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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
^Lummer 220 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Mittwoch, 18. September 1929
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 19. ZahkgSttg
Luftverkehr Sevilla-Buenos Aires?
«Eigener Drahtbericht;.
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Sie Sudfa^rt ging über Lüneburg, Hanno ver, Hildesheim, Northeim und Göttingen n". nadit8)- Bon hier aus nahm das Luftschiff Kurs nach Südosten auf Mühlhausen Kassel wurde also auch diesmal nur .beinah' überflogen. Kurz nach 7 Uhr traf .Graf Zep- Velin* nach S7stündiger Fahri in Friedrichshafen ein 7.18 Uhr war die Landuna tir>fl
Begeisterter Empfang Eckeners in Euzhaoen.
Hamburg. 18. September
einer drakonischen Verminderung der Untersee, boote, da es diese als die wirksamste Waffe gegen eine überlegene Flotte betrachtet
Der Sachlelstungsausschuß an der Arbeit
Paris, 18. September.
Der Sachleiftungsausschuß, der am Dienstag unter dem Vorsitz des französischen Vertreters eine Sitzung abhielt, begann mit der Beratung seine- eigentlichen Programms, die für zehn Jahre vorgesehenen deutschen Sachleistungen mit den tatsächlichen Jahreszahlungen des Aoungplanes in Uebereinstimmung zu bringen.
Madrid, 18. September.
Oberst Ferrara, einer der Leiter des spanischen ZivilflugzrngwescnS verkündete, daß der seit langem geplante Luftschiffverkehr zwischen Sevilla und Buenos Aires noch vor Ablauf eines Jahres eröffnet werden würde. Wahrscheinlich würde „Graf Zeppelin" den ersten Flug auf dieser Strecke aussühren.
Die Front der Abrüstungsgegner
Frankreich, Zta ien und Japan stad sich einig / Macdonald lädt zur Seeabrüstungskonserenz ein
Rach seiner Ankunft in Cuxhaven gewährte Dr. Eckener den Pressevertretern ein Interview, in dem er auf die Frage nach dem Stande der Verhandlungen über die Schaffung emed regelmäßigen LuftfchiffvHtkehrs einging. Dr. Eckener erklärte, daß von Verhandlungen überhaupt noch nicht die Rede sein könnte. Er habe in Amerika mit zahlreichen Interessenten Besprechungen gehabt und freue sich, sagen zu können, daß vas Interesse an der Zeppeunsache sehr groß sei. Verhandlungen oder gar Abmachungen habe er nicht führen und treffen können, da zunächst die deutschen Besprechungen vorangehen müßten. Er komme mit keinerlei Bindungen in die Heimat zurück. Die Tat. fache, Freunde und Interessenten gewonnen zu haben, sei aber natürlich ein nicht zu unter- schätzendes Plus.
. Der Eintritt Deutschlands in den Völker- ist, wie man weiß, seinerzeit durchaus nicht mli fliegenden Fahnen, sondern unter allxn Begleiterscheinungen der Zurückhaltung und des Mißtrauens erfolgt. Die offizielle deutsche Außenpolitik hat damals nicht nur di, Benreier der Opposition. sondern auch viele Mitglieder der Regierungsparteien nur schwer davon Überzeugen können, daß unser Eintritt tn den Völkerbund tatsächlich tn mancher Hin- £d)t außenpolitische Vorteile mit sich bringen Man sprach gern und oft von der Möglichkeit, internationale Vereinbarungen zu verhindern oder zum mindesten zu beein- bei denen ohne unsere Mitwirkung ettte Spitze gegen Deutschland zu befürchten gewesen wäre. Breit im Vordergründe stau- den die Erwägungen Psychologischer Natur, di« ö?r daraus hinausliefen, daß die Mit» gltedschaft Deutschlands im Völkerbunde eines der stärksten Merkmale für die grundlegende Aenderung derjenigen Nachkriegspolitik sei, die sich bet den sogenannten Ententeländern in etner Fortsetzung bet geschlossenen Bündnis- Politik gegen Deutschland ausprägte. Daß wir in dieser Hinsicht mancherlei Enttäuschung er- tuten haben, wird von niemandem bestritten, wtrd aber natürlich auch nicht als ein Beweis dafür anzusehen sein, daß Deutschlands Ein- n ?en Völkerbund etwa ein grundsätz- Uch" Fehler gewesen wäre Enttäuschung und Rückschläge im Einzelnen sind in der Ätßen- Politik eines Volkes unvermeidlich, welche- einen gewaltigen Krieg verloren hat. Sie Be.
