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Stenn, b«te» Zaheaanq

Kasseler Neueste Nachrichten

1. Beilage

Montan,21 Otto er 1929

Aeues aus Kassel

Saffet, 19. Oktober

Das Zubiläum der Maschinensetzer

Am Sonnabend vereinigten sich im Stadtpart bie Männer der Setzmaschine, um das silberne Jubiläum ihrer Bereinigung als Sondersparre desVerbandes der Deutschen Buchdrucker" zu feiern. Emporen und Bühne des Saales waren mit den fünf Farben der Buchdrucker (Purpur, Gold, Blau, Silber u. Schwarz! dekoriert. In einer Ecke 1>er Bühne stand in einem Lorbeerhain die Büste des Altmeisters Gutenberg Kurz nach 8 Uhr wurde die Jubiläumsfeier mit dem Griegschen Huldigungsmarsch eröffnet, dem ein von Wilh. Schmidt (vom Wehlheider Hoftheater) gespro­chener Prolog folgte, dtach einem gemeinsamen Ge­sang hielt der Vorsitzende des Vereins, Paul Z e r s u ß die Begrüßungsansprache, in der er die noch lebende» Gründer der Vereinigung ehrte und den im Weltkrieg Gefallenen gedachte. Während des Festessens begrüß-, ten Vertreter der Brudervercine den Jubelverein. Mil einer Anzahl weiterer Ansprachen war der erste Teil des Programms beendet.

Nun trat mit einemBunten Abend" dasWehl­heider Hoftheater" auf den Plan. Der unübertreff­liche Rudi Wucherer sagte an. Im Gesang ernte­ten Herr Saume und die Damen Ly Helbig und Lizzi Bernhardt stürmische Erfolge. Die beiden Backfische Mia Dor mann und Kali Baumgar­ten tanzten sich gar bald in die Herzen der Anwesen­den ein. Auch sie brauchten sich über den Beifall nicht zu beklagen. Willi Schmidt holte aus den Zu­schauern mit seinen Vorträgen in Kasseler Mundart Salven der Begeisterung heraus. Auch die Geschwister Klaus ernteten mit ihrem seelenvollen Spiel wohlver­dienten Beifall. Am Sonntag besichtigten die auswär­tigen Gäste die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

täte Fiün ein großer Wurf ist. Wundervoll b-ildhafte Volks- und Hofszenen geben ein prächtiges Kulturbild der Zeit Marie Antoinettes und den Rahmen der Handlung, in deren Mittelpunkt als skrupelloser Abenteurer HanS S t ü w e steht. Vielleicht zu schwer­blütig; man könnte sich einen Schuß mehr Mosjukin gut denken für diese Figur. Aber der Cagliostro, wie er ihn sieht, ist nicht ohne Reiz: ein Mann, der in der Verblendung über tausend Betrügereien das Herz seiner Frau durch ein Paradies auf Erden gewin­nen zu müssen glaubt, während sie nur den Namen­losen liebt, der sie einst rettete. Die Katastrophe am Hof des vierzehnten Ludwig und die Galgenszene sind großes Format. Erschüttert sehen wir und befreit wie Guiseppe Balsamo, der den Grafenmantel abge- streist, mit seine» Gfährtin hinausezieht in die Freiheit.

Arbeiter und Glauben

Der Knrhessische Verband evangelischer Arbeiter­und Volksverein hielt in dem Dank seiner großen Vergangenheit und Reichtum an kulturhistorischen Denkmälern so einzigartigen Fritzlar seinen Der- bandstag ab.

Dem Auftakt gab ein Begrützungsabend. Pfarrer Scheffer entbot ein herzliches Willkommen. Der- bandssekretär Poepke-Kafsel dankte für die gebotene vorbildliche Gastfreundschaft. Nunmehr entwickelten die Vertreter in regem Austausch ihre reichen Er­fahrungen, die Generalsekretär Rudolph-Berlin mit dem Ausruf krönteMehr Aktivität!" Die anregenden Stunden endeten mit einer Andacht.

Den Sonntag leitete ein in der Kirche gehaltener

beitsfolge der Fichte-Arbeitsgemeinschaft her Ju» gendgruppen, eines Zusammenschlusses junger Men­schen, die auf obigen Grundgedanken atrfbaitemb, ge­meinsam neue Werte für sich und die Gesamtheit er« arbeiten wollen.

