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Hessische Abendzeitung

Nummer 140

Einzelpreis- Wochentags 10 Pfennig.

Montag, 17. Juni 1929

Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.

19. Jahrgang

Abenteuer der bimsen Magiers j Harle Widerstände bis zur Räumung

Ende der Afghanistan-Wirren?

der Oppelner iolens Vertreter, der

bisheriges Eigentum zurückzuversetzen.

lieber die Ergebnisse wird auf der September» tagung des Völkerbundes berichtet. Stresemann

künden. auf Grund des Artikels 72 der Ver­fassung im Reichstag den Antrag zu stellen, die Verkündung deS beabsichtigten Genehmignn.ts- ___________ ______________________

gesetzes auf zwei Monate auszusetzen ^williqung der Auslandsreise unter» Damit eröffnet sich die Möglichkeit, den Weg fertigt haben.

August Rogens schuldig

Todesstrafe und Zuchthaus im Jakubowskiprozeß.

Neustrelitz, 17. Juni. (Privattelegramm). Im Nogens-Prozeß wurden folgende Ursteile gefällt: August NogenS wird wegen Mordes zum Tode und wegen fchweren Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt, Fritz Rogens erhält wegen Beihilfe zum Morde und wegen Mein­eides vier Jahre und drei Monate Gefängnis. Er hat zwei Jahre Gefängnis zu verbüßen und erhält dann eine fünfjährige Bewährungs­frist. Frau Kähler erhält wegen Beihilfe zum Morde und wegen schweren Meineides neun Jahre Zuchthaus (starke Bewe­gung im Zuschauerrauin). Der Angeklagte Blöcker wird wegen Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt!.

bedauerte die Erwähnung

Zwischenfälle durch P>

Todesurteil für August Rogens

«önigrdeamen im Grient - RSumungsnst und Abschluß in Mabrib-Flugerl-bniss- ab« Dem weltme«

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S-MMUZ-WMLLLZ p anc tiuarrri >fonfi Schlattdosstrabe m 1810. ftetefar. 8001, 8602, 8001, 8604.

Ankurbelung der Seeabrüstung

Rach der Begegnung DaweS-Macdonald.

London, 17. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Nach der Zusammenkunft mi, dem amerikani- scheu Botschafter, General Dawes, in Forres, äußerte ,lch Premierminister Macdonald, daß dir Seeabrüstung behandelt worden sei. Beide Staatsmänner wollten das Thema in öffentli­chen Reden erörtern, um auf diese Weise die Verhandlungen in Gang zu bringen. Wir wol­len mit aller Klarheit und Deutlichkeit betonen, daß wir in dieser Frage die anderen Seemächte als willkommene Mitarbe ter erwarten zu gütlicher Lösung eines Problems, von dem not­wendigerweise der Frieden in der ganzen Welt abhängt.

London, 17. Juni. Rach Verlesen des Kom­muniques bemerkte Macdonald: »Dies wird vielleicht eines Tages ein historisches Staats- dokumem werden. .Auf Bitte ihres Gastge­bers pflanzten die beiden Staatsmänner zwei junge Bäume als Erinnerungszeichen der Zu­sammenkunft.

Solsmann'ck Ausscheiden ft. Friedrichshafen

Friedrichshafen, 17. Juni. (Privattelegramm.) Zu dem Ausscheiden des Kommerzienrats Cols- mann aus dem Luftschiffbau Zeppelin, läßt letzterer erklären: Von den drei selbständigen Abteilungen: oer Werft-, Verkehrs- und der sogenannten Konzernabteilung haben die beiden erstgenannten, als deren Geschäftsführer Dk. Dürr und Dr. Eckener bestellt sind als Aufgabe den Bau und den Betrieb von Luftschtffsbetrie- ben. Die Konzernabteilung, deren Ge- schäflsführung Dr. Colsmann oblag, kontrol­liert die Tochtergesellschaften des Luftschiffbaus und ist nebenher noch finanzielle Ausgleichs- stelle. Der Geschäftsumfang der Konzerne ist allmählich kleiner geworden, weil der Luftschiff­bau alle nicht lebensnotwendigen Unternehmun­gen abstietz, um deren Mittel seiner eigentlichen Aufgabe zuzuführen. Darin liegt Colsmanns Ausscheiden begründet.

volncars stützt den tgoungplan

Newyort, 17. Juni (Funktelegramm.) Del französische Ministerpräsident PoincarL äußerl sich in einerZeilschrifl: Trotz der großen franzö- schen Opfer sind die moralischen Vorteile der gemeinsamen Reparations-Regelung in Pa- ris^von allerhöchster Bedeutung Sie verheißi eine neue Atmosphäre von Europa, die Forde­rung des Gefühls des Vertrauens und die Wie­derherstellung einer haltbaren Grundlage der Zusammenarbeit zwischen den Rationen. Es.ist zu hoffen, daß die Regierungen sich beeilen wer- Den, so schnell wie möglich den Plan in Krafi zu setzen.

