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60 Zähre Obe:lyzeum

. , Am Mittwoch fand die Feier des sechzig­jährigen Bestehens des Städtischen Oberly;e- ums in Verbindung mit dem Sommerfest der Anstalt in der Stadthalle statt. Programmätzig rückten die Schülerinnen in geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Kapelle Kneifet in den Stadthallengarten ein, wo sich bald ein fröhli­ches Leben und Treiben entwickelte. An langer Tafel wurden Kaffee und Kuchen vertilgt, bis dann der Schülerchor unter Leitung des Mu­siklehrers Prenzlow die Vorführungen cin- leitete.

Oberstudiendirektor Dr. Friedrich nahm dann die Weihe des neuen Schulbanners vor, die von einem reizenden Fahnenreigen um­rahmt wurde, der bei den Zuschauern den leb­haftesten Beifall fand. Ein großer Erfolg war dasSechstagerennen* der Kleineren, das als Parodie Lachsalven hervorrief. Einige turne­rische Vorführungen und vor allem verschie­dene sehr gute und exakt durchgeführte gym- n a st r s ch e Hebungen bewiesen, daß auch die körperliche Durchbildung der Schülerinnen auf der Anstalt nicht zu kurz kommt.

Unentwegt knallten währenddeflen die Ge­wehre bei der Schießbude, die von den älteren Schülern und Schülerinnen stark umlagert wurde, während die jüngeren ein Märchenspiel und ein Kasperletheater mit seinen alten, aber immer wieder gern gehörten Witzen in ihren Bann zogen. Als es zu dunkeln begann, zog man in die Stadthalle um, wo im großen Saal die tanzfreudige Jugend bald zu ihrem Rechte kam. Im Blauen Saal trafen sich die ehema­ligen Schülerinnen der Anstalt. Daneben fan­den einige musikalische Vorträge und ein rei­zender Chinesentanz den ungeteilten Beifall aller Anwesenden. Die Kapelle Kneifel spielte indessen zum Tanze aus. Kr.

Wichtige Frist für Kriegsbeschädigte

Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr durch einen im Reichsversorgungsblatt veröf­fentlichten Erlaß eine bereits vor einiger Zeit angekündigte Sparmaßnahme oerfügt. Seit Februar 1928 konnten früher abgefundene Kriegsbeschädigte mit einer Erwerbsminderung von 20 v. H. ohne den sonst erforderlichen Nachweis einer Verschlimmerung ihres Ren- tenleidens auf Antrag dann wieder Rente er­

halten, wenn ihre Erwerbsminderung um mindestens 25. v. H. gemindert war.

Diese Vergünstigung wird mit dem 1 Ok­tober d. Js. außer Kraft gesetzt. Der Ver­band der Kriegsbeschädigten und Kriegshinter­bliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser* weist darauf hin, daß rlle abge­fundenen Kriegsbeschädigten Anträge bis spä­testens 30. September an das zuständige Ver­sorgungsamt gestellt haben müssen. Spater ge- stellte Anträge können nach den gesetzlichen Bestimmungen nur dann berücksichtigt wer­den, wenn eine Verschlimmerung des Dienstbeschädigungsleidens glaubhaft 'estge- stellt wird.

Aus dem kirchlichen Leben

Der neue Arbeitsbericht der Deutschen Evangelischen Missionshilse zeigt, dah sie eine ganze Reihe solcher Arbeiten in Angriff genommen hat. die von keiner einzigen Misstons- gesellschast oder MisfionSkonierenz geleistet werden könnte. Neben der literarischen Arbeit, durch die fie ständig über bas gesamte deutsche Missionswerk orientiert, dient sie der Misüonsstudienbewegung durch Freizeiten, Kurse an Universitäten und Einzel­vorträge durch Beratung von Missionsstudienkreisen. Sie organisiert in ganz Deutschland Misswnsstudien- wochen, die Vortragsreihen über die Gegenwarts­fragen der Weltmifsion bieten und in den meisten Fällen arvsie Hörerscharen auch ans missions- und kirchenfremden Kreisen gefunden haben.