^5" die Richtigkeit der außen- politischen Grundlinien. Wenn man aber dies« Grundlinie anerkennt, so wird man auch wün- ^fi£ürTen«, diejenigen Möglichkeiten der praktischen Politik nicht aus dem Auge gelas- Werden, die sich bei der Verfolgung des Hauptkurses ergeben. Eine dieser Möglich- ketten betm Eintritt in den Völkerbund lag se- doch vor allem in der aktiven Teilnahme an der sogenannten Minderheitenpolitik. Man hat sich in Berlin damals keine geringen Hoffnungen in der Hinsicht gemacht, daß es uns in Zukunft gelingen werde, durch unsere Dele- gierten tn Genf das schreiende Unrecht ehnu« dämmen, und schließlich ganz zu beseitigen, unler wel^m di« Deutschen in einigen der nach dem Kriege durch deutsche? Gebiet be- sicherten Rachbarstaasen zu leiden haben, gerade deshalb hat ei jetzt einiges Aufsehen btl der gegenwärtigen Völker- bundStagunfl in Genf das Minderheiten- Problem sehr in den Hintergrund getreten ist.
„Graf Zeppelin" begrüßt Eckener
dutckSvolle Begrüßung über dem Wasser, wetterhtn g^e Fahrt bei schönem Wetter. Grütze an die Passagiere. Dr. Eckener".
Das Luftschiff erschien um 16,40 Uhr über den Landeanlagen derHapagin Cux Haven, wo auch die „Newyork" festmachie. Ung.heu- rer Jubel umbrandete das Riesenschiff. Die Menschenmenge schwentte Fahnen und Tücher und tausend Stimmen riefen nach Dr Eckener. Als Dr. Eckener das Schiff verlietz, wurde ihm aus dem Weg zum Hapagsonderzug ein jubeln- der Empfang der toutLnben Menge bereitet. @ut gleich herzliches Willkommen empfing ihn bei der Ankunst in Hamburg um 21 Uhr. Der' Reichspräsident hatte den Führer des „Gras Zeppelin" mit einem herzlichen Telegramm- brtef wiMommen geheißen.
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^^nmr n^erl hch- daß das Auswärtig« Amt » Ä Problem seit Jahren mit besonderem Nachdruck verfolgt Auf den Ratstagungen in Lugano und in Madrid ist eingehend darüber verhandelt worden ES gelang damals nicht, durchzubringen, bi« auf dnc vollständig- A.ndetung de? vom Völker- bund genoten Minderheitenschutzes hinaus- "°^ D'cse Sdmt .ä-iafeit des Völkerbundes vollzieht sich b'kinntlich unter höchst nachtet-
Nach 27-stundiger Fahrt wieder -aheim!
Northeim und Göttingen um Mitternacht passiert.
Von Cuxhaven fuhr der »Graf Zeppelin' nach Hamburg, wo er um 18,10 Uhr eintraf Ueber der Stadt kreisten viele Flugzeuge und der klein« Parseval, um dem .Graf Zeppelin' ihr« Grüße zu entbieten und ihm auf seinem rfUtfle über Hamburg das Geleit zu geben. Die Glocken läuteten und die Dampfer und Bar- lassen im Hafen ließen ihre Sirenen ertönen Durch iubelnde Zurufe und durch Tücherschwen. ken gab die ungeheure Menschenmenge ihrer Freude Ausdruck.
_ Das Luftschiff kreuzte längere Zeit über der atabt und fetzte dann die Fahrt in der Richtung nach Lübeck fort, wo es um 20 Uhr ein- traf. Um 20,30 Uhr war es über Schwerin und kehrte dann nochmals nach Hamburg zurück.
Stille in Genf
(Von unserer Berliner Schrift« lettung.)
