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Hessische Abendzeitung

Heute Entscheidung in Paris

Bürgerkriegswirren ohne Ende in China — Spanien sühnt Len Gffizierputsch

Der 30. Mai und wir

Wolkenbruch und Hagelschlag

Ein starkes Ge-

Kriegserklärung an Marschall Feng

Der

etwas lockerer werden könnte, wenn eS der wir hinter diese Theorien ein großer Strane» englischen Regierung gelänge, den schwierigen | Zeichen setzen.

deutschland in der Gegend von Finkenwerder, Buxtehude, Horneburg und im alten Lande. Die Hagelschloßen, die in riesigen Mengen nie­dergingen, waren von außergewöhnlicher Grö­ße. Die Straßen waren im Nu übersät von ab­geschlagenen Aesten und Laubwerk. Vielfach wurden Dachfenster und Scheiben in den Treibhäusern glatt durchschlagen. Der schwere Hagelschlag hat auch großen Schaden an der Baumblüte und an den Feldfrüchten ange­richtet.

Moskau, 25. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die Stadt Dnjepropetrowsk wurde von einem dreistündigen Wolkenbruch heimgefucht. Von den Waflermassen, die eine Höhe von VA Meter erreichten, wurden Menschen und Bäume milgerissen. Bisher wurden zwölf

Todesopfer feftgestellt.

Hamburg, 25. Mat. Ein starkes Ge­witter mit außerordentlich starkem Hagel­schlag entlud sich gestern abend in Nord-

Nanking, 25. Mai. (Eigener Funkdienst). Die Nationalregierung von Nanking hat nun> mehr offiziell dem „Christen-General" Feng den Krieg erklärt. Damit hat die Nanking-Re. gierung aus der Zuspitzung der Gegensätze, die nicht mehr friedlich zu überbrücken sind, auch äußerlich hie Konfcguenizen gezogen.

Nummer 121 I« S»»»abe-d/«»n»tag, 2°./>6. M-k isrg ~ era«i«8« so w„„ig. --- ,9 Jahrgang

darüber ein Bild zu machen, ob der Wahlsieg der einen oder der anderen englischen Partei Deutschland eine politische Erleichterung brin­gen könnte oder nicht. Vergegenwärtig man sich die Tatsache, daß die heute im fran­zösischen Fahrwasser heillos festgefah- rene englische Außenpolitik nur dann wieder

5as Ende in Paris?

Paris, 25. Mai. (Eige er Funkdienst). Nach den gestrigen Besprechung i zwischen den deutschen Delegierten, dem fra. Ischen Dcle- gierten Quesnay und dem Vorst^enden Owen Young besteht bei der deutschen Delegation der Eindruck, datz nurnoch geringe Aus­sicht für das Zustandekommen eines einstim- Mlgen Berichtes bestehe. Für die Ziffern dürf- ten die beiden Lager einen getrennten Bericht aufsetzen, daneben mutz jedoch immer noch mit

einen völligen Fehlschlag gerechnet

werden. Deutschland soll sich zu einer Er- Höhung der Annuitäten um mindestens 52,8 Millionen Goldmark verstehen, dabei wären nicht einmal die 25 Millionen Goldmark be- tragende Sonderannuität für die belgischen Markbestände eingeschloffen. Die deutsche Dele- Nation verharrt auf den Ziffern des Young llanes und wird sich zu einer Erhöhung der Annuitäten unter keinen Umständen bereller- klären Dies ist den Alliierten gestern mit aller Deutlichkeit erllärt worden.

das ist eben immer schwer zu entscheiden, in China so gut wie in Europa, und ist letzten Endes mehr eine Sache des Glaubens, als des feststellbaren Wisftns.Man hat nicht den Eindruck als ob Marschall Fengs Glauben an sich selbst von der Mehrheit des chinesischen Volkes geteilt würde. Leider stellt aber dieser neue

GürgeM-ieg alles wieder t < Frage,

was China in der letzten Zeit schon für immer errungen ’U haben schien. Außenminister Wang war stolz, nacheinander die Anerkennung der Großmächte für oie neue nationale Regierung errungen zu haben: Die Aufhebung der soge­nannten ungleichen Verträge, die Abschaffung der Exterritorialität der Fremden, die Wieder­herstellung der inneren Ordnung,die Räumung Schatungs durch Japan. Daß jetzt Mar- schall Fen„ im Hintergründe wieder als unheimlicher Dämon mit der Brandfackel er­scheint, könnte der Anfang einer Tragödie für China sein. Nicht nur um Chinas selbst willen muß man wünschen, daß Tschiangkaitschek nach seinem Siege über die Kuangsi-Gruppe nun auch über Feng einen vollen Erfolg davontra­gen möge. Man sieht keinen anderen Weg zur Erhaltung der eben erst errungenen chinesischen Einheit und Selbständigkeit, als im Gelingen dieser Strafexpedition. Vielleicht ge­lingt ihm doch noch mal die Auflösung dieser

