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Seite r 1. Beilage.

Kasseler Neueste Nachrichten

Dienstag, 10. Dezember 1929

ran, daß auswärts Wohnende aus ihrem Wog Mr Arbeitsstätte durch die Engpässe müssen, dann kann man begreifen, wie notwendig die Altstadt jode auch nur mögliche Hilfe zur Beseitigung ihrer Verkehrs­nöte hat. Nach Kassel kamen 1926 täglich 6439 Arbei­ter, 1927 bereits 8126; mir der Eisenbahn, die allein nach Bahnhof Unterneustadt 12 Arbeilerzüge verkeh­ren läßt, und mit einer wachsenden Zahl von Auw­bussen. 12 der Kog und 8 der Arbeiterverkehrsvereine.

Nun sind wir in Kassel noch weniger motorisiert als das ohnehin gering motorisierte Reich im Durch­schnitt. Ungeheuer gewachsen ist die Zahl der Motor­räder von 30 (1914) aus 480 (1928) und 890 in 1929, eine Zunahme allein in einem Jahr um 90 Prozent. Hier darf man an das

bSse Versäumnis der Staatsbehörden erinnern, die an einem Teil der Verkehrsunfälle mit­schuldig sind, da sie Fahrer von Klein-Motorrädern führerscheinfrei und damit unbelehrt auf den Ver­kehr loslassen und darüber hinaus ihre Machtmittel einzusetzen vergaßen, um die Geräusche des Motor- radoerkehrs in erträglichen Grenzen zu halten.

Interessant auch die Zahlen der Verkehrs- zählung. Am verkehrsreichsten ist der Hollän­dische Platz mit heut über 8)00 Fahrzeugen täg­lich. Am zweitstärksten nicht das Fuldator mit 7050, sondern die Ecke Opernstratze, Obere Königstraße mit fast 7700 Fahrzeugen an dieser unübersichtlichen Stelle, die einzige übrigens, an der auch der Fahr­radverkehr und Handwagenverkehr zu statt abgenom­men hat. Der Omnibusfahrgast braucht Is^rnal soviel Verkehrsraum für sich wie der Srraßenbahnsahrgast, der Privatautofahrer sogar 19 mal.

Bei Betrachtung der Kasseler Unsallzifser sei daran erinnert, daß 1927 durch Unfälle im Reich, abgesehen von den Gefundheitsschäden. 1/ Milliarden Sachschä­den verursacht wurden. 1926 wurden 297 Kinder unter 5 Jahren und 530 Kinder bis 14 Jahren ge­tötet. Auch die Fahrräderermordeten 300 Menschen.

In Kassel hatten wir

1928 1089 Verkehrsunfälle, dabei 522 Verletzte, 243 davon Unfälle mit 87 Ver­letzten in der Altstadt. Tödlich waren zum Glück nur 12, darunter 4 Kinder. In den ersten 11 Monaten des Jahres 1929 haben wir bereits 11 tödliche Un­fälle, davon gerade in den letzten Wochen zwei Kinder. Vier Fälle waren auf Unachtsamkeit der Ge­töteten zurückzuführen. Ein Selbstmord, 3 durch zu schnelles Fahren, 1 durch Trunkenheit des Getöteten, 1 durch fehlendes Warnungssignal, und 1 durch Vorfahren eines unbeleuchteten Wagens und d:r letzte durch Unachtsamkeit eines Radfahrers. In der Brüderstraße hat die Zahl der Verkehrsunfälle um 50 Prozent feit der Neuregelung des Verkehrs abge­nommen.

Der Schutzmann kann nicht an allen Ecken stehen, - nur wir müssen endlich Großstädter lernen!

Die Verkehrsdiszipltn ist in Kassel noch miserabel. Straßen dürfen nur an den Ecken senkrecht über­schritten werden. Die Verkehrserziehung der Kin­der beginnt sich erfreulich auszuwirken.

Leider läßt sich bei Tietz kein Verkehrsturm ein« setzen. Ampeln lohnen sich nicht und sind zu teuer. Ein Stoppverkehr in der Brüderstraße ist un­möglich, da kein gleichmäßig fließender Verkehr vor­liegt und nur neue Gefahren geschaffen würden. Töricht wäre es, eine allgemeine Verlang­

sam u n a de» Durchschntttsverkehrs zu verlangen, da dafür gesorgt werden mutz, datz der Verkehr schnell wegfließt. Der Polizeipräsident hält, so sehr er die finanziellen Schwierigkeiten anerkennt, aus die Dauer

die Schaffung einer zweiten Fuldabrücke und einen Durchbruch von der Altstadt nach dem Holländischen Platz für unbedingt notwendig, da die Hauptgefahren am Schnittpunkt des Verkehrs Ost-West mit dem Rordsüdverkehr sind.

