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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Verlas uni Druckerei: Süffel. Schlachtbosttrahe «*. 8«n. 86M. 8<Ss toot

Hessische Abendzeitung

»exteewretfe:

»nzeigeuoretfe: EinbrtmtILe SeschSftSanzeiqen die mm«Sefle 11 4. auswärtige Geschäfts. Wisen bie mm-Seile 11 X.&QittUienanaetöen die mm-äetle 11 4. Kleine Aazetgeu ans Saiiel das Wort 7 4. auswärtige Kleine Anzeigen die uua-Zeile 11 4, Reklamen btt nxm-Setle 45 4. vksertaebübr 25 4 (bei Zustellung 85 4). SteMung »beträgt innerhalb 5 Tagen lablbot. yür die Richtigkeit aller durch Kernlprechcr aufacgebenen Anzeigen sowie fL, »usuabmedateu und Plage kann nicht garantiert werden. Mr Anzeigen mit besonders schwierigen» Satz 100 Prozent Aufschlag. Postscheckkonto Kranksirrt a. M. 6380.

Nummer 218 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Montag, 16. September 1929

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennta. 19. Jahrgang

Schwierigkeiten bei derRäumung?

Die Rbeinlandkommifflon in Wiesbaden / Der englische Oberbefehlshaber nach London Berufen

Die ersten enMchenrriiwci, daheim! ,

Eigene Drahtmeldung

London, 16. September.

Munitionsfunb in der Untergrundbahn

Altona, 16. September

Die Ermittlungen über die Bombenaitrn- täte find, wie das preußische Landeskriminal­polizeiamt mitteilt, zu einem gewissen Abschluß gelangt. Die Feststellungen haben, der amt­lichen Erklärung zufolge, ergeben, daß die ver. schiedenen Bombenattentale, von denen die meisten schon jetzt restlos aufgeklärt werden konnten, auf eine einheitliche politische Be- wegung rechtsradikaler aktivistischer Kreise zu- rückzuführen find. Als Mittelpunkt dieser Be- wegung ist allem Anschein nach die Reichshaupt- stadt anzusehen. Bon den in Berlin festgenom­menen elf Personen werden heute sieben Per­sonen dem zuständigen Richter vorgeführt wer- 'den. Bier Personen wurden im Laufe des Sonntags entlassen, da das Material zu ihrer Ueberführung nicht ausreicht.

Bon den in Altona im polizeilichen Gewahr- sam sich befindenden 24 Personen erscheinen 23 detart stark belastet, daß gegen sie von der Poli­zei richterlicher Haftbefehl erwirkt werden wird. Zu diesen 23 Personen gehören leitende Per­sönlichkeiten der Landvolkbewegung.

Im Polizeipräsidium fand gestern mittag eine größere Besprechung statt, in der die betei- ligten Polizeibehörden und die Regierungsprä- sidenten von Lüneburg und Schleswig teilnah- men. Der Zweck dieser Zusammenkunft war eine Aussprache über den bisherigen Stand und die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlun- gen in Sachen der Bombenanschläge. Pom Poli- zeipräsidium Berlin nahmen neben den Berliner Kommissaren auch Polizeivizepräfident Dr. Weiß und Regierungsrat Schöny teil.

Am stärksten in den neuen Ostdreibund bezw. Ostvierbund wäre zweifellos Rumänien, baß es verstanden hat, sowohl zu Italien al- auch zu Deutschland als auch zu England sich gute Beziehungen zu schaffen, waS man weder von Polen noch von Jugoslawien, soweit England dabei in Frage kommt, behaupten kann.

Die Ungarn nehmen in diesen ganzen Verschiebungen, die sich zum Teil ja erst bot.«

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Innb sind am Sonntag hier emgetroffen. Es hem Steel Corporation und der Bethlehem handelt sich um ungefähr sechzig Mann vom 1 -v^--

Leiceftershire- und Dorsetshire-Regiment, denen

von ihren Angehörigen ein herzlicher Empfang bereitet wurde.

Daily Expreß" berichtet über eine plötzliche Krise in der Durchführung der Rheinlandräu­mung, die durch die Ankündigung hervorge­rufen worden sei, daß di« englischen Truppen in Wiesbaden nach ihrem Abzug durch fran- zösische Truppen ersetzt werden sollten. Rach einem Berichte des Sonderkorrespondenten die­ses Blattes steht eS fest, daß wenigstens zwei französische Regimenter in Wiesbaden ein­marschieren werden.

