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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Nummer 110 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig. Sorrnabend/Sountag.l 1./17.Mai1S2S Sonntag« 20 Pfennig. 19 Iahreang

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Hessische Abendzeitung

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Alarmgerüchte aus China

Gereizte Stimmung in Litauen Vor -er Schlutzbilanz in Paris

Grenzrv für Park

Von Dr. Bernhard Dernburg.

Reiihsfinanzmintster a. D M. d. R.

Zie Fremden in Peking bedroht?

Anstiftung der Dienstboten. Zweifel e« dem Mordgerücht

Mit der Festsetzung der Bedingungen für die deutschen Reparationen im Persamer Ver­trag verfolgten die Alliierten zweierlei schnell auseinanderlaufende Linien; einmal sollten die deutschen Zahlungen möglichst erheblich sein, dann aber sollte Deutschland möglichst geschwächt und als Konkurrent aus dem Welt­markt ausgeschaltet werden. Die Linien lie­fen noch parallel in den Lesttmungen, die uns alles, was nicht niet- und nagelfest war, ab­nahmen, unsere Auslandsguthaben und An­lagen konfiszierten, durch die die deutschen Kolonien aufgeteilt wurden, Deutschland durch den östlichen Korridor verstümmelt und durch den Verlust von Elsatz-Lo»hringen und Ober­schlesien wirtschaftlich verkrüppelt blieb. Die der deutschen Wirtschaft dergestalt entzogenen Produktionswerte ich laste mich auf ihre zahlenmäßige Schätzung nicht ein, sie geht aber bis an 100 Milliarden Goldmark erfüllten den Zweck der wirtschaftlichen Schwä­chung. aber der anderen Linie: der Erzie» lung gewaltiger Tribute für -ine lange Reihe von Jahren, konnten diese Maßnahmen nicht dienen Die Tribute waren ja auch nicht Selbstzweck Sie wurden bei den verschiedenen Ultimaten, die man uns stellt, in solcher Höhe angelegt, daß ihre Abtragung in irgendeiner meßbaren Frist auch den Siegern unmöglich schien. Diese Unmöglichkeit der Erfüllung, die man voraussah, sollte durch Anwendung von Sanktionen, die Deutschland nicht als einen Kriegsgrund betrachten durfte, insbesondere das französische Machtziel, die Abtrennung des Rheinlandes in der Form französischer Va­sallenstaaten und den Besitz des Ruhrgebietes als des Zentrums der deutschen Rohstoffer- zeugung und der deutschen Metallindustrie zuwege bringen.

Bis dahin war England mit einem fran­zösischen Freunde durchaus mitgegangen. Die Versprechungen, die im November 1919 den englischen Wählern gemacht worden waren ich erinnere nur an den Ausruf von Sir Eric Geddes:Wir werden die deutsche Zitrone auspreflen bis die Kerne krachen" und die Rede von Llovd George in Newccastle, die Deutschland restlos ausnehmen wollte, aller­dingsohne Schädigung der englischen In- dustrie" nötigten England auf die franzö­sische Linie. Aber mit der Ruhrbesetzung än­derte sich das Bild England war nicht geneigt, das europäische Gleichgewicht noch weiter zu verschieben und sich in Frankreich einen indu­striemächtigen Konkurrenten, mit Möglich­keiten. größer als diedeutsche Gefahr" je- mals besaß, zu züchten, und es erhob von sei­nen Kronjuristen eine Rechtsmeinung, wonach die Ruhrbeseyung Über die im Vertrag vor­gesehenen Sanktionen hinausging. Ueberdtes war Frankreich klar geworden, daß die Okku- Patton wirtschaftlich unfruchtbar und politisch gefährlich sei, und so konnte denn Balfour uf die Anregung des amerlkanischen Staarssei -- tärs Hughes zurückkommen, wonach un. Mitwirkung eines oder mehrerer amerikc. nischer Bürger eine Untersuchung der deut­schen Leistungsfähigkeit durch eine un­parteiische Kommission vorgenommen werden sollte. Auf Betreiben von Pctncars, der die­sem Vorschlag schließlich zustimmen mußte, Wurde der Auftrag an die Kommission auf Vorschläge begrenzt,rote das deutsche Budget ins Gleichgewicht gebracht und die deutsche Währung stabilisiert werden könne". Als Zweck vorangesteüt wurde die Ueberleitung der Reparationsfrage vom politischen auf das wirtschaftliche Gebiet. Diese Entpolitisierung ist nur teilweise gelungen Zwar wurde die Ruhr innerhalb eines Jahres geräumt und das wirtschaftliche Sonderregime im Rhein­land (Mieumverträge) beseitigt, aber auch heute noch besteht die Rheinlandbesetzung, und zwar ,etzi ausgesprochenermotzen nur als Sanktion für dir Revarationsverpflichtungen. wobei dieselben englischen Kronjuristen den Versailler Vertrag so auslegten, daß, wie Keynes sagt,die Alliierten im Rheinland bleiben können solange sie wollen".

