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Nr. 198

srennzednter Iahraanq

3. Beilage

Kasseler Neueste Nachrichte«

Freitag. 23. August 1929

v Zug auf der Tauernvahn verunglückt

Zusammenstoß mit einem Personenzug / Vier Tote und zwanzig Verletzte

Salzburg, 23. August.

Gestern mittag gegen 12 Uhr ereignete sich auf der Eisenbahnstrecke Schwarzach, St. Beit, Gastein ein schweres Eisenbahnunglück. Der Prag-Triester Schnellzug stieß bei der Station Loifarn infolge falscher Weichenstellung mit dem Villacher Personenzug zusammen. Die Wir­kung des Zusammenstoßes war entsetzlich. Meh rett Waggons schoben sich ineinander und wur­den vollständig zertrümmert.

Die vier Toten.

Wien, 23. August. Die Generaldirektion der Bundesbahn gibt die Namensliste der tödlich verunglückten vier Personen bekannt: Rechtsan­walt Dr. Otto Wolf, Charlottenburg, Gustav Rabe aus Auer im Erzgebirge, Frau Ida Wag­ner aus Aussig a. d. Elbe und eine Wienerin. Die Zahl der Verletzten beträgt 20; unter ihnen befinden sich mehrere Schwerverletzte.

Unter den Schwerverletzten befinden sich keine Reisenden aus Deutschland.

Die Verletzten.

Wien, 23. August. Bei dem Eisenbahnunglück auf der Tauernbahn wurden schwer verletzt: Hans Jörg-: ner aus Berlin-Grünewald, Dr. Bernhard 'Hi*, er, Mittelschullehrer in Kehl am Rhein, Kaufmann Heinrich Köhler-Krefeld, Schriftstellerin Erika Wilbmch sowie die Jour­nalistin Hella Lermer-Wien. Zu den Schwer­verletzten gehören noch drei Schaffner und drei Postbeamte. Die Toten und die Schwerverletz­ten wurden nach Schwarzach-St. Veit gebracht Der Verkehr an der Unfallstelle wird durch Um­steigen aufrecht erhalten.

wie das Unglück geschah

Wien, 23. August.

Ueber das Unglück erfahren wir noch folgende Einzelheiten Das Unglück ereignete sich kurz nachdem der Schnellzug D 115 die Station Schwarzach-St. Veit verlaffen hatte, ungefähr 50 Meter vor dem ersten Tunnel der Tauern­bahn. Die Passagiere, die getötet oder verwun­det wurden, befanden sich in diesem Schnell­zug. Der Zusammenstoß war sehr heftig, ob­wohl die Lokomotive bergauf fuhr.

Der Zug wurde von einer Lokomotive ge­zogen, und von einer großen rückwärts gescho­ben. Er war sehr lang und so konnte der Füh­rer der rückwärtigen Lokomotive den vorderen Teil des Zuges nicht sehen, weil sich an der Stelle eine Biegung befindet.

Die Lokomotiven beider Züge fuhren ineinander.

Der Packwagen des Schnellzuges wurde zer­trümmert, die beiden anschließenden Waggons 2. und 3. Klaffe fuhren ineinander. Die Passa­giere dieser beiden Waggons, die nach Gia, einem adriatischen Seebad unterwegs waren, wurden die Opfer der Katastrophe. Vom Per­sonenzug Villach-Salzburg wurden die ersten drei Waggons der Postwagen, der Triebwagen und ein Personenwagen völlig ineinanderge­schoben. Der Tender der Lokomotive kam auf den Postwagen zu liegen. Vier Postbeamte, die sich in dem Postwagen befanden, unter ihnen Regierungsrat Schneider aus Villach, wurden unter den Tender geschleudert und leicht ver­

letzt. Der Postwagen selbst wurde vollständig zertrümmert.

Der Speisewagen und der Schlafwagen des Schnellzuges blieben unbeschädigt. Es wurde nicht einmal eine Fensterscheibe zertrümmert.

Aus Schwarzach und St. Veit und anderen Stationen waren Hilfszüge sehr rasch zur Stelle. Die Verwundeten konnten in kurzer Zeit verbunden werden. Die Verletzten wurden ins Spital nach Schwarzach und St. Veit ge­bracht. Ueber die Schuldfrage konnte bisher nichts festgestellt werden.

