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ganze Viertel der dortigen Lagerschuppen Kaieinrichtungen mit Vernichtung bedroht.

Die heutige Nummer umiatzl 16 Seite«

das und

Sin neuer Srenzzwffcvenfall

Warschau, 7. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt behauptet, daß am 4. Juni ein pol­nischer Grenzposten an der polnisch-litauischen Grenze in eine Falle gelockt und dann gefangen genommen und über die Grenze geschafft wor­den sei.

Erschließung neuer Quellen, Licht auf viele Dinge wirft, die bisher um Hamsun dunkel Ware«.

Die Geliebte

-es Generalftabsspions

Die Tschechen fahnden aus Frau von Wolffen.

Prag, 7. Juni. (Eigener Funkdienst). Der Generalstabs-Spion, Kapitän Falout, hatte eine Verbündete; er war der Geliebte, vielleicht auch das Opfer einer internationalen Spionin. Nach mühevollen Erhebungen ge­lang es, festzustellen, daß die VerbindUT zwi. scheu Falout und der Spionagezentrale der fremden Macht von einer Frau aufrecht er­halten wurde. Falout fuhr von Dresden nach Prag bis zur tschechischen Grenze in Beglei. tung einer Dame. Die Personalbeschreibung des Chauffeurs patzt auf die in Fachkreisen ge- fürchtete Spionin Charlotte von Wolffen, eine auffallend schöne und elegante Dame. Dar. auf wurde in Prag eine Razzia veranstaltet, wie sie in einem derartigen Ausmaß in Prag noch nie durchgeführt worden. Fünfhundert Detektive durchstreiften in den letzten vierund­zwanzig Stunden sämtliche Vergnügungslokale, Restaurants und Kaffeehäuser und überwachten selbst die Bahnhöfe und sämtliche Postämter. Zweitausend Polizisten hatten Befehl, nach der eleganten Frau Ausschau zu halten, bisher freilich ohne Erfolg.

Großfeuer bei Karstadt

Wieder ein Brandunglück in Hamburg.

Hamburg, 7. Juni.

Auf der Veddel in Hamburg am Georgs- Wärder-Damm, demjenigen Bezirk des Ham- burger Hafens, der durch die Phosgenkata­strophe am 20. Mai vorigen Jahres und durch ein gewaltiges Brandunglück am 13. August innerhalb eines Jahres zu einer traurigen Berühmtheit gelangt ist, brach gestern nachmit­tag wiederum ein Großfeuer aus. Es ent­stand in dem großen Möbellager der Einheits- preis-Akt-Ges. Rudolf Karstadt und durch eine gewaltige Flammenentwicklung wurde

de« Eindruck zu tttoetfe«, <51 have er noch

Mithelfer,denn Staaten er nicht nennen könnte

In LmwgeS, der durch ihre Keramik be­kannten Industriestadt, hat der Prozeß, beson- ders unter der Akbeiterbevölkernng,

eine wahre Revolution hervorgrrrrsen.

Da eine riesenhafte Volksmenge sich jeweils ein- fand, wenn der Angeklagte zu den Verhand­lungen transport iert wurde und ins Unter­suchungsgefängnis zurückkehrte, war eine klei­ne Armee mobilisiert. Während der Verhand­lungen war das Gerichtsgebäude dauernd von einer wütenden Volksmenge umlagert,die Ver­wünschungen auf Baralaud ausstieß. 250 Mumzipalgarden zu Fuß und 90 zu Pferd hielten die Ordnung aufrecht.

In dem Prozeß sind über 100 Zeugen ver­nommen worden. Die Aussagen drehten sich zum größten Teil um die Versuche des Ange klagten, sein Alibi zu beweisen, die meist fehl­schlugen. Das Urteil steht noch auS.

Verantwortlich Mr Politik: Rau: Mr den lo­

kale» und Hetmatteil t. B. Ed. Schnlz-Kcikel: sür das Feuilleton: German M. Bonau: Mr Handel und Svort: Kurt Paul: Photoredakteur Eduard Schul»-Leftel: Mr den Anzeigenteil: Konrad Wachsmann, Druck und Verlag: Kasseler Neueste Nachrichten. G- m. 6. H., Kastel.