Söldner- und Räuberbanden aus Enterb­ten und Hoffnungslosen

denen man für eine gesicherte Existenz sorgen müßte, wenn man sie aus Schädlingen wieder in nützliche Staatsbürger verwandeln wollte. Tschiangkaitschek ist eigentlich der einzige, dem man zutrauen möchte, daß er auch dieses soziale Problem meistern könnte. Für eine parlamen­tarische europäische Methode, die Sunjatsen sich dachte, mag Chinä noch nicht reif sein. Es braucht wahrscheinlich im jetzigen Uebergangd» stadium zunächst einmal jenen Zwinghetrn zur Freiheit, den Fichte in der vorparlamenta­rischen Zeit seinen Heben Deutschen wünschte. Für den Frieden der ganzen Welt aber wäre Tschiangkaltscheks Sieg ein Gewinn.

Marschall Feng hat sich zum Diktator von Nord-China ausrufen lassen. Nun geht der Kampf zunächst um Peking und dann um Kan­ton. Zunächst hat sich General Jensttschang sei­nem Gegner Tschiangkaitschek angeschloffen. Erne Enttäuschung für Feng. Er will trotzdem das große Lotteriespiel wagen. Tschiangkaitschek hat die größere Armee hinter sich. Marschall Feng hofft ober auf ein paar Hunderttausend Ueberläufer. So ist es im chinesischen Bürger­kriege bisher noch immer gegangen. Wir lesen in den europäischen Zeitungen von den chinesi­schen Armeen, wir denken nach europäischem Beispiel an große parteipolitisch bestimmte große Massen, aber in Wirklichkeit handelt es sich nur um ein paar Hunderttausend brotlos gewordener Chinesen, die als Söldner ihr Dasein fristen müssen.

Wer ste bezahlt, der hat fie,

Ausgleich mit Washington zu schaffen, so könnte man vielleicht die Wiederkehr einer ge­mäßigteren Baldwin-Regierung begrüßen, da es der nüchteren Baldwin-Regierung ent­schieden leichter fallen würde, sich mit den kal, rechnenden Amerikanern auseinanderzu­setzen Andererseits hätte aber auch eine neue englische Arbeiterregierung Rücksichten zu neh­men auf ihre sozialistischen Kollegen im Ber­liner Kabinett deren Svmpathien und Solidarität ste stch nicht durch Verweigerung der ursprünglichen Lebens- und. Fretheits- rechte eines Volkes verscherzen dürste. Aus beide Exempel werden nun die Wahlen am SO. Mai die Probe machen. Einstweilen wollen

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Der amerikanische Vorsitzende, Owei: Young sicht, wie wir erfahren, zu seinem Vor- schlag sind hat bett Gläubiger ><ächieü' keinen Zweifel vorüber gelassen, daß er hi ihrem ver­klausulierten Memorandum keine rückhaltlose Annahme seiner Ziffern erklicken könne.

Von den gestern behandelten 12 Punkten sind drei nämlich die Höhe des ungeschützt Annuttatenteiles, die Organisation der Reichs­bahn und das Aufbringungsmoratiorium von Schacht als so wichtig bezeichnet worden, daß im Falle ihrer Ablehung eine Fortsetzung der Verhandlungen kaum noch denkbar sei Die Deutschen drängen auf rasche Entscheidung.

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Moskau im Hintergründe

London, 25. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Ausländischen Diplomaten teilte Feng mit, daß er entschlossen fei, feinen Konflikt mit Nanking bis zum Aeußersten auszutragen. Er hoffe, daß Die Mächte neutral bleiben und feinem Gegner keine Unterstützung gewähren würden. Der Ausschluß Fengs aus der Kuomintang- Partei, brach die letzte Brücke ab und gilt als Zeichen des bevorstehenden Kampfes. Nanking beschuldigt Feng u. a. der Annahme von Un­terstützungsgeldern für Waffenankäufe auch von Sowjetrußland sowie der Unterzeichnung eines Geheimvertrages mit Sowjetrußland, mit dem er sich gegen Nanking verbunden habe.