Der Arbeitsplan ist ab Mttte nächster Woche an auf der Geschäftsstelle der Fichte-Hochschule, Wolfs­schlucht 15 erhältlich.

Langfinger

Eine Bonde gefaßt.

Am Sonnabend abend wurde bei einer Witwe in der Kaiser Friedrichstraße ein Einbruch verübt, wobei dem unbekannten Täter Gegenständ« im Wette von etwa 500 Mark in die Hände fielen. Die Evnntt- lungen wurden fof-ort ausgenommen.

Die Kriminalpolizei hat in den letzten Tagen mehrere Einbrüche aufgeklärt. So konnte sie vier Burschen im Alter von 19 bis 20 Jahren ijstnehrnen, die vor einiger Zeit drei Einbruchsdieb­stühle in der Schützenstraße, Martinsstraße und am Katzensprung verübt haben. Ferner zwei jumge Leute, bte in der Nacht zum 10. Oktober in eine Gastwirtschaft in der Mauerstr. eingedrungen waren umd Tabak usw. Waren im Werte von 100 Mark ge­stohlen haben. Schließlich wurden noch mehrere Schaukasteneinbvüche aufgeklärt. Auch hier kommen zwei junge 2>ur-i"dxn in Frage, die gemeinsam die Einbrüche ausgefühtt haben.

allerlei vom Tage

Der Minister des Innern hat alle Polizeibehör­den dahin verständigt, daß et der tat Urteil des Obevlaindesgerichts Stuttgart vom 12. Ium ausge­sprochenen Recht San sicht beitritt, wonach die Pflicht zur Beleuchtung stehender Kraftfahrzeuge nicht be­steht, wenn die Fahrzeuge im Schein anderer Lichtquellen stehen, die das Fahrzeug und Kennzeichen tm gleichen Maße erhellen, wie dies durch eigene Beleuchtung möglich wäre und denen

In letztet Zeit ist wiederholt darüber Klage ge- ührt worden, daß die in her Rahe von Krankenhäu- ein und Schulen polizeilich angebrachten Vetkehrs- childet mit der AufschriftKrankenhaus" ober Schule" von den Führern der Kraftfahrzeuge nicht genügend beachtet werden. Die Warnungstafeln ver­pflichten zu geräuschlosem Fahren und zur Einschrän­kung der Abgabe von Hupenzeichen.

Dabei ist die Geschwindigkett so herabzusetzen, daß die Sicherheit durch das möglichst ohne Abgabe von Watnungszeichen fahrende Fahrzeug nicht ge­fährdet wird. Abgesehen oabon, daß es moralische Pflicht jedes Fahrzeugführers ist, in der Nähe von Krankenhäusern und Schulen jedes unnötige Ge­räusch zu vermeiden, macht sich der Führer bei Rtcht. beachmng der bezeichneten Schilder nach der Stra­ßenverkehrs-Ordnung strafbar.

Die Geltungsdauer der Sonntagskatten zu Mer- heiligen in diesem Jahre wird ausnahmsweise auf die Zeit vom 31. Oktober bis zum 4. November 9 Uhr ausgedehnt. Die Sonntagsrückfahrkarten also gelten zur H i n f a h r t am Donnerstag, den 31. Oktober von 12 Uhr an, Freitag, 1. November, Sonnabend, 2. No­vember, Sonntag, 3. November und zur Rückfahrt am Freitag, den 1. November, Sonnabend, 2. November bis 9 Uhr, Sonntag, 3. November, Montag 4. Nov.

Glocken des Friedens

Erntedank im Luisenbund

Zum Erntedankfest vereinigte sich der Bomb Kö­nigin Luise. Im Saal stand ein herrlich gedeckter Tisch, auf dem viele Schalen köstlich reifet Früchte | mit Weinlaub verziert, dazwischen die letzten Blu- 1 men der Gärten und Gemüse standen. Viele Käme roßinnen hatten dafür gesorgt, daß die Ernte auf dem Tisch eine sehr große war, so daß der Bund 47 arme Familien damit erfreuen konnte.

