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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Mittwoch, 1. Mai 1929

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19. Jahrgang

Wiens Kabinettsbildung am Ziel

Trübe Bilanzen für Paris-Genf Verständigung mit Polen wieder gestört

Stiegg-Otlelmifle in Mhaniltm Sn Eens nichts zu erreichen

Bon Chefingenieur Emil Beitz - Lübeck, früher Kabul. (Nachdruck auch auszugsweise verboten.)

Der Verfasser der nachstehenden fesselnden Schilderung aus den kritischen Tagen in Afghanistan ist der erste Deutsche, der nach, den Umwälzungen nach Deutschland zurückge­kehrt ist. Er schreibt uns: Wir fuhren zu sechsen, drei Deutsche, zwei hochstehende afgha­nische Beamte und der Chauffeur, in einer fast kunkelnagelneuen Fiat-Limousine zur Be­sichtigung einer Baustelle des Kabuler Elektri­zitätswerkes. In sanften Kurven hatten wir den einige Kilometer hinter Kabul liegen­den PaßCheir-Chana" überwunden und fuhren jetzt in schöner zu beiden Setten mit Maulbeerbäumen besäumter Allee unserm Ziele Dschebol-Sarradsch, demLicht des Ber­ges", einem Ausflugsplatz des früheren Emirs, zu. Die Straße durchquert fruchtbare Ebenen. Wir fuhren durch ein größeres Dorf, überhol­ten bei Lastkraftwagen, fuhren an gerade lagernden Karawanen vorbei, kamen an einem Kompanielager der Linientruppen vorüber, an gestikulierenden Menschen, die uns etwas zu­riefen, was wir als Reisegruß beantworteten. Wir saßen ja bequem in einem der neuesten Wagen, was konnte uns passieren? Ausge- rffsene Straße? Eingestürzte Brücke? Alles konnte uns nicht stören. Wir hatten einen zuverlässigen Fahrer, hatten Vierradbremse und sahen durchaus nicht ein, warum wir uns wohl hätten beunruhigen sollen.

Und doch, wir fuhren durch eine im passi­ven Widerstande gegen die Regierung stehende Bevölkerung.

Der Führer bremfte hart, fuhr langsam Wetter und fragte:Was tun. Sahib, weiter­fahren oder anhalten?"

Was ist denn los, was willst Du?" Nichts, Herr, dort dreihundert Meter vor uns haben die Räuber die Straße besetzt."

Räuber? Wo denn?"Quatsch!"Regie- rungstruppen", ging es durcheinander. Unter­scheiden konnte keiner etwas anderes, als vier Bewaffnete mit schußsertigen Gewehren un- term Arm.So Gott will" sagte der Fahrer und wir fuhren heran.

Wir sahen uns an, die Afghanen sahen uns an, was tun? Es hatte keiner von uns Waf­fen bei sich, nur ein Afghane hatte einen klein­kalibrigen Revolver in der Tasche und ver­suchte, ihn schußfertig zu machen.

Nur nicht schießen . sagte ich,wir haben nichts zum Schießen, außerdem, es werden er Reglerungstruppen fern." Dirisch!"Wohin wollt Ihr?" Nach Dschebol-Sarradsch."

Was wollt Ihr dort?" Straßen be­sichtigen."

Wer seid Ihr?"Deutsche".

Blitzartig überlegte jeder, was tun. wenn die Sache peinlich wird. Es waren Räu­ber. Sie hatten schon öfter Autos angehalren, ausgeplündert und verbrannt. Außerdem, wie vielen Räubern standen wir gegenüber? Es müßten keine Afghanen sein, wenn sie uns nicht schon längst in einen Hinterhalt gelockt hätten, sodaß selbst ein Sieg über diese vier Mann uns nichts genutzt hätte. Eine Wache blieb bei uns. Drei Räuber waren gegangen, dann gelaufen, dann gerannt, als gälte es.

das eigene Leben zu retten. Sie sahen sich nicht ein einziges Mal um. Der bei uns gebliebene Wachmann machte ein saures Gesicht, erzählte uns. daß sie Regierungstruppen wären, sich aber meistens verkleiden müßten, um von der Bevölkerung nicht verraten zu werden und daß wir nichts zu befürchten hätten. Er wolle doch selber mal sehen, warum die andern noch nicht zurück wären. Ohne auch nur zu lächeln, ge­statten wir ihm, auch seinerseits sich zu über­zeugen und uns Nachricht zukommen zu lassen Er war schon fort, er rannte vom ersten Augenblick an um fein Leben. Auch uns war es- genug. So leise wie möglich kehrten wir um, und nie raste unser guter Fahrer so wie aus dieser Heimfahrt.

