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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 145 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig. Sonuabend/Sonntag, 22«/23> Juni 1929 Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. 19. Jahrgang

Stresemann muß absagen

Reichrtagsprogramm umgestotzen Räumungstermin 1. September Rirchenfrie-e in Mexiko

ttonjunkturkredite

Bo« Kurl Paul.

Wenn ausländische Handelsattachees über die Länder, deren Gesandtschaften sie zugetcili sind. Wirlschafrsberichie liefern, so haben diese ost einen sehr problematischen Wert. Bor etnu gen Tagen hat der amerikanische HandelSatta- chee Allport einen Bericht über die deut« g»en Wirtschaslsverhältnifle nach Newyott ge- ndt. der tn außerordentlich optimistrschem Sinne für Deutschland gehalten ist und von den maßgebenden Zeitungen drüben abgedruckt wurde. Wir stehen zwar aus dem Standpunkt, daß dauernder Pessimismus den Tvo einer Wirtschaft bedeutet, aber daS. waS der Han« delsatrachee Allport nach Washington be« richtet hat, erscheint uns doch etwas zu stark Er ist z. B. der Aufsaffung, daß sich die Wirt­schaftslage Deutschlands in einer ständig aufstetgenden Linie bewegt. Diese Aus« fasiung wurde drüben außerordentlich hoch be­wertet und es hat den Anschein, als ob die Regierung der Bereinigten Staaten sich ote Ansicht dieses an sich ziemlich unbekannten Handelsattachees zu eigen machen wird.

Die Situation in Deutschland ist heuten noch so, daß man von einer allgemeinen Besierung der Wirtschaft nicht sprechen tonn», Bor eini­gen Tagen ist der HandelSastSweiS per Mai veröffentlicht worden. Die Bilanz ist zwar feit längerer Zeit zum 1. Mal wieder aktiv, aber es wäre völlig verkehrt, aus dieser Aktivität Rückschlüsse aus die deutsche Wirtschaft zu zie- hen. Wenn die Ausfuhr gesteigert werden konnte, so Hai dies nur einen durch die Saison bedingten Wert. Der Markt ist zur Ze« nicht in dem Maße aufnahmefähig. wie man er« warten müßte.

Die Entlastung am Arbeitsmarkt darf eben­falls nicht allzu hoch bewertet werden. Auch der Rückgang der Arbeitslosenzisfer ist saisonmä- ßig bedingt. Besonders hat die Belebung am Baumarkt zur Senkung der Arbeitslosenztf- ser beigetragen. Zugegeben soll werden, daß die Gesamtlage zurzeit nicht ungünstig ist, aber es wäre falsch. auS der jetzigen Situation Rückschlüsse aus Monate zu ziehen und die besten Aussichten zu stellen. Die Zahluw gen des Dawesplans konnten bekanntlich nur durch erhöhte Kreditaufnahme bewerkstelligt werden. Wir sind der Auffassung, daß auch die Zahlungen des HoungplaneS nur durch weitere Kreditaufnahme möglich sind. Bor einigen Tagen hat die Disconto-Gesellschaft zum 1. Mal die Oeffentlichkeit mit ihrer Mei­nung über den Boungplan überrascht, daß nur durch Beibehaltung von Krediten in Höhe von etwa 2 Milliarden die Zahlung gesichert sei Die Auffassung dieses Bankinstitutes hat eini­ges Aufsehen erregt, denn der neue Plan war biS zu einem gewissen Grade nur unter der Boraussetzung zustande gekommen, daß Deutschland aus einer erhöhten Aus« fuhr und Ausspannung seiner Produk­tiven Wirtschaft die erforderlichen Devisen für die Zahlung aufbringen würde.

Solange die deutsche Wirtschaft durch ein derart hohes Steuerprogramm belastete, ist. wird eS kaum möglich fein, die erforderlichen Zahlungen auf diesem Wege aufzubringen. Anträge aus Steuerstundungen, die allgemein gestellt werden, beleuchte« die geldliche Situa­tion nur zu deutlich. Wie eS hier dem Handel und der Industrie ergeht, ergeht es aber auch dem Reich. Bor kurzem hat daS Reich einen neuen Bankenkredit in Anspruch genommen. Dieser Kredit ist der fünfte in diesem Jahre Also durchschnittlich mutete man in jedem Mo­na, auf die deutsche Bankwelt zurückgreifen. Ein bißchen Viel! Dabei sind noch nick» einmal die Kredite mit berücksichtigt, die durch Be­gebung von Schatzwechseln aufgenommen worden waren. Auch bei der Preußenkasse der Reichspost und der Bahn ha, das Reich sehr oft geborgt, lieber den letzten, jetzt abgeschlos­senen Kredit ist viel geredet worden. Man hat Rückschlüsse aus die ganze Finanzlage d-S Reichs gezogen und die Situation als un* günstig bezeichnet. Dem ist aber entgegen,u- halten, daß jedes Reich bis zu einem gewis­sen Grade Kredite bet bei Bankwel, aufnimmt Auch vor dem Kriege hat Deutschland sehr osi Kredite bei den Großbanken in Anspruch ge- Rommen. Der jetzt abgeschlossene 210 Millio- nen-Kredtt ist in seinen Modalitäten etwas auffällig, besonders, daß er ohne jebe Sicher­heit gegeben wurde, noch nicht einmal durch Ueberlaffung irgendeines PaprereS, das dte Banken lombadieren konnten, um sich.ihrer­seits wieder am Geldmark zu betätigen Die 210 Millionen hätten natürlich nicht aus­genommen zu werden brauchen, wenn «rcht