Die VölkerbundSverfammlung in Genf läßt in diesem Jahre recht wenig von sich hören. Nachdem tn den ersten Tagen der Generalde- batte die großen Ministerreden gehalten wur- den, hat man dem wetteren Verlauf der Aussprache nur verhältnismäßig wenig Interesse mehr entgegengebracht. Ein Ereignis Wie btt vorjährige wuchtige Anklagerede des deutsche« Reichskanzlers Hermann Müller ist diesmal überhaupt nicht zu verzeichnen gewesen. SS m°S s-tn, daß d,e verantwortlichen Politiker, bte sich diesmal in Genf trafen, allzusehr unter dem Eindruck der Haager Verhandlungen sianden und daß man wegen der notwendigen Fortführung be; Reparationsausfprache ganz gern darauf verzichtete, in diesem Augenblick su.^Gens weittragende Debatten über ander« volkerbewegende Fragen anzuspinnen. DaS ist 5°er auch der einzige Gesichtspunkt, der es verständlich machen könnte, daß in Gens eine derartige allgemeine Stille eingetreten ist, ohne daß auch von uns der Versuch gemacht wurde, Diejenigen Probleme mit Nachdruck weiter zu ! erb ein, an deren Behandlung wir ein besonderes Interesse haben.
Travemünöe unter Nebel
Erfolgreiche Bernebelungsversuche.
Lübeck, 18. September.
Auf dem Fluggelände Lübeck-Travemünde sand am Dienstag nachmittag eine große Ver- nebelung statt, zu der sich Vertreter des Reichswehrministeriums, der Marineleitung und der Behörden eingefunden hatten. Von 5 Flugzeugen der deutschen Lufthansa aus konnten die Vertreter der Behörden die Vernebelung beobachten. Die Vernebelung setzte vom Land und von der Ostsee aus ein. Die Flugzeuge umkreisten das Flughafengelände und schon nach 6 Minuten War ein Teil des Flughafens in Rebel verschwunden. 30 Minuten nach Be- ?inn der Vernebelung war das gesamte Flug- afengelände und ein Teil von Travemünde unter Rebel gesetzt, sodaß es den Flugzeugen nicht möglich war, nur einen Punkt der Hafenanlage zu erkennen.
beiten ihrer provisorischen Vorschläge mitteilen und den eingetabenen Regierungen zu ver- stehen geben, batz ein günstiges Ergebnis nicht ohne ihre vollstänbige unb sympathische Mitarbeit erreicht werben kann, besonbers in ber Frag« ber Einschränkung ber Tonnage der Zer- störer unb Unterseeboote.
Japans Vorliebe für U-Boote
Tokio, 18. September.
Gestern fand eine Kabinettssitzung statt, in der ber Marineminister Admiral Takarabe, einen Ucberblid über die Marineabrüstungsverhandlungen gab unb den Standpunkt Ja- pans in folgenden Hauptpunkten festlegte: Japan ist bereit, dem Vorschlag näherzutreten, die Periode, in ber keine Großkampfschiffe gebaut werden sollen, bis zum Jahre 1926 zu verlängern. Japan ist der Ansicht, daß die amerikanische Gefechtsstärke in Kreuzern erster Klasse, bte mit achtzölligen Geschützen bewaffnet sind, als Maßstab für bas japamfche Stärkeverhältnis von 70 Prozent zu dienen bat. Japan ist bereit, seinen Bestand an Zerstörern um annähernd 17 000 Tonnen auf 105000 Tonnen zu vermindern, wenn der am?» rikanische und der englische Bestand an Zerstörern auf j« 150 000 Tonnen beschränkt wirb. Japan wibersetzt sich ber Abschaffung ober
Genf, 18. September.
In letzter Zeit haben hier mehrfach Ber- hanblungen zwischen ben französischen, italienischen unb japanischen Delegationen (tätige- funben, um eine einheitliche Haltung ber bret Delegierten gegenüber ben englischen Ad- rüstungsvorschlägen herbeizuführen. Es ist, wie von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wirb, zwischen ben brei Delegationen eine grundsätzliche Einigung über folgenbe Punkte erzielt worben:
Die Zustänbigkeit bet britten Kommission bet Vollversammlung (Abrüstung) für bie Behandlung bet grundsätzlichen Fragen ber Abrüstung wirb bestritten.
