Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
ÄMÄ ÄaÄÄÄ5%*“Ä>~«“ &
»JniVn?ai?hn?r“US4nnftnaen non 6ö6erer (Seroalt bc steht kein Ansvruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Älmo kJ Ne,ugsvÄses Verlag. S-briftleltung und Druckerei: Kölnische Straße 10. - Televbon: Sammelnummer WOO Juristische Sprechstunde teden Dienstag von S bis 7 Uhr, Sölnische Straße Nr. 10.
19. Jahrgang
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
Montag, 21. Oktober 1929
Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Nummer 248
Vor der Entscheidung des Staatsgerichtshofes
Sie deutschnattonalen Beschwerden gegen die preußische StaatSregierimg / Der ReichSdisziplinmhos bereitet die Entscheidung vor
Zwangsgestellungen in Berlin
Von unserem Berliner Vertreter.
Habib Mahs «acht
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 21. Oktober.
Die amtlichen Zahlen über das Eintragungs- «rgebnis des Sonntags in die Listen des Volksbegehrens liegen zwar nocht nicht vor, aber allgemein verstärkt stch der Eindruck, daß die Eintragungen weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleiben, sodaß es schon jetzt immer mehr zweifelhaft wird, ob die notwendigen 4,1 Millionen erreicht werden.
Die Propaganda für und gegen das Volksbegehren ist trotzdem jetzt am Höhepunkt angelangt. Am gestrigen Sonntag sind in Berlin zwei große Demonstrationen veranstaltet worden, die mit dem Volksbegehren in Zusammenhang standen. In der Mittag- punde hat der S t a h l h e l m im Lustgarten eine Kundgebung veranstaltet, die allerdings durch das Regenwetter stark beeinträchtigt wurde, und am Nachmittag versammelten die Nationalsozia- l ist en ihre Anhänger im Sportpalast, um ebenfalls im Sinne des Volksbegehrens zu demonstrieren. Während die Mittagsversammlung, bei der der Landesführer des Stahlhelms Stefani, der deutsch- «ationale Stadtrat Steinhofs und des deuschnationale Llrbeitsführer Philipps sprachen, verhältnismäßig ruhig verlief, gab es nach der nationalsozialistischen Demonstration im Sportpalast beim Anmarsch der dort Versammelten zu
schweren Zusammenstößen mit der Polizei
Rach der Kundgebung im Luststgarten versuchten zahlreiche Teilnehmer, Züge zu bilde«. Da sie trotz Aufforderung nicht auseinandergingen, machte die Polizei von dem Gummiknüppel Gebrauch. Auch im Norden kam es gegen 3% Uhr zu einer Schlägerei zwischen Stahlhelmern und Kommunisten. Ein Stahlhelmer wurde dabei verletzt. Es gelang der Polizei, den Täter festzuhalte«.
Insgesamt wurden gestern über 120 Zwangssest- stellungen vorgenommen.
Sensschnalionale gegen Siaaidregienmg
Dem Reichsgerichtspräfidenten ist inzwischen die Klage der deutschnationalen Landtagssraktion gegen die preußisch« Staatsregierung zugegangea, sowie der Antrag -ns Erlaß einer ernstw-UigenDerfügung gegen die preuß. Regierung, worin angeorduet werden soll, daß sich das prenßische Staatsministerium von allen amtlichen Kundgebungen und Anweisungen zum Volksbegehren fernzuhalten habe, und worin auch verboten werden soll, daß die preußischen Beamten an der TeUnahme am Volksbegehren verhindert werde«.
Der Reichsgeri^spräfident in seiner Eigenschaft al» BorsttzensA^^t' erw^ich^disziplinarhofe», hat die ordentlichen ; Pfarrer fdieses Gerick»t»hoks telrgra- phisch gelt ’u« B«,Mu-ung Lach L..pz»g für heure eingeladkst. TeichSdisziplinarhof wird die Entscheidung des Staatsgerichtshofes vrbcreiteu.
London, 21. Oktober.
