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Freitag, 13. September 1929

Nummer 216 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 19. Jahrgang

iomie8to, "Uer durch Kernsprecher aufaeaebetten Sm#feen

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Aushebung eines Waffenlagers

2n Rönne (Kreis Winsen) / Maschinengewehre, Gewehre und Handgranaten beschlagnahmt

Kasseler Neueste Nachrichten

__Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Rlac-onal- reist!

nehmend

Es beginnt jetzt vor allem die intenswe Bc. arbeitung der Einzelfälle mit Vorhaltungen und Gegenüberstellungen auf Grund der ver­schiedenen Aussagen. Außerdem ist man be- . , . ------------—

etoaige Hintermänner und Geldgeber r\ei"e Entente mehr, das ist eine überholte Ein^ der bisher verdächtigen Personen zu ermitteln ^tc?uJt9 1 I,abe 61 kategorisch feststellen wollen,

N,Tank' An3; sS-Pt«mb«j. Ministerprästdent ku sainan »“T Erholung

Mussolini bildet sein Robinett um

Nach Schluß des Ministerrats bebielt der SSibmetÄHi’>e Minister zu einem ?5ru6ftuci im Schloß zuruck.

Paris, 13. September. einem"^. ^^I- ^7°ldet wird, haben nach

Berlin. 13. Sept

Der Polizeipräsident teilt mit: Am Nachmit­tag des 12. 9. erschien der der Mittäterschaft an den Bombenattentaten verdächtige Geschäfts, führe? Plaaß mit einem Brief des Kapitäns

Altona, 13. September. Im Verlaufe der Berneymuug der im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen hier verhafteten Personen, die auf dem hiesigen Polizeipräsidium auch ge­stern wieitergeffthrt wnrde. Haden sich Ber- u-tu,,»!nsnieil.o ।.ui ttge«e«i, vaü sicki in Ätto. na ein Maffenlager befindet. Die Kriminal­polizei hat sofort Maßnahmen zur Aushebung deS Lagers ergriffen.

Minister versammelten sich gestern vor- im Schloß zu Rambouillet unter dem Vorsitz des Prandenten der Republik zu einem Mmisterrat.. Ministerpräsident B ri an d e^ ltattete in einem sehr ausführlichen ErposS fei. "EN Mlnisterkollegen Bericht über die ganze -etzte Verhandlungsperiode, die mit der Haager Konferenz begann und dem europäischen Früh- stuck und der Rede Stresemanns in Genf endete. Der Ministerrat billigte einstimmig die Erklärungen Briands.

. bielt der Finanzminister CH krön den Ministerrat über die finanziellen Bedin. gungen, wie sie sich aus dem Aounaplan er­geben, forote über die Einsetzung der in diesem ™ ^°/?^ehenen verschiedenen Komitees, die zum Teil bereits Anfang nächster Woche zu- sammentreten werden, auf dem Laufenden.

Darauf beschäftigte sich der Ministerrat mit der ?rrage des WiederzusammentrittS des Var- wments. Er beschloß Kammer und Senat auf -ienStag, den 22. Oktober, einzuberufen. Der -4 ., 2o. und 26. Oktober wird jedoch im Hin.

Aa"Eikongretz der Radikalen noch ? - . Der Ministerrat kam

-lberein sorort nach der Eröffnung des Var» ^ENts mitder allgemeinen Diskussion deS

Präsidenten nur noch daS Ministerium deS Innern.

Der Name „Unterrichtsministerium" wird offiziell durch königliches Dekret in „Ministe- rium der nationalen Erziehung- abgeändert. Der bisherige Unterrichtsminister Belluzzo wird durch den faschistischen Abgeordneten Balbino, Professor der Philosophie in Florenz, ersetzt. Dieses Ministerium wird durch ein neues Un- terstaatssekretarial der Körperkultur und Jugenderziehung ergänzt und mit seiner Lei» tung der faschistische Abgeordnete Ricci betraut, der bisher die faschistische Jugendorganisation leitete.

Das Ministerium der Volkswirtschaft wird in ein Ministerium des Ackerbaues und der Forstwirtschaft umgewandelt und zum Acker- bauminister der frühere Unterstaatssekretär der Ministerpräsidentschaft, Abg. Acerbo, aus Bergamo neu berufen. Zum Minister der öffentlichen Arbeiten wurde der bisherige Un­terstaatssekretär des Innern, Michele Bianchi ernannt. '

Somit bleiben drei Mitglieder des Qua» drumvirats, das den Marsch auf Rom geleitet bat, nämlich de Bono, Bianchi und Balbo, als Minister im Kabinett.