Der übermäßig schwere Dawesplan wurde 1924 angenommen Die Alliierten heben die Freiwilligkeit unserer Zustimmung stark her­vor; die andauernoe Ruhrbesetzung, die zer­störte Wirtschaftslage Deutschlands, die dräuenden sozialen Gefahren machen sie aber gewiß nicht freiwillig. Immerhin haben wir Kiese Zustimmung gegeben tu der Wahl zwi-

London, 11. Mai. (Eig. Drahtbericht) Dai­ly Telegraph berichtet aus Peking über eine angebliche k .schwürung zur Ermordung der auswärtigen Diplomaten. Ein Korrespondent drahtet, daß der vormalige Mneflsche Premier­minister Tschiang Tschau Tschung Vertreter des diplomatischen Korps vor einer kommuni­stischen Verschwärung zur Ermordung der Ausländer warnen ließ. Es sei die Absicht der Kommunisten, die Dienstboten der Aus­länder zur Teilnahme an der Ermordung der Fremden.zu bewegen. Auf furchtsame Angel'ellte sei ein Druck auSgeübt worden, die Säufer innerhalb und außerhalb des Gesandt- schaftSviertelS unbewacht zu lasten, um den Mördern den Eintritt in die Häuser zu ermög­lichen. Der Zweck der Verschwärung fei die Bernichtung der Autorität der Nan­kinger Regierung. Die Tat sollte wäh­rend der am 1. Juni beginnenden Feierlichkei­

ten zu Ehren Sunyatsens ausgeführt werden In AuSländerkreisen stehe man dieser War­nung skeptisch gegenüber, immerhin seien Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden

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Waffenstillstand lm Bürgerkrieg

Tschifu, 11. Mat. (Funktelegramm.) Durch Vermittelung des amerikanischen Konsuls ist zwischen den 5 ruppen der nationalistischen Zen- tralregierung, die die Stadt Fufchan bei Tschifu belagern, und den Aufständischen, die die Smdi seit zwei Wochen verteidigen, ein Waffenstill­stand vereinbart worden Die Frauen. Kinder und Verwundeten verlaffen die Stadt und die Gefallenen werden beerdigt. Das amerikanifche Hospital In Tschifu ist mit Verwundeten über- füllt. Vierzig Rusten haben sich ergeben und I werden über die Grenze abgeschoben werden.

Folgen der Schüsse von Kowno

(Don unserem Sonderberichterstatter.)

