten, zum Opfer gefallen.
Die Explosion war so heftig, daß die Häuser auf mehrere Meilen im Umkreise erschüttert wurden. Die in den höher gelegenen Stollen arbeitenden Berg arbeiter verließen panikartig die Grube, an deren Ausgang sich die Angehörigen angesammelt hatten, um angstvoll nach den Ihrigen Ausschau zu halten Di: mit Gasmasken ausgerüsteten Rettungsmann schäften mußten sich in fünftausend Fuß Tiefe durch die uiedergegangenen Gesteinsmaffen hindurcharbei ten, um zu den Eingeschloffenen zu gelangen
Am Schachtausgang spielten sich furchtbare Szenen ab, als immer neue Leichen an die Oberfläche gebracht wurden. In Mac Allister hat sich ein Hilfs- auSschuß für die Hinterbliebenen der Bergleute ge bildet. Die Verunglückten hinterlaffen 42 Witwen und 176 Kinder.
Feuer im Schacht
London, 18. Dezember.
Ern am Montag auf der Monson-Kohlengrube im Bezirke von New-Castle ausgebrochenes Feuer hat nach den letzten von dort kommenden Meldungen ernste Ausmaße angenommen. Im Verlaufe des gestrigen Abends wurden weitere Löschkommandos hinzugezogen, da mit einer weiteren Ausdehnung gerechnet wird. Gegenwärtig sind 2—3000 Arbeiter durch das Feuer zur Einstellung der Arbeit gezwungen worden und man fürchtet, daß noch weitere 1000 Mann ihren Erwerb verlieren, wenn im Laufe d s heutigen Tages das Feuer nicht eingedämmt wer- n kann
Erwerbslosen-Demonstration in Frankfurt
Blutige Zusammenstöße. — Zahlreiche Verhaftungen.
Frankfurt (Main), 18. Dezember.
Im Laufe des gestrigen Nachmittags und Abends kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Erwerbslosen und Polizei. Da in der Stadtverordnetenversammlung über eine Weih- nacknsbeihilse für die Erwerbslosen beraten werden
sollte, fanden an zwei Plätzen große Kundgebungen der Erwerbslosen statt. Dle Demonstranten, deren Zahl auf viele Tausende geschätzt wurde, setzten sich nach Beendigung der Kundgebungen nach dem Rathause, das in weitem Umkreise von der Polizei abgesperrt war, in Bewegung.
Am Rathause versuchten die Demonstranten die polizeilichen Abwehrketten zu durchbrechen und
bewarfen die Polizeibeamten mit Steinen und sonstigen Gegenständen.
Die Polizei, die in außerordentlicher Stärke zu Fuß und zu Pferde aufgeboten worden war, zerstreute die Ansammlungen mit dem Gummiknüppel. Bei der wilden Flucht wurden viele Personen verletzt. In verschiedenen Straßen der Altstadt sowie auf der Zeil bis zur Hauptwache versuchten die Ruhestörer immer wieder, sich zu sammeln und in die Gegend des Rathauses jh gelangen. Die Polizisten mußten von Straße zu Straße eilen, da die Angriffe von den verschiedensten Seiten aus gleichzeitig erfolgten. Bei dieser Säuberungsaktion gab es auf beiden Seiten Verletzte.
Ecke Psarrgaffe und Braubachstraße war zum
Teil das Stratzenpflaster aufgeriffen worden.
Es war ein Bild, wie in den schlimmsten Putschtagen. Die Polizcibeamten mit einem Hagel von Steinen, sodaß die Beamten des öfteren zur Schußwaffe greifen mußten. In den späteren Abendstunden nahmen die Ausschreitungen gefährliche Formen an. Einige Schaufensterscheiben wurden durch Steinwiirfe zertrümmert. Die Polizei konnte aber schließlich Herr der Lage werden.
«... .hl der vielen Verwundeten konnte bisher nicht ermittelt werden. Im ganzen wurden 48 Personen verhaftet.
Die Stadtverordnetenversammlung selbst beschloß nach erregten Debatten, vor Weihnachten an jeden Erwerbslosen und Unterstützungsberechtigten 20 Mark und an deffen Frau 5 Mark aus zuzahlen.