Verkehrsdirekwr Dr. Rehorn machte die Fest­stellung, datz 1927-28 die Zahl der Straßenbahnfahr- gäste von 22 auf 24 Millionen gestiegen ist, die der Benutzer der Autobusse von dem allerdings zu weit zurückliegenden Jahre 1920-1928 von 4 auf 71 Millionen. H. GL

* * * *

Und die Straßenbahn...

Wir sagten neulich bereits, daß viele Mißstände tat Fahrplan der Straßenbahn beseitigt werden könnten, wenn endlich einmal

der Engpaß der Brüderstratzc beseitigt wird. Gestern hörte ich vom Polizeipräsidenten, daß er nach wie vor die untere Marktgafse für nicht be­fahrbar hält. Wir möchten aber doch Vorschlägen, daß dort jeder übrige Fuhrverkehr veboten, hingegen ein Staßenbahngleis für den Bergverkehr gelegt wird. Es war bexeits kurz vor dem Kriege soweit, den Unterstock des Hauses Gebrüder Grimm durch eine Passage zu ersetzen, was allerdings durch hohe Forderung gescheitert sein soll. Wenn man bedenkt, daß eine Passage für den Geschäftsmann durch die. Sicherheit der Schausensterbeschauer nur einen Ge­winn bedeutet, ist das unverständlich. Wir glau­ben übrigens, daß es im Notfall auch ohne eine solche Passage geht, da ja eine Seite Bürgersteig hat. Die Kosten würden gar nicht so erheblich sein, wie man ost glaubt. Die reinen Baukosten der Straßen­bahn würden nur 20 000 Mark betragen. Vom Gra-. ben bis zur Wildemannsgafle ist die Marktgafse breit genug. So, wie es jetzt ist, geht es nicht weiter und wenn die Aufsichtsbehörde Schwierigkeiten machen sollte, dann muß sie bedenken, was durch diese gewiß nicht ideale Lösung an einer anderen Stelle gebessert wird. Man betrachte nur Engpässe in anderen Städ­ten, z. B in Essen und Köln, um das kleinere Nebel zu wählen.

*

Aus einigen Wagen der Linie 1 ist in den letzten Wochen probeweise ohne jede Schwierigkeit der von uns zur Debatte gestellte Versuch gemacht worden, die Geschwindigkeit dadurch zu erhöhen, datz der Wagen nur hält, wenn jemand einsteigen will oder ein Fahr­gast das Aussteigenwollen bemerkbar macht. Es ist daher sicherlich mit einer Einführung auf dem ganzen Streckennetz zu rechnen. Schwierig­keiten wird es geben, das ist unausbleiblich, bis das Publikum sich an die Neueinrichtung gewöhnt hat und rechtzeitig sich bemerkbar macht, wenn es aussteigen will. Auch forderten Wir ausdrücklich vernünftiges Bremsen, denn heute kann man nicht itzdern vorzetti- ges Aufstehen zu muten.

Wie wir schließlich hörten, hofft die Verwaltung, im nächsten Jahre an einen Ersatz der wenig schönen Wagen der Linien 3 und 14 Herangehen zu können. Leider verbieten die Kurven zwischen Lutherplatz und Brüderftraße die Beschaffung geräumigerer Wagen auch bann.

«ufere Heimat

Svang. Altersheim in Fulda

Fulda, 10. Dezember.

DasParkhotel" am Frauenberg schön gelegen, ist mit Hilfe des Hessischen Siechenhauses zu Hof­geismar, des Landesverbandes für Innere Mission und der evangelischen ©emeirtbe zu Fulda in das EvatMltsche Altersheim umgewandelt worden, um alleinstehende, alte GemeiudemitMeder aufzunehmen. Vormittags fand in der evangel. Kirche ein Fest­gottesdienst statt, in dem Landes-Oberpsarrer D. Möller-Kassel die Festpredigt hielt, der er die Worte Heil. Schrift, Lucas 1'2, Vers 3537 zu Grunde legte. Der Kttchemhor sang. Nachmittags um 3 Uhr sand der Festakt tat Altersheim statt. Nachdem der bau­leitende Architekt Gerhardt von der Firma Gerhardt und Schäfer ih Kassel den Schlüssel des Heims an Herrn Landes-Oberpfarrer D. Möller-Kassel über­reicht hatte und dieser ihn mit Segenswünschen an Pfarrer Weitz vom Hessischen Siechenhaus in Hof­geismar weitergereicht hatte, öffneten sich die Pforten des Heimes. Im Saale begann die Einweihungs­feier. Zunächst sang eine Abteilung des Hoftnann'- fchen Männerchores dasHeilig» Heilig" von Schu­bert; es schloß sich an der gemeinsame Gesang des LiedesDu meine Seele finge. Landes-Oberpfarrer D. Möller hielt sodann die Eröffnungsansprache. Landrat von Hugo-Kassel übermittelte die herzlichsten Glückwünsche und Segenswünsche des Landeshaupt­manns und des Bezirksverbandes, weiter sprachen der Magistratsrat Dr. Tanzenbrück-Fulda, Reg.-Ass. Dr. Stachels-Fulda; für die Evangelische Landes­kirche sprach Kirchenrat D Merzyn-Kassel, für das Hess. Diakonissemhaus°-Kassel Pfarrer Fuchslocher, er betonte besonders, daß das Hess. Diakonissenhaus zur Betreuung der im Evangelischen Altersheim Emmaus aufgenommenen Personen 2 Schwestern entsandt ha­ben. Namens der Ortsgruppe Fulda des Deutsch- Evangelischen Frauenbundes sprach Stiftsdame Frl. v. Holbeben und teilte mit, daß die Ortsgruppe für das'Heim einen Radio-Apparat gestiftet habe. An Geschenken wurden seiner überreicht vom Evangelisch Ausschuß der Stadt Fulda und der Ortsgruppe Fulda des Evangelischen Bundes ein Wld, vom Evangelisch. Bolksveroin Fulda ein Kruzifix aus Marmor, vom Hofmann'schen Männerchor ein ansehnlicher Geld­betrag, vom Evangelischen Jungmännerverein eine Bibel, außerdem stifteten noch Geschenke der evangel. Jungma^dchenverem und die Jung schar, der Bibel­kreis Löhrer Lehranstalten and der evangelische Kindergarten, Kreispfarrer Weber-Fulda gab einen Mckblick auf die Verhandlungen über die Errichtung eines eigenen Altersheim und die Unterstützung des Hess. Siechenh. Pf. Weiß Hofaeismar Krrach über den Bau. Dank zollte er Allen, die diese We he durch Wort u Tat verschönten. Nachdem noch der Hofmann'sche Männerchor das LiedHab Sonne im Herzen vor- getragen, erreichte die Feier mit dem gemeinsamen Liede:Ach bleib mit deiner Gnade ihr Ende. Das mit Warmwasserheizung ausgestattete Heim kann 45 bis 50 Personen ausnehmen und zwar sollen in erster Linie Evangelische Personen aus dem Kirchenkreis Fulda-Hünfeld-Gersseld und a>us Schlüchtern Auf. nähme finden, die in diesem Heim friedlich ihren Le­bensabend vollbringen sollen.

Naumburg, 10. Dezember. (Stadtverordnetensit­zung.) Dtadwerordnetenvorfteher wurde Landwirt Wiederholt, Stellvertreter Bäckermstr. Böhste, Schrift­führer Postsekretär Gemeine. Die Magistratswahl findet erst in zwei Wochen statt.

