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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Do erstag, 16. Mai 1929

Nummer 114

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19. Jahrgang

Der Zeppelin steuert Amerika zu

Das letzte Ringen um bie Zahlen in Paris Mukden steht Nanking bei

Lyon schon überflogen!

Friedrichshafen, 16. Mai. (Privattele­gramm.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" hat heule früh um 5 Uhr 58 Minuten zur festge­setzten Startzeit mit vierzig Mann Besatzung und achtzehn Paffagieren an Bord seinen Amerikaflug angetreten. Nach einer Schleife über dem Heimathafen nahm das Schiff Kurs auf KonstanzBasel.

*

Basel, 16. Mai. (Privattelegramm.) Der Graf Zeppelin" hat bet klarem Wetter und hellem Sonnenschein das Oberrheintal durch­flogen und um 6 Uhr 55 Minuten Waldshut, um 7 Uhr 10 Minuten Säckingen passiert. Hebet Basel erschien das Luftschiff gegen48 Uhr. Dort mußte es infolge tiefgehender Wollen ziemlich weit heruntergehen. Fünf schweizerische Flugzeuge gaben dem Schiff bis zur Grenze das Geleit, worauf cs in scharf westlicher Richtung auf französisches Gebiet abbog. lieber der Stadt selbst wurde Luftpost abgeworfen.

wöhnlich gehässige Polemik seines Berliner Berichterstatters gegen Dr. Eckener, den er be­schuldigt, einen heftigen Aufreizungs- und Verleumdungsfeldzug gegen Frankreich ent- seffelt zu haben. Dr. Eckener habe sogar nach Newyork kabeln lasten, daßdie Franzosen ihm jetzt schon zum drittenmale Schweinereien machten". Die ganze deutsche Preffe habe tm Chor in die Campagne Dr. Eckener etnge- stimmt, die von Gehässigkeiten über französische Schikanen" und von Beleidigungen Frank­reichs wimmelte. Das Blatt schließt mit der törichten Behauptung:Dr. Eckener, dessen Haltung wahrhaft unglaublich sei," habe die Absicht, Frankreich tm Voraus für einen Fehl­schlag (!) oder für einen ausbleibenden Er­folg des LuftschiffesGraf Zeppelin" verant- wörtlich zu machen.

Hilfsdienste für den Leppelln

Hamburg, 16. Mai. (Privattelegramm.) Die Hamburg-Amerika Linie hat alle ihre auf dem Rordatlantik schwimmenden Schiffe an­

gewiesen, dem Graf Zeppelin während seiner Amerikafahrt in jeder Beziehung behilflich zu sein. Die Hapakschljse werden mit dem Luft- schiff in drahtlosen Anfragen jederzeit mit An­gaben dienen. Andere Reedereien verhalten sich ähnlich.

sonstiges Flugwetter

Friedrichshafen, 16. Mai. (Privattelegr.) Graf Zeppelin erreichte um 10 Uhr 10 Lyon.

Newyork, 16. Mai. (Funkdienst.) In Ame­rika werden die Nachrichten über denGrafen Zeppelin" mit fieberhafter Erregung erwartet. In Lakehurst werden alle Vorberettungen ge­troffen, um dem Menschenandrang der Rrw- yorker beim Eintreffen des Luftschiffes gerecht zu werden.

Newyork, 16. Mai. Privat Telegramm). Der Abflug des Lbftschiffes wurde hier um 12 Uhr 13 Min. amerikanischer Zeit bekannt. Die Blätter werden den Flug umfangreiche, mit BUdern geschmückte Betrachtungen wid­men. Wie der Letter des Wetterbüro Dr. Kimball bekanntgab, ist das Wetter im nörd­lichen Dell des Atlantischen Ozeans, nament­lich aus dem mehr südlichen über die Bermu­das führenden Äut8 als ideal zu bezeichnen.

Abschied vom Heimathafen

Aufbruchstimmung in der Wersthalle.

Friedrichshafen, 16. Mai. (Eigene Draht» meldung.) Gegen J46 Uhr umlagerten schon viele Menschen die ?,evpelinwerft und imir.-t mehr sammelten sich an. Die Passagiere wa­ren pünktlich zur Stelle. Nachdem das Schiff noch einer kurzen Besichtigung unterzogen worden war, wurde es aus der Halle gezogen. Um 5 Uhr 54 startete das Schiff und ver­schwand im dichten Nebel.