Ministerrat in Rambouillet

Paris, 13. September.

In unserem einheitlichen Recht besitzt unser Volk ein Gut von unschätzbarem Wert. Allezeit ein treuer Hüter dieses Gutes gewesen zu Pin kann die deutsche Richterschafi ebenso wie die Anwaltschaft mit Ltolz für sich in A. " nehmen. Dafür gebührt ihr aller unser ,

Die hinter uns liegenden Jahre, so führte °ÜIti0 m^Edner weitet u a. aus, haben auch die 1 “*

Rechtspflege und die, die sie auszuüben beru­fen sind, vor Aufgaben von einer nie aeabnten Größe und Schwierigkeit gestellt. In diesen Zeiten, wo die Gesetzgebung mit der Entwick­lung nicht immer Schritt halten konnte fiel dem Richter die Aufgabe zu, Mittler zwi­schen dem starren Gesetz und der Seele des Volkes u. damit Träger der lebendi- gen Rechtsentwickelung zu sein. Jeder objek-

Rom, 13. September.

Mussolini hat unerwartet eine vollständige Kabinettsumbildung vorgenommen, indem er bfe Unterstaalssekretäre von sieben bisher von ihm geleiteten Ministerien zu verantwortlichen M 'nstern ernannt hat. Der Regierungschef selbst behalt außer dem Ressort des Minister.

Paris, 13. September.

Der Chefredakteur des „Petit Partsftn" hatte mit dem Premierminister Macdo- nald am Tage feinet Abreise aus Genf eine Unterredung über die Einstellung Englands zu Frankreich. Auf den Hinweis, daß man in rrrankrerch auf Grund verschiedener Wahlkund­gebungen und Parlamentsreden sowie vor al- lern auf Grund der Vorkommnisse zu Beginn den Eindruck habe, die n/riAt trpar« sei wegen einer gegen Frankreich

? Einstellung zur Macht gelangt, er­klärte Macdonald:

daß die Haltung der jetzigen Regierung von der. Ieisigen der früheren verschieden sei. Die Vor- Irlegsallianz sei gegen andere gerichtet gewesen. Nun sei es aber ein politischer Grundsatz der Arbeiterpartei, daß die Freundschaft von Volk zu Volk keine Spitze gegen irgend ein anderes «oben darf entsprechend dem Geist der Nach, kriegszelt. Daher müsse auch die Ausdrucks- . lrtmenf= weise den neuen Zeiten und den neuen Ideen r- -man , . ------,,—

angepaßt werden. Das sei der Sinn seiner fur. 1930J" beginnen und danach dem

Worte „Ueberholte Einstellung" Diese Worte Moment - den Ioungplan zur Ratifizierung richteten sich gegen ein überholtes Wort. Er Wt«Äx, . ' dachte dabei nicht im geringsten an einen Bruch ~ " "*

der Freundschaft mit Frankreich.

Zentralisierung Her Untersuchungen

Berlin, 13. September.

Im preußischen Ministerium des Innern haben gestern Besprechungen mit den zustän­digen Instanzen der Kriminalpolizei stattgesun­den, in denen zunächst über den bisherigen Stand der Aktion gegn die Bombenleger und über die Verhöre der festgenommenen Personen tourbe- Im Interesse eines gleichmäßigen Vorgehens der verschiedenen In- stanzen und der Vermeidung eines Nebenein­anderarbeitens soll die Zusammenfassung der weiteren Untersuchung der einer der beteiligten Polizeibehörden erfolgen.

Für Werner Latz und Hans Gert Techow beantragt Justizrat Willi Hahn gestern die alsbaldige Uebergabe der Ange­legenheit an den Vernebmungsrichter im Ber- Iincr Polizeipräsidium. Der Stand der Polizei, lichen Ermittelungen dürfte im Augenblick aber noch keine Entscheidung über die Abgabe der Akten an den Richter erlauben. !