Postomnibus abgestürzt

Sämtliche 15 Insassen verletzt.

Chemnitz, 23. August.

Ein Omnibus der Linie Plauen-Eibenstock stürzte bei Wernesgrün die dort etwa 15 Me­ter tiefe Straßenböschung hinab und wurde zertrümmert. Die 15 Insassen wurden her- ausgeschleudert und erlitten schwere Verlet­zungen. Der zuständige Staatsanwalt und

Brünn, 23. August.

In Czeitsch bet Göding (Böhmen) fuhr der Landwirt Surman mit Mitgliedern seiner Fa- mitte und einem Hilfsarbeiter Klee vom Felde heim. Beim Abladen des Klees siel auS einem Bund eine Granate. Das Geschoß explodierte. Die Folgen waren furchtbar. Der fünfjährige Knabe eines ArbeUers und die 16jährige Doch- ter des Landwirts Surman wurden sofort ge­taut. Die 21jährige Tochter und ihre 48jährige Mutter sowie der Hilfsarbeiter wurden schwer verletzt. Der Hilfsarbeiter und die 21jährige Tochter erlagen bald daraus im Krankenhaus ihren Verletzungen. Aus dem Kleeseld hatten vor kurzem Ärtillerieübungen stattgesunden.

Schwerer Gruben-Unfall

Essen, 23. August.

Gestern früh verunglückten auf der Schacht­anlage der Rheinischen Stahlwerke Ahrenberg zwei Bergleute, die mit der Fertigstellung einer Bergkippe beschäftigt waren, dadurch tödlich, daß der Aufbau der Kippstelle zusammenbrach und beide begrub. Die Leute konnten erst nach einigen Stunden geborgen werden.

Martyrium eines Rindes

Unmenschliche Eltern vor Gericht.

Stettin, 23. August.

Vor dem Schwurgericht begann eine Ver­handlung gegen den 28jährigen Landarbeiter Otto Tesch aus Mokratz (Kreis Cammin), und

eine Sachverständigenkommission sind sofort an die Unfallstelle geeilt, um die Ursache des Unglückes zu untersuchen. Rach Zeugenaus­sagen soll die Schuld an dem Unfall eine Rad­fahrerin treffen, die auf der verkehrten Stra­ßenseite» fuhr, und so den Fahret: des Postorn- nibusses zu dem verhängnisvollen Ausweichen veranlaßte.

*

Autounglück bei Partenkirchen.

München, 23. August.

Auf der Mittenwalderstraße ereignete sich nachts ein schweres Autounglück, bei dem eine Person und drei schwer verletzt wurden. Etn Pariser Mietsautobesitzer, der schon einige Zeit in Partenkirchen weilt, unternahm abends mit zwei Damen und zwei Herren eine Fahrt nach Mittenwald. Aus der Fahrt raste der Wagen mit 80 Kilometer Geschwindigkeit ge­gen einen Baum. Die Kassiererin Valeska Faiesl wurde sofort getötet, einer der Herren und die zweite Insassin ertitten schwere Scha- delverletzungen, der andere Insasse einen Oberschenkel- und Beckenbruch. Der Wagen- lenker wurde nur leicht verletzt.

seine 30jährige Frau, die wegen KindeSmiß- handlung mit Todessolge angeklagt sind. Sie hatten feit Jahren ein Verhältnis, aus dem vier Kinder hervorgegangen wären. Drei star­ben bald, das vierte wurde bei anderen Leu- ten untergebracht und von Tesch erst nach der Heirat nach Haus geholt. Dort begann nun eine furchtbare Zeit für das kleine Mädchen. Bald tauchten Gerüchte auf, daß eS von den Eltern mißhandelt werde. Die frühere Pfle­gemutter des Kindes und die Schwägerin des T. stellten dann fest, daß die Kleine dauernd schwer geschlagen wurde. Es wurde beim Wohlfahrtsamt Anzeige erstattet, aber die Be­amten schritten nicht ein. Erst als man daS Kind später einmal fast leblos im Bett fand und es in ein Krankenhaus kam, wo es dann den schweren Verletzungen erlegen ist, wurde die Untersuchung gegen die Eltern eingeleitet. Aerzte stellten dann fest, daß der Tod durch Bluterguß int Gehirn erfolgt war. Außerdem wurden nicht weniger als 60 Verletzungen festgestellt. In der Verhandlung gaben jetzt die Eltern einen Teil der Mißhandlungen zu. Zeugen bekundeten, daß das Kind in fürchter­lichster Weise gequält worden sei. DaS Urteil ist erst am heutigen Freitag zu erwarten.