Sie bereitet Pfarrern, die unbeamtlich der Mis­sion bienen wollen, für diese Arbeit durch Missions- rednerkurfe vor. Sie tut auch sonst mancherlei Hilfsdienst durch Auskunfterteilung. Mithilfe bet Missionsausstellungen, Vertretung der Mission in zweckverwandten Verbänden usw. Um jede Konkur­renz gegenüber den Misstonsgesellschaften zu ver­meiden. kollektiert sie nicht, sondern ist allein darauf angewiesen, eigen Kreis von Freunden zu gewinnen.

Kasseler Sänger in Mülheim a. Ruhr.

Der MännergesangvereinSingkränz­chen* unternimmt mit über hundert Sängern vom 14. bis 16. September eine Sängerfahrt nach Mülheim a. Ruhr und wirv unter Lei­tung seines Chormeisters Ernst Bode und unter Mitwirkung des Kasseler Museumsquar- tetts ein Konzert veranstalten. DasSing­kränzchen* ist dort Gast des MGV.Froh­sinn*, der während der Ruhrbesetzung mehrere Tage in Kassel weilte und dessen künstlerische Leistungen allgemein anerkannt wurden.

ttnfere Heimat

wandern, o wandern

Führerlehrgang in Zierenberg.

Der Kreisausschuß für Jugendpflege des Kreises Wolfhagen veranstaltete unter Leitung des Kreisjugendpflegers Rektor Siebert. Zierenberg im Landjugendheim des Ländlichen Hausfrauenvereins einen von 25 Teilnehmern besuchten Wandersührerlehrgang. Die meisten Vorträge waren durch Lichtbilder veranschau­licht und belebt. Den einleitenden Vortrag SberWandern und Volkstum* hiell Bezirks­jugendpfleger Völger-Kassel, der kritisch Stellung nahm zu dem, was sich uns als Volkstum darbietet. Als zweiter Redner sprach Stadturnrat Buchenau-Kassel, der be­geisterte Wanderfreund und erprobte Wander- führer, der das Hessenland kennt, wie kaum ein anderer, der aber auch das Jugendherbergs­werk im Bezirk auf das stärkste gefördert hat. Die Bezirkssugendpflegerin Fräulein Rohr- bach-Kassel sprach über das Wandern der weiblichen Jugend.

In die Wandertechnik führte Mittelschulleh­rer Bollmann-Kassel ein. lieber das Jugendherbergswerk im allgemeinen und über die Verhältnisse im Bezirk Niederhessen-Wal­deck im besonderen sprach Kassenoberinspektcr Ernst-Kassel. Die Lichtbilder über das Her­bergswesen im engeren Bezirk fanden lebhaft tes Interesse. Im Anschluß an diesen Vortrag unternahmen die Lehrgangstellnehmer unter Führung des Lehrers Deytz-Zierenberg eine Wanderung zur Schartenburg und zum Schreckensberg. Was vielfach bei solchen Wan­derungen übersehen wird, zeigte in einem an­schließenden Lichtbildervortrag der Leiter des botanischen Gartens und der Hauvtlichtbild- stelle, Hermann Schulz- Kassel. Den letzten Vortrag hielt Regierungsbaumetster Dr. T e y - tor-Kassel, der Gedanken über Heimat und Heimatschutz, unterstützt durch eigene Lichtbil- deraufnahmen aus dem Kreise Wolfhagen ver­trug. Mit dem Lehrgang verbunden war ein öffentlicher Lichtbildervortrag, den Direktor S ch u l z im gut besetzten Saale desHessischen Hofes* hielt. Dem Vortragenden, der es in vol­lendeter Form verstand, den Zuhörern die Schönheit der Heimat in Wort und Bild zu entdecken, wurde am Schlüsse durch lebhaften Beifall gedankt.