Bad Sooden-Allendorf, 10. Dezember. (Wer wirb Bürgermeister nach der Zusammenlegung der beiden Orte?) Bisher wurde das Amt von Bürgermeister Dr. Eulert, dem bisherigen Bürgermeister der Stadt Mendorf, versehen. Ein Teil der Stadtverordneten vertrat die Ansicht, den Posten neu auszuschreiben. Acht Stadtverordnete stimmten dafür und acht dagegen. Der Vorsteher, der ebenfalls für Ausschreibung ge­stimmt hatte, erklärte, datz er von seinem Recht, Aus­schlag zu geben, keinen Gebrauch machen und der Re­gierung die Entscheidung überlassen wolle. Die Stadt­verordneten beschlossen, 200 RM. zur Verabreichung von Milch an bedürftige Schulkinder während des Winters zur Verfügung zu stellen. Mehrausgaben für Kanalisierung in Sooden wurden bewilligt. Die alten Quellen für die Wasserleitungen liefern nicht das erforderliche Wasser. Es soll über Anschlutz neuer Quellen ein Gutachten eingeholt und wegen der Be­schaffung einer Anleihe für die Baukosten mit der Kreissparkasse verhandelt werden. Ein Plan für die Errichtung einer neuen Badeanstalt soll ausgearbeitet werden. Die Gewährung von Weihnachtsbeihilfen an Bedürftige wurde der Wohlfahrts- und Fürsorgekom- misfion überwiesen. Um Arbeit für die Erwerbslosen zu schaffen, sollen im Stadtwalde neue Wege angelegt werden. 1500 RM. für Waldarbeiten wurden nach­bewilligt.

Oberhone bei Eschwege, 10. Dezember. In der letz- ten Gemeindefitzuug wurden die neuen Eemeindever- treter eingeführt. Um Erwerbslose zu beschäftigen, wurde der Wegebau besprochen.

Struth, 9. Dezember. (Der derzeitige Bürgermei- ster) A. Weisheit wurde mit sämtlichen Stimmen tote» devgewählt.

Herrenbreilungen, 9. Dezember. (Der neue alte Bürgermeister.) Der bisherige Bürgermeister Land- Witt Friedrich Reum wurde wiodergewählt.

Gemünden, 10. D^ember. Tie neuen Stavtväter wählten zum Vorsteher Landwirt August Batz, zum Stellvertreter Konrektor Kaiser, zum Schriftführer Lehrer Spier, zum Stellvertteter Holzhändler Justus Diehl.

Altersbach, 9. Dezember. Die erste Sitzung ber, neuen Gemeindevertretung, die sich aus sechs Man-

kanten der ListeVereinigte Arbeiter, 2 von der Mittelstandsliste, 3 von derGemeindewohl. Liste und 1 derRepublikaner zusammensetzt, bewilligte einen Bauplatztausch und gab bekannt, daß der Ge­meinderechner nach zehnjähriger Amtszeit feine Tä­tigkeit nicht mehr ausüben wolle.

Weidebrunn, 10. Dezember. (Bürgermeister BoHn wiedergewählt.) Am Sonnabend wurde mit 12 Stim­men der Linken und der Bürgerlichen der seitherige Bürgermeister Bohn wiedergewählt.

Schmalkalden, 10. Dezember. Die neuen Stadt­väter tagen. Vorsteher wurde Sw. Heller (BAG), Stellvertteter Sw. Heukeroth (SPD), Schriftführer Sw. Reim. (BAG), Stellvertteter Sw. Neumcmn (SPD). Die Wahl der Beigeordneten: BAG 2 Sitze die Herren K. Schirmer und E. Steuer, die SPD 1 Sitz. L. Pappenheim. Bei der Stadträtewahl er-

hrelten BAG 4 Sitze, Dfttfch, Pacht Wittig und Krech, die SPD 2 Sitze, Schmolle und Werner. Es wurde beschlossen, die Zahl der Stadtverordneten nicht zu erhöhen. Zur Auszahlung von Wtaterbeihilfen wird die Ueberweifung eines kommunistischen Dringlich­keitsantrages an den Magistrat beschlossen.

Karlshafen, 10. Dezember. Die Wahlen zum Ma­gistrat. Gättuer August Linde wurde zum ersten Bei­geordneten. Gastwirt Bergheim zum zweiten Beige ordneten und Mühlenarbeiter Ewers und Fabrikant Rose zu Sckwfsen gewählt. Vorsteher wurde Kauf­mann Schäfer, Stellvettreter Arbeiter Henke, Schttft- füchrer Gewerkschaftssekretär Stitz, Stellvertteter Rek­tor Spies.

Lutterberg, 10. Dezember. Ein Menschenalter treu gedient Die vom Mündener Housfvauenverein abge­hobene Adventsseier war mit einer Ehrung von Hausangestellten für langjährige treue Dienste ver bunden. Dabei wurde der ältesten der zu Ehrenden, Fräulein Christine Steutz, welche fett 51 Jahren un­unterbrochen bei der Familie Gutsbesitzer Fraatz- Luttevbera dient, ein Geschenk überreicht.