Einsichtige Franzosen

Paris, 17. Juni. (Eig. Drahtbericht.) Der Quotldlen" setzt sich erneut für die Räumung S5' in der Besetzung keine wirk­

lichen Garantien fände. Die Besatzung sei ein

* V d e s Hasses und ein unüberwind­liches Annaherungsbindernis

Zung fei jedoch nicht die der Mehrheit per Parlamentsmitglieder, aber kein ernst zu neh­mender Mensch könne daran denken, auf den alten Dawesplan zurückzukommen.

Gin Dampfer auf-en Klippen

Astoria, 17. Juni (Funkdienst.) Heber ein Schiffsunglück in der Mündung des Colum­bia-Flusses wird gemeldet: Der Dampfer Säuret wurde von dem schweren Sturm auf Die Klippen geworfen und brach mitten entzwei Das Vorderschiff blieb auf den Klippen hän­gen, wahrend daß Hinterschiff wegtrieb und die Richtung auf seichtes Wasser nahm. Die am User stehende Menge konnte durch Fernglä- fcr 15 Mann beobachten, die sich an dem Wrack festklammerten. Die Seeleute, die auf dem fest- siNeriden Vorderschiff zurückgeblieben waren, sprangen, als die Rettungsboote erschienen, in die Fluten und wurden dann von den Ret- tungsbooten ausgenommen. Auch ein Holz- Dampfer erlitt Schiffbruch. Seine Besatzung wurde von einem Lotsenboot nach Astoria ge­bracht.

Im Geist der Versöhnung

Der Schlußakt in Madrid.

Madrid, 17. Juni. (Eigener Drahtmerichl. Rach wechselvollen und schwierigen geheimen Verhandlungen zwischen Tr Stresemtutn und dem polnischen Außenminister wurde vöm Völ- kerbundsrat folgende Vereinbarung angenom men: Die deutsche und Die polnische Regie rung verpflichten sich unverzüglich direkte Verhandlungen über die Frage der Liquidation des deutschen Eigentums in Polen aufzuneh men Die deutsche Regierung behält sich völ­lige Freiheit vor. jederzeit von sich aus den In­ternationalen Haager Gerichtshof anzu rufen Die polnische Regierung verpflichtet sich in benieniaen Höllen, wo die Staatsangehörig feit eines Enteianeten einwandfrei als polnische Staatsangehörigkeit festgestellt wird, den Ent­eigneten wieder in sein

London. 17. Juni. (Eig. Drahtbertcht.) Wie Perttuax im Daily Telegraf berichtet, hat die lranzoitsche Regierung ihre Forderung auf Etufetzung eines ständigen Kontroll- a u s s ch u s s e s im Rheinland nicht aufgege­ben Eine schwierige Frage wird in Den kom­menden Verhandlungen die Privatiste - rung eines Teiles der deutschen Schuldenver- pfltchtungen fein Die Tatsache, daß die deut­sche Reichsanleihe von 500 Millionen Mark kürzlich mit einem Mißerfolg endete, hat un­günstig gewirkt.

Der Anleihefehlfchlag wird so auSgelegt, daß der deutsche Kredit z. Zt. nicht sehr 6 l sei,und einige Zeit vergehen müsse, bevor es möglich sei, die deutschen Obligationen auf den Markt zu werfen. Au der anderen Seite will Pomcarö erst nach der Privatisierung der deutschen Schuld räumen lassen Poincare und Briand schienen in größerer Uebereinstim- mung zu sein als zu irgend einer anderen Zeit.

.Parts, 17. Ium DerKanarienvogel*, der gestern abend 17,56 Uhr in Cazeaux, wohin das Flugzeug sich zunächst zum Benzlnfaffen bege­ben hatte, gestartet war. ist zwei Stunden spä­ter in Le Bourget eingetroffen, begrüßt von dem Beifall einer nach tausenden zählenden Menschenmenge, die trotz des seit drei Stunden herrschenden Regens geduldig auf dem Flug­platz ausgehalten hatte Die Flieger wurden, nachdem sie das Flugzeug verlassen hatten, vom Luftschiffahrtsminister Laurent Eynac begrüßt, der sie willkommen hieß und sie im Namen der Regierung zu ihrem glücklich vollendeten Ozean- flug beglückwünschte.