Der schöne Sommer wird zur Katastrophe

Die Futtermittelnot der Landwirtschaft.

Nachdem die Grummeternte beendet ist, können sich die Landwirte einen Ueberbüd über die Lage ihrer Futtermittelbcstände ver­schaffen. Schon nach dem geringen Ergebnis der Heuernte tauchten große Sorgen auf. Da das Grünfutter nicht ausreichte, mußte früh zur Verfütterung der Heubestände geschritten werden und dies verursachte Lücken auf den Lagern, wie sie so früh bisher kaum einmal entstanden sind. Nun müssen die Landwirte er- kennen, daß die Futtermittelknappheit sich ge­radezu katastrophal auswirken muß, da die Hoffnung auf eine befriedigende Grummeternte schwer enttäuscht worden ist.

Durch die letzte Hitzeperiode sind selbst die in Talungen gelegenen Wiesen so trocken ge- worden, daß sie nur ganz geringen Grummet- ertrag brachten. Der Klee ist vertrocknet und die Maispflanzen stehen nur in der Hälfte ihrer normalen Höhe und sterben ab. Auch die Futterrüben sind in ihrem Wachstum zurnckge- blieben. Damit ist die Ernährung größerer Viehbestände nur mit knappen Futterrattonen und durch Beigabe von Kraftfutter möglich. DieKapitalkraftderLandwirte wird

übermäßig angespannt, und eine zu- nehmende, stärkere Verschuldung wird unausbleiblich sein. Aus vielen Orten hört man schon jetzt von einem verstärkten Verkaufsangebot von Rindvieh. Auch an der Milchproduktion zeigt sich ein bedenklicher Rückgang. Leider lau­ten die Nachrichten aus den benachbarten Ge­bieten nicht viel ermutigender.

(SroBfeuer auf Kuhmannsheide

Melsungen, 12. September.

Gestern nacht brach auf dem Rittergute Kuh­mannsheide, das unweit vom Hettigenberg liegt, Feuer aus. Fast sämtliche Wirtschaftsge­bäude wurden ein Raub der Flammen. Die Melsunger Freiwillige Feuerwehr, die rasch zur Stelle war, hatte bei dem Wassermangel schwere Arbeit zu verrichten, Durch Eindrücken von Lehmwänden wurde das Feuer erstickt, so­daß Molkerei, Wohnungen und ein kleineres Gebäude unversehrt blieben. Das Vieh befand sich aus der Weide, Pferde und Schweine konn­ten noch rechtzeitig gerettet werden. Verbrannt ist sämtliche Frucht, Heu und viele landwirt­schaftlichen Geräte, darunter eine Dreschmaschi­ne. Es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden dürfte größtenteils durch Versicherung gedeckt sein.

Fleckvlehverfielgerun gen

Der Verband Kurhessischer Fleckviehzüchter veranstaltet am 2. Oktober in Fulda, am 3. Oktober in Hersfeld und am 4. Oktober in Treysa Versteigerungen von Bullen, Kühen und Rindern. Sämtliche Tiere besitzen nach­weisbare Abstammung. Es ist mit einer gu­ten Beschickung der Versteigerung zu rechnen. Züchter, die gute*weibttche Fleckviehtiere be­nötigen, haben hier Gelegenheit, solches zu erwerben.

Die Wasierversorgung derBreiten Struth'

Der westliche Zipfel des Kreises Franken- bcrg, am Ostabhange des Rheinischen Schie- fergebirgeä aus Schiefer uno Grauwacke lie­gend, wird allgemein dieBreite Struth* ge­nannt. Dl« darin gelegenen Ortschaften haben in trockenen Jahren sehr unter Wassermangel zu leiden. In normalen Jahren wird den Dorfbrunnen durch die Schieserfchichten genü­gend Wasser zugeführt, aber in trockenen Jahren versagen alle Quellen! Man hat sich seit langer Zeit nach Wasserleitungen gesehnt, doch scheiterten seither alle Pläne an der Ko­stenfrage.

