Hessische Abendzeitung
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Dienstag, 9 April 1929
'n dir englischen Ansichten ändere
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Wie
Verratene Schmuggelkönige
Da« Ende der größten Alkoholbande NewyorkS.
Steel vatenttnber de- 9tei<6<prail6enten
Hoieldranb mit fünf Toten
fünfzehn schwer verletzt.
Wendung der Wohlstandsindc« meint dann aber kleinlaut, bot .....
Erleichterung der Daweslasten bringen sollte
Seebäder. Tausende badeten und es entwickel, te sich ein Ritfenverlehr. Ueber eine der vrük. ke» Philadelphia fuhren mehr als 50 000 Auto«
genüber anderen Behauptungen, gibt Pertinax im .Echo de Paris* zu, daß
Dr. Schacht bis jetzt keine Zahlen genannt
Tes MoineS (Iowa. Amerika), 8 April >Funklelegramm i Ein verheerender Brand legte hier in der Rächt zum Sonntag das weit- hin bekannte historische Kirkwood-Hotel in Asche.
das Einstelle» der bolschewi- _________ Propaganda im englischen Weltreich garantiert sein.
die Dörfer rund um Kabul «b und führe alle männlichen Einwohner mit fich, in* die Angriffspunkte auf Kabul zu verringern. Man glaubt, daß er dem Plan-, R a d i r « h - * zum König au-zurufen, znstimmen werde, wenn er sich von drei Seiten -ngegrtf.
Schneidemühl, 8 April .Privattelegramm., Der Reichspräsident hat bei dem zwölften lebenden Kinde der Frau Teska dir Ehren-
verschiedensten Städten. Die Verhaftungen konnten auf Grund der Denunziation der Witwe eines der Bandenführer vorgenommen werden, der die Führer eine Pension verweigert lwtten nach dem ihr Mann im Kampfe mit der Prohibitionspolizei den Tod gefunden hatte.
Eine Wendung in Paris
Ernüchterung nach dem Milliardenrausch. — Schacht', bittere Wahrheiten.
diuMMSk 82 Einzelpreis: Wochentags 10 Pfennig.
„Mitte April beginnt wieder die große Ab- rustungskomödie in Gens, die das Sowjet-
London, 8- April. (Durch Funkspruch.) Der Besuch englischer Industrieller in Rußland hat die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen nicht gefordert. Im Gegenteil betont ein Blatt, daß die ruffischen Auffassungen, wonach die Vergebung von Aufträgen in Zusammen Hang mit der diplomatischen Anerkennung Rußlands durch England gebracht werde, nicht im geringstem ----
Erft müsse I stischen Pro,
Sie unterhielt in mehreren amerikanischen
Patenschaft übernommen, desgleichen'belUm I "ie von dort aus die
als rebnten Kinde geborenen s«6w I "ieoholverschiffungen Vornahmen Die Bande
® ’ be» Brun, verfügte über eine starke Zahl von «utomo nc..ba„.t,, Bertram. | bileu für den Transport von Alkohol nach den
Rewhork, 8. April (Funktelegramm) Die ProhibttionSbehörven haben dreizehn Führer einer der mächtigsten Alkoholfchmnggelgesell- schaften verhaftet, die 3 große Mkoholschmug- »el- und drei schnelle Kundschafrerfchifft besaß. Die Gesellschaft war auperordentlich gm in k?rmt«rt. . ES war ihr sogar gelungen, den Geheimschlüffel der amerikanischen Marine in ihren Besitz zu bringen und so sämtliche
Telegramme der amerikanischen Marine zu entziffern.
Chamberlains Regiekünste
Er will Paris—Rom zusammenkoppeln.
London, 8. April. (Eigene Drahtmeldung., In einem Presseinterview verneinte Chamberlain die Frage, ob Mussolini die Herabsetzung der italienischen Kriegsschulden beantragt habe. Bezüglich des Vertrages mit dem Vatikan müsse man die Ergebnisse abwarten. Die Frage, ob das faschistische System eine Gefahr für den Frieden bedeute, verneinte Chamberlain entschieden: Mussolini braucht Frieden zum Werke des Wiederaufbaus. Mussolini hält, was er versprochen hat. Man kann mit ihm verhandeln und ich hege Sympathie für ihn. Zu dem italienischen Unbehagen über die englisch-fran-
Aoch ein Gegenkönig? ?!
Kabul im Berteidigungszufftulb.
