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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 139 Einzelpreis: Wochentag, 10 Pfennig. Sonnabend/Sormtag, 15./16. Juni 1929 Einzelpreis- Sonntags 20 Pfennig. 19. Jahrgang

Ritters Mission in Brüssel

Heute Weiterflug Santander-Paris Ronkor-atsaussichten im Landtag

Schutz dem Landwirt!

Hande! um Besatzungs-Millionen

Der letzte Szeanflug geglückt

Mit blindem Passagier und Krokodil.

Santander, 15. Juni. (Eigener 5 Die Landung des FlugzeugesGel

die, um 8

lei

Konferenz

Spannung rNoskau-Lhina

Der Einfall in die Mongolei bestritten.

Dorniers Luftriese für ss^eanflüge

mindestens vierzehn Tag Sie erwarten die Ankunft et: _ Ingenieurs, der Ersatzteil« und einen neuen Motor bringen soll.

bisher schnellste Ueberquerung deS Ozeans sein. Ein Blatt zufolge herrschte ei» starker Nebel, Wind, Regen und vier Stunden lang Kälte. Außerdem zwangen verschiedenttiche Stürme die Flieger von der Dampfer-Linie, abzuweichen und nach Süden den Kurs zu nehme».

Dawes stellt sich London vor

»brüstungsopposttion der Konservativen.

London, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht.) Ge­neral Dawes überreichte heute morgen dem

Pari«. 15. Juni. (Eig. Drahlbericht.) Die Funkstelle von Le Bourget erhielt im Laufe der Rächt ein Telegramm der Station von San­tander. daß derGelbe Bogel" am Freitag ge- gen 23 Uhr gelandet, am Sonnabend um 7 Uhr nach Paris weiterfliegen und gegen Mittag in Le Bourget eintreffen werde. Die Flieger haben in Santander 500 Liter Benzin bestellt. Es bestätigt sich, daß ein vierter Flug­gast. der junge Arthur Schreiber an der Fahrt von Old Orchard teilgenommen hat.

König im Schloß zu Windsor sein Beglaubi­gungsschreiben als amerikanischer Botschafter. Später wird et vom Premierminister empfangen. Außenminister Henderson beglei­tete ihn nach Windsor. Churchill äußerte als Meinung der konservativen Kreise, er würde feine Freunde zum Widerstand gegen Per. einbarungen mit Amerika auffordern, die le­diglich eine zahlenmäßige Herabsetzung der Flottenftärke vorsehen. Wenn die Frage der Gleichheit der Flotienstärke zur genauen Un- tersuchung eines jeden Schiffes, jeder Kanone und jeder Panzerplatte führen werde, so sei es besser, überhaupt kein Abkommen ab- zuschließen. Beide Länder sollten dann lieber ihre eigenen Weg« gehen und im freundWast- lichen Geiste frei und unbehindert in Bezug auf die Flottenfrage handeln.

UH, oatz sie sich an der französischen Küste befände». Das Flugzeug wird von Ka- rabinieres bewacht. An Bord war außer dem blinden Passagier als Fetisch ein lebendiges junges Krokodil. Die Entfernung Old Grchard- Santander beträgt etwa 5300 Kilometer. Die Flieger waren 29 Stunden unterwegs und haben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 180 Kilometer «reicht. Es soll diesdie

Reykjavik. 15. Juni. (Eig. Drahlbericht.) Die larwedischen Atlantik-Flieger haben die Fortsetzung ihres Fluges nach Newyork um mindestens vterzehnTage verschoben, ~ ' me8 deutschen

~funi. (Eigener Funkdienst), ittfl des FlugzeugesGelber Vogel" Uhr abends auf dem Strand von Ohamara, 4 Kilometer von Camillas entfernt, erfolgte, ging normal vonstatten. Die nahen an. daß sie sich an der fron

Briand mutz poirrcarö folgen

Empfang Strefemanns erst In Paris.