RettungSwerk auf dem Ozean.

Newyork, 23. August. Kapitän Beson vom DampferPräsident Harrison" fünfte dem Rewvorker Büro seiner Gesellschaft, daß es sei­nen Leuten gelungen sei, 26 Mann, das ist die gesamte Mannschaft des deutschen Dampfers Eninistan", der, wie erinnerlich, im Ozean brennend gesichtet worden ist, zu retten. Nähere Einzelheiten über die Rettung wurden nicht angegeben. Der Dampfer trifft Sonnabend hier ein.

Furchtbare Muston bei der teile

Die Granate im Rleeacker

ri 7.

Argentinischer Flottenbesuch in Hamburg

DaS argentinische SchulschiftPresident Sar­miento" lief am 21. August im Hamburger Hasen ein, wo es im Auftrage des Reichswehr­ministeriums begrüßt wurde.

Kleine Ehron»

Neustrelitz, 23. August. Der Kassierer des Mecklenburg-Strelitzschen Landestheaters ist entlassen worden, weil er Gelder veruntreut hat. Die Höhe der Fehlbeträge steht noch nicht fest. Es dürfte sich jedoch um einige tausend Mark handeln.

*

Solberg, 23. August. Durch unvorsichtiger Umgehen mit Streichhölzern entstand auf dem Genossenschaftsmoor Tressin (Kreis Greifen­berg) ein Feuer, dem 1500 Morgen zum Opfer fielen. Dabei wurden große Mengen vor dem Feuer fliehender Kreuzottern getötet. Mit Hilfe von Polizeischülern aus Treptow konnte schließlich dem riesigen Brand Einhalt geboten werden.

Passau, 23. August. Zwei junge Leute im Alter von 18 und 20 Jahren waren mit einem Kahn aus einen See gefahren, als plötzlich zwei andere Burschen an ihr Boot heran- schwammen und es umzuwerfen versuchten. Die beiden Insassen baten, davon abzusehen, da sie nicht schwimmen könnten. Trotzdem führten die Schwimmer ihr Vorhaben au8. Der eine der Ruderer ertrank, bet zweite konnte noch im letzten Augenblick gerettet werden.

Lübeck, 23. August. Im Mai dieser Jahres verurteilte das Schwartauet Schöffengericht den ehemaligen Rendanten Jßriefc von der Arensböker Amts-Spar- und Leihkaffe be­kanntlich wegen Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung zu drei Jahren Gefänani». Prieß hatte seinerzeit die Kaffe um 1,8 Mil­lionen Mark geschädigt. Er legte gegen dar Urteil Berufung ein. Die Strafkammer ging aber noch über das frühere Urteil hinaus und erkannte auf vier Jahre Gefängnis.

18. Fortsetzung: .Die Dame und der Kuli"

ElliS ging vor ihr die finstere Treppe hin­ab. Er sprach ein paar chinesische Worte mit Jao und die beiden Boys verschwanden mit dem leichten Gefährte lautlos in einer Straße die sie nicht kannte.