Kowno, 11. Mai. Die Pistolenschüsse auf den Ministerpräsidenten Woldemaras haben die Bedeutung eines Alarmsignals. Während der ganzen Dauer seiner durch einen Staats­streich errichteten Regimes ist bisher gegen das Leben des Minister-Diktators kein Anschlag unternommen worden. Soweit seine politi­schen Gegner sich des Terrors als Kampsmir- tcl bedienten, richtete sich dieser gezen unter­geordnete Beamte und Handlanger des herrschenden Systems, dir Putschversuche be- schränkten sich aus kleine entlegene Provinz­nester. Der jetzige Moidanschlag zeigt, daß feine Feinde den Kampf verwegener führen wollen und vor keinem Mittel zurückschrecken. Zu der Erregunq in ganz Litauen gesellt sich auch ein gewisses Befremden darüber, daß die politische Polizei gerade in diesem Fall versagt hat. Dieselbe Polizei, die mit Argusaugen hinter jedem kommunistischen Agitator her ist, die ganze Berge belangloser revolutionärer Broschüren entdeckt hat und unaufhörlich Verhaftungen angeblicher staatsgefährlicher Wühler vornimmt sie hat jetzt weder das Attentat verhindern noch nachher die Attentä­ter ermitteln können. Die gelungene Fluch! der Attentäter und die Ratlosigkeit der Polt- zei lassen den Verschwörungsapparai als unheimlich gut funktionierend er­scheinen. In Kowno munkelt man daher auch schon von einer Erschütterung der Stellung des Chefs der Geheimpolizei StatkuS. (Durch den gestern verhafteten Studenten Bostlius scheint man jetzt allerdings dem Komplott aus der Spur zu fein. D. Red.) Nach osfiziösen Darstellungen sind die Pistolen der Attentäter »in Wilna geladen" worden, d. h. die in Wil­na angestedelten zahlreichen litauischen Emigranten haben den politischen Terror alS ras für unerträglich halten und daher auf pol- nifcheS Gebiet geflüchtet sind, sollen das Mord- komplott angezetteli haben. Der Beweis dafür muß noch erbracht werden und die Wilnaer Emigranten haben den politischen eTrror als Mittel im Kamps verworfen. Aber um er­bitterte Gegner "i finden, braucht die Regie­rung Woldemaras ja garnicht jenseits der Staatsgrenzen Ausschau zu halten. Die

Lage in LUauen ist gespannter dem» je.

Die Versuche zur Versöhnung mit der Oppo­

sition sind sämtlich mißlungen. Weder die Opposition der Rechten, die klerikale Partei, bar sich bereit finden lassen, der diktatorischen Regierung entgegenzukommen, noch die der Linken, d. h. die Volkssozialisten und Sozial­demokraten. Um die Jahreswende hieß es. der Kriegszustand würde aufgehoben werden, selbst von der baldigen Aushebung der Mi- i i t ä r z e n s u r, die schwer aus der Presse la. stet, erzählte man sich in den politischen Stei­fen. Die Unversöhnlichkeil der Opposition, die eine Rückkehr zum parlamentari­schen Regime zur Vorbedingung macht, hat auch die Hartnäckigkeit des Ministerpräsi­denten gesteigert. Der Kriegszustand bleibt bestehen, die Aufrechterhaltung der Zensur wurde in einer offiziösen Auslas­sung im Regierungsblatt für notwendig er­klärt. Zugleich hat Woldemaras die Klerika­len weiter verärgert, die Linke traf ein noch schwererer Schlag durch die

Auflösung der sozialdemokratischen Partei.

Anstatt einer Entspannug ist somit nur eine bedeutende Zunahme der schon vorhandenen innerpolitischen Spannung zu verzeichnen.

