Das Führen der Omnibusse liegt ausschließ. en lasse« muß. Gerade die Stirn«
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uns überaus
flnfere Heimat
Die dankbare Vaterstadt
be
lege diese
stehen, daß auf dem schnellsten Wege diese Straße in fahrbaren Zustand versetzt werden mutz. Wir hoffen, datz dieser Hinweis genügt um den Bezirksverband Kassel an seine Ver- Pflichtungen zu erinnern.
Wenn man bedenkt, datz aus der Wolfhager Straße täglich vier Omnibuslinien verkehren und in Kürze eine fünfte zur Eddertalsperre hinzukommt, kann darüber kein Zweifel be-
besonderS über die Strecke zwischen Wildfang und Ehlen. In Anbetracht der Hohen Steuern, die der Kraftwagenbesttzer zu zählen hat, kann er auch verlangen, daß die Straßen sich in fahrbarem Zustande befinden. Der größte Teil der Unfälle, nicht zuletzt der tödlichen, ist auf die schlechte Beschaffenheit der in Frage kommenden Straßen zurückzuführen.
Sine Mutter weint
i. Frankenberg (Eder), 16. August.
In den Abendstunden ertrank hier ein Aufbauschüler, Ottmar Nagel, der sich, obwohl er Nichtschwimmer war, zu weit in das offene Was. ser hinausgewagt hatte. Der Tod dieses Schulerz ist um so bedauerlicher, als er ein besonders begabter Schüler war und seine Eltern in bescheidenen Verhältnissen leben.
L. Gudensberg, 16. August. (Ihre Silberne Hochzeit) begingen Julius Sauer und Ehefrau, geb. Heilbrunn.
Wtr geben selbstverständlich den Ausführungen der »Kog" ebenso gern Raum, wie den Zuschriften aus unserem Leserkreis. Es kann Uch selbstverständlich beiderseits nur um eine sachliche Kritik der zu treffenden Maßnahmen handern, die sich auch die »Kog" gefallen lassen muß. Es steht ihr ja jederzeit frei, auf diese Kritik ihrerseits zu antworten, wobei sie sich natürlich eine erneute Kritik ihrer Kritik wiederum gefallen lassen muß. Gerade die Stim-
q. Spangenberg, 16. August.
Den 50. Geburtstag des so früh verblichenen hessischen Dichters (16. August) hat die Stadt zum Anlaß genommen, den Platz am Eingang des Liebenbachweges, da wo die heiligen Wasser oes sagenumwobenen Backes ihren Lauf zur Stadt nehmen: »Karl Engel- Hardt-Platz" zu benennen.
Karl Engelhardt schenkte Spangenberg aus Anlaß seines 600jährigen Stadtjubiläums 1909 das herrliche Heimatspiel »Kuno und Else", ein deutsches Sagenfpiel in fünf Akten. Das Schauspiel wurde von Spangendcrger Bürgern und Bürgerinnen unter Leitung von Lehrer Heinlein in den Jahren 1909, 1919 und 1927 mehrfach mit außergewöhnlichem Erfolge auf* geführt. Zwei Aufführungen gaben die Span- genberger 1919 auf Einladung des dortigen Magistrats in der Stadt Marburg.
Der neue »Karl Engelhardt-Platz" soll mit einer Anlage versehen werden, die ebenfalls an den Dichter erinnern und ihn ehren soll.
Die Iagö geht auf!
Wie vom Regierungspräsidenten mitgeteilt wird, wird in Abänderung der Verordnung vom 20. Juni die Jagd auf weibliches Rot- und Damwild sowie Wildkälber für das Jahr 1929 freigegeben.
Sott man sich das Genick brechen?