Um dem Fest rechte Weihe zu geben, sprach Geh. Konststorialrat Trepte übet den Dank gegen Gott, vom ewigen Wechsel der Statur, dem Wachsen und Werden, Säen und Ernten Wetter sprach et von den schönen alten deutschen Sitten des Erutedankfe- stes. Uns Kameradinnen sprach er so recht aus dem Herzen, denn bte Pflege des Glaubens an Gott und des Gefühls der Gemeinsamkeit mit unseren Volks genossen zählt der Bund mit zu seinen vornehmsten Ausgaben. In festlicher Stimmung blieben die Ka­meradinnen noch längere Zett zusammen, sie trennten sich mit dem dankbaren Empfinden, nicht nur schöne Stunden int Kreise des Bundes verlebt zu haben, sondern auch manche wertvolle Anregung für ihre weitere Tätigkeit zum Wohle unseres Volkes mit nach Haufe zu nehmen

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gutbesuchter Festgottesdienst ein, in dessen Mittel­punkt die Festpedigt von Pf. Laabs-Zwesten, in der als das Ziel des evangelischen Christen die ihm im Evangelium gegebenen Güter: Glauben und Liebe gezeigt wurden. Anschließend fand auf dem Markt­platz eine Posaunen lunbgcbung statt, auf der die Bläser unter Leitung von Posaunendiakon Wilhelm Otto-Kassel Choräle zu Gehör brachten . Nachmit­tags war die Vertretertagung in der der Vorsitzende Pfarrer Lic. Franke-Heckershausen die Notwendigkeit er der ev. Arbeitervereine barlegte. Hierauf über­brachten Metropolitan D. Dithmar-Kassel namens der Kirchenregierung, Kreispfarrer Rausch- Ziegen­hain namens seines Kirchenkreises, Pfarrer Scheffer namens der Fritzlarer Kirchengemeinde und General­sekretär Rudolph-Berlin namens des Eesamtver- banbes Segensgrüße.

Verbandssekretär Poepke-Kassel gab den Jahresbericht, aus dem man eine Ausbreitung der Bewegung und ein eifriges Wirken in der christlich sozialen Idee entnehmen konnte. Es sollten in den verschiedenen Kirchenkreisen Wochenend-Freizeiten für Arbeiter veranstaltet werden, um Führer heran­zubilden

Den Höhepunkt bildete das Referat von General­sekretär Rudoph-Berlin übetUnsere Aufgaben als E. A. B. im öffentlichen Leben". Der evangelischen Arbeiterschaft müssen auf Grund ihrer zahlenmäßigen Stärke und ihrer Bedeutung als der zukunftsreichste Stand einen

größeren Einfluß in Kirche, Staat und Sozial­versicherung

eingeräumt werden Die Erreichung dieses Zieles er­fordern die Mitarbeit aller evangelischen Arbeiter ..Arbeitersekretär Bohr-Kassel belebte die anschließende Aussprache mit viel Anregungen, in denen er den Kampf gegen die Sozialversicherung, die Zurücksetzung der evang. Arbeiter in den Parteien, was sich aus den Listen zu den Kommunalwahlen ergab, scharf ver­urteilte und dazu auftief, der christlich-nationalen Arbeitersache ein weiteres Bollwerk durch Stärkung der christlichen Gewerkschaften zu geben

$ür Wissen und deutsche Kultur

Die Kurse in der Fichte-Hochschule.

In der nächsten Wocbe erscheint das Verzeichnis der Fichte-Hochschule für das Wintersemester. Die Vorlesungen beginnen in der 2. und 3. Rovember- woche

.Die Fichte-Hochschule will den Jungen in allen Lagern und den Männern und Frauen Stätte der Btloung fein, die über ihre persönlichen ober beruf- lieben Interessen und Bindungen hinaus für Gegen­wart und Zukunft der Deutschen die Verantwortung auf sich nehmet» wollen

Die Schule darf, soll sie dieser Aufgabe Genüge leisten, weder lebensfremde Theorien und Dogmen entwickeln, noch es mit der Pflege einer Haltung Genüge fein lassen. Es gilt vielmehr die Kräfte, die die Gegenwart gestalten und die einen Ausdruck im Religiösen, künstlerischen, Politischen und Wirt­schaftlichen suchen, am Leben der Zeit zu deuten.

Die Vorlesungen und Arbeitsgemeinschafien eben unter dem Gesamtthema:Individuum und Gemeinschaft" u. umfassen die Gebiete: Religion und Ethtk, Literatur und Kunst, Geschichte, voUsbürget- liche und Volkstumsatbett.