Meine Ansicht ist es, gestützt auf mehr als ein Dutzend Zusammentreffen angenehmer und unangenehmer Erinnerung, daß

die meisten Räuber anständige Kerle waren, die ebenso ihren Ehrbegriff hatten tote andere, und gefühlsmäßig Recht und Unrecht sicherer ermittelten als manch bestochener Rich­ter. Und schließlich waren sie alle einmal fried­liche Menschen gewesen, die nur durch starke Ereignisse aus ihrer friedlichen Bahn heraus- Seworfeu waren, wie z. B. Blutrache, frauenangelegenheiten oder bit­te r st e R o t. Bei ihnen allen ist das Rauben nicht viel mehr als Selbsterhaltung, und nur im äußersten Falle wird von der Waffe Ge- brauch gemacht; denn wenn sie auch im Augen­blick zum Siege verhilft, jedem Toten ersteht fein Rächer. Selbst im erbitterten Kampfe ver­meidet man unnötige Schießereien.

Während der letzten Kämpfe, auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete, gelang es den Gardetruppen, sich bis an den Fuß einer befestigten Stellung heranzuarbeiten. Nachts sandten sie dennoch den heiligen Koran htn- über und forderten zur Uebergabe auf, und erst nachdem sie verspottet und verlacht wur­den, gingen sie am Morgen zum Angriff Über und erst in der darauf folgenden Nacht rückten sie in die verlassene Stellung ein. Für die Europäer bestand keine unmittelbare Gefahr. Man hatte mit weitgehenden Plünderungen gerechnet, mit Brandstiftung und einem furcht, baren Durcheinander. Kaum etwas davon ge­schah. Es lst ein unbestreitbares hohes Ver­dienst Habib-Ullahs und es zeugt für feine Stellungnahme zum Mob und zu den Kämpfen überhaupt, daß er nicht einen Augenblick feine Handlungen mit denen des Mob identifizierte, sondern ihn sofort energisch und erfolgreich be­kämpfte.

Auf Plündern, Diebstahl und Brandstiftung stand Todesstrafe.

Ich kenne Fälle, wo er sie an eigenen Truppen vollstreckte. Fraglicher ist die Stellungnahme der jetzt von Aman Ullah in den Kampf ge- rührten Bergstamme, die im Europäer fast nur immer den verhaßten Engländer kannten, und denen weißer Frauenraub, wie blL<!Il,SIanib<I e.8 bestätigen können, durchaus nichts Fremdes ist. Es Ware um Aman Ullahs wegen zu begrüßen, daß et seine Truppen nur fo in der Gewalt haben möge, wie fein Gegner (Ein Schlußartikel folgt. Die Red.)

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os kommt nach Paris?

Berlin, L Mai. (Eigener Informations­dienst.) Unterrichtete Kreise übersehen noch nicht, ob es nach dem Auseinandergehen der Sachverständigen zu einer diplomatischen oder politischen Konferenz kommen werde, doch dürsten die einzelnen Regierungen in Schrift- stücken Stellung nehmen, um vielleicht später direkt mit den Ländern zu verhandeln. Die Behauptung des Pariser Journal, daß es be - teits im Juli nach der Völkerbunds- tagung zu anderweitigen politischen oder di­plomatischen Verhandlungen kommen werde, erscheint jedoch erheblich verfrüht. Auch hat der französische Botschafter de Marguerie keine Besprechung mit Dr. Strese- ma»n in dieser Frage gehabt.

Der 1. August naht

Kommt Paris zur Einsicht?

Paris, 30. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die gestern im englischen Unterhaus ergangene Aufforderung an Paris, bas Schvldenabkommeu

zu ratifizieren, sollte Paris zu erkennen geben, daß eine weitere Sabotage der Sachvernändi- genkonferenz gerade für Frankreich gefährlich werden könnte, da man dem 1. August, dem Fälligkeitstermin der vierhundert Millionen Dollar-Warenschuld Englands an die Bereinig­ten Staaten bedenklich nahe kommt und neue Verhandlungen nicht die mindeste Aussicht auf Erfolg haben.

*

Reine Mission von Rsihimanns

Berlin, 1. Mai. (Funktelegramm.) Einer vlättermeldung zufolge soll Herr »en Kühl- mann vom Auswärtigen Amt nach Paris gesandt worden fein mit dem Auftrag, zu ver- suiben, mit der französischen Regierung in der Kriegsentschädigungsfrage zu einer Einigung zu kommen. Bon zuständiger Stelle wird diese Meldung dahin berichtigt, daß von Kühlmann sich lediglich auS Privatgründen in Paris aushält.