Krawalle in Lüdenscheid
Lüdenscheid, 18. Dezember
Während der ersten Sitzung der neuen Stadtverordneten zogen gestern etwa 100 junge Burschen schreiend und johlend auf den Rathausplatz, um durch eine Demonstration die von den Kommunisten im Stadtparlament vorgebrachten Forderungen für die Erwerbslosen zu unterstützen. Ms man sich unter Steinwürsen gewaltsam Eingang in das Rathaus zu verschaffen suchte, säuberte die Polizei mit dem Gummiknüppel den Platz. Dabet wurden mehrere Demonstranten verletzt. Einer von ihnen mußte dem Krankenhaus zugeführt werden.
Der Siellmgskrieg im Mechaus (33on unserem Korrespondenten.)
e. Loudon, 18. Dezember
3« länger das Arbeiterkabinett regiert, desto mehr wachsen die Schwierigkeiten, die sich aus der Tatsache des Vorhandenseins der drei Parteien ergeben. Die Arbeiterpartei wird immer wieder daran erinnert, daß sie eine Mintz e r h e i t ist, die chre Stellung als regierende Partei nur dem Umstand verdankt, daß sie die relativ stärkste von drei Parteien ist. Sie kann aber jeden Augenblick von einer — vielleicht nur ganz zufälligen und vorübergehenden Koalition der beiden anderen Parteien matt gesetzt worden.
Jeden Augenblick hört men denn auch, Macdonalds Kabinett werde die nächste Unterhaussitzung nicht überleben. Im Oberhaus hat man sie ja schon mehrfach gemißbUligt, aber das t>a nichts zu sagen. Das Hans der Lords könnte eben nur unter ganz außergewöhnlichen Umständen, etwa wenn eine vom ganzen Land respektierte große Persönlichkeit das Wort ergriffe, das Ohr des Landes haben. Im Unterhaus ist das Kabinett bisher nicht in die Mittderbeit gekommen, weil alle Mitglieder der Fraktion stramm auf ihrem Posten sind während von den Konservativen und Liberalen immer eine Anzahl die Sitzungen schwänzt.
Kein Wunder also, daß Macdonald darauf stnnl, wie er sich aus dieser üblen Lage befreie Und wie dem Feldherrn, der im Stellungskrieg steckt, aber nicht darin stecken bleiben will, wird dem Chef der Reoiermig nichts ander es übrig bleiben als den Durchbruch zu wagen. Durchbruch aber bedeutet hier: Auflösung des Unterhauses mit dem Ziel, resolut aus die absolute Mehrheit der Arbeiterpartei Über den beiden anderen Parteien lns- zugeben Durch die baldige Auflösung würde Mac- donald zunächst um das den Liberalen gegebene sehr unangenehme Versprechen einer Wahlreiorm herum- kommen. Diese Wablreform könnte nämlich in nichts anderem bestehen als in der Einführung irgend eines Verhältniswahlsvstems, was einer Verewigung des Dreipartei zustandes gleich käme. Mac- feonatb Hai den Liberalen die Wahlreform venprechen müssen, weil der »Provinz* mm einmal im
Programme steht, das aus einer Zeit hervührt, wo die Arbeiterpartei sehr klein war urtb im Verhält- niswahlrechl das gute Mittel sah, um ein paar Mandate zu erobern. Sie konnte ja damals gar- nicht daran denken, daß einst eine Zeit käme, wo sie mit Aussicht aus Erfolg um die absolute Mehrheit kämpfen würde. Die Erfüllung jenes alten Pro- Krammverfprechens wäre der Arbeiterpartei heute recht unangenehm. Macdonald honnte es aber den Lweralen nicht ab schlagen, wenigstens einen Ausschuß zur Beratung einzusetzen.