Am 30. Mai tritt England an die Wahlurne Wahlergebnisse sich bestimmend auf Die Gestaltung Der weltpolitischen Lage auswirken können, so wäre es doch verfehlt stets einen solchen Wahlausfall zur einzigen Grundlage für die Erörterungen über3 die nunmehr sich ergebende Umorientierung au ber weltpolitischen Schaubühne auszuwerten. Dte Politiker jedes Landes stellen solche Be- trachkungen an und bemühen sich, schon vor­her Prophezeiungen zu geben, die leider ost die unangenehme Begleiterscheinung für sich haben, daß sie sich später als falsch erweisen. Man hat in den letzten Wochen sich in beut- M« unb auch in ausländischen Blättern MM gegeben, das kommende Ereignis Der engliichen Wahlen auf die Gestaltung der deutschen Frage abzuleiten und die möglichen Ergebnisse dieser Wahlen auf ihre günstige ober ungünstige Wirkung aus die deutschen Probleme zu untersuchen. Sehr oft trifft man bei Diesen Erörterungen auf die Ansicht, Daß ein Erfolg der englischen Linksparteien, wo- mogllch ber Labour-Parly. unbebingt auch e n t f p a n n e n b auf die Beziehungen zwi- schen L.eulfchland und England wirken müßte. Man begrunüet diele Hoffnungen zum Teil wtt ber Persönlichkeit Macdonalds, fqntefjhaj auch mit der programmäßig fixier­ten Weltanschauung der englischen Arbeiter­partei. Leider haben die Erfahrungen aber fl?3et9t> daß Die Weltanschauung einer Partei

parationsproblem noch mit der Frage ber Rhein 1 anbrä umung be­saßt. Wenn es auch Tatsache ist, Daß die Ar­beiterpartei Englands sich Des öfteren eindeu­tig für eine vernünftige Lösung der Repara- tionsfragen und für die möglichst baldige Li- auibierung Des Besatzungsfkanbals ausge­sprochen hat, so spricht es boch nicht für die hinter dieser Forderung stehenden Energien, wenn bas offizielle Wahlprogramm ber Par­tei es vorzieht, sich mit diesen für Deutschland so lebenswichtigen Angelegenheiten über­haupt nicht zu befassen. Hätte Das Wahlprogramm der Labour-Party die Wäh­ler auf die deutschen Fragen ebenso festgelegt, wie es dies in einem hervorragenden Maße in Der russischen Frage tat. so könnte sich Deutschland in der Hoffnung wiegen, daß ein Wahlsieg der englischen Arbeiter auch einen wesentlichen Umschwung Des politischen Kur­ses Englanbs in allen deutschen Fragen nach sich ziehen könnte So aber müssen aue solche Hoffnungen in Deutschland sich an Grund­lagen anklammern, die in Wirklichkeit garntchi faßbar sinv

Was könnte andererseits Deutschland von einem Wahlsieg der Konservativen ober Der Liberalen Englands erhoffen? Genau be- sehen recht wenig Denn auch die Wablvro- gramme Dieser Partei versagen es sich, Die Frage Der Rheinlandräumung irgendwie an­zuschneiden wenn auch Baldwin und Lloyd George wieverholt in ihren Wahlreden sich recht „wohlwollend" im deutschen Sinne aus­gesprochen haben. Dieses Wohlwollen findet

nicht immer maßgebend zu fein braucht und kann für den politischen Kurs, den eine solche Partei, so ste einmal an führende Stelle ge­langt ist, einzunehmen gezwungen ist. Solange eme Partei in ber Opposition ist, ist es ihr ein Leichtes, gute unb zweckbienliche Pro­gramme aufzustellen oder Versprechungen zu geben. Da sie ja für ihre Durchführung nicht sofort verantwortlich gemacht werben kann. Für die leitenben Führer der englischen Arbeiterpartei war es von vornherein rich­tunggebend, weniger Dogmen einer Weltan­schauung großen Stils aufzurichten als viel­mehr bas Wahlprogramm der Partei so aus- zugestalien, baß es nicht nur bei den Wählern Verständnis finden, sondern sich auch nach den Wünschen und politischen Forderungen der Wähler richten konnte. Diese Tatsache ist kennzeichnend und auch erleuchtend für bas Fehlen eines jeden Eingehens des Pro­gramms auf die deutschen Fragen. Man kann hieraus schließen, daß die deutschen Fragen nicht nur Die Verfasser des Programms, son­dern auch Die Masse ber Wähler recht wenig interessieren.'In der Tat steht auch im Mit- telpunkt des Labour-Wahlprogramms, wenig­stens außenpolitisch, die Ausgestaltung der russisch.englischen Beziehungen. Das heißt mit anberen Worten: außenpolitisch in» tereffiert sich Der englische Arbeiter in ... Hauptsache für die künftige Gestaltung Des englisch-russischen Verhältnisses, präziser ge­sagt, für die Forderung der politischen Aussöhnung her beiben Mächte. Man bat also festzustellen, baß bas Programm ber Labour-Party sich Weber mit bem Re-

