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Hessische Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichtm

________________Kasseler Abendzeitung

Oesterreichs neuer Bundeskanzler

Das Kabinett Gtreeruwitz geftürzt / Vollzripräslbent Schober übernimmt die Führung der Regierung

in

Schobers VerhanLlungen

Anlage dieses BerkehrSinstitutes zeigen werde.

iten über ein Mit-

DasUltimatum"

-es Lan-bun-rs

UuS der Vorgeschichte des Regierungswechsels.

Wien, 26. September.

beteiligten Stellen Werden bereit sei«, die Aus- rodungen für den Luftschiffhafen in ausretchen. dem Umfange vorzunehmen. Die Nähe der cbe. Äs^En Industrie in Griesheim und Höchst Dringt Die 1

runa abzuberusen, wurde versichert, daß der Lanvbund in einem Schreiben an den Bun- deSkanzler bloß darauf aufmerksam gemachi hat, die Einbringung der BerfassungSvorlagen

reform und die Regierungserklärung verhan­delt. Entgegen den Gerüchte.. 71.. .77

warum des LandbundeS an die Regierung, das mit der Drohung verbunden gewesen sein soll, den Vizekanzler Schumy auS der Regie-

Uh- passierte d"S Luftschiff Basel, dann wandte rS sich dem Bersser Jura zu.

*

Bon der Führung des Luftschiffes ist vorge- sehen, dag von Basel aus zunächst Lausanne und Genf besucht wird. AlSdann wird dieLise nach dem Berner Oberland und nach Bern lebe*L In der Bundeshauptstadt wird der unEtels Radio die Leitung des Schiffes die Mannschaften und Passagiere im Namen deS Schweizer Volkes willkommen het- ßen Ueber Luzern, Zürich und Winterthur wird alsdann der Rückflug nach Friedrichs- KV^Fenwerden, falls nicht unterlmqZ r'm« Aenderungen des zurückzulegenden

Wege« vorgenommen werden. u

Verhältnisse' in Oesterreich neu zu festigen. Da die Heimwehren durch Schobers Betrauung einen Parlamentarischen Erfolg erzielten, ist den Putschgelüsten einzelner Hetmwehrführer mit dem Kanzlerwechsel die Spitze abgebrochen, und es läßt sich mit aller Sicherheit voraus- sehen, daß der 29. September in Oesterreich ohne jede Erschütterung verlaufen wird. Jeder Puischversuch gegen eine Regierung Schober, di« di« Wiener Polizei als die stärkste Ord- nungSmacht des Staates vollkommen in der Hand hat, wäre von vornherein zu einem Miß.

tSparteien in da« Poli- n v v -uttzeiprästdent Schober £ut ttefrM-iBljme de« Kanzlerpostens aufzufor­dern. Schober nahm den Auftrag zur Regie­rungsbildung an. Er hatte bereits gestern abends mit maßgebenden Pershnlichketten ver- handelt und wird heute an di« Parteien mit Vorschlägen herantreten.

Bord befinden sich «twa 28 Passagiere, B,e.*L<$2e,*erf|$er Rationalität, darunter die Gattin der an der Weltfahrt beteiligt CÄe"r. ®Äet, Großindustriellen Chri- ftoph Fselin-Zürich mit ihren beiden Töchtern. Der Start vollzog sich ohne Dlrzggeruim. Bon beleuchtet, erhob sich da« i xoeuermeioungen von größter Bedeutung o,,» Luftschiff nach einer Schleife über dem See Schluß der ^enklwrist ^o^utung Zu« »TÄS- "** **«

Möglichkeit, Auftrieb«, und Antriebsgas« durch besondere Rohrleitungen nach dem Platze zu schaffen.

Dieses Schreiben war an und für sich nicht geeignet, die Demission der Regierung unmit­telbar zu veranlassen. ES trug aber dazu bei, daß im Schoße der Christlichsozialen Partei dre Frage aufgeworfen wurde, wie diesen Er­scheinungen auf wirtschaftlichem Gebiete zu begegnen wäre und die Vertrauenskrise bezgl. der Beständigkeit der inneren Verhältnisse ' Oesterreich beseitigt werden könnte.

Wie verlautet, hat

Frankfurt bewirbt sich um -en Zeppelinhafen

Frankfurt a. M., 26. September.