Noch eine SchiffRatastrophe.

London, 7. Juni. Rach einer Meldung auS Schanghai ist das amerikanische Flagg­schiffLuzon" in der Nähe von Wusung auf einen Felsen gelaufen. Hierbei erhielt es ein grohes Leck und begann sofort zu sinken, so daß die Besatzung das Schiff verlassen mußte.

Auch eine Kritik.

Der Pastor eines großen Dorfes hatte die vortreffliche Kapelle eines Badeortes zu einem Streichorchesterkonzert in feinem Ort gewon- neu. Das Konzert war gut besucht, und wäh­rend der Pause machte er einen Ruadgang durch den Saal, um sich zu erkundigen, wie es de« Bekannten gefällt. Da kommt er auch bei dem Bauern Dörge vorbei, sagt ihm Gu­ten Tag und fragt ihn, was er von dieser Musik halte. Der Gefragte aber, der an die Pauken und Trompeten der Dorfmusikanten gewöhnt war, schüttelt mißbilligend den Kopf und meint enttäuscht:Jo, Herr Pastor, ick dacht denn doch, dat wurd en bäten düller gohn!"

Jas Schicksal derUgo Mara

Don 700 Passagieren bisher nur zehn gerettet

Letzte Depeschen

Der Graf

als Schmugglerkönig

Beschlagnahmte Sektkisten in Rewyork.

Paris, 7. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Aus Rewyork meldet ein Blatt, daß der dem französischen Hochadel angehörende Graf Polig- nac gestern im Savigny-Hotel verhaftet wor­den sei, »eil in feiner Wohnung sieben Kisten mit Champagner (168 Flaschen) ausgefunden worden sind. Gleichzeitig seien 36 weitere Verhaftungen vorgenommen wor­den. Der Graf wird beschuldigt, an der Spitze einer Alkoholschmuggelbande zn stehen, die vor allem die Rewyorker Gesellschaft mit Alkohol versorgt hat. Er wird nach einem Verhör gegen Stellung einer Kaution von 25 000 Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt. Er bestreitet die Anschuldigungen und behaup­tet, Vertreter einer Sektfirma in One- beck zu fein. Die beschlagnahmte Settmenge sei zu seinem persönlichen Bedarf während der Ueberfahrt nach Paris bestimmt gewesen.

Von sowjetruflischen Stellen wird die Kata­strophe sensationell kommentiert und hervorge­hoben, daß erst im vorigen Monat ein japani­scher Dampfer mit russischen Fischern an Bord im gleichen Gebiet unter seltsamen Umständen untergegangen sei. Man behauptet von den Japanern, daß sie die russischen Fischer ein» schüchtern wollen, da sie selbst Fischereikonzes- stonen in den Kamtschacka-Gewäflern besitzen. Die japanischen Blätter bringen auch tatsächlich Schreckensnachrichten Über die dortigen Schif- fahrtsbedingungen.

Das Feuer ergriff mit rasender Gewalt die zurzeit im Lager aufgestapelten Eelluloid- Spielwarenvorräte, die binnen kurzer Zeil in dem riesigen Flammenmeer versanken. Der etwa 100 Meter lange Lagerschuppen ist zum größten Teil zerstört. Den auf Isolierung des großen Brandes gerichteten energischen Be­mühungen der mft 25 Rohren arbeitenden Hamburger Feuerwehr gelang es, die benach­barten Schuppen und Hasenanlagen zu schützen und des Feuers nach dem Ausbrennen des Gebäudes vollkommen Herr zu werden. Jede Gefahr sür andere benachbarten Teile des Hamburger Hafens ist als beseitigt anzusehen.

Die Rudolf Karstadt-Att.-Ges. erleidet durch die Vernichtung dieses Lagers, aus dem die werwollen, für die Epa-Geschäfte bestimmten Möbel erst vor kurzem entfernt worden waren, keinen besonderen Verlust, da der Schuppen gegen Brand mit 2 Millionen Mark versichert war Ueber die Entstehung des Grotzfeuers ist zurzeit noch nichts ermittelt worden.