Der Großindustrielle als Hochstapler

Wien, 22. Juni. (Privattelegramm.) AIS ein Hochstapler größten Formates wurde der Großindustrielle Felix Eisenhammer ent- larvt, der vor einigen Tagen Selbstmord be­ging. Eisenhammer, der in Wien sehr bekannt war und großes gesellschaftliches Ansehen ge- notz, mißbrauchte das Vertrauen seiner Mit- Menschen, indem er die ihm anvertrauten Gelder unterschlug. Die Unterschlagun­gen belaufen sich auf etwa eine Million SchU- linge. Unter den Geprellten befindet sich außer dem Seniorchef des Berliner Bank­hauses Bleichröder auch die Berliner Schau­spielerin Maria Orska mit 20 000 Mark und Freifrau von Wedell mit 68000 Mark. Die Gläubigerschar des Großindustriellen hat ihr Geld so gut wie ganz verloren, da außer der vornehm eingerichteten Wohnung nicht ein Pfennig Bargeld vorhanden ist.

Schwere Wolkenbruche in Rav und Fern

Walschensee, 22. Ium. (Pnvattelgramm.) Sei einem gewaltigen Unwetter über demWal-

chengebiet brach gegen 2 Uhr nachmittags eine derartige Finsternis herein, daß die AutoS nur mit Scheinwerfern fahren konnten. Ein Wol- kenbruch Uetz die Bäche anschwellen und über die Ufer treten, sodaß die AutoS stellenweise biSzumKühlerimWasser fuhren. Das Sägewerk der Walchensee A.-G. und die Arbei­terwohnungen In Einsiedel find vollkommen überschwemmt Auf der Straße nach Walchensee find Steinlawinen niedergeganaen, sodaß Arbeiterkolonnen die BerkehrSftörung beseitigen mußten.

Santiago de Chile, 22. Juni. (Funkdienst.) Ein zwei Tage lang mutender Orkan, verbun­den mit schweren Wolkenbrüchen, richtete in Santiago de Chile und in Nordchile, besonders in der Umgebung von Antofoqasta, schweren Schaden an. Zahln.iche Gebäude wurden zer stört, der Telegraphenverkehr ist unterbrochen.

WFmntteichAhein und Saar räumt

Paris, 22. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Blätter erregen sich darüber, daß die deutsche Regierung die Annahme des Sachver- ständigen-BerichteS von der Regelung anderer noch nicht erledigter Fragen abhängig gemacht habe. So schreibt Pertinax, Deutschland habe nicht das Recht ,für seine Verpflichtungen im Aoung-Plan eine Gegenleistung zu verlangen. Frankreich solle die Freiheit haben, den Rhein zu räumen, wenn es ihm passe und zwar wenn der Young-Plan voll arbeitet, und wenn hinsichtlich der Kommerzialisierung der deutschen Jahresleistungen keine Zweifel mehr bestehen. Frankreich werde so lange am Rhein bleiben

bis bet UeberwachungS- und Bersöhnungs- Ausschuß gebildet

sei. Bezüglich der Saar bestehe für Frankreich kein Anlaß, die Lösung zu überstürzen. Zweifel- los werde man nicht die Volksabstimmung 1935 abwarten,aber Frankreich wolle nicht nur ent­sprechend dem Versailler Vertrag den Rückkauf der Staatsbergwerke erhalten, sonder« es wünsche Maßnahmen zum Schutze der franzö­sischen materiellen Interessen tm Saargebiete. Der französische Absatz im Saar­gebiete von zwei Milliarden Franken dürfe nicht un entgeltlich aufgegeben werden. Das wünschten auch PoincarL-Briand- Pertt»

nax sagt einen harten Kampf voraus, da daS englische Kabinett gern einsame Sache mit der deutschen Regierung mache und die engli- schen Truppen zurückberufen werde. Man müsse also die amerikanischen und englischen Schul- benablontmen ratifizieren, um bann bie Kon­ferenz einzuberufen.