°-,D. Ehrhardt auf dem Polizeipräfidium und stellte sich zur Vernehmung. Nach Abschliltz dieser Vernehmung wurde Plaaß, in dessen oEl ?ern Durchsuchung eine Spreng. -L ® e bei den Bombenattcntatc» benutzt wurden, und 174 Schutz S-Munition gefunden worden sind, in Haft genommen.

Gestän-ig!

Altona, 13. September.

Im Laufe des gestrigen Spätnachmittags hat im Altonaer Polizeipräsidium der Syndi­kus Guido W e s ch ke ein Geständnis abgelegt. Rach seiner Aussage hat er das Sprengstoff- attentat in Weidenfleth am 28. 2. 1929, das erste in der Reihe der Attentate, mit verübt. Seine Mittäter zu nennen, war er bisher noch nicht zu bewegen. Der verhaftete Nickels soll bis jetzt nur zugegeben haben, Aktien der Zei­tung „Landvolk" in Itzehoe vertrieben und die dadurch erworbenen Gelder für sich verbraucht zu haben.

Auch weitere Verhaftete sollen die Beteili- gung an den Attentaten zugestauden haben. Nähere Angaben können aber im Augenblick noch nicht gemacht werden.

Rartengrütze an -en „Polizeihauptmann" Drei Verhaftungen in Mülheim.

Mülheim-Ruhr, 13. September.

Lwi Personen wegen des a5 ben, Bombenanschlägen in Nord- heiligt zu sein, verhaftet ES I «H ?)"bei um den Juwelier Fritz ^Lufmaün Kurt Rudor kl Mülbeim D?e sämtlich auS

de>"E?ölkisck-e^^ Derhafrettn hatten einer mnSn, -n Rostock beige-

wohnr und von dort aus an den Volirei- I ^"^"naun^ Nlckers Kartengrüße gesandt, die Äieit9*" waren. Von menen NickelS.dann auVin nalllelle^in^Essen^Rub""^",. der Lan'deSkrimi. I nalstelle in Essen-Ruhr zugefuort- sie bestreiten I mit den Bombenattematen irgend etwas zu tun zu haben. 8

men au in Thüringen ist die Mut- I ter deS dringend der Tat verdächtigen aber in daS Ausland geflüchteten Herbert Volk Frau Dobel, von Polizeibeamten vernom­men worden, da sie in engster Verbindung mr ihrem Sohne steht und den Schriftwechsel ihres Sohnes mit seinem Anhängern vermit. telt Hai. Frau Dobel ist vorläufig ftstgenorn- men worden.

Lin Brief Lhrhar-ts

Geschäftsführer Plaatz verhaftet.

bem schreiben macht Ehrhardt davon ^-tlung, daß er aufgrund der Pressenach­richten, die Ehrhardt und seinen Anhängerkreis mit den Bombenattentaten in Verbindung bringen, seine politischen Vertrauensleute zu einer Tagung berufen habe. Kapitän Ehrhardt protestiert weiter dagegen, daß die Polizei es »M Mr erforderlich gehalten habe, der Presse Richtigstellung, die seine Person oder die Tätigkeit seines Büros betreffe, zuzustellen. Au­ßer Techow und Ernst von Salomon habe kci- ner der Verhafteten einer Ehrhardtorganisation angehort. Daß beide Genannten an den Bom­benattentaten völlig unbeteiligt seien, stehe für den Verfasser des Schreibens fest. Im übri- gen gehörten beide Herren fchon feit längerer Seit nicht mehr zu Ehrhardts Anbängerkreis. Kapitän Ehrhardt erklärt dann, daß eine Or­ganisation OE. nie bestanden habe. Es stehe ■e.nter M» >h» fest, daß 6u Haussuchung m feinem Büro keinerlei Material hinsichtlich der Smnbenattentate zutage gefördert babe Im a-chluß feines Schreibens stellt sich Ehrhardt zu jeder Auskunft zur Verfügung.

ml««'. memot! «egen Frankreich! Unsere Politik gegenüber Frankreich ist eine Po- litlk wirklicher enger Zusammenarbeit. Die von Ihnen erwähnten Kundgebungen ent­sprachet der in England auch in konserva­tiven Kreisen weitverbreiteten Anschauung, daß die Politik des britischen Reiches ge­genüber Frankreich eine Unterordnung dar- stelle und daß sie einer unabhängigen Stet- lung Englands Platz machen müsse. Die Ueberzeugung, die britische Politik besinoe Uch im Schlepptau Frankreichs, war so ü"«, daß die Reaktion hiergegen äußerst bedenklich hätte werden können. Eine Aen- derung der Methode und der praktischen Stellungnahme war erforderlich, um Groß­britannien mit dem Bewußtsein zu erfül- len, daß eine Zusammenarbeit mit Frank-

reich freiwillig fei."