Angefügt ist dem Fichte-Hochschulpfim die Ar­

Film der Unfälle

In der Nähe der Karolinenstraße wurde ein ^jäh­riger Schüler, der, um 50 Meter Weges zu feinet in der Holländischen Straße gelegenen Wohnung zu spa­ren, aus der fahrenden Straßenbahn sprang, von ei­nem Motorradsahrer aus Burguffeln über den Hau­sen gefahren. Et erlitt eine schwere Gehirnerschütte­rung, die seine Ueberfühung buch bie Sanitätshaupt­wache in bas Lanbesktankenhaus bedingte. Auch bet Motorradfahrer mit seiner auf dem Soziussitz be­findlichen Braut mußten wegen Fleischverletzungen einen Arzt zu Rate ziehen.

An der holländischen und Karolinenstraße wurde ein Arbeiter, als er von einer fahrenden Straßen­bahn sprang, von einem Motorradfahrer zu Boden geworfen. Et erlitt eine Gehirrtenchütterung. Der Motorradfahrer blieb unverletzt, dagegen wurde eine auf dem Soziussitz des Motorraves mitfahrende Frau leicht verletzt. Die beiden Verletzten wurden dem Lanbesktankenhaus zugefühtt.

Am Hol,markt wurde eine 37iäfirige Ehefrau auf dem Bürgersteig von einem Pferdefuhrwerk, dessen Rad gegen die hochstehende Stratzenbahnschiene stietz. derattig in fite Seite getroffen, fiah sie von der Sanitätswache Holzmarkt mit einer schweren Verletzung zum Arzt gebracht werden mutzte. Bei einer Wirtshausschlägerei am Altmarkt mür­be ein Svjähriger Mann durch seine Gegner mit solcher Gewalt aus dem Lokal auf den Bürgersteig geworfen, daß ihm auf fier Wache Fulfiadrücke eine klaffende Hinterkops- verletzung vernäht werden muhte. Ein schwerer Un­fall ereignete sich im Eisenbahnausbefferuugswerk. Ein Schlosser aus- der Mornbachsirahe geriet in das Getriebe einer Maschine und wurde mehrmals herumgeschleudett, sodatz ihm sämtliche Kleidungsstücke vom Körper geriffen wurden. Er erlitt schwerste innere Verletzungen und Verletzungen der Wirbelsäule und mutzte durch den Krankenwagen der Hauvtfeuerwache in bedenklichem Zustand in das Marien» krankenhaus eingeliefert werden.

Fahrrad-Klub Kassel 1894.

Dieser Verein, bet älteste seiner Zunft in Kassel, feierte am Sonnabend sein 35jähtiges Bestehen in oen «ütgetsälen. Rach Begrüßung durch den L Vorsitzenden Herrn Korn übetrnettelte der Gauvor­steher Herr Dülfer die Grüße und Glückwünsche des Gaus 74 Kassel im B D. R. Das Stier Qartett umrahmte die Feier durch gesangliche Darbietungen Humoristische Vorträge, fowie ein flotter Schwank »All Heil Hurra" trugen viel zur fröhlichen Stimmung bei. Die Feier wurde durch einen Ball würdig beschlossen.

Staatliches Theater.

Im Schauspiel wirb .Die Dreigroschenoper" vor­bereitet nach dem Englischen des John Gay, über­setzt von Elisabeth Hauptmann, deutsche Beatbet­tung von Bett Brecht ,Btttsik von Kurt Weill. Sie wirb Sonnabend, 26. Oktober 19% Uhr erstmals in Szene gehen.

Wobin geben wir am Dienstag?

Staats Heater:Ariadne ans SZaroS", 30 Uhr. Kleines Theater:DaS Avostelspiel", 30 Uhr. Ufa »Theater:Steckbrieflich verfolgt" undDaS Mä­del mit der Kamera".

Metrovol-Theater:Engel fier Straße".

Stafitvark (grober Saal): Gastspiel Schlierseer Bauern- theater:Die Probenachl", 20 Uhr.

Mittwoch, 23. Oktober, 20 Uhr spricht Frau von Ulrich, die Lanbesverbandssührerin des Bundes .Königin Luise" im Stadtpark über .Wie steht bie deutsche Frau zur Not der Zeit?"

