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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 237

Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Dienstag, 8. Oktober 1929

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

19. Iahrgan g

Oie Einladung zur Künfmächtekonferenz

Einladungsschreiben und Vegleitdvkument an Frankreich, Japan «nd Italien übemicht / Vor scharfen Auseinandersetzungen in der 8-Vootsta %e

1000 Worte Mriistimgsvorschläae

(Eigener DrahtberichtL

Die Testamentsvollstrecker

(Don unserer Berliner Schristlettnng).

London, 8. Oktober.

Die Einladungen der englischen Regierung an die drei großen Seemächte Frankreich, Japan und Ita­lien, womit die Regierungen der betreffenden Länder zur Teilnahme an einer Fünfmäch-.seeabrüstungston- ferenz aufgeforoert werden, sind nach einer offiziellen Lnkündigung gestern vom Foreign Office den Bot- fchastern der genannten Länder in London zugestellt worden. General Dawes, der amcrikanisech Botschaf­ter in London, hat in einem besonderen Schreiben deS Auswärtigen Amtes gleichfalls eine formelle Einladung erhalten.

DieTimes" meldet dazu: Das Dokument ent- HM ungefähr tausend Worte. Zu Beginn werden die Puwkte aufgezählt, in denen die Regierungen Groß­britanniens und der Vereinigten Staaten im Laufe der Besprechungen zwisechn Macdonald und General DaweS zu einer vorläufigen Verständigung gelangt find. Danach besteht Einigkeit darüber,

1. daß die gegenwärtigen Verhandlungen das Ergebnis und die direkte Fortsetzung des Kriegs- verzichtpaktes (Kelloggpakt) find,

2. daß der Grundsatz der Parität der Flotten- stärken für Me Sriegsschiffklaffeu akzeptiert wird, die nicht durch den Washingtoner Vertrag erfaßt werden, und daß diese Parität am 31. Dezember 1936 erreicht sein soll.

3. daß es wünschenswert ist, auch die Frage ei- «r Revision der Dienstzeit von Schlachtschiffen auf- zuwersen, um die Durchführung deS vollen Ersatz- Programms zu vermeiden, das im Washingtoner Vertrag von 1922 vorgesehen ist,

4. daß beide Regierungen der Ansicht find, daß N-Boote völlig abgeschafft werden sollten, daß aber diese Maßnahme nicht ohne die Zustimmung aller beteiligte Mächte durchgeführt werden kann.

Die,^imes"-Meldung besagt weiter: Im allgemei­nen wird anerkannt, daß eine endgültige Vereinba- rung nur durch eine Konferenz mit den anderen See­mächten erreicht werden kann. Jnfolgedeffen lädt die britische Regierung die vier anderen Regierungen zu einer Konferenz ein. Man hofft, daß die eigeladenen Negierungen sofort zu einem Meinungsaustausch über die aufgeworfenen Fragen schreiten werden.

Französischer Widerstand

in der N-Bootsrage.

Paris, 8. Oktober.

Offiziös wird mitgeteilt, daß die Einladung zur Teilnahme an der Fünfmächte-Flottenabrüstungs- Konferenz gestern dem französischen Botschafter in London überreicht worden ist. Diese Einladung wird

im Quai d'Orsay mit größter Sorgfalt geprüft wer­den, umsomehr, als ihr bereits ein Expose über die Abrüstungsfrage selbst und insbesondere über das englisch-amerikanische Flottenkompromitz beigesügt sei, das den Regierungen in Tokio, Rom und Paris als Grundlage für ein Abkommen vorgeschlagen wird.

Es sei nahezu sicher, daß die fianzösische Regie­rung an der galanten Konferenz teilnehmen wird. Ebenso sicher sei, daß Frankreich sich der von Eng­land und den Vereinigten Staaten geforderten Be­schränkung der Unterseeboot.' widersetzen werde

Macdonald gedenkt Stresemanns

im amerikanischen Senat.

Washington, 8. Oktober.

Der englische Ministerpräsident Macdonald stattete gestern dem Kongreß seinen Besuch ab. Zu­nächst begab er sich ins Repräsentantenhaus. Von dort wurde er von vier. Senatoren in den vollbesetz­ten Senat geleitet, nachdem die Sitzung vertagt war. Die Tribünen waren dicht gefüllt, der französische Botschafter saß in der Diplomatenloge. Als Macdo­nald eintrat, wurde er durch langanhaltendes Händeklatschen gefeiert.

Macdonald dankte für das Willkommen und er­klärte, er finde viele gemeinsame Züge in den Par­lamenten der Vereinigten Staaten und Enalands. und er wundere sich darüber, daß die Verständigung zwischen den beioen Ländern solange verzögert wurde. Er sei vier, nm Mißverständniffe auszurotten Man müfle jetzt an die Friedensarbeit gehen, nachdem Kellogg und Briand den historischen Pariser Frie­denspakt geschaffen hätten.