Fürstenwald, 10. Dezember. Am Sonntag fand die Wahl zum Anssichtsrat der Spar- und Darlehns- kasse statt, für ein ausscheidendes Mitglied wurde Landwirt Zöltzer 2. gewählt, die andern blieben. Der Jahresumsatz hat sich auf 36 000 RMk. erhöht, der Knssuß für Spareinlagen mit monatlicher Kündi­gung ist aus 10 Prozent festgesetzt. Die Kreditgrenze des Vereins wurde um 50 000 Matt erhöht.

Körle, 10. Dezember. (Konzert.) Am Sonntag veranstaltete die Gefangsabteilung des Arbeiterturn­vereins unter Mitwirkung der Gesangsabteilung Guxhagen in der Gastwirtschaft Zülch einen Konzert­abend. Unter Leitung ihres Dirigenten Lehrer Hopf- Guntershausen bewiesen die Abteilungen, datz sie aus hoher Stufe stehen.

Hofgeismar. 10. Dezember. (Verkauf beS Gemeinde- obstes im Kreise Hofgeismar.) Hofgeismar (bis jetzt) 11000 Mk., Grebenstein 5273 Mk., Earlshafen 2504 Mk., Immenhausen 3294 Mk., Helmarshansen 3456 Mk., Trendelburg 3017 Mk., Liebenau 3146 Mk., Cal­den 2640 Mark, Deisel 3765 Mk., E'berschütz 1512 Mk., Gieselwerder 2208 Mk., Gottsbüren 1421 Mk., Gotts­treu 2310 Mk., Haueda 1523 Mk., Hombressen 1547 Mk., Hümme 1922 Mk., Lamerden 2038 Mk., Langen­thal 3084 Mk., Lippotaberg 6535 Mk., Meimbressen 1003, Niedermeiser 1618, Oedelsheim 3333 Mk., Ost- Heim 2077 Mk., Schöneberg 2208 Mk., Dielen 1012 Mk., Vaake 3362 Mk., Veckerhagen 11023 Mk., Verna­wahlshausen 2718 Mk., Westuffeln 1008 Mk., Gesamt­summe tat Kreis 102 619,50 Mk.

Gensungen, 10. Dezember. Viehzählung in Gen- sngen und Lttttelhos: 97 Pferde, 428 Stück Rindvieh, .44 SelMe, 1012 Schweine, 179 Ziegen. 40 Kaninchen, 144 Gänse, 159 Enten, 2293 Hühner, 12 Trat- und Perlhühner und 33 Bienenstöcke.

Niedermöllrich, 10. Dezember. Viehzählung. 64 Werde, 447 Stück Rindvieh. 772 Schwetae, 131 Ziegen 1880 Stück Federvieh und 14 Bienenstöcke.

Niedervorschütz, 10. Dezember. Adam Röhn, unser frühere Ortsdtener, ist tat Alter von 68 Jahren ge­stoben. Vor 2 Jahren waren es 25 Jahre, daß er im Dienste der Gemeinde stand.

Jesberg, 10. Dezember. Ein hiesiger Gastwirt überfut)r morgens am Ausgang des Ortes den Ver­walter G. des Rittergutes und verletzte ihn schwer. Der Wagenführer hatte auszuweichen versucht und geriet dabei in einen Gatten. Der Zaun wurde eta- gerissen, das Auto beschädigt.

Waldkappel, 10. Dezember. (Die Zwangsinnung der Schuhmacher) tat Amtsbezirk Bischhausen, Sitz Waldkappel, feierte das 25jährige Bestehen. Jnnungs- obermeister Strube hielt die Begrüßungsansprache. .Bürgermeister Oeding brachte Glücttvünsche der Stadt.

Jestädt bet Eschwege, 10. Dezember. (Die neue Wasserleitung konnte nunmehr zum größten Teile in Betrieb genommen werden. Die Leitung ist bis auf einige Jnnenanschlüsse beendet.

Treffurt, 10. Dezember. Hier wurde eine Orts­gruppe vom Verein zur Pflege der Kunst in Eschwege gegründet, die an den in Eschwege stattfindenden Ver­anstaltungen teilnehmen wird.