Aus Friedrichshafen geht uns noch folgen­des Stimmungsblld zu: Die Straßen und Wege sind nach dem Regen aufgeweicht. Der Himmel ist noch mit tiefhängenden regen- schweren Wolken überzogen. Vor dem streng­gehüteten Eingangstor der Werft und um den Platz herum drängen sich zahlreiche Neugie­rige und verfolgen gespannt die Abfertigung der reihenweise eintrefsenven Kraftwagen mit Fahrgästen und Bevorzugten, die Zutritt ha- den. Die Passagiere finden sich mit dem stei­nen Handgepäck ein. Während der dunkelhäu- tige Gorilla mit einem Handwagen zum Schiff transportiert wird, donnern von Bord schon einzelne Motoren im Probelauf. Als einer der ersten geht C o mm anber Clarke an Bord. Dann folgen in kurzen Abständen die übrigen. Gleich darauf werden die Sandsäcke abgenommen und die Böcke un­ter dem Schiffsrumpf entfernt. Das schwerbe- ladene Schiff tonnte von wenigen Mann am Boden gehalten werden. Um 5% Uhr öffnen sich langsam die schweren Tore. Ein kühler Luftzug weht um die Flanken des Schiffes. Die

einzige Dame an Bord, die schlanke Amerikanerin, deren Name nicht bekannt ist, stellt sich noch in letzter Minute den hin- und herhastenden Photographen zur Verfügung. Dann geht auch sie in das Schiff. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Die Passa­giere unterhalten sich lebhaft mit den Um­stehenden. Besonders Kapitän Wilkins, der alte Pilot, macht ein fröhliches Gesicht dann erscheint Dr. Eckener, gibt die letzten Befehle und verschindet in der Gondel. So­fort wird das Schiff durch des Westtor in flottem Tempo mit dem Heck voraus in die iaunaflen Wiesen hinausgebracht, mit der Spitze nach Süden quer zur Halle gedreht und über einen Graben hinweggebracht. Die Passagiere stehen mit vergnügten M je­nen an den Fenstern. Scherzworte fliegen hin und zurück. Die letzten Photos werden ange- fertigt Dr. Eckener verfolgt aufmerksam den Transport des Schiffes, und wenige Minuten später gibt er das

Kommando zum Aufsteigen.

Die Motoren werden angeworfen, die Halte- Mannschaften stoßen den schweren Sch'ffs- rumpf -n die Höhe und langsam löst sich der Zeppelin" von der heimatlichen Erde. Ein letztes Grüßen und Winken, das aber nicht von langer Dauer ist, denn sobald die fünf Mo­toren in Gang kommen, schiebt das Schiff in mäßiger Höhe rasch nach Südosten davon und verschwindet hinter Wolkenschleiern.

* * *

Franzosenhetze gegen Eckener

Berdrehungen eines Berliner Berichterstatters.

Paris, 16. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Das Journal" veröffentlicht eine autzerge-

Sollsorgen tm Regierungslager

t 4 ,1

Berlin, 16. Mai. (Eigener Informations­dienst.) Der nach Ablauf der Zoll-Novelle aus den Vorjahren 1925=1927 notwendigen Neurege­lung des ganzen Komplexes zollpolitischer Fra­gen sucht man in Linkskreisen durch Verlänge­rung der bisherigen kurzfristigen Provisionen zu begegnen, da man es angesichts der Schwie­rigkeiten für unzweckmäßig und aus parteitak­tischen Gründen für gefährlich hält, die Frage der Zollgesetzgebung in den nächsten Wochen und Monaten einzuschieben.

Auf entschiedene Ablehnung stoßen bei den Sozialdemokraten die Bemühungen der ver­

schiedenen Wirtschaftszweige, eine Er­höhung der bisherigen Zollsätze für tbre Produkte durchzusetzen. So sollen vor allen Dingen die Vertreter der Automobil- und Kunstseidenindustrie Zoller- Höhungen in beträchtlichem Ausmaße von der Regierung verlangt haben und die Baum­wollspinnereien sollen sogar die Kündigung des deutsch-französischen Handelsvertrages ge­fordert haben. Jedenfalls wird es, darin wird man demVorwärts" recht geben müssen, zu scharfen Kämpfen über die neuen Zollgesetze kommen, deren Hauptgefahrenherd auf dem Gebiete der Agrar-Zölle liege.

Der Kern des Schlubberichls

Paris, 16. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Der Schacht-Stamp-Bericht über die drei Mo­nate währenden Arbeiten des Sachverständig genansschuffes ist nach Angaben der Pariser Presse ein 16 Folio Seiten starkes Schriftstück das zwanzig Kapitel umfaßt, mit über 17000 Worten Inhalt. Anstelle der Ziffern für die deutschen Jahreszahlungen sind vorerst noch weiße Lücken, die erst nach den Schlutzve- ratungen ausgefullt werden sollen. Nach Prü­fung des Berthes und feiner Abänderung durch die Gläubigergruppen wird eine Boll- verfamrnlung einberufen werden, in der Reichspräsident Dr. Schacht Erklärun­gen auf der Grundlage des vorliegenden Berichtes abgeben wird.

