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Kasseler Abendzeitung

Freitag, 12. April 1929

Schmidt neben Wirth

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, ovffniri dem Staatspräsidenten zu entscheidenden Be- Bei

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L! ewuSA»&«- I i^Dr^Switalski^J'nnenmtntßerrGe. I tige

tzörer zu baue».

Heye schon aus der Heimreise

Brunos Aires, 11. April. (Funkdienst)Mi< dir Prensa meldet, hat General Heye am Mitt» wocki mit dem DampferCap Polonio" die Rückreise nach Deutschland angetreten. @1 verabschiedete sich vorher von dem Präsidenten Jrigoin und dem Lrtewnintsser.

Warschau, 11. April. (Eigener Drahtbericht.) Einem Blatt zufolge führte die gestrige Bespre- chunp deS Ministerpräsidenten BarchelS mit

Paris, 11. April. (Eig. Drahtbericht.) Et« Blatt rechnet damit, daß die alliierten Sach­verständigen sich heute endgültig über di« Mi­nimalsorderungen einig werden, sodaß vielleicht schon heute den Deutschen diese For­derungen unterbreitet werden würden. Jeden­falls aber sei mit einer Plenarsitzung für mor- men vormittag zu rechnen.

Sein Arbeitsprogramm für Gens.- I» UM«^unsst°«-n werden die Programme wieder begraben.

Die Notlösung

Entfremdung zwischen Boll und Parteien.

Lellogg Botschafter in Paris?

Besuche bet Poincars und Owen Young

Paris, 11. April. (Erg. Drahtbericht.) Ter amerikanische Staatssekretär Kellogg stattete dem Ministerpräsidenten P o i n e a r 6 einen Besuch ab und halte vorher eine Unterredung mit dem amerikanischen Sachverständige« Owen Young. Der halbamtliche Exzelsior hält die Ernennung Kelloggs zum Nachfolger des verstorbenen Herrick für wahrscheinlich.

Imchstchtige MMllM - Methoden |

Von -er losen zur festen Loalition

Polens neues Kabinett

Drue und alte Köpf- in Warschau.

Müller will sich hatten

Heute Bestätigung der drei Zentrumsmiuister.

Berlin, 11. April. (Eigener Informations­dienst.) Reichskanzler Müller wird beute dem Reichspräsidenten Vorschlägen, die drei von der Zentrumsfraktion in Vorschlag gebrachten Mi­nister-Kandidaten: v. G u e r a r d (Justiz), Abg Stegerwald (Verkehr) und Dr. Wirths (besetzte Gebiete) in den für sie vorgesehenen Aemlern zu bestätigen. Man rechnet in polt- tischen Kreisen damit, daß die Ernennung der drei Zentrums-Minister bereits heute erfolgt. Ob das ergänzte Kabinett Müller-Franken mit einer besonderen Regierungserklärung vor den Reichstag tritt, ist, wie wir hören, wenig wahrscheinlich, die Entscheidung wird wohl von der ersten Kabinettssitzung nach der Umbildung abhängen.

Schon zu Beginn der nächsten Woche wird das Kabinett, das die Parole des »Burgfrie­dens' schon im Interesse der Nation ausgr- den wird, als »politischer Zweckverband' feine Arbeiten ausnehmen. Allgemein herrscht trotz starker Bedenken di« Auffassung vor. daß es dem Kanzler nicht nur gelingen werde, die dringlichsten Ausgaben der Gegenwart, sondern barübei hinaus sruchtbrin- aenbe Arbeit im Sinne eines Fortschrei- tenS bei Konsolidierung »« leisten.

Berlin, 1L April. (Funkdienst). Der Besuch deS Reichskanzlers beim Reichspräsidenten hat bisher noch nidft stattgefunden, da beide Herren noch Rekonvaleszenten sind. Rach dem Besuch wird jedoch die Umbildung deS Kabinetts noch beute abend ober morgen vor sich gehen.

Einzelpreis: Sonntags 30 Pfennig. 19. Jahrgang

gnieiaenpreife: ®tabeinrif*e SesEranz-isen ^^rtige ^etoäft».

bie mm-SeUe 11 4. SamilienEiaen di- mw-Zeile 11 4, Kleine AA-taen

h*Ä »nTf 7 1, auswärtige Kleine Anzergen tue mm=3eile 11 Jterlantcn «te 45 i. Ofs-rtaäübr 25 4 (6ei Zustellung 85 4). ReLnungSLaraae InneiäalB mbibar Kür die Nich'.irk-i! aller durch K-rusvr-cher au'aeg-b-nen Sni-m-u

sowie tür Aufnabmedat-n und Platze kann nicht garantiert meröen Sör 51 nteiaen^ mit besonders schwierigem Satz Ivo Prozent Ausschlag. Postscheckkonto Kranksnrr a. M. 638(1.