Brettungen (Werra), 9. Dezember. Der bisher in einem fürchterlichen Zustande liegende Weg zum Bahnhof ist nun gesäubert und verbreitert worden und hat Beleuchtung erhalten. Bürgersteige sind be­absichtigt und Anpflanzung von Rot- und Weißdorn Das Bahnhofsgebäude ist vergrößert worden.

Treysa, 10. Dezember. Bürgermeister Wiegand ft. Im Mtcr von 69 Jahren starb unser früherer Bürger­meister Heinrich Wiegand. 35 Jahre hat er der Stadt Tretzifla vortreffliche Dienste geleistet, als Stadtschreiber StadWmmerer und Sparkassenrendant. Am 1. Juli 1902 übertrugen die Vertreter der Stadt ihm das Bürgermeisteramt, das er 22 Jahre lang verwaltete Enrgisch setzte er die Erbauung der Wasserleitung, des Elektrizitätswerkes, die Verkoppelung, die Verletzrmg des Bahnhofes, die Obstplantagen durch.

Treysa, 10. Dezember. Rauchschaden. Dem Metzger Hoos in der Heinzestr. verbrannten beim Räuchern drei Zentner Wurst. Der Schaden beläuft sich auf etwa 600 Mark.

Neukirchen, 10. Dezember. (Vom Kreisviehversiche­rungsverein). In der Gastwirtschaft von Wenerhold wird am Sonntag, den 8. Dezember der Kreisvieh- verstcherungsverein Ziegenhain eine Versammlung abhalten, wobei Landwirtschaftsrat List-Ziegenhain über das freiwillige Tuberkuloseversahren sprechen wird. Außerdem Geschäftsbericht.

Schweinsberg, 10. Dezember. Anlage einer Eisbahn. Unsere Nachoarst.idt Homberg bat mit der Anlage einer Eisbahn, anschließend an den Sportplatz des Fußballklubs '.8erm.mta begonnen. T te Ausführung übernimmt der Ver'chrsvereii», nachdem dte Stad: die erforderlich"-1 Mittel zur Verfügung restell: hat.

Lenglern, 10. Dezember. Der rote Hahn. In der Scheune des Landwirtes Heinrich von Roden ent- stcrnd auf unauifzeKärte Weise ein Feuer, das ta we­nigen Minuten auch die Stallnugen in Brand setzte. Den Feuerwehren aus Lenglern, Harste und Hotten­den gelang es, das Feuer zu löschen Scheune und Stott brannten bis auf *»ie Grundmauern nieder. Erntevorräte und Kleinvieh sind dem Brande zum Opfer gefallen.

Hemeln, 10. Dezember. (Vor Aufregung erblindet.) Die Landwirte Gustav und Heinrich Ludewig wollten Holz abfahren. Die jungen Pferde gingen durch und setzten über einen Kanal. Dabei glitt das eine Pferd aus und erlitt einen Beinbruch, den man nach Urteil des Tierarztes wieder zu heilen hofft. In­dessen hat der Vorfall den Onkel der Brüder Lude­wig, Theodor Ludewig, der seit längerer Zeit an ei­nem Augenleiden krankte, derart aufgeregt, daß er er­blindete

Uslar, 10. Dezember. (Unterschlagungen.) Der An- gestellte B., der am Landratsamt in der Abteilung für Kriegsbeschäd igtenfürsorge arbeitet, hat sich an den für Kriegswaisen und -Witwen bestimmten Gel­dern vergriffen. Mit den Geldern lebte B. auf gro­ßem Fuße.

Fulda, 10. Dezember. Einbrecher. In das Mutter- haus der barmherzigen Schwestern wurde eingebro- chen, entwendet wurde ein größerer Geldbetrag. Ebenso tat Konsum verein.

Forellenbachverbauimgen

zur Hebung des Ertrages der Fischerei.