Im Laufe der letzten Jahre hat man nun in den Orten Somplar, Rengershausen und Wangershausen nach Quellen geschürft und auch meist genügend Wasser gefunden, sodaß man vor der Anlage von Ortsleitungen steht Die Gemeinde Wangershausen hm in dem Wiesengrunde an der Landstraße Fran­kenbergWangershausen eine 7 Meter tiefe Quelle erschlossen, welche in 24 Stunden ca. 20 Kubikmeter gutes Wasser liefert, das nach einer Untersuchung durch den Kreisarzt ein­wandfrei ist. Allerdings kann es nicht durch natürlichen Druck in den Ort, sondern nur durch eine Pumpanlage gelangen. In der­selben Lage ist das Dorf Somplar, wah­rend Rengershausen gute Quellen an dem östlich von dem Ort gelegenen Bergab­hange gefunden bat. Am schlechtesten sieht es mit Hommershausen aus, dem die nahen Quellen zu einer Wasserleitung fehlen und das bei Ausbruch eines Brandes sehr gefährdet ist Man müßte eine kleine in der Nähe des Forfihanses liegende Quelle t-efer ausgraben. Würde diese genügend Wasser he-

fern, so könnte dasselbe mit natürlichem Ge­fälle in den Ort gelangen.

Oberzwehren, 12. September. (Teures Obst.) Bei der dieser Tage vorgenommenen Versteigerung des Gemeindeobstes gingen für den Gemeindefäckel 1253 Mark ein, das sind gegen den Voranschlag 253 Mark mehr.

Oberzwehren, 12. September. (Kein Koh- lenschuppen an derSchule Dersch".) Tie Spar- und Darlehnskaffe hatte die Absicht, an ihrem aus dem Hofe derSchule Dersch" stehenden Warenhause einen Kohlenschuppen anzulegen Ter an die Gemeinde gestellte An­trag verfiel aber der Ablehnung, da die Ge­meinde beabsichtigt, den Schulhof und den dreieckigen Platz vor der ehemaligen Schule Dersch als Zierplatz auszubauen.

Besse, 12. September. (Brandschaden.) Aus bis jetzt noch unausgeklärte Weife brach im Wirtschaftsgebäude des Postagenien ein Scha­denfeuer ans, das in den aufgestapelten Ern- tevorräten reiche Nahrung sand. Tie Feuer­wehr war alsbald zur.Stelle, griff das Feuer mit mehreren Schlauchleitungen an und konn­te nach hartem Mühen den Brand auf feinen Herd beschränken

Großalmerode, 12 September (Aus der Stadtverordnetensitzung) Dem vorliegenden Bebauungsplan (Fluchtlinienplan) der Stadt Großalmerode wurde die erforderliche Zustim­mung gegeben. Der Magistrat hatte ein Otts- statut über die Reinigung der öffentlichen Wege vorgelegt. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung beschloß, zum Erlaß des genannten Ortsstatuts ihre vorläufige Zustimmung zu geben, die endgültige Beschlußfassung aber bis nach der öffentlichen Auslegung auszu­setzen. Der Kreisausschuß hat die Genehmi­gung zur Beschäftigung der Wohlfahrtsunter­stützungsempfänger an 12 Stunden in der Woche gegeben unter der Voraussetzung, daß für jede Arbeitsstunde aus Gemeindemitteln eine Vergütung von 25 Rpfg. für Kleiderver­schleiß und Beköstigung gezahlt wird. Der Kreis verzichtet aus Beteiligung an der durch die Arbeit geschaffenen Werte. Die Beschluß­fassung wurde ausgesetzt. Dem Vorschlag des Magistrats, zur Hebung des Obstbaues, den Feldhüter Vonhof an den Kursen in der Obst­bauanstalt der Landwirtschastskammer für den Regierungsbezirk Kassel in Oberzwehren teil­nehmen zu lassen, wurde zugestimmt.