Drei Opfer eines HanSbrandeS.

Bochum, 7. Juni.

Im Haufe Bielefelder Straße 100 in Holsterhausen bei Wanne brach in der Droge­rie Kneift ein Brand aus, der das Haus ein­äscherte. Der Drogeriebesitzer Hermann Kneift und die Geschwister Anton und Cäcilie Gulez im Alter von 15 und 13 Jahren fanden den Erstickungstod.

Immer noch Flammen um -en Vesuv

Gestern abend wieder ein stärkerer Ausbruch.

Neapel, 7. Ium. (Eigener Drahtbericht.) Die Ausbruchtäiiykeit des Vesuv hatte schon erheblich abgenommen, sodaß die beängstigten Einwohner der Besuvgemeinden sich wieher in ihSe Häuser begeben konnten. Die Bittprozes- sionen werden eifrig fortgesetzt. Donnerstag abend kam der Vesuv jedoch plötzlich w i e- der in Tätigt ei t Es erfolgten Aus­brüche aus dem in riesige Flammen gehüllten Gipfel. Nach Mitteilung des Direktors der Vesuvwarte ereigneten sich den ganzen Abeno über Eruptionen mit Auswurf von glübender Lova. Auch kleinere flüssige Lavamengen zei­gen sich.

Im halb erloschenen Vulkan von Pozzuoli bei Neapel wird seit Dienstag eine gewisse Tätigkeit bemerkt. Seit der Verschärfung des Vesuvausbruchs steigen auch hier größere Mengen von Dämpfen und Schwefelgasen auf.

Opfer der Gprengpaitone

Stockholm, 7. Juni. (Funkdienst.) In einem Eisengeschäft in Alvesta platzte beim Verlaus einer Sprengpatrone diese auf dem Ladentisch, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Infolge der Erplosion brach Feuer aus, durch das drei Ladengehilsen schwere Brandwunden erlitten. Sechs Perso­nen kamen in das Krankenhaus.

Gin Rioson-iamant gefunden

London, 7. Juni. In Minas-Geraes (Bra­silien) wurde ein großer Diamant von rosen­roter Farbe gefunden, der in seinem Werte nur dem bekannten DiamantenSeestern" nacksteht Er wiegt 111 Karat und dürfte einen Wert von 2% Millionen Mark repräsentieren. Die Finder des Diamanten verkauften ihn für zweitausend Pfund (40 000 Mark). Bon einer Antwerpener Firma liegt jedoch schon ein An­gebot von 8500 Pfund (170 000 Mark) vor.

(wobei man an russische Randstaaten, Balkan­länder, Orient oder Südamerika denken kann) werden durch dasGerücht", daß eines gegen das andere znm Krieg rüste, gegeneinander­gehetzt, weil englische Industrielle in dem einen Land Bergwerke und Fabriken haben und gern noch einen Teil des industriefähigcn an­deren Landes dazu haben möchten. Die eng­lische Regierung muß mitmachen, weil ein Ka­pital von mehreren hundert Millionen Pfund eS so will. Alles geht gut und schnell,nur" ein paar tausend Soldaten fallen, ein fried­liebendes, edelrassiges Bergvolk wird zugrunde gerichtet, dasSiegervolk", ftiedlich tote die Besiegten, begibt sich in völlige Abhängigkeit der großen Bundesgenossen England und Frankreich, (worunter man ebensogut jede an­dere europäische Großmacht, Amerika natürlich eingeschlossen, verstehen kann). Hauptsache ist, daß bei dem Krieg die ängstlichen Aktionäre der kolonialen Fabriken abspringen und die Draht­zieher am Ende alles in Händen haben, wo­durch dieOrganisation vereinfacht" wird. Wenn schon das Theater Zeittheater sein soll, so ist es hier an den richtigen Stoff gekommen. Denn hierredet nicht mehr dumpfig-parteipoli« ttscke, sondern weltanschauliche Tendenz. Ge­sundes Empfinden enttarnt den Wirtschafts­krieg als eine unlebendige Machinatton, die er ist.