Der Lberkommandierende der englischen Trup­pen im Rheinland ist vom englischen Kriegs­minifier Shaw »ach London berufen worden, um nach Informationen des Blattes eine wichtige Besprechung mit dem Kriegsminister und möglicherweise auch mit Macdonald über die Rheinlandräumung zu haben.

Die Untersuchung im Shearer-Skan-al

Washington, 16. September.

Die Untersuckmngskommiflion des Senats im Falle Shearer wird heute offiziell ihre Arbeiten beginnen. Entgegen dem ursprüng­lichen Plan wird die Kommission zuerst dl«

FranzösischeAbrüstung"

Paris, 16. September.

Geheimnisvolle Reise Parker Gilberts

Paris, 16. September. Der Reparation^ agent Parker Gilbert hat sich Sonnabend abend an Bord derMauretania" nach Newyork eingeschifft. Seine Reise umgibt ein gewisses Mysterium. Er hielt sich nur solange in Paris auf, um den Zug zu wechseln. Als die Reporter ihn schließlich doch entdeckten, verweigerte er jede Auskunft über die Griinde feiner plötzlichen Abreise. Auf derManre- tania" hat man dementiert, daß Parker Gilbert sich nach Amerika einschiffen werde.

London, 16. September, l Vertreter der in den Skandal verwickelten D.-...uw» IWWVL-ÄL S itf!

Das Itzehoer-Attentat

Johnsons Geständnis.

Itzehoe, 16. September.

Schiffs Building Cy. M. Schwab, für nächsten Freitag vor die Kommission geladen worden. Er wird sich über die Gründe auszusprechen haben, die die Gesellschaften veranlaßten, Shearer nach Genf zur Abrüstungskonferenz im Jahre 1927 zu schicken, mit der Absicht, diese zum Scheitern zu bringen. Später wer­den die Vertreter der beiden anderen Schifss- gescllschaften vor der Kommission erscheinen.

A. E. Genf, 16. Sept.

Ein Blick aus die kleinen Staaten aus dem Osten Europas und die Haltung ihrer Ver­treter in Gens genügt, um die Wandlungen zu erkennen, die im politischen Aufbau Euro­pas durch die Lockerung der französisch-eng­lischen Front eingetreten sind.

Die auffallende Schweigsamkeit der Polen in Gens, die sonst bei jeder Auseinandersetzung als Sekundanten an der Seite Frankreichs zu finden waren, hat manche Gründe. Seit dem Haag scheinen sich die Wege Polens und Frankreichs zu trennen. Man hört bei der polnischen Delegation manche Bemerkung der Unzufriedenheit mit Frankreich, das bisher die große Stütze Polens im Völkerbund und in der internationalen Politik war. Der polnische Außenminister Zaleski hat in der Vollver­sammlung nicht gesprochen. Es war nicht nur die Verlegenheit, wie er sich um die Nicht- unterzeichnung der obligatorischen Schiedsge­richtsklausel herumwinden sollte, die ihm dazu veranlaßte; es hat dabei auch die Ueberlegung eine Rolle gespielt, daß er im Augenblick nicht an der Seite Frankreichs in der Abrüstungs- fraae auf der Tribüne erscheinen konnte, wo Arland die Haager Ergebnisse als eine neue Annäherung zwischen Deutschland und Frank­reich prieS. Polen hatte vom Haag eine An­erkennung seiner Sicherheitsthese erwartet,

Frankreichs nicht geschwächt, sondern in der Lage, jeden Angriff zurückzuweisen. (Also doch! D. Red.). Maßnahmen, deren Durchfüh­rung im Gange sei, paßten die nationale Ver- teidigung der neuen Lage au, die durch die Rheinlandräumung geschaffen werde.

I daß das Rheinland nicht geräumt werde, be­vor ein Ost-Locarno zustande gekommen sei. Darin sah es sich getäuscht. Es sah sich sogar I in der Erwartung getäuscht, daß man diesen Fehler" noch in Gens gutmachen werde.

.Die Haltung Polens ist unter diesen Um­standen auffallend unsicher geworden. Offen sich mit Frankreich zu Überwerfen, ist für Po­len ausgeschlossen. Es kann aber auch kein Pendelspiel wie zu Chamberlains Zeiten tret» I ben, denn alle Annäherungsversuche des abso­lutistischen Polens stoßen bei den sozialisti- schen Labours aus eisige Ablehnung. So sucht sich denn Polen in der Verlegenheit Freund« hier und da. Sein Zusammengehen mit Dä­nemark und Norwegen bei dem Antrag auf Unterstellung der internationalen Reparations­bank unter den Völkerbund ist eine ziemlich offene Unfreundlichkeit gegen Frankreich, aber I gleichzeitig ein Versuch, seine eigenen wirt­schaftlichen Ansprüche in den Vordergund zu schieben, die es mit Nachdruck auch gegen die F?derationsbeftrebungen der kontinental-euro- I päischen Länder glaubt verteidigen zu müssen. I Auch dieser Bewegung, die ja vorläufig einer deutsch-französischen Initiative entspringt, ste­hen die Polen mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber.