- diach den Aeußerungen Dr. Eckenerz soll die Transozeanische Verbindung von Europa nach flUTbhLtR® CV®elfe "gan-siert werden, daß aus .jedem Kontinent zunächst ein Zentralluft. chlfshafen angelegt wird als Sammelstation für reden dieser Erdteile. Um diesen Luftschiff- hafen bewirb, sich »eben Berlin auch Franfturt am Main, tote au» einer Denkschrift hervorgeht, dl« soeben vom Magistrat der Stadt Frankfurt herausgegeben worden ist.

n,iÄÄ^Ur9IKIa0e bei Luftschiffhafens wtio das Waldgelande

iss dem Dreieck zwischen den Städten Frankfurt Darmstadt Wiesbaden

empfohlen. Das Gelände ist ausschließlich int Asch der Stadt Frankfurt a. M. und der hes. sischen Regierung, sodaß Schwierigkeiten für den Grunderwerb nicht zu fürchten sind. Die

Bundeskanzler Streeruwitz begab fich so- dann zum Bundespräfidenten Miklasch und machte ihm von der erfolgten Demission der Regierung Mitteilung. Der Bundespräsident betraut« die Regierung mit der Fortführung der Geschäfte bis zur Neuwahl der Regierung"

Nach dem Ministerrat begaben fich die Ob­männer der Mehrf---- - ----

zeipräfidium, um

Ueber den unmittelbaren Anlaß, der zur Demission des Kabinetts Streeruwitz geführt hat, erfährt die »Neue Freie Presse":

Noch gestern vormittag Wurde im Schoße der Regierung und mit dem Vorstand der Christlichsozialen Partei über die VerfassungS-

8Bie«, 26. September.

Das Kabinett Streeruwitz hat gestern demissioniert. Auf Ersuchen de« Bundeskanz. lers Strerruwitz waren vor der gestrigen Mi- mfterratsfltzung die Vertreter der MehrheitS- Parteien mit d«n Ministern zu einer kurzen Sitzung unter dem Vorsitz de« Obmannstellver. treters des Christlich-soziale« KlubS, Wg. Kunfchak, zufammengetreten. Bundeskanzler Streeruwitz gab die Erklärung ab, daß er in Anbetracht der politischen Situation zu dem Entschluß gekommen sei, die Reform der Verfassung einer anderen Regierung zu über­lassen. Er schlug al« Nachfolger den ehemali­gen Bundskanzler Polizeipräsident Schober vor.

Di« Vertreter der Mehrheitsparteien, Dr. Seipel, Dr. Wotawa und Dr. S ch ö n - bauer, gaben unter Worten der wärmsten Anerkennung und dr« besten Dankes für den Bundeskanzler und fein Kabinett di« Erklä- rung ab, daß sie in Anbetracht der politischen Lage bic Erklärung des Bundeskanzler« zur Kenntnis nehmen müssen und seinem Vor­schlag hinfichtlich der Rachfolgesrage zustimmen.

Daraufhin trat der Ministerrat zusammen und stimmte dem Vorschläge de« BundeS- kanzlers auf Demission der Gesamtregieruna I Al- Die Mitglieder de» Sabip^t« dankten ^m Bundeskanzler für sein jederzeit bewiesenes freundschaftliche« und loyales Entgegenkom- Uten.

zwei- bis dreijährigen Zollfrieden au-zuar« betten.

Einer Anregung StresemannS entsprechend hat eine Fünferkommiffion heute nach einer Ortsbesichtigung beschlossen, für die nächste Vollversammlung nicht den ReiormationSsaal, sondern das Bttiment electoral zu wählen.

Tschangfatkwa? geschlagen!

Hankau, 26. September.

Die Truppen des Generals TschaugsatkwaiS find weit in das Gebiet von Hünan eingedrun­gen, wurden jedoch, wie aus Nanking gemeldet wird, von Hünantruppen nach heftigem Kampf zum größten Dell entwaffnet. Die Truppen der Zentralregierung haben fich ohne Blutvergießen der Stadt Jtfchang bemächtigt.