Bei jeder Partei gibt es disziplinlose Außenseiter, die aus eigene Hand radikale Schritte unternehmen, wenn ihnen die Politik ihrer Partei nicht energisch genug erscheint Daß sie dabei Mitwisser in Wilna haben, ist leicht möglich, daraus würde aber noch n-chi hervorgehen, daß die Emigranten als ganzes einen Terroristenklüngel bilden. Zu beachten ist übrigen« auch noch folgendes: gerade jetzt wird in Schaulen vor dem Kriegsgericht der große Prozeß gegen die Putschisten von Tau­roggen geführt, die das Regime Smetana- WoldemaraS zu stürzen versucht haben. ES wird mit Todesurteilen und sckweren Kerker- strafen gerechnet. Allerdings wird sich die Diktatur auch nicht von diesen Kreisen ein- schüchtern lassen. DaS Attentat wird sie im Gegenteil nur zu einem noch schärferen Anziehen der Zügel veranlassen, bamtt wird In Kowno jetzt allgemein gerechnet. Der Kampf geht also weiter. Der leidtragende Teil ist dabei vor allem die gemäßigte Oppo­sition. die nun die Wiederherstellung deS par­lamentarischen RegierungssystemS noch .mehr «erKnitt fl-hl

chen zwei liebeln und besitzen das Zeugnis der Gegner, daß wir den Paft restlos und loyal ausgeführt haben. Da aber In den Beziehungen zwischen den Völkern auch das sittliche Element nicht zu kurz kommen darf, wenn man auf eine wirkliche Verständigung abzielt so darf hier betont werden, daß das deutsche Volk den bei jener Gelegenheit auf uns ausgeübten Druck als ebensowenig sittlich empfunden hat, wie es heute die zu gleichem Zweck fortgesetzte Rheinlandbesetzung aI8 sttt- list empfunden kann

Ms die Dawes-Kommission um die Jahres- wende 1923/24 in Berlin eintraf, waren die deutschen Verhältnisse wirtschaftlich und poli­tisch in dichte Schleier gehüllt Angesichts dieser Sachlage ist es nur gerecht festzestellen. daß die DaweS-Kommisflon eine ganz hervor- ragende Leistung vollbracht hat. Sie hat eS unter deutscher Mitwirkung getragen, vom deutschen Lebenswillen serttggebracht, Deutsch­

land eine gute Währung, ein geordnetes Bud­get und einen ausländischen Kredit zu ver­schaffen und damit die Grundlagen für den deutschen Wiederaufstieg gelegt. Sie hat fer­ner die Grundzüge ausgearbeitet und ver­kündet, nach denen in Zukunft allein Repara- tionszahlungen geleistet werden können, und sie bat bei der Unsicherheit, die notwendiger­weise für alle ihre Annahmen über die deut- sche Leistungsfähigkeit bestand, Ventile einge­baut, die die Gefahren einer Ueberlastung bannen sollten Festzustellen ist jedoch auch, daß in der Argumentation mancherlei Irr­tümer und Widersprüche enthalten sind, daß die Experten die innere Schwäche Deutschlands nicht richtig erkannten und daß der Plan sich weithin al- ein Scheinerfolg erwies. Das aber nicht, weil er nicht richtig konzipiert, son­dern weil er weithin gegen seinen ausgespro- ebenen Sinn und Willen auSgeführt worden ist. (Ein Schlußarlikel folgt. Die Red.)

Roch ungeklärt

Die Franzosen wieder mißmutig.

Paris, 11. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Die deursche Delegation arbeitet z. Zt. fieberhaft an ihren Bemerkungen über die Beiträge zu dem Stampdericht, der voraussichtlich über 100 Seiten umfassen wird. Inzwischen scheint der Gedanke, den Schwierigkeiten über die Venei- lung der Annuitäten unter den Alliierten durch eine Erhöhung der deutschen Zahlungen aus dem Wege zu gehen, unter einigen Dele­gationen schon Fortschritte gemacht zu haben. Und zwar denkt man an eine Erhöhung oer Noungscben Annuitätenzifsern um 50 Mil­lionen Goldmark Diese Erhöhung lehnen die Deutschen auf alle Fälle ab. Die Schwierigkei­ten liegen immer noch bei Frankreich und Belgien, die bisher zu den Noungschen Zis­tern nicht einmal ihr prinzipielles Einver­ständnis erklärt haben. Alle Spekulationen der französischen Presse auf eine Erleichte­rung der Lösung durch Konzessionen der 8er- einiaten Staaten sind abwegig.

