Stummer 219 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
Dienstag, 17. September 1929
Einzelpreis: Sonntag« 20 Pfennig. 19. Jahrgang
Um die Räumung Wiesbadens
Eigene» Drahtbericht.
(Eigene Drahtmeldung).
Graf Zeppelins" Hamburgfahrt
Eigene Drahtmeldung
30 000 km auf rund 40 000 km vorsieht.
und von Salomon geprüft. Das gegen sie vorliegende Material ist so schwer belastend, daß der Vernehmungsrichter gegen beide Haftbefehl erlassen hat.
Die HandeLsluftfahrt wird als besondere- Sorgenkind bezeichnet. Durch den Bau hoch- lvertiger, konkurrenzfähiger Großflugzeuge und Anbahnung internationaler Abmachungen für den Lustpostverkehr soll die Grundlage für die Durchführung eines großzügigen Programms
Der Untersuchungsrichter hat das wort
wollen über solche Maßnahmen kein Urteil ab. geben, aber wir halten zu unserer Jugend, zu der wir volles Vertrauen haben. Vielleicht, so führte der Redner weiter aus, sei es der katholischen Jugend ein Trost, daß dieselbe Ueberwachung sich auch auf Priester und Bischöfe, ja sogar auf Kardinale erstreckt.
London, 17. September.
Wie aus Newuork gemeldet wird, ist die Fünfmächte-Konferenz von Dezember auf Januar verschoben worden. Die Verschiebung ist mit der Durchführung der notwendigen Vorbereitungen für dies- Konferenz in Zusammenhang zu bringen. Die Washingtoner amtlichen Kreise wollen auf alle Fälle eine Ueberstürzung vermeiden. Im übrigen verlautet, daß die Konferenz trotz der italienischen und französischen Anrcgung.eine andere Stadt als Tagungsort zu wählen, in London statt- finden wird.
1. Anwendung der gleichen Grundsätze für die Herabsetzung und Beschränkung der Effektivstärke und des Materials der Land-, Luft- und Seestreitkräfte.
2. Beschränkung der Stärke der Trup peneinheit, entweder der Zahl oder der Ausbildungszeit nach oder nach beide« Methoden.
Hamkens gesteht seine Mitwisserschaft
wn I -.Das Personal beträgt, ohne Marine, 1600
Tausenden von Späheraugen umgeben ist. Wir LNziere und 30 400 Unteroffiziere und Mann- ' schäften, also tm ganzen mehr als V* der ge
samten deutschen Reichswehr.
Der Gcsamtelat des neuen LuflmrnisteriumS betragt: a) 1838 Mill Francs, die beim Kriegs' Ministerium (1066), Marine (1418), Kolonial (40) und Handelsministerium (317) abgesetzt fmb, b) darüber hinaus noch 480 Millionen für Material und 150 Millionen für Studien und Versuche. Es stehen ihm daher für 1929 2468 Millionen Francs gleich 408 Millionen Goldmark zur Verfügimg. Zum Vergleich sei angeführt, daß der ganze deutsche SSehretat 1928 für das Heer 496. für die Marine 211 Millionen Goldmark betrug.
Bei der Tätigkeit der Generaldirektion für den technischen und industriellen Dienst steht
Oeffentstchkeit empfindet
... ' - - —. in der
Abrustungsfrage als einen Schlag ins Gesicht 's natürlich auch mit der neuer» Uchen Umstellung der englischen Politik in Zu» lammenhang. Kricgsminister P a i n l e v - har zwar am letzten Sonntag dem französischen WrustungSwlllen ein großes Loblied pesun- gen, aber daß die Kehrseite der Medaille a». ders aussieht, zeigen die nachfolgenden AuS- fuhrungen, dre uns von einem militär-politischen Mitarbeiter zur Verfügung gestellt wer- den, an einem besonders eindrucksvollen Sei» spiel:
Bad Schmalbach, 17. September.