Paris, 16. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt teilt über den Schlußbericht mit: Der Kernpunkt sind die Vorbehalte. Die Schutzklau­seln beziehen sich nicht nur auf Transfer-, son­dern auch auf die Zahlungen, die für zwei Jahre suspendiert werden könnten, aber lediglich für den bedingt bleibenden Teil der Annuitäten, der für die Zahlung der interalliierten Schul­den in Frage komme. Für eine Nachprüfung der Zahlungsfähigkeit des Schuldners wird das beratende Komitee der internationalen Bank zu­ständig fein. Der Bericht schlägt vor, sobald das neue System funktioniert, die Kontrolle des Dawesplanes -ufzuheben, sieht je­doch die Möglichkeit vor, daß die Reichseisen­bahn eine unabhängige Gesellschaft bleibt, in der die Gläubigerstaaten vertreten sind. Der Bericht schließt mit der Bemerkung, daß durch eine angemessene Behandlung der deutschen Staatsangehörigen (!) das Reich ausreichende Hilfsquellen finden müsse, um seinen Verpflich­tungen nachzukommen. In dem Anhang nimmt Dr. Schacht die von Owen Doung am 6. Mai vorgefchlagenen Zahlen, also eine

Jahreszahlung von 2050 Millionen Gold mark während 37 Jahren und eine gleich wertige Annuität für die Zahlung der in­teralliierten Schulden für weitere 21 Jahre an. Er fetzt in dem Schreiben auseinander, daß er der Regierung anempfeblen könne, ohne eine Bedingung und ohne Einschränkung während

I 37 Jahren von dem Betrage der Annuitäten folgendeSummen zu transferieren: 500Millio- nen Mark jährlich plus Dienst für die Dawes- anleihe plus rückständige amerikanische Besat- zungskosten, was ungefähr 630 Millionen jähr­lich auszumachen scheine. Diese Summe könnte als Summe für die Kommerzialisierung dienen. Letzten Endes kommt für die übrigen Gläubi­ger nur eine Summe in Frage, die ungefähr ausreicht, um fünfzig Milliarden französischer Franks zu mobilisieren, vorausgesetzt, daß man dies zum Satz von 5 Prozent plus 1 Prozent Amortisierung tun könne. Es scheint also, daß die Pauschalsumme, die Dr. Schacht billigt, die Gläubiger nicht befriedigen wird. Zur Lösung der Schwierigkeiten wird man Vorschlä­gen, auf den Verteilungsschlüssel von Spa zu­rückzugreifen, was für Frankreich eine mittlere Annuität von etwas mehr als einer Milliarde Frank statt der vorgesehenen 1100 Millionen Franken bedeuten würde. England würde da­bei verlieren und auch Italien, letzteres in stär­kerem Maße. Die allgemeine Ansicht aber, so schließt das Blatt ist, daß die

Zahlen de8 alliierten Memorandums so- wohl hinsichtlich der Gesamtannuität von 2223 Millionen, als auch, was die Bertei- lung anlangt, aufrechterhalten

werden müßte. Um diese Zahlen wird der letzte Kamps entbrennen.

Mukden geht mit Nanking

Ein hochpolitisches Ereignis für China.

London, 16. Mai. (Eigner Drahtbericht.) Die Lage in China hat eine interessante Wen dnng genommen. Es wird berichtet, daß mandfchurifche Truppe« in Tangt- sckan in der Provinz Tschili eingetroffen sind, um die Nanking-Truppen zu ersetzen, bie zum Feldzug gegen die Kwanfi Truppen abtrans- pottiert wurden. Weitere mandsckiuriiche Truppen wurden in das Gebiet der Peking- Tientsin Eisenbahn entsandt. Dies würde be­deuten, vast eine sehr ernst zunehmende A n Näherung zwischen Nanking und Mukden ftattgefundeu hat, die große Rück­wirkungen auf ganz China habe« kann.

Nichts als Krise»

Bon Dr. Paul Rohrbach.