London, 8. April. (Eigener Drahtbericht.1 Von der indisch-afghanischen Grenz- verlautet, daß «manullah mit viertausend Mann urf Kabul marschiere Eine Expedition unter dem
ist also. begreislich. daß die Welt, soweit sie friedliebend ist, den kommenden Geschehnissen in Genf mit recht wenig Hoffnung und Freude entgegenblieki.
wöchentlich sechsmal nachmittag». Der gbon» sMsEelle iür den Manat r.M j* bei freier Zuftelluna ins Hau», in ler ®e-
bütir n!e.Voft wonatlich 2.30 Jf auSschlietzttch ZuftelluNgSge.
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*E!“' I Keine Annäherung möglich I hMM»i«
<ro,H" w'”i' -1- '> Ab- Englands Industrielle nach der Moskaureise * f ö beS Staatsanwalts.
Paris, 8. April. (Eig. Drahtberichl.) Die I Sonntagsblätter äußer» sich weniger optim - stisch über die Reparations-Aussichten. Der bekannte Pariser Journalist Sauerwein überschreibt seinen Artikel: „Die Gläubiger Deutschlands sind berufen, sich schwere Opfer aufzuer- legen". Er rechnet aus, baß bk Einbuße der Alliierten 520 Millionen jährlich betragen werbe. Sauerwein schreibt, es sei den Alliter- ren unverständlich, warum sie unter diesen Umständen Deutschland noch einen Vorteil zugestehen sollten, nämlich di« Räumung des Rheinlandes. Er gibt aber zu, wenn auch nur in verschleierter Form, daß Owen Young die Ankangsforderung der Miierten als übertrieben bezeichnet habe. Auch der .Petit Paristen" bläst ab Man dürfe nicht mehr mit phantastischen Milliardenbetragen jonglieren, sondern müsse im Gegenteil ein
praktisches Zahlungssystem aufbauen das in der Folge auch wirklich durchgeführt werden könne. Eine endgültige Reparattons- regelung werde nur dann möglich fein, wenn man sich entschieden an die Wirklichkeit halte. Die Zeitung berechnet, daß für die Kriegsschuld allein eine Annuität von 1400 Millionen Goldmark nötig fei. Deutschland aber, wollen den Betrag von 1400 Millionen Mark nur um ein Geringes überschreiten, sodtß also die Wiederaufbauausgaben fast ganz den Allierten zur Last fallen wär- I den. Vielleicht könne die Lösung In Form von Progressiven Annuiäten gefunden werden Ge- |
Berlin, 8. April. (Funktelegramm.) I« Langkopp-Prozetz beantragte der erste Staat», anwalt gegen den Angeklagten Langkopp wegen räuberischer Erpressung eine Gefängnis- strafe von einem Jahr und zwei Mona- ten, wegen Nötigung eine Gefängnisstrafe ”On einem Monat und wegen unbefugten Was- fenbesitzes eine solche von zwei Wochen. Er bat, diese Strafe zusammenzuziehen in eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Mo» naten unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft von 10 Wochen. Er beantragte ferner die Freisprechung des Slngeklag» ten Loos, da die Beihilfe zur Tat nicht er- wiesen sei. (Vergleiche auch 3. Seite Haupt«
zösische Zusammenarbeit äußerte Chamberlain: Ich bitte zu beachten, daß ich gerade auf der Grundlage biefer " Freundschaft mitgeholfen habe, unsere gemeinsame Wiederversöhnung mit Deutschland aufzubauen. MacDonald hat dasselbe getan und er hat recht gehandelt. Er schrieb statt der gereizten Noten seiner Vorgänger einen versöhnlichen Brief an Poincars, der begann: .Mein Heber.., usto." War Deutschland, so schloß Chamberlain, besser daran, als Frankreich und England sich stritten und das Ruhrgebiet besetzt war oder ist es besser daran, seitdem Frankreich und England gemeinsam den Locarno-Vertrag unterzeichnet haben?