Ein Mann, den er in diesem Zusammenhang noch nennen wolle, sei Gustav Stresemann, ein stiller, starker, heldenhafter Kämpfer für die Frie­denssache, der, im Ausland und in der Heimat von Feinden umgeben, für Deutschland und die Weltbe­friedung fair gekämpft habe. Er wolle durch die Er­wähnung der großen Verdienste Stresemanns au dieser Stelle gleichsam einen Kranz auf sein Grab legen. Die Rede, der minutenlanges Klatschen folgte, hinterließ einen tiefen Eindruck.

London-Moskau

London, 8. Oktober.

Zu der gestrigen Kabinettssitzung, die erste nach der Abreise Macdonalds nach Amerika, verlautet, daß die Minister dem zwischen Außenminister Henderson und dem russischen Botschafter in Paris, Dowgalewsri, in der Frage der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Rußland abge­schlossenen Abkommen ihre Zustimmung gegeben haben.

Das Abkommen geht nunmehr an das Parlament, das in seiner ersten Sitzung nach Eröffnung, am 29. Okrbber, zu dieser Frage Stellung nehmen wird. In der gestrigen Kabinettssitzung soll auch das Problem der Arbeitslosigkeit sowie die Fragen, die mit der Parlamentseröffnung zusammenhängen, zur Sprache gekommen fein.

kabmrttstvechsel in Frankreich?

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 8. Oktober.

DerExrelsior" beschäftigt fich mit der unsicheren politischen Lage, die die französische Kammer bei ihrem Zusammentritt am 22. Oktober vorfinden wird. Eine große Bedeutung kommt der radikal-sozialisti­schen Tagung in Reims zu, auf der darüber Beschluß gefaßt werden soll, ob die Radikalen bereit find, sich einer Konzentrationsregierung anzuschlietzen, oder ob fie in der Opposition verharren wollen.

Es sei offenbar, daß eine Umbildung im Bereich des Möglichen liege, wenn die Tagung fich zugunsten einer Konzentration aussprechen würde, oder wenn fich eine genügend große Anzahl von radikalen Ab- geordneten zur Unterstützung der Regierungsmehrheit bereitstellten.

Die englische Rüumnngsastion

Mainz, 8. Oktober.

Aus dem britischen Hauptquartier in Wiesbaden wird über die Räumung bis zum 4. Oktober milge­teilt, daß die Außenpoosten in Bad Schmalbach und Königstein jetzt vollständig geräumt sind. Am 23. September sind die Hauptabteilungen des Leicester- shire-Regiments von Königstein nach Catterick und am 24. September das Dorsetshire-Regiment von Bad Schwalbach nach Portland abgerückt. Dir 19. Feldbrigade hat Bibrich am 1. Oktober und das 8.

Husarenregiment Wiesbaden am 4. Oftober verlassen. Der Abtransport ging in jedem Fall über Ostende Dover. Außer diesen Hauptabteilungen, die in Son­derzügen befördert wurden, wurde täglich Personal zurückbefördert.

Die Gesamtzahl der bis zum 4. Oftober Abtrans­portierten einschließlich der Offiziere, Unteroffiziere, Frauen, Kinder und Zivilangestellten beläuft sich auf 3137 Personen und 475 Pferde.

Der früher des Sundesrats"

Riga, 8. Oktober.

Der Rigaer' Polizei ist es gelungen, einen gefähr­lichen internationalen Hochstapler zu verhaften, der sich als Sekretär des Finanzausschusses des Völker­bundes ausgab und behauptete, ein Bruder des schweizerischen Bundesrates Motta zu fein. Der ge­fälschte Ausweis und das tadellose Auftreten des Hochstaplers hatten ihm Zuttitt zu zahlreichen lett- ländischen Behörden, insbesondere zum Finanz­ministerium verschafft. Dem Hochstapler ist es auch gelungen, Beziehungen zu mehreren Bankdirektoren anzuknüpfen. Eine Haussuchung in seiner Wohnung förderte mehrere gefälschte Pässe, Stempel usw. zu­tage.

Berlin, 8. Oftober.

Das politische Erbe Stresemanns anzutreten, scheinen sich schon heute viele für berufen zu halten, aber auch hier werden nur wenige auserwählt sein, und noch weiß man nicht, wo man sie zu suchen hat, denn es müssen Persönlichketten sein, die sich zugleich als treue Verwalter des Vermächtnisses und als ehr­liche Vollstrecker des politischen Testamentes bekennen, das der Verstorbene uns hinterlassen hat.