stch also, aber stets inoffiziell betont, in Den Äeußerungen fast aller Führer der eng» tischen Wahlkampfparteien. Das Peinliche für Deutschlanb ist nur bie Tatsache, boß weder ber Konservative noch ber Liberale noch der Arbeiterführer seine Wählermaflen auf dieses „Wohlwollen" sestgelegt Hot Für das deutsche Volk ist es also recht schwierig, stch heute schon

und demjenigen strömen die meisten zu, dessen Aussichten auf Sieg und Beute die größten sind. Man wird an die Zustände während des dreißigjährigen Krieges erinnert. Ungün­stig ist für Marschall Feng, daß er von den See­häfen abgeschnitten ist. Dadurch hat Tschiang­kaitschek den Vorteil der ungestörten Waffen- und Munitionszuft-Hr. Früher liebäugelte Feng mit bem Kommunismus unb rechnete auf russische Unterstützung. Rußland hat das Spiel in China aufgegeben, weil der Bolsche­wismus schließlich 'einer ganzen Natur nach boch nicyt mit dem chinesischen Nationalismus paktieren konnte. Der „Christengeneral" hat ich sehr populär gemacht durch die von «hm tets zur ^chau getragene Armut und An- pruchslostgkeit. Aber es fällt einem unwillkür­lich dos griechische Philosophenwort ein: „Aus allen Löchern deines Mantels schaut die Eitel­keit hervor!", denn bei Feng handelt es sich we­niger :.m Ueberzeugungen, als um rein persön­liche Ambitionen. Nun es mit dem Christen­tum nicht mehr geht, wendet er sich wieder bem Bubdhismus zu will sich eben mit aller Gewalt populär machen Dafür hat Tschiangkaitschek b'e mobernen Waffen auf sei­ner Seite: Mit Panzerwagen und Flugzeug wissen feine Truppen von Tag zu Tag besser umzugehen.

Es wird Feng auch wenig helfen, daß er sich elbst als den wahren Erben der Politik Sun- jatsens bezeichnet ben echten Ring besitzt.

Mfcter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung ------

Warum Paris noch hofft

Die Deutschen sollen am Scheitern schulb fein.

_. Paris, 25. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die Morgenprefle beurteilt die Sage weniger peistmlstlsch als bie deutsche Delegation und glaubt an eine Verständigung über gewisse Fragen. Man habe im Hotel „Georges 5.", so erklärt Petit Parisien, den Erfolg gestern mit 6:4 bemessend, während am Mittwoch bie Aus­sichten nur 2:8 gestanden hätten. Für die Uebergangsmodalitäten vom Dawesplan zum Plane Youngs könne zweifellos eine Verstän- bigung gefunden werden, weil letzten Endes die Regierung en unb nicht die Sach­verständigen den Zeitpunkt für das In- krafttreten sowie den Termin für die Auf- Hebung der finanziellen Kontrollorgane und die Räumung des Rheinlandes zu bestimmen hätten. Die Heranziehung der Nachfolgestaa- ten Oesterreich-Ungarns für die Aufhringung öer letzten 21 Annuitäten lehnten die Alliierten nach wie vor ab. da das Problem allein bie interessierten Staaten angehe unb politischer Statur sei. Das schwierigste Problem sei das

der belgischen Forderung auf Bezahlung der Markbeträge,

die ja von den Engländern nicht gebilligt wird, i Falls hierüber sowie über gewisse deutsche

Vorbehalte eine Verständigung stch als unmög­lich Herausstellen würde, könnten die Sachver­ständigen den Regierungen immer noch zwei Berichte, einen Mehrheits» und einen Min- derheitsbericht. zustellen. Im übrigen erwar­ten bie Blätter für heute eine Entschei­dung. Es ist ober nicht ausgeschlossen, daß es sich wieber um ein Manöver bonbeit, ba bie Blätter die Entscheidung von der Antwort Schachts abhängig machen wollen. Man will also den Deutschen die Verantwor­tung zuschieben für bie Unmöglichkeit, zur Abfassung eines einheitlichen Berichtes zu ge­langen.

7 Todesurteile in Madrid

Die Artillerieoffiziere vor bem Kriegsgericht.

Paris, 25. Mai. (Eigener Funstdienst). In ben Kriegsgerichtsverhandlungen gegen 37 aufständische spanische Artillerieoffiziere verhängte baS Gericht gestern sieben Todes- urteile; für vierzehn Angeklagte lebensläng­liche Zuchthaus unb für bie übrigen Gesäng- nissstrasen von 20—30 Jahren.