Wie der „Daily Telegraph" aus Allahabad berichtet, find bei einer genaueren Untersuchung der Zitadelle in Kabul in einem vrrschloffenen Raume sechs Leichen geborgen worden. Ihre Identifizierung bereitet große Schwierigkeiten, da ste bereits stark in Verwesung übergcgangen find.
Es ist jedoch bereits gelungen, drei von ihnen festzustellen, und zwar: Abdul Majid Khan, einen Bruder Aman Ullahs, Hayatulla Khan, einen Stiefbruder Aman Ullahs, und Mohamed Usman Khan, einen, früheren Führer von Kandahar, der wegen seines großen Einflusses allgemein alS Königsmacher bekannt war. Es wird angenommen, daß Habib Ullah vor seiner Flucht aus dem Reiche die sechs hat töten lassen.
In Kabul ist nach den letzten Berichten aus Peschawar die Ruhe wieder vollständig hergestellt.
¥
Moskau, 21. Oktober. In Beantwortung eines Funkspruches des afghanischen Außenministers über die seitens der Volksstämme Afhganista« erfolgte An- erkennung Nadir KhanS imb über den Wunsch der neuen afghanischen Reoierunq, die freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion in der allerbesten
Weise und auf den festesten Grundlagen fortzusetzeu, sandte der stellvertretende Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Karachun an den afghanischen Außenminister einen Funkspruch, worin er namens der Sowjetregierung die Unveränderlichkeit der gut nachbarlichen Beziehungen , ischeu den beiden Staaten bestätigt und dir Bereitschaft ausspricht, ste aus der Basts .er bestehenden Abmachungen zu Nutzen der Festigung der Unabhängigkeit Afghanistans und seiner wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung weiter auszubauen.
Da- Geheimnis Aadir Khans
• London, 21 Oktober.
Zu dem Falle Kabuls und dem siegreichen Verlauf des ganzen Feldzugess Nadir Khans haben, wie der Sonderberichterstatter der „Daily Mall" m Peschawar berichtet, drei Afghanen wesentlich beigetcagen. Zehn Monate haben sie aus den unbesetzten Gebäuden der ausländischen Vertretungen einer Mittelsperson Nadir Khans in Peschawar auf dem Privat- sunksender alle Truppenbewegungen Habib Ullahs mitqeteilt. Mehrere Male drohte die Entdeckung der Anlage, doch gelang es Habib Ullah nie, die Quelle der überraschenden Orientierung seiner Gegner sist- zustellen.
so -
. -- - -d. . «iaffel: Tvr.ichabcnb
Lirmenllau schwer eNmm!
Die Versammlungsteilnehmer versuchten trotz des Polizeiverbotes, geschlossen« Züge zu bilden und nach dem Potsdamer Platz vorzudringen. Dort aber wurden ste von einem sehr starken Polizeiaufgebot empsan» gen und mit Gummiknüppeln auseinander getrieben.
Auch in der Nacht zum Sonntag schon war es und ßwar in Lichterfelde zu einer Schlägerei zwischen Stahlhelmer« and Kommunisten gekommen- Dabei wurde« mehrere Personen verletzt. Um 2 Uhr nachts warfen ««bekannt gebliebene Täter die Tür- und Fensterscheibe« eines Lokals im SLdoften der Stadt ein, wo di« Nationalsozialisten eine Versammlung abhielten. Diese liefen auf die Straße und wollten sich auf die Angreifer stürzen. Letztere gaben mehrere Schüsse ab, wobei der 37 Jahre alte Nationalsozialist Krüger derart verletzt wnrde, daß er «ach dem Krankenhaus gebracht werden mußte.
Auf dem Hollenzolleruplatz in Neuköl» wurde« gestern nachmittag mehrere Stahlhelmer von Kommunisten angefalleo, wobei ein Stahlhelmer Verletzungen davontrug. Die Polizei nahm zehn Angreifer fest.
Beamte und Volksbegehren
Sachsen gegen disziplinarische Maßnahmen.