In letzter Zeit häufen sich aus Kreisen der Automobilfahrer und besonders der A. V. D. A Mitglieder die Klagen über die
schlechte Beschaffenheit "der Wolfhager Straße zwischen Ahnatal und Wolfhagen
su. Melsungen, 16. August. (Zur letzten Ruhe.) Unter großer Beteiligung der Bürgerschaft wurden gestern die sterblichen Ucbcr- reste des im Krankenhaus zu Hephata verstorbenen Polizeihauptwachtmeisters Karl Stripp zur letzten Ruhe bestattet. Nach kurzer Andacht im Rachause wurde der von zahlreichen Kränzen geschmückte Sarg öoit seinen Kollegen in den Leichenwagen getragen. Dtun bewegte sich unter Vorantritt des Kriegervereins mit Musikkorps ein endloser Trauerzug zum Friedhof. Hier wurde der Sarg von Kollegen zur Gruft getragen und in die Erde gesenkt. Nach einer ergreifenden Grabrede von Metropolitan Lecker sang der Männergesangveretn Liedertafel zwei Choräle, und der Vorsitzende der Bezirksgruppe des Verbandes Preuß. Polizeibeamten, Kriminalsekretär Liese, Kassel, sowie der Vorsitzende der Kreisgruppe Kurhessen. Waldeck, Polizeihauptwachtmeister Hülsebruch, Bad Wildlingen. sprachen dem Verstorbenen einige Worte des Dankes. Nachdem die Ge- wehrgruppe die Ehrensalve abgefeuert hatte, löste sich die große Trauerversammlung langsam wieder auf. — Karl Stripp trat im Jahre 1920 in den Dienst der Stadt Melsungen und.......... nUu,o.JlUi.«
bas Trauergefolge ze'gt^daß er sich das 2»rr- Kreispfarrers Weber-Fulda und des Pwrrers krauen der Einwohnerschaft erworben hatte. 1 Treis-Ourhauen in sein neues Amt eingeführt.
u. Hersseld, 15. August. (Mutige Tat). Als eine Gruppe von Kurgästen, die von Kleinshöhe kam, die Fahrstraße am Tageberg passierte, tarn aus entgegengesetzter Richtung ein schwerbela- dener Erntewagen daher. Plötzlich geriet er auf der abschüssigen Straße in ein rasendes Tempo. Der Fuhrmann hatte Mühe, die sich schon hoch aufbäumenden Pferde zu halten, und ein Unglück schien unabwendbar. Da eilte aus der Gruppe eine Dame tatkräftig dem Wagen nach, erfaßte mit fester Hand die Bremse und verhütete so das Unglück.
W»«8< «rf der Linie « in btn 9f trieb gestellt wurden, um diese Wagen in Re- iertoe zu ziehen uno der Uederhoumg zuzufuhren. Ganz abgesehen davon, daß es auch ohnedies wirtschaftlich unmöglich ist, 13 Wagen rn drei Monaten zu überholen, ohne den übrigen Wagenpark zu gefährden, erfordert doch ote gründliche Generalüberholung eines Omnibusses nach derartigen Fahrleistungen durchschnittlich den Aufwand von etwa 3000 Arbeitsstunden.
Wenn es der Kog bei diesen Verhältnissen trotzdem gelungen ist, den Wagenpark langsam hochzupflegen und wenigstens die Hauptschaden zu beseitigen, so verlangen wotzoem die grüngelben Wagen jetzt noch zweimal soviel an Werkstattarbeit, als die zum Teil älteren, aber planmäßig überholten rot-gelben Wagen und zwar solange, bis die begonnenen Generalüberholungen abgeschlossen fein werden. Die derzeitige erhöhte Reparaturbedürftigkeil und damit öfteres Versagen der grün-gelben Wa- gen tst nicht zuletzt mit dem Anfahren tut zwei, ten Gang, also mit absolut unsachgemäßer Fahrweise in Zusammenhang zu bringen, die nachweislich den Wagen großen, z. T. unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat. Ruckbewegungen beim Schalten haben nichts mit dem Anfahren im ersten Gang zu tun und können von aufmerksamen Fahrern vermieden werden. (Was sagen die Fahrer dazu? D. Red.) Der erste Gang ist bewußt von den Konstntkteuren und Fahrzeugfabriken mit gutem Grund und erheblichen Kosten eingebaut, ist doch gerade soine ordnungsmäßige Benutzung von ausschlaggebender Bedeutung für die Lebensdauer des Fahrzeuges.
Daß di eße nicht mar box Seiten der Kog gestellte Forderung nicht unbillig ist, kann jede Fahrt auf den alten Koglinien beweisen. Denn es hat sich ja bei jedem Verkehrsunternehinen und nicht nur bet der Kog, herausgestellt, daß
nur schonende Behandlung des Wagenparks und sachgemäße Fahrweise
für die Durchführung eines dem öffentlichen Verkehr dienenden Unternehmens Grundbedingung ist.
Schließlich ist noch zu ervKhncn, daß das gesamte Fahr- und Werkstättenpersonal des Vorbesitzers mit übernommen wurde, und es diesem vorzugsweise obliegt, nach wie vor dieselben Wagen zu betreuen.
