Meier Neueste Nachrichten
_______________Weier Abendzeitung ega Hessische Abendzeitung
Hnietgerordfe:
Verlos und $>tm
Nummer 122
Einzelpreis; Wochentags 10 Pfennig.
Montag, 27. Mai 1929
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig.
19. Jahrgang
Ringen um Schachts Unterschrift
rvahlausfall gegen Belgiens Sozialisten — Ltinnesprozetz und wetterscha-en
Mussolini wird wieder scharf
Schacht bleibt fest
Wolkenbruchschauer über Wien
Differenz zwischen den beiden Zahlen-
waren.
Dank und Einheitsfront der Kolonialpioniere
umten.
ebenso find leichte
Fortschritt« der Katholiken in einigen Wahlkrei-
len ergibt sich, da lich fünf Sitze gen
wie hat Belgien gewählt?
Sozialistrnstimmen im Rückgang.
ie£!nar^l.ung genommen; gleichzeilig .bte Alliierten unter sich beraten. Die ischen Delegierten ver- llgischen Markforderunstehen sich immer noch
^"unterzeichnen, wenn ihr°söwoh7'Ansicht'
die Ereignisse f und manchmal ohne
v 'sine Entscheidung darü- bet, ob man zu einem einheitlichen Bericht kommen kann oder ob man es bei g e trenn»
Brüssel, 27. Mai. (Funkrelegramm.) Aus den bekannt gewordenen Zahlen der SonnragSwah-
Auch der „Klaffenkampf" verboten
Halle, 27. Mai. (Privattelegramm.) DaS kommunistische ,an „Der Klassenkampf" wurde vier Wochen verboten wegen eines Aufsatzes, in dem zur allgemeinen Bewaffnung aufgefordert wurde.
die mangels schöpferischer Kraft keine Ereig- Nisse hervorbringen, d. h. keine Geschichte ma- chen können und sich nachher rächen, indem sie ohne Sachlichkeit darstellen. Der
gange« sind. Der Partei der Front- kämpser gelang es, ihre Stimmenzahl zu verdoppeln. Die Kommunisten behaupten ihre Stellung.
die Stadt nieder und machte jeden Passanten- verkehr in den Straßen unmöglich. Der Stra- tzenbahnverkehr wurde auf längere Zeit lahm-
Kein Manvat für Gupen-Malmeb«
Köln, 27. Mai (Privaltelegramm). Laut Pressenotiz hatten die belgischen Wahlen in den Kreisen Eupen-Malmedy «nd St. Bith folgendes Ergebnis: Von 17 200 Wahlbe- rechtigten haben stimm, 14188. Es erhielten Christliche Volkspartei 7473, Sozialisten3349, Katholische Union 2622, Liberale 671, Kom- umsten 73. Die für ein Mandat erforderliche Stimmenzahl ist also in den drei Kreisen von keiner Partei erreicht worden.
Brüssel, 27. Mai. (Privattelegramm). Die SonntagsWahlen für Kammer und Senat nahmen sowohl in Brüssel wie auch in der Provinz einen ruhigen Verlauf. Die Wahl- lokale waren um 8 Uhr morgens bis ein Uhr nachmittags geöffnet
Der Geist ist willig
Herriots Bekenntnis zur Annäherung.
Zürich, 27. Mai. Bei einer Matinee in der Tonhalle bekannte der frühere französische Mi-
Wien, 27. Mai. (Privattelegramm). Sonnabend nachmittag fetzte ein Unwetter mit »wo' kenbruchartigem Regen ein. Es fielen erbsengroße Hagelkörner. Ein derartiges Unwetter hatte Wien feit der elementaren Katastrophe am 7. Juni 1894 nicht mehr erlebt. Der Hagel ging eine dreiviertel Stunde lang auf
Die Spitzen-Organisation der kolonialen deutschen Verbände, hinter der hunderttausende deutscher Männer und Freuen stehen, dankt Ihnen für Ihr entschiedenes Eintreten für die Wiederbeschaffung einer ausreichenden eigenen Rohstoff-Basis. Die Herausstellung dieser deut- scheu Lebensnotwendigkeit aus sachverständigem Munde vor aller Welt in diesem wichtigen Augenblick ist eine mutige Tat. Wir verfolgen, frei von jeder parteipolitischen Bindung Ihre weiteren Schritte mit größter Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wurde ein Huldigungs-Telegramm an den Reichspräsidenten gerichtet.