Mr haben eine Minderheitenkrise, Hinte, der eigentlich eine VölkerbunoSkrtse steckt, wir haben eine Krise der Abrüstung und wir ha­ben Reparationsvorbehalte. auS denen jede« Augenblick eine Krisis der Reparations- ode, besser gesagt der Tributfrage werden kamt, unter der das deutsch« wirtschaftliche Lebe« zunehmend in Zuckungen gerät. Der amerika­nische Präsident der Tributkonserenz hat vor­geschlagen, an die Stelle der 58 alliterten Raten zu je 2,2 Milliarden und der 37 deut­schen Raten zu je 1,6 Milliarden 37 ame­rikanische Raten von »urchswmttlich zwei Milliarden zu setzen, und außerdem 21 noch unbestimmte weitere Raten von höchstens 1,7 Milliarden unbestimmt deshalb, wett auf diese Raten die Gewinne der internationale« Tributbank zu Gunsten Deutschlands verrech­net werden sollen.Es kommt alles aut die Na­tur dieser Vorbehalte rn. Offenbar gliedern sie sich in zwei Gruppen. Die erste bezieht sich auf die Abschaffung der nach dem Dawesplan für den Eingang der deutschen Zahlungen festgesetzten Konirollausschüffe und Pfänder. Zu diesen gehört sachlich auch der sogenannte Recovery-Act, der die Verbündeten ermächtigt eine 26prozentige Abgabe von der deutsche« Einfuhr nach ihren Ländern zu erheben. Die 26 Prozent werden auf die deutschen Tribute verrechnet, bilden aber innerhalb des Trans­fers einen von vornherein ungeschützten Teil der von Deulschlanb zu leistenden Zahlungen.

Die zweite Gruppe der Vorbehalte be­zieht sich aus den Transfer schütz und auf die Möglichkeit eine Revision des neu­en amerikanischen Zahlungsplanes, falls sich Herausstellen follte, daß Deutschlands wirt­schaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit sich verfchlechtert. Die erste Vorbehaltegrup­pe ist wichtig, die zweite ist entfchetdend. Es soll einen bedingten, d. h. gefchützten, und einen unbedingten, d. h ungeschützten Teil oe, deutschen Zahlungen geben. Für den letzte« Teil übernimmt Deutschland die Verpflich­tung zu zahlen, ohne Rücksicht darauf wie seine Finanz- und Wirtschaftslage sich gestal­tet. Hier könnte also die sofortige oder bal­dige Komrn-rzialisierung eintreten, d. h. die Ausgabe deutscher Schuldverschreibungen, die auf den internationalen Markt gebracht un> von Privaten erworben werden Für die da- zu gehörigen Zinskupons mutz Deutschlantz unter allen Umstanden die Mittel bereit Hah­len, und es ist feinerseits einverstanden, d» Ausgabe ohne Verzug geschehen zu lasses Voraussetzung ist natürlich, daß die Intern» tionale Finanz, hauptsächlich Amerika, die zu, Kommeizialiistcrung gehören gewaltigrM Mittel verfügbar macht.

Für den bedingten oder geschützten feen des Tributs, so wird aus amerikanischer Quelle mitgeteilt, verlangt Deutschland er­stens von vornherein einen zweijährigen Zah­lungsaufschub, zweitens eine Wiederholung dieser Maßregel, sobald die Uniitänbc es nö­tig machen, dnttens Bewilligung einer Schutzklausel des Jnhcttts, daß wenn die Zah­lungsfähigkeit Deutschlands sich dauernd m ungünstigem Stnne verändert, »er Gesamt­plan revidiert werden soll.

Des weiteren ist die Ausrechnung der Ge­winne der intematioalen Tributbank auf bie Zahlungen ber litten 21 Iahte vorgesehen und, wie man ohne weiteres annehmen darf, auch eine Rückwirkung etwaiger Schul oennach- lasse an die Alliierten von Seiten Amerikas auf di« deutschen Verpflichtungen. Es liegt auf ber Hand, daß ohne bte Schutzklau­seln von einer Annahme des amerikanischen Plans durch Deutschland nicht bte Rede fein kann. Auf der andere« Seite ist Wider­stand von Seiten Frankreichs selbstverständlich denn infolge der Schutzklauseln würde nicht nur die MögliiPeit bestehen, daß Frankreich verzögerte ober herabgesetzte Zahlungen er­hält, sondern auch die Möglicksteit einer lang­samen Erholung Deutschlands. Dies wäre eine Durchbrechung des frcmzöschen politische« Systems, das unter allen Umständen bie Nie­derhaltung Deutschlands fordert, u. hier liegt deshalb der kritische Punkt der ganzen Tri­butfrage, bei deren Behandlung jetzt außerdem auch der letzte Schatten der einst an Deutsch­land gegebenen Zusage schwindet, eS solle beim FrieoenSschluß keine Kriegsentschädi­gungen und feine Kontributionen geben!