Die Aussichten auf Erringung der unbedingten Mehrheit sind für den Augenblick nicht ganz schlecht. Roch wirkt bei vielen Wählern, auch bei solchen, die nicht bei den Arbeitern e nge- schrieben sind, die Erinnerung an Snowdens Schnei- digkeit im Haag, an Macdonalds Erfolg in Wafhing- lov nach. Diese Erinnerung wirkt so stark, daß die Ein^lfragen, wegen deren Macdonald die Auflösung vornehmen wurde, keine große Bedeutung hätten. Andererseits ist es aber auch geboten, die Auflösung vorzunehmen, solange sie gute Erinnerung noch wirksam ist. Wenn Macdonald zu (ange toartet, verliert er die gute Chance und tauscht dafür eine schlechte ein, die um so schlechter wird, je länger er regiert oder vielmehr nicht abregiert.
Man ist in England mit Neuwahlen leicht bei det Hand, viel leichter als in anderen Ländern. Was man die politische Weisheit der Engländer nennt, steckt eben in ein paar ganz einfachen Erfahrungssätzen, die man so formulieren kann: erstens, es ist gut, saß in England zwei Parteien sind und nicht mehr als zwei; zweitens, am besten ist es, wenn die Parteien abwechselnd regieren: Drittens, keine Partei soll länger als zwei bis drei Jahre am Ruder fein, denn wenn sie länger bleibt, nutzt sie flch zu ihrem eigenen Schaden ab. Das sind Sätze, die nur für England gelten und die man nicht mechanisch auf andere Länder anwenden kann Für England haben sie aber einen grundlegenden Wen, daß auch die Arbeiterpartei sich ihnen nicht entziehen kann.
England hat keine geschriebene Versaffung, die ungeschriebene trägt aber jeder Engländer in Herz und Hirn mit ückr fc-“*4* «tttia und allein aus Er
fahrung, ist nicht doktrinär, sondern empirisch. Die Rückkehr zum Zweiparteien-System, die aber in England nicht mit einer Antichese: hie Bürger, hie Arbeiter! identisch ist, wird in einigen Jahren sicher vollzogen sein. Die Programme werden aber keine Theorien, sondern konkrete Forderungen enthalten, die den Wählern gestatten, sich je nach ihren Ansichten und Bedürfnissen zu gruppieren.
Sie liberale Sphinx
Heftige Kritik an der Kohlenbill.
London, 18. Dezember.
Der Gesetzentwurf zur Reorganisierung der englischen Kohleninduftrie ist gestern abend bei den Beratungen im Unterhaus von dem liberalen Abgeordnete» Sie Herbert Samuel heftig angegriffen worden. Samuel richtete eine Reihe von Fragen im Zusammenhang« mit der Kohlen-Vill an die Regie- I rung. Die Beautwortung dieser Fragen durch deu |
Bergbauminister Turner bezeichnete Samuel als vollkommen unbefriedigend.
Andererseits verkündete Handelsminister Graham während der gestrigen llnterhaus-Sitzung in einer einleitenden Rede vor Eröffnung der zweiten Lesung des Eefetzentwurses, daß die Regierung zur Zeit Pläne ausarbeite, die einen zwangsweisen Zusammenschluß der englischen Bergbau-Induftrie in Be- zirksgruppen vorsehe.
lleber die Haltung der Liberalen ist man flch in parlamentarischen Kreisen angesichts der lebhaften Kritik durch Sir Herbert Samuel o ö 11 i g u u - klar. Es steht aber zu erwarten, daß den einzelnen liberalen Unterhausmitgliedern auf der für heute eiuberufene» Konferenz der liberalen Parteiführer freie Hand für dir morgige Abstimmung über die KohlenbiU gelassen und dadurch eine Regierungsniederlage vermieden wird.
MMcher WerbMungsklM?
Don unserer Berliner Schriftleitung.
Berlin, 18. Dezember.
Die Beratungen über die Zollvorlage gestalten sich wie vorauszusehen war, außerordentlich schwierig, und den ganzen gestrigen Tag über hat eine große Reihe von Besprechungen, teils zwischen den Vertretern der sogenannten Grünen Front und den Sozialdemokraten, teUs im Kreise der Regierungspar- teien, teils im Handelspolitischen Ausschuß des Reichs tags stattgesunden. Noch bis in die zwölfte Stunde tagte eine interfraktionelle Besprechung, die dann auch zu einer ziemlich weitgehenden Einigung über einen Teil des Agrarptogramms gelangte, während im Laufe des Tages lediglich ein Teil des Jndu- strie-Zollprogramms erledigt werden konnte.