Pari», 15. Juni. (Eig. Drahtbericht.) Einem Madrider Korrefpondenten zufolge wird Briand nach einem Besuch bei Sttesernann am Montag abend nach Parts zurückkehren und dort am Dienstag oder Mittwoch den Be­such S tr e se m a n n S erwarten Z. Zt konn­te» sie ihre Unterredung vom Mittwoch nicht weiter verfolgen. Erst wenn Bnand mit Poincars und feinen Kollegen Fühlung ge­nommen habe und über die Bedingungen Bs- scheid wissen werde, unter denen die Debatte über die Schulden und über den SachverstSn- digeybericht vor das Parlament gehen wolle, werde er mit dem Reichsaußenminister die lo- gifchen Folgen des Youngplanes inS Auge fassen können. *

Die belgische Mariforderung bedeutet eine Aufwertung der seinerzeit von Deutschland in Höhe von etnet Milliarde ausgegebenen Mark von ungefähr 40 Prozent. Zu berücksichti­gen bleibt, daß mir seinerzeit die Mark unter Zwangskurs ausgegeben haben, sodaß wir selbstverständlich ähnlich wie bei Rumänien kaum um eine Aufwertung herumkommen wer­den. Es steht ober zu erwarten, daß eine Ver­einbarung zur Zufriedenheit beider Seiten ge­funden werden wird. Die Einbeziehung der politischen Frage von Eupen und Malmedy ist ia schon in Paris abgelehnt worden, wenn auch darüber eines Tages verhandelt werden muß. Hoffentlich gelingt es, andere wirtschaftliche Kompensationen Von Belgien für ein deutsches Entgegenkommen zu erzielen.

London, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Rach Meldungen aus Riga sand am Freitag et»« außerordentliche Sitzung sämtlicher Volks AommiffSre im Moskauer Kreml statt, in der die chinesisch-russische Spannung erörtert wurde Der Außenminister wurde beauftragt, eine neue Note auszuarbeiten, die als eine l e tz t e W a r> ---- --. ---

nnnb an die Nanking-Regierung aufzufaffen weite der Flügel beträgt 48 Meter. Das Flug­

sei. Diese Sitzung beleuchtet die ereste Lage der chinesisch-russischen Beziehungen. Halbamtlich werden die Meldungen über einen angeblichen Einfall von Sowjettruppen in die Mongolei als Gegenmaßnahme gegen die Durchsuchung eines SowjetkonsulatS in China dementiert.

Parlament und Lonkordat

Günstigere Aussichten. Hallung der Opposition.

Berlin, 15. Juni. (Eigener Informations­dienst.) Die parlamentarischen Aussichten für das Konkordat Preußens mit dem Heiligen Stuhl haben sich gebessert. Brauns Erklärun­gen, sobald wie möglich auch Verhandlungen mit der evangelischen Kirche über die endgültige Gestaltung ihr.s Verhältnisses auf- nehmen zu wollen, haben Befriedigung auSge- löst. Ohne eingehende Kommissions-Beratung deS Konkordats-Entwurfes wird eS jedoch nicht abgehen, da in der demokratischen Landtags­fraktion noch nach wie vor eine starke Gruppe prinzipielle Bedenken gegen den Vertrag hegt. UeberdieS wird naturgemäß die Haltung der Demokraten in mehr oder weniger starkem Maße auch von der Haltung der Deutschen Volkspartei diktiert. Abschließendes kann über deren Stellung zum Konkordat noch nicht gesagt werde» Wir halten eS aber für sicher, daß sie schon jetzt als Oppositionspartei ihre Bedenken und Einwände stark in den Vordergrund rücken wird. Es fragt sich also, ob der Vertrag noch vor de» Sommerferien deS Parlaments erledigt wird. Bor Ende Juni kommt er nicht in den Landtag.