Der Fischereiverein für den Regierungsbezirk Kas­sel läßt bei Niedenstein, tat Wiehof- und Schwols- bach, unter Leitung und nach System des Forstmei­sters a. D. Pelissier Versuche anstellen, durch Forel- lenbachverbauungen den Ertrag der Fischerei zu he­ben. Die Forellenbachverbauungen haben sich be­währt und den Ertrag der lleinsten Bäche gesteigert Die Erträge gegen früher konnten in der Versuchs­strecke bei Niedenstein erheblich erhöht werden. Die Bäche führten früher nur Forellen in Setzlmgsgrötze, lieferten jetzt aber, trotz des Wassermangels 1929 an­nähernd einen Zentner Forellen in Speisefischgrütze. Der Fischereiverein erläßt eine öffentliche Einladung zur Besichtigung der Anlagen, und zwar-am Sonn­tag, den 15. 12. 1929. Abfahrt mit dem Autobus Kassel-Niedenstein, Karlsplatz 10 Uhr, Ankunfi Wich- dors 11 Uhr, Frühstück int Gaschos Kirchhof und dann Vortrag des Forstmeisters a. D. Pelissier. Ab 13,30 Uhr Besichtigung der Anlagen tat Wiehof- und im Schwolsbach und Erläuterung durch den Erbauer und den Ooerfischmeister Dr. Lowartz vom Oberprä- stdium. Fußmarsch 5 Kilometer. Vom Schwolsbach Rückmarsch nach Niedenstein, Fußmarsch 2 Kilometer und Rückfahrt nach Kassel mit Autobus ab Nieden­stein 19 Uhr, Ankunft Kassel 20.05 Uhr oder Weiter­marsch nach Breitenbach, etwa 4 Kilometer Fußmarsch und Rückfahrt mit der Eisenbahn ab Breitenbach 17 Uhr 03, an Wilhelmshöhe 18 Uhr 03. Es wird gebeten, dem Geschäftsführer des Vereins, Major a. D. Klemke, Kassel, Milchlingstratze 10, Part., Telephon 4636, bis zum 12. 12. 1929 die Teilnahme anzuzei­gen und ob Benutzung des Omnibusses in Betracht kommt.

3n Raiffeisens Geist

Unterverbandstas der Berel»« im Landkreise Lasset.

Heiligenrode. S. Dezember,

Am Sonntag nachmittag trafen sich im Saal« der Wirtschaft Schmolz zn Heiligenrode di« Vertreter sämtlicher Vereine des Landkreises Kassel. Mehrere hundert Mftglie- der nahmen an der Tagung teil. Punkt 8 Uhr konnten die Verhandlungen, nachdem der Gesangverein ..Germa­nia" zur Begrünung zwei Chöre vorgetragen hatte, und der Leiter des Hetligenröder Tarlehnskalsenveretns, Rektor Lückert, einige Worte der Begrünung gesprochen batte, durch den Uuterverdandsdirektor, Hauvtlehrer Wagner- Crumbach eröffnet werden. Anschließend gab bet Leiter der Versammlung einen Rückblick über das vergangene Geschäftsjahr. aus dem wir hervorheben wollen, daß die Mitgliederzahl des Unterverbandes auf 4612 angewachsen ist. Im Unterverband erreichten die Umsätze an Waren usw. die Summe von 10 428 748 Millionen Mark, dte Tvarkassenbestände erreichten die Höhe von 1 488 790 Mark, ausgeliehen haben die Vereine die Summe von 947 512 Mark. An eigenem Kapital (Stiftungs- und Reservefonds) besitzen die Genossenschaften wieder 177 634 Mark. Im allgemeinen haben all« Vereine gut abgeschnitten, find doch nur vier« vorhanden, die keinen Gewinn erzielten. Zum Schlntz trat der Redner für Beranftaltnngen von Fami- lienabenden durch die Vereine ein, für Licktoilderveranstal- tunge» für tie Schulentlassenen, für Volksbibliotheken aus dem Lande, damit die Jugend herangebilüet würde. Land- rat von Papvenheim dankte für die Begrühungs- worte und mutte aus, daß die Kreisverwaltung bemüh: fei, für die Volksbüchereien Bücher zu beschaffen. Für die tzamilienabend« emvfabl der Landrat den vom Kreis be­schafften Kulturfilm über das Kinderfolbad Karlshafen. Der heutige Unterverbandstag habe bewiesen, datz in den Vereinen alle Bevölkerungskreise ohne Unterschied der Kartei und der Konfession als Mitglieder vertreten leien. Nur in der Einigkeit liege die Macht und könne das grotze Ziel, das sich die Raiffeisenvereine gesteckt habe», erreicht werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach Direktor Grauer- Wolssanger über richtiges Düngen und trat dann ein für die Weiterbildung der ländlichen Jugend und Jungbauern. Hieraus erfreute der ..Altere Männergesaugvereiu" durch einige Chöre. Anfchlietzend referiert« Beröandsanwalt Scküler üb«r di« neugegründetc Kurheffifch« Raiffeisenbank. Wir erwähnen kurz, datz die Raiffeisenvereine Kurhessens an der Bank mit 758 C00 Mk. beteiligt sind bei einer Hasisumme von 7 580 000 Mark. Die Bank arbeitet heute mit einem Kavital von 11 Millio­nen Mark: von den eigenen Vereinen wurden 2 390 000 Mark dem Institut überwiesen, Gelder, die sie in ihren Vereinen erübrigten. Ausgel iehen an die Vereine hat die Bank rund 5 Millionen Mark, anHesienlaud" fast 6 Millionen Mark. Direktor Hennings von ..Hessenland" sprach »och kurz über dieses Institut, das einen Umsatz von 38 Millionen Zentner an Waren im Wert von 2s Millionen hatte.