Landefeld, 12. Sept. (Einweihung eines Schulhauses. In Anwesenheit des Landrats Dr. Schuster, der M i t- glieder des KreisauSschusses uny der Lehrer des Bezirks Spangenberg wurde hier das neue Schulhaus eingeweiht. Nach einem Chorgesang des Mannergesangvereins hielt Landrat Dr. Schuster die Weiherede. Lehrer Rhode übermittelte im Auftrage des Bezirkslehrervereins Spangenberg Glückwün­sche zu dem geschaffenen Werke. Dann über­gab der Landrat Bürgerin. Seelig, der mit kur­zen Worten die Pforten öffnete, die Schlüssel Vorträge der Kinder,des Männergesangvereins und des gemischten Doppelguatteits Ober­gude unter Leitung von Pfarrer Volkenand umrahmten die würdige Feier. Der Entwurf stammt von Architekt B ö s a n g, Kassel, die Oberbauleitung lag in den Händen deS Kreisbaurats Koch.

Arolsen, 12. September. (Dem Verdienste die Krone.) Die Hessische Brandverstcherungs- aniftalt hat der Freiwilligen Feuerwehr als Anerkennung für schnelle und erfolgreiche Hilfe beim Brande Der Dirksenschen Fabrik zu Wetterburg eine Prämie von 150 Mark über­wiesen. .

Landau, 12. September. (Versetzung). Landjäger Wolf ist von Gilserberg hierher ver­setzt worden.

Treysa, 12. September. (Motorradunfälle.) In dem Nachbardorfe Sachsenhausen rannten in der Dunkelheit zwei Motorradfahrer mit ^Begleitern zusammen. Die Fahrer erlitten Schikdelbrüche, Gehirnerschütterungen u. Kno­chenbrüche. Drei Schwerverletzte wurden mit dem Postauto in das Krankenhaus gebracht.

Treysa, 12. September. (Vom Schützenvcr- ein.) Der Schützenverein beschloß in seiner letzten Generalversammlung ein 57 Ar großes Grundstück zur Anlage eines Schießstandes zu erwerben. Die Stadt hat sich bereit erklärt, das angrenzende Wäldchen zu durchforsten, um eine bessere Benutzung zu ermöglichen.

Neustadt, 12. September. (Edle Spenderin.) Die in Newyork wohnende Tochter Helene des Rentners Georg Hoebe spendete dem Pfarr­amte für Anschaffung einer Kirchenglocke den Betrag von 125 Dollar.

Neustadt, 12. September. (Motorradunfall.) Oberhalb der Stadt, auf der Marburg-Hers­felder Straße, fuhr Pflastermeister Becker von Kirchhain beim Ausweichen gegen einen Apfelbaum. Durch den heftigen Anprall erlitt Becker schwere Verletzungen, darunter Bruch dreier Rippen.

Neustadt, 12. September. (Vom Krieger­verein). Zu dem Preisschießen des Krieger­vereins hatten sich Mitglieder und Schützen­brüder aus den Nachbargemeinden zahlreich eingefunden. Aus dem Wettstreit gingen als Sieger hervor: 1. Heinrich Schöppner, 2. Ernst Dietz, 3. Emil Nees, 4. Albert Schlitt, 5. Hein­rich Kirchner, 6. Benedikt Lemmer. 7. Eduard Rinnert, 8. Paul Otto, 9. Josef Gies, 10. Karl Naß.

Philippsthal, 12. September. (Brand ruf Hattorf). Im Maschinenhaus der Kaligewerk­schaft Hattorf brach ein Feuer aus. Da der Brand größeren Umfang anzunehmen drohte, wurde die Hersfelder Motorspritze zu Hilfe ge­rufen. Es gelang jedoch der Werkfeuerwehr und der Feuerwehr von Heimboldshausen das Feuer selbst zu löschen.