Am Sonnabend nachmittag haben die ersten Engländer Bad Schwalbach verlassen u. handelt es sich um Mannschaften, die als Quartiermacher in dem neuen Standort des Bataillons in England für die Familienange» hörigen Wohnung besorgen sollen. Mit diestm Abtransport hat die Räumung der Stadt begonnen. Die Familenangehörigen werden heute folgen Das Bataillon selbst verläßt Bad Schwalbach, wie bestimmt feststeht, am
Einige Engländer bleiben zur Abwicklung der Raumungsarbeiten noch einige Dage hier. Jedenfalls wird die Stadt am 29. September von Besatzung frei fein.
' TM?» zahlbar. Für ... ate»"
See-Abrüstungskonferenz geschaffen werden, das für die nächsten 3 Jahre ® v>e Erweiterung des jetzigen Neyes von rund
erst Januar -----
Die Rede, die der Papst gestern vor Vertretern des Verbandes der katholischen Jugend Italiens gehalten hat, und die das „Giornale d'Jtalia" zu einer gereizten offiziösen Gegen- antwort veranlaßt hat, begann mit einem Glückwunsch, den der Papst dem Gedeihen des Verbandes widmete. Es ist uns, so fuhr der Papst fort, es ist den Angehörigen der Jugeno- verbände bekannt, es ist allen bekannt, und es muß mit hinreichender Deutlichkeit ausgesprochen werden, daß die katholische Jugend von
U -k. Samilicnauzeiaen bk min-Zeile n 4, «leine Anzeige« aus auswärtige «leine Anzeige» die mm-Scile U 4. Reklame« die
Der Abo». . in der G-» Mstelluugsge-
Berlin, 17. September.
Di« Ermittelungen in der Angelegenheil der Sprengstosfanschläge sind jetzt soweit ge- drehen, daß das gesamte Material dem Untersuchungsrichter vorgeleg» wird. Heute werden die in Altona in Hast befindlichen 21 Personen nach Berlin überführt werden.
Bon den elf in Berlin Verhafteten find Dr. Salinger, Latz, Kruschki und Hans Gert Te- chow wieder sreigelaffen woroen. da nach Ansicht der Polizei das gegen sie vorliegende Material nicht zur Ueberfuhrung ausreichtr. Tie sieben anderen sestgenommenen Personen sind gestern dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium mit dem Antrag auf Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt worden
Das Material, das dem Bernehmungs- richtcr vorliegr, ist so ungeheuer umfangreich, daß die Prüfung am Montag nicht mehr zum Abschluß gelangen konnte.
Der Bernehmungsrichter hat zunächst die Beschuldigungen gegen die Verhafteten PlaaS
Koblenz, 17. September.
. Sn einer Unterredung, die der Berichterstat. ter des „Berliner Tageblattes" in Koblenz mit dem Vertreter des Oderkommiffars Tirard, dem ^n»AIbe,Ie8Lc.rteM Roel, bei der Jnteralliier. ten Rhemlandkommrssion hatte, äußerte sich die- ser eingehend über die Räumungsaktion. Roel dementierte ausdrücklich die Meldungen eng- lischer Blatter wonach ein großes Truppenkon- der Rheinlandkommission nach Wiesbaden gelegt werden solle.
deinen Fall sei an eine Ersetzung der englischen Armee durch französische Truppen- teile gedacht. Das französische Bataillon, daS sich noch in Höchst befindet, werde diese Stadt Kurze verlassen, ebenso bleiben die Orte Königstein und Bad Schwalbach nach dem Abzug der englischen Soldaten von einer weiteren Truppenbelegung verschont.
» die Frage über den Abmarsch der französischen Truppen in der zweiten Zone betonte Roel, daß kein einziger französischer Soldat von dem linken auf das rechte Rheinufer befördert würde. Als der Berichterstatter , auf die Besorgnisse aufmerksam machte, die be, der Bevölkerung in der Pfalz darüber entstanden seien, daß die dritte Zone eine stär- ~ru)'Pen6eIegunfl in nächster Zeit erfahre« wurde, erwiderte Roel mit Nachdruck, daß die französischen Truppen, die jetzt aus der zweiten Zone abtransportiert wurden, unmittelbar in die französischen Garnisonen zurückgeführt und keinesfalls in die Pfalz verlegt würden.
Die Stunde der Befreiung
Pius XL an die kath. Jugend Italiens
Rom, 17. Septembex.