Deutschland zieht alle Anträge zurück.

Genf, 1. Mai. (Eigener Drahtmeldung). Dir Abrüstungskommisston beschloß, die Tagung am 8. ober 11. Mai zu unterbrechen und aus einen späteren Zeitpunkt zu vertagen. Man nimmt an, daß die Kommission Ende Juli oder Anfang August wieder zusammen­treten wird, um endgültig die Vorarbeiten der Abrüstungskonferenz abzuschließen und dem Völkerbund den Schlutzbericht zu er­statten.

Genf, 1. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die Abrüstungskommission bestimmte bezüglich der Beschränkungen der tatsächlichen Truppenbe- stände zu Lande, daß die kommende Abrü­stungskonferenz die Ziffern für die ein­zelnen Truppengattungen einsetzen soll. Die Behandlung der Schemen für die Schiffsgattun­gen wurde auf später vertagt. Die deutsche Ab­ordnung betonte, daß der Artikel über die Be­schränkung der tatsächlichen Truppenbestände völlig ungeeignet für jede Beschränkung der Rüstungen sei. Sie zog alle Zusatzanträge zu­rück, mit ber Begründung, daß nach der grund­sätzlichen Entscheidung über die ausgebildeten Reserven eine Erörterung dieses Artikels über­flüssig sei. Die deutsche Abordnung sehe sich gezwungen, jetzt die volle

Verantwortung in der Landabrüstungs- srage völlig ber Mehrheit

zu überlassen. Als Rüstungsbeschränkung sei jetzt lediglich noch die Frage der militänschen Ausbildungszeit und der militärischen Jahres­kontingente zu betrachten. Graf Bernstorfs erklärte hierbei ironischBerge hätten gekreist und eine Maus wäre geboren" worden, woraus ber Präsident erwiderte: Graf Bernstorfs ver­trete einen unglaublich pessimistischen Standpunkt, die Berge, die kreisten, könnten auch einen Löwen gebären! (Leider einen Kriegs­und keinen Abrüstungslöwen. Die Red.) Die deutsche Ab rbnuug behielt sich

volle Freiheit für die zukünftige Ab­rüstungskonferenz vor.

Bei Bewertung der Militärdienstbauer trat von neuem ber immer wieder In die Erscheinung tretende Gegensatz zwischen Italien und Frank­reich hervor. Italien verlangte völlig gleich­wertige Behandlung in ber Beschränkung ber Rüstungen. *

England ratifiziert das Giftgas-Abkommen

Genf, 1. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Lorb Cushenbun künbigte in der Abrüstungs-Vor- kommissioN die bevorstehende Ratifikation des Genfer Giftgas-Abkommens durch England an und zwar unter dem Vorbehalt der Gegenseitigkeit. Der kanadische Vertre- ter Riddel kündigte das gleiche Verfahren an. Dann beschäftigte man sich mit ber tabellen­mäßigen Erfassung der Effektivstärke der Seere und beschloß lediglich, eine allgemeine nterscheidung zwischen den Streitkräften in der Heimat, in den Kolonien und in den mili­tärisch organisierten Verbänden zu machen. Um die Frage der länger dienenden Offiziere und Mannschaften stritten sich Italiener und Franzosen.

Gin ehrlicher Franzose

Gegen den Kolonienraub und die Ostgrenzen.

Kowno, 1. Mai. Der Pariser Journalist Henri de Chambon veröffentlicht im Organ der litauischen Regierung, einen Reparations-Arti- kel. Heute seien schon sehr viele Franzosen der Ansicht, daß eS ein schwerer Fehler war, Deutschland alle Kolonien zu nehmen, und waS den Danziger Korridor betrifft, so ist er ihrer Meinung nachein Nonsens", der der ge- gefährlichen Utopie dient, Ostpreußen für ewig vom Reich abschneiden zu können". Er nennt eS eine Bogel-Strauß-Politik, sich dem verschlie- tzen zur wollen, daß Deutschlands Ostgrenzen unhaltbar sind und einer Revision bedürfen.

Die Störenfriede von Oppeln

Verurteilung der Ausschreitungen gegen Polen.