Prag. 17. Juni (Eig Drahtbericht.) Der Präsidial Ehef des DerteidigungsministeriumS General W e i n e r e r, wurde zwangsweise be­urlaubt. Ms Nachfolger wird General Fech genannt Weinerek soll das Gesuch Falouts um

Lotti »zählten nach ihrer Landung, daß sich beim Start in Amerika der Schwanz des Flug­zeuges anfänglich nicht vom Boden erhob Grund Dafür fei Die Anwesenheit des blinden Passagiers gewesen, Der sich am Ende des Flugzeuge- befand. Assolant berichtete dann, tote ihm Arthur Schreiber, der blinde Passagier einige Zeit nach dem Sturm von hin­ten bte Hand auf die Schulter legte, um feine Anwesenheit bekanntzugeben. Er. Assolant so­wohl wie Lesövre seien verblüfft gewesen und beiden sei der Gedanke durch den Kopf gegan­gen. diesen unerwarteten Reisebegleiter über Bord zu werfen. Er. Assolant, habe den b'inden Passagier gefragt, welche Staatsange­hörigkeit er besitze Als der Betreffende am- »ortete, er fei Amerikaner, hielten sie eS für un­möglich, Ihn zuriickzuweisen. Während der gan­zen Fahrt befand sich das Flugzeug in einer Höhe von etwa 900 Metern und die Flieger er- blickten infolge der starken Wolkenbildung nur »Wei oder dreimal das M e e r. Lefevre konnte nur zweimal mit seinen Instrumenten die Richtung feststellen. Der eindrucksvollste Teil des Fluges war die zweistündige Durchquerung eines Sturmgebietes. Während dieses Sturmes wurde die Benzinzufuhr mangelhaft und bte Motoren standen beinahe still. Als die Flieger Die spanische Küste sahen, hatten sie noch 300 Liter Benzin gehabt. Assolant schloß: Daß wir nicht bis Pari- gekommen sind, ist daraus zurückzuführen, daß wir den Kurs ändern mutz­ten, um dem Sturm zu entgehen, und daß wir ein Mehrgewicht durch den blinden Passagier an Bord hatten.

Die Spionageaffiire Zalout

Ein General als Sündenbock.

Prag, 17. Juni «Eigene Drahtmeldung.) Wie der Untersuchungsrichter in Der Spionage- Angelegenheit mitteilte, sei es sestgestellt, für wen Falout gearbeitet und welche Urtunbett er beseitigt habe Der Prozeß wird schon in Der zweiten Junihalste stattsinDen. Selbstvrr- stänDlich würden die Verhandlungen geheim geführt.

Macdonalds Sinti eien für Mmderheiien

London. 17 Juni. <Etg Drahtberichr) In einem Artikel Macdonald's über die Min­derheitenfragen heißt es daß Präsiden: Wilson das Selbstbestlmmungsrecht nur aus Die besiegten Staaten anwandte Auch Elsaß und Saar Dürften nicht unberücksichtigt bleiben Sprache und religiöse Unterschiede seien in Der Gesetzgebung zu beachten Italien iucbe seine neu erworbenen Länder durch iebc mögliche Art der Unterdrückung zu i t a l i e n i. fieren Es ist ein großes Ünglijck, daß bk Bekuanifle des Völkerbundes die Erfüllung oer Pflichten der Staaten ihren Minderheiten gegenüber zu kontrollieren, nicht auch auf alle Staaten wte Italien angewandt worden ist und daß sie. soweit sie bestand tn vrari ge­schwächt wurde Dem sollte ungesäumt ein Ende aemacht werden Stresemann will den Minderhelienschutz noch einmal im Völker-

Volksbegehren von rechts

Teutschnationale gegen Aoungplan. ,

Berlin, 17. Juni In einer Entschließung ses Deutschnationalen Parteivorstandes wird oer Abschluß der Pariser Sachverständigenkon- ferenj als ein Vorgang bezeichnet, der zu den verhängnisvoll st en der deutschen Ge- lchichie gehört Man müsse alle, aber auch alle Mittel versuchen, bte etwa noch geeignet sein könnten, das Inkrafttreten des neuen Vertra­ges zu verhindern Es werde daher die Aus­gabe aller Derjenigen sein, die bereit find, da­durch ihre ernstliche und wirkliche Gegaerschaji oeaen den neuen Akt Der Versklavung zu be-