Paris, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Die Chicago Tribüne meldet aus Brüssel: Trotz des offiztellen Schweigens sei nach der gestrigen ersten Besprechung zwischen Dr. Ritter und Gutt über die Frage der Marknoten durchgesickert, daß Deutschland die schon auf der Konferenz in Paris aufgestellten belgischen Forderungen, 37 Jahre lang 25 Millionen Goldmark zu bezal)len a b g e l e h n t habe. Dr Ritter habe daraus hin- gewiesen, daß Belgien nach dem Waffenstillstand das deutfche Privateigentum zu Schleuderprei­sen liquidiert habe. Außerdem hätten belgische Spekulanten einen großen Teil der Marlbe- träge, deren Rückkauf Belgien jetzt fordert, erst nachderRäumung durch die deutschen Se- satzungstruppen nach Belgien eingeführt. Dr. Ritter habe alS Maximal-Entschädigung eine Zahlung von 25 Millionen Mark auf die Dauer von zehnJahren angeboten.

Brüssel, 15. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Der deutsche Delegierte Dr. Ritter stattete Ädern Außenminister HymanS einen ab und hatte dann eine etwa vierstün­dige Unterredung mit dem belgischen Unter­händler.

Friedrichshafen, 15. Juni. (Privattelegr.) In etwa 6 bis 8 Wochen dürfte das Riefenflug zeug der Dornierwerke fertiagestelll fein. Bon gut unterrichteter Seite erfahrt man folgende Einzelheiten über das Flugzeug, mit dem die Dornier-Metallbauten ihren 5. Typ geschaffen haben: DaS neue Flugzeug soll hauptsächlich für Ozeanflüge bestimmt feto. Die Spann-

Deutschland hatte früher eine extensiv arbeitende Landwirtschaft. Erst nach dem Kriege erkannte man, daß nur durch inten­sive Bewirtschaftung der Betriebe eine Sten* tabUität und damit eine wirkliche Entlastung möglich ist. Der deutsche Landwirt war bis­her nicht gut organisiert. Er produ­zierte und verkaufte gleichzeitig, während jeder Industriezweig durch Verbände oder auch kar- tellmäßig zusammengefchwssen ist. Während sonst ein scharfer Unterschied zwischen Produ- zent und Verläufer besteht, konnte sich der Landwirt damals nur sehr bedingt auf die ihm angeschlossenen Verkaufsorganisatwnen verlasse» Erst in de» letzten Jahre» ist auch in die deutsche Landwirtschaft ein besserer kaufmännischer Zug hlnelngekomme» Wir den­ke» dabei z. B. an die immer wachsende Or- ganisatton des Scheuer-Konzerns, der, trotz engster Anlehnung an den Staat, einen durch­aus kausmännischenWirtschaftsbetrieb mildem Hauptprodukt des Landwirts, Getreide unter­hält. Der Konzern übt heute schon eine über­ragende Stellung den landwirtschaftlichen Or­ganisationen gegenüber aus, wenn man auch von einer direkten Monopolisierung »och nicht sprechen ton» Von dieser Seite setzt man sich sehr intensiv für eine PrelSveraleichs- aebü hr ein und zwar hauptsächlich zunächst für Weizen. Ob diese Vergleichsgebühr, neben einer kommenden Zollerhöhuna, schon jetzt das richtige ist, wollen wir dahingestellt sein lassen. Wenn Zollerhöhungen offiziell in Aussicht gestellt werden .so müßte man erst das endgültige Ergebnis abwarte» Zweifel­los darf man annehmen, daß auch das Reichs* ernährungsminlsterium bereits entsprechend« Vorschläge ausarbeitet.

lehnte eS ab, über die ReparatwnSkonferen, zu sprechen mit dem Bemerke n, daß der Dele­gierte Lamont Hoover einen Besuch abstatten werde.

