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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Freitag 18» Mai 1939

Me Frau soll den Frieden sichern

^Hauses kämpfen. Hiervon ent- die Konservativen, 559 auf die

des Uniei

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Zer ewige Kreislauf in Paris

Moskau versprochen! Wenn

5 Tagen sowie für besonders

man die Borge- Moskau erfährt,

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-sonders bemerkenswert

Diesmal verschärfter Wahlkampf

London, 10. Mai. Das Parlament wird heute nachmittag aufgelöst. Eine Thronrede wird einen Ueberblick über die Leistungen des Kabinetts Baldwin enthalten. Nicht weniger als 1685 Kandidaten, über hundert mehr als bei den letzten Wahlen, werden um die 615

Churchill lehnt schroff ab

YonngS Berteilungsplan unannehmbar.

London, 10. Mat. (Eigener Funkdienst). Im Unterhaus bezeichnete Finanzminister

Unsere Kolonien locken!

Oslo, 10. Mai. (Funkdienst.) Das Haupt­organ der norwegischen Bauernpartei „Na- zion" fordert in einem Artikel die Uebernahme eines Mandats über die frühere deutsche Ko­lonie Ostafrika durch Norwegen. Norwe­gen wurde schon 1919 in Versailles unter der Hand das Protektorat über diese Kolonie an- geboten, was jedoch ab gelehnt wurde, da die Vorteile von den mächtigeren Staaten aus- aenützt würden. Darin müsse eine Aenderung eintreten. Es müsse der Versuch gemacht wer­den, auch Norwegen einen Vorteil aus der Mitgliedschaft des Völkerbundes zu gewähren, was durch das Protektorat über das Tan­ganjika-Gebiet geschehen könne. Die Frage nach einem neuen Mandat sei an der Tagesordnung.

Baldwins Friedens- und ItSumungspoittik

London, 10. Mai. (Eigener Funkdienst). Premierminister Baldwin äußert sich zu den in einer Denkschrift der englischen Liga für Völkerbund aufgeworfenen Fragen u. a.: Das Vorhandensein des Kelloggpaktes hat die Unterzeichnung der Fakultativklausel für den

ist aber nicht mit einem unbedingten Fehl­schlag zu rechnen, sondern vielmehr mit einer Lösung, die der britischen Auffassung entspricht, wonach die Konferenz nicht zuständig zur Ab­änderung der bestehenden Sätze sein soll. Es bleibt durchaus möglich, daß der endgültige Bericht des Ausschusses einschließlich der deut­schen Annuitäten entsprechend dem Youngplan und einschließlich mehrerer Versicherungen für Deutschland, die Dr. Schacht vorschlägt, ein­stimmig angenommen wird. Damit würde die Konferenz ihre Aufgabe, die deutsche Schuld endgültig festzusetzen, gelöst haben. Vermut­lich würde auch eine Mehrheit Großbritannien, Amerika, Italien und Japan, einen Anhang annehmen, wonach die Verteilung einer späte­ren Erörterung unter den alliierten Regie­rungen überlassen bleiben sollte.

Doch eine Lösung ht Paris

Rur die Verteilung der Beute bleibt offen.

London, 10. Mai. (Eigener Funkdienst). Reuter meldet aus Paris: Neuerdings heißt eS, daß mehrere Gegenvorschläge zu YonngS Dertetlungsplan aufgestellt werden, von denen vermutlich jeder anders lauten wird. Deshalb

sei, daß man in England Frankreich für die Enttäuschung der englischen Delegation verantwortlich mache. Sir Josuah Stamp habe doch voraussehen können, daß, als er der Annuität Youngs von 2050 Mil­lionen zustimmte, Gefahr bestand, daß die englischen Forderungen hinsichtlich der Domi­nions fallen gelassen würden. Ein Blatt tritt der Meinung entgegen, die Zifferskala Youngs anzunehmen und die Frage der Verteilung of­fen zu lassen, und sie späteren Verhandlungen vorzubehalten. Oeuvre schreibt: Wie wäre doch alles einfach, wenn die Vereinigten Staaten — und wir sprechen dabei nicht einmal von den interalliierten Schulden — die Eleganz besitzen würden, ihre Forderungen hinsichtlich der rückständigen Bes atzungS-Kosten nicht aufrecht zu erhalten!