Oppelu, 1. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Bisher wurden in den Städten Beuthen, Glei- witz und Hindenburg durch das polnische Kat- towitzer Theater vierzehn Theaterausführungen

veranstaltet, die niemals durch die deutsche Be­völkerung gestört oder beeinträchtigt wurden, ein Zeichen, daß man am Auftreten polnischer Künst­ler im Abstimmungsgebiete keinerlei Anstoß nimmt. Die Vorfälle in Oppeln stellen sich als bedauerliche Ausschreitungen jugendlicher Ele- mente dar. Die polizeilichen Ermittlungen, wie die Presse, weisen ausdrücklich daraus hin, daß die auf den Straßen angefammelte Menschen­menge in keiner Weise die Absicht erkennen lietz, irgendwie störend in die Veranstaltung einzu­greifen oder gar gegen die polnischen Künstler vorzugehen. Lediglich am Bahnhof find ju­gendliche Elemente in unverantwortlicher Weise als Störenfriede aufgetreten. Die deutsch« Presse verurteilt ganz allgemein dieses Vor­gehen und fordert mit Recht Bestrafung.

* * *

Der Tob tritt dazwischen

Polenhetze in Thorn gegen Paris.

Berlin, 1. Mai. (Durch Funkspruch.) Der polnifche Westmarkenverei« veranstaltete gestern in Thorn auf dem Theaterplatz eine von höch­stens 500 Personen besuchte störungslos verlau­fene Protestversammlung gegen daS deutsch« Verhalten auf der Pariser Konferenz. Eine Resolution von angeblich 8000 Teilnehmern forderte den Woywodeu auf, den deutschen Raubgelüsteu mit Vorbereitungen zur Befrei­ung der u n e r l ö st e n Brüder (!) zu begeg­nen. Die Versammlung fand einen tragischen Abschluß dadurch, daß Landeshauptmann Wh- bicki als vierter Redner auf dem Theaterbalkon vom Herzschlag getroffen tot umfiel. Die abergläubische Menge glaubte, der Teufel habe ihn geholt und zerstreute sich, sodaß deutsch- feindliche Kundgebungen vor dem Konsulat un- terblieben und die starke Sicherung des Gebäu­des durch Polizei aufgehoben wurde.

Wiens neues Kabinett

Der Stab um Streeruwitz. Freitag Wahl.

Berlin, 1. Mai. (Eigener Informations­dienst.) Die neue österreichische Regierung ist so gut tote gesichert. Heute mittag hat sich ber Landbund entschlossen, als Vizekanzler ben früheren Landeshauptmann Schumy einzu- setzen. Der bisherige Unterrichtsminister Schmidt dürfte sein Amt behalten. Es er­gibt sich folgende Liste ber neuen Regierung, bereu Wahl am Freitag stattfinden dürfte: Bundeskanzler und Auswar« tiges: Streeruwitz (Christlich-sozial), Vize* kanzler und Inneres: Schumy (Lanp- bund), Finanzen: Dr. Mittelberg (Christi sozial), Unterricht: Schmidt (Christlich-so- zial) oder Czermak (Christlich-sozial), Justiz: Slama (grotzdeuffch), Handel: Schürff (großdeutsch), Volkswohlfahrt: Resch (Christlich-sozial), H e e r e s w e s ent Vaugin (Christl.-sozial), Landwirtschaft: Födermnyr (Christlich-sozial).

Sin ausgesprochene« Wirffchaftskabinett

Wien, 1. Mai. (Privattc Kgramm.) Di« Schwierigkeiten, die die Mehrheitsbildung der, zögerten, sind befettigt, so daß ein Zusammen- wirken der Mehrheitsparteien in der neuen Regierung gesichert erscheint. Die Regierung Streeruwitz dürste nur noch gringfügige Aen- derungen erfahren. Die neue österreichische Regierung trägt den Charakter eines ausge­sprochenen Kabinetts der Wirtschaft, da nicht weniger als vier der neuen Minister aus der Industrie, der Landwirffchast oder aus den Finanzen stammen.

rrurzschlutz im Parlament

Sofia. 1. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Ein Brand im SitzungSsaale des Parlamentes in­folge Kurzschlusses breitete sich Im Holzgetäfel rasch aus. Trotz Eingreifens der Feuerwehr wurde der ganze Saal zerstört. Die Bilder an den Wänden find sämtlich verbrannt. Di« Decke droht einzustürzen. Das ganze Parla­mentsgebäude ist geräumt und unbenutz« 6ar. Der noch unvollendete große Neubau konnte gerettet werden. Die äußere Front blieb unversehrt. Auch die wertvolle- *r*iue und Bibliothek find gerettet.