Ohne Räumung Kern Tribut

Triers Handelskammer auch für Saar- Rückgabe.

Trier, 22. Juni. (Eigener Drahibencht.i Die Jnbustrie« und Handelskammer Trier verlangt als Voraussetzung für die Erfüllung des Houngplanes, baß bte Rheinlande ge­räumt und bas Saargebiet ungeteilt dem Mut- lerlanbe toieoer eingcglieberl werde unter gleichzeitiger Rückgabe der Saargru« den. Frankreich habe sich aus dem Besitz der Saargruben bereits in weil höherem Ma­ße bezahlt gemacht, als es bie Wiedergut- machung des Ausfalls der zerstörten norbiran- zösischen Gruben verlange. Die weitere Auf­rechterhaltung des Saarrcgimes sei daher hin­fällig, aber auch widersinnig, weil sie wichtige Teile oer deutschen Wirtschaft beeinträchtige. DaS Triergebiei sei am schwersten geschädigt.

die 500 Millionen-Anleihe ein solche- Fiasko gewesen wäre. Noch nicht einmal die erste Tranche dieser Anleihe konnte erreicht werden Auch hieran erkennt man die starke Geld­knappheit in Deutschland. Für das Reich ist die Anleihe ein direkter Verlust gewesen, denn sie mußt« den Banken auS den Eingängen, so­fort wieder die Vorschüsse, wenn aucy zunächst formal zurückzahlen, ote eS tz conto der E'-n- zahlung von ihnen tm Voraus erhalten hatte Man darf annehmen, daß in erster Linie diese 40 Millionen von den 210 Millionen mit zu- rückgezahlt werden, die bei den Banken au8- stehen.

Die Gesamtlage in Deutschland wird allein durch die Geldbewegung bedingt. Wenn einzelne Industriezweige zurzeit über eine nicht ungün­stige Beschäftigung verfügen, so ist der Gewinn immer nur als minimal anzusprechen. Ledig­lich um Betriebsmittel zu haben, werden bte Aufträge hereingenommen. Die Kapitalarmut ist in der Landwirtschaft vielleicht am größten. Wir hatten an biefre Stelle vor einer Woche einzelne Agrarfragen behandelt. Das Wichtigste der letzten Woche ist die Ableh­nung deS Getreidemonopols. Man hatte bereits Bedenken, als sich die Deutschna- tionale« mit den Soztalbemokraten an einen Tisch setzten. Die Agrarvretteter, also die Teutschnationalen, verlangen einen Preis von 270 Mark für Weizen, während die Sozialde­mokraten nur 250 Mark zugestehen wollten. Die Forderung der Sozialdemokraten bedeutet eine Erhöhung der Weizenpreise um 35 Mark, wäh­rend die der Deutschnationalen eine solche von

55 Mark bedeutet. Es ist anzunehmen, daß eine Formulierung zustande kommt ,um wenigstens hinsichtlich der Preisfrage eine Einigung zu er­möglichen. Zweifellos liegt in einer Erhöhung der Getreidepreise eine Gefahr, denn es wirb sich eine Erhöhung anderer Naturalien nicht umgehen lassen. Daß eine solche wieder Lohn­erhöhungen nach sich ziehen wirb, ist nicht ganz ausgeschlossen, andererseits mutz man aber ent­gegenhalten, daß die Lage der Landwirtschaft eine Erhöhung ihrer Produkte zugestanden wer­ben mutz, wenn sie dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig bleiben will. Erfreulicherweise hat sich schon tn der letzten Handelsbilanz die Einfuhr von Lebensmitteln erheblich ermäßigt.

An diesen Rückgang ist besonders die Ein­fuhr von Weizen mit 19,2 Millionen beteiligt. Der Rückgang der Rohftoffeinfnhr entfällt zu einem erheblichen Test auf Oelfrüchte und Cel* foaten .also auf Produkte, an denen bte Land­wirtschaft ebenfalls ein nicht unbebeutenbeS In­teresse hat. Die Regelung be: landwirtschaftli­chen Belange ist heute ein Problem, bas wohl zu den wichtigsten Folteren der beutschen Win- Ichast gehört. Zu bedenken ist bei einem evtl. Getreidemonopol aber bie Tatsache, baß 6075 Prozent des Wertes der landwin- schafUichen Erzeugung auf Löhne, Düngemittel landwirtschaftliche Geräte usw. entfallen. Bei Beseitigung dieser Lasten würde sich eine Preis­erhöhung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse um 1015 Prozent nicht umgehen lassen, aber die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands würde dann sinken. ____

Stresemann front

Reichstagsrede erst am Montag.