internattonalen Gerichtshof weniger dringlich gemacht. Bezüglich der Rheinlandräumung stimmen die Konservativen der Regierungs­erklärung zu, wonach die britische Regierung eine baldige Räumung ohne Rücksicht auf das legale Recht der vormaligen alliierten Regie- rungen auf Fortsetzung der Besetzung bis zum Ende der Vertragsfrist begrüßen würde.

fallen 582 auf die Konservativen, 559 auf die Arbeiterpartei und 493 aus die Liberalen. Be­merkenswert ist, daß die Kommunisten dies­mal mit 24 Kandidaten vertreten sind; ferner sind 27 unabhängige Kandidaten aufgestellt. Während bei den letzten Wahlen nahezu 50 Kandidaten ohne Opposition ins Unterhaus wanderten, werden diesmal nur neun Sitze kampflos besetzt werden. Die Frauen haben diesmal nahezu in allen Wahlkreisen eine we­sentliche Mehrheit gegenüber den Stimmzahlen der Männer.

Stummer 109 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

London, 10. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Lloyd George äußerte sich in einer Wahlrede vor liberalen Frauen über die Notwendigkeit derAbrüstung: Heute morgen hab« ich in einem bemerkenswerten Buch, dem Tagebuch eines deutschen Soldaten (gemeint ist ver­mutlich das Buch von Remarque) folgenden Satz gelesen: „Die Menschen habe« immer aus irgend welchen dummen Gründen miteinander Krieg geführt." Lloyd Georges sagte: Das ikt richtig, der Mann ist ein streittüchtiges Tier. Wenn die Männer das nämfte Mal zuschlaaen wollen, dann sollten die Frauen sie zum Te p- pichklopfen schicken. Es gibt genug nütz­liche Dinge, an denen der Mann seine Tatkratt austoben kann. Mit der Sache des Friedens ist es rückwärts gegangen. Den Männern ist in dieser Beziehung nicht zu trauen. Die Frauen müssen sich darum kümmern.

schichte der Demonstration in , _____

so wird die Affäre für die Sowjetregierung noch unerfreulicher.

Die Raffel« Neuesten Nachrichten «scheinen wöchentlich sechsmal »achmittaoS. Der Aboa- nementspreis betiäat für de» Monat 2.30 J bei freier Zustellung in» Haus, in der Ge­schäftsstelle abgeholt 2.10 Jt. Durch die Poft monatlich 2.30 X ausschUehltch Zuftellungsae- bützr. Rückzahlungen deS Bezugsgeldes od« Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungs- mätziger Lieferung ift ausgeschlossen. Kür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Salle 8b«nr<L--- --------

Verlag und Druckerei: Raffel, Schlachthosstrahe Nr. 28/30. Kerusr"

EinzelprriS: Sonntags 20 Pfennig. 19. ZahrgSNg

Paris, 10. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Zu den Erklärungen Churchills äußert sich die Morgenpresse, daß ohne allgemeines Entge- genkommen der Erfolg der Konferenz aufs neue gefährdet sein würde. Zweifellos wür­den die Amerikaner die ersten sein, die aner- kennen würden, daß sie ' gegangen seien. Be

Zu hohe Ministerpensionen

Severing kündigt das Kürzungsgesetz an.