Oie Hochschule der Beamten

Unter dem Vorsitz des Oberprästdenten Dr. Schwander fand eine Sitzung des Kuratoriums der Vetwaltungs-Akabemie Kassel statt. Regierungsrat Dietrich berichtete über die Abhaltung einer Abschluß­prüfung, die Festlegung ber Gleichberechtigung von beamteten und nicht beamteten Hörern und die Mög­lichkeit der Mitwirkung aller Berufsorganifationen der Beamten. Nach Genehmigung der Satzunz wur­den auf Vorschlag des Hörerausschusses, der der bis­herigen Stadien- und Geschäftslei ig sein vollstes Vertrauen aussprach, die Professor Gr. Genzmer- Marburg und Fachstudiendirektor Stremmer für die Studienleitung, Regierungsrat Dietrich und Stadt- obersekretär Proba für die Geschäftsleitung wiederge­wählt; letztere wurde durch Zuwahl des Stadtbüro- diätars Reinhardt als Kassenwatt ergänzt. Als Mit­glieder der Verwaltungs-Akademie sind in das Kura- tarlum neu eingetreten :ber Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau, der Präsident des Lanbeskir- chenamts, das Provinzialschulkollegium, bas Gruppen­kommando 2, der Deutsche Beamtenbund, der Allge­meine Deutsche Beamtenbund, die Kasseler Bankenver­einigung und die Wintershall-Miengesellschaft. Das Kuratorium hat durch Zuwahl des 1. Stenographen der Stadtverordnetenversammlung Bischoff zum 2. Schriftführer seine Ergänzung erfahren. Der zweite Lehrgang ist von 150 Hörern (62 Vollhörer, 88 Gast­hörer) besucht.

Neue Glocken in der

Die Gemeinde St. Marien in Wehlheiden, welche ihre Glocken am Weltkriege opfern mußte, hat sich ein neues Geläut erworben. Am Sonntag nach­mittag nahm Pfarrer Roßbach nach voramgehemder Ansprache unter größter Beteiligung der Eemein-ve die feierliche Einsegnung vor. Die vier Glocken stammen ans der bekannten Gießerei Otto in Erne- fingen und stellen einen Wert von etwa 15 000 Mark bar. Sie sind abgestimmt aus die Tön« ef ga unb trogen neben sinnvollem Sprüchen, welche sich auf das Hessenland und die Schutzpatronin der Kirche beziehen, die Namen Elisabeth, Bonifatius, St.

Rosenkranzkirche

Michael und Rosenkvanzkönigin. Die letztere wiegt allein 40 Zentner. In der kommenden Woche werden sie, un.cr Vermeidung jeden Gerüstes, mir mit Uaschenzngen eingebaut.

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Wechsel in der Geistlichkeit.

Auf Anordnung bet Bischöflichen Behörde im fr-i'ffra trvrf-e mit Wirkung v»m 11. ds wwa ber bisherige Pfarrverweser unb Kaplan Josef Sauer an ber hiesdqen Marienkirche nach Aieden versetzt. An feiner Stelle wirkt nun Kaplan Josef Schick, bisher in Hattenhof.

Der frisch gebackene Willy

und die pensionierte Katharina.

gl. Währenb noch die gelehrtesten Häuser über Woronosf unb Steinach bebattieren, werden in unse­rer teueren Vaterstadt die kompliziertesten Dinge zur Wirklichkeit

Es ist der Neinen Katharina an ihrer Wiege in einem benachbarten Fulleorte nicht gesungen worben, was sich jetzt ereignet bat. Zwar bie weise Frau soll bedenklich den Kopf geschüttelt haben damals, aber es blieb habet! Trinchen wuchs mit ihren drei Schwestern vergnügt und munter auf. Energisch und stattlich, wie sie war, eignete sie sich später vorzüglich dazu, die heimatlichen Produkte auf dem Kasseler Königsplatz än den Mann zu bringen, wenn auch ihre tiefe Stimme sie an den schmeichelnden Flötentönen hinderte.

, _ Daß aber Katharinchen sich schon seit Jahren fast täglich r a s i e ten mußte, wat ihr großer Kummer. So lenkte sie kürzlich ihre Schritte zum Landeskran­kenhaus. Um es kurz zu machen, sie verließ es zwar ungeteilt mit derselben tiefen Stimme unb den lästigen Barthaaren. Aber eine kleine Operation hatte aus ihr einen Willy gemacht, ber noch ein wenig benommen von seiner frisch gebackenen Männ­lichkeit tm stattlicher Alter von 23 Lenzen das Licht der Welt wtebetetblickte.