Marburg, 12. September. (Vom Arbeits- markt). In der Arbeitsmarktlage war in der vergangenen Woche eine geringe Besserung eingetreten. Die Zahl der gemeldeten Arbeits­suchenden ist von 1059 auf 1003 zurückgegangen. Beschäftigung war vornehmlich in der Land­wirtschaft und in der Industrie der Steine und Erden. Die Zahl der erwerbslos Gemeldeten beläuft sich auf 884 männliche und 119 weib­liche Personen.

Marburg, 12. September. (Berufung). Der Oberasfistent am Chemischen Institut, Privat­

Der V. D. A. marschiert

Werbearbeit in Fulda und .Hersfeld.

dozent Dr. Anschütz, ist an den Lehrstuhl für organische Chemie an der deutschen technischen Hochschule in Brünn berufen worden.

Kleinschmalkalden, 12. September. (Für treue Dienste.) Dem Arbeiter E. W. Hoffmann, der bei Blasebalgmeister Reinhold Röder 2. be­schäftigt ist, wurde die Ehrenurkunde für 20- jährige Tätigkeit der Handwerkskammer Erfurt Überreicht. m .=

Brotterode, 12. September. (Neue Berufs­schule.) Die neugegründete hauswirtschaftliche Berufsschule wurde durch Landrat von Basse in Anwesenheit von Oberregierungsrat Pros. Hecker als Vertreter des Regierungspranden- ten und Direktorin Frl. K nipp in g als De­zernentin für weibliches Berufsschulwesen em- geweiht. , .

Hanau, 12. September. (Der Fehlbetrag im städtischen Etat.) Der Fehlbetrag des lausenden ordentlichen Etats wird einschließlich des aus dem Etat für 1928 zu übernehmenden Fehlbe- trags auf rund 600 000 Mark geschätzt. Ein Nachtragsetat steht also sicher in Aussicht. Der Haushaltsplan für 1929 ist nicht ausgeglichen und Weist einen ungedeckten Fehlbetrag von rund 200 000 Mark auf. Der Reichsfinanz- mtnifter hat sich mit der Erhebung eines Zu- schlags von 300 Prozent zur staatlich veranlag­ten Grundvermögenssteuer einverstanden er­klärt. Die Genehmigung zur Erhebung der für das Etatsjahr 1929 von den städtischen Körper­schaften beschlossenen Zuschläge zur Gewerbe- steuer (450 Prozent Zuschlag zur Gewerbe­ertragssteuer und 1000 Prozent Zuschlag zur Gewerbekapitalsteuer) wird abhängig gemacht, von den geforderten nachträglichen Beschlüssen der städtischen Körperschaften über den Aus­gleich. Vor allem wird die Einführung der Biersteuer gefordert, weiter auch eine Erhöhung des Gaspreises anheimgestellt. Die Einführung der Biersteuer war mit einem voraussichtlichen Ertrage von 50 000 Mark bereits in den Etat für 1929 eingestellt, von der Mehrheit der Stadtverordneten jedoch abgelehnt worden.

Itm deutsche Geschichte

Die Marburger Tagung der deutschen Geschitzts- und Altettiw-Lvcrcine.

Die Hauptversammlung der demschen Ge- schichts- und Altettumsvernne wurde mn einer Reihe von Vorträgen sortgesetzt. Prosesscr Dr. Huyskens-Aachen sprach überDie heilige Landgräfin Elisabeth von Thüringen*. Heber Notwendigkeit und Form eines deutschen Atlas* sprach Professor Dr. Wagner-Marburg. Er betonte die außerordentliche Wichtigkeit eines Reichsatlasses, in dem Oesterreich und die Schweiz aufgenommen werden müßten. Dabei sollte nicht nur der heutige Zustand sest- gestellt, sondern wettgehendst auch die allge­meine Entwicklung berücksichtigt werden.