Wer der Kog und durch diese der finanziell stark beteiligten Stadtverwaltung und bannt öer gesamten Bürgerschaft Kassels einen guten Dienst erweisen will, muß sachlich den Aus- nnd Attsbauwillen der Kog zu erkennen versuchen. Nicht unberechtigtes Mißtrauen, sondern bewußte und fördernde Mitarbeit, auf Vertrauen gestützt, gibt der Kog die Kraft zur Erreichung ihres weit gestehen Zieles im Dienste der Allgemeinheit.
g. Witzenhanfe«, 16. August. (Befitzwechsek).
■ Das „Deutsche Heim" am Johannisberg i (früher Dr. Platnersches Sanatorium) ist in den Besitz des Hessischen Siechenhauses in
1 Hofgeismar übergegangen. Damit ist der Gedanke, mit dem Heim in anferer Stadt eine ; höhere Schule zu gründen, zu Grabe getragen, I da die Mittel dafür nicht anfzubringen waren.
1 Jetzt werden die schönen Gebäude und An- l lagen als Altersheim dienen.
a. Soangcnbetg, 16. August. (Ausländische Forll- - kitte.) Dr. Bokor, Privatdozent an der ungarischen : forstlichen Hochschule in Sovron. und gvrstingenieur
Machmuü Schakier aus Angora machten der Forst- ’ schule einen inkormatrischen Besuch.
a. Soaugeuberg, 16. August. (Radsabreruusall. — Bczirksweltichwimmen.) Der Malerlehrling H. Hov- vach stürzte in der sebr abschüssigen Neustadt so unglücklich mit dem Kahrrad, datz er einen Armdruch davoüttug: den anderen Arm renkte er aus. — Der 3. Bezirk des Fulda-Eddcr-Gaues (DT.) hält am Sonntag im hiestgen Liebcnbachbad fein Beztrks- schwimmen ab.
Volkmarsen, 16. August. (Goldene Hochzeit) begehen morgen der Drainagemeister Gustav Linsel und dessen Ehefrau. Der Mann geht noch jeden Tag seinem Berns nach.
g. Beverungen (Oberweser), 16. August. (Die Errichtung eines Kriegerehrenmales) in unserer Stadt ist nunmehr so wett gediehen, daß im Herbste mit der Enthüllung und Einweihung des Denkmals gerechnet werden kann. Man hat sich für den Entwurf des Bildhauers Hinkeldey aus Rotenburg o. d. T. entschieden, der die Errichtung eines schmucken Brunnens auf dem Rathausplatze Vorsicht.
S. Loshausen, 16. August. (Der Schützenverein) hielt sein Königsschießen ob. Dabei errang der Schütze Sebastian Hoos-Loshausen die Königswürde, Georg Lange die Würde de- 1. Prinzen und Johs. Knapp die des 2. Prinzen.
k. Erksdorf, 16. August. (Freitod). Der Landwirt Amrhein machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Die Ursache soll in einem Anfall von Schwermut zu suchen sein. Der
I Sohn des Genannten liegt seit längerer Zeit in der Klinik in Marburg, wo ihm gefrorene Gliedmaßen abgenommen wurden. Der Vater sollte durch harte Behandlung an diesem Leiden mitbeigetragen haben.
<f. Lifpenhausen, 15. August. (Stillegung der I Umladehalle). Die vor etwa 25 Jahren mit großem Kostenaufwand erbaute Umladehalle der Güterabfertigung Bebra bei Lispenhauscn soll zum Teil stillgelegt werden. Damit wäre
I auch ein Abbau der Bediensteten verbunden und es würde wieder eine Anzahl Arbeiter arbeitslos.
k. Rollshausen 16. August. (Tod durch Starkstrom). Der 25 Jahre alte Joh. Schäfer geriet während der Arbeit int Transforma- torenhaus dem Starkstrom zu nahe und wurde
I auf der Stelle getötet. Der Arzt konnte nur den Tod des jungen Mannes feststellen, welcher der einzige Sohn und Ernährer einer Witwe war.
„ Kirchhain, 16. August. (Motorradunfall.)