Der Papa, Dachdeckerrneistet, soll , recht erfreut ge­wesen sein, zu seinen blühenden Töchtern plötzlich einen Kronprinzen zu bekommen. Hoffentlich hat Lathrinchen keinen heimlichen Bräutigam besessen, denn was sollte ber zu dem Salat sagen? Immer­hin eröffnet bet nahende Kitmesball bie allernettesten Perspektiven. Die jungen Damen haben plötzlich eine Konkurrentin weniger, bafür einen herzbrechenden Tänzer mehr, ber sicher mit Feuereifer allen neuen Pflichten nachkommen wird . . .

Cagliostro

r im a. d. W.

Tagliostro ein dankbares Thema für einen Großfilm, dieses meteorgleiche Abenteuterfchicksal, pen­delnd zwischen Elend unb Königspalästen, umwittert von dem mystischen Adergfimben an Gokbmacherei und Hexenkunst. Und mag auch hie unb da die Schärfe ber Photographie versagen, am Anfang bie Handlung zu episodenhaft aneinandergereiht sein, nur Blasiertheit kann leugnen, daß dieser momtmen-

Das Parken auf der Oberen Königsstraße ist verboten. Fahrzeugführer, die ihre Wagen-länger, ! als dies zum Ein- unb Aussteigen ober zum Be- i unb Entladen nötig ist, abstellen, machen sich straf­bar. Ein gleiches Parkverbot besteht für bie Rand- straße des Friebrichsplatzes zwifcheu Obere Ko- nigsstratze unb Obere Karlstraße. Gegen Fahrzevg- sührer, bie ihre Wagen länger als 10 Minuten ab­stellen, wird polizeilich eingeschritten.

Der Jnvalibe Johannes Koch, Leipzigerstraße 27, beging am Sonnabend mit seiner Gattin goldene Hochzeit.

Aus diesem Anlaß erhielt er ein ickwunsch- ichreiben des Reichspräsidenten. Der Jubilar war 40 Jahre als Fahrbursch und später Stallmeister bei ber j Firma Wilhelm Fehr tätig unb wurde er schon vor fangen Jahren als guter Pferdepfleger durch lieber- reichung berSilbernen Ehrenpeitsche" seitens bes Vereins ber Fuhrwerksbesitzer ausgezeichnet.

Am morgigen Dienstag begeht Eisenbahnschlos« ser Jesoph Helten, Luisenstraße 2, seinen 65. Ge­burtstag. H. ist gleichzeitig 30 Jahre Mitglieb der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und versieht jetzt als Zugführer seit Bestehen ber Sani­tätswache Nebelihaustraße bie Geschäfte eines Wacht­habenden. Da er seit Bestehen ber Kasseler Neuesten Nachrichten Abonnent ist, wünschen auch wir ihm alles Gute.

Silberne Hochzeit feierte am Sonntaa Herr Hugo Fahl- 8 u s ch. Die zahlreichen Ehrungen legten Zeugnis ab von fiem Wohlwollen, dessen sich das Jubelpaar erfreut. Herr Fahlbusch ist Bezieher unserer Zeitung seit ihrem Bestehen.

Deutscher Sprachverein. Zweigverein Kassel: Lvrackabend imHerkules". Hobenzollernstvatze 77. Dienstag, 20 Uhr.

Am 18. Oktober konnte Heinttch Bletzmann. Breme» strahe 11, feinen 70. Geburtstag feiern. Da er sich die gan­zen Jahre hindurch für die Deutsche Turnbewegung einge­setzt bat. dürste es auch von dieser Seite aus an Ehrungen nicht gefehlt haben. Seit Beginn ber Zeitung ist er eifriger Leser unseres Blattes.

Die Lehrlingsarbeiten-Ausstellung fies JnnungsauS- schusses Hai in fier gesamten Bürgerschaft Anerkennung ge- sunfien. Sie sollte auch der Berufsberatung und Berufs­wahl der Jugend dienen und wurde von rfi. 2200 Schülern mit ihren Lehrern befucht.

Der Lobelanfignmnastikkursus der Volkshochschule von Fräulein Bertha Günther findet vom Montag, 7,30 Uhr, int Kinderhort des Westens am Rafhenauvlatz statt. Der Beginn des Bastelabends unter Leitung von Frau Else Becker-Kaosan ist auf 7,30 Uhr festgesetzt.