. Durch seinen Ausspruch: „Keine Allianzen, 1 C> IVhIamIa muh« < L LP1 •___V . . ’

ferenz hat General Dawes, wie man hier an. nimmt, dem englischen Premierminister die Antwort des Präsidenten Hoover auf die eng- Vorschläge über die noch ausstehenden HunkLe iit der Marine-Abrüstungsfrage unter» breitet.

In wohlinformierten Kreisen verlautet, daß die noch bestehenden MeinungSverschieden- heilen sehr geringfügig seien, sodaß berechtigte Aussichten aus den Abschluß eines endgülti- gen Abkommens vorhanden seien,

London, 13. September. । ... * „ ■—■ gm ^rpoiung

Anspruch | Di- Reift des englischen Premierministers sich e ™ Ta7? mifLÄ" wiL^^"° -- fer Dank "«u^mertta steht nunmehr end- ..Echo de Paris" beabsichtigt er.^au/eine Der!

fn führt» I gültig fest. Wie offiziell bekannt g.geb' n anüaunasfahrt auf dem Aermelkonot >>

wurde, wird Macdonald am 28. September nehmen. ^lermeltanal zu unter,

nn Bord der „Beringnria" seine Reift antre- _____

toiy” "m *' ln Kämpfe um pogranitschnaia

Der Entschluß Macdonalds, seine seit länge­rer Zeit geplante Reise nach Amerika im ge- tzenwäriigen Augenblick durchzuführen, ist daö Ergebnis einer einstündigen Unterredung zwischen General Dawes und Macdonald in den gestrigen Abendstunden. In dieser Kon-

Hamburg, 13. September.

Wie der Polizeibericht meldet, wurde bei emer Durchsuchung in der letzten Nacht auf dem Anwesen des Vaters des in der Spreng­stoffangelegenheit festgenommenen Landmanns Amandus Vick in Rönne (ftreiS Winsen» auf dem Hausbodcn folgende Waffen und Muni- Itonsvorräte gefunden. Zwei Mafchinenge- wehre, 28 Gewehre, 35 Stielhandgranaten, sie­ben Schachteln, Sprengkapseln, sieben Gewehr- laufe, fünf Kasten Maschinengcwehrmunition, zwei Kasten Gewehrmunition, außerdem Er­satzteile, Werkzeuge, Oel- und Wasscrkasten.

r.as Versteck dieser Gegenstände war ein bret Meter tiefer ausgemauerter Schacht. Der Fußboden war an der betreffenden Stelle des Hausbodens herausgeschnitten und in die ent­standene Lücke wieder hineingelegt worden. Eine große Futterkiste, die über diesem Aus­schnitt stand, verdeckte die Stelle. Auch Aman­dus Vick fen. wurde festgenommen.

ttö Denkende wird mit mir anerkennen, daß der deutsche Richter diese schwerste Probe, die ihm je bcschieden war, bestanden und sich auch in vieler Zeit erwiesen Hai als das, was er fern ioll, "IS Diener der Gerechtigkeit und Die­ner des Volkes.

Im Hinblick auf den auf dem Richterlage zu behandelnden Punkt der Tagesordnung: .Bedarf es einer arundleaenden Justizre­form?" sagte der Minister: Ich kann nur dank- bar sein, wenn Sie aus der Seele des mrder- nen Richters und aus Ihren praktischen Er­fahrungen heraus an der jetzigen Organisa­tion nachprüfende Kritik üben. "

Aii-gemauert« Schacht als »erstell

Eigene" Drahtbericht.

Niemals gegen Frankreich"

Eigene Drahimeldung

mittler zwischen Gesetz und Volk v. Guörard auf dem Deutschen Richtcrtage.

Köln, 13. September.

Reichsjustizminister von Gusrard hielt Richterlaa eine Rede, tn Ber er, "^knüpfend an das auf dem Ham­burger Anwaltstage von ihm Gesagte daß Rcchrseinheit ein Stück Reichseinheft fei er- nane: