Kasseler Abendzeitung
Die Kasseler Neuester Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. Der Abon. nementövrcis beträgt für den Monat 3.30 Jt bei freier Zustellung ins HanS, in der Geschäftsstelle abgebolt 2.10 Jt. Durch die Post monatlich 3.80 Jt ausfchlieblich Zustellungsge- büdr. Rückzahlungen des Bezuosgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungs- mähiger Lieferung ist ausgeschlossen. Kür unverlangt eingesandte Beiträge rnnn die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. Schrtmetkuna. Verlag und Druckerei: Sailel. Schlachthosstratze Nr. 28/80. Krrnsprecher Sol. 952. 6817.
Anzeigenpreise: Einheimische Seschästsan,eigen di- mm-Zeile 11 A, auswärtige Geschäfts- an«igen die mm-Zeile 11 A. Kamilieuan,eigen die miu-Zeile 11 -«.Kleine Anzeigen au» Kassel das Wort 7 4, auswärtige Kleine Anzeigen die rnm-Zeile 11 A. Reklamen die wrn.Zeile 45 A. Offertgebübr 25 A (bei Zustellung 85 A). Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen zahlbar Sür di« Richtigkeit aller durch Kernsprecher auiaegebenen Antigen sowie kür Aufnabmedaten und Mätze kann nicht garantiert werden Sür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz löu Prozent Aufschlag. Postscheckkonto Kranksurt a. M. 6380.
Meter 9teuefte Nachnchteii
Hessische Abendzeitung
Ramm« 93 in Sonntag. 21. Apti, 1929 b.,.iw.i8! -« w.» 19 s-b.gang
Schacht schlägt Brücken in Paris
washington-condon - Berlin gegen den Abbruch - Massensterben in der Hnngerwüste
Am seidenen Faden
S hachts Vorgelfen in Paris.
Gründe der Wirtschaftsvernunft und einer Jn- teressengem.luschaft, die richt allein Deutschlands Gesundung- und Tributfähigkeit, sondern auch Europas WettbewekVSmöglichkeit und Wohlfahrt gegenüber der erdrückend angeschwollenen Diktatur der Dollarkapitalisten zu verbürgen vermag Unter keinen Umständen aber durften deutsche Bürgen und verantwortliche Sachkenner in ein Amputationsverfahren etn- wit.igen, das unser Siechtum sanktioniert und die deutsche Wirtschaft aus Geschlechter hinaus zum Krüppel gemacht hätte.
Wird tr Paris noch einmal für uns ein hellerer Morgen dämmern, nachdem soeben ein düsteres Verhängnis die elf Wochen fanatischer Geldgier bei den andern und verzweifelter Abwehr durch unsere Beauftragten abgeschlossen hat? Mystisch gestimmte Gemüter könnten das jäheAbleben des Leiters der Kommission Revelstoke, die das lecke Ver andlungsschiff endgültig torpedierte, als das Menetekel höherer Schicksalsmächte deuten, die den Bruch letzter Ausgleichsmöglichkeiten abwenden wollen, um Europas Wirtschaft und Völker nicht in neue Verfeindung und unabsehbares Unheil hinabgleiten zu lassen. Leider haben Prestige-Eitelkeiten und gröbster Eigennutz bisher den En- tente-Aussa.igern immer yöher gestanden als Wirtschaftsvernunft und einer In-
Mil bitterem iviffendem Lächeln quittieren wir auck die bübisch-gerissenen Machtnationen der Gegenseite, die Schacht die Abbruchsschuld in die Schuhe schieben wollen, weil er politische Ansprüche in die Wagschale geworfen haben soll Als ob nicht die bombastischen «pekulatlons- ziffern, die man dem deutschen Arbeitsriesen um die Gelenke spannen will, ein einziger Ausdruck des politischen Niederhaltungswillens sind, der seit Versailles unter Poincarös Gevatterschaft die längst nicht mehr harmonisierende Ententefamilie noch zusammenhält! Als ob hinter den Pariser Kulissen der »Leute vom Bau" nicht eingestandenermaßen die Regisseure ver Regierungen in Pa- ris-London-Rom und auch Washington die p o - litischen Stichworte geben, die vom ersten Tage an die Atmosphäre vergiftet und unsere Vertrauensmänner aus das politische Gleis geradezu gedrängt haben! Hat nicht die Pariser Presse auf Winke von oben hin noch im letzten hoffnungslosesten Stadium die zarten Andeutungen über politische Konzessionen in die Debatte geworfen? Hat man uns nicht schon beim feurigen Rebenschaum in Thoiry als einzigen Ausweg aus dem Schuldendilemma und der damalig"» Frank-Inflation die dicksten »Entgelte" angeboten? Mußte Schacht nicht nach diesem letzten Rettungsanker greisen, wollte er die Phantasiesummen einigermaßen erschwinglich machen? Wie konnten wir auch nur entfernt daran denken, die von Schach, in heroischer Ent- sagung angebotenen 1% Milliarden jährlich dem Reparationsmoloch zu opfern, wenn nicht a tempo die Druckventile der Gläubiger gegen unseren Export geöffnet wurden, aus dessen Ueberschüssen ja laut Dawesparagraph die Tribute bestritten werden sollten und nicht aus den Anleihe-Risikos, die uns nur tiefer und tiefer verschulden.
Wenn man Deutschlands LebenSorgane schon biS zum Weißbluten auSquetschen will, dann muß man auch dafür sorgen, daß es verdienen kann, daß z. B. die Zoll- und Einfuhrschranken fallen .die unsere hochwertigen Er- zeugnifle vom Weltmarkt fernhalten. Und wenn Schacht dabei auf die fehlenden und verstopften Rohstoffquellen in Uebersee verwies, wenn er den Finger auf die blutenden Grenzen und abgeschunrten Ueberschusigebiete im Osten legte, deren himmelschreiende Röte die stärksten Ansprüche n die Kaffen des Reichs stellen, dann war damit weder das Kolonial- noch daS Kor- ridorproblem angeschnitten, noch ein Sturmlauf gegen Versailles inszeniert. DaS hätte sich auch Stresemann aufs entschiedenste verbeten Es blieb Schacht einfach nichts anderes übrig. alS die Sinnlosigkeit und UnmSglichkei, noch höherer Tributleistungen mit den Ungeheuerlichkeiten deS Friedensvertrages namentlich den Amerikanern Plausibel zu machen. Vielleicht wird man sich nun mit einem Provisorium für die nächsten Jahre begnügen, an dem vor allem den Dollar-Kreditgebern gelegen sein wird. Der M i ß e r f o' g der Konferenz würde damit aber nur verschle^rt werden und würde vermutlich auf den Geldbeutel der seit Locarno um Versöhnung ringenden dartneni Berlin-Paris aufs schwerste SUruckfallen Fraick- reich weiß nicht, wo es du nächste« Zahlungen
Seite aber wollte Amerika nicht, daß Deutsch
Paris. 20. April. (Eigene Drahtmeldung.) Seite aber wollte Amerika nicht, daß Teurim »nnHfrfie Deleaierte Lord Revelstoke land unter der Repa r at i o ns l ast zu
9 (Seite? ist vlötilich an einem Herz, sammenbreche. Europa könne, sich, wie Mlaa aeüorben Er watSdüt™ 8«nteS auch Staatssekretär Hughes schon 1922 weiter fdmfFeö in dem man vergeblich die alliierten ausgeführt habe, wirtschaftlich nur erholen, deutschen Angebot und wenn Deutschland wieder auf dir Beine komme
ngen stünden zu der Frage der chulden in keiner Beziehung le nick,, daß Deutschlands Schu!
Zahlun!
Amerika (lden gr-
Kolliston wieder ausgelaufen, um sich den na» Spanien unterwegs befindlichen Schiffen der Flotte wieder anzuschlietzen.
Minlsterkrtse um Beneid)
wünsche nicht, daß Deutschlands strichen oder Frankreich ferner angemeffnen Ansprüche beraubt werd«. Auf der anderen
an den unerbittlichen Aankeegläubiger herneh- men soll, für Deutschlands Finanzelend ist das immer rascher' Abflietzen auS den Gold- und Devisenbeständen der Reichsbank mehr alS ein Alarmzeichen. Auf jeden Fall werden bei einem Notbehelf die Alliierten sehr bald merken, waS es mit der Zahlungsfähigkeit eine« künstlich leistungsschwach gehauenen Schuldners
I auf sich hat. Allerdings dämmert im Hintergrund • auch für uns und unsere drangsalierten Rheinbrüder noch unabsehbares Elend. Denn Poin- cars würde unzweifelhaft den geringsten Fehlbetrag an Reparationen zum Anlaß von Sanktionen nehmen, wenn auch nur in dem Sinne, daß er die Rheinlandräumung nach Belieben hinauszögern könnte. F. R.
Prag, 20. April. (Eig. Drahtbenchr) Tie Vorwürfe Dr. Kramarsa,s gegen Benesch, er treibe eine unmoralische innere Polttik, haben zu einem Konflikt in der Regierung geführt. Dr. Benesch erklärte, nicht länger neben dem Nationaldemokraten Handclsminifter No- vak in der Regierung sitzen zu können, weil Kramarsch nicht seine Vorwürfe zurücknehme. Sozialminister Schramek ist bestrebt, den Konflikt zu schlichten. Vorläufig verhält sich Dr. Kramarsch jedoch ablehnend.
Brücke zu neuen Verhandlungen zu schlagen. Andererseits halten dem Petit Pa- risien zufolge die alliierten Sachverständigen die Verhandlungs-Themen für erschöpfe Sauerwein schreibt: Offensichtlich wünsche Berlin die Verhandlungen fortzusetzen. Man dürfe das Wort »Bruch" nicht aussprechen, bevor nicht alle Möglichkeiten einer Einigung tatsächlich er- schöpft seien.
Paris, 20. April. (Eig. Drahtbencht.) Ich habe, erwiderte Dr. Schacht einem Preflever- tretet stets den brennenden Wunsch gehabt, zu einem offenkundigen Ergebnis zu gelangen, und ich habe immer erklärt, daß ich die Kon- ferenz als letzter verlaffen würde. Ich bin bereit, sämtliche Anregungen zu erör- tern, di« die alliierte Antwort auf meine Vorschläge geben könnten Auf den Vorwand, daß man di« Vorschläg« für unbefriedigend halte erwiderte Dr. Schacht: Glauben Sie mir, die Kritik, di« ich heute früh in der Pa- riser Presse gefunden habe, ist d u r ch a u S verfrüht. * *
Amerika denkt gerechter
Seine unerträglichen Lasten für Deutschland
Washington, 20. April. Amtliche Streife Hof- fen hier noch auf ein Reparationskompromiß in Paris, da Die wirtschaftliche Stabilität Europas und die Stabilität der Weltwirtschaft davon abhänEn. Deutschlands
Paris, 20 April. (Eigene Drahtmeldung.) AuS Hendaqe verlautet: Die Aufregung unter den Studenten hat nunmehr auf die Untverst- täten S a l a m a n k a und Saragossa über- gegriffen, deren Studenten eine heftige Kundgebung gegen vas Direktorium ver- anstalteten. Darauf sei es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen Mehrere Studenten seien verletzt worden. In Barcelona hätten die Studenten die Scheiben des Jesuitenkollegturns durch Steinwürfe zertrümmert.
Sie Jreichsmarlne öaupft nach Spanten
Wilhelmshaven, 20. April. (Funkmeldung). Die beiden Torpedoboote Albatros und Möve find nach völliger Wiederherstellung nach einer
Doch polnische Zugeständnisse?
London, 20. April. (Eigene Drahtmeldung.) In der City vertritt man die Ansicht, daß beide Teile durch einen Fehlschlag so viel zu verlieren haben, daß sie es sich nicht leisten können, die Möglichkeit, zu einer Vereinbarung zu gelangen, unbenutzt zu lassen. Die englischen Regierungs kreise erwarten, daß die Konferenz fortgesetzt wird. Möglicherweise werde diese auf eine breitere Grundlage gestellt werden und auch polt- tische Fragen betreffen. ES verlautet, daß ver- fuchsweise Anregungen von Persönlichkeiten außerhalb des SachverständigenauSschuffes erfolgt sind, um ein Angebot den Deutschen dadurch schmackhafter au machen, daß man es mit Zugeständnissen politischer Art ver-
unb wirtschaftlich selbständig werde Industrie und Volk in Deutschland müßten die Hoffnung aus Belohnung ihrer Arbeit haben sonst würde das Ergebnis schließlich nicht Reparationen. sondern eine Katastrophe sein
Neuer Diktatur-Spektakel
Zwei weitere Universitäten in Spanien lehnen sich auf.
Forderungen mit dem deutschen Angebot und der deutschen Zahlungsfähigkeit in Einklang zu bringen suchte. Die Vollkonferenz wurde deshalb auf Montag verschoben.
Paris, 20. April. (Eigene Drahtr.eldung.t In Paris macht sich eine gewisse Entspannung bemerkbar. Von Optimisten wird die Vertagung der Vollsitzung auf Montag als ein Anzeichen dafür gedeutet, daß es zwischen Parts und Berlin doch noch zu einem Kompromiß kommen werde, zumal Dr. Schacht noch in Paris weilt. Weiterhin verweist man auf die Erklärungen Dr Schachts, er sehe nicht ein, warum die Konferenz nicht fortgesetzt werden solle. Sein Vor- schlag bedeute kein Ultimatum und fei nicht Deutschlands letztes Wort. In der gestrigen Besprechung im Hotel »Georg der Fünfte mit der amerikanischen Abordnung soll, lau* Erzelsior Dr. Schacht ve*-sucht haben, eine
London, 20. April. «Eig. Drahtbericht.) Der weitere Verhandlungswille Schachts hat einen Stimmungsumschwung in der englischen Presse ausgelöst. Die Aussichten werden jetzt roefent lich optimistischer beurteilt. Die Differenzen der von beiden Seiten vorgeschlagenen Zahlungen werden nicht mehr für unüberbrückbar gehalten und man setzt gewisse Hoffnungen aus einen gewichtigen Bermittlungsvor- schlag der Amerikaner oder Japaner.
weiter verhandeln!
London für politische Konzessionen.
London, 20. AprU. «Eig. Drahrbenchl.) In amtlichen britischen Streifen wird di« deutsche Weigerung, das Angebot zu erhöhen, mit ernster Sorge betrachtet Times berichtet aus Paris: Vielleicht kann Owen Young am Montag erklären, daß die Arhrtten trotz der vorgestrigen Krise weitergehen. Schach: wünscht die Fortdauer der Arbeiten. Ein Berliner Korrespondent schreibt: In Berlin lasse man sowohl in den deutschen wie in den tnternatio. nalen Kreisen die Hoffnung nicht sinken. Times berichtet aus Washington: Allgemein herrsch: die Auffassung, wenn die Konferenz endgültig abgebrochen wird, die Gründe eher politischei als finanzieller Art sein würden, d h„ daß sie mehr aus den Wunsch Deutschlands zurückzuführen wären, Abänderung im Versailler Vertrag sicherzustellen und weniger auf die deutsche Zahlungsfähigkeit.
VerhandlrmgswMe in Paris
Noch nicht Schachts letztes Wort. - Berhandltmgswille auf beiden Seiten. Versöhnt der Tod Revelstokes die Geister?
Ein Hungerdrama
Verzweifelte Hilferufe aus Nordchina.
Folgen des ewigen Bürgerkrieges.
London, 20. April. Aus Peking kommen erschütternde Berichte über die Folgen der Hungersnot in der chinesischen Provinz Kansu, 80 Prozent der Bevölkerung sind ohne Lebensmittel und ohne Saatgut, Täglich sterben 300 Personen allein in der Provinzhauptstadt Hungers Die Ueberlebcnden find zu schwach, um die Toten zu begraben Tie aus- qehungerle Bevölkerung schreckt sogar nicht da- vor zurück, Kinder zu verspeisen Bon den Missionaren und Ausländern gehen dem internationalen Hilfskomitee ergreifende Hilferufe zu Die Lage ist hauptsächlich durch Plünderungen entstanden, die die letzten Aufstände und Feldzüge zur Folge hatten.
*
Mißtrauen gegen Genera- Feng
Schanghai, 20 April (Funkdienst) Die Nationalregierung hat die Kontrolle von Schantung übernommen, um dte Sicherheit der Japaner zu gewährleisten Dies bedeutet, daß sie diese Provinz dem General Feng nicht übergeben will Andererseits aber wurde der höchste Beamte von Schantung, der ein Anl)änger General Fengs ist, in seinem bisherigen Amte bestätigt.
polnische Niedertracht
Wie die Presse Schacht verunglimpft.
Warschau, 20. April. (Eigene Drahttnel- vung.) Der den Regierungskreisen nahestehende Expreß Porany schreibt unter der Ueberschrist: „Provokatorischer Erpreffungsversuch Deutschlands": „Der freche deutsche Angriff auf den Versailler Friedensvertrag habe die Leffenllich- keit empört. Die unerhörten deutschen Vor- schlüge, die auf eine Zertrümmerung des Friedensvertrages abzielen .hätten bereits tragische Folgen gezeigt. (!) Durch die von den Deutschen hervorgerufene Szene sei die Gesundheit des englischen Vertreters Lord Revelstoke so stark erschüttert worden, daß sein Tod eingetreten sei. (!) Auch die übrige polnische Presse behauptet, daß Deutschland nur daS Fanstrecht anerkenne Ein Blatt meint, daß das Schicksal der Deutschen in den Händen eines Mannes (Schacht) liege, der augenblicklich an Geistesverwirrung leide.
• . 4
Der bvse Seist Llemenceau
Paris. 20. April. (Eigene Drahtmeldung.) Einem Vertreter erklärte Clemen- ceau: Die Weigerung Dr. Schachts und seine Pläne zielten auf nichts weiter als einen neuen Krieg ab.(!) Die Deutschen brauchten jetzt nur noch die Daweszahlungen zu verweigern, um die Aufrechterhaltung der Rheinlandbesatzung nach den Versailler Bestimmungen zu rechtfer- tigen.
Man scheut den letzten Schritt
Schacht handelte richtig. — Mißverständnisse.
Berlin, 20. April. (Eig. Informationsdienst) Nach Berichten der deutschen Korrespondenzen in Paris ist die akute Krise keineswegs abgeschwächt. Immerhin sind mannigfach« Kräfte aus allen Lagern am Werke, die Konferenz vor einem Scheitern zu bewahren. Daß di« Sachverständigen kein Mittel unversucht lassen, um die Diskussion erneut ausnehmen zu können, beweist vor allen Dingen, daß die beiden Memoranden, obwohl ihr Inhalt schon zur Genüge bekannt ist. immer noch nichl zur Veröffentlichung freigegeben sind Man scheut sich also offenkundig, den letzten Schritt zu tun. Man wird aber wohl ober übel b'-S zum Montag warten muffen, der deS RäffelS Lösung bringen soll. Peinlich ist im Augenblick, daß jetzt in einem Teil der Berliner Presse Auslassungen zu Tage treten, bi« ein« starke Kritik an bem Verhalten Schachts in sich schließen Da man den Wortlaut bes Memorandums nicht, kennt, muß man annehmen, daß ein Mißverständnis vorliegt. Doch muß die Schlußfolgerung gezogen werben, daß die alliierten Sachverständigen entweder ein Doppelspiel treiben ober aber daß sie inzwischen eingesehen haben, tot« gefährlich die Hetze ber Pariser Presse für dir Interessen ihres eigenen Laubes ist. ES ist schließlich boch auch einigermaßen bezeichnend» baß das Verhalten Dr. Schachts in der gesamten italienischen Presse ein« saft aufe nahmslose Anerkennung findet. __