Gwendoline ging zum erstenmal des Nachts durch die kaum vier Ellen breiten Gaffen der Chinesenstadt Gaffen, die weitab vom Ge- schästsviertel und vom Hafen liegen mußten, denn sie erinnerte sich nicht, vorher je hier gewefen zu sein. Die schmalen hohen Hauser waren reinlich, alle bunt bemalt, große Pa­pierlaternen brannten vor den Eingängen und es fiel ihr auf, daß sie ausschließlich Mannern begegnete. Zwei oder dreimal kamen große Mandarinensänften vorbei, deren Vorläufer mit hoher singender Stimme um Platz baten. Die Engländerin stand Schulter an -chulter mit vornehm, in gestickte seide gekleideten Männern an die Wand geschmiegt, aber mdH ein Blick dieser Leute traf sie. weder aus den Traqstühlen, noch aus den ruhig gerade- aus gerichteten Augen der Passanten. Der Weg führte durch ein Gewirr ganz kurzer Straßen, die ineinander verschlungenschienen wie ein Irrgarten, über eine hochgeschwungene winzige Brücke mit Stufen, unter der das schwarz Wasser eines Kanals rauschte. - Frau Lamaire bemerkte nicht, daß ihr stumm neben ibr hergebender Begleiter sie etn paar­mal scharf anfah. aber er erblickte ledesrnal nur weit aufgespannte. neugierige Augen die umhersahen wie Kinder am Weihnachtsabend und einen leichtgeöffneten kleinen Mund, der ihrem Gesicht einen ganz neuen Zug von Mut­willen gab.

.Hier ist eS". ElliS blieb vor einem schmalen zweistöckigen Hause stehen, dessen weit überhängendes Dach ein Paar Bronze- alocken trug, eine riesige blaue Glaslatern. baumelte über dem Tor und beleuchtete reich-, Schnitzereien mit dem Emblem deS kaiser­lichen DrachenS

.Treten Sie mit Ehrfurcht ein, Fran 2a» maire. Kuang-hi ist in Tschifu dasselbe wie Delmonico in Rewyork."

Ein schwarz gekleideter Boy empfing sie in einem kühlen, mattenbelegten Flur. Irgend in der Tiefe des Hauses wurde ein Gong ange­schlagen ein einziger Schlag, aber dar volle Dröhnen begleitete sie, als sie schon eine enge Holztreppe hinaufstiegen, und verklang erst, als sich die Türe eines kleinen Zimmers hinter ihnen schloß. , ,

Gwendoline schaute heiter in dem Winzigchi Raum umher. Eine dickte gewebte Matte be­deckte den Boden, ein seidenes Bild hing ne­ben großen getriebenen Silberplatten an der Wand und in der Ecki brannte auf gebrechli­chem Dreifuß rin Räucherstäbchen.

.Wie hübsch!" erklärte sie befriedigt. .An­scheinend sind die Mahlzeiten in diesem Haus eine Stimmungsangelegenheit."

.Sicher", gab er zurück und betrachtete dü­ster die niederen Stühle neben dem Tisch.Für Leute mit gam kurzen Beinen müssen sie einen ungetrübten Genuß darstellen."

.Ach, Sie werden die Ihren schon irgend­wo unterbringen können vielleicht auf dem Fensterbrett", schlug sie vor und nahm erwar­tungsvoll neben dem kleinen Tische Platz.

.Was werden Sie bestellen?"

Ein höflich lächelnder Boy kam mit tiefer Verbeugung herein und brachte den Tee schmale, henkellose Schalen mit fest schließen­dem Deckel. Er stellte daS Getränk in beinahe kniender Haltung vor die Gäste und warte dann bewegungslos auf Ellis Befehle

.Haben Sie bestimmte Wünsche, Frau La­maire ?" .

.Rein ich bin mit allem einverstanden nur bitte nicht diese fürchterlichen grünen Eier und klebrigen Vogelnester."

Ein schnelles chinesisches Gespräch. daS von beiden Seiten mit Ernst und Wichtigkeit ge­führt wurde, entspann sich zwischen dem Gna- (Snber und dem Boy, dann verschwand der Junge und Ellis lehnte sich befriedigt zurück

.Eben habe ich, wie ich fürchte, unseren Wirt schwer gekränkt, ich sagte aber, ein Ge­lübde verbiete uns, Rudeln zu essen".

.Rudeln?"

.Kuang-hiS Rudeln sind berühmt wie der Himmelstempel zu Peking. Er pflegt bei sei­

nen Gästen mit einem Stück Teig zu erschei­nen und daraus, schnell wie die Spinne ihr Netz spinnt, zwirndünne Nudeln zu ziehen, die dann ht Zuckermaffe gekocht werden und sehr gut schme^en." ,

^Jch mag keine Nudeln, ich will Haifisck- floffen essen", erklärte Gwendoline anspruchs­voll.