Kunst und Wisse»

** Ausstellung für Künstler, di« auf dem Lande leben. Am 1. Juli wird im staatlichen Kunstgebäude in Stuttgart die bis zum August währende erste große Kunstausstellung deS Landbundes bildender Künstler eröffnet. Zur Beteiligung sind alle Künstler Deutschlands zu­gelassen, die auf dem Lande leben. Jeder Künst­ler darf sich mit drei Arbeiten, je einer aus dem Gebiete der Malerei, Plastik und Graphik be­teiligen.

** Opernkrise in Wien. Der künstlerische Leiter der Wiener Staatsoper, Franz Schall, ist zurückgetreten. Die Gründe dieses Rück­tritts stehen ursächlich im Zusammenhang mit dem augenblicklich am Burgtheater ausge- kämpften Konflikt des künstlerischen Personals aeaen die neue Betriebsordnung der 35er» wattung Der Hauptgrund für Schalks De- Mission ist, daß von Seiten der Verwaltung der Versuch gemacht wurde, durch Aendernngen der Dienstvorschriften dem Generaldirettor, der lediglich verwaltungstechnische Kompetenzen hat, auch gewissen Einfluß auf die kunstleri- schen Betriebe zu verschaffen, «schall hatte sich im Sommer 1926 nach eingehenden Beratttn- gen eine Gewähr für die künstlerischen Ent­scheidungsmöglichkeiten zusicher« lassen. ~urd) die neue Betriebsordnung, die Schall erst ein Vierteljahr nach ihrem in Kraft treten zu Ge­sicht bekam, wurden die für schcckks künstleri­sche Betätigung unerläßlichen Voraussetzun­gen hinfällig gemacht.

** Franz Lehar schreibt Tonfilmmnfik. Franz Lehar wird in diesen Tagen nach Holly­wood reifen, wohin er verpflichtet ist, um die Musik für einen TonfUm zn schreibe«.

** Moisst geht zum Tonfilm. Alexander Moiffi der auf seiner Tournee in den sud- amerikanischen Hauptstädten außergewöhnlichen Erfolg hatte, ist über Chile und Peru durch den Panama-Kanal nach Rewyork gereist. Moisst wird noch längere Zeit in Rewyork bleiben, da er für die Herstellung eines großen

kette« gemacht habe. Der Zeuge gibt an, daß Gartner in der Tat materielle Forderungen ge- stellt habe. Auch den Ankauf einer neuen Woh- nung habe er von ihr verlangt. Die Köchin der Frau Mac Garvey-Gartner gibt an, daß ihre Herrin sich sehr vor ihrem Mann gefürch­tet habe. In Uebereinstimmung damit berich­tet eine Portiersfrau, daß Gartner einmal der Prinzessin Mouheb den Hut vom Kopfe gerissen und die Prinzessin auf der Treppe mit Faust­schlägen mißhandelt habe. Alle diese betasten­den Einzelheiten verfehlen ihren Eindruck auf das Auditorium nicht.

Der Fall Baralaud.

Ei» sensationeller Mordprozetz in Frankreich.

Paris, 7. Juni.

Wohl selten hat ein Mordprozetz in der französischen Provinz so viel Aussehen erregt, als der jetzt vor dem Schwurgericht m L-mo- ges zu Ende gehende Prozeß gegen den in den dreißiger Jahren stehenden Fabrrkantensohn Charles Baratand. Barataud hat der An­klage zufolge im Januar 1928 den Chauffeur Saure, den er zu einer Ueberlandsahrt bestellt hatte, seine Villa zu besuchen. Offenbar hatte Fluß, die Varogne, geworfen. 1300 Franken die der Chauffeur bei sich trug, sind geraubt worden. Einige Tage darauf hat Baratand, schon in Untersuchungshaft, seinen Freund Bertrand Peynet erschossen, als er von dem Untersuchungsrichter die Erlaubnis erhalten hatte, seine Villa zu besuchen. Offenbar hate Baratand die Aussage von Peynet zu furch- ten Barataud wollte zunächst Peynet zum Selbstmord überreden, hat dann jedoch Peynet selbst erschossen. Als Barataud sich oann selbst erschießen wollte, hat angeblich die Waffe versagt.