Boung« Visite in Rewyork

Newyork, 15. Juni. (Funkdienst.) Bei sei­ner Ankunft mit dem Dampfer Squltenie ueß Owen Boung der Presse schriftlich Mitteilen, daß Morgan dem Pariser Komitee fein Pre- Se verlieh und wer wolle Mitarbeit an dem in Der Reparationsbank leistete. Morgan, so heißt eS in der Erklärmtg. vergaß niemals den Grundgedanke» daß ein wirklicher Er­folg der Sachverständigenkonferenz nur zu er­reichen war. wenn man die polittsche Mascht- nerle der Kriegs- und Nachkriegszeit durch die Mittel der Friedenswirtschaft ersetze. Poung reiste sofort nach Cleveland Wetter, um der Lochzelt feines Sohnes beizuwohnen. Er

Ktoirb mit 12 Motoren zu je 500 PS, tu­nen mit 6000 PS, ausgerüstet, während das größt« Flugzeug bisher nur über 2000 PS verfügt hat (derGraf Zeppelin" hat insge­samt 2250 PS). Das Flugzeug ist in der Lage, eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilo­meter in der Stunde zu erreiche» In dem Flugzeug können 60 Passagiere in den einge­bauten Kabinen, sowie zehn Mann Besatzung untergebracht werden.

-vmenkosiug 6er Schweben verschoben

Von Kurt Paul.

Vor einigen Jahren wurde die Not der deutschen Landwirtschaft als eine Teilerschei« nung im deutschen Wirtschaftsleben angesehen. Heute ist die Situation für diesen, das gesamte deutsche Volk betreffenden Wirt­schaftszweig direkt katastrophal zu nennen. Vor zwei Jahren hat in Hamburg der noch jetzt amtierende Reichswlrischaftsminlster Dr. Eur- tlus die Ansicht vertreten, daß eine Senkung der Zollmauern speziell der deutschen Land­wirtschaft zu vertreten sei. Derselbe Minister hat sich vor einigen Wochen grundsätzlich für eine Erhöhung der jetzt bestehenden landwnt- fchaftlichen Schutzzölle erklärt. Die Landwirt­schaft fordert seit Jahren Zollschutz, sie fordert erhöhten Zollschutz, analog der Verschlechterung ihrer Lage. Ganz zweifellos liegt in der Er­richtung hoher Zollmauern mit einer der Kern­punkte zu einer generellen Besserung jedes Wirtschaftszweiges. Niemand wird heute der deutsche» Landwirtschaft ben geforderte» Schutz versage» Aber wir glauben, daß zum mindeste» in einer abermaligen Erhöhung der Zollmauern nicht allein das Mittel zur Besse­rung der landwirtschaftlichen Belange gefun­den werden kann.

Daß sich die Situation in der Landwirt­schaft gerade in den letzten drei Jahren trotz Sünftiger, z. T- sogar sehr günstiger Ernten er- eblich verschlechten hat, liegt tiefer. Von allen deutschen Wirtschaftszweigen ist die LandwlN- schäft am meisten vorbelastet. Die Verschul­dung beträgt heute ungefähr 50 Prozent mehr als vor dem Kriege, dabei war die Landwlrt- chaft vor dem Kriege zollmäßig besser ge» chiktzt als heute, sie war außerdem, volkswlrt- chaftlich betrachtet, reicher; denn ein großer Teil der abgetretenen Gebiete ist reines Agrar­land. Die Landwirtschaft konnte in der Infla­tion ebenso wie der Hausbesitz Hypotheken ab« stoßen, durch ben Krieg wurden der Landwlrt- fchaft zunächst bessere Vorbedingungen gegeben, die nicht immer universell für Deutschland den entsprechenden Nutzen brachten. Die Schaffung der Rentenmark hat bann die erste Neuvorbelastung gebracht. In ben Jahren der Inflation, als Deutsch­land noch nicht entsprechende Handelsverträge mit den anderen Staaten abgeschlossen hatte, Wurden von Großlnteressenten Lieferungsver- träge auf Getreide abgeschlossen, die zum Teil wesentlich günstiger waren, als es bei her deut­schen Landwirtschaft möglich war. Rußland und Polen führten auch weiterhin so erheb­liche Mengen an Brotgetreide ein, daß es sich vielfach für den deutschen Landwirt nicht mehr lohnte, zu einer Vergrößerung der Anbau­fläche überzugehen, um durch erhöhten Anbau mengenmäßig den Ausgleich zu bringen. Viel­leicht ist in dieser Vernachlässigung mit ein Teil der heutigen Misere begründet.

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