Aber wo Freunde finden für Polen? Bei der Kleinen Entente? Auch bei ihr ist die gleiche nervöse Unruhe wie bei Polen zu be­merken. Ausgenommen davon ist vielleicht einer ihrer Teilnehmer, die Tschechoslo- I chakei, deren außenpolitischer Leiter, Benesch I em viel zu realer Kopf ist, Mm sich bei vergan­genen Wunschträumen aufzuhallen. Seine I Versammlungsrede in Genf war eine Aner­kennung für die Ideen Dr. Stresemanns. ES Ware falsch, dann etwa tschechische Anbiede- I rungsversuche an Deutschland sehen zu wellen Nyr weiß Herr Benelck viel zu genau, daß I er feine Pläne einer Wirtschaftssöderation mjt I Österreich, die er auch in Genf weiter verfolgt hat, nur mit und nicht gegen Deutschland, sei eS auch nur zum Teil, verwirklichen kann.

Diese DonauförderationSpläne haben bei den übrigen Mitgliedern der Kleinen Entente I verschiedene Reaktion hervorqerufen. Bei den Rumänen behauptet man, von den Bespre- I chungen, die in Gens über diese Frage ge­führt worden sind, nichts zu wissen. Diese Be­tonung erfolgt ,u ostentativ, um sie einfach hinzunehmen, besonders wenn ihr, wie daS durch den rumänischen Außenminister Miro- nescu geschehen ist, di« Versicherung folgt, daß derartige Pläne für eine Erörterung nickt reif Kien, daß aber eine Konstellation der Mitglie- der der Kleinen Entente mit Polen und Grie- chenland mehr Aussicht auf unmittelbaren Er­folg böten.

Man kann ruhig annehmen, daß unter bei IMitgliedern" der Kleinen Entente in erster Linie Rumänien, vielleicht auch noch in ge­wissen Punkten Jugoslawien, die Tschechoslo- wakei aber sicher nur zu einem ganz minimalen Te l zu verstehen ist. Ein Zusammengehen zwischen Polen und Rumänien hat noch einen praktischen Zweck, wenn man an die Lage denkt, in der beide Länder zu Rußland stehen. Di« Gruppierung wird aber schief und teilweife un- verständlich, wenn ihr gleichzeitig Griechenland und Jugoflawien angehören follen, es fei denn, daß man auch in Jugoslawien vorerst die Hoff­nungen auf Frankreich aufgegeben hat. Dafür liegen gewisse Anzeichen vor, fo die Haltung des jugoslawifchen Außenministers Marinko- witfch, der heute außerordentlich vorsichtig und geschickt laviert, die Freundschaft Frankreichs zwar nicht aufgibt, aber doch nack allen Seiten hm, so auch nach Oesterreich und Deutschland Freundlichkeiten austeilt und sogar mit seinem ^(jar. ^siegen Bouroff längst nicht mehr in der Manier des Diktators verfährt, sondern mit ihm nun in aller Freundschaft über die Kon- vention von Pirot verhandeln will.

Sert einigen Tagen ist man sowohl bei der hier untergebrachten Besatzungsgruppe wie auch bei verschiedenen Abteilungen der Rheinland- kornmission damit beschäftigt, die Vorbereitun­gen zum Abzug auf Koblenz in die Wege zu leiten. Nach diesen Vorbereitungen hat es den Anschein, daß sich bereits am 15. November in Koblenz kein französisches Militär mehr befin­den wird.

Auch bei der Rheinlandkommisston scheinen die Vorbereitungen zur Abreise so eingerichtet worden zu sein, daß die von ihr beschlagnahm­ten Baulichkeiten und Einrichtungen bereits am 15. November der deutschen Verwaltung wieder zuruckgegeben werden dürften.