Berlin. 22. Juni. (Eig. Informationsdienst) Wie wir erfahren, wirb Außenminister Dr. Stresemann am heutigen Sonnabenb nicht, wie vorgesehen, im Zteichsrag bas Woriergret« fen. Dr. Stresemants leidet an schmerzhaften Arlerien-Krämpfen in den Beinen, die durch di« Anstrengungen während der Ma­drider Tagung, die Bahnfahrten und die sich anschließenden Besprechungen in Paris ver­ursacht sein dürften, so daß der Minister zur Zeit das Bett hüten muß. Die Aerzte hof­fen aber, daß Dr. Stresemann sehr bald wie­der hergestellt sein wird, so daß er am M o n- tag int Reichstag das Wort ergreifen kann.

Reichsfinanzminister Dr. Hilferding wird an StresemannS Stelle eine formulierte klärung über die Reparationsfrage ab und sich zugleich noch ausführlicher für Regierung äußern.

Wirths w-sthilfe

In der nächsten Woche vor be« Reichstag.

Berlin, 22. Juni. (Eigener Jnforma ionS- dienst). Wie wir erfahren wird Dr. Wirch am Montag oder Diensteg der nächsten Woche im Reichstags-Plenum zu seinem Etat sprechen und bei der Gelegenheit nähere Mitteilungen über Art und Umfang des W e st Pro­gramms machen. Da der Etat des Ministers für die besetzten Gebiete mit dem Etat deS Auswär*'.gen Amtes und dem Kriegslasten» Etat verbunden ist, wirb alles davon abhängen, welchen Raum die außenpolitische bzw. r e £» a - rationspolitische Debatte einnimmt Beim Westprogramm wird es sich nicht um eine neue Schadenersatz-Regelung in der bisher ge­übten Art handeln oder um verlorene Zuschüsse an Einzlpersonen ober einzelne wirtschaftliche Betriebe bes besetzten Gebietes, fonbern es ist beabsichtigt, ein organisches Hilfswerk aufzu- ziehen, bas der restlosen Wiederein­gliederung der rheinische« und pfälzischen Wirtschaft in die deutfche Volkswirtschaft bie­nen foll.

Guillaumat soll noch raumen

General Jacquemot fein Nachfolger.

Paris, 22. Juni. (Eig. Drahtbericht.) Ein Blatt kündigt hinsichtlich des Wechsels im Oberkommando des Besatzungsheeres an, daß die Erennenung des General Jacquemot zum Nachfolger des Generals Guillaumat anfangs Juli offiziell bekannt gegeben werde. Dte Ablösung würde jedoch nicht vor September b. I. erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt und nicht im Januar 1930, wie in Versailles vor­gesehen werde die Koblenzer Zone ge­räumt werden. Diese Operation, die eine Verkürzung der Besetzungszeit um vier Mo- nate darstelle, werde noch von General Guil» taumat durchgeführt werden. Alsdann werde General Jacquemot den Befehl über­nehmen.

3n ORertfo wieder Solle« dienst

Mexiko, 22. Juni. (Funktelegramm.) Nach der Einigung über die religiösen Frage« wur­den die katholischen Gottesdienste und der reli­giöse Unterricht in den Kirchen wieder aufge­nommen und zwar in Uebereinstimmung mit den staatlichen Religionsgesetzen.

In einer Erklärung heißt eS, die Regie­rung beabsichtige nicht, die kacholtsche Kirche zu unterdrücken ober sich irgenb wie t« ihre geistlichen Obliegenheiten einzumischen. Das Abkommen enchäll bie Zusage, daß etwa h un- bert weibliche Personen, die wegen Verletzung der staatlichen Religionsgesetze nach bet Inselgruppe Las Teres Marias verschickt worben waren, in Freiheit gesetzt wer­ben. Ausgeschlossen bleibt bte Nonne Con- cencion, bie im Zusammenhang mit ber Ermordung Obregons zwanzig Jahre Ker- ter verbüßt.

poinearö redet noch 3 Tage

Tie Kammer mutz warten.

Paris, 22. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Poincar- hat gestern auf Befragen erklärt, daß fein Etposs über das Kriegsschulbenabkommen unb den Roung-Plan noch be« Dienstag- und Mittwoch-Nachmtttag ausfullcn werbe. Unter diesen Umständen wirb es nicht vor dem 2. Juli möglich fein, bie Debatte in ber Kam­mer zu eröffnen Die Kundgebungen gegen die Ratifizierung haben sich verinehrt Die Kriegsteilnehmer, Kriegsverletzten und die "Li­ga der Patrioten protestierten.