Paris, 27. Mai. (Eigene Drahtmelduna.) haben die Deutschen mit dem Vorsitzenden Owen Young und den englischen haben den..Fühlung genommen: aleiwzeirta französischen und "belgischen handelten über die bel " gen. Die Auffassungen
Auf der 'einen^eH'e'beharrt deutsche Delegation energisch auf den Zif. tierffpifon aus der anderen Seite
versteifen sich die Glaubigervertreter aus ihr Memorandum. Die M
Hannover, 27. Mai. (Privattelegramm.) Die | Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft, in der sämftliche koloniale Verbände sowie zahlreiche Wirtschaftsunternehmen Deutschlands bereinigt sind, beschloß einstimmig an Dr. Schacht, in Paris nachstehendes, von Gouverneur a. D. Dr. Seitz unterzeichnetes Telegramm zu richten:
anvertrauten Kolonien entgegen Völker- bundssatzuug und Versailler Diktat ihren eigenen Besitzungen einzuverleiben.
Derartige Absichten habe England auf Deutsch-Ostafrika und die Südafrikanische Union aus Südwestafrika. Deutschland erhebe dagegen schärfste Verwahrung. Gleiches müsse vom Völkerbund erwartet werden, der als Hüter der Mandatssystems eingesetzt sei. Es genüge aber nicht die Abwehr solcher Einverleibungsbestrebungen. Deutschland müsse wieder seinen positiven Anteil an der überseeischen Kolonialarbeit erhalten, wie es auch Dr. Schacht in Paris gefordert habe.
Paris, 27 .Mai (Funkspruch.) Did schwer, Konferenzkrise wird schon rein äußerlich va- - ' . . delegierten
.1 am gestrigen Sonntag keine Ruhe gönnten Die Vertreter bet Gläubigermächte traten kurz vor Mittag zusammen. Da eine schristli- che Mitteilung Dr. Schachts nicht vorlaa be- gnugten sie sich mit einem Bericht des Ko nie- renzvorsitzenden Owen Young über seine mit Dr. Schacht geführten Besprechungen. Nach tlncm Meinungsaustausch wurde Owen Youno beauftragt, biefe Besprechung mit Dr. Schacht Aoung traf denn auch schon kurz nach Mittag u. abends nochmal mit Dr. Schacht zuiammen Anscheinend gehen die Bemühungen Owen Young dahin, Dr. Schacht, wenn er chon von seinem Standpunkt nicht abzubringen ,st, .wenigstens zur Mitunterzeichnung eines 9crid,teS »u bewegen, in dem die putsche Delegation erklären könnte, daß sie thte Zustimmung zu den Owen-Yonng Zisfern ber Annahme der Vorbehalte die Alliier, len abhailgig mache.
Deutschland bedürfe auch sicherer Absatzgebiete und weiteren Betätigungsraumes für seine wachsende Bevölkerung.
Es fei keineswegs dasselbe, ob man eigene Kolonien habe, oder nur in fremden Kolonien sich wirtschaftlich betätigen könne. Tas übervölkerte Deutschland, das zur Erhaltung (einer Bevölkerung alljährlich für viele Milliarden Mark Nahrungsmittel und Rohstoffe vom Ausland einführen müsse, bedürfe einer Er- Weiterung feiner zu schmalen Boden- fläche durch überseeischen Besitz. Die Erkenntnis davon bringe in den Nöten der Zeit, die wesentlich mit auf der unzureichenden Roh. stoffbasts und der Schwierigkeit des Absatzes deutscher Jndustriewaren beruhten, allmählich I auch in solche Arbetterkreise, die aus einer falschen Ideologie heraus gegen Kolonialpoltitk eingestellt gewesen seien Eine Befriedigung der deutschen kolonialen Lebensnotwendigkeit sei eine Voraussetzung für die von uns dringend gewünschte und im gleichmäßigen Interesse aller Nationen liegende dauernde kried- licsse Verständigung unter den Völkern. Die Gedankengänge fanden ihren Niederschlag in mehreren Entschließungen.
Nur türkische Erzeugnisse für bas Herr
Konstantinopel, 27. Mai. (Eig. Funkdienst). Die türkischen Industriellen haben bei der Regierung ein Gesetz beantragt, wonach das tür* tische Heer, die Polizei und die Gendamerie verplfichtet fein sollen, ausschließlich türkische Industrie-Erzeugnisse, vorr allem Tez^ilwaren. zur Verwendung zu bringen.
nisterpräsivent Herriot zur Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich, wie sie durch Stresemann uno Briand erfolgreich begonnen wurde und auch auf wirtschaftlichem Gebiet auszubauen. In den letzten Jahren seien durch ______,_________,„llv w
große internationale Kartell-Bildungen die durch gekennzeichnet daß sich die Grundlagen zu einer umfassenden Organlsati- selbst am gestrigen Sonntag keine on der europäischen Wirtschaftspolitik aeleg.