Gens, 11. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die am kommenben Montag beginnenden Ab- rüstungSbesprechungcn werden kein feste» Programm vorfinden. Man hat die Aufstellung einer Tagesordnung, die nur den zweiten ruf- fische« Abrüstungsentwurs, de« deutschen Vor­schlag auf Offenlegung der Rüstungen und dte Sicherheitsverträge enthalten könnte, nut Rück­sicht aus die zunehmende Abrüstungspropagan­da unter den europäischen Massen umgan- gen. Auch wollte man die Oesfenllichkeit nicht enttäuschen und hat eS deshalb der Kommis­sion selbst überlassen, sich i« einer allgemeimm Diskussion ein ArbeitSprogramm zu geben. Die verschiedenen «brüfiungsfragen, die in btefer voraussichtlich sehr interessanten Debatte ange­

schnitten werden, solle« später einzelnen Uu- terkommisfioue» 6be i»t efe de« und zwar je einer Sommtsfion für die Tee­abrüstung, für den russischen Entwasfnungs. Vorschlag und für die deutschen Borschlage. Diese Unterkomitees sind nach Art des Sicher- heitSkomitees als selbständige Organe gedacht. Tie können später je «ach Bedarf Sonder­tagungen abhalten, ohne bnbet an bte Wer- funaen der vorbereitenden Abrüstuugskommls- fimt gebunden zu sein. Diese Pläne hatte« praktisch das Ergebnis, die Beratungen noch weiter alS bisher in langwierige Diskus­sionen über atte möglichen Einzel- und Unter- fragen a u f z «l ö s e u und würden daS Tempo deS Forttchrittes der Gesamtverhandlungev über die Abrüstung hoffnungslos verzögern

ftbaftBfuaeabseboItS.l . Ansprüche wesen etwaiger nicht ordnungS-

Äta Sri« »Äff Ur unverlangt etngesandte »eiti«« ta«n te (DeXnltinn fl^srnntwoituiifi obex Scidä*)! tu feinem QraHc übentc^incn.

^^°Lnd° Dr?ck^! SaW SchlaSLe «1. 28/80. Sernsprecher 951, 952. 6817.

nernl TkladkowSki, Außenminister: Za- leSki, Krieg: Marschall Pilsudski, Justiz: Cao, Finanz: General Gorecki, Arbeit: Oberst Scrednicki, Post: Major Polakiwtz, Verkehr: Kühn, Agrarreform: Przed- pelSki und Sandwirtfchaft Rudowski Heber die Leitung deS Kultusministeriums und deS Handelsministeriums ist noch keine endgül*

Nummer 85 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.

Berlin, 11. April. (Eigener JnformstwnS- dienst.) Das im Reichstag kolportierte Gerücht, der Staatssekretär im Ministerium für die be­setzten Gebiete Schmidt, werde nach bet Er­nennung von Dr. Wirth zum Minister der be- bebten Gebiete seine Demission geben, trifft vorläufig nicht zu. Rach ber Bestellung eines Ministers würde bei Posten des Staatssekretärs unbesetzt bleiben müssen. Im Interesse euter

'SS scheibung ist baruber aber noch nicht herbetge- fsihrt worben. Staatssekretär Schmidt wird heute mit Außenminister Dr. Stresemann seinem Parteifreunde, eine Koeserenz haben, in der die letzte Entscheidung fallen wird.

Wiener 40 Tornate-Gpfer

Schwierige Rettungsarbeiten in U. T. A

Litlle Rock, 11. April. (Funkdienst.) Die Gegend zwischen Diaz und Swiftön ist durch einen Tornado heimgesucht worden. Dabet wurden sechs Personen getötet. Eine siebe«, köpfige Familie wird vermißt. Rach einer spa. toten Meldung sind etwa 40 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Häuser wur­den zerstört. Die Rettungsarbeiten werden da- durch erschwert, daß die betroffnen Siedln«- aen kilometeriveit von de« Straßen entfernt liegen, und auch diese durch den Regen un­gangbar geworden find.