Im Deutschen Reklameverbanfi sprach Divl. Hdl. W. Pe­ters über den Stand fies Werbewesens. Er wies daraus hin, wie veraltet manchmal in Kassel die Reklame sei. daß dies aus daS Stäbtebild und bie Zugkraft der Stadt im Sinne des Verkehrs und deS kaufmännifchen wie indu­striellen Aufschwunges störend und bebemmend einwirke. Hier müsse die Organisation marschieren im Verein mit dem Verkehrsamte. Der Vortrag war durch 60 Lichtbilder er. läutert. Nächste Versammlung Montag, 11. November, 20,30 Uhr, Herkulesbräu:Das Plakat im Städtebild".

Zimmerer-Zwaugsinunug. Mittwoch, 80. Oktober, 10 Uhr, im Herkuleshxäu. Obere Königstrahe SO: Jnnunasver- farnmlung, anschließend Jahresversammlung -es Unter« Verbundes Kurhessen-Waldeck mit Vorträgen:Die Berufs- eignungsvrüsung im Zimmergewerbe", Snndikus Dr. Ger- land:Der Holzskelettbau", Bundesvorsitzender Hermann Eckhardt; ..Handwerksrolle und Sandwerkskammerwahlen": Unkostenberechnung im Zimmerhandwerk und Zuschläge zu Tagelohnarbetteu", Zimmermeister Grotegut und Kuhn.

Sieh da, sieh da, Timotheus!

Gestern mittag würbe ein großer Schwarm Kra- niche, ber unser Stabtgebiet in ber Richtung von Nord nach Süb überflog, beobachtet. Ebenfalls würbe i« der Stabt bie Ankunft von Haubenlerchen sestgestellt. Beibes gilt Im Volksmunbe als Anzeichen eines frühen Winterbeginnes.

Lieder aus Soldatenkehlen

Unter dem Namen ..Militärgesangverein Liederkranz" haben uch 58 Angehörige der 10. Kompagnie des 15. Infan­terie-Regiments zusammengeschlossen, um sich neben ihrer militärischen Ausbildung auch noch der Pflege des deutschen Liedes zu widmen. Bei ber Feier ihres Siftungssestes im kleinen s-tabtvarksaal stellte sich die musikalische Sän­gerschar zum ersten Male der Oeffenttichkeit vor.

Nach der üblichen Festouverlüre der Jägerkapelle und dem Sangergrutz der Aktiven sang der Chor unter Georg- Ctt° .SUOfeS. Stabführung zuerst Händels wuchtigesAus Werk . Es folgten HeusersSine Wiese voll weisser Mar- guenten", dessen zarte Innigkeit besonders gut zum Aus­druck kam, und Mozarts neckischesVom Naschen". Die letzte DarbietungAn der schönen blauen Donau" von Stvautz (mit Orchefterbegleitungs lüste wahre Begeisterungs­stürme aus, sodatz sie wiederholt werden musste.

In seiner Begrüssungsansprache hietz der Vorsitzende der Bereinigung H. Wagner den Regimentskommandeur, Ge­neralmajor Freiherr von Brandis. Kornvagnieführer Haupt­mann Sieker, zahlreiche Offiziere des Regiments, sowie den Vorsitzenden des Mittelbeutfchen Sängerbundes aufs herz­lichste willkommen.

Soldatenleben fa. das heitzt luftig fein! Wahrlich, em munteres Völkchen, unsere Grünröcke! Das bewies der revueattig ausgezogene zweite Teil des Abends. Tränen wurden gelacht über dieTillergirls". über den Buben­streich von Max und Moritz unb vor allem über fite Clownerien fier Gebrüder Birn-Bam-Bulla. Ein parodisti­sches SingspielDie Braut 'm Knobelbecher" folgte und mit Witz. Satire und Scherz wurde die reichhaltige Vortrags- folge beschlossen. Dann öffneten sich die Pforten zum gro­ssen saal. in welchem die unermüdliche Jägerkapelle zum Tanz ausfpielie. Auch fiter gab es noch manche nette lieber« rafdjung und nur ungern trennte man sich von dem luftigen Völkchen, das uns gute Unterhaltung und viel Freude bot. fin.

Wettervorhersage für Dienstag:

Wolkig, zeitweise auch aufheiternb, ziemlich kalt, zunächst noch östliche Winde, Leine wesentlichen Nieder­schläge.