Hannover, 27. Mai. Bei Eröffnung der Tagung der deutschen Kolonialgesellschaft hob Präsident Gouverneur a. D. Seitz u. a. hervor, daß die Gesellschaft auf dem Gebiete des kolonialen Schulwesens und auf dem Gebiete charitativer Tätigkeit und zwar unter verdienstvoller Mitarbeit der Frauenvereine gewirkt habe. Der Redner tarn bann auf die schwierige Lage der Kolonialdeutschen zu sprechen und hob hervor, daß die Deutsche Kolonialgesellschast bei Regierung und Reichstag gegen den Para- «en 10 der Mandatssatzungen Protest erhöbe, denn dieser Paragraph, der von den Miierten Deutschland gegenüber in Anwendung gebracht werde, l-ruhe nicht auf Rechtsgrundsätzen, fonbern auf Geheimverrrä- gen, bie von der Entente während des Krieges abgeschlossen worden seien. Noch heute wisse man nicht, ob die Frage der Entschädigung der Kolonialdeutschen bei der Erledi- gung bet Reparationsfrage zur Sprache kommen werbe. Bei einer Kundgebung in der Stadt- Halle stellte Gouverneur z. D. S ch n e e u. a. die unerhörte Tatsache fast, daß manche Mandatar» mächte sich bemühter', neues Unrecht zu schaffen, und die ihnen zu treuen Hän' en
worden Durch die Vermittlung der H?«nen Staaten könne diese ökonomische Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland zum bleibenden Jnstrumenr des Friedens werden. Aus Grund der Pakte von Loearno uno Gens müsse ein reger Austausch der geistigen Guter eine tiefe Verbundenheit der Völker zur kulturellen Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland führen Als Symbol eines großen Ideals feierte Herriot Beethoven der durch die gewaltige Kraft seines Genies oix große Verbrüderung der Nationen begonnen habe. Jetzt seien nur noch die letzten Schranken, die ethischen, zu durchbrechen. Es liegt nunmehr an Deutschland und Frankreich, sich zu vereinigen, die Gedanken ihrer großen Geister zu verschmelzen u. neue ethische Grundsätze aufzustellen. Die Rede klang in einen begeisterten Appell für die geistige Verständigung aller Völker aus, woran sich eine Ovation für Herriot schloß.
Feldzügen des römischen Kaiserreiche!
ersten, der vom italienischen Volke gekämpft und gewonnen wurde. (Lebhafter Beifall.) Da totr Interessen zu verteidigen haben und Tag für Tag unsere Existenz unseres Volkes verteidigen müssen, können wir nicht der Verlockung des Universalismus nachgeben, die ich bet Völkern begreife, die schon Erfolge zu verzeichnen haben, aber die ich nicht bei Völkern zulassen kann, die sie noch nicht gehabt haben. (Lebhafter Beifall.) Auf die Kritik am Lateran- und Konkordatsver-
gclegt, da vielfach Blitze in dir freien Stromzuleitungen einschlugen. Die Feuerwehr mutzte, ,
in zahlreichen Füllen eingreifen, da viele betragt nach wie vor 52,8 Millionen
tiefergelegene Wohnungen überschwemmt ^"mark pro Jahr. Eine Entscheidung darü-
Morgen Ltinnesprozetz
Berlin, 27. Mai. Der Riesenbetrugsprozeß gegen »Hugo Stinnes und Genossen", der am morgigen Dienstag beginnt, wird nach Schätzung der Eingeweiht.n mindestens vier Wochen dauern, obwohl er eigentlich nur ein Vorspiel ! dem noch größeren Verfahren gegen den Set. üner Bankier Kuhn.- ist. Durch'die Ver- folgung Kuhnerts wegen vermutlicher Schie- bungen mit Kriegsanlethe-Altbesttz kam der Fall Stinnes erst ins Rollen. Als Mitange- klagte von Hugo Stinnes stehen morgen vor den Schranken der Kaufmann Erich Roth- mann, der Landwirt von Waldow, die Kaufleute Bela G r o ß, Leo H i r s ch und Eugen H i r s ch. Sie sollen gemeinsam versucht haben, durch die bew ußten Finanzw.növer im Ausland e das Deutsche Reich um viele Millionen M.rk zu schädigen. Dem Äaufma.m Joseph «chneid .dem eherrscher des vielgenannten und heißumkämpsten Nachtlokals Delphi wird Beihilfe zu Dem versuchten Betrüge zur Last gelegt. Als Zeugen und Sachverständige sind nut 21 Personen geladen Umso größer»-; Umfang nimmt das gewaltige Aktenmaterial ein, da- Landgerichtsdirektor Arndt durch viele Wochen hindurch studierte Besondere Vorsicht war bei Ueberführi ng der Akten gebotet; Denn im Ermittlungsverfahren gegen Kuhnert haben ge- heimnisvolle Einbrecher versucht, dem zuständigen Kommissa, 2-ften au8 . em Polizeipräsidium zu stehlen. Im Verhandt ingsgebäude birgt Ht ein eigens zu diesem Zweck uv «schafftet
P-nzerschrank den wichtigen Papierstoff.