Jülich, je. September. Am 16. September verlassen zwei Bataillone des 8. belgiscken Linien Infanterieregiments die Stadt Jülich. Es bleiben ein Pionierbataillon und eine Gendarmerieabteilung bis zum 28. Oktober zurück. Bei einer Einwohnerzahl von 10000 hatte Jülich mit einer Besatzungsziffer bis zu 4000 Mann die verhältnismäßig größte Be­satzungsziffer des besetzten Gebietes überhaupt. Durchschnittlich hat die Besatzung 11% des Wohnrauins der Stadt beansprucht. Die offi­zielle Freigabe der Stadt erfolgt am 30. No­vember zusammen mit der Freigabe der ganzen von den Belgiern besetzten zweiten Zone.

Der verhaftete Johnson hatte über das Attentat auf das Landratsamt in Itzehoe ein I Geständnis abgelegt. Wozu von amtlicher Sette bekannt wird, daß der Geschäftsführer der ZeitungDas Landvolk" Johnson, die Bombe von anderer Seite erhalten und auf die Redaktion der Zeitung gebracht hat. Er ist dann mit dem Schriftleiter Salomon zur Stumpfen Ecke" gegangen, wobei er eine Zi­garrenkiste mitnahm. die ebenso aussah, wie die Bombenkiste. Diese angebliche Bomben­kiste enthielt Agitationsmaterial. Er ließ sie in derStumpfen Ecke" stehen und ließ sie von dort am nächsten Tage wieder abholen. Da­mit wollte er einen etwaigen Verdacht von sich ablenken. Dann ging er zur Redaktion zurück und holte die richtige Bombenkiste, die et dann vor dem Landratsamt niederlegte. Dann be-

Hambnrg, 16. September.

Nach einer Meldung der in Winsen an der Luhe erscheinendenWinsener Nachrichten" sind im Zusammenhang mit der Untersuchung der Sottibenatteiftate im Laufe des Sonntags im Kreise Winsen weitere Verhaftungen vorge­nommen worden. Einzelheiten find nicht bekannt.

In bet Nacht zum Sonnabend wurde fer­ner der Landwirt Schade aus Kathen, der in der Landvolkbewegung eine führende Rolle spielte, und der Siedler Mathes aus Bücken verhaftet. In Hohn bei Rendsberg wurde in der gleichen Nacht der Dentist Bestmann festgenommen. Im Anschluß an die Verhaf­tung wurde eine eingehende Haussuchung vor­genommen. Bestmann ist verschiedentlich, so am 1. August, in Neumünster in Landvolk­versammlungen als Redner aufgetreten.

Berlin, 16. September.

Aus dem Untergrundbahnhof Spittelmarkt wurde in der Nacht zum Sonntag gegen* 22,30 tlhr in einem Leerzüge eine Kiste mit Muni­tion gefunden. In der Kiste befanden sich 388 Schuß Jnfanteriemunition in Ladestreifen, 22 Platzpatronen und 48 Nickelmantelgeschosse ohne Hülse, eine Dose mit etwa 200 Gramm Schwarzpulver und 97 Heine Zündhütchen. Der Fund wurde der Abteilung JA des Po­lizeipräsidiums übergeben. Der Besitzer konnte noch nicht ermittelt werden.

Rastenburg, 16. September. In den letzten Tagen sind die am Rastenburger Friedhof an­gelegten Aufbewahrungsräume einiger hiesiger Finnen, die sich mit dem Verkauf von Pulver zur Herstellung von Munitton für Jagd- und Scheibenbüchfen fowie von Sprengstoffen be- assen, erbrochen und beraubt worden. ES sind insgesamt etwa 13 Kg. Sprengstoff und Pulver entwendet worden. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur.

gab er sich in ein Kabarett, wo er bis kurz vor 2 Uhr nachts blieb. Um diese Zeit nahm er ein Auto, um nach Hause zu fahren. Als er vor dem Auto stand, ertönte der Knall. Die Kreis-Kommunalverwaltung hat beschlossen, unverzüglich auf Zahlung einer Entschädigung durch die ZeitungDas Landvolk" im Betrage von M. 10 000 vor Gericht zu klagen.

Neue Verhaftungen

andlungen im nahen Osten?

Von unserem Son verberichterstatter'

Noblen; am 15. November frei?

Koblenz, 16. September.

Sie Aufklärung der Bombenatteatate

(Eigene Draht Meldung).

Auf dem Stiftungsfest des Verbandes der Kriegsverletzten behauptete Kriegsminister Painlevs, daß kein Land eine Tat der Rüstungsherabsetzung vollbracht habe, die sich mit der Herabsetzung der Militärdienstzeit auf zwölf Monate vergleichen ließe. Klarer könne nicht bewiesen werden, daß Frankreich auf jede Eroberungspolitik verzichte (??). Trotzdem aber fei die nationale Verteidigungspolitik