Die Begleitumstände des Prozesses sind äußerst mysteriös; im Laufe der 1^-tahrigen Untersuchung hat Barataud zwet Fluchtversu­che und itoet Selbstmordversuche gemacht, die allerdings ziemlich harmloser Natur waren Seine Aussagen trugen stets den Stempel des Geheimnisvollen und waren dazu bestimmt,

Tonfilms verpflichtet wurde. Auch für das nächste Jahr ist ein mehrmonatiger Gastspiel- vertrag nach SüdamerUa von ihm abgeschlossen worden.

** Ein Theater für 40 000 Zuschauer. Ein Riesentheater wird in Atlantic City in Nord- amerika gebaut. Das Theater soll 40000 Sitz­plätze erhalten und die Bühne kann 1500 Mit­wirkende fassen. Die Baukosten sollen rund 5 Millionen Dollar betragen.

** Eine Wiederaufrollung des PilatuS- Prozeffes. Unter den amerikanischen Juden hat sich auf Anregung des Jndustriemagnaten Salomon Schweiber aus Denver ein Komitee gebildet, das eine Nachprüfung der gefchicht- aeschichtlichen Quellen prüfen und den Prozeß durchführen will. Es foll ein Aeltesten Rat von 71 Gelehrten einberufen werden, der die Vorgeschichte des Prgzesses gegen den Raza- rener vor dem Stadthalter PflatnS nach den geschichtlichen Duellen prüfe« und den Prozeß selbst rekonstruieren foll.

* Ein Lehrgang für Tanz, Musik und Laienspiel. Die Fichtegesellschaft e. D. veran­staltet in der Zett vom 8. biS 27. Juli in ihrem Vokkshochschulheim im Johannisstift in Spandau einen dreiwöchentliche« Lehrgang für Tanz, Musik und Laienspiel. Der Lehrgang steht unter der Leitung von Dr. Werner Plei­ster. Durch Vorttäge und Uebungen unter der Leitung verschiedener Führer der Mustkbewe- gung, des Volkstanzes und des Laienspiels werden alle bedeutenden Richtungen und Ar­beitsweisen ans diesem Gebiete zur Geltung kommen. ,, _

** ©ine Snnt Hamsun-Biographie. Im Albert Langen »erlag erscheint anläßlich des 70. Geburtstages von Knut Hamsun eine Bio­graphie von Professor Walter Berendsohn Knut Hamsun, das unbändige Ich und die menschliche Gemeinschaft". Das Buch Berend- sohns ist ebenso wie feine bekannte Selma Lagerlöf-Biographie keine bloße Aufzählung von Hamsuns Werken und zufällig bekannt ge­wordener Einzelheiten auS dem Leben des DichterS, sondern eine packende Schilderung von HamsunS Lebe« und Schicksal, die durch

Schanghai, 7. Juni.

lieber das furchtbare Schiffsunglück in den Gewässern um Kamtschatka (über das wir gestern kurz berichteten), werden jetzt folgende EinzÄheiten bekannt:

Der japanische DampferUgo Marn" rührte mit 43 Mann japanischer Besatzung für russische Rechnung 700 russische Fischer nach Kam- tschatka. Von den an Bord Befindlichen wur­den biher nur 10 Mann der Besatzung gerettet. Alle anderen sollen umgekommen fein. Die Ur­sache des Unglücks war eine Oelexploflon. Da die Rettungseinrichtungen des Schiffes unzu­länglich waren, entstand eine Panik an Bord. Viele Passagiere sprangen ins Meer. Die hin­zueilenden drei japanischen Dampfer haben an­geblich nur geringe Bergungsversuche unter­nommen und dadurch feien die Schiffbrüchigen, die sich auS den Flammen 3« rette« versuchten, | sämtlich ertrunken.