Wäre, wie wir sie kennen, wenn diese auch zu- Mg Zylinder und an Totengräber erinnernde Gehrocke tragen. Wir könnten dann auf diese unsere Erziehung verzichten, die wir endlich beim Namen nennen, weil uns alle Heuchelei widerwärtig ist: es ist eine kriegerische Erziehung. Dieses Wort darf nicht erschrecken. Diese mannhafte und kriegerische Erziehung ist in Italien nötig, weil während langen Jahrhunderten die militärischen Tu- des italienischen Volkes nicht glänzen Der letzte Krieg bildete nach den en des römischen Kaiserreiches den
Friede mit dem wird Dauer haben. Er ist das Ergebnis von drei Jahre dauern- den schwierigen und heiklen Verhandlungen. Jeder Artikel stellt einen notwendigen Kompromiß zwischen den Erfordernissen des Staates und denen der Kirche dar. Dieser Friede wird auch dauern, weil er tief im Herzen des Volkes wurzelt und well wir uns weder von den Freimauern, noch von den Klerikalen fangen lassen.
Rom, 27. Mai. (Eigene Drahtmeldung) Nachdem der Senat gestern nacht Mussolini ausgesprochen hatte, geneh- migte er den Gesetzentwurf zur Vollziehung mit 283 gegen 16 Stirn" ö ®^ögung über die Anwendung des Konkordats wurde mit 276 gegen 17 Stimmen gebilligt. U H
$or$e.r hielt Mussolini vor überfüllten Tri- Polemik gegen die letzte mußte mit einem drastischen lestgestellt werden, was in Wirklichkeit aur politischem Gebiete vorgefallen war Es hieß, die gegenseitige Souveränität der Macht einerseits und des Vatikans andererseits festzusetzen. Man mußte das ZfJ.LVt a.nduis zerstreuen, wonach inan glauben konnte, der Lateranvertrag hätte Jia- lien vatikanistert und der Vatikan Ware italia- Uisieri worden und daß der König der Küster des Papstes geworden wäre, der Papst aber ber Kaplan des Königs. Die liechte des Staats auf Unterrichtung und Erziehung sind scharf auseinanderzuhalten. Beansprucht der Faschis- mus etwa ein rücksichtsloses Unterrichtsmono* Es gibt eine Sette der Erziehung, über bte wir, um nicht zu sagen starrköpfig, un- Es entspricht nicht der Wirklichkeit zu sagen, der Unterricht sei Sache der Familie. Die vom Erwerb und dem Kampf ums Leben in Anspruch genommene moderne Familie kann niemand unterrichten, sondern nur der Staat mit feinen umfangt reichen Mitteln kann diese Ausgabe erfüllen nur der Staat kann den Religionsunterricht erteilen und mit anderen Fächern ergänzen. Ganz ausschließlich beanspruchen wir dagegen die Erziehung des Bürgers. Man konnte darauf nur verzicht-n wenn es die anderen auch täten, wenn die gegenwärtige
Well nicht eine Welt grausamer Wölfe
trag erwiderte er; Es gibt neben Drückeber, gern des Krieges auch
Drückeberger in der Geschichte,
Achten beider Lager bewenden läßt,
Schachts Antreten für die Kolonien MN
- - - ------- - - - I rtn" Nt^f^v^§"e^enugtuung zuteil wird.
^°" halt es für möglich, daß die Rege- iung der belgischen Markfrage den Regierungen überlassen wird unter der Bedingung daß die Losung in das endgültige Abkommen aufgenommen werde.