Dresden, 21. Oktober.
Dem Vorsitzenden der deutschnationalen Fraktion des Sächsischen Landtages ist aus seine Anfrage von der Regierung folgende Auskunft erteilt worden:
Es kann nach den Vorschriften der Reichsverfassung und der Auslegung, wie ste in der Wissenschaft und in der Rechtssprechung bestehen, zweifelhaft sein, ob der Beamte, der stch an einem vom Reichsministerium des Innern zugelassenen Volksbegehren lediglich dadurch beteiligt, daß er stch in die Liste eintra- gen läßt, pflicht- und verfassungswidrig handelt.
Angesichts dieser Zweifel wird das sächsische Ministerium, übrigens in Unbereinstimmung mit der Haltung, die die sächsische Regierung im Jahre 1922 eingenommen hat, davon absehen, einen der chr unterstehenden Beamten wegen Eintragung für das Volksbegehren disziplinarisch zu versolgen.
SerVersaffungskampsinOefimeich |
Wien, 21. Oktober.
Die Wiener christlich-soziale Parteileitung und der Parteirat hielten am Sonnabend den ganzen Tag über Beratungen ab, in denen zu den Regierungsvorlagen über die Verfaisungsreform Stellung genommen wurde. In einer Entschließung begrüßt der Wiener christlich-soziale Parteirat die Regierungsvorlagen, insbesondere hinsichtlich der künftigen Stellung Wiens und erklärt sich bereit, die Bundesregierung und die Mehrheitsparteien mit allen Mitteln zu unterstützen, damit die Vorlage baldigst Gesetz werde.
Auf sozialdemokratischer Seite begegnen die neuen Vorlagen über die Versassungsreiorm dem heftigsten Widerstand. In der sogenannien Wiener Konferenz, die am Sonnabend von den Sozialdemokraten abgehalten wurde, erklärte der sozialdemokratische Führer Dr. Danneberg: „Daß Sozialdemokraten für diese Vorlagen stimmen könnten, ist so absurd, daß es eigentlich nicht einmal unsere Gegner glauben könnten."
Zn der Versammlung des Republikanischen Schutzbundes sagte der sozialdemokratische Führer Dr Deutsch, man werde jeoeS Mittel zur Abwehr tiefes Attentates ergreifen.
Beffedowski unter Anklage
Paris, 21. Oktober.
Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der General- staatsanwali des Obersten Gerichtshofes entschieden, daß die von ihm geprüften Unterlagen ausreichend seien, um gegen den ehemaligen Geschäftsträger tn Paris Besssdowskk Anklage wegen Unterscklagnnz von Geldern der Pariser Botschaft zu erheben. Tem- entsprechend scr der Oberste Untersuchungsrichter mit der Einleitung der Voruntersuchung beauftrag: worden.
Beffedowski seinerseits gab in einer Ver- samrnilung emc Schilderung der Lage in Rußland, in der er sich scharf gegen die jetzige Regierung wandte. Die allgemeine Mißstimmung gegen das jetzige Regime werde nur di« fast trostlose Wirtschaft
liche Lage des Landes noch vergrößern. Die Leistungsfähigkeit der Industrie fei erheblich gesunken. Die russischen Bauern ständen unter dem dauernden Druck militärischer Bewachung und Ausbeutung. Die Roaktton gegen die Zentralregierung, hauptsächlich in den Bauernkreisen, erwache aber jetzt allmählich. .Besonders interessant waren die Ausführungen Bessedowskis über die Möglichkeit einer Besserung der Lage. Ter ehemalige Dowjetfurcktionär drückte die Ansicht aus. daß nur eine Gegenrevolution Abhilfe schaffen könne.
Paris, 21. Oktober. Während die polizeiliche Unterdrückung der Kommunistischen Partei immer energischer betrieben wird, geht die sogenannte Reimgungsaktion innerhalb der Partei mit unverminderter Heftigkeit tveiter. Neuerdings wurden neunzehn leitende Persönlichkeiten aus der Partei ausgeschlossen, darunter der Bürgermeister und sämtliche kommunistischen Stadträte von Elichh.