Paris, 11. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Stamp und Schacht haben gestern in einer zwei­stündigen Zusammenkunft den Berichts Stamps einer Durchsicht unterzogen, wobei der deutsche Delegierte Gelegenheit hatte, feine Wünsche vor­zubringen und rebattionefle Aenderungen vor­zuschlagen. Man hofft, daß der Bericht bis Dienstag oder Mittwoch nächster Woche vorlie­gen wird und daß er, falls die deutschen Vorbe­halte Zustimmung ftnden. einstimmig von dem Sachverständigenkvmmitee angenommen werden kann, sodaß der sogenannte Majoritätsbericht. der bereits zum größten Teil fertiggestellt war, hinfällig würde. BiS dahin ist mit Vollsitzun­gen der Konferenz nicht zu rechnen.

Paris, 11. Mai. Die Pariser Presse ist durch die Neuordnung, die der Gang der Sachver- ständigen-Verhandlungen am Freitag Nachmit­tag genommen hat arg enttäuscht. Pertinax schreibt: Die Aussichten für uns sind wenig glänzend. Dr. Schachts Hartnäckigkeit sei be* lohnt worden. Aves in allem werde man vor einen recht doppelsinnigen Bericht gestellt wer­den, der gespick, sei mit deutschen, englischen und belgischen Vorbehalten. Auch Journal meint, die Konferenz sei in ein e r n st e S Stadium ge­treten. Da sei einmal die Schwäche der Gläu­biger, die es nicht wagten, die Amerikaner auf« Sfordern, sich nicht in Angelegenheiten zu mi- en.au denen sie sonst nicht teilnehmen woll­ten und zum anderen, daß die Sachverständi­gen es nicht wagten, Deutschland hart anzufas­sen. Inzwischen rückten die e n g l i s ch e n Wah­len immer näher, was den Deutschen sehr gele­gen komme. Der Erz- sior führt auS, die Auf­gabe der Sachverständigen fei, den ersten Be­richt-Vorschlag, btr unter StamphS Leitung von den Amerikanern und den Alliierten ausge­arbeitet wurde, mit den deutschen Vorschlägen zu vereinigen um zu einem neuen Entwurf zu kommen, der den Gläubigern und den Schuld­nern zusagen würde. Wenn die Vorbehalte Schachts annehmbar seien, dann würden die Miierten imm r noch Zeit haben, sich unterein­ander zu einigen. Auch ein weiteres Blatt meint, daß auf Gruni. der neuen Methode die Sachverständigen sich eine genaue Meinung über die gesamten deutschen Ansichten bilden könnten,

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London schöpft neue Hoffnung

London, 11. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die heutigen Morgenblätte beurteilen die Aus» sichten der Pariser Verhandlungen zuversichtli­cher und erachten eS als feststehend, daß Owen Aoung feinen neuen Berteilungsplan bereits aufgegeben habe. Auch in der Frage der deut- scheu Vrobehafte werden sehr optimistische An- sichten vertreten. In einem Pariser Bericht heißt es, man würde nur in einigen Punkten festblriben und zwar in der Frage der möglichen Gewährung eines Moratoriums oder in der Frage der Zahlungen an die Keinen Gläubiger.

Das friedlose Mexiko

Aufflackernde Religionskämpfe.

Mexiko, 1L Mai. (Funktelegramm) Die Kämpfe In verschiedenen Teilen des Lan­des sind wieder neu aufaeflammt ES wird von heftigen Zusammenstößen zwischen Re- gierungstruppen und aufständischen Cristeros (religiöse Sekten) berichtet. Bei den Kämpfen im Staate Jaliöeo hätten die Aufständischen vierzig Tote »'«-"ckgelaffen. In der Nähe von Monzanillo hätten sie dagegen Erfolge zu verzeichnen und große Beute gemacht