Anzeioeavrette: ®httelmlf<be ®d<bäft?amelaen Die mtn-Sefle 11 1. ensmitrtto# a,u>ur. 11 *' ssanittienanntgeo die mni-Seik 11 4, «leine »nsetaen aus Lt* «»«w-riitk «leint Sneetge« Die mm-Seile H X aiefUmS die V ^k^nungsbeiräge maerbalb ftbroierigea feg» tto »rment Anil»k.g. »oftlLckk^wSrantwrtW

London, 17. Juni. (Eigener Fur^dienst). Es hat den Anschein, als ob man jetzt in Afgha­nistan versucht, den Kamps um Den Thron friedlich auszutragen. Verschiedene Stämme aus Süd- und Weftasghaniftan haben f ' im Hauptquatier von Nadir Khan zur Wahl eines neuen Königs zusammengefunDen. Der Emir von Kabul hat eine Abordnung religiöser Füh­rer zu Der Konferenz entsandt.

Nach einer anderen Lesart ließ Habib Ullah Nadir Khan den Posten eines Minister-Präsi­denten in einer neuen Zentralrdgierung anbie­ten. Dieses Angebot wurde jedoch abgelehm und umgekehrt Die Abdankung Habib Ul- lahs von Nadir Khan verlangt.

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yaviv Llllatz un Haag verklagt

Budapest. 17 Ium (Eigener Drahtbericht.) Der Budapester Kaufmann Andreas Kampos. der zwanzig Jahre tn Afghanistan gelebt und sich dort ein großes Vermögen erworben halte ist s-tzt nach Budapest zurückgekehrt Bet Den Kämpfen hatte er sich unter Den Schutz Der englischen Gesandtschaft begeben verlor aber trotzDem sein ganzes Vermögen Da6 von Ha­bib Ullah beschlagnahmt wurde Audras Kam- Pos hat nunmehr beim Haager Internationa­len Gerichtshof Klage eingereicht.

für ein Volksbegehren freizumachen, daß unser deutsches Volk selbst vor die Frage stellt ob es Ktnder und Kindesklnder um eines ein^ maligen Linsengerichtes willen itt Rot, Skla- beret und Würdelosigkeit stoßen will." Sollte es mcht gelingen die verfassungsmäßigen Vor- aussetzungen für dieses Volksbegehren ,u schas- len. so ^werden wir, gemeinsam mit allen Gletchgestnnlen, ein Volksbegehren einbringen das Den Widerruf der Kriegsschuld- luge gesetzlich vorschreibt, Der erpreßten Grundlage aller ZwangSdiktate und uns ab- genotigten Verträge."

in ein schwebendes Verfahren eingegriffen habe. Gegen bte Loyalität Der deutschen Regierung könne nicht der geringste Vorwurf erhoben werden. Wenn von einer Trübung und Stö­rung der Beziehungen gesprochen werde, so sei dies nicht auf den bedauerlichen Zwischenfall selbst, sondern auf seine systematische, fort­dauernde

Ausnutzung durch Polen zu Propaganda, zwecken

Dis in die Madrider Ratstagung hinein zurück- zuführen. Solche Vorgänge wie Oppeln seien nicht zu verhindern. Sie würden aber sehr viel weniger Wirkung ausiiben, wenn man es un­terließe sie zum Gegenstand politischer Agita­tion zu machen Außenminister ZaleSki ant­wortete tn versöhnlichem Geiste, um durch eine qegenseittge Verständigung Die Beziehungen zu regeln und die Schwierigkeiten zu beheben. Mit einer kurzen Ansprache erklärte bann der Rats o-äsident Die 55 Ratstagung für geschlossen

bund aufrollen. Jeder, dem die Fortdauer bet Demokratie und die Sicherung des Friedens in Europa am Herzen liegt, wirb ihm Glück I dabei wünschen.

Kasseler Neueste Nachrichten

_________ Kasseler Abendzeitung ------ *

Paris, 17. Juni. (Eigener Funkdienst). Einem Blatt zufolge wurde der blinde Passagier der Ozeanflieger, von diesen nach ihrer Lau- düng auf spanischem Boden im Dunkeln auf Erkundigungen ausgesandt. Dieser habe auf dem Wege zur nächsten Ortschaft zwei Poli­zisten angetroffen, die ihn sofort verhafteten und ins Gefängnis brachten, weil er ei­nem von ihnen gesuchten Pferdedieb geglichen habe. Schreiber, zeichnete zuletzt nach vergeb­lichen Anfklärungsversuchen mit Bleistift auf ein Blatt Papier ein Flugzeug und daneben Namen wie: Newyork, Paris, Affolan etc., worauf Die Polizei die Haft aufhob.

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Sturm un- Uebergewicht

Flug-Erlebnisse über dem Weltmeer.

Paris, 17. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die französischen Flieger Assolant, Lefevre und