I Auf der Kölbcr-Kuppe sind wieder zwei Motorräder zusammengerannt. Beide Fahrer tru-
I sien schwere Verletzungen davon und mußten rn die Klinik nach Marburg befördert werden. Die Räder wurden schwer beschädigt.
r k. .Kirchbai«, 16. Auauft. (Bonder Pfcrdemarki- Ignetie.) Der glückliche Gewinner des ersten Preises, «ncs kompletten- Einspänners, ist der Schreiner Job. Scholl-Kirchhain: den 2. Preis erhielt Frau Conrad Michel-Burgbolz, einen schweren Erntewagen. Der
I L Preis, ein Fohlen, fiel dem Landwirt Senkel- L-peckswinkel, der vierte, ebenfalls ein Fohlen, fiel
I dem Landwirt Amrhein-Hatzbach zu.
I ä.- Neukirchen, 16. August. Der Turn- und
I le 1 a? Ä Bezirks Neukirchen in Verbindung mit der Verfassungsfeier fand in den städtischen Sn» lagen statt Der Festtag begann mit einem Feftgot- tesdienst: Pfarrer Freund hielt die Predigt. Im An- fchlutz an. den Gottesdienst eröffnete Schulrat Dovie- 3tegen6ant die Feier und gedachte der im Weltkriege Gefallenen. Um 10 Uhr begann der Dreikampf der L-chulklM>er. Um 2 Uhr begann der Festakt der Ber- fafsungsfeier unter Beteiligung der Behörden und Gemeinden. Die Festrede hielt Hauvtlebrer Rosenstock.
hl. Frankcubera, 16. August. Der Fischreich- tum öer Edier lockt leider auch manchen Unberech- an, der seinen Fifchbedarf auf unerlaubtem Wege deckt. Besonders haben die fremden Pächter darunter zu leiden. Für Ergreifung der Diebe ist eine Belohnung ausgesetzt.
bl. Fraukeuberg. 16. August. Die Autolei- den s ch a f t ritz einen bis fetzt noch Unbekannte» so weit hin, nachts aus der Garage des Herrn Han»' sen ein Auto zu stehlen und es nach 45 Kilometer tanger Fahtt demoliert wieder ebenso leise in die Garage zu stellen.
k. Rauscheuberg, 16. August. (Alteitumsfunde.) Staurer fanden bei den Ausschachtungsarbeiten eines Neubaues am Schlotzberge zwei Urnen, die srühmit- telalterlich-n Ursprungs stnü. Die Zeit der Herftel- jung Mrü von Sachverständigen auf die Zeit von 900 llW.n. Chr. gedeutet. Es kommen nicht Urnen aus Gräbern tn Betracht, sondern es handelt sich um Gebrauchsgegenftände ober Werkstättcngeräte.
Das Urteil des Gerichts billigte den Angeklagten trotz der Verwerflichkeit ihrer Tat noch einmal mildernde Umstande zu und erkannte gegen Stracke auf drei und gegen Gnauert auf zwei Jahre Gefängnis. Dann werden den Verurteilten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. «
Verwegene Flucht •
Nach der Verhandlung wurden die beiden Verurteilten, die sich in Untersuchungshaft befinden und die über das Urteil keine Erklärung abgegeben hatten, getrennt abgeführt. Dabei wurden alle nur erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen beobachtet, denn im Zuhörerraum hatten sich zahlreiche Bekannte der beiden Straßeurauber eingefunden, die die Angaben der Angeklagten und einzelner Zeugen mit Kundgebungen des Beifalls oder des Mißfallens ausgenommen hatten, so daß der Vorsitzende die Zuhörer mehrfach zur Ruhe verweisen mutzte. Gewitzigt durch frühere Vorfälle wurde Stracke zunächst in die hinter dem Schwurgerichtssaal liegende Gefangenenzelle gebracht, während Gnauert danach in die neben dem Schöffengerichtssaal befindliche Zelle eingeschloffen wurde.
Als nun nach Schluß der Verhandlung die beiden Verurteilten mit dem Gefangenenwagen wieder in das Untersuchungsgefängnis gebracht werden sollten, stellte sich zu aller lleber- raschung heraus, daß
Stracke aus der Zelle ausgebrochen
war. Da im Schwurgerichtssaal keine Sitzung stattsand und die Zelle ziemlich außerhalb allen Verkehrs liegt, hatte Niemand etwas bemerkt. Ein Augenschein ergab, daß Stracke mit der in der Zelle befindlichen Bank das in der Tür angebrachte Holzfenster zertrümmert hatte. Durch die entstandene Oeffnung hatte er zwar noch nicht entweichen können, wohl war es ihm aber möglich, von dort aus an das Hauptschloß der schweren Tür zu gelangen. MU einer Eisenstange hat er dann den starken Riegel an der Tür lockern können, so daß der Weg in die Freiheit offen war. Da Stracke Zivilkleidung trug, war es nicht schwer, aus dem Gerichtsgebäude ins Freie zu gelangen. Möglicherweise hat er auch Helfershelfer gefunden, die ihm bei dem verwegenen Ausbruch behilflich gewesen sind.