Berlin, 10. Mai. Im Haushaltsausschutz äußerte sich Innenminister Severing zu seinem Etat, daß seine Ministerialräte nicht mit dem Kapp-Putschisten Pabst in Verbindung gestan­den hätten und daß beide Beamte sein volles Vertrauen genössen. Von einem „Titelkrieg" mit Bayern könne keine Rede sein. Der Gang an das Reichsgericht wegen der bayerischen Titel- Verleihungen sei kein unfreundlicher Akt gegen die Münchener Regierung, da diese selbst Klar­heit über die Auslegung des Art. 109 der Ver­fassung, der Titel und Orden untersage, wünsche. Das viel erörterte Ministerpenstonsgesetz werde demnächst an den Reichstag gelangen. Entgegen dem bisherigen Zustand, wonach die ehemaligen Minister das volle Gebalt in Höhe von durch­schnittlich 24 000 Mark als Jahrespension be­ziehen, soll durch die neue Vorlage die

Höchstpenstou für Minister auf 12 000 Mark festgelegt werden. Die Wiedereinführung der Zensur würde vermutlich schon an der erforder­lichen Zweidrittelmehrheit im Reichstag schet- tren. Uebrigens litten wir in Deutschland unter einer Inflation von Gesetzen, die man nicht noch erheblich steigern dürfe. Vielmehr sollte man das Volk durch eine Verfeinerung und Verbesserung des Geschmacks zur Selbstbekämp- fung von Auswüchsen erziehen. Das Fiasko der Berliner Komischen Oper beweise z. B., daß deren viele „Nacktheiten" einfach kein Pu­blikum mehr fanden. Ueber den Rundfunk wolle er eine Diktatur nicht ausübm und habe gerade gegenüber feinen Freunden vom Me- tallarbeiterverbande wegen ihrer Wünsche znm 1. Mai eine ablehnende Haltung eingenommen. Wenn er durch seinen Spruch Sollmanns Rede in Köln ermöglichte, so nur, weil in Köln nicht verboten werden sollte, was Herr Wissell in Berlin tat. Das Beamtenvertretungsgesetz werde demnächst vor den Reichstag kommen und die Ressortverhandlungen über das Be­amtendienststrafgesetz seien beendet. Auch hoffe er, daß für das umfassende

Allgemeine Beamtenrecht 1930 sich die Vorlage ermöglichen lasse. Auch über das Wahlrecht fei ein Referentenentwurf aus­gearbeitet. Solange der Proporz beibehalten werden müsse, werde es sich ja nur um die

Aufteilung der großen Wahlbezirke

in Einzelbezirke handeln können. Ein Reichs- Berufsschulgesetz könne nicht in Aussicht stellen, weil dem Reich allein dadurch 50 bis 60 Millionen Kosten erwachsen würden und ähnliche Summen wahrscheinlich den Ländern. Severing erklärte noch, er beabsichtige nicht, ei­nen Volksentscheid über die Reichsreform zu enttefleln.

Churchill kategorisch die Vorschläge Owen Youngs für die Verteilung der Reparations­zahlungen für unannehmbar. Die englische Delegation habe keine endgültige Instruktionen sondern es müsse dem Sachverständigen-Komi- tee überlassen bleiben, eine Entscheidung selbst zu treffen. Wie diese auch immer ausfallen werde, so könne ste doch nicht die Hände der englischen Regierung binden, die völlige Freiheit habe, die Entscheidung ihrer Sach- verständtgen abzulehnen. Mit den letzten Vor­schlägen werde sich jedoch die Regierung unter leinen Umständen einverstanden erklären. (Leb­hafter Beifall). Abg. Wedgwood, der durch den neuen Verteilungsschlüssel einen Verlust von rund hundert Millionen Pfund für Eng­land befürchtet, übertrumpfte die Regierungs­erklärung noch mit der Frage, ob Churchill eine Garantie geben wolle, daß England unter keinen Umständen sich zu einem Geschenk an Frankreich verpflichten werde, selbst wenn die- ses weniger als hundert Millionen Pfund be­trage. — Churchill fügte jedoch feiner vohl- ertoogenen Antwort nichts hinzu. Vorher hatte das Kabinett das Reparationsproblem ein­gehend erörtert