St. Louis, 11 April (Funkdienst.) Wie das Rote Kreuz erfährt, wurden heute Rächt allein fünfzig Tote und Berwundete auS dem vollkom­men zerstörten Orte Guio« abtranSportiert« Sechshundert Personen sind obdachlos.

Uebettaschungen für Genf

Ein Ausgleich Hoovers für die Seerivalen?

Rewyork, 11. April (Funkdienst.) Ein Washingtoner Korrespondent erfährt, daß Hugh Gibson. für die vorbereitende Abrüstungskon­ferenz wahrscheinlich sogar mit einem neuen Plan zur Bestimmung besonderer Kategorie« vo« Kampfschiffen versehe« sei, bte Hoover als den Kerupunkt des Problems be­trachtet. Der Korrespondent ist ber Ansicht, daß Hoover vielleicht eine neue Idee für eine Lösung hat, die den Anforderungen sowohl der Bereinigten Staaten wie auch Großbritanniens gerecht würde.

Meta Neueste Nachrichten

" Hessische Abendzeitung

M« die Berliner Presse die Regierungs­bildung beurteilt

nennt bte Regierung bereits ein Kabinett ber

Großen Koalition, bte »unachst nur für die Verabschiedung des Etats bestehe. Hält jedoch daS Kabinett bei dieser $robe jufammen, fo wird man sich später auch mxb über -iwett Dinae verständigen können. Allerdings halten die Sozialisten an der Ablehnung der Panzer- freujenate fest. Auch Demokratenblatter met^ ne«, die Große Koalition habe sich im Reims- tage etabliert, wenn fie auch vorläufig ihr ^nkoanito wahre. DaS weitere werde sich st« ben. P Das Zentrumsorgan brückt sich dahm auS daß bie unverzichtbaren Bindungen sich zunächst auf die Gestaltung des Etats erstrecken Undzwar haben sich die Regierungsparteien verpflichtet, allen Anträgen auf

AuSgabenerhöhung ader agit-ttottsche -,trei- chunge« einen geschlossenen Widerstand

»«tfleoeniuienen. DaS Reichskabinett wird sich für® bte Durchsetzung deS

einsetzen. DaS bedeutet, daß auch dte sozial demokratischen Reichsmtmster die V»ette Rate deS Panzerkreuz errbewil­ligen werde«, womit sich dte S^aldemo- kratie abzufinden habe. Für die Bedeutung.

Der Sank um Deutschlaov« Fell

Paris, 10. April. (Eia. Drahtbericht.) Ein Blatt spricht von ernsthaften Meinungsver­schiedenheiten der Alliierten. Die Diskussion dauere fort. Ein anderes Blatt beklagt, daß die Alliierten jetzt erst an die Arbeit heran- gingen, bte seit langem hätte vollbracht fetn müssen, nämlich an die Aufgabe, sich über ihre eigenen Forderungen zu einige«. Dadurch be. gunstigten sie das Spiel Dr. S<hatS, der sie höflich aufforderu könne, zunächst einmal )u sagen, was sie eigentlich wollten. Ein Lett- artikel meint, es sei für Frankreich besser, bie Verhandlungen zu unterbrechen als neuen Opfern zuzustimmen, die es wegen seiner Ver­schuldung an England und bie Vereinigten Staaten nicht tragen könne.

Der Lürkenmtniftrr kommt rmch nach De»»-«

Konstantinopel, 11. April. (Funkdienst.) Der Minister des Aeutzer«, Tewfik Ruschdi äußerte vor seiner Abreise «ach Genf zur Presse, die türkische Delegation werde dort das von bet Türkei dringend gewünschte Abrüstuugspro- gramm darlegen. Dann werde er eine Zusam­menkunft mit Mussolini haben und zum Schluß Berlin besuchen.