Genf, 17. September.
Lord Robert Cecil hat nunmehr dem Vorsitzenden des Abrüstungsausschusses der Volkerbundsversammlung, Benesch, einen Enl- Ichließungsantrag eingereicht, auf den hin die- ser Ausschuß zu den strittigen Hauptpunkren des Abrustungsproblems wird Stellung nehmen müssen, obwohl in den letzte« Tagen von verschiedenen Seiten hinter den Kulissen versucht worden war, das Arbeitsprogramm des Versammlungsausschusses derart zu beschränken daß eine Erörterung der Mehrheitsbeschlüsse des vorbereitenden Ausschusses für die Abrüstungskonferenz vom vergangenen Frühjahr, die sich gegen die Einbeziehung der ausgebildeten Reserven und des gelagerten Kriegsmaterials aussprachen, ausgeschlossen worden wäre.
Frankreichs cuftrüstung hnrÄ!n£ Öb,et^ von Abrüstung geredet wird, hat Frankreich in aller Stille «ine völ» lge Aenderung in der Organisation seiner qe- samten Luftfahrt eintreten lassen. Das bisher getrennte militärische und zivile Flugwesen ist I f,nL€.nt ueugeschaffenen Luftministerium unter- stellt also straff zentralisiert Hieraus ergibt sich der Vorteil, daß von einer Stelle sowohl ,.Hnb zivilen als auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gearbeitet wird Das neue Luftministerium hat z Unterabtei» lungen, und zwar die Generalinspektion der Luftstreitkräfte, die Direktion für das Zivil- slugwesen sowie die Generaldirektion für den technischen und industriellen Dienst. Ihre Asts- gaben gehen aus dem Nachfolgenden hervor.
Die Luftstreitträste betrugen am 1. Juli 1929: 106 Eskadrilles in Frankreich und dem besetzten Gebiet, 31 in den Kolonien, 15 bei ber Marine. Eine weitere Steigerung auf Summa 201 Eskadrilles ist im Gesetz vorgesehen.
Die 106 Armee-ESkadrilleS umfassen 32 Jagd-, 20 Tagbomben-, 12 Nachtbomber, 73 Beobachtungs-- und Aufllärungs-Eskadrilles. Die Bombeneskadrilles bestehen aus je 10, die Aderen aus je 12 Flugzeugen. Das gibt 1580 Flugzeuge (ohne Marine), hierzu kommt eine eratsmäßige Reserve von mindestens 60% an Kriegsflugzeugen, das sind 2500, daneben hat Frankreich noch rund 2000 Versuchs-UebungS- unb Schulflugzeuge.
Nach bem jetzt vorliegenden englischen An- I _. , * * *
trag soll der ^Abrüstungsausschuß ber Völ- I Die französische Oeffentlichkeit en kerbundsversammlung. in dem im Gegensatz neue Vorgehen Englands
zum Vorbereitungsausschuß sämtliche Völker- .....---- ’ *
bundSstaaten vertreten sind, zu folgenden vier Punkten Stellung nehmen:
Koblenz, 17. Sep. ^},srJ’onniliftf?nbi0er Stelle mitgeteilt wird, erstes französisches Regiment das 39. Artillerieregiment Koblenz verlassen. Am Sonnabend ist bereits vom hiesigen Mosel-Ha- fen ein Munitwnstransport abgegangen, dem ferdetransport folgte. Wann die Mannschaften abrucken werden, die bekanntlich in die Heimat entlassen werden, da das Regl- ment aufgelost wird, steht noch nicht bestimmt sest.^ Jedenfalls sind noch keine Eisenbahnzüge dafür angefordert. Auch der Abmarsch der In- SÄÄ151 “23"
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Richtung Erkelenz, von wo eS Kurs auf die Grenzstation Kaldenkirchen nahm.
10,53 Uhr Kleve.
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Weiter sollen folgende Städte überflogen werden: Osnabrück, Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven, Hamburg, Lübeck, Wismar, Schwerin. Auf dem Rückflug wird direkter Kurs nach Friedrichshafen genommen werden, Berlin wird nicht angeflogen.