In der Zwischenzeit haben sich nun bekanntlich die Engländer und die Franzosen geeinigt, bas Gruppenverhältnis in Genf aat sich also insofern geändert, als nunmehr Frankreich und England gemeinsam gegen Amerika Front machen werden Mit den Vorschlägen, die die neue wiederauferstandene europäische Entente In Genf überreichen wird wird sich wohl jeder, der -ine ehrliche Ab- rüstung erstrebt, nicht einverstanden erklären können. Die englisch-französische Einigung besagt ja, daß gegen die französischen Zusicherun- gen in den Marinesragen England feinen Pro- t4i Segen die von Frankreich geforderte Aus- schließung der Mobilmachung von der Ab» rüstung zurückzieht. Damit hat ein französischer Vorschlag, der nur den Sinn haben kann, eine Abrüstung tn das gerade Gegen- r«il -u verwandeln, eine Stärkung erfahren, bte für bte Gestaltung des lanjen Abrüstungs- Problems von geradezu verhängnisvoller Wir- Jung fein muß Alle diese Erwägungen und Tatsachen sind fvmotomatisch für den Willen der großen europäischen Militärmächte oas ganze Werk sich t o t l a u s e n z u l a s s e n Es
habe. Er habe aber daraus hinaewiesen, daß, wenn man die Forderungen aller Miierten addiere, sich daraus eine Annuität ergebe, die die normale Dawesannuitäh nämlich 2‘4 Milliarden, weit überschreite Darauf habe ihm der französische Delegierte geantwortet, daß dieser Fall auch im Dawesabkommen borge' ' ' ----- —
Rewyork, 8. April. (Funkdienst). In New- York und Washington stieg am Sonntag da» Thermometer aus über dreißig Grad Celsius, imlick durch An- Diese Rekordhitze ist seit mehr als einem Ji»» halben Jahrhundert in dieser Jahreszeit nicht as Parts ja. eine vorgekommen. Nahezu eine halbe Million ~ Menschen besuchten Coney Island und andere
Der Schluß m Baranowicze
Der Sowjetmörder findet keine Ruhe.
Warschau 8. April. (Eig. Drahtbericht.) Wie die Presse meldet, soll die durch den Tod von Antasanowitsch, der a» einem Herzschlag im Krankenhaus von Baranowire plötzlich ?/sl,rben ist, gegenstandslos geworden» Untersuchung gegen den Sowjetruffen nieder-
^«“b der Fra»
Beihilfe den Prozeß machen will- Da der Mörder bekenntnislos war, weigern sich alle Gemeinden in Baranowiee, die Bestattung auf ihren Friedhöfen vornehmen ,u lasse» sollte die Sowjetbehörde nicht die ttcberfflb- runll der Leiche veranlassen, so wird sie außer- halb der Mauer eines Friedhofes beiaesA werden.
Militarstaaten äußerst unangenehme und nichi allzu leicht zu beseitigende Schwierigkeiten be- retten wird. Daß der russische Abrüstungs- Vorschlag tn seinen Hauptbestimmungen von einer Mehrheit der Kommission niemals angenommen werden wird, ist selbstverständlich Ihre Regisseure werden also mit allen Diplo- matenkniffen versuchen, den russischen Plan irgendwie unter den Tisch fallen zu lassen, allerdings mit dem Taschenspielertrick, daß die Welt nicht gut von einem Militarismus de« Völkerbundes oder von einer besonderen Friedfertigkeit der Russen sprechen kann. Das interessante an der kommenden Tagung wird al,o nicht ihr Ergebnis (das dürste negativ sein), sondern nur die Art und Weise sein, wie ein« mehr oder minder geschickte Regie es erreichen wird, einen wirkungsvollen Ab- rustungsvorschlag verschwinden zu lassen. Wenn man somit auch weiß, daß diese sechste vorbereitende Abrüstungskonferenz wieder tote das Hornberger Schießen auslaufen wird, so treten doch einmal in Genf gewisse neue Konstellationen auf, die auch eine neu« politifche Entwicklung in Europa abzeichnen werden.
Schacht hat Zeit
Erft eine annehmbare Mindestforderung.
.. Berlin, 8. April. (Eigener Jnformations- dienst.) Von gut unterrichteter Seite wird uns bestätigt, daß man zur Zeit, in den Repara- ttonssragen in Paris vor einem absoluten Vakuum steht. Dr. Schacht habe am Sonnabend der Expertenkonferenz addierte Forderungen aller Reparationsgläubiger, also auch der nicht in Paris vertretenen Mächte, unterbreitet, und es habe sich dabei zur allgemeinen Ueberraschung herausgestellt, daß die Forderungen der Repa- rattonsmächte nach wie vor die gleiche untragbare Höhe haben, wie vor Beginn der Expertenarbeiten. Dr. Schacht werde es nun einstweilen den Gläubigernationen überlassen, sich über eine angemessene Minderung ihrer Forderungen zu verständigen.