Höhnisches Gelachter bei den Feinden der De­mokratie. enttäuschte Gesichter der Republika- ner. das ist der wahre Ausbruckkr Vollssttm- mung über die »erste Etappe zur Großen Koalition. Der einfache Mann au» dem Volke, der das politische Geschehen mit feinem gefunden Verstände beurteilt manchmal rich­tiger beurteilt als die Politiker selbst, schüttelt den Kops, denn er versteht dies alles nicht mehr Aber auch die parteipolitisch neutrale Presse hat lein Verständnis mehr für dieses Hm und Her in unserem Reichstag, wo man von allen guten Geistern verlassen ju fern Mmt. Je­der Eingeweihte und auch l-der Parteiboktn- när bekennt im stillen Jtofen, daß d'e Große Koalition allein eine Gewahr für eme Kon solidierung der deutschen Jnnenpolttck bteten kann Was sich jetzt als das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Regierung und Par toten herauskristallisterl hat, ist ge n a u d a S- felbe Flickwerk, das schon vor den neuen Verhandlungen bestanden hätte. Das Kabinett Hermann Müller hangt in dtt Lust, eS hm keinen festen Boden unter den Fußen, denn die Parteien versagen ihm die ersorberliche vor-- bebaltlose Gefolgschaft.

Trotzbem will man apathtich, ungeachtet ber unaeklSrten L»alttionsverhälintsse, dem Etat rusiimmea uni butntt dem .labtnett fein im." teie« Seibletben im Amte ermöglichen Diese Haltung bei Partotem nament tch oer an

kamvfes unter jeder Bedinguua einen btt außenpolitische Stellung Deutschlanbs schwa- chenben Regierungswechsel zu vermetdem Jn- sosern kann erfreulicherweise festgcstelll werde« daß dar Verantwortungsbewußtsein, daS nicht in allen Fraktionen im nötigen Maße vorliegt, wenigstens im ^^vße des ReichS- kabinettS vorhanden tft Freilich blecht Vie »rase noch offen, ob die m absehbarer vor- mnebtnenbe Abstimmungen über dte zweite Rate des Panzerkreuzer- A die la­tente Regierungskrise nicht doch noch zu einer alten werden läßt.

Welche Lage wurde sich 1 ®8 plötzlichen Schwankung der Deutschnattonalen ergeben, wenn sie unter dem Einfluß Hugen- bergs ebenfalls gegen diePanzerkre«zer­rate stimmen würden? Konnte dann nicht der

lehnt würde? Gewiß wirb nun bie fnfdt aeölte Rezierungsmafchinerie wtt^r eine Welle weiterholpern. zumal bei Reichstag spa­te» zusammentreten wtrb, woraus sich «ine weitere Verzögerung bei Etatbetatungen und St auZ bei Panzerkreuzerabstlmmmig zwangsläufig etgeben wirb. Es ist sogar mog-

Ä'SM »B her sich vor bei kommunistischen Konkurtenz fSichtenben S. P D doch weiden kann, entgegen dem für den Panzeikreuzer zu stimmen °ved zw mindest sich nach den Wünschen des Zenirums bei Stimme zu enthalte« DaS sind na- tätlich rein taktische Erwägungen, bte wohl von ben Eingeweihten, aber ntemal8 von ben BolkSrnassen »er ft an ben wei­den. Aus bie Dauer geht eS iedenfalls nicht an. bte deutsche Innenpolitik nach deratttgen Gesichtspunkten zu orientieren. Da man avet nun einmal das jetzige Zwischenstadtum aU Tatsache hinnehmen muß. sei für den Augen-

la« mühselig erzielte Sparprogramm in dte Ninse« seht. Die Steuerzahler würden R<6 Kiför bedanken, wiederum bte Hauptleibtra­aenden unserer unhaltbaren Parteiverhältntsse ?u fein. Müllers größte Tat Ware natürlich J?,' .. flUs dem Koalitionsbrei em eßbares Lbllde machen würde, an dem sich derbem- U Mich" nicht gleich wieder nach 24 stun­den den Magen verdirbt.

Das Kabinett will sich lange halten

Dem nächsten Abrüstungsfiaskoentgegen DotterErnennungtespolenkabinetts

Forttchritt gegenüber ber unwürdigen, un­möglichen

Fortdauer des bisherigen Zustandes. Dadurch daß die Deutsche VoÜSPartet to trotz allem über Hemmungen und schwere ^denken hin- weaaeietzt habe, habe die Regierung eine aroße Ehance erhalten, und es liege an ihr, aus dem gegenwärtigen »Zweckverband der Parteien" etwa- Brauchbares zu machen.

Zwei hohe Beamte für bte besetzten Gebiete ? - Heute Entscheidung durch Stresemann.

VL das Zemcam feiner' «eußi verantwort­lichen SteÜunp zumißt, spreche« dre namhaft gemachten ZentrumSmintster. . Die D A 3- spricht zwar von einer Notlösung, der Verle- genheit und der inneren Wider,pruche. be* zeichnet sie aber doch als einen