Dieses Erbe ist ungemein groß und vielgestaltig. Es beschränkt sich, nicht auf die Führung des Aus­wärtigen Amtes, oder etwa gar auf die Beendigung der Haager Verhandlungen. Stresemanns politisches Testament greift vielmehr tief in alle Gebiete unserer Politikern, und nicht in allen Stücken besteht bei den Ueberlebenden volle Einmütigkeit über die unver­änderte Fortführung seines Kurses. Man muß daher mit ziemlich großer Gewißheit auf langandauernde Auseinandersetzungen und vielleicht auch aus man­cherlei Umstellungen rechnen.

Aber in einem Punkte besteht wohl schon jetzt vollkommene Klarheit. Freunde und Gegner Stresemanns find sich darüber einig, daß die von ihm geführte Außenpolitik zum mindesten in ab­sehbarer Zeit nicht geändert werden kann. Die Kontinuität dieser Außenpolitik kann als voll­kommen gesichert gelten. Gerade um der Kon­tinuität unserer Außenpolitik willen ist es aber auch auf das lebhafteste zu begrüßen, daß ge­radezu eit- Glück im Unglück das Auswärtige Amt sofort wieder einen neuen Ches bekommen hat, und daß die Person des neuen vorläufigen Außenministers besser als irgend jemand anderes dafür bürgen kann, daß die Politik Stresemanns wenigstens auf dem Gebiete unserer auswärtigen Beziehungen ohne jede Unterbrechung und ohne jede Aendernng vollkommen in seinem Sinne weitergeführt wird.

Um der bereits beginnenden Legendenbildung vorzubeugen, sei festgestellt, daß der Reichskanzler, nachdem ihm die Aerzte die Uebernahme des Außen­ministeriums rundweg verboten hatten, dem Reichs­präsidenten die Berufung des Wirtschaftsministers Dr. Curtius vorschlug, noch ehe Curtius selbst überhaupt gefragt worden war. Der Aufforderung des Reichspräsidenten gegenüber hat allerdings Dr. Eurtius in rascher Entschlossenheit seine Zusage ge­geben, und damit ist vor allem vermieden worden, daß der bereits beginnende parteipolitische Streit um die Nachfolge Sttesemanns sich schon bei der proviso­rischen Besetzung weiter austoben konnte. Dr. Cur­tius hat im Haag in engster Zusammenarbeit mit Dr. Stresemann an allen Beratungen teilgenommen. Ihm lag dabei vor allem die Wahrnehmung der großen politischen Zusammenhänge ob, während die Tätigkeit der Minister Dr. Hilferding und Dr. Wirth fich auf Spezialgebiete beschränkte. So wird es auch bei der Weiterführung und der Beendigung der Re- parationsverhandlungen bleiben. Außerdem betreffen diese Verhandlungen ohnehin fast in gleicher Weise das Wirtschaftsministerium wie das Außenministe­rium, und was von den Reparationsverträgen gilt, das trifft auch für andere jetzt im Vordergründe stehende Arbeiten des Außenministeriums zu, so vor allem für die Weiterarbeit an bett Handelsverträgen. Selbstverständlich wird der Staatssekretär des Aus­wärtigen Amtes, von Schubert, einen großen Teil der lausenden Geschäftsführung übernehmen müssen, so z. B. den Verkehr mit den auswättigen Diplo­maten.

Ob dies Provisottum schon in nächster Zeit dttrch eine endgültige Neubesetzung des Außenministeriums ab- eine entgültigeNeubesetzung desAußenministettums ab gelöst wird,' hängt im wesentlichen von der Ent­schließung des Reichspräsidenten ab.

Die Vermutungen darüber find geteitt, aber es gilt doch als sehr wahrscheinlich, daß eine Bende­rn ng schwerlich vor dem Abschluß der Pouug- verträge vorgenommen wird. Dabei stehen die innerpolitischen Erwägnngen jetzt ganz ent­schieden int Border^nnd, weil damit im stärksten Maße das Koalitionsproblem verknüpft ist.

Auch heute liegen wieder mehrere, tn dieser Hin­sicht sehr interessante parteipolitische Aeußerungen vor. So hat vor allem der Vorsitzende der Zentrums- partei Prälat Kaas auf einer Tagung des rhei­nischen Zentrums in Köln über diese Angelegenheit gesprochen und für seine Person zunächst mit aller Deutlichkeit betont, daß für ihn als Parteiführer die Uebernahme eines Ministeriums nicht in Frage komme. Trotzdem könne es aber dem Zentrum nach der sachlichen Seite hin nicht gleichgültig sein, wie das Außenministerium nun besetzt werde. Die Lücke, die Dr. Stresemanns Tod geschaffen habe, sei innen­politisch viel größer als außenpolitisch, und deshalb müsse das Zentrum bei der entgültigen Besetzung des verwaisten Außenministeriums verlangen ,daß alle Mitglieder des Kabinetts die Gewähr für den inne­ren Bestand der Regierung bei innen- und außen­politischen Fragen bieten. Dabei wollte Kaas es ganz dahingestellt sein lassen, mit welcher Person das Außenministerium besetzt wttd, und ob es ein Poli­tiker oder ein Beamter sei.