ä

Kowno, 26. September. Nach Meldungen aus Moskau übermittelte am Mittwoch das Außenkommlssariat der Sowjet-Union dem dortigen deutschen Botschafter eine Note zur Weiterleitung an die chinesische Regierung. Die Sowjet-Regieruna stellt fest, daß ste alle Maß. nahmen zur Verhütung eines Krieges mit China getroffen habe. St« mache d-Sbalb China jur alle Ueberfälle weißgardtstischerBan- den aus sowjetrussisches Gebiet verantwortlich. Die Sov»et-Negierung erklärt, daß ste dem

$ab*LbeI russischen Truppen im fernen Osten, 'Blücher, sämtliche Vollmachten zum Schutze brr sowjet-russischen Grenze er. teilt habe. DaSOberkommando im kernen Osten uw lleh-rfallr "süf russisches Gebiet zu unterbinden.

DasNeue Wiener Journal" nennt in diesem Zusammenhänge die Namen deS Pro. fessor Wettstein als Unterrichtsminister, de» berühmten Chirurgen Eiselsberg alS Minister für Soziale Fürsorge und des Direk- tor« der österreichischen LandeSkreditanstakt Mo sing alS Ftnanzminister. Dasselbe Blatt glaubt, daß auch ein prominenter Hetmwehr- führ« dem neuen Kabinett angehören wird Dabei handel e« fich aber lediglich um Kom- binationen.

ohne vorherige Beratung der MehrhettSpar- teien erscheine ihm unzweckmäßig.

Der Landbund habe gegen einzeln« Bestim­mungen deS RegierungSentwurfes Bedenken und finde ander« Bestimmungen zu ungenü­gend, um restlos zustimmen zu können. Zu­gleich machte der Landbund auf die Wirkun­gen aufmerksam, die sich infolge der politischen Entwicklung auf wirtschaftlichem Gebiet gel­tend machen.

Wien, 26. September.

Ukber die Zusammensetzung de» neuen «a- btnettS ist noch nichts Endgültiges bekannt ge- worden. Soviel scheint aber jetzt schon festzu- stehen, daß das neue Kabinett kein rein parla­mentarisches ist, sondern ein gemischte« Sa- binett sein wird. ES wird außer dem Re- aienmgschef noch drei weitere nicht parlamen- tarisi^ Mitglieder enthalten. Dies werden drei hohe Beamte, eventuell Hochschulproses- soren sein. 11

Der neue Mann

Wir haben bereits in unserem am vorigen Sonnabend veröffentlichten ArtikelEntschei­dende Tage* darauf hingewiesen, daß Polizei- Präsident Schober in erster Linie zur Erfül­lung der schwierigen Aufgaben, die dem Nach­folger Streeruwitz' gestellt werden, geeignet sei. In der Uebernahme der ReaierungSgewalt durch den Chef der Wiener Polizei wird man ein Moment erblicken dürfen, das geeignet ist, Befürchtungen des Inlandes wegen der bevor­stehenden Kundgebungen am 29. September zu Jerstreuen und auch daS wankend gewordene vertrauen des Auslandes in die Stabilität der

Gras zeppelln" über der Schweiz

(Eigener Drahtberichy.

b*5n""^orologischen Institute von Frankfurt a. M. und Darmstadt seien für die D^/k^ldungen von größter Bedeutung. Zum

Drei Lachminister im Kabinett?

eigen«; Drahibericht.

5 Millionen für -ie Lufthansa

I Berlin, 26. September.

«ÄÄ« L!

vus^nt^Ä^Erkehrsstrecken von der Deutschen Lufthansa aufzunehmenden Anleihe von 6 Mil- 5M OOO Ma^k bi» jährlichen Betrage von

I vuo Mark zu übernehmen. Man bat

I entschlossen, 3 Millionen Mark im I «^nAm»etSLaB*w^fcnt' j°äaß man mit der

einer Anleche zumindest bis zum mI warten kann. Diese Entschet. I düng tst offenbar im Hinblick auf die zur Seit

oieper gedacht hatte, erfolgt.