Die Verhandlungen, die zwischen den Regierungsparteien in der Nacht über die Agrarzölle getroffen wurden, weichen allerdings stark von der Regierungsvorlage ab, indem vor allem
das ohnehin lebhaft umkämpfte System der sogenannten Gleitzölle durch ein anderes Prinzip ersetzt
worden ist. Die Regierungsparteien wollen nunmehr im Ausschuß beantrage.-, »atz ein W e i z e n p r e i s von 260 Jt und ein Roggenpreis von 230 Jt als angemessen festgesetzt werden soll. Wenn dieser Preis im Durchschnitt von vier Monaten unterschritten wird, so soll der Zoll für Weizen auf 9,50 Jt und der Zoll für Roggen auf 9 Jt festgesetzt werden. Dieser Zollsatz kann umgekehrt für Weizen auf 3,50 Jt und für Roggen auf 3 Jt ermäßigt werden, wenn im Durch- schnitt von vier Monaten der erwähnte Normalpreis überschritten wird. Angesichts der jetzigen Marktlage würde dagegen vom 1. Januar ab mit dem Inkrafttreten der hohen Zölle von 9,50 Jt für Weizen bezw. 9 Jt für Roggen zu rechnen sein.
Während bei diesen beiden Zöllen noch ein Anklang an das System der gleitenden Zölle besteht, hat man sich bei Braugerste und Hafer auf vollkommen starre Zölle von 9 Jt für Braugerste und 7 Jt für Hafer geeinigt.
Der Wert für Einfuhrscheine ist folgendermaßen festgesetzt woHen: für Weizen 6,50 Jt. für Braugerste ebenfalls 6,50 Jt, für Roggen und Hafer 6 Jt,. Bei Roggen und Weizenzöllen soll der Wert der Einfuhrscheine heruntergesetzt werden, wenn der Zoll sinkt. Ueber die Mehlzölle und über Vieh- und F1 e i s ch z ö l 1 e ist eine Einigung noch nie t zustande aekommen, jedoch hofft man, diese heute nachholen zu können.
Heute vormittag sollen nun im Handelspolitischen Ausschuß des Reichstaoes die Agrarzölle beraten werden, wobei die erwähnten Anträge der Regierungsparteien zugrunde liegen werden. Bisher hat man vom Jndustrievroarnnm vor allem Sifiufi- zoll und Alnminiumzoll erledige» können, mährend andere Punkte noch stark umstritten sind.
Da auch über das Agrarprogramm noch keine restlose Einigung erzielt ist, fo geht man im Reichstag mit dem Gedanken um, ob man überhaupt die ge samte Zollvorlage noch vor Ende dieses JahreS er ledigen kann, oder ob man vielleicht nur ein g e - kürztrS RrgierungSvrogramm nnnehnen und einen Teil der Zollvorlaqe auf Januar verschieben kann.
Man geht dabei von der Erwägung aus, daß ein Teil unterer Zollkonzeffionen ohnehin durch den schwedischen Handelsvertrag gebunden find, die erst am 15. Januar ablaufen, sodaß man nicht bis Ultimo dieses Jahres, sondern noch sechs Wochen darüber hinaus Zeit haben würde, die letzten neuen Zollpositionen zu beschließen. Jedenfalls weist auch die Zollberatung wiederum schwere Verzögerungen auf, und da man auch tm übrigen Arbeitsprogramm des Reichstags mit Zeitverlusten zu rechnen hat, besonders da die Kommunisten gestern gegen die sofortige Beratung des sogenannten Sofortprogramms Einspruch erhoben haben, so mußte Präsident Löbe bereits ankündigen, daß man sich wahrscheinlich auf eine Sonntagssitzung des Reichstags gefaßt machen müße
Die schnelle Erlüügunq des Sofortprogramms ist bekanntlich vor allem im Hinblick auf den angestrebten Ultimo Kredit von großer Bedeutung.