Selbstverständlich sind sofort alle nur möglichen Maßnahmen getroffen worden, um des gefährlichen Ausbrechers wieder habhaft zu werden Es ist unseres Wissens das erste Mal, datz aus einer Gefangenenzelle tm Gerichtsgebäude ein Verbrecher ausgebrochen ist.
rn. Ullrichstein (Vogelsberg), 16. August.
Unsere Vogelsbergstadt beging in würdiger Form feine 650 Jahrfeier, Professor Dr. Roe- schen, Laubach gab in seiner Festrede einen Ueberblick über die wechselvolle Geschichte des 1279 zum ersten Male urkundlich genannten Städtchens. Von etwa 1340 datiert der älteste Bau, von 1345 die Errichtung der Burgbefestigung, 1347 wurde Ullrichstein durch Kaiser Ludwig den Bayer zur Stadt erhoben. Schwere Drangsale brachten der 30jährige und der 7- jährige Krieg. 1759 und 1762 wurde die Burg belagert. 1813 war Blücher in Ullrichstein.
Don 1826 bis 1832 wurde das Scklotz abgerissen. Um seine Ausgrabung und den Wiederaufbau der Nordseite machten sich besonders verdient, Archivdir. Dr. Schenck zu Schweins- berg, Postmeister Heiski u. Oberbaurat Berth.
m Mansbach (Kr. Hünfeld) 16. August. (Pfarrer-Etnfuhrung). Am Sonntag 18 Auaust wird im Vormittagsgottesdienst in der ebang. ^Ukche Pfarrer Wolf durch General-Superintendent D Fuchs-Kassel unter Assistenz des
gemeinschaftlichen Straßenraubes zu verantworten hatten, war Konrad G. im wesent- ltchen geständig. Nur WM er die Tat nicht vorsätzlich ausgesührt haben. Auf dem Heimwege, den er gemeinsam mit Stracke, dessen Frau und dem Fremden angetreten haben WM — angeblich sollte der Fremde in der Strackschen Wohnung noch eine Tasse Kaffee trinken —, habe er bemerkt, wie der Fremde gegen die Frau zudringlich wurde. Er sei deshalb auf den Stellwerksmeister zugetreten und habe gesagt: „Du lätzt die Frau gefälligst in Frieden!" Auch eine Ohrfetge habe er dem Fremden verabfolgt. Im nächsten Augenblick habe sich dann auch schon Stracke auf den Stellwerksmeister gestürzt und mit den Worten
„Ich will Dir zeigen, eine schwangere Frau anzufaffen!"
auf ihn eingeschlagen. Dabei seien beide Männer zu Boden gefallen. Die Brieftasche des Fremden habe dann plötzlich auf der Erde geleg.en. Er, Gnauer, habe sie an sich genommen und sei davongelaufen.
Eine andere Darstellung präsentierte Stracke, dessen Verbrecherregister bereits ganz erhebliche Strafen wegen Eigentumsdelikten anfweist, dem Gericht. Er will mit den ganzen Vorgängen nichts anderes zu tun
««habt hab««, als daß er die Schlägerei zwi- scheu Gnauer und dem Fremden gesehen habe. Ohne sich um etwas zu bekümmern, sei er mit feiner Frau nach Hause gegangen. Später sei G. dann zu ihm gekommen und habe ihm einige Hundertmarkscheine geben wollen. Er habe aber die Annahme verweigert und den G. zum Verlassen der Wohnung ausgefordert. Die Frage, wie denn die Uhr des Uederfalle- nen in seinen Besitz gekommen sei, überging St. einfach mit Stillschweigen.
Die Beweisaufnahme ließ indessen keinen Zweifel darin zu, daß St. und G., ver- fühtt von dem Anblick der grotzen Geldsumme, den Raubüberfall sorgsam vorbereitet und gemeinsam ausgefühtt haben. Der Staatsanwalt beantragte dann auch gegen Stracke eine Zuchthausstrafe von sechs Jahren und gegen Gnauert eine Gefängnisstrafe von vier Jahren, bann gegen beide die üblichen Nebenstrafen.
hätte der eine der Männer ihn am Erdboden festgehalten, worauf der andere Mann ihm die Brieftasche entrissen hätte. Dann seien die Täter int Dunkel der Nacht davon geeilt. Außer der Brieftasche hatten ihm die Räuber auch noch die Uhr mit Kette abgenommen.