Die Hauptfragen können allein von dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß behandelt wer- den, da in diesem Ausschuß neben Mitgliederstaaten auch Nichtmitgliederstaaten wie Sowjet- Rußland, Vereinigte Staaten vcn Amerika und die Türkei anwesend fein, für die irgendwelche Beschlüsse einer Kommission der Völkerbundsversammlung nicht bindend sein können. Die Aufgaben der dritten Kommission könnten sich nur darauf beschränken, der Vollversammlung Vorschläge für den Wiederzusammenttitt des Vorbereitenden Abrüstungs - Ausschusses zu machen, jedoch nicht im Vorbereitenden Ab- rüstungs-Ausfchuß allgemeine Richtlinien für die Arbeiten zu geben, tote dies tn dem englischen Antrag vorgesehen ist. Die drei Mächte vertreten aus diesem Grunde die Auffassung, daß der englische Abrüstungsantrag ohne wettere Aussprache dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß überwiesen werden mutz.
Die französische, italienische und japanische Delegation vertritt ferner den Standpunkt, daß die bisherigen Beschlüsse des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses, an denen bie englische Regierung beteiligt war und zu benen sie ihre Zustimmung erteilte, einen bestimmten Charakter tragen und keinerlei Abänderungen mehr unterzogen werden können.
Die drei Delegationen sind nach wie vor ber Auffassung, batz an dem Grundfatz der allgemeinen Wehrpflicht nicht gerüttelt werden darf, und daß aus diesem Grunde
Me ausscheidenden Reserven — bie große Streitfrage ber letzten Jahre — nicht durch ein internationales Abrüstungsabkommen beschränkt
werden können. Die Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen dürfe sich nur auf den ak- Üben Truppenbestand beziehen Das lagernde Kriegsmaterial darf ferner nur auf dem Wege der Herabsetzung des Militär-Budgets der Staaten, nicht jedoch durch die direkte zifsern- mäßige Verminderung von der allgemeinen I Abrüstung betroffen werden.
Die drei Delegationen sind weiter der Auffassung, daß eine irgendwie geartete internationale Kontroll - Organisation, der die I Ueberwachung ber Durchführung eines internationalen Abkommens obliegen könnte, richt annehmbar ist Jedoch wird auf französischer I Seite die Auffassung vertreten daß in der Kontrollfrage noch weitere Verhandlungen möglich seien Die französische Auffassung in dieser Frage kann daher nicht als endgültig angesehen werden.
Reserven und Kriegsmaterial
Eigene» Drahtbericht.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" begegnete Heftern nachmittag um 15,10 Uhr, nachdem es zuvor Osnabrück unb Bremen besucht hatte bei dem Feuerschiff Elbe 1 dem Dampfer Newyork", auf bem sich bekanntlich Dr. Eckener befand. DaS Luftschiff umkreiste ben Dampfer Den Passagieren, bie durch bie Dampfpfeife bes Dampfers an Deck gerufen worden waren bot sich ein prächtiger Anblick. Als „Graf Zeppelin" an Backbord des Schiffes dicht entlang fuhr, entbot er ber „Newyork" mit Flag- gengruß herzliches Willkommen.
Dr. Eckener sandte von Bord des Dampfers aus folgendes BearüßungSielegramm an Sa- «ttan Lehmann: „Ihnen und ber ganzen Be fatzung herzliche Grüße unb Dank für bie ein-zogen.
Einladung zur Zünfmachtekonferenz
London, 18. September.
Premierminister Macdonald hat bie französisch!, bie italienische unb japanische Regierung davon verständigt, daß Anweisungen an bie britischen Botschafter in Paris Rom unb Tokio ergangen finb. bie drei Regierungen jur Teilnahme zu einer Fünfmächtekonferenz über bie Abrüstung zur See einzuladen. ES wirb beabsichtigt, baß bie Konferenz in der dritten Januarwoche nächsten Jahres in London zusammentreten soll Die Regierung ber Bereinigten Staaten, bie sich an ber Einladung beteiligt, wird ihren diplomatischen Vertretern in den genannten Ländern gleiche Anweisungen geben.
Die britische unb bie amerikanische Regie- rang werden ber Baukonferenz bK- Einzel