In den amtlichen Notizen ist mitgetcilt worden, daß die Verhandlungen über ffwfeü voraus
sichtlich rechtzeitig genug abgeschlossen sein werden damit Ultimo-Schwierigkeiten vermieden würden Bisher ist lediglich bekannt geworden, daß es sich da bei um Verhandlungen mit dem ar..erikanischen Bankhaus Dillon, Read u. Co. handele und biete Kredit Verhandlungen werden heute durch eine interessante Notiz des „Börsencouriers" in ein anderes Licht gerückt.
Das Blatt weist daraus hin, daß man wahrschein lich einem inländischen Ueberbrückungs k r c d i t den Vorzug geben würde, ber von einer deutschen Bankengrüppe, unter gleichzeitiger Redis kontierung der Reichsbank, verfügbar gemacht worden sei. Einige Banken hätten sich bereits in ihren Dis Positionen auf Eventualansprüche großen Umfangs eingestellt, und man könne annehmen, daß auch Dr Schacht dieser Behebung der Reichskaffennot am Ultimo durch inländische Geldbeschaffung, gegenüber der Heranziehung von Auslandskapital den Vorzug ge den wird.
Das Geheimnis um Schacht
Berlin, 18. Dezember.
Bei der Beratung des Kreditermächligungsge setzes im Haushallsausschuß des Reichstags richtete am Dienstag der Abg. Dr. Cremer (D V P) an den Reichsfinanzminister die Frage, ob sich die Zeitungsnachrichten beitätigen, nach denen der Reicksbankprästdent verlangt haben soll, daß au§ den ordentlichen Etatömitteln dc nächsten Jahres zum Zwecke der Tilgung der -'chw enden Schulden des Reiches 500 Millionen Mark zurückgestellt werden sollten, und ob das Kabinett und der Reichs finanzminister die Absicht härtsn, ihre Vorschläge für die Finanzreform dieser Forderung entsprechend um- zubtlden
Darauf erwiderte der Reichsfinanzminister Dr H i l f e r d i n g : Die Retchsregterung hat nicht die Absicht, von dem Vorschlag abzuwetchen, den sie dem Reichstag im Finanzprogramm unterbreitet hat.
Im weiteren Verlaus Der Debatte erklärte der Abg. ffetf (Soz.), daß seine Freunde für den Fiuanzplan stimmen wurden. Ädg. Bernhart (Dem.) hielt es für fehr bedauerlich, daß jetzt nack der Festlegung des Komptomiffes eine derartige Debatte tm Ausschüsse überhaupt geführt würde. Ter Vorschlag des Reichsbankpräsidenten sei gerade »as Gegontetl von dem, was Industrie und Handel ir. der letzten Zeit immer wieder gefordert hätten nämlich Steuererleichterungen aus den lleber schussen. _______
Sie Tagesordnung
der Haager Konferenz
Paris, 18. Dezember.
Eine wichtige Besprechung zur Vorbereitung de Haager Konferenz hat, wie das „Journal* meldet gestern in Brüssel stattgefunden. An dieser Be sprechung nahm unter dem Vorsitz des Ministerpräsi deuten Ja spar, de- bkanntlich Präsident der Haa ger Konferenz ist Außenminister Hymans, Finanz minifter Houtard, Minister Franqui, der Gou verneur der Nationalbank und der Generalsekretär des Außenministeriums teil.
Die Taaesordnung für die am 3. Januar in Haaa beginnende Konferenz wurde in ihren Grundzügen festgelegt. Sie soll nunmehr den beteiligten Regie rungen unterbreitet werden.
Nachspiel zum Fall Laugkopp
Berlin, 18. Dezember
Ter Farmer Langkvpp ist vom Reichscm fcbädigungSamt nicht nur mit seinen f amtlicher Schadenersatzanfpriichen abgetoiefen woiDen, sondern es wird von ffim jefct auch die Zurückzahlung der bereit» erhaltenen Entschädigungsbeträge von insgesamt yooo Mark verlangt.
Gegen die Langkvpp angedrohten Zwangsmaßnahmen hat Rechtsanwalt Dr. Frey ein Gesuch an das Enrschäbignngsamt gerichtet, aus besonderen B illiM it sgrüud en Laugkopp die Rückzahlungs- Pflicht der 9000 Mark zu erlassen.