Moskau und -er 1. Mai

Der 1. Mai gab bekanntlich auch zu anti­deutschen Demonstrationen in Moskau Anlaß. Der Oberkommandierende der Roten Armee hielt bei Abnahme der Parade nicht allein eine Brandrede gegen das „sogen, demokratische Deutschland", sondern es wurden im Demon­strationszuge mehrere deutsche Minister durch Karrikaturen verspottet. Daß daraufhin die deutsche Regierung ihrem Botschafter befahl, gegen derartige Taktlosigkeiten Einspruch zu erheben, ist selbstverständlich. Fürs erste scheint in Moskau jdieVornahme des deutschenSchrittS den EigenMn der Svwjetregierung noch ver­stärkt zu haben. Das Exekutivkomitee har sogar den deutschen Kommunisten noch Hilfe aus

Russenadschud nach Belgien

Paris, 10. Mai. Seit dem 1. Mai sind aus Frankreich 28 russische Kommunisten auSgewie- fen worden, von denen 16 in Sowjetorganisa­tionen beschäftigt waren. Vier Sowjet-Orga­nisationen werden deshalb wahrscheinlich bem* nächst aufgelöst werden Die Ausgewtesenen wurden nach Belgien obgeschoben, werden je­doch auch dort abgelehnt, sodaß sich jetzt der Berliner Sowjetvertreter um sie bemüht

-rimetika schickt Söge nach Varis

Paris, 10. Mai. (Eigener Drahtbericht) Rach einem Kabeltelegramm «u3 dem Weißen taufe wird bestätigt, daß «alter Edg« zum achfolger HerrickS als Botschafter irr Pari- auserfehen fei.

Lnreigeno reise: Einheimische SeschüftSanreigen die mm-Zelle 11 A. auswärtige GeschäftS- a ureigen die mm-Seile 11 A. Familienanzeigen bte mm-Ieile 11 A. Kleine Anzeigen an# Raffel bat Wort 7 A. auswärtige Kleine Anzeigen die mw-Zeile 11 A. Reklamen die mm-Zeile 45 A. Offertgebübr 25 A (bei Zustellung 85-1). Rechnungsbeträge inn«balb - ~ rahlbar. Für die Richtigkeit all« durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen Sufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden FSr Anreisen mit schwierigem Satz 10d Prozent Aufschlag. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 6380.

Entschiedene Gegner der Demonstration waren Kalinin und Rykow. Sie hielten bei der gespannten innerpolrtischen und wirtschaft­lichen Lage internationale Verwicklungen nicht nur für unerwünscht, sondern für gefährlich. Stalin, der in letzter Zeit sehr gereizt ist, war über diese „Panikreden" sehr empört. Er er­klärte, daß Deutschland während der Pariser Verhandlungen es nicht wagen werde, die di­plomatischen Beziehungen zu Moskau abzubre­chen. Auch Woroschilow war der Ansicht, daß er als „Ehrenvorsitzender des deutschen Rot- frontkämpferbundes" in Berlin jeden Kredit verlieren würde, wenn er nicht energisch redete Schließlich kam es zu dem folgenden Kompro­miß: Es sollte außer Woroschilow kein Re­gierungsmitglied an der Parade teilnehmen, da es sich um eine militärische Veranstaltung handle. Daraufhin erst befahl Stalin Woro­schilow möglichst scharfe Ausdrücke zu gebrau­chen und im Zuge Karrikaturen deuttcher Mi­nister mitführen zu lassen.

Auch in Berlin soll es kurz vor dem 1 Mai zu einem bezeichnenden Vorfall gekommen fein Nicht wenige Beamte der Sowjetbotschaft wei­gern sich, neuerdings nach Moskau zurückzukeh­ren, weil sie unangenehme Folgen befürchten. Auf einer Versammlung der Beamten soll der offizielle Redner einige direkte Anspielungen auf die fpäteren Vorkommnisse am 1. Mai ge­tan haben. Er erklärte u. a.: „Jeder von un8 weiß, daß es uns schlecht geht und unsere wirt­schaftliche Sage schwer ist Aber wir hielten uns auch in den Bürgerkriegs- und Hungerjahren (1918—21), und ebenso wird auch jetzt der Sowjetstaat bestehen bleiben Es macht sich aber unter uns Genossen eine neue Krankheit bemerkbar. Sobald verlangt wird, daß Ihr zur Rechenschastsableaung nach Moskau reisen sollt, so „erkrankt" Ihr sofort. Aber diese Feig­linge haben keinen Grund sich zu freuen und sich In Sicherheit zu wiegen. Bald, fehr bald wird es hier (d. h. in Berlin) nicht besser fein, als bei uns in Moskau. Und eher als Ihr glaubt, werden wir auch hier in der Sage fein, uns mit folchen „Kranken" auseinanderzu­fetzen".