Durch das alarmierte Uebersallkommando konnten Paul Stracke und Konrad Gnauert
sehr schnell der Täterschaft übersühtt
werden. In der Wohnung des St. sand man die Uhr des Ueberfaflenen, während G. einen keil des Gelde verborgen hielt Den anderen teil hatte St. so sicher versteckt, datz er bis leute noch nicht aufgefunden werden konnte.
In der
Hauptverhandlung vor dem Große« Schöffengericht,
'n der sich Strack« und Gnauext wegen
„Kap» ihm die Marie!"
Der Raubüberfall im Schatten des Zuchthauses und seine gerichtliche Sühne.
Mtt der Gutmütigkeit ist das schon immer so eine eigene Sache gewesen und das Sprichwort, das da sagt, allzu gutmütig ist dumm, nähert sich der Wahrheit in den meisten Fällen geübter Gutmütigkeit recht bedenklich. Nähere Betrachtungen kann darüber ein biederer Stellwerksmeister aus Gilfershausen an- stellen der in der Nacht vom 15. zum 16. Juni in Kassel
ein recht böses Abenteuer
erlebte. Er hatte am Tage — es war Sonnabend — seine Geschäfte in Kassel erledigt. Alles war gut ausgelaufen und die Brieftasche barg wohlverwahrt die nette runde Summe von 650 Reichsmark. Unser Freund fragte nun Zwar nicht gleich, was Kassel denn koste, er begnügte sich vielmehr damit, in dem Lokal eines ihm bekannten Gastwirts in der Schönselder Straße den anwesenden Gästen für den Abend Freibier zu spenden, wobei er natürlich selbst auch tüchtig mithielt. Man hatte den Mann mit der Spendierhose verständlicherweise sehr gern, zümal er in einem schwachen Augenblick die Zechkumpanen einen Blick in die geschwollene Brieftasche hatte tun lassen. Von den Gästen bemühten sich vor allem der Zementierer Paul Stracke und der Arbeiter Konrad Gnauert angelegentlich um die Unterhaltung des Fremden. Stracke war sogar so liebenswürdig, ihm seine junge Frau als — Tischdame zu überlassen. Diese „Fürsorge" kam indessen einigen anderen Gästen reichlich verdächtig vor. Als sie bann einmal sahen, wie bie junge Frau des Zementierers eine Hand in bie Rocktasche ihres Nachbars versenkte unb wie ste barauf ihrem Manne etwas zusteckte, hielten ste es für angebracht, ben Fremden warnen zu lassen. Da dieser ober seine Brieftasche noch in der Tasche fühlte unb im übrigen auch nichts anberes als bie Lie- benswürbiakeit bei jungen Frau — nicht aber ihren hochschwangeren Zustand — bemerkt hatte, ließ er nickt nur alles auf sich beruhen, sondern schloß sich der jungen Frau auch noch auf dem Heimweg an. Sie wohnte in einer der Baracken auf dem Gras. Inzwischen — es war mittlerweile 2 Uhr nachts geworden — hatten auch Stracke und Gnauert das Lokal verlassen und die noch zurückbleibenden Gäste stellten allerlei Vermutungen über das Schicksal des Fremden an. Schließlich machte man sich auf die Suche nach ihm. Man brauchte aber nicht weit zu gehen, denn plötzlich erschien der Fremde wieder im Lokal. Er war übet und über mit Blut bedeckt, das aus mehreren Kopfwunden herabfloß. Straßenstaub haftete an seinen Kleidern, die auch zerrissen waren.
„Ich bin überfallen worden und man hat mir mein Geld gestohlen!"
tief er laut unb erzählte in abgerissenen Sätzen, Was vorgefallen wat. Er wat mit bet kleinen Frau des Zementierers ben dunklen Weg nach dem Gras herausgegangen. An einet Wegbiegung in der Nähe des Zuchthauses habe er plötzlich zwei Männer bemerkt, die sofort auf ihn gestürzt und unmenschlich auf ihn eingeschlagen hätten. Mit dem Rufe:
„Kapp ihm die Marie!"