Londoner Lob für Japan
London, 2L Oktober.
Wie der diplomatische Mitarbeiter des »Daily Telegraph feststem, ist der erste günstige Eindruck des Textes der japanischen Antwort auf die britische Einladung zu der Fünfmächtc-Konferenz durch private Meldungen aus Tokio noch wesentlich verstärkt worden. Man ist sehr zuversichtlich, daß die Vorverhandlungen auch mit Japan zu einem günstigen Abschluß gebracht werden können. Japan nehme eine wesentlich ausglcichenvere Halmng ein, als etwa Frankreich und Italien. In jedem Falle würden nunniehr zwischen Japan und den Vereinigten Staaten direkte Verhandlungen stattfinden. Gleichzeitig mit diesen Besprechungen würden englisch-japanische Verhandlungen durchgeführt. Auch mit Frankreich und Japan beginnen in Knrze Vorverhandlungen. Man nehme an, daß die japanische Abordnung für die Floitenkon seren; über die Vereinigten Staaten reisen und dort direkte Verhand- lungen sich rau werd«, bevor sie nach England kommt
(Eigener Drahibericht.
Paris, 2L Oktober.
Wie wir zuverlässig erfahre«, ist Clement«»« in seiner Pariser Wohn««g plötzlich schwer erkrankt. Die Aerzt« hab«« ihm eine Einspritzung geben müssen. Z«r Behebung bet ausgetretenen Atemnot wurde anßerdem Sauerstossbehandlung ««geordnet.
*
Paris, 21. Oktober. PoincarS hat sich gestern in Begleitung seiner Gattin in die Klinik, in der er vor einigen Wochen schon einmal operiert wurde, begeben. Die zweite Operation wird höchstwahrscheinlich schon am heutigen Montag vorgenommen werden.
einzelnen Körperschaften ernennen bte Wähler, die infolge der politischen Zusammensetzung dieser Kor verschaffen eine von vornherein gegebene Bichn zu verfolgen haben. Der Kandidat muß in seinem Wahlbezirk die umständliche Reise machen und »eben einzelnen Wähler und Kollektivvertreter ausfuchen.
Die Auswahl der alle drei Jahre neuzuwahlenden Senatoren ist willkürlich. Man Hal einfach drei Serien geschaffen, in die die 314 Sitze eingeieilt wurden, sodaß jedesmal in willkürlich über ganz^Frankreich verstreuten Gegenden gewählt wird, ^v^ge- dessen sind diese Wahlen nur in beschranktem Maßt ein Spiegelbild der politischen Stimmung. Durch Zu fall tonn in einer Serie eine Mehrheit von Gegenden mit einer rechtsgerichteten oder linksori^ttierrLN Bevölkerung vorhanden sein, die an sich noch nichts für die Stimmung des ganzen Landes besagt.
Leichter Ruck nach links
Di« Senatsratswahlen in Frankreich.
Mysteriöses Asteniai auf einen französischen Abgeordneten.
Nach Vorliegen des Ergebnisses des dritten Wahlganges zur Teilersatzwahl für den Senat stellt sich dte Verteilung der Sitze auf die einzelnen Parteien wie
folgt:
Reckiisrevublikaner
Gesamtzahl
15
Gewinn 3
Setluft
3
Linksrepubllkaner
14
0
7
Rechtsradikale
12
5
2
Radikale
41
8
5
Sozialrepublikaner
11
1
1
Sozialiste«
3
1
0
Ein Ergebnis steht noch aus. Unter den Gewählten sind an bekannten Persönlichkeiten Finanzminister Cheärou, Senatsprästdent Doumer (dessen Wiederwahl gefährdet war), Henry de Jouvenel, Lucien Hubert (Vorsitzender des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten), de Lubersac, Albert Sar- raut, Maurice Sarraut, Marcel Plaisant (französischer Völkerbundsdelegierter) und Chapsel.