Zn dieser Frage der personellen Auswahl des Nachfolgers für Dr. Stresemann sind die Sozialdemo­kraten anderer Meinung wie das Zentrum und im Sozialdemokratischen Pressedienst, der sich heute mit derselben Frage beschäftigt, wird ge­fegt, es sei zwar richtig, daß gerade der Posten des Außenministers nicht nach dem Grundsätze der frak- tionellen Arithmetik besetzt werden solle, aber man müsse schon jetzt auf die Gefahren aufmerksam machen, die in der Ernennung eines Berufsdiplomaten liege. Im übrigen wehre sich die Sozialdemokratie gegen eine Umbildung des gesamten Kabinetts, die wieder­holt in der Oeffentlichkeit zur Diskussion gestellt wor­den sei. Vielmehr betont der Sozialdemokratische Pressedienst, daß die Sozialdemokratie derartigen Bestrebungen durchaus ablehnend gegenüberstehe und nicht daran denke, irgendwie nachzugeben oder einer ihrer Vertreter im Kabinett zu opfern, selbst wenn man ihnen dafür ein anderes Ressort zur Verfügung stellen wollte.

lleber die Haltung der Deutschen Volks­partei wird heute in derDeutschen Allgemeinen Zeitung" einiges gesagt, was Merdings nicht, wie die beiden anderen Aeußerungen Anspruch auf offizi­ösen Charakter erheben kann. Das Blatt betont mit aller Entschiedenheit, daß

Die Deutsche Bolkspartei nicht die Ausgabe habe die Regierung zu sprengen, besonders, da die Partei zur Zett nach rechts hin aktionsunfähig sei. Ihre Ausgabe sei es vielmehr, das Kabinett vor das praktische Gebot einer loyalen Durch- sührung der Steuer-, Finanz- and Reichsresorw zu stellen und dazu sei die Partei innerhalb der Regierung besser in der Lage als in der Oppo­sition.

Aus diesen Aeußerungen der verschiedenen Partei­richtungen innerhalb der Koalition ist zu entnehmen, daß die Diskussion sich auf sehr verschiedenartigen Bahnen bewegt, aber immerhin wieder in das Gleis der sachlichen Auseinandersetzungen zurückgekehtt ist und erfreulicherweise nicht mehr diejenige Heftigkeit aufweist, die sie unmittelbar nach dem Tode Dr. Stresemanns anzunehmen drohte.

Dr. Wirth in Urlaub

Berlin, 8 .Oktober.

Wie dasBerliner Tageblatt" meldet, hat der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, nachdem er an der Trauerseier für Dr. Stresemann teilgenommen hatte, seinen Urlaub angetreten.

Das Blatt tritt der Auffassung entgegen, als tocnn in Dr. Wirths Urlaub die Unzufriedenheit des Zen­trums über das im Auswärtigen Amt geschaffene Provisorium zum Ausdruck gelange. Es tettt mit, daß Dr. Wirth schon seit einiger Zeit die Absicht gehabt habe, einen kurzen Urlaub zu nehmen Außerdem liege es nahe, daß er, wie andere mit Baden besonders verbundene Abgeordnete, z. B. auch Minister Tr. Curtius, vor den badischen Landtags wählen noch in den Wahlfeldzug einzugreifen beab­sichtige.

Niederlage der amerit Regierung

Washington, 8. Oktober.

Die Regierung hat im Senat gestern bei der Beratung des Zolltarifs eine neue Niederlage erlit­ten. Der unabhängige Senator Robinson brach!« einen Zusatzantrag ein, durch den die gegenwärtig in Kraft befindliche Methode ptr Bestimmung der Zollsätze beibehalten und Die neben rkstimmungen wonach in gewissen Fällen eine Abschätzung der im- portterten Waren erfolge« und Wertzölle erhoben werden sollen, ausgemerzt werden. Dieser Antrag wurde mit 44 gegen 37 Stimmen angenommen. 10 republikanischen Senatoren stimmten mit den Demo­

kraten, während ein -Demokrat für die Regierung stimmte.

Seffedowski als Antibolschewifi

Paris, 8. Okwber.

Tie Affäre Beffedowski wird auch noch die ftan- zösischen Gerichte beschäftigen. Der auf so ungewöhn liche Art abgesetzte erste Botschaftsrat wird die rus­sische Botschaft wegen Verleumdung verklagen. Als Rechtsbeistand hat Beffedowski den bekannten Rechts­abgeordneten und Kriegsblinden Scapini gewählt. Ei erklärte, er werde nun, nachdem er so schlechte Er­fahrungen mit dem Moskauer Regime gemacht habe, in aktiver Weise auf antibolschcwistischer Seite kämpfen.