Einzelpreis: Sonntags 20 Pfennig. fg Fahstg «Mg
Kasseler Neaeste Nachrichten
____________ Kasseler Abendzeitung
Einheimische Gefchästsan,eigen die mw-Zeile 11 4. auswärtige Geschäfts- » e woi-Zerle tt 4. Samirteranjeiaen die will-Zeile 11 4, «leine anaetaen <m» 7 4, auStDarti9e Kleine Anzeigen die ww-Zeile ll Z meflarnen die mw-Zeile 45 4. Offertgebübr 25 4 (bei Zustellung 85 4). Nechnnnasbeträae innerbalb fomie’Vür 1 """ durch Fernsprecher ausgegebenen «ewSet*
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Strafantrag gegen Langkopp
Schacht'; Ueberlegenhrit in Paris - Da; Ende de; Sowjetzwischenfalle; in Polen - Rekordhitze in M. S. 2t.
-- ' Es hat sich doch neuerdings eine Um- gruppierung der Mächte angebahnt, die erkennen läßt, daß die Regie der Drahtzieher der Abrüstungskomödie ganz ähnlich arbeitet wie die Regie der zurzeit tagenden Sachver- ständigenkonferen, in Parts. Man weiß in Paris tote auch in Genf, daß die Zahlen und die Ziffern das heikelste Problem darstellen und toetl es so heikel ist, so glauben die Regisseure auf den beiden Bühnen am besten zu handeln, wenn sie das Heikelste zunächst weglassen und sich nur mit der Festlegung des Rahmens selbst begnügen. Mit dieser Methode ist es geglückt, das Abrüstungsproblem bereits eine Anzahl von ~
zu halten. Der sogen. Abrüstungskonventilms- enttoutf hat es nun allerdings erreicht, daß sich die meisten großen Militärstaaten sofort in bte Haare gerieten. Es kam zu Den bekannten Gegensätzen zwischen den Engländern und den Franzosen in den Marinefragen, die für die Engländer insofern recht unangenehm waren, als sich die Amerikaner den Ansichten oet Franzosen anschloffen. In anderen Fragen der Landabrüstung fanden dann die Franzosen starken Widerspruch bei Amerika, Italien und Japan. Me diese Gegensätze wurden schließ- lich zu einem verwickeltenKnäuel, was die Hauptakteure des ganzen Genfer Spieles veranlaßte, zunächst einmal olles wieder zu ver- tagen.
Rätsel um einen Sterbenden
Ein Franzosen-Unteroffizier im Elsaß erschossen.
Paris, 8. April. (Eig. Drahtbertcht.) In der Nähe von Mühlhausen fand ein Polizist einen schwer verletzten Dragoner-Unteroffizier, der zunächst angab, von einem Auto überfahren worden zu sein. Auf der Meldestation erklärte er dann, daß mau ihn mit Steinen beworfen habe. Die nähere Untersuchung ergab aber, daß er einen Kopfschutz hatte Er starb während des Anlegens des Verbandes.
s. 8- April. (Eigener Information-- d'enst.) Staatsanwalt Dr. Köhler führte in sei- ner »nnagerebe im Lcmgkopp-Prozeß u. a. aus: Auf der einen Seite bestehe ganz allgemein ein tiefe« Mitgefühl mit dem Menschen daugkopp, der sich nach schwerer Jugend tn Afrika em schönes Besitztum erworben habe, der dann durch den Krieg seiner Existenz und Hei- mat beraubt worden ist und daraufhin etwa zehn Jahre lang einen erbitterten Kampf um sem vermeintliches Recht führte. Auf der anderen Seite aber stehe die schwere Tat Lang- kopps, die nicht entschuldigt, gebilligt oder gar verherrlicht werden könne, wenn man nicht dem Chaos das Wort geben wolle. Die Anklagebe- hörde halte Langkopp eines Sprengstoffverbre« chens, auf das Zuchthausstrafe stehe, nicht für überfuhrt, dagegen halte sie ihn für schuldig der räuberischen Erpressung, der Bedrohung und der Nötigung und des unerlaubten Waffenbesitzes. Ich sehe ausdrücklich davon ab, irgendwelche Ehrenstrafen in dem Antrag zu stellen, die bei Langkopp keineswegs am Platze seien. Für den größten Teil der Strafe sei bei dem Angeklagten Langkopp zweifellos Bewährungsfrist oder Begnadigung am Platze.
Sommerhitze in Newyork '
Rekordtemperaturen am Sonntag.
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