Rechberg un- Poinearö

..Die Agentur HavaS^veröf'feMlicht^aus^Ber. lm folgendes schreiben Arnold RechbergS: Es LS» PoincarL mich 1928

Hatte im Gegenteil die Ehre, mit Ihm im Frühjahr 1929 eine Unter« ber Ich ihm meine Ansich.

bc Folgen, die sich aus den

WM5= ran3Ö^en Kali-, Eisen- und Chemie- Abkommen auS den Jahren 1926 und iy>7 er« flebcn, auseinandersetzte. Der Eindruck, den ich NÄn5^^/pr/chuna batte, war, daß, trotzdem

, bie französischen Interessen ebenso K m 9 *tie jw selbst die Inter-

men meine? Vaterlandes, eine weitgehende Einigung auf der realen Grundlage weitaehen- her Interessen, di« Frankreich und Deutschland gemeinsam haben, durchaus verwirklicht werde« könnt-

deni Schober bei aller Autorität, di« er in den Jahren ISIS und 1927 gegenüber allen Umsturz­versuchen von links bewies, als durchaus Par- teiloser Man« gilt, dem namentlich in Kultur- fragen ein reaktionärer Kurs keinesfalls zuzu- trauen ist.

In diesem Sinne hat die durch die fortge- setzten Drohreden der Heimwehren in der letz- ten Woche entstandene schwere innerpolitische Krise in Oesterreich eine glückliche Erledigung gefunden, da eine parlamentarische Regierung der starken Hand am ehesten die unverantwort­liche Politik der bewaffneten Faust in ver­fassungsmäßige Bahnen lenken kann.

erfolg verurteilt.

Auch di« Sozialdemokraten werden erleich- tert aufatmen, weil sie, wenn «s am 29. Sep­tember zu einem Handstreich der Heimwehren gegen sie kommen würde, vieles, wenn nicht alles zu verlieren hätten. Die Sozialdemokra- ten haben jedenfalls eine günstig« taktische Posi- iion für ihr Verhalten gegenüber einer Regie­rung Schober geschaffen, indem sie schon vor einigen Wochen eine politische und auch per. sönliche Annäherung an den Polizeipräsidenten anbahnten und die fett dem 15. Juli 1927 mit großer Heftigkeit geführt« Kampagne gegen Schober in ihrer Presse rechtzeitig abbliesen Dementsprechend ist keineswegs mit einer «er. scharfung der parlamentarischen Opposition in einer bürgerlichen Regierung Schober durch die Sozialdemokraten zu rechnen, zumal Präst-

Min-erheitenfragen vor -em Rat

Abschluß der 57. Ratstagung.

Genf, 26. September.

Auch der DölkerbundSrat hat gestern nachmit. tag mit einer endlosen Tagesordnung seine 6 3x1^ abgeschlossen. ES handelt sich hauptsächlich um die Ausführung der verschie­denen von der Vollversammlung beschlossenen Maßnahmen. Daneben erledigte aber der Rat auch verschiedene Minderheitsbeschwerden aus Oberschlefien, von denen einige vertagt, andere durch entsprechende Erklärungen der Dele­gierten als erledigt betrachtet wurden.

.. Zur Durchführung der wirtschaftsvoliti- L^.enwFZ.6cttn wurde dem Wirischaftskomi-^ der Auftrag erteilt, ein Vorprojekt für einen

Finanzminister Dr. Mittelberger In diesem Zusammenhang für seine Person die Absicht geäußert, au« der Regierung auSzuscheiden.

Er konnte sich dabei aus den von ihm sckon wiederholt auch im Ministerrat betonten Standpunkt berufen, daß das Kabinett Stree­ruwitz bei seiner Wahl vor ein'* Reibe von wirtschaftlichen Aufgaben gestellt war, zu de­ren Löfung sowohl der Bundeskanzler selbst als auch seine Mitarbeiter berufen erschienen. Seither hätte bie öftere. Politik eine Entwick­lung genommen diie einer Regierung ganz an­dere Aufgaben stelle und zu deren Lösung an­dere Personen erforderlich wären. Dr. Mit- telberger hat gestern feine Rücktrittsabsichten in nachdrücklichster Weise wiederholt und da­mit den Anstoß zur Gesamtdemission gegeben.

Bundeskanzler Streeruwitz gewann im Laufe der gestrigen Befprechungen die Ueber- zeugung, daß

die BerfaffungSresorm nicht zu jenen Auf­gaben gehöre, die dem Kabinett Streeruwitz vorgezeichnet waren.

Die neuerlich gegen die bisherigen Arbeiten auf dem Gebiete der Verfassungsreform er­hobenen Bedenken des Landbundes haben dann den Bundeskanzler zu dem entscheiden­den Schritt veranlaßt.

Friedrichshafen, 26. September.

Gras Zeppelin" ist am heutigen Donnerstag um 8,24 Uhr zu seiner Schweiz-Fahrt gestartet.