Die Fäden zwischen der K. P. D. uad Mos­kau liegen also auch für diesen Fall offen zu­tage und während früher in Deutschland zahl­reiche Politiker aus allen Bagern großes Ge­wicht auf die guten Beziehungen zu Sowjet­rußland legten, und auf das Rapallo-Abkom­men große Hoffnungen fetzten, ist dieses Mal der Protest gegen das unwürdige Verhalten Moskau allgemein. Zudem wird vielfach be­tont, man fei über bte deuttch-fowjetruffischen Beziehungen enttäuscht, auch die wrrtschastli- chen Möglichkeiten werden jetzt skeptischer be­urteilt als früher. An Illusionen ärmer zu werden, ist auch ein Gewinn. Axel Schmidt,

Paris, 10. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Die Wendung in den Reparationsverhandlungen läßt einen baldigen Abschluß kaum mehr als möglich erscheinen. Auf jeden Fall wird die Konferenz über Pfingsten hinaus fortdauern. Die Schwierigkeiten liegen im Verteilungsplan Youngs. Die Herabsetzung der Ziffern muß entweder eine prozentuale Herabsetzung der Anteile sämtlicher Gläubigermächte oder aber den Verzicht eines oder mehrerer Gläubiger zugunsten eines anderen, in diesem Falle Frankreichs zur Folge haben. Es ist bekannt, daß Frankreich sich gegen eine weitere Redu­zierung seines Anteils an der Reparations- annuitat mit Händen und Füßen sttäubt und daß infolgedessen Owen Young den

französischen Wünschen Rechnung zu tragen sucht. Diese Formel aber hat bei einigen anderen Gläubigern, vor allem bei den Engländern, deren Anteil stark beschnitten wurde, starkes Mißfallen ausgelöst.

Tie von England angedeutete Möglichkeit, daß die Konferenz die Ziffern arundsätzttch an« trimmt, die Festsetzung des Verteilungsschlüs­sels aber den Regerungen überläßt, hat nicht sehr vieü Wahrscheinliches für sich. Vermutlich werden die Engländer einen Druck ausiiden. um den französischen Anteil an den deutschen Zahlungen zu schmälern. Das dürste mit ziemlicher Sicherheit die Franzosen dazu ver­anlassen, erneut die Forderung noch einer Er­höhung der deuttchen Annuitäten attszuwerseit Nickt ausgeschlossen ist der Versuch,die Schuld am neuen Schottern der deutschen Delegatton in die Schuhe zu schieben.

London, 10. Mai. (Eigener Drahtbericht). Rach einem Pariser Bericht will man die deut­schen Vorbehalte dem Bericht einbetleiben und diesen bann unterzeichnen. Bei ber barauf folgenden Behandlung der Verteilungs- frage würden die Deutschen aufgefordert werden, sich zurückzuziehen. Unter den Alliier­ten würde dann ein zweiteSSchriftstück, das sich mit ber Verteilung befaßt, erörtert werden. Die Sachverständigen, die mit den Vorschlägen Owen Youngs überelnftimmten, müßten das Schriftstück sofort unterzeichnen, während die Gegner den Änttag einbringen, daß die Konferenz nicht ermächttgt sei, den prozentualen Verteilungsplan zu ändern und daß diese Frage den Regierungen Vor­behalten werden müsse. Es wird als mög­lich bezeichnet, daß sich eine Mehrheit für diesen Antrag findet. DaS würde die Absetzung des brittscken Standpunktes und das Ende der weiteren Verhandlungen über die VerteilungS- frage bedeuten.

Eine Notlösung in Paris?

Norwegen wünscht ein deutsches Nolonialinan-at — tloy- George und die Frauen