Es folgt« ein vom Heiligenröder Darlebuskassenverein veranstalteter Unterhaltungsteil. Arbettergefangverein Frohsinn" fang zwei Chöre. Schulkinder der obersten Klanen glänzten mit Deklamationen und Liedern, die Mädchen mit Reigen und Tänzen. Lehrer Wilke sang einige Schuberilieöer, und die Damenriegen der beiden Turnvereine zeigten Volks- und Reigentänze. Zu einem Kunstgenutz wurden die Klaviervorträge des Lehrers Barthelmes.

Dar SachildiHeim bittet!

Gott lohne es jedem, der Gaben uns gilbt In Geld eider Kleidung, oder wie's ihm beliebt Auch Spielwaren d-iirsen's und Dahak sein, Und herzlich dankt das BathAdisheim! Schwester D.

Borstchende Bitte richten wir an die Waldecker LarndAettte im Jndnstriegehiet mit der Bemerkung, daß wir gebrauchte Sachen und gettagene Kleidungs- stücke für unsere Pfleglinge annehmen. Im BalMdis- heim zu Arolsen befinden sich 110 Pfleglinge, in der Tochteranstatt für Schwachsinnige und Epileptische Waldfrieden bei Neuherich 50 Pfleglinge. Post­scheckkonto Frankfurt-Main Nr. 12279. Der Vorstand. Preising.

Rundfunk

Programm des Kasseler und Franffurter Senders

Mittwoch, 11. Dezember:

6,90: Wetterbericht und Zeitangabe Anfchlietzend: Morgengvmnaftik 1090: Schallplattenkonzert

11,15: Schulfunk

11,4512,00: Schallplattenkonzert

13,15: Werbekonzert lScballvlattenI

18,8014,80: Seifere russische Volksmusik lSchallvlatten)

15,1515,45: Stunde der Jugend

1617,45: Von Stuttgart: Konzert i>8 Rundfunkorchesters 18,0518,30: Von Mannheim:Die Fra» in der inter­nationalen Arbeit", Vortrag

18,8519,00: Von Stuttgart: Wilhelm Schutte» Vor­lesung aus eigenen Werken

194)5: Bon Stuttgart:Die Goldküste in der Vergangen­heit, Gegenwatt und Zukunft"", Vortrag

19,90: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters Lei­tung: Kapellmeister Reinhold Metten

20,15: Nach ber Kutte W. M. Thakevay:Diuergebende Snobs M. G. Saphir:Oefterreichische Mehl­speise Karl Sternheim:Napoleon Gg. von Massen:Ave oitrea" Franz Sessel:Frau Men­schenfretter B. Traven:Aztekenmablzeit Würze von Vischer, Lessing und Friedrich dem Grohen

21,00: Südwestdeutsche Komponisten Hans Oskar Hiege, Main,: Orgelsonate Bodo Wolf, Frankfurt: Kammermusik, op. 41, kür Bläser Julius Klaas, Auerbach i. O.: Drei Gelänge für Tenor mit Streichauattett nach Hofmannsthal Doktor Jo­hann Friedrich Hoft, Frankfurt: Breugnon-Suite für Streichttto Heinz schröter, Frankfurt: Drei Jazz- ftücke für zwei Klaviere

22,30: Schachstunde

Deutsch« Stund«:

18,55: Prof. Dr. Gustav Mayer: Groß« Menschen: Karl Marx

20,80: Bon München: Isar nnd Spree

21.20: Bon München: Geselligkeit. Festlich« Klänge aus dem 13. Jahrhundert

Schlingmann Kannen tropfen nicht!

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