Professor Dr. Goeßler -Stuttgart griff in seinem Vortrag über den NamenWürttem­berg* eine alte Streitfrage auf. Hieran schlossen sich weitere Vorträge, die sich mit Kunst und Geschichte befaßten. Direktor I. R. Müller- Darmstadt berichtete eingehend über die mühe­volleErkundung und Erforschung der vor- und frühgeschichtlichen Straßen Oberheffens". An Hand von Lichtbildern und Kartenmatenal be­grenzte der Redner die zu besprechenden Gebiete auf Hessen-Darmstadt, die Wetterau u. Kurhessen bis in die Gegend von Hersfeld. Anschließend sprach Dr. Erich Schnitt-Main; über diebau­geschichtlichen Probleme* nm Aachener Münster Nach einigen weiteren Vorirägen, in denen noch Stadtarchivrat Dr. Schultze-Berlin, Prof. Dr. Wrede, Professor Dr. Erben und Professor Dr. Wagner zu Worte kamen, wurde die Sitzung beendet.

In Fortsetzung der Hauptversammlung sprach Prälat Dekan Dr. Diehl-Darmstadt über die Bedeutung des Marburger Religions­gespräches für die hessische evangelische Landes­kirche. Sodann ergriff Professor Dr. Mom m- s e n - Marburg das Wort zu feinem Vortrag überGeschichtswissenschaft und Kriegsschuld­frage*. Zusammenfassend betonte er, daß er es für unklug halte, letzt Maßnahmen zu er­greifen, durch die wir nur unseren Gewinn preisgeben müßten. Wir würden auf dem Bo­den der sachlichen, geschichtlichen Erforschung weiter kommen, als durch begeisterte Reden, die uns im Auslande nur schaden können. Aufgabe der Historiker sei es, durch Aufklärung und sachliche Arbeit die Führung im Kampfe gegen die Kriegsschuldlüge zu übernehmen. Alle anderen auch amtlichen Schritte halte er für grundfalsch. Nach weiteren Vorträgen fand eine Vertreterfitzung statt. Dem Geschäftsbe­richt ist zu entnehmen, daß der Gesamtverein laut Abrechnung vom 1. August über ein Ver­mögen von rund 6150 Mark verfügt und seinen Mitgliederbestand im Verhältnis zum Vorjahr vergrößert hat.

Die Hauptversammlung, auf der über 50 Vorträge und Referate neben zahlreichen Sit­zungen zur Klärung vieler schwebender wissen­schaftlicher Fragen beigetragen haben, nahm damit ihr Ende.

Von München kommend traf die Köttner Heimatgruppe in Fulda ein, wo sie von Ver­tretern des Landesverbandes aus Kassel und der Ottsgruppe Fulda begrüßt wurde. Ter Köttner Heimatabend im gut besuchten Stadt­haussaal nahm seinen Anfang mit dem San­gesgruß:Griiaß ent Gott!* Volkstänze, -lie der und Heimatgedihte wechselten in lunter Folge. Der Führer, ein Volksschulledrcr aus einem Kärtner Bergdorf rzählt- von feiner Heimat.

Dr. Fulg vom choreographischen Institut Innsbruck traf in Fulda ein, um vor den Schülern sämtlicher Lehranstalten im Rahmen der V. D. A.-Werbewoche in Hessen Vortrage zu halten.

Auf ihrer Reise nach Schmalkalden traf die in Hessen wohlbekannte Saargruppe in Hees­feld ein, wo sie vom Landesveibond Kc-ffel, von der Ortsgruppe und von Vertretern der Schulgrupve des V. D A empfangen wurde. Sie reifte Montag früh weiter, um in Schmal­kalden im Rahmen der V. D. A.-Wcrlewoche einen Saarabend zu geben.