Altona, 17. September. Der im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlägen verhaftete Landvolkführer Wilhelm Hamkens hat seine Mitwisserschaft bei den Bombenanschlägen ein» gestanden.
Die Zeitung „Das Landvolk" hatte bisher jeden Zusammenhang zwischen Hamkens und den Attentaten entschieden bestritten.
Ser Niebüller Anschlag auf teil irt
Altona, 17. September.
lieber die Untersuchung der Bombenattentate verlautet, daß einer der Verhafteten in der letzten Nacht zum Montag ein Geständnis ablegte, das bett Bombenanschlag in Niebüll betraf. Damit wären nur noch die beiden Anschläge in Lüneburg und am Reichstagsge- bäude in Berlin zu klären.
Kasseler NeUste Nachrichten
________________Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Friedrichshafen, 17. September.
Schon seit geraumer Zeit hat das Luft- I schiff viel Glück mit dem Wctetr bei seinem Un- I ternehmungen. Die Nacht war zwar kühl, doch spannte flch ein wundervoller Sternenhimmel über die Landschaft.
Gegen 4 Uhr fände« sich die Passagiere, darunter mehrere Damen, i« der hell erleuchteten Luftschiffhalle ein. Im Navigationsraum der Gondel hängt ein riesiger Lorbeerkranz, der über dem Dampfer Rewyork abgeworfen roer- I den soll und auf dessen Schleife in den Zep- I Pelinfarben die Widmung „Unserem Eckener" zu lesen ist. Auch Frau Dr. Eckener hat sich anscheinend in letzter Minuten entschloffen, an der Fahrt, bie der Begrüßung ihres Gemahls gilt, teilzunehmen.
Nachdem das Luftschiff in aller Ruhe aus- I gewogen ist, bringen es die Haltemannschaften einige Minuten nach 4 Uhr mit dem Heck vor- aus durch das Westtor auS der Halle. Alles klappt wie immer tadellos. Nach dem Verlassen der Halle wird der „Graf Zeppelin" mit der Spitze nach Nordosten in die Windrichtung I eingedreht . Um 4,11 Uhr ist das Luftschiff in I der richtigen Lage. Die Motoren werden au- gelassen, und eine Minute danach erfolgt der glatt verlaufene Aufstieg Bald finb nur noch I I die Siebter des davonziehenden Schiffes zu er« I kennen.
Der Zahrtverlauf
lieber die Fahrt des „Graf Zeppelin" verzeichnen wir in Kürze folgende Meldungen:
6,8 Uhr über Karlsruhe
7 Uhr Alzey 7,06 Uhr Kreuznach. 7,30 Uhr Simmern.
8.50 Uhr Aachen: Unter dem Geläute der Glocken und dem Jubel der Bevölkerung zog er in langsamer Fahrt mehrere Schleifen über der Stadt und entfernte sich um 9,05 Uhr in nordöstlicher Richtung, dicht an der Wetterwarte vorbei, um zunächst Herzogenrath zu überfliegen.
10 Uhr: München-Gladbach. 1050 Uhr Geldern
9.25 Uhr Düren. 9 45 Uhr Jülich: Der Empfang des „Grafen Zeppelin" in Jülich war um so herzlicher, als der Besuch des Luftrtesen als Krönung der großen Freude über den ge- strigen Abzug der belgischen Besatzung entpfitn- den wurde. Das Luftschiff fuhr in glatter Fahrt über die Stadt und verschwand dann in 1
3. Beschränkung des Material«, entweder direkt durch listenmätzige Aufzählung -"direkt durch Beschränkung des Diethodetu^^ Ult*cr Anwendung beider
4. Anerkennung einer internationalen Autorität zur Ueberwachung und Be- rtchterstattung über die Durchführung der Abrüstungskonvention.
Der Entschließungsantrag unterstreicht die Ueberzeugunz, daß eine fortschreitenoe und allgemeine Herabsetzung ber Rüstungen in der ganzen Welt dringend verlangt wird. Er spricht ferner die Erwartung aus, daß der vor- r»Hiltrn-i'e für bie AbrüstungSkonfe-
Frankreich dementiert!
Keine Verzögerung der Räumung / Tirards Stellvertreter gibt beruhigende Erklärungen