Die Helfer im Auto avgestürzt

Madrid, 7. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) In Villa San Jurjo in Spanisch-Marokko ex­plodierte ein großes Benzinlager u. tief einen großen Brand hervor. Ein Militärlastkrafttoa» ncn, der zur Hilfeleistung herbcieilte, stürzte einen Abhang hinunter. Dabei wurde ein Offizier und 21 Soldaten schwer verletzt.

Der prozetz Gartner

Immer neue belastende Zeugenaussagen.

Wien, 7. Juni.

Im weiteren Verlauf des Wiener Mord- Prozesses tritt unter lebhafter Bewegung des Saales Frau Gartner-Hamilton, die Witwe des Petroleumsmagnaten Mac Garvey, an die Zeugenbarriere. Sie spricht das Deutsche mit englischem Akzent. Sie habe den Angeklagten tm Juli 1927 kennengelernt und ihn aus An­raten ihrer Stieftochter, der Gräfin Zeppelin, geheiratet. Zu Differenzen ist es sehr bald ge­kommen, als er sie um eine Entschädigungs­summe für feine erste Frau anging. Um des lieben Friedens willen habe sie ihm schließlich das Geld gegeben. Späterhin hätten sich über­raschenderweise Leute bet ihr gemeldet, bei denen Gartner Schulden hatte; das habe zn neuen Zerwürfnissen zwischen ihnen geführt, um so mehr, als Gartner gewisse Summen, die sie ihm zur Schuldentilgung be­willigt hatte, nicht dasür benutzt habe. Sie habe schließlich namhafte Summen bezahlt, um Gartner zu rangieren. Die Versöhnung zwi­schen ihnen sei aber eine mehr äußerliche ge­wesen und sie hätten schon gleich nach ihrer Rückkehr von der Hochzeitsreise an die Riviera getrennt gelebt, lieber seine Liebe zur Prin­zessin Djidji habe Gartner sie selbstverständlich nicht unterrichtet; im Gegenteil habe er Wert darauf gelegt, daß Djidji und ihre Familie bei der Trauung mit Frau Mac Garvey anwesend waren.

Der nächste Zeuge ist der Rechtsvertreter der Frau Mac Garvey, den der Vorsitzende fragt, ob Gartner ihr bet der Scheidung Schwierig-

Marburger Festspiele

Die Rolleubesetzung desTell".

Man schreibt uns: Die Marburger Fest­spiele sollen am kommende« Sonntag begin­nen. Die Vorbereitungen lassen erkennen, daß mit Ernst und Fleiß daran gearbeitet wird, eine würdige, festspielmätzige Aufsührung zu- stände zu bringen. Was erwartet werde« darf, lehrt ein Blick auf die Liste der Schau­spieler, die von der Regie für die Tellaussüh- rung verpflichtet worden sind. Außer Friedrich Kaytzler, der die Rolle des Wilhelm Test übernommen hat, finben wir von Mitgliedern der Berliner Bühnen den ausgezeichneten Werner Hollmann, der den Getzler spielen wird, ferner Jacob Sinn von der Berliner Volksbühne als Melchthal, Margarethe Reff vom Berliner Staatstheater als Gertrud, Marte Hein von der Berliner Volksbühne als Berta. Diese Berliner Kräfte finden ausge- zeichnete Gegenspieler in Karl Ebhardts (vom Kasseler Staatstheater) Stauffacher und Franz Nelkel von den Münchener Kammerspielen, der den Rudenz spielen wird.

Die ersten Proben habe« von neuem die hervorragenden, akustischen Eigenschaften des Festspielhauses erkennen lassen, sodaß man der Fellspielpremiere vom 9. Juni mit großer Spannung entgegensieht.

. R. Munro:Das Gerücht"

Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus.

Dies aus dem Englischen übersetzteZeit­stück", welches in unbarmherziger Deutlichkeit den Zusammenhang privater Kapitalinieressen mit scheinbar rein politischen Erscheinungen wie nationale Erregung, Stieg, Pressemeldun­gen, Friedenschlüflen und Verträgen entlarvt, ist ein Zeittheater, ein ,Dendenz"-Theater. das man sich gefallen läßt. Zweiöstliche Länder"