Er lachte. .Sind Sie sehr hungrig?"

.Zu Hause toär'e ich mit zwei Taffen Tee zu­frieden gewesen, aber hier, das fühle tch, werde ich entsetzlich viel essen."

Ich bin neugierig, ob Ihre Zunge diese Küche goutiert, meistens begegnet sie bei Euro­päern einer entsetzten Abwehr. Aber daS ist meiner Ansicht nach ein bedauerlicher Mangel an Geschmack chinesische Speisen sind un­endlich raffinierter als die unfern, ihre Zu­bereitung ist beinahe Kunst. Sie werden überall nur männliche Köche finden."

.Guter Gott nicht einmal für die Kü­che werden Frauen als würdig befunden? Wie leben diese bedauernswerten Geschöpfe eigent­lich? Wofür interessieren sie sich?"

Alles in allem für dasselbe wie die Euro­päerin", versetzte er lächelnd .exklusive Sport." .

Der Boy erschien mit einer großen randlo­sen Platte au8 lackiertem Rohr und bedeckte den Tisch mit einer solchen Fülle von win­zigen Schüffelchen und Näpschen, daß kein Fingerbreit des Holzes mehr zu sehen war.

.Die hors d'oeuvres". bemerkte Ellis.

Was habe ich da vor mir?" Gwendoline nahm tapfer ihre Eßstäbchen in die Hand und betrachtete unschlüssig ein halbes Dutzend Ge­richte vor ihrem Platz.

»Genau weiß ich's auch nicht ich glaube, Bambussprossen, Krabben und itgenbern Ge­müse von Seetang. Aber denken Sie nicht da­rüber nach und überlassen Sie das Urteil Ihrem Gaumen."

Sie speiste vergnügt. .Mein Gaumen sagt ja, es schmeckt gut, wenn auch fremdartig und---*

.illegitim", hals er nach.

»Das ist bas richtige Wort. Es schmeckt äußerst illegitim."

.Wirb bas als unangenehm empfunden." Durchaus nicht nur scheint mir die Lust drückend. Kann man dieses Fenster nicht öff­nen?"

Ellis erhob sich sofort.Gewiß ist e? mög­lich aber es dürste nicht viel nützen. Da» Fenster geht in einen sehr engen Hof."

Gwendoline schaute hinüber. Nur wenige Ellen entfernt blickten die papierverklebten matterleuchteten Scheiben mehrerer ganz un­regelmäßig angeordneter Zimmer man konnte die Schatten vieler Köpfe sehen, Männer und Frauenköpfe daS entfernt! Dröhnen rhythmisch angeschlagener Tamtam» tönte gedämpft herüber und dann da» schrille Katzengeschrei eines chinesischen LiebeSliedeS.

Soll ich das Fenster wieder schließen?"

Nein, bitte nicht. Wissen Sie bestimmt, daß ich wach bin ? Ich fürchte, ich bin im Thea­ter eingeschlafen gleich wird Madame But­terfly ihre große Arie beginnen.

Bald naht sich's dem Hafen...

Und das weiße Kriegsschiff

Bringt mein Glück mir wieder"

ElliS sah sie an.Nicht aufwachen, Frau Lamaire."

Die kleinen Schüsseln verschwanden, ste wurden mit zauberhafter Schnelligkeit durch andere ersetzt und nun standen auch hohe Schälchen mit einem hellen Getränk auf dem Tisch.

Damschu Reisbranntwein. Sie müßten welchen zu diesen geräucherten Enten trinken, es ist der einzige Alkohol, den man hier be­kommen kann."

O er genügt", entschied sie sachverstän­dig und mit bestem Appetit von dev ge­räucherten Ente, nahm ein wenig von dem in kleine Stücke zerzupften Fisch und dazwi­schen gesalzene Mandeln.

Warum bekommen wir keinen Reis? E» ist doch das Nationalgericht?"

Weil man davon satt wird. Es wäre un­würdig, würden wir essen, um satt zu werden"

Sie nickte zustimmend.Darin liegt eine große Weisheit man sollte früher vom Tisch aufstehen."

(Fortsetzung folgt.)