Die Morgenblätter heben in ihren Kommentaren über die gestrigen Senatswahlen allgemein hervor, daß die politische Zusammensetzung des Senats nicht geändert werde, wenn auch ein leichter Ruck nach links festzustellen sei. Das Oeuvre bezifsert den Gewinn der Linken mit etwa 10 Sitzen und unterstreicht besonders die Tatsache, daß einige der bekanntesten Reaktionäre auf ihren Kampfplätzen geblieben seien.
Das „Echo de Paris" behauptet dagegen, die nationalen Parteien hätten ihre Stellung restlos gehalten, wenn auch die Niederlage gewisser politischer Führer der Rechten zu beklagen sei.
Paris, 21. Oktober.
Em mysteriöses Attentat wurde Sonnabend in St. Dizier auf den Abgeordneten D u m a i n e unternommen. Dumaine erhielt den Besuch eines 57jäb- rigen Grundbesitzers, der nach kurzem Wortwechsel einen Revolver aus der Tasche zog und einen Schuß aus den Abgeordneten abgab. Die Kugel drang in die Linke Brustseite und blieb unter dem Schulterblatt stecken. Der Abgeordnete wurde schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Attentäter erklärte der Polizei, er sei ein entschiedener Gegner der Rheinlandräumung und habe durch feine Tat die für die RLimurrrg ein» tretenden Parlamentarier warnen wollen.
Diese Erklärung klingt um so unwahrscheinlicher, als Dumaine Mitglied der Gruppe Marin ist, die bekanntlich in ihrer Mehrheit die Räumung ablchm oder wenigstens nur widerwillig zugesteht. Man nimmt daher an, daß der Täter geistesgestört ist.
Kabinettsumbildung in Belgien
Brüssel, 21. Oktober.
Ter Staatsanzeiger veröffenMcht di« königlichen Dekrete über die Umbildung der Regierung. Hiernach wir ein besonderes Postminifterium geschaffen, während das bisherige Ministerium für Eisenbahn,
Rach der französisechn Verfassung muß alle drei Jahre ein Drittel des Senats neu gewählt werden, sooatz alle neun Jahre eine völlige Erneuerung stattfindet. Das Wort Erneuerung kann aber nur mit Vorsicht gebraucht werden, denn der Senat in Frankreich entspricht durchaus der üblichen Vorstellung, die Smit dem Titel „Senat" verbindet. Frühcüi-ns
n man mit vierzig Jahren zum Senator gewählt werden ~ ein Fall, der nur selten eintritt —, so daß die Mehrheit der Versammlung ein ehrwürdiges Alter erreicht. Ursprünglich als ein Element gedacht, das zuweilen voreilige Beschlüsse der Kammer berich- tigen sollte, ist der Senat die Verkörperung von allem, was alt und rückständig ist, geworden.
Diese Wahl selbst ist reichlich umständlich und indirekt. Die Wähler, die die Abgeordneten zur Kammer wähtien, sind dies mal unbeteiligt. Gewählt werden die Senatoren von den Körperschasten, also den Stadwerwaltungen u. den sogenannten „Conseillers generaux", d. h. Bezirks- und Provtnzialräteu, Die
Schiffahrt und Postwcsen die Bezeichnung Verkehrs- mütiftetium erhält.
Das Postministerium übernimmt der liberale Abgeordnete und ehemalige Mnister Pierre Forthcmme. Tas Koloniälmi-nisterium, das bisher vom Ministerpräsidenten Jaspar geführt wurde, wird dem cbristlich^demokratischen Senator und ehemaligen Minister Paul T sch o s s e n übertragen. Zum Nachfolger des zurückgetretenen Innenministers Carnoy wird Landwirtschastsrninister Baels ernannt, dessen Ressort die Bezeichnung »Inneres und Hygiene" erhält. Das von Baels bisher mitverwaltete Ministerium für öffentliche Arbeiten übernimmt der flämische Demokrat van Caen egen. In der Besetzung der übrigen Mini» fierten tritt leine Veränderung eia.